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Letzte Änderung für Artikel Donnersberg: 22.01.2006 01:53

Donnersberg

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Der Donnersberg (lat. Mons Jovis, frz. Mont Tonnerre) im Donnersbergkreis (Rheinland-Pfalz) ist mit 687 Metern das h√∂chste Bergmassiv der Pfalz. Der mehrere Kuppen tragende Berg liegt im Nordpf√§lzer Bergland zwischen Rockenhausen und Kirchheimbolanden, nicht ganz im Mittelpunkt des St√§dtedreiecks Bad Kreuznach, Worms und Kaiserslautern. Seine h√∂chste Erhebung ist der K√∂nigstuhl, ein (mit viel Fantasie) als thronartig anzusehendes Felsst√ľck.

Der Donnersberglauf √ľber eine Strecke von 7.200 m bei einer kumulierten Steigung von 418 m ist allj√§hrlich im Februar der 1. Lauf der Pf√§lzischen Berglaufserie.

Lage des Donnersberges in Deutschland
Lage des Donnersberges in Deutschland

Inhaltsverzeichnis

Geologie

Der Donnersberg nimmt eine Bodenfl√§che von ca. 2.400  ha ein, besitzt einen Durchmesser von rd. 7 km und √ľberragt sein Umland um etwa 300 m. Er liegt im Nordosten des Nordpf√§lzer Berglandes an der Grenze zum rheinhessischen H√ľgelland. Geologisch ist das Nordpf√§lzer Bergland dem Saar-Nahe-Becken zugeordnet, welches als Bindeglied zwischen dem n√∂rdlich gelegenen Rheinischen Schiefergebirge und dem sich s√ľdlich anschlie√üenden S√ľdwestdeutschen Schichtstufenland fungiert.

Der Berg entstand im Zeitalter des Perm , im √úbergang vom Unteren zum Oberen Rotliegenden , durch vulkanische Hebung. Er war jedoch kein t√§tiger Vulkan , die im Bereich des Nordpf√§lzer Berglands aus dem Erdinneren aufsteigenden sauren Magmamassen erstarrten aufgrund ihrer Z√§hfl√ľssigkeit noch unterhalb der Erdoberfl√§che meist als Intrusivgesteine .

Der westliche Teil des Donnersbergmassivs ist gekennzeichnet durch viele Einzelberge, die durch tief eingeschnittene T√§ler getrennt sind. Im Gegensatz dazu wird der nord√∂stliche Hauptstock von einer etwa 300 ha gro√üen Hochfl√§che mit nur leichtem Gef√§lle eingenommen, von der dann steil abfallende Hanglagen zu Tale f√ľhren.

Am westlichen Rande des Plateaus im Osten erhebt sich der K√∂nigstuhl. Er ist ein zerkl√ľfteter, jedoch begehbarer Rhyolithblock , der ca. 8 km tief in die Erdkruste hineinreicht.

Flora und Fauna

Der Donnersberg ist heute total bewaldet, √ľberwiegend mit Laubholz, davon etwa 50 % Buchen und 25 % Birken . Beim Nadelholz herrschen Fichten und Kiefern vor. Bemerkenswert ist in der √∂stlichen Randlage ein gro√üer Bestand an Edelkastanien . Diese Baumart kam mit den R√∂mern um die christliche Zeitenwende herum in die Pfalz.

An Wild sind neben Wildschweinen, Rehen und Hasen auch Mufflons anzutreffen.

Geschichte

Keltenwall auf dem Donnersberg
Keltenwall auf dem Donnersberg

Keltenzeit

Auf dem Hochplateau des Berges befinden sich die Reste einer zweigeteilten keltischen Ringwallanlage (Oppidum), die mit insgesamt 8,5 km L√§nge eine der gr√∂√üten dieser Art n√∂rdlich der Alpen war. Sie wurde in der La-T√®ne-Zeit , etwa 150 v. Chr., errichtet und nahm eine Fl√§che von 240 ha ein, wobei am √∂stlichen Hauptwerk eine Mauerh√∂he von etwa 4 m nachgewiesen ist. Ein kleines Teilst√ľck wurde rekonstruiert (s. Foto).

Die gesamte Anlage wurde etwa 50 v. Chr. auf friedlichem Wege ger√§umt. Sie ist weiter unten ausf√ľhrlich beschrieben.

Germanenzeit

Der deutsche Name Donnersberg l√§sst vermuten, dass das von Westen her h√§ufig wolkenverhangene Bergmassiv, das andererseits der in seinem Lee gelegenen Nordostpfalz oftmals Trockenperioden beschert, bei den Germanen dem Gott Donar heilig war. Daf√ľr spricht auch der lateinische Name (Berg des Jupiter), der m√∂glicherweise in analoger √úbersetzung entstanden ist, als einst die R√∂mer die Gegend in Besitz nahmen.

Mittelalter bis Neuzeit

Die f√ľnf Burgen Tannenfels, Wildenstein, Hohenfels, Falkenstein und Ruppertsecken, die den Donnersberg im Mittelalter umgaben, unterstreichen seine strategische Bedeutung.

1335 , im sp√§ten Mittelalter, wurde innerhalb der Hochfl√§che das Kloster St. Jakob gegr√ľndet. M√∂nche rodeten das Gel√§nde im Bereich des ehemaligen Ringwalles und bewirtschafteten es zur Eigenversorgung. Um 1550 , nach der Reformation , wurde das Kloster wieder aufgel√∂st und dort ein landwirtschaftliches Hofgut (mit 70 ha Acker- und Wiesenland) eingerichtet, welches bis 1854 in Betrieb war. Danach kaufte es der bayerische Staat auf und lie√ü das gesamte Areal aufforsten. Auf dem Platz des ehemaligen Hofes steht heute ein Gasthaus.

