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Letzte Änderung für Artikel Wormser Dom: 14.02.2006 12:03

Wormser Dom

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Dom St. Peter zu Worms
Dom St. Peter zu Worms
Seitenansicht
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Der Dom St. Peter in Worms ist der kleinste der drei rheinischen Kaiserdome . Der Wormser Dom ist steiler und schlanker konzipiert als die Dome in Speyer und Mainz.

Inhaltsverzeichnis

Stellenwert des Wormser Doms

Der Wormser Dom, auf dem h√∂chsten Punkt der Wormser Innenstadt gelegen, ist das bedeutendste Bauwerk der Wormser Romanik und eng mit dem Namen Bischof Burchards und der Bl√ľtezeit der Wormser Stadtgeschichte w√§hrend des 12. und 13. Jahrhunderts verbunden.

Große Ereignisse, die im Zusammenhang mit dem Dom standen, waren unter Anderem die Papstwahl (Leo IX.) im Jahr 1048, das Wormser Konkordat im Jahr 1122, mit dem der Investiturstreit beendet wurde; der Reichstag zu Worms (1521), während dem sich Martin Luther vor Kaiser Karl V. verantworten musste, was den Bruch in der abendländischen Kirche zur Folge hatte.

Heute ist der Dom eine katholische Pfarrkirche, die 1925 durch den Papst zur ‚Äě Basilica minor ‚Äú erhoben wurde. Dieser p√§pstliche Ehrentitel soll die Bedeutung einer Kirche f√ľr das Umland hervorheben.

Der Dom wurde 1130 bis 1181 erbaut, wobei parallel zum Neubau der Abriss einer fr√ľhromanischen Basilika aus dem ersten Viertel des 11. Jahrhunderts erfolgte.

Geschichte

Vorgeschichte des Doms

Der Wormser Dom steht auf dem h√∂chsten H√ľgel der Stadt. Da dieser H√ľgel vor Hochwassern sicher war, lie√üen sich dort seit dem dritten vorchristlichen Jahrtausend Menschen nieder. Auf die Kelten folgte der germanische Stamm der Vahgionen. An sie erinnert noch der Name Wonnegau" f√ľr den Wormser Raum. Sie wurden bald von den R√∂mern unterworfen, die auf dem H√ľgel ein Verwaltungszentrum und einen Tempelbezirk errichtete. Es war der Mittelpunkt einer recht Provinzstadt, die eine Fl√§che von einem Quadratkilometer einnahm. Der Niedergang des r√∂mischen Reiches erfasste im Jahr 401 auch Worms, als die r√∂mischen Garnisonstruppen abzogen. Zw√∂lf Jahre sp√§ter lie√üen sich die Burgunder in Worms nieder, sie wurden von den R√∂mern angesiedelt mit der Aufgabe, die Grenzen des Reiches zu sichern. Als sie jedoch versuchten, die r√∂mische Oberherrschaft abzusch√ľtteln, wurden sie 435 in einer Schlacht von den R√∂mern geschlagen. Ein Jahr sp√§ter brachen die Hunnen in die Rheinebene herein und vernichteten den gr√∂√üten Teil des burgundischen Volkes.

Erster Kirchenbau unter Brunichildis

Nach der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern dr√§ngten die Franken in die Rheinebene und √ľbernahmen die Macht im Wormser Raum. Gleichzeitig breitete sich das Christentum aus. Als das Frankenreich der Merowinger in drei Teile zerfiel geh√∂rte Worms zu Austrasien . Nachdem die Herrscher von Austrasien und Neustrien Schwestern geheiratet hatten, brach ein Familienkrieg aus, dem die beiden K√∂nige und eine der beiden Schwestern zum Opfer fielen. Die √ľberlebende austrasische K√∂nigswitwe Brunichildis residierte um 600 in Worms. Sie und ihr Nachfolger Dagobert I. lie√üen eine Kirche auf den Grundmauern des r√∂mischen Forums errichten. Diese Kirche gilt als der Vorl√§ufer des Doms.

Dombau unter Bischof Burchard von Worms

Berthulf war 614 der erste √ľberlieferte Wormser Bischof. Grundlegend neu gebaut in den heutigen Gr√∂√üenma√üen wurde der Dom unter Bischof Burchard von Worms ab 1005. Burchard wurde im Jahr 1000 Bischof von Worms. Er war der Meinung, dass die vorhandene Kirche nicht gro√ü genug war. Ihm gelang es, die Salier zur Aufgabe ihrer Burg zu bewegen. Die Kirche lie√ü er ebenfalls abrei√üen und den Dom beginnen, der noch heute die Konturen der Planung des 11. Jahrhunderts tr√§gt: Eine kreuzf√∂rmige Basilika mit zwei halbrunden Ch√∂ren, die in Ost-West-Richtung errichtet wurde. Bereits im Jahr 1018 konnte der Dom in Anwesenheit des Kaisers geweiht werden, doch st√ľrzte der westliche Bauk√∂rper bereits zwei Jahre sp√§ter ein und musste erneuert werden. Der Kirchenraum hatte eine flache Holzdecke. Nach Burchards Lebensbeschreibung aus der Zeit um 1030 / 1040 war der Wormser Dom prunkvoll ausgestattet. So ist von S√§ulen mit vergoldeten Kapitellen die Rede.

