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Letzte Änderung für Artikel Westfalen: 14.02.2006 14:18

Westfalen

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Westfalen ist ein historisches Gebiet im Nordwesten Deutschlands . GegenwĂ€rtig bildet es (mit dem ehemaligen Land Lippe) den östlichen Landesteil des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und umfasst hier die Regierungsbezirke Arnsberg, Detmold und MĂŒnster.

Das Westfalenpferd ist das Wappentier Westfalens.
Das Westfalenpferd ist das Wappentier Westfalens.

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Ausdehnung und politische Gliederung Westfalens unterlagen im Laufe der Geschichte VerÀnderungen. Man kann dabei im wesentlichen unterscheiden zwischen den Begriffen:

  • der Landesteil Westfalen seit der Bildung Nordrhein-Westfalens 1946
  • die preußische Provinz Westfalen vom Wiener Kongress 1815 bis 1946
  • das vormoderne Westfalen von etwa 1180 bis zum Frieden von Tilsit 1807
  • das (alt-)sĂ€chsische Westfalen etwa vom 8. Jh. bis zur Zerschlagung des Herzogtums Sachsen 1180

Dabei sind Provinz und Landesteil in ihrem Umfang weitgehend identisch, mit den zwei anderen Gebieten decken sie sich nur teilweise. Das vormoderne Westfalen bezog den SĂŒdwesten des heutigen Niedersachsen (u.a. OsnabrĂŒck), Essen und Lippe mit ein, wĂ€hrend Siegerland und Wittgensteiner Land nicht dazugehörten. In altsĂ€chsischer Zeit gehörte das heutige Ostwestfalen grĂ¶ĂŸtenteils zu Engern .

Andere Territorialbeeichnungen mit dem Bestandteil “Westfalen” waren das Herzogtum Westfalen, das sich faktisch nur auf einen kleineren Teilbereich bezog, und das kurzlebige Königreich Westfalen, das sich willkĂŒrlich des Namens bediente.

Von den genannten Definitionen wich ebenfalls ein eher geografisches VerstĂ€ndnis Westfalens ab, wie man es v.a. in der frĂŒhen Neuzeit findet. Darunter fasste man den Raum zwischen Friesland, niederlĂ€ndischer Grenze (manchmal bis zur Zuidersee ), Rhein, Westerwald, Westhessischem Bergland und der Weser. Diese Auffassung steht auch im Zusammenhang mit der Bildung des WestfĂ€lischen Reichskreises . DemgegenĂŒber findet sich im ausgehenden SpĂ€tmittelalter noch ein engerer Westfalenbegriff der das Gebiet Westfalens zwischen Niederrhein, Weser, hessischem Mittelgebirge und dem Übergang zu Friesland, nahezu deckungsgleich mit der modernen Vorstellung umschreibt.

Als (die) Westfalen bezeichnete man noch bis ins 20. Jh. hinein die Bevölkerung im Bereich des vormodernen Westfalens, auch in Anlehnung an die dort gebrÀuchlichen westfÀlischen Mundarten. Heute hat sich die Bezeichnung weitgehend auf die westfÀlischen Bewohner im westfÀlischen Teil des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen verengt.

Herkunft und Bedeutung des Namens Westfalen ist nicht gesichert. Eine Deutung besagt, mit West-Falen seien die WestmÀnner gemeint gewesen, d.h. der westliche Teil des Stammes der Sachsen, neben Engern und Ostfalen .

Symbole

Symbolbeladen sind das Westfalenlied und das Westfalenpferd. Eine bekannte westfĂ€lische Symbolfigur ist der Kiepenkerl, ausgestattet mit weitem blauen Hemd ( Kittel ), rotem Halstuch, Holzschuhen und seiner Kiepe , einem Tragkorb. Mit ihrer Kiepe auf dem RĂŒcken zogen frĂŒher KrĂ€mer ĂŒber Land und boten auf den Höfen wie in den StĂ€dten ihre Waren an. In vielen StĂ€dten, so auch in MĂŒnster, hat man dem Kiepenkerl ein Denkmal aufgestellt.

Geographie

Mittelgebirgslandschaft im Sauerland
Mittelgebirgslandschaft im Sauerland

Im gegenwĂ€rtigen Westfalen leben etwa 8,5 Millionen Menschen in den Regionen MĂŒnsterland, Ostwestfalen-Lippe, Sauerland (ohne das Hessische Upland) und Siegerland (zum Großteil zu Westfalen gehörend), sowie im mittleren und östlichen Teil des WestfĂ€lschen Ruhrgebiets. Der sauerlĂ€ndische und siegerlĂ€ndische Teil Westfalens wird SĂŒdwestfalen genannt.

GrundsÀtzlich wird Westfalen wahlweise Norddeutschland , Nordwestdeutschland oder Westdeutschland zugeordnet.

Die grĂ¶ĂŸte Stadt Westfalens ist Dortmund, gefolgt von den StĂ€dten Bochum, Bielefeld, MĂŒnster und Gelsenkirchen. MĂŒnster ist ein wichtiger Verwaltungssitz im Land Nordrhein-Westfalen, unter anderem Sitz des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Weitere wichtige StĂ€dte sind Arnsberg, Bocholt, Bottrop, GĂŒtersloh, Hagen, Hamm, Herford, Herne, Iserlohn, Lippstadt, LĂŒdenscheid, LĂŒnen, Menden, Minden, Paderborn, Recklinghausen, Rheine, Siegen, Soest, Unna, Warendorf und Werl.

Der wasserreichste Fluss in Westfalen ist die Weser, die bei Porta Westfalica mit der WestfĂ€lischen Pforte das Wiehen- und Wesergebirge druchbricht. Zum Einzugsgebiet des Rheins gehören die Ruhr mit den NebenflĂŒssen Lenne und Volme, die Emscher und die Lippe. Die am Teutoburger Wald entspringende Ems durchfließt mit einem eigenen Einzugsgebiet den Osten und Norden der WestfĂ€lischen Bucht.

