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Letzte Änderung für Artikel Schloss Herten: 30.01.2006 23:26

Schloss Herten

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Bild:Germany Herten Castle (1).jpg Das Schloss Herten ist ein Wasserschloss direkt am Rande der Hertener Innenstadt in Landkreis Recklinghausen . Es liegt inmitten eines alten Englischen Landschaftsparks und wurde 1376 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1962 steht die Schlossanlage unter Denkmalschutz .

Inhaltsverzeichnis

Bewohner und Besitzer

Die Familie derer von Herten, Lehnsmänner der Abtei Werden, findet im Jahre 1286 erstmals urkundlich Erwähnung. Ihr damaliger Wohnsitz wird von Historikern im heutigen Stadtkern Hertens bei der Pfarrkirche St. Antonius vermutet. Im 14. Jahrhundert errichtete das Rittergeschlecht ein festes Haus am Ort des heutigen Schlosses, das 1376 als Lehen der Werdener Reichsabtei urkundlich erwähnt wurde.

Durch Heirat gelangte das "Haus Herten" Mitte des 14. Jahrhunderts an die Herren von Galen (auch Gahlen geschrieben). Deren Erbtochter Elseke brachte es 1488 durch ihre Heirat im Jahr 1476 an ihren Ehemann Dietrich von Stecke zur Leythe.

Anna von Stecke heiratete 1529 Betram von Nesselrode, Erbkämmerer des Herzogtums Berg. Er war - wie zahlreiche Mitglieder des Hauses Nesselrode - von 1539 bis 1556 kurkölnischer Statthalter im Vest Recklinghausen und setzte einen bereits im Jahr 1520 begonnenen Aus- und Umbau des Hauses fort.

Nahezu 300 Jahre lang blieb die Anlage im Besitz der Familie von Nesselrode. Freiherr Franz von Nesselrode und Reichenstein wurde 1702 von Kaiser Leopold I. in den Reichsgrafenstand erhoben. Als der letzte m√§nnliche Vertreter der Hertener von Nesselrode, Johann Franz Josef Reichsgraf von Nesselrode, 1826 starb, gelangte das Schloss √ľber Johanns Erbtocher Charlotte an die Familie derer von Droste zu Vischering, die noch im gleichen Jahr ebenfalls in den Reichsgrafenstand erhoben wurde. Die Mitglieder ihrer Hertener Linie nannten sich in sp√§teren Jahren dann ‚Äěvon Nesselrode-Reichenstein‚Äú.

Nachdem die Familie ab 1920 auf Schloss Merten in Eitorf residierte und damit Schloss Herten als Wohnsitz aufgegeben hatte, wurde die Anlage dem Verfall anheim gegeben. W√§hrend der Ruhrgebietsbesetzung 1923 bis 1925 diente sie noch als Unterkunft f√ľr franz√∂sische Truppen, die das Schloss in einem Zustand der Verw√ľstung zur√ľcklie√üen.

Vorl√§ufig letzter Eigent√ľmer der Anlage wurde der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der die seinerzeit heruntergekommenen Geb√§ude samt dem 30 Hektar gro√üen Schlosspark 1974 erwarb.

Bauliche Beschreibung

Bei dem heutigen Schloss Herten handelt es sich um eine zweiteilige Anlage, deren Hauptburg ein rundum von einer Gr√§fte umgebener Ziegelbau mit runden Eckpavillont√ľrmen ist. Seine Vorburg - auch aus Ziegelstein errichtet - liegt auf einer eigenen Insel und war seinerzeit durch eine Zugbr√ľcke mit der Hauptburg verbunden. Zum Ensemble geh√∂rt daneben noch eine dritte Insel, die in fr√ľheren Jahren wohl als Garten genutzt wurde.

Mit Ausnahme des eingeschossigen S√ľdtrakts weisen die Fl√ľgel der Hauptburg zwei Geschosse auf und werden von einem Satteldach gek√∂rnt. S√§mtliche Geb√§udefl√ľgel besitzen Treppengiebel mit Fialenschmuck .

Das heutige Vorburggeb√§ude stammt aus dem 16. Jahrhundert und war einst der westliche Fl√ľgel einer Remise .

Baugeschichte

Hauptburg

√úbergang √ľber die Schlossgr√§fte und Eingang zum Schlosshof
√úbergang √ľber die Schlossgr√§fte und Eingang zum Schlosshof

Die Herren von Herten errichteten in der ersten H√§lfte des 14. Jahrhunderts einen mittelalterlichen Wohnturm aus Stein, dessen wenige Relikte heute noch im Gew√∂lbekeller des Nordfl√ľgels sichtbar sind. Weitere Bauteile aus jener Zeit konnten durch eine im Jahr 1974 durchgef√ľhrte Notgrabung nachgewiesen jedoch nicht rekonstruiert werden.

