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Letzte Änderung für Artikel Bistum Mainz: 31.01.2006 10:33

Bistum Mainz

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Karte
Das Wappen des Bistums von 1250 Das Bistumswappen von 1250 Karte des Bistums in Deutschland
Basisdaten
Bischof : Karl Kardinal Lehmann (seit 1983)
Weihbischof : Ulrich Neymeyr (seit 2003)
Werner Guballa (seit 2003)
Generalvikar : Domkapitular Dietmar Giebelmann
Dekanate : 20
Pfarreien : 344
Fl├Ąche : 7.692 km┬▓
Einwohner : ca. 2.770.405
Katholiken : ca. 809.000
Anteil: 29,4 %
Anschrift: Bischofsplatz 2
55116 Mainz
Website: www.bistum-mainz.de
E-Mail-Adresse: info@bistum-mainz.de

Das Bistum Mainz (lat Dioecesis Moguntinus) ist eine Di├Âzese in Teilen der Bundesl├Ąnder Hessen und Rheinland-Pfalz. In Baden-W├╝rttemberg geh├Ârt Bad Wimpfen als Exklave zum Bistum. Die Di├Âzese kann auf eine 1.600-j├Ąhrige Historie zur├╝ckblicken. Die 1.000-j├Ąhrige Geschichte als Erzbistum wurde entscheidend von der Position des Erzbischofs als Kurf├╝rst und Reichserzkanzler des Heiligen R├Âmischen Reiches Deutscher Nation beeinflusst.

Mainz ist neben Rom die einzige Di├Âzese der Welt, die den Titel eines Heiligen Stuhles f├╝hrt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Bistum in r├Âmischer und fr├Ąnkischer Zeit

Mainz und seine Kirchen in sp├Ątr├Âmischer und fr├Ąnkischer Zeit
Mainz und seine Kirchen in sp├Ątr├Âmischer und fr├Ąnkischer Zeit

Die Anf├Ąnge

Das Bistum Mainz geht auf die fr├╝hchristliche Gemeinde der Stadt zur├╝ck. Der Lyoner Bischof Iren├Ąus erw├Ąhnt in seiner Schrift ÔÇ×Gegen die H├ĄretikerÔÇť (Adversus haereses) Christen, die in beiden Germanien leben. Daraus wird oft auch auf Christengemeinden in den Provinzhauptorten Mainz und K├Âln geschlossen. Wenn es diese Christen gegeben hat, lebten sie jedoch so unauff├Ąllig, dass sich keine literarischen oder arch├Ąologischen Spuren erhalten haben. Erst im 4. Jh., als die Kirche von Mainz Strukturen annahm, lassen sich wenige Spuren nachweisen. Als erster Bischof wird oft Martinus (oder Marinus) im 4. Jh. genannt, der aber nur in den mittelalterlichen Quellen zweifelsfrei erw├Ąhnt wird. Angeblich geh├Ârte er zu den Bisch├Âfen, die in der sp├Ąter kompilierten Unterschriftenliste des sogenannten K├Âlner Regionalkonzils von 346 genannt sind. Diese Synode ist aber eine Erfindung der Karolingerzeit. Ein Bischof ╬ť╬▒¤ü¤ä¤Ő╬Ż╬┐¤é ist in den Listen der Synode von Serdika genannt, allerdings ohne Herkunftsort. In den mittelalterlichen Bischofslisten wird dann ein Marinus aus einer vorangegangenen Aufz├Ąhlung r├Âmischer P├Ąpste irrt├╝mlich als fr├╝her Mainzer Bischof mit in Anspruch genommen. Es wird dennoch in den meisten Abhandlungen davon ausgegangen, dass Martinus der erste namentlich bekannte Bischof war. Ist dies auch m├Âglicherweise nicht ganz sicher verifizierbar, so gilt auch in kritischen Schriften als sicher, dass in Mainz in der Mitte des 4. Jh. ein Bischof residierte. Der in ├Ąlteren Abhandlungen genannte Bischof Crescentius, der Apostelsch├╝ler gewesen sein und im ersten Jahrhundert in Mainz residiert haben soll, hat dagegen nach heutigen Erkenntnissen nicht existiert. M├Âglicherweise wollte man in sp├Ąteren Zeiten auf diese Weise die Bedeutung und das Anrecht auf die Pr├Ązedenz gegen├╝ber den Erzbist├╝mern Trier und K├Âln herausstellen.

