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Letzte Änderung für Artikel Aachen: 20.02.2006 15:18

Aachen

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Wappen Karte
Wappen von Aachen Lage der kreisfreien Stadt Aachen in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk : Köln
Landschaftsverband: Rheinland
Landkreis : Kreisfreie Stadt
Geografische Lage :
Koordinaten: 50° 46' n. Br., 06° 06' Ă¶. L.
50° 46' n. Br., 06° 06' Ă¶. L.
Höhe : 125–410 m ü. NN
Fläche : 160,83 km²
Einwohner : 257.089 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte : 1.600 Einwohner/km²
Postleitzahlen : 52062-52080 (alt: 5100)
Vorwahl : 0241 (SĂĽden 02408, Verlautenheide 02405)
Kfz-Kennzeichen : AC
GemeindeschlĂĽssel : 05 3 13 000
Stadtgliederung: 7 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt
52058 Aachen
Website: www.aachen.de
E-Mail-Adresse: stadt.aachen@mail.aachen.de
Politik
OberbĂĽrgermeister : Dr. JĂĽrgen Linden ( SPD )
Mehrheit im Stadtrat: SPD-GrĂĽne
Schulden : 618 Mio. â‚¬ (Stand: 31. Dezember 2002)
Arbeitslosenquote : 16,8 % (31. März 2005)
Ausländeranteil : 17,7 %
Altersstruktur
0–18 Jahre 16,1 %
18–65 Jahre 67,2 %
ab 65 Jahre 16,7 %
Blick vom Lousberg ĂĽber Aachen mit Dom und Rathaus in der Bildmitte, 2003
Blick vom Lousberg ĂĽber Aachen mit Dom und Rathaus in der Bildmitte, 2003

Aachen (von keltisch Ahha, früher lateinisch Aquisgranum, franz. Aix-la-Chapelle, niederl. Aken, im örtlichen Dialekt, dem Öcher Platt, Oche) ist eine kreisfreie Kurstadt im Regierungsbezirk Köln des Landes Nordrhein-Westfalen und eines der Oberzentren des Landes.

Aachen liegt direkt in der Euregio Maas-Rhein im Dreiländereck Deutschland – Belgien – Niederlande und in der Nähe des Nationalparks Eifel.

Die Einwohnerzahl der Stadt ĂĽberschritt um das Jahr 1890 die 100.000-Grenze, wodurch Aachen zur GroĂźstadt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Aachen ist die westlichste deutsche GroĂźstadt und zählt zu den Verdichtungsräumen des Landes. Sie liegt direkt an den Grenzen zu Belgien und den Niederlanden , etwa 30 km nördlich des Hohen Venns in einer nur nach Nordosten geöffneten Mulde am FuĂź des linksrheinischen Schiefergebirges (Eifel), das sĂĽdlich der Stadt beginnt.

Der höchste Punkt im Stadtgebiet beträgt 410 m ĂĽ. NN und liegt im äuĂźersten SĂĽdosten der Stadt; der tiefste Punkt beträgt 125 m ĂĽ. NN und liegt im Norden der Stadt an der Bundesgrenze. Die Länge der Stadtgrenze beträgt 87,7 km, davon 23,8 km Grenze zu Belgien und 21,8 km Grenze zu den Niederlanden. Die größte Nord-SĂĽd-Ausdehnung beträgt 21,6 km, die größte West-Ost-Ausdehnung 17,2 km.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Aachen. Sie werden im Uhrzeigersinn genannt, beginnend im Nordwesten:

Herzogenrath, WĂĽrselen, Eschweiler, Stolberg und Roetgen (alle Kreis Aachen), Raeren und Kelmis in Belgien ( Provinz LĂĽttich in Belgien) sowie Vaals , Wittem , Simpelveld , Heerlen und Kerkrade (alle Provinz Limburg in den Niederlanden).

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet gliedert sich in 7 Stadtbezirke mit je einer eigenen Bezirksvertretung und einem Bezirksvorsteher sowie einem eigenen Bezirksamt . Die Bezirksvertretung wird von der Bevölkerung des Stadtbezirks bei jeder Kommunalwahl gewählt. Die Stadtbezirke sind für statistische Zwecke teilweise in statistische Bezirke unterteilt. Diese haben eine zweistellige Nummer.

Die Stadtbezirke mit ihren zugehörigen statistischen Bezirken

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Aachen

Der Altarraum des Aachener Doms
Der Altarraum des Aachener Doms

Das Gebiet um Aachen wurde schon vor langer Zeit besiedelt. Bereits im Neolithikum (der Jungsteinzeit) zwischen 3000–2500 v. Chr. wurde auf dem Lousberg Feuerstein abgebaut. In der Bronzezeit und der frühen Eisenzeit war Aachen von Kelten besiedelt, wie Hügelgräber im Aachener Wald beweisen. Nach den Kelten siedelten die Römer an den warmen Quellen. Ein römisches Militärbad ist im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung belegt. Zeugnisse späterer Besiedlung sind fränkische Gräber aus dem 7. Jahrhundert .

Der fränkische König Pippin der Jüngere baute in Aachen einen Hof und sorgte für die erste schriftliche Erwähnung Aachens 765 als Aquis villa. Pippins Sohn Karl, später Karl der Große genannt, erbte das Fränkische Reich und den Aachener Hof, den er zu seiner Residenz wählte und zu einer Kaiserpfalz mit Palast (an dieser Stelle steht heute das Rathaus) und Kapelle , der so genannten Pfalzkapelle , ausbaute (heute der Aachener Dom).

Karls Sohn, Ludwig der Fromme, wurde 813 in Anwesenheit seines Vaters im Obergeschoss der Pfalzkapelle zum Mitkaiser gekrönt. Karl der Große wurde am 28. Januar 814 im Vorhof der Kapelle beigesetzt. Eine weitere Krönung erfolgte Mitte des 9. Jahrhunderts in der Aachener Pfalzkapelle. Lothar I. , der älteste Enkel Karls des Großen, krönte sich hier zum Kaiser.

936 lässt sich Otto I. in Aachen zum ostfränkischen König krönen. Aachen bleibt für die nächsten 600 Jahre Krönungsort der deutschen Könige. Bis 1531 werden 31 deutsche Könige im Dom zu Aachen (auch Aachener Münster genannt) gekrönt, letzter ist Ferdinand I.

1165 lässt Friedrich I. Barbarossa Karl den Großen heilig sprechen. Ein Jahr später erhält Aachen Stadtrechte sowie das Markt- und Münzrecht und wird freie Reichsstadt (daher der Adler im Wappen).

1171 wird mit dem Bau des ersten Teils der Stadtmauer begonnen.

1248 fällt Aachen nach sechsmonatiger Belagerung an Wilhelm von Holland , der hier zum König gekrönt wird.

Von 1257 bis 1357 wird der äußere Mauerring angelegt, der erst im 19. Jahrhundert von der städtischen Bebauung überschritten wird.

1258 werden erstmals die Tuchwalker erwähnt. Die Tuchfabrikation war jahrhundertelang der wesentlichste Wirtschaftsfaktor der Stadt.

1330 beginnt der Bau eines Rathauses, das 1349 fertig gestellt wird.

1349 wird die Aachener Heiligtumsfahrt begrĂĽndet, die seitdem alle sieben Jahre Pilger in die Stadt bringt.