Ab 1520 erfolgte unter dem Coesfelder Baumeister Henric de Suer und dessen Sohn Johann der Um- und Ausbau des steinernen Wohnturms zu einem geschlossenen Kastell im Stil der Sp√§tgotik . Aus diesem Grunde weist Schloss Herten un√ľbersehbare √Ąhnlichkeiten zum damaligen Schloss Nordkirchen auf, das ebenfalls unter Henric de Suer erbaut wurde. Zeitgen√∂ssische Berichte sprechen nach Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 1560 von einem ‚Äěgewaltigen Bau mit Festungen und W√§llen‚Äú, der mittels seines Rechteckwalls mit Eckbastionen w√§hrend des Truchsessischen Kriegs 1583 einer Belagerung durch Gebhard I. von Waldburg standhalten konnte. Reste der damaligen W√§lle sind noch im Bereich der √∂stlichen Kastanienallee erhalten.

Die Erweiterung des steinernen Wohnturms zu einer bastionierten, unregelm√§√üigen Vierfl√ľgelanlage (Ausgrabungen haben gezeigt, dass sie urspr√ľnglich mit einem quadratischen Grundriss geplant war) geschah in mehreren Phasen.

Blick durch das Westportal auf die spätgotische Säulengalerie
Blick durch das Westportal auf die spätgotische Säulengalerie

Zuerst entstand ein Erweiterungsfl√ľgel auf Pfahlrosten im Norden der Anlage, der sich √∂stlich an den Wohnturm anschloss. In sp√§teren Jahren wurde dem Bau hofseitig eine zweigeschossige Galerie angef√ľgt. Bei deren Fassade handelt es sich um die √§lteste in Resten noch erhaltene Schaufassade Westfalens. Ihr Baubeginn kann bisher nicht genau datiert werden, fest steht lediglich, dass sie vor Mitte des 16. Jahrhunderts fertig gestellt war.

Anschlie√üend wurde vermutlich der Ostfl√ľgel mit seinen Repr√§sentationsr√§umen errichtet. Das Erdgeschoss beherbergte seinerzeit lediglich einen gro√üen Saal und eine sich daran s√ľdlich anschlie√üende Saalkammer.

Der Westfl√ľgel der Anlage kam in der dritten Bauphase hinzu. Sein Mittelteil bildete ein bereits fr√ľher errichtete Haus, dessen Giebel noch erhalten und im heutigen Dachboden sichtbar ist. Dieses Haus wurde erst im Norden durch den heutigen Nordwestturm und anschlie√üend nach S√ľden durch einen weiteren Turmbau erweitert.

Kartusche und Skulptur an der linken Seite des Westportals (2005)
Kartusche und Skulptur an der linken Seite des Westportals (2005)

Abschlie√üend wurde ein zweigeschossiger, verbindender Trakt schr√§g zwischen die unterschiedlich langen Ost- und Westfl√ľgel im s√ľdlichen Teil der Anlage gesetzt. Sein heutzutage noch erhaltenes erstes Geschoss wird von einer sp√§tgotischen S√§ulengalerie getragen. Wann das zweite Geschoss abgerissen wurde, ist heute nicht mehr genau feststellbar; vermutlich in der Zeit zwischen 1850 und 1870. Einhergehend mit dem Bau des S√ľdfl√ľgels errichtete man einen heute noch erhaltenen, achteckigen Treppenturm in der s√ľd√∂stlichen Ecke des entstanden Innenhofs. Er war einer der ersten seiner Art, da bis zu jener Zeit lediglich Wandtreppen an den Au√üenmauern oder innen liegende Holztreppen in die Obergeschosse √ľblich waren.

Ab etwa 1650 lie√ü die Familie von Nesselrode umfangreiche Modernisierungsarbeiten an den Geb√§uden vornehmen, mit denen auch die Entfestigung der Anlage einher ging. Aus jener Zeit stammt die bei Restaurierungsarbeiten wieder entdeckte, perspektivisch bemalte Decke des gro√üen Saals im Erdgeschoss des Ostfl√ľgels. Sie ist einzigartig in Westfalen.

Im Jahre 1687 vernichtete ein schwerer Brand gro√üe Teile des Nord- und S√ľdfl√ľgels, bei dem auch die wertvolle Bibliothek gr√∂√ütenteils zerst√∂rt wurde. Freiherrn Franz von Nesselrode-Reichenstein baute das Schloss in seiner heutigen barocken Form bis 1702 wieder auf. Im Zuge des Wiederaufbaus wurde auch das aufw√§ndig gestaltete Portal an der Westseite der Anlage errichtet. Seine Kartuschen rechts und links des Torbogens berichten von den auf Schloss Herten ans√§ssigen Geschlechtern, dem verheerenden Brand sowie dem Wiederaufbau.

Nachdem die ehedem schon heruntergekommenen Schlossgeb√§ude nach 1925 nicht mehr genutzt wurden, taten durch den Bergbau verursachte Bodensenkungen ihr √úbriges und brachten die Vierfl√ľgelanlage beinahe zum Einsturz. Ab 1967 wurden aus diesem Grunde Sicherungsma√ünahmen an den Fundamenten der Geb√§ude vorgenommen. Der Verfall der aufstehenden Bausubstanz ging indessen ungehindert weiter.