Siehe auch: Ostfalen , Liste der Landschaften in Nordrhein-Westfalen

Geschichte

Ur- und FrĂŒhgeschichte

Die bisher Ă€ltesten Überreste von anatomisch modernen Menschen in Westfalen sind ĂŒber 10.700 Jahre alt. Sie wurden im FrĂŒhjahr 2004 in einer Felsenhöhle bei Hagen-Hohenlimburg entdeckt. Diese Menschen lebten im frĂŒhen Mesolithikum .

Steinzeit

Das Gebiet Westfalens wurde bereits von Neandertalern wĂ€hrend der Mittleren Altsteinzeit bewohnt. Im MĂŒnsterland, im Ruhrgebiet und im Sauerland wurden archĂ€ologische Funde entdeckt, die auf Jagdlager hindeuten. In einer Sandgrube bei Warendorf wurde - leider ohne weitere Befunde - ein kleines SchĂ€delteil eines Neandertalers gefunden. Zu den wichtigsten Fundstellen der Mittleren Altsteinzeit in Europa gehört die Balver Höhle. Hier wurden ĂŒber vier große Schichten entdeckt, die sich nach mehreren Nutzungsphasen durch JĂ€gergruppen in einem Zeitraum von rund 50.000 Jahren abgelagert hatten. Zahlreiche Funde aus dieser Höhle sind besonders im WestfĂ€lischen Museum fĂŒr ArchĂ€ologie in Herne und im Museum fĂŒr Ur- und FrĂŒhgeschichte in Hagen zu sehen.

SchÀdel einer Steinzeitfrau, entdeckt im Jahr 2004 in einer Höhle bei Hagen-Hohenlimburg
SchÀdel einer Steinzeitfrau, entdeckt im Jahr 2004 in einer Höhle bei Hagen-Hohenlimburg

In den folgenden Zeitabschnitten kam es vor allem in der SpĂ€ten Altsteinzeit zu einer intensiven Besiedlung durch RentierjĂ€ger. Aus der Mittelsteinzeit liegen besonders viele FundplĂ€tze vor. Aus dieser Zeit stammen auch die Ă€ltesten Skelettfunde von anatomisch modernen Menschen, die 2004 in einer Höhle bei Hagen entdeckt wurden. Diese auch international wichtigen Funde werden im Museum fĂŒr Ur- und FrĂŒhgeschichte in Hagen verwahrt und zum Teil auch ausgestellt.

Aus der Jungsteinzeit sind Siedlungen der Bandkeramik , Rössener Kultur und Michelsberger Kultur belegt. Bestattungen der Àlteren jungsteinzeitlichen Kulturen sind aus Westfalen bisher noch nicht bekannt. Aus der spÀten Michelsberger Kultur liegen jedoch mehrere besonders gut erhaltene Skelettreste von Menschen aus einer Höhle bei Hagen vor. Sie zÀhlen zu den sehr wenigen bekannten Bestattungen aus dieser Zeit in Europa .

Aus spÀteren Abschnitten der Jungsteinzeit fanden sich so genannte MegalithgrÀber und Bestattungen der Becherkulturen . Die Hellwegbörden sind dabei der Grenzraum zwischen den Anlagen der Trichterbecherkultur (Halen, Heiden) und den hessisch-westfÀlischen GaleriegrÀbern der Wartberg-Kultur (Calden, Warburg).

Zahlreiche Steinwerkzeuge deuten darauf hin, dass die wĂ€hrend der Jungsteinzeit in Westfalen lebenden Menschen vom Bergbau auf Feuerstein und anderen Rohstoffen profitierten. Diese Rohstoffe und fertigen Steinwerkzeuge wurden ĂŒber weite Entfernungen transportiert. Vielleicht gab es eine Art Handel mit diesen GerĂ€tschaften.

In mehreren Siedlungen und GrĂ€bern in Westfalen wurden FlintgerĂ€te von der Maas, vom Lousberg bei Aachen und aus Frankreich sowie Plattenhornstein aus SĂŒddeutschland ( Arnhofen , Baiersdorf) entdeckt. Aus den Alpen stammen Beilklingen aus Nephrit und Jadeit , aus dem Balkan und Böhmen der Amphibolit , der in der Bandkeramik und Rössener Kultur zur Herstellung von Dechselklingen und Breitkeilen benutzt wurde.

ArchĂ€ologische Funde aus Westfalen werden in besonders grosser Zahl im WestfĂ€lischen Museum fĂŒr ArchĂ€ologie und im Museum fĂŒr Ur- und FrĂŒhgeschichte Wasserschloss Werdringen prĂ€sentiert.

Mittelalter

Die Bezeichnung Westfalen erscheint schriftlich erstmals in den Reichsannalen Karls des Großen. FĂŒr das Jahr 775 werden die Westfalai erstmals erwĂ€hnt. Ihr Land wird von Karls Heer unmittelbar rechts des Rheins durchzogen und reicht mindestens bis zur Hase. Laut der Sachsengeschichte des Widukind von Corvey gliederte sich das von ihm beschriebene Volk der Sachsen vor den Sachsenkriegen Karls des Großen in die TeilstĂ€mme der Westfalen, Engern und Ostfalen. Das politische Westfalen war seit 1180 ein ausgedehntes Herzogtum im Westen des vormaligen Herzogtum Sachsen. Die schon damals historische Bezeichnung wurde nach dem Sturz Heinrichs des Löwen fĂŒr den Westteil des vormaligen Gesamtherzogtums Heinrichs wiedereingefĂŒhrt. Herzog von Westfalen war der Erzbischof von Köln. Zugleich bezeichnete Herzogtum Westfalen auch ein Territorium im Sauerland, das unter unmittelbarer Herrschaft des Erzbischofs stand. Die ĂŒbrigen Gebiete des Herzogtums waren kirchliche Herrschaftsgebiete und Grafenterritorien.

