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Letzte Änderung für Artikel Aldi-Gruppe: 18.02.2006 22:15

Aldi-Gruppe

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Moderne Aldi-Nord-Filiale
Moderne Aldi-Nord-Filiale
Filiale von ALDI SÜD in NeusĂ€ĂŸ
Filiale von ALDI SÜD in NeusĂ€ĂŸ
ALDI SÜD-EinkaufstĂŒte
ALDI SÜD-EinkaufstĂŒte

ALDI ist ein Unternehmen , das 1913 als Familienunternehmen in Essen gegrĂŒndet und spĂ€ter von Karl und Theo Paul Albrecht ĂŒbernommen wurde. Der Firmenname steht fĂŒr Albrecht-Discount. Die BrĂŒder fĂŒhrten damit die Discount -Idee in Deutschland ein und expandieren weltweit mit Erfolg.

Inhaltsverzeichnis

Das Unternehmen

GrĂŒndung

Nach dem Zweiten Weltkrieg ĂŒbernahmen die beiden BrĂŒder das elterliche LebensmittelgeschĂ€ft . Es handelte sich um ein kleines LadengeschĂ€ft von 35 mÂČ. Im Essener Ortsteil Schonnebeck eröffneten sie schließlich ein grĂ¶ĂŸeres GeschĂ€ft. Sie expandierten weiter und hatten es bis 1950 bereits zu einer kleinen Lebensmittelkette von dreizehn GeschĂ€ften herkömmlicher PrĂ€gung gebracht. Es ging in schnellen Schritten voran, 1960 waren es bereits 300 LĂ€den mit einem Umsatz von 90 Millionen D-Mark. Zur Zeit besteht allein ALDI SÜD aus ca. 31 rechtlich selbststĂ€ndigen Gesellschaften mit ca. 1.600 Filialen in West- und SĂŒddeutschland.

GeschÀftsidee

Die Konsumgenossenschaften konnten bis zum Erlass des Rabattgesetzes ihren Mitgliedern ihre Gewinne als Rabatt zurĂŒck erstatten. Das war fĂŒr ihre Mitglieder wie ein zusĂ€tzliches Weihnachtsgeld . 1933 begrenzte das Rabattgesetz der NS-Regierung diese AusschĂŒttungen auf 3 %.

Die Idee der beiden BrĂŒder Albrecht war es nun, den nunmehr ĂŒberschaubar gewordenen Rabatt von 3 % von vornherein vom Preis abzuziehen. Somit war die Ware gleich billiger als bei der genossenschaftlichen Konkurrenz. Weiterhin wurde das gesamte Warensortiment rigoros zusammengestrichen. Außerdem wurde an allem gespart, was teuer war oder nur unnötige Kosten verursacht hĂ€tte. Der Sparstift radierte aufwĂ€ndige Dekoration und Ladenausstattung weg, strich teure Reklame und kostenintensive Frischwaren aus dem Programm. Nicht zuletzt sparte ALDI auch bei der Ladenmiete, indem die VerkaufsflĂ€che der LĂ€den verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig klein gehalten wurde. Die dadurch gewonnene Kostenreduktion wurde an die Endverbraucher in Form niedrigerer Preise weitergegeben. GeschĂ€ftlich wie auch privat sparten die Albrechts alles Unnötige und ÜberflĂŒssige ein.

Aufspaltung

Weil sie sich nicht ĂŒber die Aufnahme von Tabakwaren in das Sortiment einigen konnten, teilten die BrĂŒder ALDI 1960 in die eigenstĂ€ndigen Konzerne Aldi Nord und ALDI SÜD auf. Gleichwohl sind die Konzerne freundschaftlich verbunden und treten gelegentlich gemeinsam auf, z.B. mit gemeinsamen Handelsmarken oder gegenĂŒber Lieferanten . Rechtlich, organisatorisch und seit 1966 auch finanziell sind beide Konzerne völlig unabhĂ€ngig.

