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Letzte Änderung für Artikel Burg Rheinstein: 15.02.2006 19:37

Burg Rheinstein

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Burg Rheinstein
Burg Rheinstein

Die heutige Burg Rheinstein - im Laufe ihrer Geschichte hie√ü sie eigentlich Vaitzburg oder Voitsberg (zahlreiche weitere Schreibweisen sind √ľberliefert) - liegt auf einem Felssporn am Rhein zwischen Bingen und Trechtingshausen im oberen Mittelrheintal.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Burg befindet sich auf einem linksrheinisch in das Rheintal ragenden Felssporn 90 m √ľber dem Rhein. Durch die terrassenartige Anlage des Berings √§hnelt sie jedoch einer Hangburg. Die Bauweise erinnert stark an die ein kleines St√ľck rheinaufw√§rts gelegene Burg Ehrenfels auf der rechten Rheinseite.

Geschichte

Burg Rheinstein von S√ľden
Burg Rheinstein von S√ľden

Aufgrund j√ľngster dendrochronologischer Untersuchungen kann der Baubeginn auf 1316/17 angenommen werden. Erste Erw√§hnung als Mainzer Besitz 1323. Wahrscheinlich wurde sie unter dem Mainzer Erzbischof Peter von Aspelt (1306-20) gebaut, um das Wiederaufbauverbot der Ruine Reichenfels - auf Sichtweite rheinabw√§rts gelegen - zu √ľberwachen. Diese war als Raubritternest der Herren von Hohenfels 1286 durch K√∂nig Rudolf von Habsburg zerst√∂rt worden. Nachdem die Hohenfelser - obwohl eigentlich Mainzer Lehnsm√§nner - 1290 die Ruine an Kurpfalz verkauft hatten, war eine Sicherung des Mainzer Territoriums n√∂tig geworden. Eine zweite Ausbauphase folgte um 1330 und wohl auch noch eine dritte im sp√§ten 15. Jahrhundert, obwohl die Burg ihre strategische Bedeutung schon 1344 verlor, weil Kurpfalz zu Gunsten von Mainz auf Reichenstein verzichtete. Ende des 16. Jahrhunderts beginnt unter dem letzten Bewohner mangels wirtschaftlicher Mittel der Verfall. Im pf√§lzischen Erbfolgekrieg war die Burg wohl schon so ruin√∂s, dass die Franzosen hier auf eine Sprengung verzichteten, wie sie bei fast allen anderen Burgen im Tal erfolgte.

1816 fiel die ruinierte Burg dem preu√üischen Baumeister Karl Friedrich Schinkel - die Rheinprovinz war ein Jahr zuvor vom Wiener Kongress Preu√üen unterstellt worden - ins Auge. Dieser entwarf Pl√§ne zum romantisierten Wiederaufbau der Burg, welche Prinz Friedrich Wilhelm Ludwig von Preu√üen 1823 zum Kauf der Burg veranlassten und die, erst von Johann Claudius von Lassaulx 1825 und in seiner Nachfolge 1827 von Wilhelm Kuhn an die W√ľnsche des Prinzen angepasst, umgesetzt wurden. Sie war damit die erste der einst zerst√∂rten Rheinburgen, die wieder aufgebaut wurde. Mit dem Abschluss der Arbeiten im Jahr 1829 erhielt die Burg auch den heute gel√§ufigen Namen Rheinstein. In einer dritten Ausbauphase 1839-44 kamen die Schlosskapelle und das weiter s√ľdlich bergauf gelegene "Schweizerhaus" als G√§stehaus dazu. Schinkel legte beim Wiederaufbau Wert auf Erhaltung der mittelalterlichen Bausubstanz, die sich so zum Teil noch deutlich von den Erg√§nzungen abhebt.

1973 stellte Barbara Prinzessin von Hessen und bei Rhein, Herzogin von Mecklenburg, die Burg zum Verkauf. Hierbei wurde sie von einem aus England stammenden, vorgeblichen K√§ufer get√§uscht, der die leicht beweglichen Teile des Inventars entfernte und verkaufte. Sp√§tere Verk√§ufe der Besitzerin sorgten au√üerdem daf√ľr, dass viele Objekte der urspr√ľnglichen Ausstattung verschwanden. Der schlechte Zustand der Bausubstanz erschwerte den Verkauf erheblich, sogar das Land Rheinland-Pfalz lehnte, trotz Empfehlung des Denkmalamtes, aufgrund der zu hohen Instandsetzungskosten ab. 1975 schlie√ülich erwarb der Operns√§nger Hermann Hecher die Anlage und setzte sie Mithilfe eines F√∂rdervereins und des Landesamts f√ľr Denkmalpflege im Laufe der Jahre wieder instand.

Heutzutage

Die Burg ist heute weitestgehend instandgesetzt. Sie befindet sich im Privatbesitz, ist aber zu regelm√§√üigen √Ėffnungszeiten entgeltlich der √Ėffentlichkeit zug√§nglich. Besonders sehenswert sind die zum gro√üen Teil rekonstruierten Architekturmalereien sowie die restaurierten Glasfenster aus dem 14. bis 17. Jahrhundert. Auf der Burg befindet sich ein Gastronomiebetrieb, und es k√∂nnen Zimmer und Ferienwohnungen auf der Burg gemietet werden.

Veranstaltungen

Literatur

  • Joachim Glatz: Trechtingshausen, Burg Rheinstein. Regensburg:Schnell und Steiner (Kleine Kunstf√ľhrer 2538)

Weblinks

Commons: Burg Rheinstein ‚Äď Bilder, Videos oder Audiodateien

Siehe auch: Liste der Burgen und Schlösser

Wikipedia

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