Neben der herzoglichen und territorialen Definition hielt sich ĂŒber die Jahrhunderte eine umfassendere Vorstellung Westfalens. Im ausgehenden SpĂ€tmittelalter charakterisiert die Schedel'sche Welchronik Westvalen als den Siedlungsraum der Westfalen, wie er auch heute noch in groben ZĂŒgen verstanden wird, ohne, dass ein staatliches Westfalen als Gebietskörperschaft existiert. Die Chronik von 1493 umschreibt Westfalen als Gebiet zwischen Niederrhein und Weser, im Norden an Friesland grenzend, im SĂŒden an das hessische Mittelgebirge .

FrĂŒhmittelalter

Im 8. Jahrhundert befanden sich wichtige Zentren der Sachsen in Westfalen. In Marklo bei Porta Westfalica wurden die zentralen Stammesversammlungen abgehalten. Die heilige Irminsul war eine bedeutende religiöse StÀtte.

Entscheidende Ereignisse des 30 Jahre dauernden Sachsenkrieges der Franken Ende des 8. Jahrhunderts wurden auf westfĂ€lischem Boden ausgetragen. In den Annalen Karls des Großen wird unter anderem von der Eroberung der Syburg ĂŒber der Ruhr im SĂŒden des heutigen Dortmunder Stadtgebiets berichtet. 794 fand die wahrscheinlich bedeutendste Schlacht dieses frĂ€nkischen Eroberungszuges auf dem Sintfeld bei Bad WĂŒnnenberg in der Gegend von Paderborn statt.

Beim demonstrativen Reichstag der siegreichen Franken von 799 im westfĂ€lischen Paderborn fand ein Treffen von Karl dem Großen und Papst Leo III. statt. Dabei wurde die römische Kaiserkrönung fĂŒr das Folgejahr vereinbart.

Es folgte die gewaltsame, systematisch durchgefĂŒhrte Christianisierung Westfalens. Am alten Glauben festzuhalten galt den neuen Machthabern als Widerstand gegen die Frankenherrschaft und bedeutete die Todesstrafe fĂŒr die GlĂ€ubigen. Die christliche Religion war Teil der Herrschaftsstrategie der Eroberer. Erster Bischof von MĂŒnster wurde Liudger, der dort in einer Domburg residierte. Weitere Bischofssitze wurden Minden und Paderborn. Corvey entwickelte sich zu einem der mĂ€chtigsten Klöster und wichtigem religiösem Zentrum. Mit der frĂ€nkischen Herrschaft begann die Vermittlung des antik-mediterranen Kulturerbes - der karolingischen Renaissance - in Westfalen.

Politisch wurde Westfalen Teil des dem FrÀnkischen Reich eingegliederten Herzogtums Sachsen mit Grafenverwaltung. Die Zahl der Thinge (Gerichtstage) wurde erheblich eingeschrÀnkt. Doch blieb ein eigenes Recht in der Karolingerzeit, die Lex Saxonum .

Mit dem Hellweg durchzog einer der wichtigsten Wege des Reisekaisertums der Ottonischen Zeit Westfalen in West-Ost-Richtung. Dortmund, am Hellweg gelegen, war eine der bedeutendsten Kaiserpfalzen , in der die Könige und Kaiser wiederholt Ostern , als höchstes christliches Fest, verbrachten.

Hochmittelalter

Unter anderem aus dem sĂŒdlichen Teil des Herrschaftsgebiets der seit etwa 1000 belegten Grafen von Werl, deren Besitzungen vom heutigen Schleswig-Holstein im Norden bis ins Sauerland im SĂŒden reichten, entstand im 12. Jh. ein territoriales Westfalen unter der Herrschaft der Erzbischöfe von Köln. GebietsansprĂŒchen der Kölner Erzbischöfe vermochte die Grafenfamilie nicht zu widerstehen. Die KirchenfĂŒrsten strebten in den Machtbereich der Grafen und brachten StĂŒck fĂŒr StĂŒck Teile des grĂ€flichen Besitzes unter ihre Herrschaft. Die so begrĂŒndete Macht der Erzbischöfe von Köln im Sauerland und damit in Westfalen konnte in der Folgezeit weiter ausgebaut werden. Bedingt durch Erbteilung und die Herrschaftserweiterung der Erzbischöfe siedelte das Grafengeschlecht nach Arnsberg um und nannte sich fortan Grafen von Werl-Arnsberg und schließlich Grafen von Arnsberg.

Nach der Entmachtung des Sachsenherzogs Heinrich der Löwe durch Barbarossa wurde die HerzogswĂŒrde in Sachsen geteilt. Herzog von Westfalen und Engern wurden die Erzbischöfe von Köln, 1180 war dies Philipp I. von Heinsberg , dessen Herrschaftsbereich sich ĂŒber die zum Erzbistum Köln gehörenden Gebiete Sachsens sowie ĂŒber das Bistum Paderborn erstreckte. Seit der Bildung des Herzogtums Westfalen-Engern wurde Engern mehr und mehr mit Westfalen identifiziert.

Zwar ĂŒbten die Erzbischöfe die herzogliche Gewalt fĂŒr das gesamte so definierte Westfalen aus, doch die politische Macht der einzelnen Territorien war zwischen Grafen und Bischöfen aufgeteilt. Eine besondere Entwicklung erfuhr die Grafschaft Mark, mit ihrem Territorium in SĂŒd-Westfalen, die nach der Schlacht von Worringen 1288 zu weitgehender politischer UnabhĂ€ngigkeit gelangte. Das als Herzogtum Westfalen bezeichnete Territorium war zunĂ€chst ein relativ kleines Gebilde von Besitzungen um Werl, RĂŒthen und Brilon vom Hellweg entlang der Möhne, sowie Medebach, Winterberg und Attendorn im Sauerland. Sie waren seit 1102 in den unmittelbaren Besitz der Erzbischofe von Köln gelangt und zum großen Teil 1180 aus Besitzungen Heinrichs des Löwen ĂŒbertragen worden.