Die Regierungszeiten und Namen der ersten Bisch├Âfe sind nicht belegt. Die Bischofs-Listen entstanden erst zwischen dem 10. und 14. Jh. und weisen wegen des gro├čen zeitlichen Abstandes in jeder Version unterschiedliche Namen und Schreibweisen auf.

Schon Kaiser Konstantin erkannte im 4. Jh. wie auch viele Kaiser des Heiligen R├Âmischen Reiches Deutscher Nation nach ihm die Bedeutung der christlichen Lehre und vor allem der Organisation f├╝r den Zusammenhalt des riesigen Reiches und f├Ârderte den Ausbau der Strukturen.

Nach dem das Christentum in der kaiserlichen Residenzstadt Trier - Kathedralsitz des ├Ąltesten deutschen Bistums - Fu├č gefasst hatte, breitete es sich fast schon folgerichtig bis nach Mainz aus, das zu dieser Zeit nicht mehr haupts├Ąchlich Garnisonsstandort (das gro├če Legionslager war zu Beginn des 4. Jh. abgetragen worden), sondern Sitz hoher Kommando- und Verwaltungsorgane war. Eine fr├╝hchristliche Kathedralkirche ist arch├Ąologisch bisher nicht nachgewiesen. Sicher gab es um die Mitte des 4. Jhs. aber mindestens einen aus den Schriftquellen bekannten christlichen Versammlungsraum. Als Standort dieses Raumes wird bisweilen das Gebiet zwischen dem Westwerk des heutigen Domes und der St. Johanneskirche angenommen. Hier k├Ânnte die erste Bischofskirche in Mainz gestanden haben. Ein sicherer Nachweis f├╝r eine christliche Gemeinde in der Stadt sind jedoch die christlichen Grabinschriften, die in alten Gr├Ąberfeldern entdeckt wurden.

Nach dem ÔÇ× Martyrologium des Rabanus Maurus ÔÇť erlitt ein gewisser Alban bei einem Einfall der Hunnen das Martyrium . Zu seinen Ehren errichtete man, vielleicht noch im 5. Jh. vor den Toren der Stadt die St. Albansbasilika. Diese Kirche und ihr Nachfolgerbau waren im fr├╝hen Mittelalter die weitaus wichtigste Kirche des (Erz-)bistums. Alban war nicht der einzige, der die ├ťberf├Ąlle der V├Âlkerwanderungszeit nicht ├╝berlebte. Der Kirchenvater Hieronymus berichtet in einem Brief, dass ÔÇ×Mainz, die einst hochger├╝hmte Stadt (...), erobert und zerst├Ârt [ist] - und in der Kirche (...) viel tausende von Menschen niedergemetzeltÔÇť wurden.

