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Letzte Änderung für Artikel Mainzer Dom: 24.01.2006 12:01

Mainzer Dom

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Der Mainzer Dom von SĂŒdwesten. Blick auf den Westturm mit der barocken Haube des Franz Michael Neumann. Links die beiden TreppentĂŒrmchen, die den Chor einrahmen. Zwischen den TĂŒrmen das Reiterstandbild des Heiligen Martin.
Der Mainzer Dom von SĂŒdwesten. Blick auf den Westturm mit der barocken Haube des Franz Michael Neumann. Links die beiden TreppentĂŒrmchen, die den Chor einrahmen. Zwischen den TĂŒrmen das Reiterstandbild des Heiligen Martin.
Grundriss des Mainzer Doms. Orientierung: "Oben" ist SĂŒden. Deutlich zu erkennen ist die Konzeption als Doppelchoranlage. Dort wo der Kreuzgang im Westen wieder an die Kathedrale angrenzt, befindet sich die Memorienkapelle. Um den Westchor ist die gotische Sakristei herumgebaut. Ganz unten im Norden ist der Grundriss der Gotthardkapelle miteingezeichnet.
Grundriss des Mainzer Doms. Orientierung: "Oben" ist SĂŒden. Deutlich zu erkennen ist die Konzeption als Doppelchoranlage. Dort wo der Kreuzgang im Westen wieder an die Kathedrale angrenzt, befindet sich die Memorienkapelle. Um den Westchor ist die gotische Sakristei herumgebaut. Ganz unten im Norden ist der Grundriss der Gotthardkapelle miteingezeichnet.

Der Hohe Dom zu Mainz ist die Bischofskirche der Diözese Mainz und steht unter dem Patrozinium des heiligen Martin von Tours . Der Ostchor ist dem Hl. Stephan geweiht. Der zu den Kaiserdomen zÀhlende Bau ist in seiner heutigen Form eine dreischiffige romanische SÀulenbasilika, die in ihren Anbauten sowohl gotische als auch barocke Elemente aufweist.

Inhaltsverzeichnis

Architektur und bauhistorische Entwicklung

Siehe auch: Verzeichnis der nachweislich am Dom tĂ€tig gewesenen Meister und KĂŒnstler

Der Willigis-Bardo-Bau

Motivation

Vermutlich kurz nach 975 veranlasste der damalige Erzbischof Willigis (zugleich Erzkanzler des Reiches) den Bau eines neuen Domes in ottonischen Formen. Möglicherweise begann Willigis den Bau auch erst gegen 998 mit dem Motiv, sich das Krönungsrecht fĂŒr den Römisch-deutschen König zu erhalten. Gesichert ist dies jedoch nicht. Zweifelhaft an dieser Theorie wĂ€re unter anderem die dann nur noch extrem kurze Zeit bis zur Vollendung des Baus.

Auch wenn diese Theorie nicht mehr bewiesen werden kann, so kann jedoch mit Sicherheit gesagt werden, dass pastorale ErwĂ€gungen dem Dombau nicht zugrunde lagen. Zur Amtszeit des Willigis, der zuvor am Hofe Ottos I. gedient hatte und der neben seiner Funktion als Erzbischof auch Reichserzkanzler des Heiligen Römischen Reiches war, prosperierte die Stadt Mainz zwar wegen ihrer neuen Bedeutung als Residenz des wichtigsten ReichsfĂŒrsten und Politikers, sie hatte dennoch nur wenige tausend Einwohner, die alle im neuen Dom Platz gefunden hĂ€tten. Der neue Dom sollte also nicht in erster Linie den GlĂ€ubigen dienen, sondern Staatsdom und damit architektonisches Symbol des Imperiums im sich allmĂ€hlich erst endgĂŒltig konstituierenden Reich sein. Er sollte die Bedeutung der Mainzer Kirche als zweites Rom erkennbar machen.

AusfĂŒhrung

Wandaufriss des Langhauses. Blick auf die vorderen drei Joche. Deutlich zu erkennen sind die Blendarkaden, deren Bögen nicht ĂŒber die Fenster ragen wie in Speyer, sondern unterhalb der Fenster enden. In den Bögen die Darstellung der Lebensgeschichte Jesu im Stil der Nazarener zw. 1859 und 1864 von Philipp Veit gefertigt.
Wandaufriss des Langhauses. Blick auf die vorderen drei Joche. Deutlich zu erkennen sind die Blendarkaden, deren Bögen nicht ĂŒber die Fenster ragen wie in Speyer, sondern unterhalb der Fenster enden. In den Bögen die Darstellung der Lebensgeschichte Jesu im Stil der Nazarener zw. 1859 und 1864 von Philipp Veit gefertigt.

Der Bau des Willigis war bereits als Doppelchoranlage mit zwei QuerhĂ€usern und sechs TĂŒrmen verwirklicht. Er besaß wegen seiner GrĂ¶ĂŸe noch kein Gewölbe und war als dreischiffige SĂ€ulenbasilika in der Form eines lateinischen Kreuzes ausgefĂŒhrt. Der Untergrund war wegen der damals noch gegebenen NĂ€he zum Rhein von sumpfiger Beschaffenheit, was im Laufe der Jahrhunderte zu Problemen mit den Fundamenten fĂŒhrte.

Trotz diversen An- und Umbauten hat sich diese Grundform des Doms bis heute erhalten. Nach Osten hin vorgelagert und mit ihm durch einen SĂ€ulengang verbunden war dem Dom eine kleine selbststĂ€ndige Marienkirche, aus der sich im Laufe der Zeit die große Stiftskirche St. Mariagreden (Liebfrauenkirche) entwickelte. Der neue Dom wurde dort erbaut, wo sich vermutlich in römischer Zeit der Tempelbezirk befunden hatten. Er löste vermutlich die benachbarte St. Johanniskirche als Domkirche ab. EndgĂŒltig geklĂ€rt ist die Funktion der Johanniskirche als Domkirche jedoch nicht. Ohnehin war das vor der Stadt gelegene Klosterkirche St. Alban zu diesem Zeitpunkt bereits seit fast zwei Jahrhunderten die bedeutendste Kirche des Erzbistums. Dort fanden, da die Kirche mit etwa 75 m LĂ€nge fĂŒr die damalige Zeit erstaunlich groß war, alle wichtigen Synoden und Versammlungen statt. Auch die Mainzer Erzbischöfe wurden damals zumeist dort begraben.

Die farbliche Gestaltung des Domes zu jener Zeit ist auch heute noch ein großes Forschungsgebiet des jeweiligen Domkonservators. Erst bei der Renovierung des Ostbaus, der heute noch viele Bestandteile der ursprĂŒnglichen Baus enthĂ€lt, wurden 2002 Funde gemacht, die auf das Aussehen des Domes vor den Umbauten Kaiser Heinrichs IV. schließen lassen. Danach war der Dom damals außen weiß verputzt, wobei Lisenen und Gesimse aus rotem und gelben Sandstein nicht verputzt waren. Das Innere wurde vermutlich erst in der Mitte des 11. Jahrhunderts unter Erzbischof Bardo geweißt. Das damalige Innere entspricht jedoch zumeist nicht mehr dem heutigen Baubestand (siehe unten).

Von der spÀteren Farbgestaltung im spÀten Mittelalter ist meist nichts bekannt. Es ist jedoch möglich, dass wÀhrend weiteren Sanierungsarbeiten Nachweise gefunden werden. Genauer bekannt ist erst wieder die Farbgestaltung des Barock und des 19. Jh. (siehe dort).