Seit Mitte des 13. Jh. bildeten sich in Westfalen StĂ€dtebĂŒnde heraus. Mit Dortmund und Soest befanden sich, nach Köln, in Westfalen die beiden grĂ¶ĂŸten StĂ€dte des Hochmittelalters auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik. Dortmund entwickelte sich zur einzigen Reichsstadt in Westfalen. Sein Großes Turm-Siegel des 13. Jh. verkĂŒndete stolz: Sigillum Tremonie Civitatis Westfalie.

Beiden StĂ€dten, Soest wie Dortmund, kam eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Stadtrechten zu. Dortmund war darĂŒber hinaus Vorort fĂŒr alle WestfĂ€lischen StĂ€dte im Hanseverbund.

SpÀtmittelalter

GegrĂŒndet als ottonische Pfalzkirche, erhielt St. Reinoldi in Dortmund im SpĂ€tmittelalter einen Turm, der lange das höchste GebĂ€ude Westfalens war.
GegrĂŒndet als ottonische Pfalzkirche, erhielt St. Reinoldi in Dortmund im SpĂ€tmittelalter einen Turm, der lange das höchste GebĂ€ude Westfalens war.

In der zweiten HĂ€lfte des 14. Jahrhunderts bildete das Herzogtum Westfalen ein vollstĂ€ndig geschlossenes Territorium. Der Ankauf der Grafschaft Arnsberg 1368 fĂŒgte die bis dahin getrennten nördlichen und sĂŒdlichen Besitzungen der Erzbischöfe im Sauerland zusammen. Arnsberg entwickelte sich zum Hauptort des Herrschaftsgebietes.

Dortmund konnte sich Ende des 14. Jahrhunderts in der Großen Dortmunder Fehde gegen kriegerische Angriffe der benachbarten Grafschaft Mark und des Erzbistums Köln durchsetzen. Die SouverĂ€nitĂ€t als Reichsstadt konnte verteidigt werden. Im Jahre 1444 löste sich Soest, ebenfalls in Fehde, vom Erzbistum Köln (Soester Fehde 1444 - 1449 ). Zeitgleich gewann innerhalb der Hanse die Stadt MĂŒnster an Bedeutung.

Rechtshistorisch bedeutend fĂŒr das ganze Reich wurde die TĂ€tigkeit der westfĂ€lischen Femegerichte im 14. und 15. Jahrhundert. Nicht nur Westfalen, auch viele AuswĂ€rtige erhoben vor diesen Gerichten Klage. Das Geheimverfahren und die schnelle Urteilsvollstreckung (Tod durch ErhĂ€ngen) machten die Feme zu einem Ausnahmeprozeß, der Begriff der Feme ist noch heute gelĂ€ufig und wurde im 20. Jahrhundert von radikalen politischen Gruppen wieder aufgegriffen.

FrĂŒhe Neuzeit und Glaubenskriege

WestfÀlischer Reichskreis

Im Zuge der Reichsreform Maximilian I. wurden im Jahr 1512 auf dem Reichstag zu Köln neue Reichskreise gebildet, einer davon war der WestfĂ€lische Reichskreis. Er umfasste die Gebiete von der ostfriesischen NordseekĂŒste, ĂŒber Niederrhein, MĂŒnsterland und Sauerland, in etwa die Gebiete von der Weser bis zum Rhein. Zum Kreis zĂ€hlte auch das Hochstift LĂŒttich , jedoch nicht die zum Kurrheinischen Kreis gehörigen Territorien. Damit war das Herzogtum Westfalen nicht Bestandteil des WestfĂ€lischen Reichskreises, ebensowenig wie das Vest Recklinghausen.

Reformation in den StÀdten

Bereits 1525 fasste die Reformation in Dortmund Fuß. Bald folgte Soest. Protestantische Bildethik fand hier ihren Ausdruck in den Kupferstichen Heinrich Aldegrevers .

TĂ€ufer

Eine eigenartige Entwicklung nahm MĂŒnster mit der Herrschaft der TĂ€ufer. Da die TĂ€ufer die Taufe unmĂŒndiger Kinder als unbiblisch und deshalb als ungĂŒltig verwarfen, wurden MĂŒndige aufgrund ihres persönlichen Glaubensbekenntnisses erneut getauft. Diese radikal-reformatorische religiöse Bewegung hatte in den Niederlanden eine breite AnhĂ€ngerschaft gefunden. Von dort erreichte sie 1534 MĂŒnster, das sich bereits zwei Jahre zuvor der lutherischen Reformation geöffnet hatte. Die TĂ€ufer erlangten solche Macht, dass schließlich der Bischof von MĂŒnster sowie alle Andersdenkenden vertrieben wurden und eine straffe Theokratie - ein „neues Jerusalem“ - errichtet wurde. Erst nach Ablauf eines ganzen Jahres der Belagerung gelang den Truppen des Bischofs und seiner VerbĂŒndeten die RĂŒckeroberung der Stadt nach Verrat. Es folgten grausige Hinrichtungen der AnfĂŒhrer der TĂ€uferbewegung um Jan van Leyden. In der Folge war der Katholizismus im FĂŒrstbistum MĂŒnster gefestigt.

