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Letzte Änderung für Artikel Bopparder Hamm: 10.02.2006 14:59

Bopparder Hamm

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Bopparder Hamm, zwischen Boppard und Spay
Bopparder Hamm, zwischen Boppard und Spay

Der Bopparder Hamm ist die grĂ¶ĂŸte Schleife des Rheins, vergleichbar mit der Saarschleife von Mettlach. Der Name Hamm leitet sich von dem lateinischen Wort hamus ab, was soviel wie Haken bedeutet und auf die S-Form der Rheinschleife anspielt. Der Name Bopparder Hamm ist jedoch vor allem mit dem dort linksrheinisch befindlichen Weinbaugebiet verknĂŒpft.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Bopparder Hamm (Blick in Richtung SĂŒdwesten ĂŒber Osterspai und Filsen nach Boppard)
Der Bopparder Hamm (Blick in Richtung SĂŒdwesten ĂŒber Osterspai und Filsen nach Boppard)

Der Bopparder Hamm liegt zwischen Boppard und Spay im oberen Mittelrheintal , dem Abschnitt schnitt des Rheins, der seit 2002 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, etwa 12 km sĂŒdlich von Koblenz. Unterhalb der linkrheinischen HĂ€nge existierte bis zum DreißigjĂ€hrigen Krieg das Dorf Peternach, nach seiner Zerstörung wurde es dauerhaft zur WĂŒstung .

Klima

Die Flußbiegung sorgt auf den linksrheinischen HĂ€ngen fĂŒr die SĂŒdlage der Weinberge, der HunsrĂŒck schirmt diese von den feuchten Westwinden ab. Der Rhein dient hierbei zusĂ€tzlich als WĂ€rmespeicher und der Schieferboden reflektiert die Sonnenstrahlen. Dieses trockene und warme Klima eignet sich besonders fĂŒr den Weinanbau und sorgt fĂŒr eine in diesen Breiten einzigartige Flora und Fauna .

  • Temperatur im Jahresdurchschnitt: 10 Grad
  • Niederschlag im Jahresdurchschnitt: 590 mm

Nutzung

Blick auf die Weinlagen des Bopparder Hamm's
Blick auf die Weinlagen des Bopparder Hamm's

Die linksrheinischen HĂ€nge bilden die grĂ¶ĂŸte zusammenhĂ€ngende RebflĂ€che des Weinanbaugebietes Mittelrhein (ca. 75 ha). Hauptrebsorten: Riesling , Rivaner und SpĂ€tburgunder . Durch die Steilheit der Weinberge und die klimatischen Bedingungen wachsen hier Weine von hoher QualitĂ€t. Der Bopparder Hamm wird von Winzern der benachbarten Gemeinden Boppard und Spay bewirtschaftet. Die Winzerfamilien bebauen ihre eigenen RebflĂ€che, verarbeiten ihre Trauben selbst zu Wein und vermarkten ihn eigenstĂ€ndig. Der Weinanbau am Steilhang ( Neigung bis ĂŒber 80%) ist ĂŒberwiegend Handarbeit. Rebschnitt, Laubarbeit und Weinlese werden manuell durchgefĂŒhrt. Zur Zeit gibt es im Bopparder Hamm 16 Vollerwerbswinzer. Die Jahresproduktion liegt (stark witterungsabhĂ€ngig) bei ca. 600.000 Litern.

Weinlagen innerhalb des Bopparder Hamms

Der Oberbegriff fĂŒr die hier erzeugten Weine ist Bopparder Hamm. Die Großlage heißt Gedeonseck. Als engere geographische Bezeichnung dienen die Einzellagen :

  • Engelstein
  • Ohlenberg
  • Feuerlay
  • Mandelstein
  • Weingrube
  • FĂ€sserlay
  • Elfenlay

Geschichte des Weinbaus

Da in Boppard 370 n. Chr. ein römisches Kastell errichtet wurde und Wein dort ein Bestandteil der Truppenverpflegung war, geht man davon aus, das schon zu dieser Zeit Wein im Bopparder Hamm angebaut wurde. Nach dem Abzug der Römer fĂŒhrten die Franken den Weinanbau in ihren Königspfalzen (so auch in Boppard) fort. Erstmals urkundlich erwĂ€hnt wird der Weinbau in Boppard 643 n. Chr. . Die Weinberge waren zu dieser Zeit und noch bis ins spĂ€te Mittelalter im Besitz von Adligen, der großen Klöster und Stifte (Fulda, Hildesheim) oder gehörten direkt zum Reichsgut und wurden erst von Unfreien , spĂ€ter von freien LehnsmĂ€nnern bewirtschaftet. Auf den Reichsbesitz deutet noch heute die Lagenbezeichnung FĂ€sserlay (abgeleitet von fess = Fiskus und lay = Felsen) hin. Das ganze Mittelalter hindurch und bis in die Neuzeit war der Wein das Hauptwirtschaftsgut in Boppard.