Doppelchoranlage

Der Sinn bzw. die Idee, die hinter der Bauform des Domes mit Doppelchor steckt, ist bisweilen umstritten. FrĂŒher wurde hĂ€ufig angenommen, die beiden gegenĂŒberliegenden Chöre dienten der Versinnbildlichung von sacerdotium im Westen und imperium im Osten, also geistlicher (verkörpert durch den Bischof) und weltlicher (verkörpert durch den König) Gewalt. Diese These ist jedoch nicht belegbar. In neueren Schriften wird daher angenommen, dass die Konzeption der Doppelchoranlage liturgische GrĂŒnde hatte. Sie ermöglichte feierliche Prozessionen zwischen den beiden Chören. ZunĂ€chst wurden beide Chöre gleichwertig nebeneinander genutzt. SpĂ€ter diente der Ostchor meist als Ort fĂŒr die Messen der Dompfarrei, der Westchor (Hauptchor) als Bischofschor fĂŒr die PontifikalĂ€mter . Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Ostchor jedoch immer weniger genutzt. Heute finden dort die Stundengebete des Domkapitels statt.

Hauptchor im Westen

Im Gegensatz zu den meisten Kirchenbauten jener Zeit, deren Hauptchor stets gen Osten gerichtet war, ließ Willigis seinen Dombau westwĂ€rts gerichtet erbauen, wie dies auch bei den großen Kathedralen Roms der Fall war. Überhaupt wies der Willigisbau durch das Atrium mit der vorgelagerten Kirche und den ArkadengĂ€ngen sowie dem weit ausladenden Querhaus im Westen große Ähnlichkeiten mit Alt-St. Peter in Rom auf und tatsĂ€chlich lag es wohl in der Absicht des machtbewussten Willigis, durch diese Reminiszenz einen eigenen Machtanspruch zu begrĂŒnden. Gegen Ende des ersten Jahrtausends waren die VerhĂ€ltnisse im Reich nĂ€mlich noch keineswegs so festgefĂŒgt wie dies im Hochmittelalter allmĂ€hlich der Fall wurde. Am 29. August 1009 , dem Tag der Weihe (andere Quellen sprechen vom 28. August), wurde der Bau durch einen Brand zerstört. UrsĂ€chlich war vermutlich die Festillumination des Domes anlĂ€sslich des Weihetages. Zu solchen AnlĂ€ssen wurden Kirchen im Mittelalter hĂ€ufig mit Fackeln beleuchtet.

Unter den beiden unmittelbaren Nachfolgern des Willigis, Erkanbald und Aribo , blieb der ruinierte Dom eine Baustelle. Erst Erzbischof Bardo ( 1031 - 1051 ) konnte das Werk seines VorgĂ€ngers vollenden, so dass der Dom am 10. November 1036 in Gegenwart von Kaiser Konrad II. eingeweiht wurde. Nicht wieder aufgebaut wurden die zur Marienkirche fĂŒhrenden offenen SĂ€ulengĂ€nge. Aribo war der erste im Mainzer Dom begrabene Erzbischof, sein Grab fand er im Westchor des noch nicht vollendeten Domes. Vor dem Dombau hatten die Erzbischöfe die damals ĂŒberregional bedeutende große Klosterkirche St. Alban vor den Toren der Stadt als Grablege bevorzugt. Willigis war in seinem zweiten Kirchenbau, der Stephanskirche, begraben worden.

Der Ostchor Kaiser Heinrichs IV.

Ostchor und Ostquerhaus des Mainzer Doms. Dreiturmfassade wie in Worms, Speyer und Maria Laach. Querhaus und die unteren Geschosse der FlankentĂŒrme sind Reste des Willigis-Baus.
Ostchor und Ostquerhaus des Mainzer Doms. Dreiturmfassade wie in Worms, Speyer und Maria Laach . Querhaus und die unteren Geschosse der FlankentĂŒrme sind Reste des Willigis-Baus.

Von großer Bedeutung fĂŒr die Baugeschichte des Mainzer Doms ist die Förderung durch Kaiser Heinrich IV. Anlass war der Brand von 1081 , bei dem der Dom abermals schwer beschĂ€digt wurde. Heinrich IV., der zuvor auch schon den Dom zu Speyer hatte umbauen lassen, begann um 1100 mit dem Aufbau des zerstörten Domes. Er ließ statt des zuvor flachen Chorabschluss im Osten eine Apsis mit großen Blendarkaden und einer Zwerggalerie errichten, Ă€hnlich der des Speyerer Doms, und ersetzte den vermutlich quadratischen Turm des Willigis-Bardo Baus durch eine achteckige Kuppel. In den neuen Ostchor ließ der Kaiser eine dreischiffige Hallenkrypta einsetzen, die sich vom Stil her vermutlich ebenfalls an die Krypta des Speyerer Doms anlehnte. Diese wurde jedoch wohl schon wĂ€hrend der Bauphase, spĂ€testens aber 1230 zugunsten eines durchgĂ€ngigen Bodenniveaus wieder abgebrochen. Außerdem wurde unter Kaiser Heinrich IV. das östliche Querschiff erhöht und neben die Apsis zwei große SĂ€ulenstufenportale eingebaut, die zu den Ă€ltesten ihrer Art gehören. Als der Kaiser und Geldgeber 1106 starb, blieben viele Arbeiten unvollendet. Zu erkennen ist dies noch heute: WĂ€hrend das sĂŒdliche Portal prĂ€chtig ausgestaltete Kapitelle mit reichem Figurenschmuck besitzt, blieben die Kapitelle des Nordportals und der Zwerggalerie zum großen Teil bis heute unvollendet. Nach dem Ausbleiben der kaiserlichen Förderung waren die AusfĂŒhrenden – Steinmetze aus der Lombardei – weitergezogen. Der Tod des Kaisers verleitete seinen Biographen zu prosaischen Wehklagen, die deutlich machen, was des Kaisers Ableben fĂŒr den Mainzer Dom bedeutete („Heu Mogontia, quantum decus perdidisti, quae ad reparandam monasterii tui ruinam talem artificem amisisti! Si superstes esset, dum operi monasterii tui, quod inceperat, extremam manum imponeret, nimirum illud illi famoso Spirensi monatreio contenderet“ - Wehe Mainz, welche Zierde, welchen KĂŒnstler zur Wiederherstellung deiner ruinösen MĂŒnsterkirche hast du verloren! Wenn er so lange am Leben geblieben wĂ€re, bis er letzte Hand an den von ihm begonnen Dombau gelegt hĂ€tte, so hĂ€tte dieser unstreitig mit dem berĂŒhmten Speyerer Dom wetteifern können). Weil mit Heinrich IV. ein Kaiser am Dombau gewirkt hatte, gehört der Mainzer Dom zusammen mit dem Wormser Dom und dem Dom zu Speyer zu den drei rheinischen Kaiserdomen .

Die Entstehung des heutigen Langhauses

Blick ins Hauptschiff und den Westchor
Blick ins Hauptschiff und den Westchor

Die weiteren Bauarbeiten am Dom wurden danach von den Erzbischöfen fortgesetzt. Das Ausbleiben der kaiserlichen Förderung bewirkte jedoch, dass das Langhaus nicht die QualitĂ€t erreichte wie der Ostchor. FĂŒr diesen hatte der Kaiser hochwertigen Sandstein aus dem Spessart und dem Haardttal heranschaffen lassen, der auch fĂŒr den Speyerer Dom und die Klosterkirche Limburg an der Haardt verwendet worden war. Nun wurde auf Muschelkalk aus den nahegelegenen Weisenauer SteinbrĂŒchen zurĂŒckgegriffen. Unklar ist jedoch, wann genau mit dem Langhaus begonnen wurde.