Auch in anderen StĂ€dten Westfalens waren TĂ€ufer aktiv. Doch begnĂŒgte man sich im allgemeinen mit deren Vertreibung, wenn sie nach politischer Macht strebten. In Dortmund wurde 1538 der WiedertĂ€ufer Peter von Rulsem hingerichtet

DreißigjĂ€hriger Krieg

Die am Hellweg gelegenen westfĂ€lischen StĂ€dte waren besonders stark von den Zerstörungen und PlĂŒnderungen des DreißigjĂ€hrigen Krieges betroffen. Dortmund wurde immer wieder von katholischen, wie auch von protestantischen Truppen wegen seines Reichtums zu hohen Geldleistungen gezwungen. Dabei war gerade die von Territorialherren unabhĂ€ngige Reichsstadt tolerant gegenĂŒber lutherischen wie katholischen Einwohnern geblieben. FĂŒr mehrere Monate nahmen 1632 die Truppen des kaiserlichen Befehlshabers Graf zu Pappenheim in Dortmund Quartier. Auch Pappenheim verzichtete nur gegen Lösegeld auf das Niederbrennen der Stadt. Ähnlich stark hatte das mĂ€rkische Soest unter den Folgen des Krieges zu leiden. Ebenfalls die kleineren StĂ€dte, wie Bochum, Hattingen oder Recklinghausen oder Paderborn waren vom Krieg betroffen. Das bĂ€uerliche Land wurde immer wieder ausgeplĂŒndert.

Das von der breiten Heerstraße des Hellwegs weit abgelegene MĂŒnster dagegen blieb weitgehend von den Kriegswirren verschont. Nur einmal wird die nordwestfĂ€lische Stadt von hessischen Truppen bedroht, doch nicht ernsthaft beschĂ€digt. Durch ihre Unversehrtheit war die Stadt, mit OsnabrĂŒck, am Ende des Krieges einer der wenigen Orte in dem die Friedensverhandlungen stattfinden konnten, obwohl sich besonders die spanischen Gesandten wiederholt ĂŒber die ProvinzialitĂ€t des Tagungsortes Ă€ußerten.

Am 24. Oktober 1648 wurde in MĂŒnster und OsnabrĂŒck der WestfĂ€lische Frieden geschlossen. Er beendete den DreißigjĂ€hrigen Krieg und begrĂŒndete ein neues politisches System in Europa.

Königreich Westphalen

Das durch Napoleon gebildete Königreich Westphalen mit der Hauptstadt Kassel, das von Ostwestfalen bis ins heutige Sachsen-Anhalt reichte, bestand nur sechs Jahre von 1807 bis 1813 . Die weitaus meisten Gebiete Westfalens waren in napoleonischer Zeit dem Großherzogtum Berg zugeordnet.

Preußische Provinz Westfalen

Provinz Westfalen (1905)
Provinz Westfalen ( 1905 )

Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde der Staat Preußen durch die Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzialbehörden vom 30. April 1815 in 10 Provinzen eingeteilt. Dabei wurde auch die Provinz Westfalen gebildet. Provinzhauptstadt wurde MĂŒnster (Westfalen).

Sie umfasste im Wesentlichen die bereits vor 1800 zu Preußen gehörigen Gebietsteile Minden, die Grafschaften Mark und Ravensberg, Tecklenburg sowie die nach 1803 an Preußen gelangten FĂŒrstbistĂŒmer MĂŒnster und Paderborn sowie einige kleinere Herrschaften, darunter die Grafschaften Nassau-Siegen und Limburg/Lenne.

Die Provinz Westfalen bestand aus einem nahezu geschlossenen Gebiet und war verwaltungsmĂ€ĂŸig in die Regierungsbezirke Arnsberg, Minden und MĂŒnster gegliedert. 1816 wurde der Landkreis Essen in die Rheinprovinz eingegliedert. 1851 und auch wĂ€hrend der Weimarer Republik wurden die Grenzen der Provinz geringfĂŒgig verĂ€ndert.

Politische Daten zur Provinz Westfalen

OberprÀsidenten
  • 1911 bis 1919 : Dr. Karl Prinz zu Ratibor und Corvey, Prinz zu Hohenlohe-SchillingsfĂŒrst
  • 1919 : Felix Friedrich Graf von Merveldt
  • 1919 bis 1922 : Dr. Bernhard Wuermeling , Zentrum
  • 1922 : Felix Friedrich Graf von Merveldt
  • 1922 bis 1933 : Dr. h. c. Johannes Gronowski , Zentrum
  • 1933 bis 1938 : Ferdinand Freiherr von LĂŒninck
  • 1938 bis 1945 : Dr. Alfred Meyer , NSDAP-Gauleiter
Provinziallandtag

1921 : Zentrum 35,5% - 49 Sitze | SPD 24,7% - 32 Sitze | DVP 13,0% - 18 Sitze | DNVP 8,8% - 11 Sitze | KPD 7,3% - 10 Sitze | USPD 4,6% - 6 Sitze | DDP 4,4% - 6 Sitze | Polen 1,7% - 2 Sitze
1925 : Zentrum 35,1% - 50 Sitze | SPD 22,8% - 32 Sitze | DVP 11,7% - 17 Sitze | DNVP 10,7% - 16 Sitze | KPD 9,3% - 14 Sitze | DDP 2,7% - 5 Sitze | WP 2,2% - 4 Sitze
1929 : Zentrum 32,9% - 46 Sitze | SPD 22,1% - 31 Sitze | KPD 9,3% - 13 Sitze | DVP 8,7% - 12 Sitze | WP 6,3% - 9 Sitze | DNVP 6,3% - 9 Sitze | EVD 4,0% - 6 Sitze | NSDAP 2,9% - 4 Sitze | DDP 2,5% - 4 Sitze | CNBL 2,2% - 4 Sitze
1933 : NSDAP 36,2% - 50 Sitze | Zentrum 28,2% - 39 Sitze | SPD 15,1% - 21 Sitze | KPD 10,3% - 14 Sitze | DNVP 6,8% - 10 Sitze | CSVD 2,3% - 4 Sitze

Gebiet und Bevölkerung

20.215 kmÂČ; 5.205.705 Einwohner (Mai 1939)

Verwaltungsgliederung der Provinz Westfalen und des Landesteils Westfalen-Lippe im Land Nordrhein-Westfalen

Regierungsbezirk Arnsberg

Heute noch existierende Kreise / Stadtkreise sind fett dargestellt.

