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Letzte Änderung für Artikel Ruhrgebiet: 20.02.2006 14:42

Ruhrgebiet

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Karte
Deutschland-Karte mit hervorgehobenem Ruhrgebiet
Basisdaten Ruhrgebiet
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
LandschaftsverbÀnde: Rheinland,
Westfalen
Regierungsbezirke : Arnsberg,
MĂŒnster,
DĂŒsseldorf
Körperschaft : Regionalverband Ruhr
FlĂ€che : 4.435 kmÂČ
Einwohner : 5.317.565 (1. Oktober 2004)
Bevölkerungsdichte : 1.199 Einwohner/kmÂČ
Höchster Punkt: 420 m ĂŒ. NN (Breckerfeld)
Niedrigster Punkt: 14 m ĂŒ. NN (Xanten)
Nord-SĂŒd-Ausdehnung: 67 km
West-Ost-Ausdehnung: 116 km
Geografische Lage : 51° 12' - 51° 49' n. Br.
6° 22' - 7° 59' ö. L.
Kfz-Kennzeichen : BO, DO, DU, E, GE, HA,
HAM, HER, BOT, MH,
OB, EN, RE, UN, WES
Gliederung des Ruhrgebiets: 11 kreisfreie StÀdte,
4 Kreise
Website : www.ruhrgebiet.de
Politik
RVR-Verbandsdirektor: Heinz-Dieter Klink ( SPD )
Bevölkerung
Arbeitslosenquote : 13,2 % (4. Januar 2005)

Das Ruhrgebiet ist ein Ballungsraum in Deutschland mit etwa 5,3 Millionen Einwohnern. Es besteht mehrheitlich aus einer Reihe von zusammengewachsenen GroßstĂ€dten. Die Oberzentren der Region entstanden bereits im Mittelalter und erreichten ihre heutige Ausdehnung und Struktur mit der Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert.

Im Allgemeinen versteht man das Gebiet des Regionalverbands Ruhr (RVR) als Ruhrgebiet. Zum RVR gehören die kreisfreien StĂ€dte Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Herne, MĂŒlheim an der Ruhr und Oberhausen sowie die Kreise Recklinghausen, Unna, Wesel und der Ennepe-Ruhr-Kreis. Die Daten im Folgenden beziehen sich daher auf dieses Verwaltungsgebiet. Da der Begriff „Ruhrgebiet“ jedoch keine offizielle Verwaltungsbezeichnung darstellt, sind die genauen Grenzen interpretationsabhĂ€ngig.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Karte der Siedlungsstruktur des Ruhrgebiets
Karte der Siedlungsstruktur des Ruhrgebiets

Das Ruhrgebiet wird grob durch die FlĂŒsse Ruhr im SĂŒden, Rhein im Westen und Lippe im Norden begrenzt. Die östliche Ausdehnung des Ruhrgebiets reicht bis an die Linie Hagen-Hamm. Im SĂŒdosten grenzt es an das Sauerland, im SĂŒdwesten an das Bergische Land, im Westen reicht das Ruhrgebiet bis weit in die Region Niederrhein hinein und im Norden bis in das MĂŒnsterland. Die West-Ost-Ausdehnung von Sonsbeck bis Hamm betrĂ€gt 116 km, die Nord-SĂŒd-Ausdehnung von Haltern am See bis Breckerfeld 67 km.

Die StĂ€dtelandschaft liegt ĂŒbergreifend in verschiedenen naturrĂ€umlichen Landschaftseinheiten. Im Norden und Osten hat das Ruhrgebiet Anteil an der WestfĂ€lischen Bucht, im SĂŒden am Rheinischen Schiefergebirge und im Westen an der Niederrheinischen Tiefebene . Die Kernzone des Reviers wird von der Hellwegbörde und der Emscherniederung eingenommen.

Den Angaben des Regionalverband Ruhr (RVR) zufolge sind 37,6 % der FlĂ€che des Ruhrgebiets bebaut. 40,7 % der FlĂ€che werden landwirtschaftlich genutzt. Der Waldanteil betrĂ€gt 17,6 %. Die ĂŒbrigen Anteile entfallen auf WasserflĂ€chen und sonstige FlĂ€chen. Der fĂŒr eine Industrieregion relativ hohe Anteil an Wald- und LandwirtschaftsflĂ€chen erklĂ€rt sich zunĂ€chst durch die, ebenfalls zum RVR gehörigen vier ĂŒberwiegend lĂ€ndlich geprĂ€gten Kreise . Außerdem besitzen vielfach auch die kreisfreien StĂ€dte des Ruhrgebiets in ihren Außenbezirken lĂ€ndlichen Charakter.

Auf einer Karte betrachtet (vgl. Geodatenserver RVR ) könnte man das Ruhrgebiet fĂŒr eine einzige Großstadt halten, da es teilweise keine erkennbaren Grenzen zwischen den einzelnen StĂ€dten gibt. So ist das Ruhrgebiet als eine polyzentrische StĂ€dtelandschaft zu bezeichnen.

Das Ruhrgebiet ist jedoch auf Grund seiner Geschichte gÀnzlich anders strukturiert als monozentrisch besiedelten Gebiete, wie beispielsweise Berlin oder Paris , die durch rasches Zusammenwachsen kleinerer Orte und StÀdte mit einer Kernstadt entstanden sind. Die einzelnen StÀdte und Stadtteile des Ruhrgebiets sind jedoch wÀhrend der Industrialisierung unabhÀngig voneinander gewachsen.