Die Auswirkungen des Zusammenbruchs des Imperium Romanum

Der Einfall der Alanen und Vandalen geh├Ârte zu den Vorzeichen des Zusammenbruches des Imperium Romanum . Trotz gro├čer milit├Ąrischer Anstrengungen konnte nicht verhindert werden, dass die Angriffe immer st├Ąrker wurden. 451 gelang es dem Hunnenf├╝hrer Attila , den Rhein zu ├╝berqueren. Er eroberte Mainz und lie├č es zerst├Âren. Zwar gelang es den R├Âmern unter Flavius A├źtius noch einmal, die Hunnen zur├╝ckzudr├Ąngen, dazu brauchte der Heerf├╝hrer aber die Unterst├╝tzung der Franken und Westgoten . Doch als Aetius 454 ermordet wurde, brach die r├Âmische Herrschaft in Gallien und Germanien endg├╝ltig zusammen. Die damals noch heidnischen Franken ├╝bernahmen nun selbst die Herrschaft. Das christliche Leben in der Stadt war durch die Wirren der Kriege fast v├Âllig ausgel├Âscht. Die Gemeinde war offenbar so unbedeutend geworden, dass ├╝ber ihr Schicksal in den ersten Jahren der fr├Ąnkischen Herrschaft nichts bekannt ist.

Neubeginn in fr├Ąnkischer Zeit

Das fr├Ąnkische Reich bestand zun├Ąchst aus einigen Kleinf├╝rstent├╝mern. Das ├Ąnderte sich unter K├Ânig Chlodwig I. , dem die Errichtung eines fr├Ąnkischen Gro├čreiches gelang. Um 498 lie├č er sich auf Grund eines Gel├╝bdes taufen, was ein entscheidender Moment in der Geschichte des abendl├Ąndischen Christentums und somit auch der Di├Âzese Mainz war. Chlodwig berief 511 ein Reichskonzil ein, das neue kirchliche Strukturen schaffen sollte. Seine Nachfolger Theuderich I. (511 - 534) und Theudebert I. (534 - 548) ├╝bernahmen die Durchsetzung der Beschl├╝sse. Dazu setzten sie auf aquitanische Kleriker, die sie bevorzugt auf die Bischofsst├╝hle ihres Reiches hoben. Nach Mainz schickten sie den aus dem Rh├┤ne-Loire Gebiet stammenden Sidonius . Wann Sidonius genau in Mainz eintraf ist nicht bekannt. Sicher ist, dass er 566 noch in Mainz weilte, wo er den Dichter Venantius Fortunatus beherbergte, der ihn deswegen in seinen Versen verewigte.

Sidonius als Bischof von Mainz

Unter Sidonius kam die christliche Gemeinde wieder zu Ansehen. Venantius berichtet, dass der Bischof die Stadt vor dem weiteren Verfall bewahrt h├Ątte, Dom und Baptisterium erneuert habe und auch neue Kirche errichtet habe. Ab diesem Zeitpunkt f├╝hrte der Dom wie alle seine Nachfolgerbauten das Patrozinium des fr├Ąnkischen Nationalheiligen Martin von Tours . Als Sidonius nach 580 starb, herrschten in der Di├Âzese wieder geordnete Verh├Ąltnisse und eine lebendige Gemeinde. Das Bistum hatte fast seine sp├Ąteren Grenzen erreicht.

Sidonius war der letzte Galloromane auf dem Mainzer Bischofsstuhl. Mit seinem Nachfolger Sigimundus begann die Reihe der germanischen Bisch├Âfe. ├ťber sie ist nicht sehr viel bekannt. Oftmals fehlen sogar Informationen ├╝ber ihren genauen Namen wie auch ├╝ber die Reihenfolge ihrer Pontifikate. Fest steht, dass die Mainzer Kirche zu dieser Zeit einen immer gr├Â├čeren Einfluss im Reich erlangte. Die Bisch├Âfe waren meist verdiente Beamte des jeweiligen K├Ânigs, f├╝r die das Erlangen der Bischofw├╝rde der Abschluss ihrer Karriere war. F├╝r die geistliche Leitung der Di├Âzese stellte sich dies ├╝beraus negativ dar.

