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Letzte Änderung für Artikel Genovevaburg: 15.02.2006 19:56

Genovevaburg

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Genovevaburg - Wohnbau
Genovevaburg - Wohnbau

Eingebunden in die mittelalterliche Stadtbefestigung erhebt sich die Genovevaburg an der SĂŒdwestseite der Stadt Mayen in Rheinland-Pfalz. Ihr Name basiert auf einer Sage, nach welcher die Burg Sitz des Pfalzgrafen Siegfried und seiner Frau Genoveva von Brabant gewesen sein soll. Da diese Sage jedoch aus dem 19. Jahrhundert stammt, ist ihr Wahrheitsgehalt als eher gering einzuschĂ€tzen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Urkundliche ErwĂ€hnung findet die Mayener Genovevaburg erstmals im Jahr 1281 , doch gilt es als sicher, dass ihr Bau bereits ein Jahr zuvor unter dem Trierer Erzbischof Heinrich II. von Finstingen begonnen wurde. Sie entstand zur Sicherung der Trierer Interessen gegenĂŒber dem Erzbistum Köln. Heinrichs Nachfolger, Boemund I. von Warneberg , erreichte sogar, dass dem Ort Mayen 1291 durch Kaiser Rudolf I. von Habsburg die Stadtrechte zuerkannt wurden.

Nach ihrer Errichtung sollte die Burg 400 Jahre lang unversehrt Bestand haben. Dies Ă€nderte sich erst mit der Einnahme Mayens durch französische Truppen wĂ€hrend des PfĂ€lzischen Erbfolgekriegs . Am 6. Mai 1689 ließ General Marquis de Sourdis das churfĂŒrstlich Schloß von seinen Mannen niederbrennen.

Doch bereits ein Jahr spĂ€ter beauftragte der Erzbischof und KurfĂŒrst Johann Hugo von Orsbeck seinen spĂ€teren Hofbaumeister Philipp Josef Honrius Ravensteyn mit dem Wiederaufbau und der Erweiterung der Anlage. Im Zuge dieser Arbeiten wurden die WehrgĂ€nge neu ĂŒberdacht und die EcktĂŒrme mit geschweiften Hauben versehen. Außerdem mussten die gotischen Spitzbogenfenster barocken Doppelfenstern weichen.

Ab 1707 ließ der KurfĂŒrst dann die "Unterburg" aus Basaltlava bauen. Neben einem Marstall und StĂ€llen wurde ein Torbau am sogenannten "kleinen Burghof" errichtet. Von seinem Engagement als Bauherr zeugt noch heute sein Wappen auf dem barocken Portal des stadtseitigen Burgeingangs.

Unter französischer Herrschaft wurde die Genovevaburg zu Nationaleigentum erklĂ€rt und am 8. August 1803 versteigert. FĂŒr die Summe von 8.100 Francs kam Philipp Hartung, dessen Vater bereits seit 1793 PĂ€chter der Burganlage war, in ihren Besitz. Er verkaufte sie StĂŒck fĂŒr StĂŒck auf Abriss und ließ dafĂŒr das Amtshaus und den Ostturm abtragen.

1815 wurden auch GebÀude der Oberburg abgerissen.

Um das Jahr 1830 kaufte der Friedensrichter Cadenbach die Ruine und baute sie wieder auf, was dazu fĂŒhrte, dass das Gericht zeitweise in den BurggebĂ€uden beheimatet war.

Nach Cadenbach hielt eine Brauerei samt Gasthaus Einzug in die BurggemĂ€uer. Die Firma ließ die Anlage nach ihren BedĂŒrfnissen umgestalten und schreckte auch nicht davor zurĂŒck, den Bergfried als Getreidesilo zu nutzen. Doch die Brauerei blieb nicht lange dort ansĂ€ssig. 1880 kaufte eine AktionĂ€rsgemeinschaft der Mayener Volksbank die Anlage und verkaufte einen Großteil der Oberburg 13 Jahre spĂ€ter an einen Kaufmann. Dieser ließ sie sich im Stil der Neo- Renaissance als Wohnsitz umbauen.