1500 wird Aachen Teil des Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreises.

1520 wird Karl V. zum König gekrönt.

Aachen um 1647
Aachen um 1647

1601 ergibt eine Zählung eine Einwohnerzahl von 14.171, darunter 2.829 Bürger.

Am 2. Mai 1656 bricht in der Backstube des Bäckers Peter Maw an der Jakobskirche ein Feuer aus, das fast das ganze gotische Aachen zerstört. Sieben Menschen sterben, 4.664 Häuser werden zerstört.

In der Folgezeit baut der aus Lüttich stammende Badearzt Franciscus Blondel Aachen zu einem der modernsten Badeorte Europas aus. In Aachen kursiert seit dieser Zeit der Satz: Was das Feuer zerstört hat, baut das Wasser wieder auf. Der Kurbetrieb wird durch Möglichkeiten zum Müßiggang und der Zerstreuung ( Casino , Ballsäle) erweitert. Aachen wird zum Modebad und beherbergt regelmäßig die europäische Prominenz. Dazu zählen Herrscher wie Zar Peter der Große von Russland und der preußische König Friedrich der Große ebenso wie der Komponist Georg Friedrich Händel .

1668 wird der Devolutionskrieg zwischen Spanien und Frankreich mit dem Ersten Aachener Frieden beendet.

1748 findet in Aachen ein Friedenskongress statt, der den Ă–sterreichischen Erbfolgekrieg mit dem Zweiten Aachener Frieden beendet.

1794 besetzen die Armeen der Französischen Revolution Aachen und vereinen es mit Frankreich. Zahlreiche Kulturgüter werden nach Paris verschleppt.

1798 wird Aachen Verwaltungssitz des den Niederrhein umfassenden Roerdepartements . Im Jahre 1802 wird Aachen erstmals Bischofssitz . Das Bistum Aachen besteht zunächst bis 1825 .

1815 wird Aachen nach dem Wiener Kongress in das Königreich Preußen eingegliedert und 1816 zunächst in der Provinz Jülich-Kleve-Berg Sitz einer preußischen Bezirksregierung und eines Landkreises. Die Stadt selbst wird kreisfrei. Ab 1824 gehört die Stadt mit dem gesamten Regierungsbezirk dann zur Rheinprovinz.

1822 wird mit dem Bau des Theaters und des Elisenbrunnens nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel begonnen. Das Theater wird 1825 eröffnet, der Elisenbrunnen zwei Jahre später eingeweiht.

1830 wird ein Aufruhr der Arbeiterschaft von bewaffneten Bürgern und Soldaten blutig niedergeschlagen. Die Einführung der Dampfkraft , vor allem in der Tuchindustrie, die fortschreitende Mechanisierung und die damit verbundene Arbeitslosigkeit sowie Frauen- und Kinderarbeit bei Niedrigstlöhnen hatten zu den Unruhen geführt.

1841 erfolgt die erste Wohnbebauung auĂźerhalb des alten Stadtwalls. Das Bahnhofsviertel und die TheaterstraĂźe entstehen.

1870 wird die Technische Hochschule als Königlich Rheinisch-Westphälische Polytechnische Schule zu Aachen gegründet.

1897 wird die Stadt Burtscheid eingemeindet. Damit steigt die Einwohnerzahl Aachens auf 126.407.

1918 , nach dem Ersten Weltkrieg , fällt das westliche Aachener Hinterland mitsamt dem Kreis Eupen an Belgien. Aachen bleibt elf Jahre lang von belgischen Truppen besetzt.

1930 wird das 1825 aufgelöste Bistum Aachen wieder errichtet und dem Erzbistum Köln als Suffraganbistum unterstellt.

1933 wird die Städteverordnetenversammlung aufgelöst. Die leitenden städtischen und staatlichen Beamten werden durch Mitglieder der NSDAP ersetzt.

1937 findet eine Heiligtumsfahrt mit 800.000 Teilnehmern statt, die als stummer Protest gegen das NS-Regime gewertet wird.

Zug deutscher Kriegsgefangener durch die Ruinen der Stadt Aachen im Oktober 1944
Zug deutscher Kriegsgefangener durch die Ruinen der Stadt Aachen im Oktober 1944

Im Zweiten Weltkrieg wird Aachen stark beschädigt, 65 % des Wohnraums werden zerstört. Im Juli 1941 erfolgt der erste von fĂĽnf Luftangriffen.

1944 wird Aachen zwangsevakuiert und am 21. Oktober 1944 nach sechswöchigem Kampf (Schlacht um Aachen) als erste westdeutsche Stadt von den Alliierten eingenommen. Zu diesem Zeitpunkt zählt die Stadt nur noch 11.139 Einwohner. Die US-Amerikaner setzen als neuen Bürgermeister Franz Oppenhoff ein, der fast fünf Monate später von einer Werwolf -Gruppe als Kollaborateur erschossen wird. Nach ihm wird später die Oppenhoffallee benannt. Aachen wird zunächst von amerikanischen, dann britischen und später von belgischen Truppen besetzt.

1946 hat Aachen wieder 100.000 Einwohner. Die Stadt wird dem Land Nordrhein-Westfalen eingegliedert.

Beim Kaffee schmuggel zwischen Belgien und Deutschland sterben zwischen 1945 und 1953 40 Menschen an der Aachener Kaffeefront.

Erstmalig wird 1950 der Internationale Karlspreis der Stadt Aachen fĂĽr besondere Verdienste um Einigung und Frieden in Europa verliehen.

Bei der Gebietsreform durch das Aachen-Gesetz von 1972 wird das Stadtgebiet Aachens durch die Eingemeindung von Brand, Eilendorf, Haaren, Kornelimünster, Laurensberg, Richterich und Walheim mehr als verdoppelt, die Einwohnerzahl steigt auf 237.108. Der Kreis Aachen erhält seine heutige Ausdehnung. Der Regierungsbezirk Aachen wird jedoch aufgelöst und dem Regierungsbezirk Köln angegliedert. Im gleichen Jahr feiert das neue Klinikum Aachen Richtfest.

1985 übergibt der damalige Ministerpräsident Johannes Rau das neue Klinikum offiziell an die RWTH Aachen.

1995 wird Aachens neue Synagoge unter Beteiligung internationaler Ehrengäste eingeweiht.

Ursprung des Stadtnamens

Der Name der Stadt Aachen leitet sich aus dem altgermanischen Wort „Ahha“, sprich „Acha“, ab und bedeutet Wasser. Aachen war bis zur Erbauung des Aachener Doms vor allem wegen seinen Quellen bekannt, welche stark schwefelhaltiges, heiĂźes Wasser an die Oberfläche bringen. Diesen Quellen wird zugeschrieben, dass sie Rheuma und viele andere Krankheiten heilen sollen. Nicht zuletzt aus diesem Grund etablierte schlieĂźlich Karl der GroĂźe den Ort zu einer bedeutenden Stadt. Die mittelalterliche lateinische Ortsbezeichnung „Aquisgranum“ bewahrt die Erinnerung an den römischen Badeort, der auf den keltisch-römischen Heilgott Grannus hinweist. Als Kurstadt darf sich Aachen Bad Aachen nennen, von stadtpolitischer Seite wird dieser Titel kaum verwendet – damit Aachen bei alphabetischen Listen stets vorne erscheint.