Im Jahr 1110 wurde der Dom zum zweiten Mal geweiht. Möglicherweise waren größere Schäden aufgetreten, die beseitigt werden mussten und mit einer erneuten Weihe abgeschlossen wurden. Der Neubau im 12. Jahrhundert entspricht im Wesentlichen dem heutige Dom.

Erweiterungsbauten unter Johannes von Dalberg

Etwa einhundert Jahre nach der dritten Weihe wurde mit der Umgestaltung der Nikolauskapelle begonnen. Ein neues S√ľdportal wurde eingebaut, √∂stlich davon zwei weitere Kapellen, die St. Anna- und die St. Georgskapelle. Als im Jahr 1429 ein Teil des Nordwestturmes einst√ľrzte, wurde der Dom im sp√§tgotischem Stil wieder aufgebaut. Im √∂stlichen Teil des n√∂rdlichen Seitenschiffes entstand eine √Ągidiuskapelle. Gegen Ende des Jahrhunderts wurde unter Bischof Johannes von Dalberg der Kreuzgang westlich der Nikolauskapelle errichtet.

Reformation

Die Bedeutung des Bistums und des Doms zu Worms nahm zur Zeit des Reichstags von Worms im Jahr 1521 st√§ndig ab. Kurz nach dem Reichstag traten einige Wormser Kirchengemeinden zu der Lehre Martin Luthers √ľber. Im Jahr 1556 folgten alle Pfarreien auf kurpf√§lzischem Boden.

Dreißigjähriger Krieg

Wärhend des Dreißigjährigen Kriegs hielten schwedische Truppen die Stadt von 1632 bis 1635 besetzt und im Dom hielt ein protestantischer Prediger Gottesdienste ab.

Pfälzischer Erbfolgekrieg

Im Pf√§lzischen Erbfolgekrieg verw√ľsteten franz√∂sische Truppen Heidelberg, Mannheim, Speyer und Worms. Kirchen wurden gepl√ľndert, doch die Versuche, den Dom zu sprengen, misslangen, allerdings brannte er v√∂llig aus. Aus diesem Grund ist die Inneneinrichtung des Wormser Doms in barockem Stil.

Französische Revolution

Der Wiederaufbau des Doms wurde von den Truppen der französischen Revolution zunichte gemacht. Ende des Jahres 1792 wurden Speyer, Worms, Mainz und Frankfurt von den Revolutionstruppen erobert. Der Dom diente jetzt als Pferdestall und Lagerhalle. Zwischen 1818 und 1830 wurde der Kreuzgang abgerissen und seine Steine versteigert.

Renovierung

Erst im Jahr 1886 begann eine gr√ľndliche Renovierung des Wormser Doms. Der Westchor musste auf Grund statischer M√§ngel von den Grundmauern auf erneuert werden. Die umfangreiche Renovierung war erst im Jahr 1935 abgeschlossen betrachtet. Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Dom durch einen Fliegerangriff erheblich besch√§digt, wobei die Innenausstattung allerdings nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen die farbigen Glasfenster von Heinz Hindorf in der Marienkapelle dazu, mit einem Marienleben und den 14 Nothelfern und das fertig gestellte Geschichtsfenster. In 20 Szenen wird die Wormser Bistumsgeschichte dargestellt vom ersten angenommenen Bischof Victor 345 bis zur Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg.

Architektur

Der Wormser Dom ist eine doppelch√∂rige Pfeilerbasilika im gebundenen System mit einem Querschiff . Ein Zentralturm befindet sich auf der Vierung , ein weiterer auf dem westlichen Chor. Beide Choranlagen sind flankiert mit je zwei runden Treppent√ľrmen. Das Langhaus ist verschieden eingew√∂lbt. Im Hauptschiff befindet sich ein Kreuzrippengew√∂lbe , in den Seitenschiffen ein Kreuzgratgew√∂lbe . Die Apsis am westlichen Chor hat die Form eines Achtecks und ist mit verschiedenen Rosettenfenstern versehen.