Die ÜbergĂ€nge zwischen den StĂ€dten sind oft durch eine lockere Vorortbebauung und teilweise sogar durch landwirtschaftlich genutzte oder gĂ€nzlich unbebaute Gebiete geprĂ€gt. Teilweise sind die Stadtgrenzen in der Kernzone des Ruhrgebiets aber auch nur schwer zu erkennen, da die Grenze quer durch dichte Besiedlung verlĂ€uft.

Das Ruhrgebiet und seine Entwicklung vom ursprĂŒnglichen Naturraum zum Standort der Montanindustrie und rasanten Besiedlung wĂ€hrend der Industrialisierung ist ein hĂ€ufig gewĂ€hlter Forschungsgegenstand der Anthropogeographie . So wird beispielsweise die Siedlungsgeschichte des Ruhrgebiets in Bezug auf das klassische System der Zentralen Orte untersucht.

Im Zuge der Rekultivierung von Industriebrachen entstehen neue Parklandschaften und Naherholungsgebiete wie zum Beispiel der Landschaftspark Emscherbruch im nördlichen Ruhrgebiet. Entlang der teilweise renaturierten Emscher bildet der Emscher Landschaftspark, der die in den 1920er Jahren entstanden Revierparks verbindet, GrĂŒngĂŒrtel zwischen den StĂ€dten.

Geologie

Geologisch wird das Ruhrgebiet regelmĂ€ĂŸig ĂŒber das Vorkommen von Kohle-fĂŒhrenden Schichten des Oberkarbon definiert, mehr oder weniger unabhĂ€ngig von deren Tiefenlage. Die Kohle- Flöze streifen entlang der Ruhr die OberflĂ€che und senken sich nach Norden ab.

In Höhe der Lippe liegen die Flöze in einer Tiefe von 600 bis 800 m. Die MĂ€chtigkeit der Schichten liegt durchschnittlich bei einem bis drei Metern. Die Geologie des Untergrundes war entscheidend fĂŒr die Entwicklung des Kohlebergbaus im Ruhrgebiet.

Bezeichnung

Die gelĂ€ufigsten Bezeichnungen sind heute Ruhrgebiet und Revier. Seit einigen Jahren wird außerdem der Begriff Ruhrstadt benutzt. Die umgangssprachlichen Begriffe Kohlenpott, Ruhrpott oder einfach Pott (von PĂŒtt fĂŒr Bergwerk, vgl. engl.: pit) sind in der Bevölkerung weit verbreitete Eigenbezeichnungen der Region. Sie werden vom RVR gerne fĂŒr Marketingstrategien genutzt und sind dadurch auch ĂŒberregional bekannt.

Lange Zeit wurden verschiedene Namen fĂŒr die Region benutzt: „Rheinisch-WestfĂ€lischer Industriebezirk“, „Rheinisch-WestfĂ€lisches Industriegebiet“, „Niederrheinisch-WestfĂ€lisches Industriegebiet“ oder „Ruhrrevier“ – wĂ€hrend das Wort „Ruhrgebiet“ zunĂ€chst nur den Einzugsbereich des Flusses „Ruhr“ benannte. Als Name fĂŒr die Industrieregion – wie im heutigen Sinn – bĂŒrgerte sich die Bezeichnung erst um 1930 ein. Die ĂŒbrigen Bezeichnungen finden heute kaum noch Verwendung.

IdentitÀt

Die Bevölkerung des Ruhrgebiets wird, historisch bedingt, zu den RheinlĂ€ndern oder Westfalen gezĂ€hlt. Diese Zugehörigkeit begleitet zumeist, insbesondere in den industriell geprĂ€gten Kerngebieten, die Verbundenheit mit dem Ruhrgebiet. In den Randzonen des RVR, also vor allem in den Ă€ußeren Bereichen der Kreise Wesel, Recklinghausen, Unna und dem Ennepe-Ruhr-Kreis fĂŒhlen sich Teile der Bevölkerung eher zum Niederrhein, MĂŒnsterland oder Sauerland zugehörig, da eine Identifikation mit dem „Ruhrgebiet“ aufgrund der vorwiegend lĂ€ndlichen PrĂ€gung beziehungsweise der historischen Zugehörigkeit zu anderen Gebieten nicht gegeben ist. Selbst in den FlĂŒgelstĂ€dten des Ruhrgebiets Duisburg und Dortmund fĂŒhlen sich Teile der Bevölkerung auch dem Rheinland beziehungsweise Westfalen zugehörig.

Metropolregion Rhein-Ruhr

Das Ruhrgebiet ist mit seinen 5,3 Millionen Einwohnern nach der Île-de-France , Moskau , Greater London und Istanbul das fĂŒnftgrĂ¶ĂŸte Ballungsgebiet Europas und ĂŒberwiegend Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr. Diese ist bereits seit 1995 von der Ministerkonferenz fĂŒr Raumordnung , die in Deutschland ĂŒber sogenannte EuropĂ€ische Metropolregionen entscheidet, geschaffen worden. Damit ist das Ruhrgebiet auch Teil des von der EuropĂ€ischen Kommission im Jahr 1999 aufgestellten EuropĂ€ischen Raumentwicklungskonzeptes (EUREK).

Verwaltung

Karte der Verwaltungsstruktur des Ruhrgebiets
Karte der Verwaltungsstruktur des Ruhrgebiets

Die ĂŒbergeordnete Verwaltungsebene des Ruhrgebiets ist der Regionalverband Ruhr (RVR) mit Sitz in Essen.

Zu diesem Verband gehören die kreisfreien StĂ€dte Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Herne, MĂŒlheim an der Ruhr und Oberhausen sowie der Ennepe-Ruhr-Kreis und die Kreise Unna, Recklinghausen und Wesel.

