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Letzte Änderung für Artikel Marksburg: 17.02.2006 19:16

Marksburg

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Die Marksburg zu Braubach - Westseite
Die Marksburg zu Braubach - Westseite

Die Marksburg liegt oberhalb der Stadt Braubach am Rhein. Sie ist die einzige nie völlig zerstörte mittelalterliche Höhenburg am Mittelrhein. Der Bau entstand zum Schutz und zur Verwaltung Braubachs und diente anfänglich auch als Zollburg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte der Bewohner und Besitzer

Die Marksburg aus der Luft
Die Marksburg aus der Luft

Obwohl urkundlich erstmals im Jahr 1231 Burgmannen ("castrenses") in Braubach erwähnt werden, kann man davon ausgehen, dass die Marksburg schon vor 1219 existierte. Geschlossen werden kann dies aus dem Umstand, dass die Burg als pfalzgräfliches Lehen im Besitz der Herren von Eppstein war, deren Vertreter Gerhard II. von Eppstein sich seit 1219 "Gerhard von Braubach" nannte. Da jedoch bereits im 12. Jahrhundert ein edelfreies Geschlecht "von Braubach" nachweisbar ist, wird vermutet, dass an gleicher (oder nahe gelegener) Stelle schon um 1117 eine Burg existierte. Die Eppsteiner erlebten seit Ende des 12. Jahrhunderts einen rasanten Aufstieg zu einer der mächtigsten Familien des Hochmittelalters . Im 13. Jahrhundert stellten sie allein vier Mainzer Erzbischöfe.

1283 kamen Braubach und die Marksburg an die j√ľngere Linie der Grafen von Katzenelnbogen, namentlich Graf Eberhard II. (‚Ć 1311 ). Die √§ltere Linie des Geschlechts residierte zu dieser Zeit auf Burg Rheinfels bei St. Goar .

Graf Johann II. (‚Ć 1357 ) begann die Umgestaltung und Erweiterung der Burganlage im gotischen Stil und legte somit den Grundstein f√ľr das heutige Aussehen. Johanns Sohn Dieter VIII. (‚Ć 1402 ) beendete den Ausbau. Auch in den Folgejahren des 15. Jahrhunderts kam es zu weiteren Baut√§tigkeiten: Johann der IV. von Katzenelnbogen (‚Ć 1444 ) ver√§nderte die Burganlage zugunsten von Wohnanspr√ľchen, jedoch unter Beibehaltung eines repr√§sentativen Charakters.

Die Marksburg zu Braubach - Nordostseite
Die Marksburg zu Braubach - Nordostseite

1479 fiel die Grafschaft Katzenelnbogen und damit auch die Marksburg an die Landgrafschaft Hessen. Landgraf Philipp der J√ľngere von Hessen-Rheinfels bestimmte Braubach zum Witwensitz. Da die Marksburg zu dieser Zeit jedoch den gehobenen adeligen Wohnanspr√ľchen nicht mehr gen√ľgte, wurde in den Jahren 1568 bis 1571 die schlossartige Philippsburg am S√ľdende von Braubach gebaut, die von 1643 bis 1651 sogar als st√§ndige Residenz des Landgrafen Johann des Streitbaren ( 1609 - 1651 ) diente. Dieser war es auch, der gegen Ende des 30j√§hrigen Krieges die stark vernachl√§ssigte Marksburg wieder instand setzen lie√ü, doch seit dem Bau der Philippsburg wurde sie nie wieder als adeliger Wohnsitz genutzt. Nach dem Tod Johanns des Streitbaren kamen Braubach und die Marksburg an die Landgrafen von Hessen-Darmstadt .

In der Napoleonischen Zeit des 18. Jahrhunderts war die Marksburg offiziell als Festung deklariert, diente jedoch praktisch als Invalidenunterkunft und Staatsgef√§ngnis. Diese Funktion hinterlie√ü in Form von Gef√§ngniszellen im gotischen Saalbau der Anlage ihre Spuren, die erst im Jahr 1901 entfernt wurden. In der Burgkapelle waren im gleichen Jahr noch Kritzeleien eines ehemaligen Insassen, des deutschen Freiheitsk√§mpfers Metternich, zu sehen. Auch als die Burg im Jahre 1803 erst an das F√ľrstentum Nassau-Usingen und bald darauf ( 1815 ) an das Herzogtum Nassau fiel, √§nderte sich an ihrer Verwendung nichts. Sie wurde weiterhin durch Angeh√∂rige des Milit√§rs verwaltet.