Die Bedeutung des Bischofssitzes stieg parallel mit der der Stadt. Durch die fr├Ąnkische Expansionspolitik war Mainz schon l├Ąngere Zeit kein ├Âstlicher Vorposten mehr, sondern vielmehr Bindeglied zu den neu erschlossenen Missionsgebieten in Hessen und Th├╝ringen. Mit dem Reich dehnte sich auch das Bistum auf wetterauische und th├╝ringische Gebiete aus. Im 8. Jh. kamen die Gebiete um Aschaffenburg hinzu, welche im sp├Ąteren Kurstaat das so genannte Oberstift bilden sollten. Mit der Gr├╝ndung der Di├Âzese W├╝rzburg 741 wurde die Ostgrenze des Bistums endg├╝ltig festgelegt. Im Westen konnte sich die Mainzer Kirche vor allem auf das g├╝nstig an der Nahem├╝ndung gelegene Bingen st├╝tzen. dahinter grenzte die Di├Âzese an das Bistum Trier.

Verfall christlichen Lebens

Trotz des Verbotes des heidnischen Kultes und der Annahme des Christentums konnte sich dieses im Frankenreich nur m├╝hsam durchsetzen. Zwar war die fr├Ąnkische Kirche in 125 Bist├╝mern und 11 Kirchenprovinzen strukturell scheinbar gut organisiert, an der inneren Aufnahme des Christentums durch die Bev├Âlkerung mangelte es aber offenbar noch. Dazu kam das Fr├Ąnkische Eigenkirchensystem, nach dem das Sippenoberhaupt nach alten germanisch-heidnischen Vorstellungen die Aufsicht ├╝ber den Kult f├╝hrte. Das Sippenoberhaupt stellte also den Priester an, was zu einer Lockerung der Verbindung zum Ortsbischof f├╝hrte und somit zwangl├Ąufig zu Disziplinlosigkeiten auch hinsichtlich der Bek├Ąmpfung heidnischer Vorstellungen f├╝hrte. Dies f├╝hrte zu Lockerungen der kirchlichen Strukturen und zur faktischen Aufl├Âsungen der Metropolitanverb├Ąnde. Das christliche Leben verfiel.

Das Wirken von Erzbischof Bonifatius

Dieser Prozess konnte erst durch die iroschottische Festlandsmission aufgehalten werden, die 581 vom irischen M├Ânch Columban von Luxeuil begonnen wurde. Fortgesetzt wurde sie auch von englischen M├Ânchen. Deren bedeutendster Vertreter war der 672 in Wessex geborene Winfrid-Bonifatius. Winfrid reiste 718 nach Rom um sich dort vom Papst als Missionar beauftragen zu lassen. In den folgenden Jahren zog er durch das Reich, um den christlichen Glauben wieder zu restaurieren und ihn dorthin zu tragen, wo er bislang noch nicht angenommen worden war. 719 erhielt er von Papst Gregor II. den Namen Bonifatius und wurde offizieller Germanenmissionar, 722 weihte der Papst ihn ├╝berdies zum Bischof ohne festen Sitz. 723 kehrte Bonifatius in die th├╝ringischen Missionslande zur├╝ck, wo er so erfolgreich war, dass ihn Papst Gregor III. 732 zum Erzbischof ernannte, mit dem Recht Bisch├Âfe einzusetzen.

737 entzog ihm der fr├Ąnkische Hausmeier Karl Martell , wegen der Schw├Ąche der Merowingerk├Ânige seit langem der eigentlich starke Mann im Reich, auf Dr├Ąngen etlicher F├╝rsten seinen bis dato gew├Ąhrten besonderen Schutz. Bonifatius verlie├č das dadurch unsicher gewordene Th├╝ringen und setzte seine Aufgaben - nach einem weiteren Romaufenthalt zum p├Ąpstlichen Legaten mit der Befugnis zur Einrichtung vom Bist├╝mern ernannt - in Bayern fort. Er gr├╝ndete zu Beginn der 40er Jahre auch die Bist├╝mer B├╝raburg und Erfurt, was auf Kosten der Di├Âzese Mainz geschah.