Das Verbandsgebiet verteilt sich ĂŒber die LandschaftsverbĂ€nde Rheinland (4 kreisfreie StĂ€dte, 1 Kreis) und Westfalen-Lippe (7 kreisfreie StĂ€dte, 3 Kreise) sowie ĂŒber Regierungsbezirke Arnsberg, DĂŒsseldorf und MĂŒnster, deren VerwaltungsstĂ€dte jedoch alle außerhalb des Ruhrgebiets liegen.

Die verwaltungsrechtliche Teilung des Ruhrgebiets ist geschichtlich begrĂŒndet. So fĂŒhrte bereits die Grenze zwischen Franken ( Niederfranken ) und Sachsen (Westfalen) mitten durch das heutige Ruhrgebiet. Das heutige Ruhrgebiet gehörte zu den folgenden Herrschaftsbereichen: Vest Recklinghausen, FĂŒrstbistum MĂŒnster , Grafschaft Limburg, Grafschaft Mark, Herzogtum Berg, Herzogtum Kleve, Reichsstadt Dortmund, Reichsstift Essen und Reichsabtei Werden und zur Herrschaft Styrum . An diesen Grenzen orientieren sich die Gebiete der noch aus preußischer Zeit ĂŒbernommenen Regierungsbezirke. Vom Deutschen Kaiserreich bis ins Dritte Reich war es offen erklĂ€rte Politik, das Ruhrgebiet geteilt zu halten um es politisch nicht zu stark werden zu lassen. Kaiser Wilhelm II. wollte durch die politische Zersplitterung die Bildung einer ĂŒberregional bedeutenden Metropole verhindern. Neben der politischen Einheit verweigerte er aus diesem Grund auch die Ansiedlung von UniversitĂ€ten und Kasernen in diesem Siedlungsraum.

Nach den PlĂ€nen der Landesregierung soll diese alte Struktur in einer Verwaltungsreform bis 2012 aufgehoben werden. Die Bezirksregierungen sollen durch neue RegionalprĂ€sidien, von denen eines das Ruhrgebiet umfassen soll, ersetzt werden. Seit Jahren gibt es die Überlegung, einen Regierungsbezirk Ruhr zu bilden oder sogar alle StĂ€dte und Kreise des Ruhrgebietes zu einer Millionenmetropole Ruhrstadt zusammen zu schließen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte des Ruhrgebiets

Industrialisierung

Rheinisch-WestfÀlisches Kohlengebiet 1896
Rheinisch-WestfÀlisches Kohlengebiet 1896

Die Region, die heute als Ruhrgebiet bezeichnet wird, war Ende des 18. Jahrhunderts landschaftlich vergleichbar mit dem MĂŒnsterland und dem Niederrhein – einzelne StĂ€dtchen und kleine Dörfer, die vor allem durch die Landwirtschaft geprĂ€gt waren. Anfang des 19. Jahrhunderts waren Duisburg und Dortmund die grĂ¶ĂŸten StĂ€dte mit mehr als 5.000 Einwohnern. Zur selben Zeit lebten in der MunizipalitĂ€t MĂŒlheim an der Ruhr im SĂŒden der Region bereits mehr als 11.000 Menschen. Gelsenkirchen und Herne im nördlich gelegenen Emscherland dagegen hatten zu dieser Zeit lediglich einige hundert Einwohner.

FrĂŒhe Kerne der Industrialisierung bildeten einzelne EisenhĂŒtten (St.-Antony-HĂŒtte ab 1758 in Oberhausen-Osterfeld; GutehoffnungshĂŒtte ab 1782 in Oberhausen-Sterkrade und EisenhĂŒtte Neu-Essen ab 1791 in Oberhausen-Lirich). Hier entstanden wichtige frĂŒhe Technologien der Eisenerzeugung und Maschinen, die den wirtschaftlichen Abbau der Kohle förderten.

Kohle wurde zwar schon im 13. Jahrhundert abgebaut – ein Ausgangspunkt des Ruhrbergbaus war das Muttental bei Witten – jedoch kann man dabei nicht von Bergbau , sondern eher von KohlengrĂ€berei sprechen. Mit dem wirtschaftlichen Abbau der Kohle ab Anfang des 19. Jahrhunderts entlang der Ruhr gewann die Industrialisierung fĂŒr das Ruhrgebiet an Fahrt.

Innerhalb weniger Jahre entstanden ĂŒber 220 Zechen , bis 1850 waren es fast 300. Aus der Kohle wurde vor allem in Kokereien Koks gewonnen, welches in den Hochöfen der angesiedelten Eisen- und StahlhĂŒtten zur Roheisen- und Stahlerzeugung benötigt wurde. Noch bevor die Kohlevorkommen entlang der Ruhr erschöpft waren, entstanden weiter nördlich neue Zechen. Der Ruhrbergbau wanderte, den Flözen in die Tiefe folgend, von SĂŒden nach Norden, von der Ruhr an die Emscher und schließlich zur Lippe. Laut Veröffentlichungen von Prof. Dr. Roland GĂŒnter hat es insgesamt etwa 3.200 einzelne Zechen im Ruhrrevier gegeben.

Die Erschließung des Ruhrgebiets als Lieferanten fĂŒr Kohle und Stahl fĂŒr die aufstrebende Industrie förderte die GrĂŒndung vieler Eisenbahngesellschaften. Siehe hierzu: Liste der ersten Eisenbahnen in Nordrhein-Westfalen bis 1930

Aufgrund der wirtschaftlichen Expansion wurden ArbeitskrĂ€fte angeworben. Die Bevölkerungszahlen stiegen explosionsartig. Die alten StĂ€dte am Hellweg erwachten zu neuer BlĂŒte. Vormalige Dörfer entlang der Emscher entwickelten sich zu GroßstĂ€dten . Qualifizierte Facharbeiter der Bergwerke wurden vielfach in Arbeitersiedlungen , sogenannten Zechenkolonien , untergebracht. Der Ruhrkohlenbezirk wuchs zum grĂ¶ĂŸten industriellen Ballungszentrum Europas an.