Namensgeber

Der Donnersberg war nach 1797 / 98 Namensgeber f√ľr das franz√∂sische D√©partement Donnersberg und 1969 f√ľr den heutigen rheinland-pf√§lzischen Donnersbergkreis.

Bauwerke

Keltenwall, Nahaufnahme
Keltenwall, Nahaufnahme

Altertum

Keltenwall

Der Wall besteht aus einem Ost- und einem Westwerk und wurde von den Kelten zweimal erneuert. Im Innern des Walls (und das ist bisher einmalig) befindet sich eine Viereckschanze . Am sogenannten Schlackenwall am n√∂rdlichen Eckpunkt laufen seit dem Jahr 2004 Ausgrabungen mit dem Ziel, eine keltische Glasproduktion nachzuweisen. Erste Grabungsergebnisse machen die These wahrscheinlich, dass die Kelten am Schlackenwall Rhyolith in √Ėfen verglast haben, um so zu Rohglas zu gelangen, das zur Herstellung von Schmuck und Gebrauchswaren weiterverwendet wurde.

Allein von der Gr√∂√üe her geh√∂rt die Wallanlage zu den bedeutendsten keltischen Oppida √ľberhaupt. Neben der Viereckschanze und der Glasproduktion wurden bisher auch ein bronzener Achsnagelkopf , M√ľnzfunde der Leuker und aus r√∂mischer Zeit gemacht. In j√ľngerer Zeit gab es weitere Funde bronzener Metallteile, z. B. eine kleine, knapp 4 cm lange konisch zulaufende Bronzeh√ľlse mit Doppelkopf. Sie war vermutlich die Spitze eines keltischen Trinkhornes .

Keltenwall und Viereckschanze können auf dem sogenannten Keltenweg erwandert werden, der entlang der östlichen Hauptwallanlage verläuft.

Neuzeit

Ludwigsturm

900 m √∂stlich des K√∂nigstuhles wurde 1864 / 65 durch ein pf√§lzisches Turmbaukommitee der 27 m hohe Ludwigsturm gebaut. 1952 mu√üte man ihn von Grund auf restaurieren, um ihn vor dem Abriss zu bewahren. Heute wird der Turm vom Donnersbergverein betreut.

Bei klarem Wetter hat man von hier eine hervorragende Rundumsicht √ľber weite Teile Rheinhessens, des Nordpf√§lzer Berglandes und des Pf√§lzer Waldes. Man blickt beispielsweise nach Osten bis zur rund 30 km ( Luftlinie ) entfernten Domstadt Worms und kann im Nordosten bei sehr guter Sicht sogar die Skyline von Frankfurt am Main erkennen, wohin es etwa 70 km sind.

Fernsehturm

Nahe dem Ludwigsturm wurde 1961 / 62 in Stahlbetonbauweise ein 204,82 m hoher Fernsehturm des S√ľdwestrundfunks errichtet. Er dient als Grundnutzsender f√ľr UKW-H√∂rfunk und TV. Der f√ľr die √Ėffentlichkeit nicht zug√§ngliche Turm wurde zu einem weithin sichtbaren Wahrzeichen des Donnersberges. Von ihm werden folgende Programme abgestrahlt:

Hörfunk SWR1 99,1 MHz/60 kW
  SWR2 92,0 MHz/60 kW
  SWR3 101,1 MHz/60 kW
  SWR4 (Radio Kaiserslautern) 105,6 MHz/60 kW
TV Das Erste  
  ZDF  
  S√ľdwest Rheinland-Pfalz  

US-Funkstation

Zwischen Fernsehturm und K√∂nigstuhl wurde nach dem Zweiten Weltkrieg f√ľr die U.S. Army die gr√∂√üte Funkstation Westeuropas erstellt, die insbesondere in den Zeiten des Kalten Krieges eine √ľberragende Bedeutung zur Verbindung in die USA hatte.

Anfahrt

Die Zufahrt zum Plateau des Donnersberges erfolgt √ľber den Luftkurort Dannenfels, Ortsteil Bastenhaus. Eine zus√§tzliche R√ľckfahrtm√∂glichkeit bietet die Einbahnstra√üe direkt nach Dannenfels.

Literatur

  • Andrea Zeeb-Lanz: Das keltische Oppidum auf dem Donnersberg
  • Kurt Bittel: Grabung auf dem Donnersberg (Rheinpfalz). in: Germania. Ph. von Zabern, Mainz 14.1930, 206-214, ISSN 0016-8874
  • Heinz-Josef Engels: Die Viereckschanze, Grabung 1974/75. Der Donnersberg, Ausgrabungen, Forschungen, Geschichte  1. Franz Steiner, Wiesbaden 1976, ISBN 3515023496
  • Kurt Bittel: Der Donnersberg, eine keltische Stadtanlage. Franz Steiner, Wiesbaden 1981, ISBN 3515035753
  • Kurt Bittel: Der Beitrag der Ausgrabungen auf dem Donnersberg f√ľr die Kenntnis sp√§tkeltischer Stadtanlagen. Steiner, Stuttgart 1989.

Weblinks


Koordinaten: 49¬į 37' 29" N 7¬į 55' 38" O

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