Erzbischof Adalbert I. von SaarbrĂŒcken ( 1110 - 1137 ) ließ die romanische Doppelstockkapelle, die Gotthard-Kapelle, als Palastkapelle der Erzbischöfe neben dem Dom errichten. Da die Gewölbeformen dieser Kapelle denen des Langhauses Ă€hneln, ist es möglich, dass Adalbert auch mit dem neuen Langhaus begann, das das Langhaus des Willigis ersetzte. Die Quellen sprechen von einem prachtvollen „tectum“, wobei dies Gewölbe oder Dach bedeuten kann.

Bei der Konzeption des Langhauses orientierten sich die Baumeister wiederum am Dom zu Speyer, welcher als erster Großgewölbebau jenseits der Alpen das Vorbild fĂŒr romanische Architektur in Deutschland bildete. Eine exakte Kopie konnte das Mittelschiff jedoch nicht werden, weil man sich beim Bau an den Vorgaben des einzubeziehenden Ostchors bezĂŒglich der Höhe richten musste. Das Mittelschiff wurde daher im Vergleich zum Vorbild des Speyerer Doms erheblich niedriger ausgefĂŒhrt, nĂ€mlich mit 28 m statt 33 m, nun aber als Pfeilerbasilika. Die Fenster des Obergadens mussten deshalb paarweise zusammengerĂŒckt werden. Daher war es nicht möglich, die großen Blendbögen wie im Speyerer Dom um die Fenster zu fĂŒhren. Im Mainzer Dom enden sie unterhalb der Fenster und schaffen so einen dreizonigen Wandaufriss, was damals ein Novum war.

Insgesamt wurde das gesamte Langhaus in eher schlichter Weise ausgefĂŒhrt. Auf großartige Bauzier wie in Speyer wurde verzichtet. Die ursprĂŒnglichen Außenmauern waren wahrscheinlich ebenfalls funktional ausgefĂŒhrt. Sie verschwanden fast vollstĂ€ndig, nachdem ab 1279 gotische Seitenkapellen angefĂŒgt wurden.

Am Langhaus wurde praktisch das ganze 12. Jahrhundert mehr oder weniger intensiv gebaut. Die letzte Bauphase war die Zeit um das Jahr 1200, als der Dom auch das fĂŒr die Zeit der Romanik eher unĂŒbliche Kreuzrippengewölbe statt eines Kreuzgratgewölbes erhielt.

Der Westbau

Erst wĂ€hrend dieser letzten Phase entschloss man sich auch offenbar, den alten Westbau des Willigis zu ersetzen. Die AusfĂŒhrung erfolgte ganz im Stile der niederrheinischen SpĂ€tromanik, wĂ€hrend der Ostbau im Stile der oberrheinischen Hochromanik gehalten war. Zu erkennen ist dies vor allem an den sehr fein gestalteten und kĂŒnstlerisch weit entwickelten Kapitellen und einer reicheren Verwendung von Baudekor, die im Laufe der Zeit den strengen Formen der Hochromanik Platz gemacht hatte.

Um den neuen Westbau einwölben zu können, wurde das weitausladende Querhaus des Willigis, eine stilistische Eigenart der FrĂŒhromanik (siehe auch die Klosterkirche in Fulda), verkĂŒrzt, um Nord- und SĂŒdarm mit jeweils einem Gewölbe ĂŒberspannen zu können. Das Innere des neuen Westbaus sollte an das Langhaus anknĂŒpfen und ist deshalb ebenfalls mit schlichten kahlen WĂ€nden gestaltet, die aber durch grĂ¶ĂŸere Fenster unterbrochen werden. Eine Ausnahme von dieser Schlichtheit bildet jedoch die große, achteckige rippengewölbte Vierungskuppel, welche nicht nur durch Fenster belichtet, sondern auch reich durch umlaufende Blendarkaden, Rundbogenfriese und SĂ€ulenkapitelle geschmĂŒckt ist.

Dem Querhaus des Westbaus schließt sich der Hauptchor des Domes an, der als Trikonchos ausgestaltet ist: Um ein rippengewölbtes Quadrat schließen sich an den drei verbleibenden Seiten drei kleine Apsiden an, die jedoch nicht rund, sondern durch doppelte Brechung dreiseitig ausgefĂŒhrt sind. Dabei sind die beiden westlichen Pfeiler des Quadrats massiv gemauert, um die beiden achteckigen FlankentĂŒrmchen tragen zu können. Das Äußere des Westbaus ist dagegen weitaus schmuckvoller gehalten, jedenfalls was die oberen AbschlĂŒsse der Mauern angeht. Da der Dom immer umbaut war, hatte man in den unteren Bereichen an ĂŒbermĂ€ĂŸiger Bauzier kein Interesse. Die oberen AbschlĂŒsse sind jedoch dafĂŒr umso reicher verziert. Das Chorquadrat ist nach allen drei offenen Seiten hin mit Giebeln bekrönt, die an ihren Seiten wiederum mit prĂ€chtigen Speichenrosen geschmĂŒckt sind. Dort, wo sich ĂŒber dem Westchor die Giebel kreuzen, thront seit 1769 ( 1928 durch eine Kopie ersetzt) eine Statue des Hauptpatrons des Domes und des Bistums, des Hl. Martins . Die Apsiden selbst werden von einer sĂ€ulengeschmĂŒckten Zwerggalerie umlaufen. Eine prachtvolle Krönung findet der Westbau in der Ausgestaltung der Querhausgiebelseiten, die reich mit Blendarkaden, Kapitellen und feingliedrigem Giebelschmuck ausgestattet sind. Der Westbau mit seiner Kuppel gilt als Meisterwerk staufischer Baukunst und ist eines der spĂ€testen Zeugnisse romanischer Baukunst ĂŒberhaupt. In Frankreich war zur Bauzeit lĂ€ngst die Hochgotik angebrochen, bis zum Baubeginn des neuen Kölner Doms war es nur noch ein Jahrzehnt.

Nach Beendigung der Bauarbeiten wurde der Dom am 4. Juli 1239 von Erzbischof Siegfried III. von Eppstein eingeweiht.

Gotik am Mainzer Dom

Die gotischen Maßwerkfenster der 1278 angebauten Kapellenreihen. Die Verglasung ist nicht mittelalterlich, sondern nach dem Zweiten Weltkrieg entworfen und ausgefĂŒhrt worden. Im unteren Teil der Fenster sind die idealisierten Portraits bzw. die Wappen der Mainzer (Erz-)bischöfe von Willigis bis Karl Kardinal Lehmann dargestellt.
Die gotischen Maßwerkfenster der 1278 angebauten Kapellenreihen. Die Verglasung ist nicht mittelalterlich, sondern nach dem Zweiten Weltkrieg entworfen und ausgefĂŒhrt worden. Im unteren Teil der Fenster sind die idealisierten Portraits bzw. die Wappen der Mainzer (Erz-)bischöfe von Willigis bis Karl Kardinal Lehmann dargestellt.

Zur Zeit der Entstehung des spĂ€tromanischen Westbaus erschuf der Naumburger Meister einen nun schon gotischen West lettner , der eine Weltgerichtsdarstellung zeigte. 1682 wurde er abgebrochen und durch barocke Choretten ersetzt, von denen heute nur noch die Teile zum Querhaus vorhanden sind. Vom Westlettner des Naumburger Meistes sind nur BruchstĂŒcke vorhanden. Einige, darunter der berĂŒhmte Kopf mit Binde, sind heute im Dom- und Diözesanmuseum aufbewahrt. Ein anderes, der Bassenheimer Reiter , ein Martinus-Relief, befindet sich in der Bassenheimer Pfarrkirche bei Koblenz.