Strukturwandel

Opelwerk 1 in Bochum
Opelwerk 1 in Bochum

Seit Beginn der Kohlekrise im Jahr 1958 befindet das Ruhrgebiet sich in einer anhaltenden Phase des Strukturwandels , der von großen wirtschaftlichen Anpassungsschwierigkeiten gekennzeichnet ist. Auch gezielte staatliche Subventionen konnten den Strukturwandel im Ruhrgebiet nicht aufhalten. Die Industriezweige, auf die sich das Ruhrgebiet begrĂŒndete, Steinkohleförderung und Stahlindustrie werden rar: Es gibt im Ruhrgebiet nur noch 6 fördernde Bergwerke (West, Walsum, Prosper-Haniel, Lippe, Auguste Victoria/Blumenthal , Ost) und 3 Kokereien mit der Kokerei Prosper in Bottrop sowie in Duisburg die Kokerei Schwelgern und die Kokerei der HĂŒttenwerke Krupp Mannesmann. Bergbau findet heute vor allem in den Randzonen des Ruhrgebiets statt. Der Abbau hat in seiner Nordwanderung die Lippe erreicht. Auch links des Rheins wird noch Kohle gefördert. In der Ruhr- und Emscherzone der Region sind die Zechen inzwischen stillgelegt. Zwischen 1980 und 2002 gingen etwa die HĂ€lfte der 1 Million ArbeitsplĂ€tze im produzierenden Gewerbe verloren wĂ€hrend etwa 300.000 ArbeitsplĂ€tze im Dienstleistungssektor geschaffen wurden.

WĂ€hrend dessen sind jĂŒngere Industrien wie der Fahrzeug- und Maschinenbau, die Elektrotechnik, Feinmechanik und die Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie nichtindustrielle Branchen wie der Dienstleistungssektor noch nicht ausreichend nachgewachsen. Insgesamt verzeichnete das Dienstleistungsgewerbe den grĂ¶ĂŸten Aufschwung. Seit Beginn der neunziger Jahre sind bereits ĂŒber 50 Prozent der BeschĂ€ftigten des Ruhrgebiets in der Dienstleistung tĂ€tig.

Einige Großkonzerne setzten auch neue Schwerpunkte, vor allem im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik sowie der Umweltsicherung. Ein Unternehmen, welches diesen Weg ging, ist der einstigste Stahlerzeuger und Verarbeiter Mannesmann. Er baute sich Anfang der 1990er Jahre mit Mannesmann Mobilfunk ein Mobilfunk Netz (D2) auf. Ende der 1990er Jahre konzentrierte sich der Konzern auf diess GeschĂ€ftsfeld. Um an die erfolgreiche, deutsche Mobilfunksparte zu gelangen, kaufte die englische Vodafone Gruppe den kompletten Mannesmann Konzern auf und veraufte einzelne Bereiche des StahlgeschĂ€fts.

Ein wichtiger Schritt vom Produktions- zum Forschungsstandort waren die GrĂŒndungen der UniversitĂ€ten Bochum, Dortmund, Duisburg und Essen. Hilfreich fĂŒr den Zuwachs im tertiĂ€ren Sektor waren auch die GrĂŒndungen von Gesamthochschulen, Technologiezentren und Beratungseinrichtungen.

Als Beispiel des Strukturwandels kann man den Bau der drei Automobilwerke des Autoherstellers Opel 1962 in Bochum bezeichnen. Die Werke boten den unter Tage ausgebildeten Schlossern , Elektrikern etc. einen Arbeitsplatz in einer anderen Branche. Allerdings hat mittlerweile auch die Automobilindustrie mit Strukturproblemen zu kĂ€mpfen und steht in der Gefahr, zu den „alten Industrien“ zu zĂ€hlen.

Auch die einst angesiedelte Elektroindustrie ist heute ein Problemfall. Blaupunkt in Herne hat bereits 1989 wieder geschlossen, Siemens in Witten wurde 1999 verkauft, das Werk steht ebenfalls vor der Schließung. Auch bei Nokia in Bochum kam es 2004 zu Stellenabbau.

Ein Großprojekt des Strukturwandels ist die Neue Mitte Oberhausen mitsamt dem Einkaufszentrum CentrO, welche auf dem GelĂ€nde der stillgelegten GutehoffnungshĂŒtte Mitte der 1990er Jahre erbaut wurde.

Weltkulturerbe Zeche Zollverein
Weltkulturerbe Zeche Zollverein

Die Internationale Bauausstellung Emscher Park (IBA) war von 1989 bis 1999 im Ruhrgebiet tĂ€tig und unterstĂŒtzte den Strukturwandel. In ihrem Rahmen wurden etwa zweieinhalb Milliarden Euro in die Region investiert und Industriebrachen von stillgelegten Bergwerken, Kokereien und Stahlwerken als IndustriedenkmĂ€ler erhalten und neue Nutzungsmöglichkeiten entwickelt. So ist ehemalige HĂŒtte Duisburg-Meiderich heute als Landschaftspark Duisburg-Nord bekannt, der stillgelegte Gasometer Oberhausen wurde zur Ausstellungshalle umfunktioniert. Weitere Beispiele fĂŒr neue Nutzungen sind der Nordsternpark in Gelsenkirchen, der Bottroper Tetraeder , die Essener Halde Schurenbach, der Duisburger Innenhafen, die Jahrhunderthalle in Bochum und der Phoenix-See in Dortmund. Die Zeche und Kokerei Zollverein in Essen wurde 2001 von der UNESCO sogar zum Weltkulturerbe erklĂ€rt.