Religionen

Das Gebiet der Stadt Aachen gehörte von Anfang an zum Bistum Lüttich beziehungsweise dessen Archidiakonat Hasbanien , Dekanat Maastricht . Im Mittelalter war die Wurm die Grenze zum Erzbistum Köln. Kirchliche Rechte hatte der Herzog von Jülich. Im Jahre 1708 gab es in Aachen 17 Klöster . 1802 wurde Aachen Sitz eines eigenen Bistums , das jedoch 1825 wieder aufgehoben wurde. Danach gehörte das Gebiet zum Erzbistum Köln, bevor 1930 das Bistum Aachen erneut als Suffraganbistum Kölns errichtet wurde. Heute gehören die Pfarrgemeinden der Stadt zur „Region Aachen-Stadt“. Kathedrale des Bistums Aachen und Hauptkirche der Stadt ist der Aachener Dom.

Die Ostfassade des Aachener Doms
Die Ostfassade des Aachener Doms

Die Reformation begann in Aachen um 1530 . In den Folgejahren ließen sich vor allem protestantische ( calvinistische ) Tuchmacherfamilien in der Stadt nieder. 1544 wurde die erste Gemeinde gebildet. Jedoch wurde den evangelischen Bewohnern auf Befehl des Kaisers ab 1550 alle öffentlichen Ämter gesperrt. Der Rat der Stadt war jedoch gespalten. 1559 verließen die evangelischen Mitglieder den Rat. Danach wanderten viele Protestanten ab. 1576 konnte dank Unterstützung der Zünfte der Rat wieder mehrheitlich mit Protestanten besetzt werden. In der Folgezeit gab es zunächst eine lutherische und drei reformierte Gemeinden. Die Freiheiten dauerten jedoch nicht lange an, da 1598 die Reichsacht über die Stadt verhängt wurde, infolgedessen der evangelische Rat zurücktrat. Alle Predigthäuser und Schulen wurden geschlossen. Viele Protestanten wurden ausgewiesen. Nach einem Aufstand der Protestanten konnte 1611 / 1612 vorübergehend wieder ein protestantischer Rat gebildet werden, doch 1614 wurde erneut die Reichsacht verhängt und die Protestanten ausgewiesen, teilweise sogar hingerichtet. Danach war die Zahl der Protestanten sehr gering, jedoch gab es stets evangelische Bewohner, die immer wieder versuchten, Einfluss in der Stadt zu gewinnen. Da sie jedoch keine eigenen Gemeinden bilden konnten, schlossen sich die lutherischen und reformierten Bewohner den Gemeinden in Vaals an.

Wappen des Bistums Aachen
Wappen des Bistums Aachen

Dort wurde 1736 eine protestantische Kirche errichtet. Nach Einmarsch der Franzosen gewannen die Protestanten allmählich ihre Gleichheitsrechte zu den Katholiken. 1802 erhielten sie die ehemalige Klosterkirche St. Anna für ihre Gottesdienste . Die inzwischen gegründete lutherische und reformierte Gemeinde fusionierte 1837 zur Vereinigten Evangelischen Gemeinde. Nachdem Aachen bereits 1815 preußisch geworden war und 1817 die Evangelische Kirche in Preußen als unierte Kirche gebildet worden war, gehörte die Gemeinde in Aachen zu dieser Kirche beziehungsweise zur rheinischen Provinzialkirche . 1838 wurde Aachen Sitz eines Superintendenten , aus dem später der heutige Kirchenkreis Aachen innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland hervorging. Die Evangelische Kirchengemeinde Aachen gliedert sich in vier Gemeindebereiche (Mitte, Nord, West und Süd) mit jeweils mehreren Pfarrbezirken. Zum Gebiet der Stadt Aachen gehören jedoch noch drei weitere Gemeinden im Südosten: Eilendorf bildet eine eigene Gemeinde, Brand gehört zur Kirchengemeinde Stolberg, die Orte im Bezirk Kornelimünster/Walheim gehören zur Kirchengemeinde Kornelimünster-Zweifall. Der Evangelische Kirchenkreis Aachen umfasst jedoch außer den Gemeinden in Stadt und Kreis Aachen auch Eifelgemeinden im Kreis Euskirchen.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Aachen Freikirchen und sonstige religiöse Vereinigungen beziehungsweise Gemeinden, darunter eine Alt-Katholische Gemeinde , Freie Christliche Gemeinden und eine Katholische Koreanische Gemeinde. Ferner sind die Christengemeinschaft , die Zeugen Jehovas , die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage , die Apostolische Gemeinschaft und die Neuapostolische Kirche in Aachen vertreten.

Es existieren neben christlichen Einrichtungen islamische und jĂĽdische Einrichtungen: mehrere Moscheen und die Synagoge .

Eingemeindungen

Ehemals selbständige Städte und Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen , die in die Stadt Aachen eingegliedert wurden. Vor der ersten Eingemeindung betrug das Stadtgebiet 3.056 Hektar .

Datum Orte Zuwachs in ha
1. Januar 1897 Burtscheid 858,6
1. April 1906 Forst 1.145,7
1. November 1922 Sief , Bildchen und Lichtenbusch 789,1
1. Januar 1972 Brand (ohne Randgebiete), Eilendorf, Haaren (ohne Randgebiete),
KornelimĂĽnster, Laurensberg, Richterich (ohne Bank und Wilsberg ),
Walheim, Oberforstbach sowie diverse kleinere Gebiete
10.595

Nach diversen kleineren Grenzänderungen und Neu vermessungen seit 1949 umfasst das Stadtgebiet heute eine Fläche von insgesamt 16.082,9  ha .

Einwohnerentwicklung

Bevölkerungsentwicklung
Bevölkerungsentwicklung

1855 hatte Aachen mehr als 50.000 Einwohner. 1890 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Einen Bevölkerungszuwachs um rund 70.000 erlebte die Stadt 1972 durch mehrere Eingemeindungen - die Einwohnerzahl stieg von 170.000 auf 240.000. Ende Dezember 2004 lebten in Aachen nach amtlicher Fortschreibung 257.821 Menschen mit Hauptwohnsitz - historischer Höchststand.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1500 20.000
1600 25.000
1780 20.000
1799 23.699
1816 32.072
1825 35.428
1831 38.884
3. Dezember 1846 Âą 46.600
3. Dezember 1852 Âą 48.700
3. Dezember 1855 Âą 52.687
3. Dezember 1858 Âą 56.300
3. Dezember 1861 Âą 58.600
3. Dezember 1864 Âą 63.800
3. Dezember 1867 Âą 67.923
1. Dezember 1871 Âą 74.146
Jahr Einwohner
1. Dezember 1875 Âą 79.606
1. Dezember 1880 Âą 85.551
1. Dezember 1885 Âą 95.321
1. Dezember 1890 Âą 103.470
2. Dezember 1895 Âą 110.551
1. Dezember 1900 Âą 135.245
1. Dezember 1905 Âą 144.095
1. Dezember 1910 Âą 156.143
1. Dezember 1916 Âą 134.584
5. Dezember 1917 Âą 127.492
8. Oktober 1919 Âą 145.748
16. Juni 1925 Âą 155.222
16. Juni 1933 Âą 162.774
17. Mai 1939 Âą 162.164
31. Dezember 1945 101.638
Jahr Einwohner
29. Oktober 1946 Âą 110.462
13. September 1950 Âą 130.278
25. September 1956 Âą 152.075
6. Juni 1961 Âą 169.769
31. Dezember 1965 177.940
27. Mai 1970 Âą 173.475
31. Dezember 1975 242.453
31. Dezember 1980 243.947
31. Dezember 1985 238.587
25. Mai 1987 Âą 229.740
31. Dezember 1990 241.861
31. Dezember 1995 247.923
31. Dezember 2000 244.386
30. Juni 2005 257.089