Im Jahre 742 (oder auch 743 ) berief Bonifatius eine Synode ein, um dort die Reform der kirchlichen Organisation zu forcieren. Die Synode sah auch die Errichtung einer ostfr├Ąnkischen Kirchenprovinz mit Sitz in K├Âln vor. Diese sollte die Suffraganbist├╝mer Tongern / Maastricht , Utrecht , Mainz, Worms, Speyer, B├╝raburg, W├╝rzburg und Erfurt umfassen. Erster Metropolit der Kirchenprovinz wollte Bonifatius selber werden. Aus diesem Grund verwehrte sich die fr├Ąnkische Adelsopposition den Pl├Ąnen der Synode. Das ├╝beraus bedeutende K├Âln sollte nicht Sitz eines angels├Ąchsischen Erzbischofs werden.

Pippin - inzwischen Alleinherrscher - gab dem Dr├Ąngen des Adels aus eigenen Machtinteressen nach. Bonifatius blieb daher nur das Bistum Mainz, dem er sich nicht sehr verbunden f├╝hlte. Dort hatte er 745 den wegen ausge├╝bter Blutrache f├╝r seinen Vater f├╝r unw├╝rdig befundenen Gewilib als Bischof abgesetzt. Begleitet wurde Bonifatius von Lullus , den er 737 in Rom kennengelernt hatte. 752 weihte ihn Bonifatius zum Chorbischof - einer fr├╝hen Form des heutigen Weihbischofs . Nachdem Bonifatius 754 auf einer Missionreise das Martyrium erlitten hatte, folgte ihm Lullus auf den Mainzer Bischofsthron.

Das Erzbistum im Mittelalter

Das Erzbistum Mainz und sein Metropolitanverband bis 1803
Das Erzbistum Mainz und sein Metropolitanverband bis 1803

Bonifatius' Nachfolger Lullus bem├╝hte sich sofort nach der Ernennung, das Bistum zum Erzbistum aufsteigen zu lassen. Diese Bem├╝hungen waren nach anf├Ąnglichen Fehlschl├Ągen von Erfolg gekr├Ânt, als das Bistum um 780 /82 durch den Papst zum Erzbistum erhoben wurde. Lullus und seine Nachfolger erreichten, dass viele neu gegr├╝ndete Bist├╝mer in die Kirchenprovinz Mainz eingegliedert wurden. Das Ergebnis dieser Politik war die gr├Â├čte Kirchenprovinz n├Ârdlich der Alpen. Der Metropolitanverband des Erzbistums umfasste schlie├člich die Bist├╝mer Worms, Speyer , Stra├čburg , W├╝rzburg, Eichst├Ątt, Augsburg, Paderborn , Halberstadt, Hildesheim, Verden, Havelberg (948 - 986, danach Erzbistum Magdeburg ), Brandenburg (948 - 986, danach Erzbistum Magdeburg), Olm├╝tz und Prag (Olm├╝tz und Prag schieden 1344 aus dem Metropolitanverband aus, Prag wurde Erzbistum mit Olm├╝tz als Suffraganbistum ). Im 18. Jahrhundert kamen die neuen Bist├╝mer Fulda (ab 1755) und Corvey (ab 1794) hinzu.

Von besonderer Bedeutung ist das Wirken von Erzbischof Willigis anzusehen, unter dessen ├ägide der Mainzer Dom erbaut wurde und die Bedeutung des Mainzer Erzbischofsstuhls durch die dauernde Verbindung mit der Erzkanzlerw├╝rde erheblich aufgewertet wurde. Der Erzbischof von Mainz war von da ab Erzkanzler des Reiches und einer der sieben Kurf├╝rsten , die den K├Ânig w├Ąhlten (siehe Kurmainz). Die Goldene Bulle von 1356 bestimmte, dass der Erzbischof von Mainz seine Stimme als letzter abzugeben hatte, so dass ihm bei Stimmengleichheit die Entscheidung zukam.