Ab 1279 wurden an die Langhausseiten des Domes nach und nach gotische Seitenkapellen mit großen Maßwerkfenstern angebaut. Erzbischof Johann II. von Nassau ließ ab 1418 vor dem Ostchor eine zweigeschossige, frei im Mittelschiff stehende Grabkapelle errichten, von der heute noch der unterirdische Teil (die Nassauer (Unter-)Kapelle) erhalten ist. Gotisch ausgestaltet wurde bis ins 15. Jahrhundert auch das DomĂ€ußere: Von 1390 bis 1410 wurde der doppelgeschossige Kreuzgang neu errichtet. Es wird vermutet, dass Madern Gerthener am Bau der Nassauer Kapelle und des Kreuzganges mitgewirkt hat. Von ihm stammt auf jeden Fall das Portal der Memorienkapelle am Übergang zum westlichen KreuzgangflĂŒgel.

Die VierungstĂŒrme im Osten (ab 1361 ) und Westen (ab 1418 ) wurden mit gotischen Glockenstuben aufgestockt und erhielten steile gotische Turmhelme. Diese Arbeiten waren erst 1482 abgeschlossen. Der steile Turmhelm des Ostturms wurde bereits 1579 durch eine flachere achtseitige Spitze ersetzt. Wegen des ernormen Gewichts der östlichen Glockenstube musste in den Ostchor nach 1430 ein gotischer StĂŒtzpfeiler eingefĂŒgt werden, der erst mit dem Abbruch des Glockengeschosses 1871 wieder entfernt wurde. Auch die TreppentĂŒrmchen und sogar die Gotthardkapelle erhielten gotische TĂŒrmchen bzw. Dachreiter . GĂ€nzlich neu errichtet wurde die dem Dom vorgelagerte Stiftskirche St. Mariagreden (Liebfrauen). Nach dem Ende der gotischen Baumaßnahmen wurden bis 1767 am Bauwerk selbst keine wesentlichen VerĂ€nderungen, sondern nur einige Sanierungsmaßnahmen vorgenommen. Lediglich die Ausstattung (siehe dort) verĂ€nderte sich.

Barocke Kunst

Der durch Blitzeinschlag am 22. Mai 1767 wie das ĂŒbrige Dach abgebrannte große westliche Vierungsturmhelm wurde von Franz Ignaz Michael Neumann, dem Sohn des berĂŒhmten Balthasar Neumann , 1769 mit einem mehrstöckigen steinernen Turmhelm versehen, dem der Mainzer Dom bis heute sein charakteristisches Bild zu verdanken hat. Neumann ließ auch sĂ€mtliche DĂ€cher des Westbaus in Stein ausfĂŒhren, um sie brandsicher zu machen. Dabei gestaltete er auch die westlichen FlankentĂŒrmchen neu. Neumann arbeitete in barocken Formen, bezog in sein Werk aber auch die am Dom schon vorhandenen Stilelemente der SpĂ€tgotik und der Romanik mit ein.

Des Weiteren verschwanden die gotischen Giebel der Seitenkapellen, ihre Fialen wurden durch Urnen ersetzt. Auch der heutige Wetterhahn des Westturms, der so genannte „Domsgickel“, der Stoff zahlreicher literarischer Betrachtungen von Mainzer Dichtern und Fastnachtern war und ist, stammt in seinem Grundbestand aus der Zeit des damaligen Umbaus.

Die Barockzeit brachte auch VerĂ€nderungen in der Farbgestaltung des Domes mit sich. Wie viele Barockneubauten wurde der Dom 1758 innen weiß angestrichen und erhielt außerdem farblose Fenster. Es kann daher vermutet werden, dass der Dom zuvor nicht wie noch der Willigis-Bardo Bau geweißt war.

Der Dom und die Umbauten des 19. Jahrhunderts

Der Untergang des alten Erzbistums und die damit verbundenen Wirren gingen auch am Mainzer Dom nicht spurlos vorĂŒber. Bei der Beschießung der Stadt durch die Preußen 1793 wurde der Dom schwer getroffen. Insbesondere die Ostgruppe und der Kreuzgang waren stark in Mitleidenschaft gezogen. Die gotische Liebfrauenkirche wurde ebenfalls schwer beschĂ€digt und 1803 sogar abgebrochen, obwohl dies nicht unbedingt nötig gewesen wĂ€re.

In den Zeiten nach der Mainzer Republik diente der Dom als Heerlager bzw. Magazin, die Ausstattung wurde verkauft. Schließlich war der Dom selbst vom Abbruch bedroht. Dieses Schicksal wendete Bischof Colmar mit Hilfe Napoleons jedoch ab. Colmar fĂŒhrte den Dom wieder seiner ursprĂŒnglichen Bestimmung zu. Dies beinhaltete auch umfangreiche Restaurierungsarbeiten, die sich bis 1831 hinzogen. ZunĂ€chst wurden das Innere wieder benutzbar gemacht und die DĂ€cher instandgesetzt. Unterbrochen wurden diese Arbeiten von der abermaligen Beschlagnahme durch die französische Armee 1813 , die den Dom nach der Niederlage der Grande ArmĂ©e als Schweinestall und als Lazarett fĂŒr 6000, zum Teil an Typhus erkrankte Soldaten benutzte. Dabei wurde der grĂ¶ĂŸte Teil der verbliebenen hölzernen Ausstattung verheizt. Schon die Nutzung als Heerlager 1803 hatte den Verlust etlicher hölzerner AusstattungsstĂŒcke zur Folge gehabt. Erst im November 1814 wurde der Dom wieder als Kirche benutzt. Dann folgte die Neugestaltung der DĂ€cher und des zerstörten östlichen Hauptturms durch den Regierungsbaumeister Georg Moller . Moller setzte der alten gotischen Glockenstube 1828 eine spitzbogige schmiedeeiserne Kuppel auf. Diese wurde schon 1870 zusammen mit der gotischen Glockenstube wieder abgebrochen, da man aufgrund von Mauerwerksrissen ein zu hohes Gewicht des Turmhelms vermutete.

1875 wurde von P. J. H. Cuypers der heutige neu-romanische östliche Vierungsturm geschaffen. Das Werk Cuypers' ist der Abschluss dieser lĂ€ngeren Bauphase am Ostwerk. Da dem Vierungsturm nunmehr das schwere Glockengeschoss fehlte, wurde der alte gotische StĂŒtzpfeiler im Inneren abgerissen. Außerdem wurde die Ostchorkrypta wiedererrichtet, wobei man auf die ursprĂŒngliche Höhe der Krypta des Heinrich IV.-Baus verzichtete.

Historische Fotografien aus der SpĂ€tzeit des 19. Jahrhunderts zeigen außerdem, dass der Dom nun entgegen der barocken Farbgestaltung bunt ausgemalt war. Bei der Ausmalung handelt es sich um Werke aus der Nazarenerschule , die vor allem von Philipp Veit zwischen 1859 und 1864 ausgefĂŒhrt wurden. Von ihnen sind heute nur noch die neutestamentlichen Bibelszenen in den Wandbögen des Mittelschiffs erhalten.