¹ Volkszählungsergebnis

Politik

OberbĂĽrgermeister und Rat

Das Aachener Rathaus von SĂĽden (vom Katschhof aus)
Das Aachener Rathaus von SĂĽden (vom Katschhof aus)
Das Aachener Rathaus von Norden
Das Aachener Rathaus von Norden

An der Spitze der Stadt Aachen stand zunächst ein königlicher Beamter. 1250 ging die Leitung auf den Rat über, dem ein Bürgermeister vorstand. Mitglieder des Rates waren zunächst nur lebenslänglich amtierende Schöffen . Seit dem 15. Jahrhundert waren auch die Zünfte vertreten. Dies wurde im so genannten Gaffelbrief von 1450 , der bis 1794 galt, festgelegt. Jedoch konnten die Zünfte erst 1513 ihre ständige Mitgliedschaft im Rat erreichen. Die Mitgliederzahl schwankte mehrmals. An der Spitze standen meist zwei Bürgermeister, die aber nur ein Jahr amtierten und am 25. Mai ihr Amt wechselten. Die Ratsmitglieder übten neben ihrer Ratsmitgliedschaft meist noch wichtige Sonderämter in der Stadt aus. Nach dem Einmarsch der Franzosen 1794 wurde die Munizipalverfassung eingeführt. Stadtoberhaupt war der Maire . Ihm standen 3 Beigeordnete und ein 30-köpfiger Rat zur Seite. In preußischer Zeit wurde 1815 aus dem Maire der Oberbürgermeister . Eine Neuordnung der städtischen Verfassung wurde erst 1845 mit der rheinischen Gemeindeordnung beziehungsweise 1856 mit der rheinischen Städteordnung eingeführt. Die Stadtverwaltung bestand weiterhin aus dem Oberbürgermeister und dem Rat.

Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als Stadtverordnete bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1995 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt.

Im Aachener Stadtrat sitzen 58 Ratsfrauen und Ratsherren. Der direkt gewählte Oberbürgermeister hat Stimmrecht und leitet die Sitzungen. Derzeit sind im Aachener Rat folgende Parteien vertreten: CDU (22 Mitglieder), SPD (19 Mitglieder), Bündnis 90/Die Grünen (10 Mitglieder), FDP (3 Mitglieder), Linkspartei.PDS (1 Mitglied), ABL (Aachener Bürger Liste, 1 Mitglied), UWG (UWG Bürgerwille Aachen, 1 Mitglied) und G.G.So (1 Mitglied).

Am 26. September 2004 wurde Jürgen Linden für weitere fünf Jahre zum Oberbürgermeister gewählt.

Eine vollständige Aufzählung der Oberbürgermeister seit 1815 und der Oberstadtdirektoren von 1946 – 1995 findet sich in der Liste der Oberbürgermeister und Oberstadtdirektoren von Aachen.

Wappen

Stadtwappen der kreisfreien Stadt Aachen
Stadtwappen der kreisfreien Stadt Aachen

Das Wappen der Stadt Aachen zeigt einen nach rechts blickenden, rot bewehrten schwarzen Adler auf goldenem Grund. Die Stadtfarben sind schwarz-gelb. Das Wappen wurde zuletzt am 24. Januar 1980 durch die Hauptsatzung der Stadt Aachen festgelegt, ist aber schon sehr lange im Gebrauch. Der Adler symbolisiert das Reich und bringt so zum Ausdruck, dass die Stadt lange Zeit Krönungsstätte der deutschen Könige war. Alle Reichsstädte, also Städte, die dem Kaiser direkt unterstanden, haben einen schwarzen Adler auf Goldgrund im Wappen.

Partnerstädte

  • Reims ( Frankreich ), seit 1967
  • Halifax / Calderdale ( UK ), seit 1979
  • Toledo ( Spanien ), seit 1985
  • Bild:Flag of the People's Republic of China.svg Ningbo ( China ), seit 1986
  • Naumburg (Saale) (Sachsen-Anhalt), seit 1988
  • Arlington ( Virginia , USA ), seit 1993
  • Kapstadt ( SĂĽdafrika ), seit 1999
  • Kostroma ( Russische Föderation ), seit 2001

sowie

Wirtschaft und Infrastruktur

Die bedeutendsten Industriezweige in Aachen sind der Maschinenbau , die Reifenproduktion , die Herstellung von Glühlampen sowie die Produktion von Süßwaren , darunter die weltberühmten Aachener Printen. Daneben gibt es eine Reihe von Forschungsbetrieben und Hochtechnologieunternehmen , oft als Spin-offs der Universität (RWTH Aachen). Auch der Tourismus spielt eine wichtige Rolle (680.000 Übernachtungen in 4000 Betten).

In der Vergangenheit war die Produktion von Nadeln und Tuchen der wichtigste Wirtschaftsfaktor. So waren in Aachen mehrere hundert Nadelfabriken ansässig. An fast allen Bächen waren Tuchfabriken und -färbereien vorhanden. Seit Anfang der 90er Jahre hat sich ein sehr deutlicher Strukturwandel vollzogen. Die Herstellung von Nadeln und Tuchen wurde nach Fernost verlagert. Die letzte Aachener Nadelfabrik stellte den Betrieb Ende 2004 ein, von den zahlreichen Tuchfabriken ist noch eine geblieben. Weitere Bedeutung hatte die Herstellung von Schienenfahrzeugen , Schirmen und Transformatoren . Auch diese Bereiche sind jedoch inzwischen stark reduziert oder völlig aufgegeben worden.

Verkehr

StraĂźenanbindung

Am Autobahnkreuz Aachen treffen sich die Autobahnen A 4, A 44 und A 544. Die A 4 fĂĽhrt nach Köln sowie ĂĽber den GrenzĂĽbergang Vetschau in die Niederlande, die A 44 nach DĂĽsseldorf sowie nach Belgien. Die A 544 verbindet das Kreuz Aachen mit dem Europaplatz im Osten Aachens. Als EuropastraĂźe E 40 ist die A 4 von Köln bis zum Aachener Kreuz und ab dort die A 44 Richtung Belgien beschildert. Ferner fĂĽhren die BundesstraĂźen B 1 , B 57 , B 258 und B 264 durch das Stadtgebiet.

Bahn

Die Euregiobahn
Die Euregiobahn

Neben dem Hauptbahnhof gibt es die Bahnhöfe Aachen-West und Aachen-Rothe Erde sowie die Haltepunkte Aachen-Schanz und Eilendorf. Der Schnellzug Thalys von Köln nach Paris fährt über Aachen, Lüttich und Brüssel . Auch der ICE International verkehrt auf der Strecke Brüssel, Lüttich, Aachen, Köln. Die Schnellzüge wechseln sich im Stundentakt ab. Aachen nimmt somit eine wichtige Stellung im transeuropäischen Verkehrsnetz ein.