Die Grenze zwischen Aldi Nord und ALDI SÜD, manchmal scherzhaft auch ALDI-Äquator genannt, verlĂ€uft vom Niederrhein ĂŒber MĂŒlheim an der Ruhr, Remscheid, Marburg, Siegen, Gießen nach Osten bis hinter Fulda. Ostdeutschland ist – bis auf die Filiale im thĂŒringischen Sonneberg – vollstĂ€ndig Aldi-Nord-Gebiet.

Die Aldi-Fan-Page enthĂ€lt eine Karte, die die Vielzahl der Filialen und die Grenze zwischen Aldi Nord und ALDI SÜD in Deutschland zeigt.

Finanzen

UmsĂ€tze und ErtrĂ€ge der Gruppe wurden bis zum Jahr 2000 nicht veröffentlicht. Ab dem Jahr 2001 werden die Zahlen zumindest fĂŒr die Gesellschaften Nord im Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Umsatz im Jahr 2003 wird fĂŒr die Gruppe in Deutschland von Experten auf ca. 23,5 Mrd. € taxiert, die Umsatzrendite auf ca. 3,0 % bis 4,0 %. Aldi Nord und SÜD befinden sich vollstĂ€ndig in Familienbesitz . Die Kapitalausstattung wird als sehr solide bezeichnet; es wird vermutet, dass Nord und SĂŒd auf Bankenkredite und andere langfristige Verbindlichkeiten verzichten können. Soweit bekannt, ist Aldi Nord ĂŒber seine Immobilientochter EigentĂŒmer sĂ€mtlicher Logistikzentren. Der Filialbestand ist ebenfalls grĂ¶ĂŸtenteils Eigentum, gemietete Objekte werden verstĂ€rkt durch eigene Objekte im Zuge des FlĂ€chentausches und der -VergrĂ¶ĂŸerung ersetzt. ALDI SÜD ist ebenfalls EigentĂŒmer fast aller GebĂ€ude (MĂ€rkte, Logistikzentren) und GrundstĂŒcke, hat kĂŒrzlich aber auch Fremdkapital aufgenommen, um die weitere Immobilienexpansion finanzieren zu können. Damit verlĂ€sst zumindest ALDI SÜD den bisherigen Weg der totalen UnabhĂ€ngigkeit von Kreditgebern durch das Vermeiden von Fremdkapital. Die Finanzstrategie divergiert damit zwischen Nord und SÜD.

Kundschaft

Bis Anfang der 1980er Jahre hatte ALDI den Ruf eines Billigheimers, bei dem finanziell weniger gut betuchte Schichten einkauften. ALDI- Produkte galten als minderwertig. Das Schmuddel-Image haftet ALDI schon lĂ€ngere Zeit nicht mehr an. Einerseits konnte ALDI mit sehr guten Testergebnissen bei der Stiftung Warentest punkten. SpĂ€ter trug auch die wirtschaftliche Lage in Deutschland nach der Wiedervereinigung dazu bei, aufgrund derer breite Bevölkerungsschichten inzwischen bemĂŒht sind, KonsumgĂŒter des tĂ€glichen Bedarfs kostengĂŒnstig zu erwerben.

Drei von vier Haushalten kaufen bei ALDI ein. Laut einer Forsa - Umfrage kaufen 95 % der Arbeiter, 88 % der Angestellten, 84 % der Beamten und 80 % der SelbststĂ€ndigen bei dem Discounter ALDI.

Philosophie

Eine klare flache Organisationshierarchie und ebenso einfache klare UnternehmensgrundsĂ€tze bilden die Unternehmensphilosophie. Die teilweise gĂŒnstigen Preise bei ALDI sind auf eine effiziente Struktur , basierend auf rigoroser MitarbeiterfĂŒhrung (bei allerdings meist unterdurchschnittlicher Bezahlung ), straffer Logistik , eine starke Position gegenĂŒber Lieferanten und spartanischer Darbietung der Waren zurĂŒckzufĂŒhren.