Seit Mitte der 1990er Jahre wird die Emscher, lange der kanalisierte Abwasserkanal des Ruhrgebiets, renaturiert.

Wirtschaft

RWE-Group-Center, Essen
RWE-Group-Center, Essen

Mit dem oben beschriebenen Strukturwandel verlor das gewinnende und produzierende im Ruhrgebiet an Bedeutung, allerdings haben auch heute noch Montanunternehmen wie die RAG Aktiengesellschaft, Degussa oder ThyssenKrupp ihren Sitz und grĂ¶ĂŸte Produktionsstandorte im Ruhrgebiet. Etwa 8,9 % der BeschĂ€ftigten sind im produzierenden Sektor tĂ€tig.

Das Ruhrgebiet und insbesondere Dortmund ist fĂŒr seine Brauereien bekannt. Zu den bekanntesten Brauereien zĂ€hlt Brau & Brunnen , die Dortmunder Actien-Brauerei, die Privatbrauerei Moritz Fiege und die König-Brauerei.

Der Dienstleistungssektor ist mit den Konzernzentralen von Energie- und Wasserversorgern wie der RWE und E.ON Ruhrgas und Handelskonzernen wie der Aldi-Gruppe, KarstadtQuelle oder der Tengelmann-Unternehmensgruppe ebenfalls stark vertreten. Außerdem gibt es in den hĂ€ufig als FußgĂ€ngerzonen ausgewiesenen InnenstĂ€dten und den Einkaufszentren Ruhr-Park, Uni-Center, RheinRuhrZentrum und CentrO zahllose EinzelhĂ€ndler.

Auch zahlreiche Unternehmen der Logistikbranche haben ihren Sitz oder Standorte wegen der guten infrastrukturellen Anbindung im Ruhrgebiet.

Nach wie vor gilt das Ruhrgebiet als eine strukturschwache Region. Die Gesamtarbeitslosenquote des Ruhrgebiets liegt bei etwa 14 % und ist damit unter den regionalen GroßrĂ€umen die höchste der westdeutschen BundeslĂ€nder. Auch die Arbeitslosenquoten einzelner StĂ€dte in der Kernzone des Ruhrgebiet gehören zu den höchsten der „alten“ BundeslĂ€nder: In Duisburg haben etwa 20 % der Bevölkerung keinen Arbeitsplatz und in Gelsenkirchen sind sogar 25 % arbeitslos gemeldet.

Medien

Die grĂ¶ĂŸten regionalen Tageszeitungen sind die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), die Neue Ruhr Zeitung (NRZ) und die Ruhr Nachrichten (RN). Nach dem Ende der taz-ruhr 2005 ist die Bild die einzige ĂŒberregionale Tageszeitung mit einer Ruhrgebietsausgabe. Zudem gibt es im Ruhrgebiet eine Reihe von Stadt- und Szenemagazinen. Das heute als Prinz bundesweit erscheinende Stadtmagazin hatte seinen Ursprung unter dem Namen Guckloch 1978 in Herne. Neben dem Prinz, der noch immer mit einer Regionalredaktion in Duisburg in der Region vertreten ist, erscheinen die Gratistitel Coolibri, Heinz und Smag. Mit dem Wirtschaftsmagazin Ruhr gibt es auch ein regionales Wirtschaftsmagazin fĂŒr das Ruhrgebiet. Mit der Wissenschaft im Revier beschĂ€ftigt sich zudem das Magazin Transfer. In Essen und Dortmund unterhĂ€lt der Westdeutsche Rundfunk (WDR) Studios. In Essen werden die Regionalprogramme fĂŒr das mittlere Ruhrgebiet produziert und ausgestrahlt. In Dortmund produziert der WDR die Sendung Planet Wissen und das Regionalprogramm fĂŒr das östliche Ruhrgebiet.

Das Adolf Grimme Institut mit Sitz in Marl vergibt jÀhrlich die renommierte Fernsehauszeichnung Adolf-Grimme-Preis .

Kultur

Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen
Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen

Die „Route der Industriekultur“, die Ă€hnlich den in Deutschland bekannten Wein- oder Burgenstraßen konzipiert ist, steuert die wichtigsten industriegeschichtlichen StĂ€tten des Ruhrgebiets an und dient als Ausgangsbasis fĂŒr die Vermarktung des Ruhrgebiets als Tourismusregion.

Im Ruhrgebiet befinden sich zahlreiche Technik- und Industriemuseen wie das Deutsche Bergbaumuseum in Bochum, das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Duisburg, das Umspannwerk Recklinghausen, die Deutsche Arbeitsschutzausstellung in Dortmund und die dezentralen Museen WestfĂ€lisches Industriemuseum und Rheinisches Industriemuseum. Außerdem gibt es auch im Ruhrgebiet mehrere Kunstmuseen wie das Museum Folkwang in Essen, das Lehmbruck-Museum in Duisburg, die Ludwig-Galerie im Schloss Oberhausen oder das Museum am Ostwall in Dortmund.

Ähnlich vielfĂ€ltig ist die Theaterlandschaft im Ruhrgebiet. Zu den bekanntesten Theatern gehört das Grillo-Theater in Essen, das Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen und das Schauspielhaus Bochum.