Schon vor der Zeit des Willigis n├Ąmlich 955 wurde der Mainzer Erzbischof in einigen Quellen als Bischof des Heiligen Stuhles von Mainz bezeichnet. Siegfried II. von Eppstein ( 1200 - 1230 ) f├╝hrte schlie├člich die Bezeichnung "Sigfridus Dei gratia sanctae Maguntinae sedis archiepiscopus" (Siegfried, von Gottes Gnaden Erzbischof des Heiligen Stuhles von Mainz) im Wappen. Viele Wappen der nachfolgenden Erzbisch├Âfe zeigten ├Ąhnliche Formulierungen. Mainz selbst wurde ab dem Mittelalter als "Goldenes Mainz, der r├Âmischen Kirche besondere Tochter" ("Aurea Moguntia - Romane Cicle - Specialis filia") bezeichnet. Der Erzbischof betrachtete sich als zweiten Mann neben dem Papst .

Im Sp├Ątmittelalter setzte eine wechselvolle Geschichte ein. 1344 wurden die Suffranganbist├╝mer Olm├╝tz und Prag zugunsten der neu gegr├╝ndeten Erzbistums Prag abgespalten.

Neuzeit

1514 wurde Albrecht von Brandenburg Erzbischof, der au├čerdem auch noch die Erzbischofw├╝rde von Magdeburg innehatte und Administrator von Halberstadt war. Eine derartige ├ämterf├╝lle kostete den Erzbischof eine Menge Geld, beschafft wurde dies vor allem mit Ablassbriefen, die im wesentlichen durch den Ablassprediger der Mainzer Kirchenprovinz Johann Tetzel verkauft wurden. Tetzel und sein Handel wurde kurze Zeit sp├Ąter, n├Ąmlich 1517 miturs├Ąchlich f├╝r die Reformbewegung Martin Luthers . Die Reformation fand in Mainz besonders schnell gro├čen Anklang, was auch durch den von Johannes Gutenberg erfundenen Buchdruck beg├╝nstigt wurde. Schriften konnten so schnell in gro├čer Auflage hergestellt werden. Doch das Mainzer Metropolitankapitel w├Ąhlte als Nachfolger Albrechts 1545 den katholischen Sebastian von Heusenstamm zum neuen Erzbischof. Das Erzbistum blieb so katholisch .

In der Barockzeit begann im Bistum vor allem zur Amtszeit des Erzbischofs Johann Philipp von Sch├Ânborn ( 1647 - 1673 ) eine Phase der Konsolidierung nach den Wirren des Drei├čigj├Ąhrigen Kriegs , der sich eine neue Bl├╝tezeit von Erzbistums und Stadt anschloss. Au├čerdem war der Erzbischof auch ma├čgeblich am Westf├Ąlischen Friendensschluss beteiligt. F├╝r die neue Bl├╝tezeit des Katholizismus ist auch der indirekte Nachfolger des Erzbistums aus der gleichen Familie, Lothar Franz von Sch├Ânborn, ma├čgeblich verantwortlich.

Die Auswirkungen der Franz├Âsischen Revolution auf das Erzbistum

Nach der Franz├Âsischen Revolution wurde das Erzbistum Mainz/Kurmainz s├Ąkularisiert. Der Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 beschloss die ├ťbertragung der W├╝rden des Erzbistums auf die Kirche von Regensburg. Am 01. Mai 1805 best├Ątigte Papst Pius VII. die Translation . Die seit 782 bestehende Kirchenprovinz hatte damit aufgeh├Ârt zu existieren. Im Wiener Kongress 1815 wurden zwar die Gebietsabtretungen des Reiches an Frankreich zur├╝ckgenommen, das Erzbistum Mainz wurde jedoch nicht wiedererrichtet sondern als Suffraganbistum der neugegr├╝ndeten Oberrheinischen Kirchenprovinz mit Metropolitansitz in Freiburg (siehe: Erzbistum Freiburg) zugeschlagen, zu dem es noch heute geh├Ârt. Die 1821 gezogenen Mainzer Kirchengrenzen decken sich bis heute mit dem Gebiet des ehemaligen Gro├čherzogtums Hessen-Darmstadt. Daher ist auch heute noch die w├╝rttembergische Stadt Bad Wimpfen, ehemals Exklave des Gro├čherzogtums Hessen-Darmstadt, Teil der Di├Âzese Mainz.