Sortiment

Die Grundidee ist, nur Produkte im Sortiment zu haben, die bei einem gewissen Mindestumsatz eine hohe WarenumschlagshĂ€ufigkeit aufweisen. Das Sortiment ist somit verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig schmal und besteht aus ca. 700 Artikeln, die vorwiegend fĂŒr den Durchschnittskunden interessant sind. Aldi-Nord verkauft erst seit 2004 loses Obst und GemĂŒse , das – anders als bei ALDI SÜD – an der Kasse abgewogen wird. Seit Anfang 2005 baut Aldi-Nord seine grĂ¶ĂŸeren Filialen von vier auf fĂŒnf GĂ€nge um. Dadurch wurden die GĂ€nge zwar schmaler, jedoch konnte das Sortiment auf ca. 750 Artikel aufgestockt werden. Markant sind die zusĂ€tzlichen Regale ĂŒber den TiefkĂŒhltruhen, die installiert wurden, um zusĂ€tzliche StellflĂ€chen zu gewinnen. Damit griff Aldi-Nord eine Idee des Mitbewerbers Lidl auf. Im Jahr 2005 wurde das Sortiment deutlich aufgestockt. Unter anderem wurden ĂŒber 100 neue Artikel aufgenommen und der Engpass Kasse (Preis/dreistellige PLU) durch den Einsatz von Scannerkassen entschĂ€rft. Eingelistet wurden Obst, Körperpflegemittel und KĂŒhlware. Und mit Ferrero hat ALDI SÜD – neben Haribo – nun weitere Produkte von Markenherstellern im Sortiment.

Um auf den massiven Preisdruck von ALDI zu reagieren, sind alle großen Wettbewerber dazu ĂŒbergegangen, fĂŒr jedes Produkt bei ALDI ein gleichwertiges Produkt zum absolut gleichen Preis anzubieten. Damit soll es den ALDI-Kunden ermöglicht werden, auf einen Besuch bei ALDI zu verzichten und sĂ€mtliche GĂŒter des tĂ€glichen Bedarfs in einem GeschĂ€ft kaufen zu können und gleichzeitig auf Markenprodukte als Alternative zugreifen zu können. Dennoch hat ALDI bei den Kunden den Nimbus der PreisfĂŒhrerschaft noch nicht verloren.

Die ALDI-Gruppe ist der neuntgrĂ¶ĂŸte Textilvermarkter in Deutschland; in diesem Segment wird der Umsatz auf ĂŒber 960 Mio. € / Jahr geschĂ€tzt ( 2002 ). Sehr erfolgreich sind Nord und SĂŒd im KaffeegeschĂ€ft : Der gesamte Röstkaffee wird in eigenen Röstereien hergestellt. ALDI hat auch den grĂ¶ĂŸten Weinabsatz in Deutschland und ist in vielen anderen Warengruppen ebenfalls MarktfĂŒhrer .

Seit 2003/2004 bietet nun auch ALDI SÜD in Deutschland Tabakwaren an.

ALDI bietet in Deutschland seit Juli 2005 einen Online-Fotoservice, bei dem PapierabzĂŒge von Digitalbildern nach Hause bestellt werden können.

Ab dem 7. Dezember 2005 stieg ALDI auch ins MobilfunkgeschĂ€ft ein. Sowohl Aldi-Nord als auch ALDI SÜD bieten den Kunden ein von E-Plus zur VerfĂŒgung gestelltes Netz an, mit Namen ALDI Talk . Dieses Mobilfunknetz kann mit gĂŒnstigen Tarifen aufwarten. Die Entscheidung des Unternehmens soll auch als Konkurrenz zum Mitbewerber Tchibo verstanden werden, der seit geraumer Zeit in Kooperation mit o2 Mobilfunkdienstleistungen anbietet. Der Verkauf der sogenannten Starter Sets mußte jedoch bereits nach zwei Wochen eingestellt werden, da ein Mitbewerber gegen den Verkauf geklagt hatte. Bis zur rechtlichen KlĂ€rung darf der Discounter nur noch die Guthabenkarten verkaufen.