Landkreise

  1. Landkreis Altena (bis zum 31. Dezember 1968, danach Landkreis LĂŒdenscheid, jetzt im MĂ€rkischen Kreis)
  2. Landkreis Arnsberg (bis zum 31. Dezember 1975, anschließend auf die Kreise Hochsauerlandkreis [Rechtsnachfolger], MĂ€rkischer Kreis und Soest aufgeteilt)
  3. Landkreis Bochum (bis zum 31. Juli 1929, dann fast alle Gemeinden in der Stadt Bochum)
  4. Landkreis Brilon (bis zum 31. Dezember 1974, jetzt im Hochsauerlandkreis)
  5. Landkreis Dortmund (bis zum 31. MĂ€rz 1928, dann fast alle Gemeinden in der Stadt Dortmund)
  6. Ennepe-Ruhr-Kreis (ab dem 1. August 1929, aus den Landkreisen Hagen, Hattingen und Schwelm gebildet)
  7. Landkreis Gelsenkirchen (ab dem 1. Juli 1885 bis zum 31. MĂ€rz 1926, dann etliche Gemeinden in der Stadt Gelsenkirchen, in der Stadt Wattenscheid und in der Stadt Wanne-Eickel)
  8. Landkreis Hagen (bis zum 31. Juli 1929, dann zur Stadt Hagen und zum Ennepe-Ruhr-Kreis)
  9. Landkreis Hamm (bis zum 16. Oktober 1930, dann in Landkreis Unna umbenannt)
  10. Landkreis Hattingen (ab dem 1. Juli 1885 bis zum 31. Juli 1929, dann zur Stadt Bochum und zum Ennepe-Ruhr-Kreis)
  11. Landkreis Hörde (ab dem 1. April 1887 bis zum 31. Juli 1929, dann zur Stadt Dortmund [Rechtsnachfolgerin], zum Landkreis Iserlohn und zum Landkreis Hamm
  12. Landkreis Iserlohn (bis zum 31. Dezember 1974, dann zum MĂ€rkischen Kreis [Rechtsnachfolger], zum Kreis Unna und zur Stadt Hagen)
  13. Landkreis Lippstadt (bis zum 31. Dezember 1974, jetzt im Kreis Soest)
  14. Landkreis LĂŒdenscheid (ab dem 1. Januar 1969 bis zum 31. Dezember 1974, jetzt im MĂ€rkischen Kreis)
  15. Landkreis Meschede (bis zum 31. Dezember 1974, jetzt im Hochsauerlandkreis)
  16. Landkreis Olpe
  17. Landkreis Schwelm (ab dem 1. April 1887 bis zum 31. Juli 1929, dann zum Ennepe-Ruhr-Kreis und zur Stadt Wuppertal)
  18. Landkreis Siegen (bis zum 31. Dezember 1983, jetzt Kreis Siegen-Wittgenstein)
  19. Landkreis Soest (ab dem 1. Januar 1975 um das Gebiet des ehemaligen Landkreises Lippstadt) erweitert)
  20. Landkreis Unna (ab dem 17. Oktober 1930, vorher als Landkreis Hamm )
  21. Landkreis Wittgenstein (bis zum 31. Dezember 1974, danach Kreis Siegen)

Mit Wirkung vom 1. Januar 1975 wurden bei der Kreisgebietsreform grĂ¶ĂŸere Kreise gebildet, u. a. die folgenden Kreise, die einen neuen Namen tragen:

  1. Hochsauerlandkreis
  2. MĂ€rkischer Kreis

Stadtkreise

  1. Stadtkreis Bochum (ab dem 24. Mai 1876)
  2. Stadtkreis Castrop-Rauxel (ab dem 1. April 1928 bis zum 31. Dezember 1974; jetzt im Kreis Recklinghausen)
  3. Stadtkreis Dortmund (ab dem 15. Februar 1875)
  4. Stadtkreis Gelsenkirchen (ab dem 1. April 1897 bis zum 31. MĂ€rz 1928, danach Eingliederung der Stadt Buer, neuer Name Gelsenkirchen-Buer im Reg.-Bez. MĂŒnster [s. d.])
  5. Stadtkreis Hagen (ab dem 1. April 1887)
  6. Stadtkreis Hamm (ab dem 1. April 1901)
  7. Stadtkreis Herne (ab dem 1. Juli 1906)
  8. Stadtkreis Hörde (ab dem 1. April 1911 bis zum 31. MÀrz 1928; jetzt Stadtteil der Stadt Dortmund)
  9. Stadtkreis Iserlohn (ab dem 1. April 1907 bis zum 31. Dezember 1974; jetzt im MĂ€rkischen Kreis)
  10. Stadtkreis LĂŒdenscheid (ab dem 1. April 1907 bis zum 31. Dezember 1968; danach Kreis LĂŒdenscheid, jetzt im MĂ€rkischen Kreis)
  11. Stadtkreis LĂŒnen (ab dem 1. April 1928 bis zum 31. Dezember 1974; jetzt im Kreis Unna)
  12. Stadtkreis Siegen (ab dem 1. MĂ€rz 1923 bis zum 30. Juni 1966; danach Kreis Siegen, jetzt im Kreis Siegen-Wittgenstein)
  13. Stadtkreis Wanne-Eickel (ab dem 1. April 1926 bis zum 31. Dezember 1974; jetzt Stadtteil von Herne)
  14. Stadtkreis Wattenscheid (ab dem 1. April 1926 bis zum 31. Dezember 1974, jetzt Stadtteil von Bochum)
  15. Stadtkreis Witten (ab dem 1. April 1899 bis zum 31. Dezember 1974; jetzt im Ennepe-Ruhr-Kreis)

Regierungsbezirk Minden, ab dem 2. Juni 1947 Regierungsbezirk Detmold

Heute noch existierende Kreise / Stadtkreise sind fett dargestellt.