Wichtigere regionale Bahnverbindungen (Stand September 2004 ):

Ă–PNV

Im Jahr 1974 wurde die letzte Aachener Straßenbahnlinie stillgelegt. Seitdem beschränkt sich der Stadtverkehr auf Busse . Die Linien fahren innerhalb des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) und ins benachbarte Ausland , wie zum Beispiel nach Heerlen (NL) oder Eupen (B). Es gibt fünf Schnellbusse nach Alsdorf /Aldenhoven/Jülich (Linie SB 11), Heerlen (Linie 44), Eschweiler Bushof (Linie 52), Roetgen/Simmerath (Linie SB 63) und Roetgen/Monschau (Linie 166).

Den ÖPNV in der Stadt betreibt die ASEAG (Aachener Straßenbahn und Energieversorgungs AG) mit insgesamt 60 Buslinien (Stand Juni 2004 ). Dreh- und Angelpunkt des Aachener Liniennetzes ist der Bushof, abgesehen von vier Ausnahmen wird dieser von sämtlichen Aachener Buslinien angefahren. Um den Hansemannplatz und den Elisenbrunnen linienmäßig zu entlasten, werden aber zur Zeit alternative Linienführungen überprüft.

In Aachen gibt es ein gesondertes Nachtbusnetz . Dieses besteht aus sieben Linien (N1 bis N6 und N13), die in den Nächten auf Samstagen, Sonntagen und Feiertagen jeweils um 01:45 und 02:45 Uhr vom Elisenbrunnen aus verkehren. Die Linienführung verläuft dabei sternförmig aus der Stadt heraus. Zum Fahrplanwechsel 2006 wird eine neue Nachtlinie N7 eingeführt, welche über Schanz, Hanbruch, Preuswald nach Kelmis ( Belgien ) fährt. Die erfolgreiche N1 erhält um 03:45 Uhr eine weitere Fahrt.

Der ASEAG wurde seitens der Stadt ein Einsparungsziel vorgegeben, daher ist man zur Zeit bemüht, das Linienangebot stärker dem Bedarf anzupassen. In den letzten Jahren gab es Versuche, wieder eine Stadt- und Straßenbahn einzuführen, das Projekt scheiterte jedoch an den Kosten und wird seit 1999 nicht mehr weiterverfolgt. Als Ersatz fahren seit dem 19. September 2005 zwei Doppelgelenkbusse des Typs Van Hool AGG 300 auf den Linien 5 und 45 im Testbetrieb. Bis 2007 sollen dann, bei erfolgreichem Test, insgesamt 16 Fahrzeuge beschafft werden.

Luftanbindung

Rund 30 km vom Stadtzentrum entfernt liegt in den Niederlanden der Maastricht Aachen Airport, der unter anderem von der KLM und easyJet angeflogen wird und von Aachen mit einem Shuttle-Bus erreichbar ist. FĂĽr kleinere Flugzeuge gibt es den Flugplatz MerzbrĂĽck, auf dem auch der Rettungshubschrauber Christoph Europa 1 stationiert ist. Die Flughäfen Köln/Bonn (85 km) und DĂĽsseldorf (100 km) können vom Aachener Hauptbahnhof respektive mit den Linien S13 bzw. RE1 erreicht werden. Aufgrund der Zuganbindung wurden auch die bis dahin bestehenden regelmäßigen Busverbindungen („Airport-Aixpress“) zum 31. Oktober 2004 eingestellt.

Besonderheiten

Eisenbahnhistorisch hat Aachen zwei Besonderheiten zu bieten: den ältesten noch befahrenen Eisenbahntunnel Deutschlands, den Buschtunnel , sowie das Viadukt in Aachen-Burtscheid. In der Nähe, in Belgien, befindet sich bei Moresnet das berühmte Geultalviadukt , das 2004 saniert wurde. Zu der Beendigung dieser Maßnahmen gab es einen großen Festakt mit Feuerwerk. Auch wurde eine Rundfahrt in Waggons des legendären Orient-Express angeboten.

Die traditionsreiche Waggonfabrik Talbot an der Jülicher Straße produzierte bis Anfang der 1990er Jahre Güter- und Personenwaggons, wie etwa doppelstöckige Wagen für die niederländische Staatsbahn oder den Talent . Nach der Übernahme durch den kanadischen Konzern Bombardier (seitdem Talbot-Bombardier) wurde ein Großteil der Fertigung nach Ostdeutschland und Tschechien verlegt. Mittlerweile wird in Aachen der Innenausbau von Personenzügen vorgenommen.

Im Rahmen der Baumaßnahmen zu den Weltreiterspielen 2006 bestehen Pläne zum Bau einer Seilbahn von der Soers auf den Lousberg.

Medien

Aachen ist Sitz eines Studios des Westdeutschen Rundfunks (WDR). Hier wird das Regionalprogramm „Regio Aachen“ produziert und ausgestrahlt. Das Fernsehmagazin „Lokalzeit aus Aachen“ wird von Bettina Staubitz, Gesa Hollermann und Ralf Raspe moderiert.

Die beiden Tageszeitungen , Aachener Nachrichten (die erste deutsche Nachkriegszeitung) und Aachener Zeitung, erscheinen beide im Aachener Zeitungsverlag . Auch die Redaktionen wurden inzwischen aus wirtschaftlichen Gründen größtenteils zusammengelegt. Außerdem erscheinen in Aachen mehrere monatliche, kostenlose Stadtmagazine: Bad Aachen, Klenkes und Movie. sowie die Website Aachener Rundschau für Stadt und Kreis Aachen.


In Aachen senden zwei Lokalradios , Aachen 100.eins – Die Hitgarantie und 107,8 Antenne AC. Beide Sender hatten sich, erfolglos, vom Mantelprogramm Radio NRW getrennt. Aachen 100.eins übernimmt inzwischen wieder Programme von Radio NRW. Dass eine verhältnismäßig kleine Stadt wie Aachen zwei lokale Radiosender betreibt, liegt an der ursprünglichen Struktur des Lokalfunksystems in NRW, das für jeden Kreis und jede Stadt eine eigene Station vorsah: Die Frequenz UKW 100,1 war dabei für die Stadt Aachen gedacht, die Frequenz 107,8 für den Kreis Aachen.

Durch die Grenznähe sind außerdem deutschsprachige Privatradios aus Ostbelgien ( FANTASY Dance FM 96.7 ) zu empfangen. Der meistgehörte private Sender der Region ist laut eigenen Angaben 100.5 – Das Hitradio aus Eupen, an dem der Belgische Rundfunk beteiligt ist.

Die international renommierte Nachrichtenagentur Reuters , welche heute in London ihren Hauptsitz hat, wurde von Paul Julius Reuter (aus Kassel) in Aachen gegrĂĽndet.

Ă–ffentliche Einrichtungen

Aachen ist Sitz folgender Institutionen und Einrichtungen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts :

  • Handwerkskammer Aachen – Kammerbezirk: Stadt Aachen und Kreise Aachen, Heinsberg, DĂĽren und Euskirchen
  • Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Aachen – Kammerbezirk: Stadt Aachen und Kreise Aachen, Heinsberg, DĂĽren und Euskirchen
  • eine AuĂźenstelle des Bundesarchivs in den Gebäuden der ehemaligen Reichsabtei KornelimĂĽnster. Hier befinden sich die meisten noch vorhandenen Personalakten der Wehrmacht .