Die RuhrTriennale, die Ruhrfestspielen, die Extraschicht und Ă€hnliche Großveranstaltungen zeugen von einer lebendigen Kulturszene im Ruhrgebiet.

Aufgrund der hohen Dichte kultureller Einrichtungen bewirbt sich das Ruhrgebiet unter FĂŒhrung der Stadt Essen als Kulturhauptstadt Europas 2010.

Auch im Ruhrgebiet wird Karneval gefeiert. UmzĂŒge finden in zahlreichen StĂ€dten statt, Altweiberfastnacht ist fĂŒr viele der wesentliche "Feiertag".

Im Archiv der Stadt Duisburg befindet sich die erste ĂŒberhaupt in deutsch geschriebene Stadtrechnung aus dem Jahre 1377 , aus der hervorgeht, dass die Ratsherren und die BĂŒrgerschaft ausgiebig Fastabend ("Vastavent") feierten. In der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts werden in Duisburg die ersten Karnevalsgesellschaften gegrĂŒndet. Den ersten Anlauf zur Etablierung eines Rosenmontagszuges in Duisburg geht auf das Jahr 1928 zurĂŒck. Duisburg ist Sitz des Landesverbands Rechter Niederrhein im Bund Deutscher Karneval e. V.

Bildung und Forschung

„Mathetower“ der Uni Dortmund
„Mathetower“ der Uni Dortmund
Wissenschaftspark, Gelsenkirchen
Wissenschaftspark , Gelsenkirchen

Sechs UniversitÀten und neun Hochschulen mit etwa 180.000 eingeschriebenen Studenten (WS 2001/02) und zahlreichen Forschungsinstituten und Technologiezentren machen das Ruhrgebiet zu Europas dichtester Bildungs- und Forschungslandschaft. Hierbei sind die Ingenieur- und Naturwissenschaften besonders stark vertreten.

Die erste Hochschule des Ruhrgebiets, die Ruhr-UniversitĂ€t Bochum, wurde jedoch erst 1962 gegrĂŒndet. Zu den bekanntesten Hochschulen zĂ€hlen weiter die fusionierte UniversitĂ€t Duisburg-Essen, die UniversitĂ€t Dortmund, die private UniversitĂ€t Witten/Herdecke, die FernUniversitĂ€t in Hagen und die Folkwang Hochschule im Ruhrgebiet mit den Schwerpunkten Musik und Darstellende KĂŒnste.

Eng verbunden mit den Hochschulen sind die Forschungsinstitute. Drei Max-Planck-Institute (MPI) haben ihren Sitz im Ruhrgebiet: das MPI fĂŒr molekulare Physiologie in Dortmund, das MPI fĂŒr Kohlenforschung in MĂŒlheim an der Ruhr und das MPI fĂŒr bioanorganische Chemie ebenfalls in MĂŒlheim. Vier Fraunhofer-Institute (FI) befinden sich im Ruhrgebiet: das UMSICHT genannte Oberhausener FI fĂŒr Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik , das FI fĂŒr Materialfluss und Logistik und das FI fĂŒr Software- und Systemtechnik in Dortmund sowie das FI fĂŒr Mikroelektronische Schaltungen und Systeme , Duisburg. Zu den bekannten Forschungsinstituten gehören auch Einrichtungen der Sozial- und Geisteswissenschaften wie das Rheinisch-WestfĂ€lisches Institut fĂŒr Wirtschaftsforschung (RWI), das Zentrum fĂŒr TĂŒrkeistudien (ZfT) und das Kulturwissenschaftliches Institut (KWI), die alle ihren Sitz in Essen haben, das Institut Arbeit und Technik (IAT), Gelsenkirchen und das DMT-Forschungsinstitut fĂŒr Montangeschichte , Bochum.

Technologieparks und GrĂŒnderzentren bilden das Bindeglied zwischen den Hochschulen und der Wirtschaft. Im TechnologieZentrum Dortmund (TZDO) siedelten sich beispielsweise seit 1988 mehr als 225 Firmen mit ĂŒber 8500 Mitarbeitern an. Dabei haben Unternehmen der Mikrotechnikbranche einen besonders hohen Anteil. Mit dem Wissenschaftspark entstand in Gelsenkirchen ein auf erneuerbare Energien spezialisiertes GrĂŒnderzentrum. Wissenstransfer zwischen mittelstĂ€ndischen Unternehmen die keine eigene Forschung betreiben und Hochschulen und Instituten bietet das MĂŒlheimer Zentrum fĂŒr Innovation und Technik (ZENIT) an.

Sprache

Historisch gehört die Region an Rhein, Ruhr und Emscher zum Niederdeutschen Sprachgebiet . Doch ist die Zahl der Sprecher des Plattdeutschen inzwischen sehr gering. Heute wird im Ruhrgebiet vor allem Hochdeutsch gesprochen, mit leichtem westfÀlischen oder niederrheinischen Akzent.

Die SprachvarietÀten im Ruhrgebiet werden als Ruhrdeutsch zusammengefasst und teils als Dialekte , teils als Sozio- oder auch Regiolekt eingeordnet.

Sport

Fußball in der Veltins-Arena
Fußball in der Veltins-Arena

Der Ruhrmarathon fĂŒhrt seit 2003 jĂ€hrlich quer durchs Ruhrgebiet, rund um den Baldeneysee fĂŒhrt der Essen-Marathon. Das Radrennen Sparkassen Giro Bochum fĂŒhrt von der Bochumer Innenstadt nach Bochum-Stiepel, das Sechstagerennen findet in den Westfalenhallen Dortmund statt.