1866 endete die Nassauische Regierungszeit √ľber die Marksburg mit der Annektierung Nassaus durch Preu√üen nach dem Preu√üisch-√Ėsterreichischen Krieg, jedoch wurden in der preu√üischen Zeit keinerlei Bauma√ünahmen durchgef√ľhrt, so dass die Burg in den nachfolgenden Jahren immer mehr verfiel.

Wer wei√ü, in welchem Zustand die Marksburg heute wohl w√§re, wenn sich 1900 nicht die Deutsche Burgenvereinigung der verwahrlosten Anlage angenommen h√§tte. Auf pers√∂nliche Initiative des Geheimrats Prof. Bodo Ebhardt und durch F√ľrsprache Kaiser Wilhelms II. erwarb der Verein die Marksburg zu dem symbolischen Preis von 1000 Mark (umgerechnet etwa 10.000 ‚ā¨). Er f√ľhrte in den folgenden Jahrzehnten verschiedene bauliche Ma√ünahmen durch, die darauf abzielten, die vorhandene Bausubstanz zu sichern und der Burg ihr sp√§tmittelalterliches Aussehen zur√ľckzugeben.

Im M√§rz 1945 musste die Deutsche Burgenvereinigung in ihren Bestrebungen noch einmal herbe R√ľckschl√§ge hinnehmen, als amerikanischer Artilleriebeschuss vom gegen√ľberliegenden Rheinufer die Marksburg erheblich besch√§digte.

Heute bietet die Marksburg als Burgmuseum ein geschlossenes Bild einer relativ authentisch erhaltenen sp√§tmittelalterlichen Burganlage. Im romanischen Palas hat die Deutsche Burgenvereinigung ihre Gesch√§ftsr√§ume und B√ľros, w√§hrend die gesamte √ľbrige Anlage zur Besichtigung freigegeben ist.Mit ihrem heutigen Aussehen gilt sie als Ritterburg schlechthin und ist Vorbild f√ľr viele Phantasie-Burgen, insbesondere als Spielzeug-Burganlagen.

Baugeschichte

Der Grundriss der Marksburg stammt im Wesentlichen aus dem fr√ľhen 13. , ihr heutiges Erscheinungsbild aber aus dem 14. Jahrhundert . Umbauten und Erg√§nzungen fanden nochmals im 18. Jahrhundert statt.

12. Jahrhundert

Heutzutage sind nur noch Spuren der romanischen Gr√ľndungsanlage zu finden. Arch√§ologische Untersuchungen ergaben, dass die Urspr√ľnge des Bergfrieds wahrscheinlich im zweiten Viertel des 13. Jahrhundert zu suchen sind. Als gesichert gilt, dass seine Urform wesentlich kleiner war, als seine heutigen Ausma√üe.

Spätromanik ( 13. Jahrhundert )

Im zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts entstanden unter Gerhard II. von Eppstein zahlreiche Bauten spätromanischen Ursprungs, wie z.B. der ehemalige Palas (heutiger Nordbau) und der Kapellenturm.

S√§mtliche Bauten aus dieser Epoche bilden ein fast gleichschenkeliges Dreieck, das als typisch f√ľr den Burgenbau der Stauferzeit bezeichnet werden kann (klare, geometrische Grundrissformen). Bis heute ungekl√§rt ist, ob die Marksburg von einer Rundmauer umgeben war, oder ob sie in dieser Zeit nur eine unbefestigte Vorburg besa√ü.

Nordbau
An den Außenmauern des zweigeschossigen, ehemaligen Palas wurden Überreste von doppelbogigen Fensterarkaden ausgemacht, die stark den spätromanischen Fensterarkaden der Burg Gutenfels in Kaub gleichen. Er wurde von je her zu Wohnzwecken genutzt.

Kapellenturm
Der an der S√ľdspitze gelegene Kapellenturm umfasst vier Geschosse, von denen die untersten beiden von au√üen durch eine Leiter zug√§nglich waren. Sein drittes Geschoss beherbergt die Kapelle, deren Bau aller Wahrscheinlichkeit nach ins 13. Jahrhundert zu datieren ist. Ihr Altarheiliger St. Markus war sp√§ter namensgebend f√ľr die Burganlage.

Gotik ( 14. und 15. Jahrhundert )

Um 1300 war die Kernburg durch eine Ringmauer mit Zwinger umgeben (heutzutage mit Innerer Zwinger bezeichnet). Während dieser Zeit erfolgte vermutlich auch der Bau des Schartentores.