Landkreise

  1. Landkreis Bielefeld (bis zum 31. Dezember 1972, dann zur Stadt Bielefeld [Rechtsnachfolgerin] und zum Kreis GĂŒtersloh)
  2. Landkreis BĂŒren (bis zum 31. Dezember 1974, jetzt im Kreis Paderborn)
  3. Landkreis Detmold (ab dem 1. April 1947 bis zum 31. Dezember 1972, jetzt im Kreis Lippe)
  4. Landkreis Halle in Westfalen (bis zum 31. Dezember 1972, jetzt im Kreis GĂŒtersloh)
  5. Landkreis Herford
  6. Landkreis Höxter
  7. Landkreis Lemgo (ab dem 1. April 1947 bis zum 31. Dezember 1972, jetzt im Kreis Lippe)
  8. Landkreis LĂŒbbecke (bis zum 31. Dezember 1972, jetzt im Kreis Minden-LĂŒbbecke)
  9. Landkreis Minden (bis zum 31. Dezember 1972, jetzt im Kreis Minden-LĂŒbbecke)
  10. Landkreis Paderborn
  11. Landkreis Warburg (bis zum 31. Dezember 1974, jetzt im Kreis Höxter)
  12. Landkreis WiedenbrĂŒck (bis zum 31. Dezember 1972, jetzt im Kreis GĂŒtersloh)

1973 wurden durch die Kommunalreform grĂ¶ĂŸere Landkreise gebildet:

  1. Kreis GĂŒtersloh
  2. Kreis Lippe
  3. Kreis Minden-LĂŒbbecke

Stadtkreise

  1. Stadtkreis Bielefeld (ab dem 1. Oktober 1878)
  2. Stadtkreis Herford (ab dem 1. April 1911 bis zum 31. Dezember 1968; jetzt im Kreis Herford)

Regierungsbezirk MĂŒnster

Heute noch existierende Kreise / Stadtkreise sind fett dargestellt.

Landkreise

  1. Landkreis Ahaus (bis zum 31. Dezember 1974, jetzt im Kreis Borken)
  2. Landkreis Beckum (bis zum 31. Dezember 1974, jetzt im Kreis Warendorf)
  3. Landkreis Borken
  4. Landkreis Coesfeld
  5. Landkreis LĂŒdinghausen (bis zum 31. Dezember 1974, anschließend auf die Kreise Coesfeld [Rechtsnachfolger], Unna, Warendorf und die Stadt Hamm aufgeteilt)
  6. Landkreis MĂŒnster (bis zum 31. Dezember 1974, anschließend auf die Kreise Steinfurt, Coesfeld, Warendorf und die Stadt MĂŒnster [Rechtsnachfolgerin] aufgeteilt)
  7. Landkreis Recklinghausen
  8. Landkreis Steinfurt
  9. Landkreis Tecklenburg (bis zum 31. Dezember 1974; jetzt im Kreis Steinfurt)
  10. Landkreis Warendorf

Stadtkreise

  1. Stadtkreis Bocholt (ab dem 1. September 1923 bis zum 31. Dezember 1974, jetzt im Kreis Borken)
  2. Stadtkreis Bottrop (ab dem 1. Januar 1921)
  3. Stadtkreis Buer (ab dem 1. Februar 1912 bis zum 31. MĂ€rz 1928, jetzt Stadtteil von Gelsenkirchen)
  4. Stadtkreis Gelsenkirchen (ab dem 1. April 1897 bis zum 31. MĂ€rz 1928 im Reg.-Bez. Arnsberg, am 1. April 1928 Umbenennung in Gelsenkirchen-Buer und Wechsel in den Reg.-Bez. MĂŒnster, am 21. Mai 1930 RĂŒckbenennung in Gelsenkirchen)
  5. Stadtkreis Gelsenkirchen-Buer (ab dem 1. April 1928 bis zum 20. Mai 1930, Umbenennung in Gelsenkirchen
  6. Stadtkreis Gladbeck (ab dem 1. Januar 1921 bis zum 31. Dezember 1974, danach Stadtteil von Bottrop, ab dem 6. Dezember 1975 bis zum 30. Juni 1976 wieder kreisfreie Stadt (Stadtkreis), anschließend (ab dem 1. Juli 1976) kreisangehörige Stadt im Kreis Recklinghausen)
  7. Stadtkreis MĂŒnster
  8. Stadtkreis Recklinghausen (ab dem 1. April 1901 bis zum 31. Dezember 1974, jetzt im Kreis Recklinghausen)

Land Lippe

Das ehemalige Land Lippe wurde nach dem Zweiten Weltkrieg Teil Nordrhein-Westfalens und wird vielfach als Teil Westfalens wahrgenommen. Lippe wurde mit dem Regierungsbezirk Minden vereinigt. Sitz der Bezirksregierung ist das lippische Detmold.

Heute noch existierende Kreise / Stadtkreise sind fett dargestellt.

Lippische Landkreise

Nachfolgende vier Amtsbezirke wurden 1932 mit den kleineren StÀdten zu Landkreisen vereinigt.

  1. Amtsbezirk Blomberg (bis 1932)
  2. Amtsbezirk Brake (bis 1932)
  3. Amtsbezirk Detmold (bis 1932)
  4. Amtsbezirk Schötmar (bis 1932)
  1. Landkreis Lemgo (1932-1972; jetzt Kreis Lippe)
  2. Landkreis Detmold (1932-1972; jetzt Kreis Lippe und Kreis Paderborn)

Lippische Stadtkreise

  1. Stadtkreis Bad Salzuflen (bis 1934; danach Kreis Lemgo )
  2. Stadt Barntrup (bis 1932; danach Kreis Lemgo)
  3. Stadt Blomberg (bis 1932; danach Kreis Detmold)
  4. Stadtkreis Detmold (bis 1934; danach Kreis Detmold)
  5. Stadt Horn (bis 1932; danach Kreis Detmold)
  6. Stadtkreis Lemgo (bis 1934; danach Kreis Lemgo)
  7. Stadt Lage (bis 1932; danach Kreis Lemgo)
  8. Stadt Schötmar (bis 1932; danach Stadtteil von Bad Salzuflen, Kreis Lemgo)
  9. Stadt Schwalenberg (bis 1932; danach Kreis Detmold)

Am 1. Januar 1973 wurden bei der Kreisgebietsreform die beiden Landkreise Detmold und Lemgo des Landes Lippe im Kreis Lippe zusammengefasst.