Restaurierungsmaßnahmen im 20. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert wurde am Dom vor allem unter dem Gesichtspunkt der Bewahrung gebaut. Die erste Maßnahme wurde nötig, nachdem die hölzernen Pfahlroste unter den Domfundamenten durch das Absinken des Grundwasserspiegels zu faulen begannen. Das Absinken war ein Ergebnis der RheinuferaufschĂŒttung gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die Arbeiten begannen 1909 . Als sie zum Ende des Ersten Weltkriegs vorlĂ€ufig eingestellt wurden, nahmen die durch das instabile Fundament ausgelösten MauerschĂ€den so zu, dass schließlich der Bestand des Domes an sich gefĂ€hrdet war. Der Dom wurde daher von 1924 bis 1928 auf Betonfundamente gestellt. Die Gewölbe und Turmaufbauten wurden mit Beton und Stahlankern gesichert, die Obergadenwand mit einer tragenden Spritzbetonschicht verstĂ€rkt (durch dieses " Torkretieren " wurden die noch zahlreich vorhandenen historische RĂŒstlöcher verschlossen, was heute die Datierung des Mittelschiffs erschwert). Außerdem wurden im Inneren der heutige rötliche Marmorfußboden eingezogen und die meisten Ausmalungen von Philipp Veit entfernt. Der Architekt Paul Meyer-Speer entwickelte stattdessen aus den unterschiedlichen Eigenfarben der Sandsteine ein System, bei dem er die Steine im Inneren nach genau vorherbestimmter Abstufung einfĂ€rbte. Nachvollziehen kann man diese Art der Farbgestaltung noch heute am Mittelschiff des Speyerer Doms. 1959 verschwand diese Farbgebung und ist heute nur noch schwach zu erkennen. Allerdings gibt es PlĂ€ne, auf die Farbgestaltung Meyer-Speers im Zuge der Domsanierung zurĂŒckzukommen.

Im Zweiten Weltkrieg war Mainz mehrmals Ziel grĂ¶ĂŸerer Luftangriffe. Im August 1942 erhielt der Dom mehrere Treffer. Dabei wurde das Obergeschoss des Kreuzgangs zerstört, außerdem brannten die meisten DĂ€cher des Doms ab. Das Gewölbe jedoch ĂŒberstand alle Bombardements. Die Ă€ußeren Restaurierungsarbeiten nach dem Krieg, bei denen auch VerwitterungsschĂ€den beseitigt wurden, zogen sich in die 1970er-Jahre hin, ebenso wie die Arbeiten an der Innenraumgestaltung, insbesondere der neuen Verglasung. Abschließend wurde der Dom außen mit Mineralfarben rot eingefĂ€rbt. Zuvor war der Dom nicht vollstĂ€ndig verputzt gewesen und hatte ein rein sandsteinfarbenes Erscheinungsbild. Mit der RotfĂ€rbung glich man ihn in der Farbgebung den meisten historischen Mainzer GebĂ€uden (zum Beispiel dem KurfĂŒrstlichen Schloss) an. Nach Abschluss der Sanierung beging man 1975 feierlich die Tausendjahrfeier.

2001 begann erneut eine Sanierung des Domes, deren Dauer zu Beginn der Baumaßnahmen auf zehn bis 15 Jahre veranschlagt wurde. Umfasst werden alle Teile des Domes, sowohl innen als auch außen. WĂ€hrend die Ă€ußere Farbgebung wegen der Einheitlichkeit im Stadtbild nicht zur Disposition steht, wird im Inneren ĂŒber eine RĂŒckbesinnung auf die Farbgebung nach der Sanierung von 1928 nachgedacht (siehe oben). Auch die Ausstattung ist teilweise betroffen. So gibt es seit lĂ€ngerem die Überlegungen fĂŒr eine Langhausorgel (eine "Schwalbennest"-Orgel, die praktisch an der Wand des Langhauses unter dem Obergaden aufgehĂ€ngt wird).

Königskrönungen im Dom

Im Laufe des Mittelalters fanden in Mainz mehrere Königskrönungen statt. Im Hoch- und SpĂ€tmittelalter war Aachen der durch Tradition legitimierte Krönungsort, eine Krönung in Mainz wurde von den politischen Gegnern als Formfehler betrachtet, der die Krönung ungĂŒltig machte. Nicht alle Krönungen wurden im Mainzer Dom selbst vorgenommen, da dieser wie beschrieben im Laufe des Mittelalters einige Male gebrannt hatte.

Im Dom vorgenommen wurden die Krönungen von

  • Agnes von Poitou 1043 durch Erzbischof Bardo ;
  • Rudolf von Rheinfelden (auch: Rudolf von Schwaben; Gegenkönig zu Heinrich IV.) am 26. MĂ€rz oder 7. April 1077 durch Siegfried I. von Eppstein ;
  • Mathilde (spĂ€tere Frau Heinrichs V. ) durch den Kölner Erzbischof Friedrich I. von Schwarzenburg am 25. Juli 1110 ;
  • Philipp von Schwaben ( 8. September 1198 ) durch Bischof Aimo von Tarantaise ;
  • Friedrich II. am 9. Dezember 1212 durch Siegfried II. von Eppstein ;
  • Heinrich Raspe am 22. Mai 1246 durch Siegfried III. von Eppstein .

Die Krönungen von

fanden vermutlich im alten Dom, der benachbarten Johanniskirche, statt.

Die Ausstattung

Im Mainzer Dom ist - obwohl er im Laufe der Zeit große Teile seiner Ausstattung verloren hat - eine der reichsten Kirchenausstattungen der Christenheit zu finden. Bedeutendste StĂŒcke sind die AltĂ€re und die GrabdenkmĂ€ler der Erzbischöfe und einiger PrĂ€laten .

Geschichte

Die Ausstattung zur Zeit des Willigis

Das romanische Marktportal mit den BronzetĂŒren des Willigis
Das romanische Marktportal mit den BronzetĂŒren des Willigis

Das frĂŒhste AusstattungsstĂŒck, dessen Entstehung und Verlust bekannt ist, ist das so genannte Benna-Kreuz. Dieses Kreuz bestand aus mit Goldplatten beschlagenem Holz mit einer ĂŒberlebensgroßen Christusfigur aus purem Gold. Erzbischof Willigis hatte sie mit Zolleinnahmen finanziert. Noch im Laufe des Hochmittelalters wurde das Kreuz zwischen 1141 und 1160 stĂŒckweise von den Erzbischöfen zur Finanzierung ihrer AmtsgeschĂ€fte eingeschmolzen und verkauft. Erhalten blieben dagegen die großen BronzetĂŒren, die Meister Berenger in Willigis Auftrag fertigte. Diese TĂŒren waren laut Inschrift die ersten aus Metall gefertigten TĂŒren seit Karl dem Großen, was von Vertretern der Theorie, wonach Willigis mit seinem Dombau Aachen als Krönungsort ablösen wollte, als weitere Machtdemonstration angesehen wird. Die TĂŒren waren ursprĂŒnglich in der dem Dom vorgelagerten Liebfrauenkirche eingebaut. Diese erstreckte sich nĂ€mlich zum Rhein hin und empfing so nach dem Zeremoniell den per Schiff ankommenden König bzw. Kaiser. 1135 ließ Erzbischof Adalbert I. von SaarbrĂŒcken in den oberen Teil der TĂŒren das von ihm gewĂ€hrte Stadtprivileg eingraben. Nach dem Abbruch der Liebfrauenkirche 1803 kamen die TĂŒren an den Dom und bilden dort heute das Marktportal.

Über die sonstige Ausstattung des Willigis-Domes ist nicht viel bekannt. Da der Willigis-Bau schon am Weihetag (oder am Tag zuvor) abbrannte, ist es möglicherweise niemals zu einer reicheren Ausstattung gekommen.