Als der Landschaftsverband Westfalen-Lippe die ruin√∂sen Bauten 1974 √ľbernahm war endlich Besserung in Sicht. Noch im selben Jahr begannen Wiederherstellungsma√ünahmen, die bis 1989 andauerten.

Die Schlosskapelle (2005)
Die Schlosskapelle (2005)

Kapelle

Bis 1908 befand sich die Schlosskapelle im S√ľdfl√ľgel der Hauptburg. In jenem Jahr wurde die heutige Kapelle - von Schloss Grimberg stammend - mit seiner dreischiffigen Halle √ľber zwei Joche auf das Hertener Vorburggel√§nde √ľbertragen. Trotz ihrer barocken Innenausstattung aus dem Jahre 1747 (teilweise von Johann Conrad Schlaun entworfen), sind ihre Urspr√ľnge gotisch (16. Jahrhundert).

Der Portalvorbau an der Giebelfront wurde dem Bau erst nach seiner Wiedererrichtung in Herten hinzugef√ľgt.

Zusammen mit der Kapelle zogen auch die Tumben des Ehepaars Heinrich Knipping (†1578) und Sybilla von Nesselrode (†1602) von Grimberg nach Schloss Herten um.

Schlosspark

Mit dem Wiederaufbau der Schlossgebäude nach dem Brand 1687 erteile Franz von Nesselrode-Reichenstein den Auftrag, nördlich der Gebäude einen Park nach dem Vorbild französischer Barockgärten anzulegen. 20 erhaltene Federzeichnungen des wallonischen Malers Renier Roidkin von etwa 1730 geben einen guten Einblick in das damalige Aussehen der Gartenanlage.

Teil der Orangerie-Ruine (2005)
Teil der Orangerie-Ruine (2005)

1725 wurde am Nordrand des Parks - etwa 170 Meter vom Hauptschloss entfernt - der Bau einer eingeschossigen Orangerie vollendet. √úber ihrer zehnachsigen Fensterfront erhob sich eine mit zw√∂lf Dachplastiken besetzte Balustrade . Zur Orangerie, die auch als Gartenkasino genutzt wurde, geh√∂rten ein Irrgarten und ein Naturtheater. Vom einstigen Glanz dieses Geb√§ude k√ľndet heute jedoch nur noch eine Ruine.

Durch private Spenden konnte ein im √∂stlichen Teil des Parks stehender Gartenpavillon aus der Zeit um 1720 erhalten und restauriert werden. Die Bezeichnung des kleinen Ziegelbaus im Louis-Seize-Stil als Tabakh√§uschen erinnert an zwei franz√∂sische Grafen Riaucourt, die S√∂hne einer geborenen Gr√§fin von Nesselrode waren. Sie hatten sich vor der Franz√∂sischen Revolution zu ihren Verwandten nach Herten gefl√ľchtet und fr√∂nten im Pavillon dem seinerzeit neumodischen Laster des Tabakgenusses, der in den Schlossgeb√§uden nicht geduldet wurde.

Die heutige Form des Hertener Schlossparks geht auf den D√ľsseldorfer Hofg√§rtner Maximilian Friedrich Weyhe zur√ľck. Er gestaltete den franz√∂sischen Garten in den Jahren 1814-1817 zu einem englischen Landschaftsgarten um.

Nach der 50-jährigen Vernachlässigung in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg , war die Parkanlage vollkommen verwildert. Ihre Wiederherstellung wurde zeitgleich zu den Restaurierungsmaßnahmen an den Schlossgebäuden ab 1974 vorgenommen, so dass der Park 1981 der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden konnte.

Heutige Nutzung

Sowohl die Vorburg als auch zahlreiche (neu entstandene Nebengeb√§ude) auf dem Schlossareal werden heutzutage als Sozialzentrum und Tagesklinik des benachbarten Landeskrankenhauses f√ľr Psychiatrie genutzt.

Dar√ľber hinaus hat sich das Schloss als Veranstaltungsort zahlreicher kultureller Veranstaltungen wie das Kulturfestival Ruhr, die Hertener Schlosskonzerte oder das Hertener Folkfestival etabliert.

Heiratswillige können sich im so genannten Nesselrode-Salon des Schlosses standesamtlich trauen lassen.

F√ľr das leibliche Wohl der Schlossbesucher sorgt ein Schlosscaf√© im Nordfl√ľgel der Hauptburg.

Literatur

  • August Kracht: Burgen und Schl√∂sser im Sauerland, Siegerland, Hellweg, Industriegebiet. Ein Handbuch. Umschau Verlag. Frankfurt am Main 1976, S. 293-301, ISBN 3-8035-8011-0
  • Ursula Schumacher-Haardt: Schloss Herten. In: Westf√§lischer Heimatbund (Hrsg.): Westf√§lische Kunstst√§tten (Heft 68). Gebr√ľder Lensing, M√ľnster 1993, ISSN 0930-3952

Weblinks

Commons: Schloss Herten ‚Äď Bilder, Videos oder Audiodateien


Koordinaten: 51¬į 35' 30" N 7¬į 7' 48.56" O

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