Bildung und Forschung

  • Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) – Die Technische Hochschule Aachen wurde 1870 gegrĂĽndet und ist eine der ältesten, größten und traditionsreichsten Technischen Hochschulen Europas. Neben den naturwissenschaftlich-technischen Fächern und der Medizin werden auch mehrere Sprachen, diverse Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Architektur angeboten.
  • Fachhochschule Aachen – Die Fachhochschule ist eine der größten ihrer Art in Deutschland. In JĂĽlich befindet sich ein weiterer Standort dieser Fachhochschule.
  • Abteilung Aachen der Hochschule fĂĽr Musik Köln
  • Katholische Hochschule fĂĽr Kirchenmusik St. Gregorius Aachen – Die Hochschule geht zurĂĽck auf die 1881 gegrĂĽndete Kirchenmusikschule St. Gregorius, die 2000 in eine Hochschule umgewandelt wurde. Träger dieser Hochschule sind das Erzbistum Köln sowie die BistĂĽmer Aachen, Essen und Trier. Die Hochschule wird voraussichtlich zum 31. März 2007 geschlossen.
  • Katholische Fachhochschule – Die Fachhochschule wurde 1971 gegrĂĽndet, indem mehrere Höhere Fachschulen fĂĽr Sozialarbeit , Sozialpädagogik und Heilpädagogik und ein Institut fĂĽr Religionspädagogik zu einer Fachhochschule zusammen gefasst wurden. Neben Aachen befinden sich weitere Abteilungen dieser Fachhochschule in Köln, MĂĽnster und Paderborn.
  • Volkshochschule Aachen
  • Fraunhofer-Institut fĂĽr Lasertechnik (ILT)
  • Fraunhofer-Institut fĂĽr Produktionstechnologie (IPT)
  • Fraunhofer-Institut fĂĽr Molekularbiologie und Angewandte Ă–kologie (IME seit 2003)
  • Staatliches Umweltamt Aachen ( StUA )


SehenswĂĽrdigkeiten

Bauwerke

Der Aachener Dom

Dom, Nordfassade
Dom, Nordfassade
Marmorthron Karls des GroĂźen
Marmorthron Karls des GroĂźen

Der ursprünglich als Pfalzkapelle für Karl den Großen errichtete Aachener Dom ist das Wahrzeichen der Stadt Aachen. Der gewaltige oktogonale Kuppelbau wurde etwa im Jahr 800 vollendet und war rund 400 Jahre der größte freischwebende Kuppelbau nördlich der Alpen. Der berühmte Marmorthron Karls des Großen steht noch heute im Obergeschoss des Oktagons, 30 deutsche Könige „besaßen“ ihn in der Zeit zwischen 936 und 1531 .

Als ein Meisterwerk gotischer Baukunst gilt der Anbau der monumentalen Chorhalle aus dem Jahr 1414 , dessen Fenster mit der stolzen Höhe von 27 Metern die höchsten dieser Bauepoche darstellen und mit ihren über 1000 Quadratmetern Glasfläche dem Bau den Spitznamen „Glashaus von Aachen“ einbrachten. Im Zentrum des Chorpolygons steht der goldene Karlsschrein aus dem Jahr 1215 mit den Gebeinen Karls des Großen, hinter dem Altar der berühmte Marienschrein. Er wurde 1239 fertig gestellt und beinhaltet die vier großen Aachener Heiligtümer, die seit 1349 alle sieben Jahre zur Heiligtumsfahrt den Pilgern aus aller Welt gezeigt werden.

Hauptsächlich aus der Zeit der Hochgotik stammen die zahlreichen Kapellen, die im Laufe der Jahrhunderte angefügt wurden.

Die Schatzkammer des Aachener Doms birgt den bedeutendsten Kirchenschatz nördlich der Alpen. Neben dem Lotharkreuz (um 1000 ) und der silbernen, teils vergoldeten Karlsbüste (etwa 1349 ) wird hier der Marmorsarkophag ausgestellt, in dem Karl der Große 814 vermutlich bestattet wurde.

Das Ensemble aus Dom und Domschatz wurde 1978 als erstes deutsches Kulturdenkmal und zweites Kulturdenkmal weltweit in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.

Das Aachener Rathaus

Auf den Grundmauern der Palastaula der karolingischen Kaiserpfalz wurde im 14. Jahrhundert von der Aachener BĂĽrgerschaft das gotische Rathaus erbaut. Nur der Granusturm zeugt von der ursprĂĽnglichen Bebauung aus der Zeit Karl des GroĂźen.

Im ersten Stockwerk befindet sich der Krönungsfestsaal. Fünf Fresken des Aachener Künstlers Alfred Rethel schmücken die Wände, sie zeigen legendäre Szenen aus dem Leben Karls des Großen. Weiterhin sind Kopien der Reichskleinodien (Reichsapfel, Reichskrone, Schwerter) und des Reichsevangeliars, einer Handschrift aus der Schule Karls des Großen, zu sehen.

Im Erdgeschoss zeugen reich ausgestattete Räume vom Glanz der freien Reichsstadt im 17. und 18. Jahrhundert , als das Rathaus zum barocken Stadtschloss umgebaut wurde.

Ans Rathaus angelehnt sind das kleine Holz- und das größere Backsteinhaus, die gemeinsam die uralte Gaststätte „Zum Postwagen“ bilden.

Grashaus

Am Fischmarkt steht das so genannte Grashaus , dessen Fassade vom ältesten Rathaus der Stadt stammt und auf das Jahr 1267 datiert wird. Es diente nach dem Bau des neuen Rathauses erst als Gerichtsstätte, später aber auch als Gefängnis und Richtplatz. 1886 erhielt das Gebäude seine heutige Gestalt mit den drei Spitzbogenfenstern und wurde zum Stadtarchiv umgebaut. In den sieben spitzbogigen Figurennischen finden sich die Standbilder der sieben Kurfürsten, die Ende des 19. Jahrhunderts die verwitterten Originale ersetzten.

Haus Löwenstein

Haus Löwenstein
Haus Löwenstein

Das Haus Löwenstein am Markt wurde in etwa zur gleichen Zeit errichtet wie das Aachener Rathaus und wurde vermutlich 1345 fertig gestellt. Es ist neben Dom und Rathaus eines der wenigen gotischen Bauwerke, das den großen Stadtbrand von 1656 überstand.

Die ursprüngliche Nutzung des Hauses ist unbekannt. Die noch erhaltenen staufischen Kellergewölbe deuten darauf hin, dass es sich um eine Gaststätte oder ein Weinhaus gehandelt haben könnte. Später diente es jedenfalls wohlhabenden Aachener Bürgern als Wohnhaus, so wohnte im Jahr 1478 Ida von Löwenstein in diesem Gebäude und gab ihm vermutlich seinen Namen.

Eine Besonderheit des heute von der Stadt genutzten Hauses Löwenstein ist auch die Figur des heiligen Nepumuk in der Nische unterhalb des Ecktürmchens. Sie stammt aus dem Jahr 1747 und erinnert an den böhmischen Kleriker Johann von Nepomuk .