Der Dom als Grablege

Vier Saliergr√§ber waren bereits im Altarraum des fr√§nkischen Domes vorhanden und wurden √ľberbaut; f√ľnf weitere folgten bis zum Jahre 1046. Es handelt sich um Vorfahren und Angeh√∂rige von Kaiser Konrad II.:

  1. Konrad der Rote, Herzog von Lothringen (Urgroßvater) +955,
  2. Judith, Herzogin von Kärnten (Großmutter) +991,
  3. Heinrich, Graf im Speyergau (Vater) + 990/991,
  4. Judith (Schwester) +998,
  5. Konrad I., Herzog von Kärnten (Onkel) +1011
  6. dessen Gemahlin Mathilde +1031/32,
  7. Mathilde (Tochter) +1034 (1046 nach Worms √ľberf√ľhrt),
  8. Konrad II., Herzog von Kärnten (Cousin, Sohn von Konrad I.) +1039,
  9. Bischof Azecho, Nachfolger Bischof Burchards, +1044.

Die Sarkophage stehen seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts in einer eigens daf√ľr geschaffenen, zug√§nglichen Gruft.

Weil das Fu√übodenniveau des Querhauses und des Ostchores √ľber sechs Meter aus dem Erdreich herausragt, muss man davon ausgehen, dass eine Krypta vorhanden war.

Nikolauskapelle

Es gibt Hinweise auf Nikolausreliquien, die angeblich von Kaiserin Theophanu aus Byzanz anl√§sslich ihrer Hochzeit mit Kaiser Otto II . im Jahre 972 gestiftet wurden. In dieser Zeit, als Bischof Nikolaus noch in Myra bestattet war, verbreitete sich die Nikolausverehrung im Abendland. Im Jahr 1058 wurde eine kleine Nikolauskapelle an das s√ľdliche Seitenschiff angebaut.

Zwischen 1280 und 1315 entstand die heutige Nikolauskapelle. Die urspr√ľnglichen Reliquien sind bei den Zerst√∂rungen im Pf√§lzischen Erbfolgekrieg verlorengegangen. Zu Ende des 20. Jahrhunderts konnte dann eine neue Nikolausreliquie beschafft werden. Die Nikolauskapelle dient jetzt als Taufkapelle des Doms.

Hochaltar

Altar von Johann Balthasar Neumann
Altar von Johann Balthasar Neumann

Kurerzbischof Franz-Ludwig von Pfalz-Neuburg hinterlie√ü in seinem Testament gen√ľgend Geld, um einen neuen Hochaltar bauen zu lassen. Sein Nachfolger, Kurerzbischof Franz-Georg von Sch√∂nborn, bat seinen Bruder Friedrich, den Bischof von W√ľrzburg, ihm den Baumeister Johann Balthasar Neumann zur Verf√ľgung zu stellen. Dieser schuf den neue Hochaltar aus vergoldetem Holz und verschieden farbigem Marmor.

Erweiterungsbauten

Um 1300 entstand unter dem Einfluss der Stra√üburger M√ľnsterbauh√ľtte das gotische S√ľdportal mit seinem reichen Figurenzyklus und die anschlie√üende Nikolauskapelle. Unter Bischof Johann von Dalberg (1482 ‚Äď 1503) wurde der Domkreuzgang in sp√§tgotischen Formen neu errichtet und mit Sandsteinreliefs ausgeschm√ľckt.

Zerstörung und Wiederaufbau

Im Pf√§lzischen Erbfolgekrieg wurde der Dom innen total zerst√∂rt. In den folgenden Jahrzehnten wurde eine neue, barocke Innenausstattung geschaffen mit barocken Alt√§ren und Chorgest√ľhl. Am auff√§lligsten ist der Hochaltar von Balthasar Neumann . Die Seitenalt√§re von Johann Peter J√§ger entstanden zwischen 1759 und 1751. in den Jahren von 1755 bis 1759 wurde das Chorgest√ľhl von Franz Anton Hermann im Rokokostil geschaffen.

Der Königinnenstreit

Der K√∂niginnenstreit ist eine Episode aus der Nibelungensage , die am Portal des Wormser Doms spielt. Die Rivalinnen Br√ľnhild und Kriemhild streiten sich, welcher ihrer Ehem√§nner rangm√§√üig die h√∂here Stellung einnimmt und welche von den beiden K√∂niginnen demzufolge als Rangh√∂here zuerst den Dom betreten darf.

Die Autoren de Nibelungenlieds benutzten den Wormser Dom als Kulisse f√ľr eine Handlung, der nicht historisch ist. Das im Nibelungenlied erw√§hnten Portal befand sich auf der Nordseite des Doms und war bis zu der Zerst√∂rung im Jahr 1689 wesentlich aufwendiger gestaltet.

Literatur

  • Siegfried Englert : Der Dom zu Worms. Domf√ľhrer

Weblinks

Wikipedia

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