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Letzte Änderung für Artikel Vulkaneifel: 12.02.2006 20:58

Vulkaneifel

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Eines der drei Dauner Maare (Weinfelder- / Totenmaar)
Eines der drei Dauner Maare (Weinfelder- / Totenmaar)

Die Eifel bildet gemeinsam mit Hunsr√ľck, Taunus, Westerwald, Rothaargebirge und Sauerland einen Teil des Rheinischen Schiefergebirges.

Die Vulkaneifel erstreckt sich vom Laacher See-Gebiet und der Landschaft zwischen Andernach und Mayen bis zur Gegend um den Kronenburger See und der Region um Manderscheid . Ihr Zentrum ist die Region um Daun. Die Landschaft der Vulkaneifel, naturräumlich in die Vulkanische:

  • Westeifel
  • Hocheifel
  • Osteifel

gegliedert, ist durch die Formen des jungen Vulkanismus : Vulkankrater , mächtige Bimsstein - und Basalt -Ablagerungen und Maare geprägt .

Vulkanologen haben f√ľr den Zeitraum der letzten 700.000 Jahre in der Eifel rund 100 gut datierbare Vulkanausbr√ľche festgestellt. In der Regel herrschen zwischen den Eruptionsphasen etwa 10.000 und 20.000 Jahre Ruhe. Einer der letzten und dramatischsten Ausbr√ľche, n√§mlich der des Laacher-See Vulkans, fand erst vor ca. 13 000 Jahren statt. Der j√ľngste Vulkan n√∂rdlich der Alpen ist das Ulmener Maar, der vor ca. 10.000 Jahren zum letzten Mal ausbrach.

Schon die Statistik zeigt, dass dies noch nicht der letzte Ausbruch war. In den vergangenen f√ľnf Jahren konnte mittels seismographischer Messungen nachgewiesen werden, dass unter der Eifel eine 1.000 bis 1.400¬įC hei√üe Zone ( Plume ) liegt, die 200¬įC hei√üer ist, als ihre unmittelbare Umgebung. Aufschmelzungsvorg√§nge sind mit Volumenvergr√∂√üerung verbunden, was sich in Form von Landhebungen bemerkbar machen muss. Tats√§chlich ist die Eifel schon seit langem als Hebungsgebiet bekannt: Mit vergleichsweise rasanter Geschwindigkeit (gemessen an geologischen Zeitr√§umen) wird die etwa 32 km dicke Erdkruste hier um 1 bis 2 mm pro Jahr gehoben.

Vulkane entstehen weltweit am h√§ufigsten an Spreizungszonen oder Subduktionszonen , dass hei√üt an den R√§ndern der gro√üen Kontinental- oder ozeanischen Platten . Seltener bildet sich Vulkanismus √ľber Hot¬≠-Spots , wie das z.B. in Hawaii der Fall ist. Unter dem Eifel-Hot Spot befindet sich ein Plume, der f√ľr das vulkanische Geschehen in den letzten 700 000 Jahren verantwortlich ist. Am Ende der letzten Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren bestanden im heutigen Laacher Becken mehrere Vulkane, die in eher ungef√§hrlicher Dauert√§tigkeit waren. Menschen hielten sich jedoch von ihnen fern, wie das Fehlen arch√§ologische Funde zeigt.

Dann begann pl√∂tzlich eine hochexplosive T√§tigkeit: Vulkankegel im Gebiet des heutigen Sees wurden in die Luft gesprengt. Lavafetzen und hochgejagtes Lockermaterial ( Bomben , Lapilli , Aschen ) bildeten bei ihrer Ablagerung am Ringwall des Beckens bis zu 30 m hohe geb√§nderte Tuff -, Bims - und Ascheschichten. In 15 km Entfernung, bei Neuwied am Rhein, sind diese Schichten noch 6 m m√§chtig. Staubfeines Material wurde in der oberen Atmosph√§re bis Bornholm in der Ostsee und Norditalien transportiert und l√§sst sich als dunkler Streifen in den entsprechenden Bodenhorizonten nachweisen. Bei der Eruption m√ľssen mindestens zwei Megatonnen Schwefel in die Stratosph√§re transportiert worden sein.

Rund 5 Kubikkilometer Magma wurde in 4 bis 5 Tagen ausgeworfen. Das entspricht der F√∂rdermenge des Vesuv bei seinem gro√üen Ausbruch im Jahr 79 n. Chr., der zum Untergang von Pompeji f√ľhrte. In der Eifel ebenso wie am Vesuv sorgten pyroklastische Fl√ľsse f√ľr gr√∂√üte Verheerung. Vom Laacher Vulkan aus sind sie vor allem ins Brohltal abgeflossen und haben dort bis zu 60 m hohe Ablagerungen aus por√∂sem Gestein hinterlassen. Die 50 m hohe Wingertsbergwand zeugt davon. Der Ausbruch f√∂rderte nahezu doppelt soviel Material wie die 300 restlichen Vulkane der Westeifel zusammen. Dabei wurde eine Energie frei, die etwa der Kraft von 500 Hiroshima-Atombomben entspricht. Wenige Menschen sind in dem kaum besiedelten Gebiet ums Leben gekommen: Bei Wei√üenthurm fand man Reste eines menschlichen Skeletts.

Laacher See im Winter
Laacher See im Winter

Der katastrophale Bimsausbruch des Laacher See-Vulkans hat nicht nur f√ľr Zerst√∂rung gesorgt. Die wissenschaftliche Erforschung des Eifelgebiets vor 700 000 Jahren ist m√∂glich, weil eine ganze Landschaft im Zustand der Nacheiszeit durch die Bimslagen konserviert wurde.

Der ehemalige Eifelvulkanismus hat auch wirtschaftlichen Nutzen: So stammten rund 40 Prozent aller f√ľr den Wiederaufbau der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg verwendeten Bausteine aus dem riesigen Bimstuff -Gebiet des Laacher Vulkans.

Zur Vulkaneifel zählen der größte Teil des Landkreis Daun, ein großer Teil des Landkreis Mayen-Koblenz, sowie Teilgebiete der Landkreise Ahrweiler, Bernkastel-Wittlich und Cochem-Zell.

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