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Letzte Änderung für Artikel Burg Kerpen (Eifel): 18.02.2006 04:51

Burg Kerpen (Eifel)

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Burg Kerpen
Burg Kerpen

In 500 Meter Höhe thront auf einem Dolomitsporn ĂŒber dem Eifelort Kerpen in Rheinland-Pfalz die Burg Kerpen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die genauen AnfÀnge der Burg Kerpen liegen im Dunkel der Geschichte. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass es sich bei ihrem Erbauer um den 1136 erstmals urkundlich erwÀhnten Sigibertus de Kerpene oder dessen Sohn Heinrich I. ( 1142 - 1177 ) handelt. Ein genaues Baudatum kann bisher jedoch nicht genannt werden.

1265 trug Theorderich II. von Kerpen die Burg dem Kölner Erzbischof Engelbert II. von Falkenburg zu Lehen auf. Der Besitz wurde spÀter zwischen ihm und seinem Bruder Wilhelm II. geteilt.

1299 wurde ein Theoderich III. als Herr von Kerpen erwĂ€hnt. Dessen Söhne begrĂŒndeten spĂ€ter die drei Familienlinien Kerpen-Linster, Kerpen-Mörsdorf und Kerpen-Illingen Litauen Litauen , die jeweils anteilig Eigner der Stammburg blieben und sie somit zur Ganerbenburg machten.

Im Jahr 1346 verkaufte Konrad von Kerpen-Mörsdorf seinen Teil an der Burg an seinen Vetter Wilhelm II. von Sombreff, der 1448 noch einen weiteren Anteil erwarb. Zusammen mit seinem familiÀren Erbteil wurde Wilhelm somit zum Alleinbesitzer der Anlage. Nach seinem Tod begann eine Geschichte von fortwÀhrenden Besitzstreitigkeiten um die Burg Kerpen, die mehr als 200 Jahre andauern sollten.

Wilhelms Sohn Friedrich starb kinderlos, so dass die Burg an seine Schwester Margarete fiel. Durch ihre Heirat mit Graf Dietrich von Manderscheid-Schleiden kam die Burg in den Besitz des gleichnamigen Grafengeschlechts. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts ließ Dietrich IV. von Manderscheid-Schleiden eine Burgkapelle im gotischen Stil errichten. Als er 1593 kinderlos starb, nutzte sein Schwager Philipp von der Mark die Gunst der Stunde und ließ Burg Kerpen von seinen Getreuen besetzen, um BesitzansprĂŒche an der Anlage anzumelden. Der Streit zwischen ihm und der Witwe Philipps endete 1611 in einem Vergleich, in dessen Zuge er Kerpen der Witwe abkaufte.

Doch den Besitzstreitigkeiten war damit keineswegs ein Ende gesetzt. So versuchte der damalige Graf von Löwenstein-Wertheim im Jahr 1653 ebenfalls durch Besetzung der Burg seinem Anspruch auf Eigentum Nachdruck zu verleihen. Erst 1674 wurde dem Streit der verschiedenen Adelsfamilien um Kerpen ein Ende bereitet, indem das Reichskammergericht zu Speyer die Herrschaft Kerpen samt Burg in einem Urteil der Herzogin von Arenberg zusprach. Die Arenberger blieben bis 1749 Besitzer, doch die anfÀnglich von ihnen angedachten PlÀne, die Burg in ein Schloss umgestalten zu lassen, verwirklichten sie nie.

Im Zuge der Reunionskriege wurden einige GebÀude der Anlage 1682 von französischen Truppen zerstört. WÀhrend des 30jÀhriger Krieges sprengten Soldaten der französischen Armee unter General Bouffleurs Burg und Dorf und machten sie dem Erdboden gleich.

Nach dem Einmarsch unter Napoléon war das Rheinland ein zweites Mal in der Hand der Franzosen, und die französische Verwaltung verkaufte die Ruine 1803 auf Abbruch an die Gemeinde.

1893 nahm sich Johann Heinrich DĂŒn der heruntergekommenen Anlage an. Er ließ sie von Schutt befreien, baute das heutige Wohnhaus und setzte dem Bergfried einen neuen Zinnenkranz auf.

Anfang des 20. Jahrhunderts kaufte der Eifelmaler Fritz von Wille die Burg und ließ dringende Sicherungs- und Ausbesserungsarbeiten vornehmen. Als der KĂŒnstler 1941 verstarb, wurde er auf dem BurggelĂ€nde beigesetzt. Noch im gleichen Jahr kaufte die Firma DEMAG die Burg, um sie als Schulungsheim zu nutzen. In den 50er Jahren folgten dann durch sie weitere Sicherungs- sowie Um- und Ausbaumaßnahmen.

Seit 1969 ist die Burg Kerpen nun Eigentum des Kreises Neuss , der es als Landschulheim nutzt. Die Außenanlagen und die Kapelle sind zur Besichtigung freigegeben.

Bauliche Beschreibung

Burg Kerpen ist eine dreiterrassige Spornanlage, die im Norden durch einen etwa 15 Meter breiten Halsgraben zum Berg hin gesichert ist. Der zinnenbewehrte, 23 Meter hohe Bergfried steht auf der ersten, am höchsten gelegenen Terrasse. In seinem obersten Geschoss befand sich frĂŒher ein Verließ.

Auf der mittleren Terrasse standen frĂŒher Neben- und WirtschaftsgebĂ€ude, die heute nicht mehr existieren. Einziges Relikt aus der mittelalterlichen Zeit ist der 35 Meter tiefe Brunnen in einem Rondellbau.

Die unterste Terrasse ist von einer Umfassungsmauer umgeben, die von starken Pfeilern gestĂŒtzt wird. Sie beherbergte noch im 17. Jahrhundert einige Neben- und BurgmannenhĂ€user, ehe diese 1682 von französischen Truppen zerstört wurden.

Galerie

Literatur

  • Olaf Wagner: Burg Kerpen. Beitrag in: Hohe Eifel und Ahrtal (Michael Losse (Autor), Joachim Zeune (Hrsg.)). Konrad Theiss Verlag GmbH, Stuttgart 2003. S. 82-85.


Koordinaten: 50° 18' 40" N 6° 43' 57.43" O

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