Fußball

Fußballbegeisterung der Borussia Dortmund-Fans
Fußballbegeisterung der Borussia Dortmund-Fans

In keiner anderen Region Deutschlands wird der Fußballsport derart geliebt und gelebt wie im Ruhrgebiet. Die zwei bekanntesten Vereine sind Borussia Dortmund und Schalke 04 . Beide Vereine haben die höchsten Zuschauerzahlen im deutschen Vereinsfußball (Dortmund ca. 80.000 Besucher pro Spiel, Schalke ca. 60.000). Das Aufeinandertreffen dieser beiden Vereine, das sogenannte Revierderby, gilt als ein Höhepunkt der Saison. Des Weiteren spielt in der Bundesliga noch der MSV Duisburg, sowie in der 2. Bundesliga der VfL Bochum. Weitere Traditionsvereine sind dabei Rot-Weiss Essen, Rot-Weiss Oberhausen , SG Wattenscheid 09, Westfalia Herne , SV Sodingen, Sportfreunde Katernberg , Spielvereinigung Erkenschwick und Hamborn 07. Daneben existieren unzĂ€hlige Amateur- und Hobbyvereine. Viele dieser Vereine haben ihren Ursprung bei Werksmannschaften von HĂŒtten und Zechen.

Verkehr

Motorisierter Individualverkehr

A 40 in Bochum
A 40 in Bochum

Etwa 3,1 Millionen zugelassene Kraftfahrzeuge waren im Jahr 2002 im Ruhrgebiet gezĂ€hlt. Diese können auf 4.700 km ĂŒberörtlichen Straßen fahren. Weil sich jedoch Stadt-, Regional- und Fernverkehr insbesondere zu den Hauptzeiten des Berufsverkehrs ĂŒberlagern, kommt es hĂ€ufig zu Staus. Diese sollen in Zukunft durch fortschrittliche Verkehrsinformationssysteme wie OLSIM, Ruhrpilot und dem RVR-Projekt Informationssystem Verkehr Ruhrgebiet vermieden werden.

Die drei Autobahnen A 2 und A 42 und A 40 bilden jeweils in Ost-West-Richtung die drei Hauptachsen des Kraftfahrzeugverkehrs, von Nord nach SĂŒd verlaufen A 3, A 43, A 45 und A 59 . Insbesondere der regional so genannte „Ruhrschnellweg“, die A 40, (teilweise auch als B 1 gefĂŒhrt) ist fĂŒr seinen Beinamen „Ruhrschleichweg“ bekannt, da er eine der Straßen mit dem bundesweit höchsten Verkehrsaufkommen ist und durch tĂ€gliche Verkehrsstaus geprĂ€gt ist.

Öffentlicher Verkehr

Der Öffentliche Personennahverkehr wird weitestgehend vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) organisiert. Der ÖPNV im Kreis Wesel wird hingegen vom Verkehrsgemeinschaft Niederrhein (VGN) und der ÖPNV im Kreis Unna sowie im Bereich der Stadt Hamm von der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe (VRL) besorgt.

Eisenbahn

Wichtigste Knotenbahnhöfe des Personenfernverkehrs sind die Hauptbahnhöfe in Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Hagen, Hamm, Oberhausen und Wanne-Eickel. Dem Dortmunder Hauptbahnhof ist der große Abstellbahnhof Dortmund Bbf an der Strecke nach Hamm angeschlossen.

S-Bahn und Regionalverkehr

S-Bahn-Linie 5 in Dortmund
S-Bahn-Linie 5 in Dortmund

Wesentlich zur infrastrukturellen Erschließung des Ruhrgebietes mit Anbindung des Rheinlands trĂ€gt die S-Bahn Rhein-Ruhr bei. Die Hauptlast der regionalen Verkehrsleistungen tragen allerdings die RegionalExpress -Linien. Fast alle RE-Linien fĂŒhren vom Rheinland ĂŒbers Ruhrgebiet ins östliche Westfalen. Der beabsichtigte Ausbau des RegionalExpress-Netzes scheitert an den gegenwĂ€rtigen finanziellen Schwierigkeiten des ÖPNV .

In Witten betreibt die Deutsche Bahn das Eisenbahnausbesserungswerk in der NĂ€he des Hauptbahnhofes. Hier ist fĂŒr 2005 eine neue Produktionshalle geplant.

Stadtbahn und Nahverkehr

Bus und Stadtbahn in Gelsenkirchen
Bus und Stadtbahn in Gelsenkirchen

In den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entstand ein durchgehendes Straßenbahnnetz , das mit Umsteigen eine durchgehende Straßenbahnfahrt von Bonn bis Werne ermöglichte. In den 1950er Jahren wurden viele Straßenbahnlinien stillgelegt, dennoch ist es auch heute noch möglich, von Witten ĂŒber Bochum, Gelsenkirchen, Essen, MĂŒlheim an der Ruhr, Duisburg und DĂŒsseldorf bis nach Krefeld mit der Straßenbahn zu fahren.

In den 1960er Jahren entstand der Plan, die ĂŒberwiegend meterspurigen Straßenbahnstrecken durch ein normalspuriges Stadtbahnnetz Rhein-Ruhr zu ersetzen. Heute besteht dieses Stadtbahnnetz im Ruhrgebiet aus vier nicht miteinander verbundenen U-Bahnnetzen in Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg sowie deren NachbarstĂ€dten.

Neben Straßen- und Stadtbahnen sind Omnibusse die wichtigsten Verkehrsmittel des öffentlichen Personennahverkehrs im Ruhrgebiet.