Nordrhein-Westfalen

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Provinz Westfalen, die Regierungsbezirke Arnsberg, Minden und MĂŒnster zunĂ€chst Teil der Britischen Besatzungszone und durch die Verordnung Nr. 46 der MilitĂ€rregierung vom 23. August 1946 Betreffend die Auflösung der Provinzen des ehemaligen Landes Preußen in der Britischen Zone und ihre Neubildung als selbstĂ€ndige LĂ€nder mit dem Nordteil der ehemaligen Preußischen Rheinprovinz zum Land Nordrhein-Westfalen vereinigt.

Am 21. Januar 1947 wurde der Freistaat Lippe durch die britische MilitĂ€rverordnung Nr. 77 mit dem Land Nordrhein-Westfalen vereinigt. Gleichzeitig wurde Detmold Sitz des neuen Regierungsbezirks durch Vereinigung mit dem frĂŒheren Regierungsbezirk Minden.

Aktuell gliedert sich der Landesteil Westfalen in die drei Regierungsbezirke

Seit den 80er Jahren wird in Nordrhein-Westfalen diskutiert, die westfĂ€lischen Teile des Ruhrgebietes von den Regierungsbezirken Arnsberg und MĂŒnster zu lösen und gemeinsam mit dem rheinischen Teil der StĂ€dtelandschaft in einem eigenen Regierungsbezirk zu vereinen (siehe Regionalverband Ruhr). Eine Idee die bereits in den 20er Jahren erstmals angedacht wurde. Die verbleibenden Regierungsbezirke sollen nach den heutigen Vorstellungen dann zu zwei neuen Regierungsbezirken oder auch nur RegionalverbĂ€nden Westfalen und Rheinland zusammengelegt werden. Die Umsetzung dieser Ideen wird zur Zeit in eine konkrete Planung gefĂŒhrt. Die Parteien der aktuellen schwarz-gelben Landesregierung haben die Bildung dreier RegionalprĂ€sidien anstelle der bisherigen Regierungsbezirke in NRW angekĂŒndigt.

Die Umsetzung dieser Idee stĂ¶ĂŸt allerdings vor allem in Westfalen auf Kritik, da hier die Angst umgeht, dass das starke Rheinland und das gewichtige Ruhrgebiet westfĂ€lische Interessen in der Landespolitik verdrĂ€ngen könnten. Es geht die Angst vor RESTFALEN um.

Wirtschaft

Westfalen ist die Region mit dem höchsten Bierausstoß in Deutschland. Unangefochten wichtigstes Zentrum des Brauwesens war bis in die 1980er Jahre Dortmund. Die dortigen Brauereien gehören inzwischen ĂŒberwiegend zur Oetker-Gruppe. Außerdem ist das Sauerland ein wichtiger Standort der Bierproduktion. Sie hat ihren Schwerpunkt in den Orten Kreuztal-Krombach, Meschede-Grevenstein und Warstein. Das Marketing der "Premiumwelle" konzetrierte sich dort insbesondere auf drei große Brauereien.

Ein bedeutender Wirtschaftszweig ist auch die Möbelindustrie . Sie war und ist vor allem in Ostwestfalen angesiedelt.

Kultur

Theater

Das Schauspielhaus Bochum ist eine der wichtigsten deutschsprachigen BĂŒhnen
Das Schauspielhaus Bochum ist eine der wichtigsten deutschsprachigen BĂŒhnen

In Westfalen befindet sich mit dem Schauspielhaus Bochum eine der bedeutendsten deutschen SprechbĂŒhnen. Auch die anderen Zentren der Region unterhalten eigene SpielstĂ€tten. Das 1904 gegrĂŒndete Theater Dortmund spielt heute in einem modernen Haus aus den 1960er Jahren. Das Theater Bielefeld kann bis heute seine 1904 errichtete BĂŒhne bespielen. In Paderborn unterhalten die WestfĂ€lischen Kammerspiele ein Ensemble. Im Bereich des Musiktheaters treten das Theater Hagen und das Gelsenkirchener Musiktheater im Revier besonders hervor.

Planetarien

Zwei große Planetarien bieten in Westfalen Interessierten die Gelegenheit, den Sternenhimmel zu erkunden. In Bochum erhebt sich seit den 1960er Jahren der silberne Kuppelbau des Zeiss Planetarium Bochum. Ein weiteres Sternentheater ist dem WestfĂ€lischen Museum fĂŒr Naturkunde in MĂŒnster angegliedert, das vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe unterhalten wird.

Kulinarisches

Siehe: WestfĂ€lische KĂŒche

Siehe auch

Literatur

  • Dieter Steinhoff: Unbekanntes Westfalen. Entdeckungsfahrten an den westfĂ€lischen Grenzen. 6. Aufl., Aschendorff, MĂŒnster 1980, S. 150-151. ISBN 3402065010
  • Fritz Mielert : Das schöne Westfalen. (4 BĂ€nde). Verlag Wilhelm Ruhfus. Dortmund. 1920 - 1926
  • Fritz Mielert: Westfalen. MĂŒnsterland - Industriegebiet - Sauerland - Siegerland. (Reihe: Monographien zur Erdkunde, Bd. 30). Velhagen & Klasing. Bielefeld. 1923

Weblinks

   
Wikipedia auf Plattdeutsch

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