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Letzte Änderung für Artikel Kurtrier: 16.01.2006 03:18

Kurtrier

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Kurtrier war eines der sieben urspr├╝nglichen Kurf├╝rstent├╝mer des Heiligen R├Âmischen Reiches Deutscher Nation . Das weltliche Herrschaftsgebiet des Erzbischofs von Trier existierte von sp├Ątkarolingischer Zeit bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1803 . Seit der Wende zum 16. Jahrhundert geh├Ârte es zum kurrheinischen Kreis und umfasste zur Zeit seiner gr├Â├čten Ausdehnung im Wesentlichen die Gebiete links und rechts der Unterl├Ąufe von Mosel und Lahn. Seine Hauptstadt war Trier, Residenzstadt seit dem 17. Jahrhundert Koblenz.

Die Erzbisch├Âfe von Trier geh├Ârten mit denen von Mainz und K├Âln zu den drei geistlichen Kurf├╝rsten. Ihnen stand zusammen mit den Pfalzgrafen bei Rhein, den Markgrafen von Brandenburg, den Herz├Âgen von Sachsen und den K├Ânigen von B├Âhmen seit der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert das Recht zur Wahl des deutschen K├Ânigs zu.

Die sieben Kurf├╝rsten w├Ąhlen Heinrich von Luxemburg zum K├Ânig. Die Kurf├╝rsten, kenntlich durch ihre Wappen, sind (v.l.n.r.) die Erzbisch├Âfe von K├Âln, Mainz und Trier, der Pfalzgraf bei Rhein, der Herzog von Sachsen, der Markgraf von Brandenburg und der K├Ânig von B├Âhmen.
Die sieben Kurf├╝rsten w├Ąhlen Heinrich von Luxemburg zum K├Ânig. Die Kurf├╝rsten, kenntlich durch ihre Wappen, sind (v.l.n.r.) die Erzbisch├Âfe von K├Âln, Mainz und Trier , der Pfalzgraf bei Rhein, der Herzog von Sachsen, der Markgraf von Brandenburg und der K├Ânig von B├Âhmen .

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Entstehung

Das Bistum Trier entstand bereits in sp├Ątr├Âmischer Zeit, im 3. Jahrhundert . Seit dem 6. Jahrhundert waren ihm als Erzbistum , die Suffragane von Metz , Toul und Verdun unterstellt. In sp├Ątkarolingischer Zeit begannen die Erzbisch├Âfe von Trier mit dem Aufbau einer weltlichen Territorialherrschaft. Dieser weltliche Besitz des Bischofs von Trier, das Erzstift , ist zu unterscheiden von seinem geistlichen Einflussbereich, dem Bistum . Dessen Grenzen waren erheblich weiter gefasst. Andererseits geh├Ârten zum Erzstift Gebiete, etwa das Amt Daun in der Eifel, die geistlich dem Bischof von K├Âln unterstanden.

Territoriale Entwicklung

Seit 902 waren die Erzbisch├Âfe von Trier auch die weltlichen Herren ihrer Residenzstadt. Bis zum Beginn des 11. Jahrhunderts blieb der entstehende Kurstaat auf Gebiete um Trier herum beschr├Ąnkt, das sp├Ąter so genannte obere Erzstift. Dieses wurde 1018 betr├Ąchtlich erweitert, als Kaiser Heinrich II. dem Trierer Erzbischof Poppo von Babenberg den fr├Ąnkischen K├Ânigshof Koblenz mitsamt dem zugeh├Ârigen Reichsgut ├╝bertrug. Das Land am Zusammenfluss von Rhein und Mosel und im unteren Westerwald bildete von da an das untere Erzstift. Im 12. Jahrhundert gewannen die Bisch├Âfe auch die weltlichen Besitzungen der Reichsabtei St. Maximin und die Vogteirechte des Pfalzgrafen in ihrem Bistum .

Seit dem Jahr 1198 geh├Ârten die Erzbisch├Âfe von Trier zum Kurf├╝rstenkollegium . Wie auch die beiden anderen geistlichen Kurf├╝rsten waren auch sie Kanzler eines der drei Reichsteile. Das Amt des Erzkanzlers f├╝r Burgund wurde aber mit dem weitgehenden Verlust der franz├Âsischsprachigen Gebiete des Heiligen R├Âmischen Reichs in der fr├╝hen Neuzeit zu einem inhaltsleeren Titel.