Marketing

ALDI besitzt keine offizielle PR-Abteilung und hat in der gesamten Unternehmensgeschichte zu keinem Zeitpunkt Geld fĂŒr externe Marketingagenturen ausgegeben. Die wöchentlichen Anzeigen in den lokalen Zeitungen sehen seit Jahren gleich aus und weisen schlicht und ohne große Werbeslogans auf aktuelle Angebote hin. Die Zeitungsanzeigen lösten vorher regelmĂ€ĂŸig erscheinende vierseitige Preislisten ab, die teilweise auch an die Haushalte verteilt wurden.

Allerdings sind Nord und SÜD in den vergangenen Jahren bei der Anzeigengestaltung innovativer geworden. Die Zeitungsanzeigen wurden nicht nur grĂ¶ĂŸer (1/1 Seite), sondern auch farbig. Weiterhin wurde begonnen, in den MĂ€rkten FlugblĂ€tter mit den Angeboten der nĂ€chsten Woche auszulegen. WĂ€hrend SÜD in die Vollen ging, und Themenwochen kreierte, bedingt durch zwei Aktionen pro Woche zu einem mehrseitigen Flyer zusammengefasst, beschrĂ€nkt sich Nord auf ein schlichtes doppelseitiges Flugblatt. Aldi Nord lĂ€sst die Flyer ebenso wie die Zeitungsanzeigen von einer konzerneigenen Werbeagentur vorbereiten und schalten, die fĂŒr den Konzern europaweit tĂ€tig ist.

ALDI Suisse wirbt wöchentlich in grösseren Tageszeitungen mit einem einseitigen farbigen Inserat. Daneben wird im Einzugsgebiet auch wöchentlich ein rund 16-seitiges Reklameheft, welches fast ausschliesslich fĂŒr Non-Food-Produkte wirbt, verteilt.

Kundenabfertigung

Lange Zeit erfolgte die Abfertigung bei "Aldi-Nord" durch Eingabe einer dreistelligen Artikelnummer , wĂ€hrend bei ALDI SÜD die DM -Preise direkt eingegeben wurden. Allerdings wurde im Laufe der Zeit das Produktsortiment auch bei ALDI grĂ¶ĂŸer und bei der Euro -BargeldeinfĂŒhrung Ă€nderten sich sĂ€mtliche Preise, so dass eine Umstellung des Kassensystems notwendig war. ALDI SÜD stellte zur Euro-BargeldeinfĂŒhrung endgĂŒltig komplett auf Scannerkassen um. Damit die Kassierer(in) die Ware nicht drehen muss und schneller "scannen" kann, lĂ€uft der Barcode bei allen von ALDI vertriebenen Produkten einmal komplett um die Verpackung. "Aldi-Nord" folgte sukzessive etwas spĂ€ter. Tests mit der Bezahlung per EC-Karte erfolgten 2004 in Filialen von "Aldi-Nord". Ab April 2005 folgt die flĂ€chendeckende EinfĂŒhrung der Zahlung per EC-Karte bei ALDI Nord und SÜD, die bis Ende Oktober 2005 abgeschlossen wurde. Die Umstellung wird durch das amerikanische Dienstleistungsunternehmen NCR durchgefĂŒhrt.

Ab September 2005 bekamen die Kassen von "Aldi-Nord" eine zusĂ€tzliche Funktion. Frischfleisch, welches kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums steht, wird an den Kassen im Preis durch DrĂŒcken einer Taste auf der Kassentastatur um 30 % reduziert. Auch hier greift der Discounter eine Idee des Mitbewerbers Lidl auf.

In der zweiten JahreshĂ€lfte 2005 fĂŒhrte Aldi-Nord testweise Leergutautomaten ein, um eine schnellere Abwicklung an der Kasse zu gewĂ€hrleisten. Auch die neue Pfandregelung zwang das Unternehmen zu diesem Schritt. Die ab dem 1. Mai 2006 geltende Regelung lautet, dass jeder, der pfandhaltige GetrĂ€nke vertreibt, das Leergut aller Mitbewerber anzunehmen hat, jedoch nur in den Verpackungen, die man selbst zum Verkauf anbietet.

Nach ausgiebigen Tests hat sich Aldi Nord fĂŒr ein RĂŒcknahmesystem des Herstellers Wincor Nixdorf Modell "ReVendo 7000" entschieden, wĂ€hrend ALDI SÜD sich fĂŒr eine Entwicklung des Herstellers TOMRA entschied.