Neubeginn: Das Bistum Mainz

Ma├čgeblich f├╝r die Erneuerung des Bistums war nach dem Untergang der alten Erzdi├Âzese der neue (von Napoleon eingesetzte) Bischof Joseph Ludwig Colmar , der auch den Dom vor dem Abriss bewahrte.

Im sp├Ąten 19. Jh. errang der Mainzer Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler in der Sozialdebatte der katholischen Kirche (Sozialenzyklika Leos XIII. ) eine ├╝berdi├Âzesane Bedeutung.

Der sp├Ąter zum Kardinal ernannte Bischof Hermann Volk nahm am Zweiten Vatikanischen Konzil teil, wo er sich entscheidend einbringen konnte.

Die seit Jahren r├╝ckl├Ąufigen Kirchensteuereinnahmen, Katholikenzahlen und Priesterweihen werden in Zukunft dazu zwingen, nicht nur Pfarreien auf Basis eines neuen Seelsorgekonzepts zu fusionieren, sondern auch Kirchen zu schlie├čen (Siehe auch: Kirchensterben ). Problematisch wird hierbei die k├╝nftige Nutzung der dann ehemaligen Kirchengeb├Ąude sein.

Seit 2004 befindet sich das Bistum in einem Erneuerungsprozess "Lebendige Gemeinden in erneuerten pastoralen Einheiten". Dieser Bistumsprozess findet auf breiter Basis unter Beteiligung aller Betroffenen statt. Pfarrgemeinden werden zu einer verbindlichen Kooperation in Pfarreienverb├╝nden und Pfarrgruppen angehalten. Die Seelsorge soll vertieft und missionarisch ausgerichtet werden.

Fr├╝here Bisch├Âfe

  • Joseph Ludwig Colmar ( 1802 - 1818 )
  • Wilhelm Emmanuel von Ketteler ( 1850 - 1877 )
  • Albert Stohr ( 1935 - 1961 )
  • Hermann Kardinal Volk ( 1962 - 1982 )
  • siehe dazu auch: Liste der (Erz-)Bisch├Âfe von Mainz,

Bistumsgliederung

Das Bistum Mainz gliedert sich 20 Dekanate:

  1. Alsfeld
  2. Alzey/Gau-Bickelheim
  3. Bergstra├če Mitte
  4. Bergstra├če Ost
  5. Bergstra├če West
  6. Bingen
  7. Darmstadt
  8. Dieburg
  9. Dreieich
  10. Erbach
  11. Gie├čen
  12. Mainz-Stadt
  13. Mainz-S├╝d
  14. Offenbach
  15. Rodgau
  16. R├╝sselsheim
  17. Seligenstadt
  18. Wetterau-Ost
  19. Wetterau-West
  20. Worms

Dom- und Di├Âzesanarchiv

Heringsbrunnengasse 4
Rochusstift
55116 Mainz

Kultur und Sehensw├╝rdigkeiten

Wallfahrtsst├Ątten

Ein ├ťberblick ├╝ber alle Wallfahrtst├Ątten findet sich auf der Homepage des Bistums, siehe unten unter Weblinks. Im Bistum gibt es etwa 35 Wallfahrtsst├Ątten, die meistens zur Verehrung von Heiligen oder Reliquien stattfinden. Bedeutend sind vor allem:

Siehe auch

Literatur

  • Friedhelm J├╝rgensmeier: Das Bistum Mainz. Von der R├Âmerzeit bis zum II. Vatikanischen Konzil, Knecht Verlag, Frankfurt/ Main 1988 ISBN 3-782-00570-8

Weblinks

Wikipedia

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