Aufgrund der hĂ€ufigen Baumaßnahmen und Umgestaltungen des Doms sind heute abgesehen von der Bausubstanz und einigen Grabfunden keine Elemente der Romanik mehr am Dom vorhanden. Eine Ausnahme bildet das so genannte Udenheimer Kruzifix , welches aber nicht zur ursprĂŒnglichen Ausstattung gehört, sondern erst 1962 aus der Kirche von Udenheim angekauft wurde. Die genaue Entstehungszeit dieses Kreuzes ist umstritten, teilweise wird es bis ins 8. Jh. zurĂŒckdatiert, meist wird eine Zeit zwischen 1070 und 1140 angenommen.

Gotische AusstattungsgegenstÀnde

Erst mit Anbruch der Gotik wuchs der Reichtum der Ausstattung bestĂ€ndig an. In die ab 1278 angebauten Seitenkapellen wurden gotische AltĂ€re eingebaut, die mit Anbruch des Barock grĂ¶ĂŸtenteils ersetzt wurden. Bedeutendster noch erhaltener Altar ist der spĂ€tgotische Marienaltar mit der „Schönen Mainzerin“. Aus dieser Zeit stammt auch die große Kanzel im Mittelschiff. Weitere gotische AusstattungsstĂŒcke beherbergte die Liebfrauenkirche. Dazu gehört insbesondere das große Taufbecken, welches aus dem Jahr 1328 stammt und einer der grĂ¶ĂŸten - wenn nicht der grĂ¶ĂŸte - jemals aus Zinn gegossene Gegenstand ist. Das Taufbecken stand in der Liebfrauenkirche, da diese als Taufkirche der Dompfarrei diente. Im Dom selbst wurde damals nicht getauft. Heute steht das Becken im nördlichen Querhausarm. Aus der Liebfrauenkirche hat sich auch ein Portrait der Gottesmutter Maria erhalten, das heute in der Augustinerkirche zu finden ist. In die Übergangsphase von der SpĂ€tgotik zur Renaissance ist noch die Grablegungsszene des so genannten Adalbert-Meisters zu datieren, die sich heute in einer Seitenkapelle des Doms befindet. Nur in Fragmenten erhalten ist dagegen der Westlettner des Naumburger Meisters . Die Reste finden sich heute grĂ¶ĂŸtenteils im Dom- und Diözesanmuseum.

Die Ausstattung zur Zeit des Barock und Rokoko

1631 wurde Mainz von den Schweden besetzt, die den Dom teilweise plĂŒndern ließen. Noch heute befinden sich daher in Museen in Uppsala Teile des ehemaligen Mainzer Domschatzes. Da die Stadt Mainz nach dem DreißigjĂ€hrigen Krieg wĂ€hrend der Zeit des Barock vor allem unter den Erzbischöfen Johann Philipp von Schönborn ( 1647 - 1673 ) und Lothar Franz von Schönborn ( 1695 - 1729 ) eine neue BlĂŒtezeit erlebte, die mit reger BautĂ€tigkeit einherging, fehlt es auch im Dom nicht an barocken AusstattungsgegenstĂ€nden. Viele der gotischen AltĂ€re wurden durch barocke ersetzt, weitere AltĂ€re wurden hinzugefĂŒgt, wie etwa der Nassauer Altar von 1601 , der sich im nördlichen Querhaus befindet. Der Westlettner des Naumburger Meisters wurde 1682 abgebrochen und durch barocke Choretten ersetzt (siehe auch oben). Ein Jahr spĂ€ter wurde auch das obere Geschoss der Nassauer Kapelle, das mitten in das Mittelschiff des Domes ragte, abgerissen. Das Untergeschoss ist bis heute erhalten.

Das grĂ¶ĂŸte und wichtigste Kunstwerk jener Zeit ist jedoch das schon dem Rokoko zugehörige große ChorgestĂŒhl des Westchors. Es wurde zwischen 1760 und 1765 von Franz Anton Hermann geschaffen. Die Verzierungen des ChorgestĂŒhl das von einem Standbild des Hl. Martin ĂŒber dem Baldachin des Bischofs bekrönt wird, stellt keinen Bibelzyklus dar, sondern bildet die Wappen des Erzstiftes und seiner DignitĂ€ten ab und sollte so wohl einen Eindruck von Macht und Herrlichkeit der alten Mainzer Kirche erzeugen. Das ChorgestĂŒhl des Ostchors ist wesentlich schlichter ausgefĂŒhrt und stammt aus der in napoleonischer Zeit abgerissenen Schlosskirche St. Gangolph.

Die spÀtere Ausstattung

Im 19. Jahrhundert widmete man sich vor allem dem Bauwerk. An Ausstattung kam dagegen nichts erwĂ€hnenswertes hinzu. Aus dem 20. Jahrhunderts ist vor allem das große, an historische Vorbilder erinnernde Bronzekreuz in der Westvierung zu erwĂ€hnen, das zum tausendjĂ€hrigen DomjubilĂ€um geschaffen wurde. Bedeutend ist auch der „Schrein der Mainzer Heiligen“ in der Ostkrypta des Domes, der 1960 gestiftet worden ist.

Die GrabdenkmÀler

Grabdenkmal Erzbischof Albrechts von Brandenburg
Grabdenkmal Erzbischof Albrechts von Brandenburg

Bedeutend fĂŒr die Kunstgeschichte sind die GrabdenkmĂ€ler . Der Mainzer Dom beherbergt die umfangreichste Sammlung solcher Kunstwerke auf dem Gebiet des ehemaligen Heiligen Römischen Reiches. Die GrabdenkmĂ€ler sind der Ausdruck des SelbstverstĂ€ndnisses der Mainzer Erzbischöfe, die damals nicht nur der grĂ¶ĂŸten Kirchenprovinz jenseits der Alpen vorstanden, sondern auch ranghöchste ReichsfĂŒrsten und lange Zeit Vertreter des Papstes und Primas Germaniae waren. Mit der Errichtung eines Grabdenkmales fĂŒr den jeweiligen VorgĂ€nger ordnete sich der Amtsinhaber in die Reihe der Mainzer Erzbischöfe ein und beanspruchte so die ihnen seit Generationen zustehenden Privilegien. Aber nicht nur Erzbischöfe, sondern auch Mitglieder des Domkapitels ließen sich GrabdenkmĂ€ler im Dom errichten. Stilistisch sind in den GrabdenkmĂ€lern alle Epochen der europĂ€ischen Kunstgeschichte vertreten, von der Gotik ĂŒber den Barock bis hin zu den sich wieder am Mittelalter orientierenden DenkmĂ€lern den 19. Jahrhunderts. Auf figĂŒrliche Darstellung begann man gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu verzichten.

Das Ă€lteste dieser DenkmĂ€ler ist das des Erzbischofs Siegfried III. von Eppstein († 1249 ). Es zeigt ihn - wie auch spĂ€ter beim Denkmal Peters von Aspelt zu sehen - als Königskröner und war ursprĂŒnglich noch als Grabplatte gedacht, was man am gemeißelten Kissen unter dem Kopf des Erzbischofs erkennen kann. Erst spĂ€ter wurde es senkrecht an einem Pfeiler des Mittelschiffs angebracht, 1834 wurde es mit Ölfarbe angemalt.

Das erste direkt an der Wand angebrachte Grabdenkmal war das von Erzbischof Konrad II. von Weinsberg († 1396 ). Die DenkmĂ€ler seiner Nachfolger im 15. Jahrhundert gehören zu den qualitativ hochwertigsten. Zu nennen sind vor allem die GrabdenkmĂ€ler der Erzbischöfe Johann II. von Nassau und Konrad III. von Dhaun .