ALDI international

Verteilung von ALDI SÜD(orange) und Nord (blau) in Europa
Verteilung von ALDI SÜD(orange) und Nord (blau) in Europa

Die ALDI Gruppe betreibt rund 6.600 Filialen auf der ganzen Welt (Gesamtzahl schwankt je nach Quellenangabe). Jede Woche kommt im Schnitt eine Filiale irgendwo auf der Welt hinzu.

  • Aldi Nord ist zustĂ€ndig fĂŒr Belgien , die Niederlande , Luxemburg , Frankreich , Spanien , Portugal und DĂ€nemark .
  • ALDI SÜD kĂŒmmert sich um die MĂ€rkte in Österreich , Großbritannien , Irland , USA , Australien , Schweiz und Slowenien . Geplant ist der Markteintritt in Neuseeland . Aktuell ist weiterhin die Erschließung der Schweiz und Sloweniens . In der Schweiz wurden im Oktober 2005 die ersten Filialen eröffnet. In Ungarn ist der Markteintritt 2006 und in Griechenland ab 2007 geplant.

WĂ€hrend Aldi Nord seine niederlĂ€ndischen und belgischen Tochtergesellschaften Combi und Lansa mittlerweile in Aldi umfirmiert hat, ist ALDI SÜD um regional gefĂ€rbte Marktauftritte bemĂŒht und tritt in Deutschland explizit als ALDI SÜD, in der Schweiz als ALDI Suisse und in Österreich und Slowenien als Hofer auf. Grund fĂŒr diesen Namen ist die damalige Übernahme eines bereits bestehenden Discounters namens Hofer. In Österreich mischt Hofer mittels Kooperationen auch im Reise- (Hofer-Reisen) und Mobilfunk-Segment ( YESSS! -Diskont-Telefonkarten in jeder Filiale) mit.

Land Name Aldi Konzern Seit ~Filialen
Deutschland Aldi Nord 1946 2.200
ALDI SÜD SĂŒd 1946 1600
Schweiz ALDI Suisse SĂŒd 27.10.2005 9
Österreich Hofer SĂŒd 1968 >340
Belgien Aldi Nord ca. 1973 380
Niederlande Aldi Nord ca. 1975 390
Luxemburg Aldi Nord ca. 1990 11
Frankreich Aldi Nord 1988 620
Spanien Aldi Nord 2002 130
Portugal Aldi Nord 2005  ?
DĂ€nemark Aldi Nord  ? 230
Slowenien Hofer SĂŒd Dez. 2005 11
Großbritannien und Nordirland ALDI SÜD SĂŒd 1989 >300
Irland ALDI SÜD SĂŒd 1989
USA ALDI SÜD SĂŒd 1976 >700
Australien ALDI SÜD SĂŒd Jan. 2001 >100

Im Mannheimer Stadtteil Waldhof erprobt ALDI SÜD derzeit ein neues Marktkonzept mit dem Namen 1001 Gelegenheit . Dort wird bisher nicht abgesetzte ALDI-Aktionsware zu nochmals stark ermĂ€ĂŸigten Preisen verkauft.

Weiterhin wird die amerikanische Supermarktkette Trader Joe's (bestehend seit 1979) vom Aldi-Nord-Inhaber Theo Albrecht, völlig unabhĂ€ngig vom normalen Aldi-Konzept und den amerikanischen Aldi-SĂŒd-Filialen, betrieben.