Elisenbrunnen

Elisenbrunnen
Elisenbrunnen
Der Kreislauf des Geldes
Der Kreislauf des Geldes
Marschiertor
Marschiertor
HĂĽhnerdieb
HĂĽhnerdieb
Römerarkaden
Römerarkaden

Am Friedrich-Wilhelm-Platz finden sich die Wandelhallen des Elisenbrunnens. Der klassizistische Bau des Landesbauinspektors Johann Peter Cremer und des Berliner Baumeisters Karl Friedrich Schinkel wurde 1827 fertig gestellt und ist neben Rathaus und Dom eines der Wahrzeichen der Stadt. Im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört, wurde er 1953 originalgetreu wieder aufgebaut.

Der Elisenbrunnen besteht aus einer offenen Wandelhalle mit Säulenvorbau und jeweils einem Pavillon links und rechts mit mehreren Räumlichkeiten. Aus zwei Trinkbrunnen fließt das warme, stark schwefelhaltige Wasser der Kaiserquelle (74° C). An die Prominenten, die als Kurgäste das Wasser der Kaiserquelle tranken, erinnern steinerne Tafeln in der Halle. Darunter sind unter anderem Peter der Große , Friedrich der Große, Giacomo Casanova und Georg Friedrich Händel .

Mittelalterliche Stadtbefestigung

Von der mächtigen, aus zwei Mauerringen und zahlreichen Türmen bestehenden Stadtbefestigung zeugen noch heute zahlreiche Überbleibsel. Von den ehemals 11 mächtigen Stadttoren sind zwei erhalten geblieben:

Das Ponttor am Ende der Pontstraße ist eines der wenigen noch erhaltenen mittelalterlichen Doppeltoranlagen des Rheinlands. Gebaut wurde es in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Teil des äußeren Mauerrings.


Aus dem Jahr 1257 stammt das am Ende der Franzstraße stehende Marschiertor, es gehört zu den mächtigsten noch erhaltenen Stadttoren Westeuropas. In früher Zeit mit seinen Räumlichkeiten als Hauptwaffenplatz genutzt, wurde das Marschiertor im Laufe der Jahrhunderte für die verschiedensten Zwecke in Anspruch genommen: Zeitweise als Rumpelkammer, zwischendurch als Obdachlosenheim, später als Jugendherberge und schließlich auch als HJ-Heim. Heute ist das große Stadttor in der Obhut der Stadtgarde Oecher Penn und wurde in den 60er Jahren aufwendig restauriert.

Weitere erhaltene Bauwerke der alten Stadtbefestigung sind die Marienburg an der Ludwigsallee, der Lange Turm an der Turmstraße, der Lavenstein am Boxgraben, das Pfaffentürmchen in Nähe des Westparks, sowie Reste der alten Stadtmauer an der Pontstraße.

Weitere sehenswerte Bauwerke

In Burtscheid stehen gleich drei wichtige Bauwerke des Aachener Baumeisters Johann Couven nah beieinander: die Kirchen St. Johann-Baptist und St. Michael oberhalb des Burtscheider Kurparks und der Couven-Pavillon direkt im Burtscheider Kurpark.

Brunnen & Denkmäler

Vor dem Rathaus befindet sich der Karlsbrunnen, der Karl den Großen mit Reichsapfel und Zepter zeigt. Er ist das älteste noch in Funktion befindliche Brunnendenkmal der Stadt. Die Brunnenschale wurde im Jahr 1620 in Aachen gegossen, die barocke Steinfassung ( 1735 ) und die bronzenen Fische ( 1738 ) wurden später vom Aachener Stadtbaumeister Johann Josef Couven angefügt.

In der Krämerstraße steht der Puppenbrunnen des Aachener Bildhauers Bonifatius Stirnberg aus dem Jahr 1975 . Die mit Gelenken ausgestatteten Bronzefiguren laden besonders Kinder zum Spielen ein. Die Figuren symbolisieren typische Figuren des Aachener Lebens: Domherr, Marktfrau, Professor, Reitersmann, Harlekin und Modepuppe.

Der Kreislauf des Geldes liegt an der Ecke Hartmannstraße/Ursulinerstraße und wurde 1977 vom Bildhauer Professor Karl Henning Seemann geschaffen. Die sechs Bronzefiguren am Brunnenrand zeigen den Umgang mit Geld, die Kreiselbewegung des Wassers steht für den beständigen Fluss des Geldes.

Am Holzgraben befindet sich das von Bildhauer Hubert Löneke 1970 geschaffene Klenkes-Denkmal. Der Begriff „Klenkes“ steht für den hochgereckten kleinen Finger, der bei den Aachenern früher als Erkennungszeichen in aller Welt galt. Er geht auf die damals blühende Nadelindustrie zurück, bei der der kleine Finger bei der Endkontrolle dazu genutzt wurde, schadhafte Nadeln mit dem kleinen Finger „uuszeklenke“, also auszuklinken.

Ebenfalls von Hubert Löneke stammt der Türelüre-Lißje-Brunnen von 1967 . Er steht an der Ecke Rennbahn/Klappergasse und stellt ein altes Aachener Kinderlied dar, wonach eine Gruppe von drei Jungen ein Mädchen daran hindern die Toilette aufzusuchen, worauf schließlich ein kleines Bächlein durch die Klappergasse fließt.

Zwischen Elisenbrunnen und Markt befindet sich am Büchel das Bahkauv (Bachkalb), ein Denkmal einer Sagengestalt, die früher durch die Aachener Bäche gezogen ist.

Es finden sich zahlreiche weitere sehenswerte Brunnen und Denkmäler im gesamten Stadtgebiet, so zum Beispiel der Hühnerdieb auf dem Hühnermarkt, der Wehrhafte Schmied an der Jakobstraße und das Fischpüddelchen am Fischmarkt.

Parkanlagen

Der Elisenpark ist durch seine Lage direkt hinter der Trink- und Wandelhalle des Elisenbrunnens erwähnenswert. Er ist der einzige Park innerhalb des Alleenrings und bietet sich damit für eine Verschnaufpause im Grünen während eines Stadtbummels an.

Der Kurpark Monheimsallee liegt im Nordosten den Stadt hinter Kasino Aachen , Quellenhof und Eurogress . Auf dem großzügig angelegten Gelände befindet sich reichlich Raum für sportliche Aktivitäten, ein Grillplatz, die Carolus-Thermen mit Biergarten, das Observatorium und sogar ein kleiner Weinberg mit exakt 99 Weinstöcken. Direkt an den Kurpark grenzt der Farwickpark.

Das zweite Kurzentrum der Stadt ist der Kurpark Burtscheid mit den Kurparkterrassen und Thermalbadehäusern im Zentrum von Burtscheid. Vom Stadtteil Burtscheid aus (unweit des Burtscheider Kurparks) führt außerdem der Grüngürtel Gillesbachtal bis zum Aachener Wald.

Im Herzen des Frankenberger Viertels mit seiner teilweise erhaltenen alten Architektur befindet sich der Frankenberger Park mit der Burg Frankenberg.

Drehturm Belvedere auf dem Lousberg
Drehturm Belvedere auf dem Lousberg

Der Park auf dem Lousberg wurde bereits 1807 von der Aachener Bürgerschaft angelegt und ist damit die älteste von Bürgern errichtete Parkanlage Europas. Heute finden sich noch Reste der ursprünglichen Parkbebauung wie der Kerstensche Pavillon, der Obelisk und die verbliebenen Säulen der Belvedere. Aus dem Jahr 1956 stammt der 48 Meter hohe Wasserturm Belvedere mit Drehturm-Restaurant und Blick über die Stadt Aachen.