Am Übergang von der SpĂ€tgotik zu Renaissance sind zunĂ€chst die GrabdenkmĂ€ler des Erzbischofs Berthold von Henneberg bemerkenswert, der sich als erster vermutlich schon zu Lebzeiten gleich zwei DenkmĂ€ler hatte anfertigen lassen. Die Grabplatte besteht aus damals ĂŒberaus teurem roten Marmor und wurde mit einer sich von anderen GrabdenkmĂ€lern abhebenden QualitĂ€t angefertigt. Bemerkenswert ist auch das Denkmal Erzbischof Uriels von Gemmingen . Es ist gĂ€nzlich anders gestaltet als alle anderen GrabdenkmĂ€ler, da es den Erzbischof nicht in herrischer Pose, sondern demĂŒtig unter einem Kreuz kniend darstellt.

EndgĂŒltig zur Renaissance zĂ€hlt das Grabdenkmal des Erzbischofs und Kardinals Albrecht von Brandenburg. Albrecht war gleichzeitig Erzbischof von Mainz und von Magdeburg, weswegen er auf seinem Grabdenkmal zwei Pallien trĂ€gt. Auch Albrecht hatte sich neben dem Denkmal noch eine Grabplatte anfertigen lassen, welche heute in unmittelbarer NĂ€he des Denkmals hĂ€ngt. Als einzige ihrer Art im Mainzer Dom ist ihre Inschrift in deutscher Sprache verfasst. Die Formensprache und Farbgebung des Albrecht-Monuments findet sich auch - da vom selben KĂŒnstler stammend - beim Denkmal seines Nachfolgers Sebastian von Heusenstamm.

Das letzte dieser DenkmĂ€ler, die den Verstorbenen als Statue zeigen, ist das von Erzbischof Damian Hartard von der Leyen. Danach werden auf den DenkmĂ€lern - falls sie noch aus einer figĂŒrlichen Darstellung bestehen - nur noch Szenerien dargestellt. So zeigt zum Beispiel das einzige Denkmal eines Laien den 1689 gefallenen Reichsgrafen Karl Adam von Lamberg, wie er aus dem Sarg zur Auferstehung steigt. Aus dieser Epoche, die dem Barock bzw. dem Rokoko zuzuordnen ist, stammt auch das mit 8,33 m grĂ¶ĂŸte Grabdenkmal das Domes, welches den Dompropst Heinrich Ferdinand von der Leyen darstellt.

Um 1800 begann man dann, sich wieder auf mittelalterliche Vorbilder zurĂŒckzubesinnen. Die GrabdenkmĂ€ler wurden nun auch wieder als Tumben mit Reliefs gestaltet, wie das des bedeutenden Mainzer Bischofs Wilhelm Emmanuel von Ketteler . Ab 1925 wurden alle Bischöfe in Grabnischen in der dafĂŒr neu geschaffenen Westkrypta begraben.

Überblick ĂŒber die beiden Krypten und die Nassauer Kapelle

Der Dom weist zwei Krypten und eine unterirdische Kapelle auf.

  • West- oder Lulluskrypta
Die Lulluskrypta unter der westlichen Vierung (benannt nach Erzbischof Lullus († 786 ) wurde 1927 / 28 erbaut und dient seither als Grablege der Mainzer Bischöfe.
Hier ruhen unter anderem
  • Ludwig Maria Hugo († 1935 )
  • Albert Stohr († 1961 )
  • Hermann Kardinal Volk († 1988 )
  • Weihbischof Josef Maria Reuss († 1985 )
  • Ostkrypta
Die Ostkrypta bestand schon im Mittelalter, wurde aber schon wÀhrend oder kurz nach dem Einbau eingeebnet, um dem Dom ein durchgehendes Niveau zu verschaffen. 1877 wurde sie wiedererrichtet.
Die Ostkrypta dient vor allem dem Gedenken derer, die in besonderer Weise mit dem Bistum Mainz verbunden sind, insbesondere der Mainzer Heiligen, fĂŒr die in der Ostkrypta ein Schrein geschaffen wurde. Zu den bedeutenden Mainzer Heiligen gehört neben Bonifatius auch die Hl. Hildegard von Bingen .
  • Nassauer Kapelle
Direkt gegenĂŒber der Ostkrypta befindet sich ein kleiner Gang, welcher zur so genannten Nassauer Kapelle fĂŒhrt. Diese 1417 errichtete Kapelle war ursprĂŒnglich doppelgeschossig, ragte also ins Mittelschiff des Domes herein. Heute existiert nur noch der unterirdische Teil, welcher eine Grablegungsszene enthĂ€lt. Die Kapelle wird nur in der Karwoche geöffnet. UrsprĂŒnglich war die Kapelle durch zwei Prozessionstreppen vom Mittelschiff aus zugĂ€nglich. WĂ€hrend der Restaurierung der Domfundamente Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Kapelle durch den Gang zur Ostkrypta neu erschlossen; anstelle der alten Treppen befinden sich nun SchĂ€chte, die in die Stollen unter dem Domfundament fĂŒhren.

Orgel

Überblick ĂŒber frĂŒhere Orgelbauten

Die ersten Zeugnisse ĂŒber eine im Dom vorhandene Orgel stammen aus dem Jahr 1334 . Sie geben aber keinen Aufschluss ĂŒber den Orgelbau an sich, sondern lediglich ĂŒber die Verwendung der Orgel im Gottesdienst. 1468 ist eine Orgel auf dem Ostlettner bezeugt, die dort zur Chorbegleitung eingesetzt wurde. Diese Orgel könnte von Hans Tugi (auch: Hans von Basel) stammen, der vermutlich 1514 die erste nachweisbare Langhausorgel im Mainzer Dom erbaute. Andere Quellen sprechen allerdings davon, dass diese Orgel bereits 1501 gebaut wurde und Hans Tugi 1514 lediglich VerĂ€nderungen am bereits vorhandenen Orgelbau vornahm. 1545 /46 folgte bereits die erste grĂŒndliche Restaurierung der Domorgeln. GrundsĂ€tzlich geben die Quellen darĂŒber Auskunft, dass die Domorgeln in relativ kurzen Zeitintervallen gewartet bzw. restauriert werden mussten, was vermutlich mit den klimatischen VerhĂ€ltnissen innerhalb der Basilika zusammenhing.

1547 baute man auf den Westlettner eine weitere Orgel, die bereits 1560 zusammen mit der Langhausorgel restauriert werden musste. Die Arbeiten wurden von Veit ten Bent ausgefĂŒhrt, der im Anschluss daran 1563 gleich eine ganz neue Orgel fĂŒr das Langhaus baute. Diese Orgel bestand aus Hauptwerk, RĂŒckpositiv und Pedal und wurde als so genannte „Schwalbennestorgel“ im Mittelschiff gegenĂŒber der Kanzel aufgehĂ€ngt.

Der Dekan des Johannesstiftes, Johann Ludwig GĂŒntzer, stiftete 1702 eine neue Orgel fĂŒr den nunmehr barocken Westlettner, die nach ihm benannte GĂŒntzersche Chorettenorgel. Sie wurde 1792 abgerissen und zum Teil in andere Orgelbauten in Hochheim und Miltenberg ausgelagert. 1793 beschossen die Preußen das französisch besetzte Mainz und zerstörten dabei auch die Langhausorgel Veit ten Bents. Nach dem Wiederaufbau des Domes 1803 wurde zumindest aus den Resten der GĂŒntzerschen Orgel eine neue Orgel - diesmal auf der nördlichen Chorette des Westlettners - aufgestellt.