Kritik

Das neue Schwarzbuch Markenfirmen kreidet ALDI an, dass eine gewerkschaftliche Organisierung weitgehend vermieden werde [1] , so gebe es keinen Gesamtbetriebsrat . Hierbei ist anzumerken, dass Aldi Nord in jeder deutschen Regionalgesellschaft einen Betriebsrat akzeptiert, der aus mindestens 2 hauptamtlichen, freigestellten BetriebsrĂ€ten sowie weiteren BetriebsrĂ€ten besteht. Weiterhin ist die VergĂŒtung fĂŒr alle BeschĂ€ftigungsgruppen ĂŒberdurchschnittlich gut. Gezahlt wird grundsĂ€tzlich Tarifgehalt zuzĂŒglich LeistungsprĂ€mien. Hinzu kommen ein volles 13. Gehalt zum Jahresende (tarifl: 62,5%) sowie Fahrgelderstattungen und vermögenswirksame Leistungen. DafĂŒr erwartet ALDI allerdings auch ĂŒberduchschnittliche Leistungen seiner Mitarbeiter. Auch ĂŒbt ALDI einen extremen Preisdruck auf seine Zulieferer aus; der Konzern hĂ€lt sich grundsĂ€tzlich an die abgeschlossenen Kontrakte und erwartet von seinen Lieferanten keine ZugestĂ€ndnisse bei sinkenden Verkaufspreisen oder WerbekostenzuschĂŒsse, JubilĂ€ums-Rabatte oder Logistik-Optimierungsrabatte, wie in der Branche ĂŒblich. Weiter wird ALDI wegen seines unökologischen Angebots billiger Garnelen auf Kosten der MangrovenwĂ€lder kritisiert (Robin Wood 97/1).

Desweiteren setzt ALDI (Kenntnisse aus dem Bereich SÜD), seine Mitarbeiter hohem Druck in Sachen Leistungsbereitschaft aus. Es werden viele ZugestĂ€ndnisse der Mitarbeiter verlangt, insbesondere beim Verzicht auf private Interessen.

„Aldisierung“

Das Schlagwort „Aldisierung“ wurde zum Wort des Jahres 2005 der Schweiz gewĂ€hlt. Das bezeichnete PhĂ€nomen ist mittlerweile im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich Untersuchungsgegenstand. Es wird definiert als „die zunehmende Suche auch besser verdienender Konsumenten nach dem gĂŒnstigsten Angebot in immer mehr Konsumbereichen“ (Wolfgang Fritz: Die Aldisierung der Gesellschaft). Weiterhin „charakterisiert die Aldisierung den sich intensivierenden Preis- und Sonderangebotswettbewerb im Einzelhandel, der das preisorientierte Konsumentenverhalten verstĂ€rkt. DarĂŒber hinaus werden der Aldisierung auch verschiedene gesellschaftliche Auswirkungen problematischer Art zugeschrieben, etwa die Verödung von InnenstĂ€dten sowie die BeeintrĂ€chtigung der BeschĂ€ftigungs- und der Konsumkultur“ (Wolfgang Fritz: Die Aldisierung der Gesellschaft).

Siehe auch

Literatur

  • Dieter Brandes: Die 11 Geheimnisse des ALDI-Erfolgs. Campus, Frankfurt/Main 2003, ISBN 3-593-37294-0
  • Hannes Hintermeier: Die Aldi-Welt. Nachforschungen im Reich der Discount-MilliardĂ€re. Goldmann, MĂŒnchen 2000, ISBN 3-442-15063-9
  • Astrid Paprotta, Regina Schneider: Aldidente. 30 Tage preiswert schlemmen. Ein Discounter wird erforscht. Eichborn, Frankfurt/Main 1998, ISBN 3-8218-1589-2
  • Klaus Werner : Das neue Schwarzbuch Markenfirmen . Die Machenschaften der Weltkonzerne. Deuticke Verlag, Wien 2003, ISBN 3-216-30715-8
  • Franz Kotteder: Die Billig-LĂŒge. Die Tricks und Machenschaften der Discounter. Droemer/Knaur, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-426-27371-3
  • Hans Weiss, Ernst Schmiederer: Asoziale Marktwirtschaft. Insider aus Politik und Wirtschaft enthĂŒllen, wie die Konzerne den Staat ausplĂŒndern. Kiepenheuer und Witsch, Köln 2005, ISBN 3-462-03643-2
  • Wolfgang Fritz : Die Aldisierung der Gesellschaft - Eine ökonomische Perspektive. Braunschweig 2005, ISBN 3933628601

Weblinks

Wikipedia

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