Unter Erzbischof Balduin von Luxemburg, dem bedeutendsten Kurf├╝rsten von Trier, gelang es zwischen 1307 und 1354 , zum Teil durch kriegerische Gebietserwerbungen, eine geschlossene territoriale Verbindung zwischen dem oberen und dem unteren Erzstift herzustellen. 1309 verpf├Ąndete Kaiser Heinrich VII. die Stadt Oberwesel am Rhein an seinen Bruder Erzbischof Balduin. In der Folgezeit gewann Kurtrier weitere Gebiete in Eifel, Hunsr├╝ck, Westerwald und Taunus hinzu, etwa die ├ämter Manderscheid, Cochem, Hammerstein und Limburg. Mit dem Erwerb der Grafschaft Virneburg 1545 und der F├╝rstabtei Pr├╝m im Jahr 1576 war die territoriale Entwicklung des Erzstifts im Wesentlichen abgeschlossen. Anders als Kurk├Âln und Kurmainz verf├╝gte der Trierer Kurstaat ├╝ber ein weitgehend geschlossenes Territorium. Es erstreckte sich vom Unterlauf der Saar bei Merzig beiderseits der Mosel bis Koblenz und lahnaufw├Ąrts bis Montabaur und Limburg .

Im Jahr 1669 erlie├č die kurtrierische Regierung ein f├╝r das ganze Territorium geltendes Landrecht. Die Residenz des Kurstaats wurde 1629 von dem unsicher gewordenen Trier ins zentral gelegene Schloss Philippsburg in Ehrenbreitstein und 1786 in das neu erbaute Kurf├╝rstliche Schloss von Koblenz verlegt.

Das Ende des Kurstaats

Unter dem letzten Trierer Kurf├╝rsten, Clemens Wenzeslaus von Sachsen, wurde Koblenz zum Sammelpunkt gegenrevolution├Ąrer, franz├Âsischer Adliger. 1794 , w├Ąhrend des 1. Koalitionskriegs besetzten franz├Âsischen Revolutionstruppen den gr├Â├čten Teil des Kurf├╝rstentums. Seine linksrheinischen Gebiete wurden 1801 Frankreich angegliedert und im Wesentlichen auf die Departements Sarre mit Sitz in Trier und Rhin-et-Moselle mit Sitz in Koblenz aufgeteilt. Die rechtsrheinischen Gebiete fielen 1803 an Nassau-Weilburg.

Im Wiener Kongress wurden die kurtrierischen Gebiete gr├Â├čtenteils dem K├Ânigreich Preu├čen zugeschlagen. Bis auf die Region um Limburg geh├Âren sie seit 1947 zu Rheinland-Pfalz. Das Wappen des damals neu gebildeten Bundeslandes zeigt neben dem kurpf├Ąlzischen L├Âwen und dem Mainzer Rad das rote Kreuz von Kurtrier.

Die Trierer Kurf├╝rsten seit dem 13. Jahrhundert

Name von bis
Johann I. 1190 1212
Theoderich von Wied 1212 1242
Arnold II. von Isenburg 1242 1259
Heinrich II. von Finstingen 1260 1286
Boemund I. von Warnesberg 1289 1299
Diether von Nassau 1300 1307
Balduin von Luxemburg 1307 1354
Boemund II. von Saarbr├╝cken 1354 1361
Kuno II. von Falkenstein 1362 1388
Werner von Falkenstein 1388 1418
Otto von Ziegenhain 1418 1430
Hrhabanus von Helmstadt 1430 1438
Jakob I. von Sirk 1439 1456
Johann II. von Baden 1456 1503
Jakob II. von Baden 1503 1511
Richard von Greiffenklau 1511 1531
Johann III. von Metzenhausen 1531 1540
Johann IV. Ludwig von Hagen 1540 1547
Johann V. von Isenburg 1547 1556
Johann VI. von der Leyen 1556 1567
Jakob III. von Eltz 1567 1581
Johann VII. von Sch├Ânenberg 1581 1599
Lothar von Metternich 1599 1623
Philipp Christoph von S├Âtern 1623 1652
Karl Kaspar von der Leyen 1652 1676
Johann VIII. Hugo von Orsbeck 1676 1711
Karl Joseph von Lothringen 1711 1715
Franz Ludwig von Neuburg bei Rhein 1716 1729
Franz Georg von Sch├Ânborn 1729 1756
Johann IX. Philipp von Walderdorff 1756 1768
Clemens Wenzeslaus von Sachsen 1768 1803

Siehe auch: Bistum Trier

Wikipedia

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