Ab Mitte des 14. Jahrhunderts erfolgte der Ausbau der Kernburg, der ihr das noch heute bestehende gotisierende Aussehen verlieh. Im Zuge dessen wurde die √∂stlich gelegene Wehrmauer durch einen zweigeschossigen Saalbau mit verst√§rkter Au√üenwand ersetzt. Dieses 6x24 Meter messende Geb√§ude wurde ausschlie√ülich f√ľr Feste und Tagungen genutzt und diente damit nicht zu Wohnzwecken, sondern zur reinen Repr√§sentation.

Die rheinseitige Wehrmauer wurde erneuert und durch einen Wehrgang erweitert.

Der Bergfried erhielt ebenfalls einen Wehrgang und wurde durch einen kleineren Aufsatzturm aufgestockt. Diese Art von architektonischer Erweiterung wird heute mit dem Begriff "Butterfassturm" beschrieben.

Gleichfalls in diese Epoche fallen der Ausbau des damaligen Hofeingangs zur Torhalle (später im 17. und 18. Jahrhundert verändert) mit sich anschließender Außenmauer bis zum gotischen Saalbau.

Weitere Geb√§ude, die im 14. und 15. Jahrhundert erbaut wurden, sind das Backhaus mit Fachwerkobergeschoss und Tonnengew√∂lbe im Keller, der viergeschossige Eckturm westlich des romanischen Palas und das Fuchstor mit √ľberdachtem Wehrgang.

Im sp√§ten 14. Jh. wurde dann die fr√ľhgotische Zwingermauer durch einen umschlie√üenden Zwinger (dem sogenannten Gaisen- oder Gei√üenzwinger) verst√§rkt. Kurz danach, zu Beginn des 15. Jh., kam es zur Errichtung des √§u√üeren Marksburgzwingers - auch Rheinzwinger genannt - und des heutigen Zugbr√ľckentores.

Auch der Saalbau erfuhr in der Sp√§tgotik eine √Ąnderung: Seine Holzkonstruktion wurde erneuert und die beiden bisherigen S√§le seiner zwei Geschosse in kleinere R√§ume zu Wohnzwecken unterteilt. Einhergehend geschah der Einbau einer steinernen Innentreppe.

Umbauten ab dem 16. Jahrhundert

Anfang des 16. Jahrhunderts wurde an der s√ľd√∂stlichen Ecke des Nordbaus das Gesch√ľtzhaus errichtet, um der Entwicklung neuzeitlicher Waffen Rechnung zu tragen. Von 1643 - 1645 kam es zu weiteren verschiedenen Baut√§tigkeiten, um die Burganlage erneut an die "moderne Kriegstechnik " anzupassen: Errichtung der Poterne, der Vorbastion nordwestlich der Burg, des Scharfen Ecks und des sogenannte gro√üen Pulverecks mit Tonnengew√∂lbe. Au√üerdem wurden die kleine Batterie und der n√∂rdliche Teil der gro√üen Batterie errichtet.

Als 1705 ein gro√üer Brand die Marksburg besch√§digte, musste daraufhin das Aufsatzt√ľrmchen des Bergfrieds abgetragen werden. Auch wurde 1706 der heutige Rheinbau auf den Fundamenten des ehemaligen Backhauses als zweigeschossiger Wohnbau mit Fachwerkfront errichtet.

1708 erhielt der romanische Palas mit einem Umbau sein heutiges Erscheinungsbild.

60 Jahre später wurde der obere Rheinzwinger durch den damaligen Festungskommandanten Rohr zu einem Barockgarten umgestaltet.

Regelmäßige Veranstaltungen

Literatur

  • Ulrich Mackensen: ... und rostig waren die Mousqueten. Soldatenleben auf der Marksburg in drei Jahrhunderten. Aus Briefen, Berichten und Anweisungen. - Koblenz: Bernard & Graefe 1984. (Vergriffen) ISBN 3-7637-5450-4
  • Magnus Backes, Busso von der Dollen: Die Marksburg. Bau- und Kunstgeschichte einer rheinischen Burg. 2. Auflage. Braubach/Rhein 1993.
  • Karl M√ľller und Martina Kerber: Der Kr√§utergarten auf der Marksburg. - Braubach: Deutsche Burgenvereinigung 1996.
  • Michael P. Fuhr: Wer will des Stromes H√ľter sein?. 40 Burgen und Schl√∂sser am Mittelrhein. Regensburg:Schnell+Steiner, 2. Auflage 2005. ISBN 3-7954-1460-1

Weblinks

Commons: Marksburg ‚Äď Bilder, Videos oder Audiodateien


Koordinaten: 50¬į 16' 18.86" N 7¬į 38' 58.03" O

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