Ab dem spÀten Mittelalter wurde der Weinbau im Bopparder Reich vor allem von kleinen Familienbetrieben getragen. Beinahe jeder Gewerbetreibende in Boppard bearbeitete im Nebenerwerb auch einen kleinen Wingert es gab jedoch nur wenige hauptberufliche Winzer . Neben der Erbleihe hatten diese auch vermehrt eigenen Grundbesitz im Bopparder Hamm. Nach Abschluss jeder Lese wurden vom Bopparder Stadtrat bei einer jÀhrlichen Herbstmahlzeit die Preise festgesetzt. Durch Vererbung entwickelten sich zunehmend viele Klein- und Kleinstparzellen, die kaum noch wirtschaftlich zu bearbeiten waren. Die Folge war ein vor allem auf QuantitÀt ausgerichter Weinbau. Die Traubensorte Elbling wurde sehr populÀr, der Preis verfiel zusehends., so dass es - ausgelöst durch schlechte Lesen und hohe Pachten und Zehnten - im 16. und 18. Jahrhundert zu regelrechten Hungersnöten kam.

Durch die SĂ€kularisation in der napoleonischen Zeit verbesserte sich zwar die Besitzsituation, dafĂŒr fielen mit den Klöstern und dem Erbistum aber potente Abnehmer weg. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts fĂŒhrte das epidemieartige Auftreten der Reblaus fast zum Komplettverlust der Ernten. Erst mit der EinfĂŒhrung neuer Rebsorten als Unterlagsreben erholte sich der Weinbau langsam wieder und es wurde zunehmend mehr wert auf QualitĂ€t gelegt. Riesling wurde der mit Abstand meist angebaute Wein im Bopparder Hamm. Die Zersplitterung und die fast nicht vorhandenen Wege waren jedoch nach wie vor ein Problem. so gab es 1946 allein im Mittelhamm ĂŒber 2000 Kleinparzellen.

Erst 1966 schaffte eine erste Flurbereinigung im Mittelhamm Abhilfe. Die Parzellenzahl reduzierte sich auf 450 und es wurden ĂŒber 17 km befestigte und geteerte Wege gebaut. Die Betriebe wurden weniger und grĂ¶ĂŸer. Eine zweite Flurbereinigung ordnete 1985 auch den Vorderhamm neu. Die bebaute FlĂ€che sank von weit ĂŒber 100 ha in der Nachkriegszeit auf heute ca. 75 ha. Seit Anfang der 80er-Jahre wurden auch vermehrt frĂŒher eher untypische Rotweinsorten angebaut.

Tourismus

Der "Vierseenblick" bei Boppard
Der "Vierseenblick" bei Boppard

Durch die Hanglagen des Hamms fĂŒhrt ein Weinlehrpfad. In der Hauptsaison werden regelmĂ€ĂŸig Weinwanderungen angeboten.

Am oberen Rand der HĂ€nge liegt nahe Boppard der "Vierseenblick", der Name hat seinen Ursprung darin, dass das Rheintal von diesem Punkt aus betrachtet so aussieht, als bestĂŒnde es aus vier Seen. TatsĂ€chlich kommt diese Aussicht natĂŒrlich dadurch zustande, dass der eine Schleife fließende Rhein an den richtigen Stellen verdeckt wird. Der Aussichtspunkt kann von Boppard aus mit einem Sessellift erreicht werden.

Ebenfalls oberhalb des Bopparder Hamms liegt der Jakobsberger Hof .

Am linken Rheinufer in der NĂ€he von Spay befindet sich der Campingplatz "Sonneneck".

Der Bopparder Hamm dient zu Rhein in Flammen, am zweiten Samstag im August jeden Jahres, als Sammelpunkt und AufstellflĂ€che fĂŒr den ĂŒber 70 Schiffe umfassenden Schiffskorso der im Rahmen der Veranstaltung bis nach Koblenz fĂ€hrt.

Seit 1997 findet in den Weinbergen jĂ€hrlich am letzten Aprilsonntag der Mittelrheinische WeinfrĂŒhling statt.

Flora und Fauna

Im Bopparder Hamm weltweit einziges Vorkommen der Iberis boppardensis, der Bopparder Schleifenblume. Außerdem eines der nördlichsten Vorkommen der Westlichen Smaragdeidechse in Mitteleuropa.

Gemeinden am Bopparder Hamm

Linksrheinisch
Rechtsrheinisch

Weblinks

Wikipedia

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