GĂŒterverkehr

Im GĂŒterverkehr ist das Ruhrgebiet als Ganzes auch bei insgesamt zurĂŒckgehender Bedeutung der Eisenbahn in Deutschland, nach ihrer Privatisierung und der Verlagerung vieler Eisenbahntransporte auf den Straßenverkehr weiterhin der grĂ¶ĂŸte Eisenbahnkomplex Europas mit mehreren Rangierbahnhöfen (Hagen-Vorhalle, Hamm (Westf) Rbf, Oberhausen-Osterfeld SĂŒd, Schwerte (Ruhr) und Wanne-Eickel Hbf) sowie mit noch immer zahlreichen Anschlussbahnen des Bergbaues und der Schwerindustrie .

Schifffahrt

Das bedeutendste GewÀsser in verkehrstechnischer Hinsicht im Ruhrgebiet ist in der heutigen Zeit der Rhein. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die Namensgeberin des Ruhrgebiets, die Ruhr, einer der wichtigsten Transportwege.

In Datteln kreuzen sich vier KanĂ€le , Rhein-Herne-Kanal (RHK), Wesel-Datteln-Kanal (WDK), Datteln-Hamm-Kanal (DHK) und Dortmund-Ems-Kanal (DEK) die damit den grĂ¶ĂŸten europĂ€ischen Knotenpunkt fĂŒr die Binnenschifffahrt bilden. Der Ruhrschifffahrtskanal verbindet außerdem den Rhein (Duisburger Hafen) mit dem MĂŒlheimer Rhein-Ruhr-Hafen. Der Gesamtumschlag an den KanĂ€len des Ruhrgebiets betrĂ€gt etwa 25 Mio. Tonnen.

Sowohl der grĂ¶ĂŸte Binnenhafen als auch der grĂ¶ĂŸte Kanalhafen Europas befinden sich im Ruhrgebiet. Der Duisburger Hafen „duisport“, der vom Rhein, von der Ruhr und vom Rhein-Herne-Kanal zu erreichen ist, gilt als Verkehrsdrehscheibe der deutschen Binnenschifffahrt. Er hat einen jĂ€hrlichen Umschlag von etwa 70 Mio. Tonnen. Im Gegensatz dazu hat der Dortmunder Kanalhafen trotz seiner GrĂ¶ĂŸe in den vergangenen Jahrzehnten mit dem RĂŒckgang der Stahlerzeugung erheblich an Bedeutung verloren.

Flugverkehr

Geschichte: Geschichte der Luftfahrt im Ruhrgebiet

Der einzige internationale Verkehrsflughafen im Ruhrgebiet ist der Flughafen Dortmund, auf dem jĂ€hrlich ĂŒber 1 Mio. Passagiere abgefertigt werden. Bedeutender sind jedoch die drei FlughĂ€fen DĂŒsseldorf , Köln/Bonn und der Flughafen MĂŒnster/OsnabrĂŒck, die fĂŒr Passagiere aus dem Ruhrgebiet gut erreichbar sind. Der DĂŒsseldorfer und der Kölner Flughafen sind ĂŒber das Schienennetz der deutschen Bahn und zahlreiche Autobahnen in kurzer Zeit aus dem Ruhrgebiet erreichbar.

Privatflugverkehr findet außerdem auf dem Verkehrslandeplatz Flughafen Essen/MĂŒlheim statt.

DarĂŒber hinaus existieren an der Peripherie des Ruhrgebiets zahlreiche SegelflugplĂ€tze fĂŒr Vereine, unter anderem in Kamen-Heeren, Hamm, Kirchhellen/Schwarze Heide, Iserlohn, Wesel, Dorsten und in Schwerte.

Siehe auch

Literatur

Im Duisburger Norden: Ausgedienter Förderturm und Spielplatz
Im Duisburger Norden: Ausgedienter Förderturm und Spielplatz
  • Gerd Willamowski , Dieter Nellen, Manfred BourrĂ©e: Ruhrstadt. Die andere Metropole. Klartext Verlag, Essen 2002. ISBN 3884748955
  • Gerd Willamowski, Manfred SchĂŒller: Der Pott kocht. Pomp, Essen 2001. ISBN 3893552219
  • GĂŒnter Drozdzewski, Vera MĂŒgge, Volker Wrede: Von Korallenriffen, Schachtelhalmen und dem Alten Mann. Klartext, Essen 2005. ISBN 3898614395
  • Wilhelm und Gertrude Hermann: Die Blauen BĂŒcher, Die alten Zechen an der Ruhr. Langewiesche 2000. ISBN 3784569927
  • Reinhard Felden, Axel Föhl: Das Ruhrgebiet. Ellert & Richter 2002. ISBN 3831900302
  • Nina Grontzki, Gerd Niewerth, Rolf Potthof: Als die Steine Feuer fingen. Klartext, Essen 2003. ISBN 3898612082
  • Inge Zander, Ralph Lueger: Der Pott. Erlebnis Ruhrgebiet. Droste Regional 2001. ISBN 377001135X
  • Roland GĂŒnter: Im Tal der Könige. Ein Handbuch fĂŒr Reisen zu Emscher, Rhein und Ruhr. Klartext, Essen 2004. ISBN 388474044X
  • KVR: Das Ruhrgebiet packt aus. Bottrop 1996
  • KVR/RVR: Standorte. Jahrbuch Ruhrgebiet. Essen 1995 ff.
  • N.N.: Faszination Ruhrgebiet. Route der Industriekultur. Historisches Filmmaterial (89 min). Essen 2004 (DVD)

Weblinks

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Wiktionary: Ruhrgebiet – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
Wikinews: Themenportal Ruhrgebiet – aktuelle Nachrichten
   
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