Am 7. November 1902 ging die Genovevaburg in Flammen auf, und große Teile von ihr wurden durch das Feuer zerstört.

Erst als der Dipl.-Ing. Arend Scholten 1910 die Anlage kaufte und sie ab 1918 nach historischem Vorbild restaurieren und wieder aufbauen ließ, brechen fĂŒr die Anlage bessere Zeiten an. Im Zuge dieser Arbeiten wurden auch viele der baulichen Neo-Renaissance-Elemente wieder entfernt. Scholten war es auch, der die Burg wieder der Öffentlichkeit zugĂ€nglich machte, indem er 1921 die Einrichtung des Eifelmuseums (frĂŒher: Eifeler Landschaftsmuseum) im wieder errichteten Marstall ermöglichte.

1938 erwarb die Stadt Mayen die Burg. Nur ein Jahr spĂ€ter wurden die darin befindlichen, leerstehenden RĂ€ume per Beschlagnahmung fĂŒr militĂ€rische und Verwaltungszwecke akquiriert.

WĂ€hrend des 2. Weltkriegs wurden zahlreiche Anbauten der Burganlage zerstört. Doch ungeachtet dessen fanden nach 1945 die Mayener Stadtverwaltung und eine Landwirtschaftsschule dort eine vorĂŒbergehende Bleibe. Die Beseitigung der KriegsschĂ€den dauerte bis in das Jahr 1984 .

Heute ist der Innenhof der Genovevaburg alljĂ€hrlich von Juni bis August Kulisse der "Burgfestspiele Mayen", einer weit ĂŒber die Stadtgrenzen hinaus bekannte Reihe von Theaterveranstaltungen.

Bauliche Beschreibung

Oberburg
Oberburg

Die heute unregelmĂ€ĂŸig siebeneckige Anlage (auch Oberburg genannt) war einst durch Halsgraben , Zwinger und Bergfried zur stadtabgewandten Seite gesichert. Durch den Halsgraben verlĂ€uft heute eine Hauptverkehrsstraße. Sie wird ĂŒberspannt von einer etwa 20 Meter langen gotischen BogenbrĂŒcke aus Stein.

Der zinnenbewehrte Bergfried erhielt wie die Burg in Anlehnung an die Genovevasage seinen Namen: Goloturm. Er ist 32 Meter hoch und hat 3,60 Meter dicke Mauern. In seinem kuppelgewölbten Untergeschoss befand sich frĂŒher ein Verließ. Im Erdgeschoss sind zwei GefĂ€ngniszellen verbĂŒrgt, in denen nicht nur Verbrecher und unliebsame politische Gegner festgehalten wurden; Quellen aus dem 16. Jahrhundert berichten auch von der Hexerei fĂŒr schuldig befundenen Frauen, die dort ihrer Hinrichtung harrten.

An der Stelle des heutigen barocken WohngebĂ€udes lag an der Nordseite der Anlage frĂŒher der Hauptwohnbau, der die gesamte Breite der Hauptburg ausmachte. Ihm gegenĂŒber lagen im SĂŒden vermutlich WirtschaftsgebĂ€ude.

Ab dem Jahr 1362 ist eine Burgkapelle bezeugt.

Literatur

  • Matthias Kordel: Die schönsten Schlösser und Burgen in der Eifel. 1. Auflage. Wartberg Verlag GmbH, Gudensberg-Gleichen 1999. S. 44-45. ISBN 3861344823
  • Michael Losse: Hohe Eifel und Ahrtal. 57 Burgen und Schlösser. Konrad Theiss Verlag GmbH. Stuttgart 2003. S. 62-65. ISBN 3806217750

Weblinks

Commons: Genovevaburg – Bilder, Videos oder Audiodateien


Koordinaten: 50° 19' 34" N 7° 13' 16.59" O

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