1866 wurde in den Westchor eine neue Chororgel eingebaut, die ĂŒber 10 Register verteilt auf je ein Manual und Pedal. 1899 wurde dieser Orgel ein weiteres Manual hinzugefĂŒgt. Die Orgel wurde auf der SĂŒdseite des Westchores hinter das ChorgestĂŒhl verlegt, wobei der Spieltisch zwischen die Sitzreihen verlegt wurde, wo sich auch heute noch der Spieltisch der Westchororgel befindet. WĂ€hrend den Sanierungsarbeiten im Dom in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Schlimbach-Orgel so stark beschĂ€digt, dass ein Neubau beschlossen wurde, den die Fa. Klais durchfĂŒhrte. Diese Orgel verfĂŒgte ĂŒber 75 Register auf vier Manualen und Pedal. Sie hatte Kegelladen und Registerkanzellen mit einer elektro-pneumatischen Traktur . Sie wurde aus DenkmalschutzgrĂŒnden komplett hinter dem ChorgestĂŒhl aufgestellt, was akustisch sehr ungĂŒnstig war. Schon 1960 entschied man sich daher zum Umbau.

Die heutige Orgelanlage

Der Mainzer Dom verfĂŒgt heute ĂŒber eine der kompliziertesten Orgelanlagen . Dem Denkmalschutz Rechnung tragend, wurden die Orgelwerke möglichst unscheinbar in den Kirchenraum eingefĂŒgt. Die Orgeln des Mainzer Doms haben 114 Register mit 7986 Pfeifen.

Dabei gliedert sich die Orgelanlage in drei große Teile

  • Westchor: Bei der Domrestaurierung 1960 wurden Teile der alten Klais -Orgel von 1928 durch die Fa. Kemper umgestaltet und als zweiteiliges Werk links und rechts hinter das WestchorgestĂŒhl gesetzt. Die Orgel besitzt einen eigenen Spieltisch im Westchor.
  • Querhaus:
  • SĂŒdemporenorgel: Der Mainzer Dom verfĂŒgt in seiner Vierung ĂŒber zwei sog. Choretten, die die Vierung nach Norden und SĂŒden Ă€hnlich einem Lettner abtrennen. Auf der SĂŒdchorette befindet sich die SĂŒdemporenorgel, das Leitwerk der Orgelanlage. Im Wesentlichen besteht diese ebenfalls aus Teilen der alten Klais -Orgel von 1928. Auf der SĂŒdchorette befindet sich außerdem der Zentralspieltisch, von dem alle Pfeifen der gesamten Orgelanlage einzeln angespielt werden können. Der Zentralspieltisch verfĂŒgt als einziger in Deutschland ĂŒber sechs Manuale .
  • Nordwandorgel: Auch diese Orgel besteht im wesentlichen aus der alten viermanualigen Klais -Orgel. Zusammen mit dem FĂŒhrungswerk auf der Chorette stellt sie das Hauptwerk dar.
  • Ostchor: Die Ostchororgel der Fa. Kemper ist eine komplett neu geschaffene Orgel von 1960. Eingebaut ist sie aus DenkmalschutzgrĂŒnden nicht in die Konche , also den Scheitelpunkt der Ostapsis, sondern seitlich oben links und rechts in die so genannten Kaiserlogen. Die Ostchororgel, die ebenfalls einen eigenen Spieltisch hat, dient vor allem der FĂŒhrung des Gemeindegesanges und der Begleitung der Stundengebete im Ostchor.
  • Besonderheit
In der Glöcknerstube des Mainzer Doms, die sich hoch oben im nördlichen Querhaus befindet, wurde 2003 ein Register mit so genannten „ Spanischen Trompeten “ eingebaut. Die vom Volksmund „Kardinalstrompeten“ genannten Pfeifen begrĂŒĂŸen den Bischof bei hohen Feiertagen.
  • Sonstiges
Auch die dem Dom angefĂŒgte Gotthardkapelle verfĂŒgt ĂŒber eine kleine Pfeifenorgel. Diese von der Orgelbauerfamilie Oberlinger gebaute Orgel ist jedoch nicht vom Zentralspieltisch anspielbar.

Bedingt durch die schwierige Akustik im Dom, welche sich durch die vielen Anbauten (vor allem der gotischen Kapellenreihen, s. o. Geschichte) ist es eine besondere Herausforderung, Domorganist in Mainz zu sein. Der Nachhall jedes angespielten Tones betrĂ€gt ĂŒber sechs Sekunden, die im Osten angespielten Töne hört der Organist vom Zentralspieltisch aus nur mit kleiner Zeitverzögerung.

Glocken

Der Mainzer Dom verfĂŒgt heute ĂŒber neun Glocken, die allesamt im barocken Glockengeschoss im westlichen Vierungsturm eingebaut sind. GrĂ¶ĂŸte Glocke ist die Martinus-Glocke mit 3.350 kg (b°), gefolgt von der Marienglocke mit 2.000 kg (c'), der Josephsglocke mit 1.050 kg (f') und der Bonifatiusglocke mit 550 kg. Diese vier Glocken wurden als aufeinander abgestimmtes GelĂ€ute 1809 von Joseph Zechbauer in Mainz gegossen. Sie ĂŒberstanden als einzige die beiden Weltkriege, wĂ€hrend denen viele Glocken zum Einschmelzen fĂŒr die Waffenproduktion abgegeben werden mussten. 1960 wurden sie durch weitere vier Glocken ergĂ€nzt, die Albertus-Glocke mit 1.994 kg (d'), die Willigis-Glocke mit 1.607 kg (es'), die Bilhildis-Glocke (548 kg) und die Lioba-Glocke mit 147 kg(f"). Diese Glocken wurden von Friedrich Wilhelm Schilling geschaffen. 2002 folgte als neunte Glocke die Heilig-Geist Glocke (274 kg) aus der Kunsthandlung der Abtei Maria Laach .

Die Maße des Domes

  • LĂ€nge ĂŒber alles: 109 m innen, 116 m außen
  • LĂ€nge des Mittelschiffs: 53 m
  • Breite des Mittelschiffs: 13,5 m
  • Höhe des Mittelschiffs: 29 m
  • Höhe des Westturms: 83 m
  • Lichte Höhe der Ostkuppel: 38 m
  • Lichte Höhe der Westkuppel: 44 m

Sonstiges

  • 1184 feierte Kaiser Barbarossa am Pfingstfest die Schwertleite seiner Söhne im Mainzer Dom. Das dazu gegebene Fest ging als grĂ¶ĂŸtes Fest des Mittelalters in die Geschichte ein.

Siehe auch

Literatur

  • Die Bischofskirche St. Martin zu Mainz, Hrsg.: Friedhelm JĂŒrgensmeier, Knecht-Verlag, Frankfurt/Main 1986
  • Lebendiger Dom - St. Martin zu Mainz in Geschichte und Gegenwart, Hrsg.: Barbara Nichtweiß, Philipp v. Zabern Verlag, Mainz 1998
  • Der Dom zu Mainz - Geschichte und Beschreibung des Baues und seiner Wiederherstellung, Friedrich Schneider, Verlag Ernst und Korn, Berlin, 1886
  • Der Dom zu Mainz - Ein Handbuch, August Schuchert, Wilhelm Jung, Verlag Druckhaus Schmidt & Bödige GmbH, 3. Auflage, Mainz, 1984
  • Deutsche Romanik, Bernhard SchĂŒtz, Wolfgang MĂŒller; Herder Verlag, Freiburg i. Br. 1989
  • Mainz - Die Geschichte der Stadt, Hrsg.: Franz Dumont, Ferdinand Scherf, Friedrich SchĂŒtz; 2. Aufl.; Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1999

Weblinks

Commons: Mainz – Bilder, Videos oder Audiodateien


Koordinaten: 49° 59' 56" N, 8° 16' 27" O

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