Im Westen der Stadt befindet sich der Westpark, er wurde 1885 von Textilfabrikanten Lochner angelegt. Damals befand sich dort sogar ein Zoo mit 50 Riesenschlangen, von dem heute allerdings nur ein Weiher geblieben ist. Durch seine Nähe zur TH ist der Westpark besonders bei Studenten sehr beliebt.

Der Kaiser-Friedrich-Park rund um den Hangeweiher liegt im SĂĽden der Stadt. Im Park gibt es einen Bootsverleih, ein Ausflugslokal und einen Spielplatz; direkt angrenzend befinden sich das Schwimm- und Freiluftbad Hangeweiher, eine Tennisplatzanlage, der Park des alten Klinikums und die Volkssternwarte.

Im Drimborner Wäldchen befindet sich der Aachener Tierpark Euregiozoo. Auf 8,9 Hektar Fläche beherbergt er über 1200 Tiere in 210 Arten und Rassen. Besonders reich an heimischen Tieren, bietet der Park aber auch exotische Vögel, asiatische Kamele, Zebras, Luchse, Servale, Antilopen, Straußen, Watussi-Rinder und 70 Arten von Wassergeflügel auf dem 2 Hektar großen See und kleineren Teichen. Auch die Käfige mit verschiedenen Affenarten sind sehr beliebt.

Zahlreiche weitere kleine Parks (so z. B. der Von-Halfern-Park und der Ferberpark) finden sich auĂźerhalb des Zentrums, auĂźerdem erwähnenswert sind das Naherholungsgebiet Aachener Wald mit dem Dreiländereck Deutschland-Belgien-Niederlande und die beiden Stauseen Diepenbenden und Kupferbach.

Kultur und Sport

Museen

In der Burg Frankenberg, einer bereits im 13. Jahrhundert vor den Toren der Stadt Aachen erbauten Wasserburg , befindet sich das Heimatmuseum der Stadt Aachen. Es dokumentiert den geschichtlichen Werdegang der Stadt, angefangen mit dem Feuersteinbergbau der Jungsteinzeit und der Zeit als römisches Militärbad, über die romanischen Bauten Karls des Großen, der Zeit als Krönungsort deutscher Könige und späterer Kur- und Badestadt bis hin zur Industrialisierung . Der Nebenraum des Hauptgebäudes enthält eine Art Kuriositätenkabinett aus der Museumsgeschichte um 1900 , Höhepunkt ist eine ägyptische Mumie (um 1500 v. Chr.), die allerdings erst etwa 2014 wieder zu sehen sein wird. Im Bergfried findet sich eine Sammlung von antiker Keramik und regionalem Kunsthandwerk, weiterhin existiert ein Münzkabinett mit Münzfunden aus Aachen und der Umgebung.

Burg Frankenberg
Burg Frankenberg
Ludwig Forum fĂĽr Internationale Kunst
Ludwig Forum fĂĽr Internationale Kunst

Das Suermondt-Ludwig-Museum ist nach seinen größten Stiftern Barthold Suermondt und dem Ehepaar Irene und Peter Ludwig benannt und wurde bereits 1883 vom Aachener Museumsverein gegründet. Seit 1901 residiert es im Stadtpalais „Villa Cassalette“ in der Wilhelmstraße. Die Sammlung verfügt neben Malerei und Skulpturen des 12. bis 20. Jahrhunderts und Tapisserien und Goldschmiedearbeiten auch über umfangreiche Glasmalerei-Bestände vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Eine Antikensammlung mit dem Hauptthema der attischen Vasenmalerei sowie ein 10.000 Handzeichnungen, Aquarelle und Grafiken umfassendes Kupferstichkabinett mit Meisterwerken unter anderem von Albrecht Dürer, Rembrandt und Francisco de Goya bis hin zu zeitgenössischen Künstlern runden das Angebot ab.

Das Ludwig Forum für Internationale Kunst befindet sich in der ehemaligen Schirmfabrik Emil Bauer in der Jülicher Straße. Das im Bauhaus-Stil vom Aachener Architekten Josef Bachmann entworfene Gebäude wurde 1928 erbaut und im Jahr 1988 von der Stadt Aachen komplett entkernt und umgebaut. Die Basis des 1991 eröffneten Museum bildet die Sammlung moderner Kunst des Ehepaars Irene und Peter Ludwig. Weiterhin bietet das Museum wechselnde Ausstellungen angewandter Kunst , eine Bibliothek für die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts , eine Restaurierungswerkstatt und den Skulpturenpark in Außenbereich.

Das Couven-Museum im Haus Monheim am Hühnermarkt beinhaltet eine bemerkenswerte Möbelsammlung aus Rokoko , frühem Klassizismus , napoleonischem Empirestil und Biedermeier . Das Haus selbst wurde 1662 erbaut und im Jahr 1786 im Auftrag des Apothekers und Aachener Bürgermeisters Andreas Monheim von Jakob Couven , dem Sohn des berühmten Baumeisters Johann Josef Couven , im Rokokostil umgebaut.

Im „Großen Haus von Aachen“ in der Pontstraße, einem der wenigen erhaltenen Aachener Bürgerhäuser aus gotischer Zeit, residiert das Internationale Zeitungsmuseum . Es befasst sich mit der internationalen Pressegeschichte vom 17. bis zum 20. Jahrhundert .

Weitere Museen sind das Computermuseum der RWTH Aachen , das Zollmuseum Friedrichs in Aachen-Horbach und die Sammlung zeitgenössischer Kunst in der ehemaligen Reichsabtei in Kornelimünster.

Theater

Stadttheater
Stadttheater
  • Stadttheater mit GroĂźem Haus, Kammerspielen und Mörgens: Oper , Operette , Schauspiel , Musical , Ballett , Konzerte und Lesungen . Am Aachener Stadttheater war von 1935 bis 1942 Herbert von Karajan Generalmusikdirektor .
  • Grenzlandtheater
  • Aachener StadtpuppenbĂĽhne „Öcher Schängchen“ (gegr. 1921 )
  • mehrere kleine Theater (DasDa Theater, Theater 99, Theater K., BĂĽhne 78 und weitere) sowie verschiedene KleinkunstbĂĽhnen , Kabarett und freie Theatergruppen (Blackout-Theater, Poetischer Anfall, Fliegender Wechsel- Improvisationstheater und weitere)
  • MundartbĂĽhnen "Alt-Aachener BĂĽhne" und "Aachener Heimattheater"

Musik

Orchester usw.

  • Sinfonieorchester Aachen
  • Collegium Musicum der RWTH Aachen
  • Aachener Studentenorchester
  • Musikbunker an der Frankenberger Burg
  • Sinfonischer Chor Aachen e.V.

Kammerchöre

Weitere Einrichtungen

  • Kinos : Nach dem Zweiten Weltkrieg galt Aachen viele Jahre als Stadt mit den meisten Kinos Deutschlands, die ĂĽber das gesamte Stadtgebiet verteilt waren. Aufgrund der Verbreitung des Fernsehens wurden im Laufe der Jahrzehnte viele Kinos geschlossen und auch umgebaut oder gar abgerissen. Die meisten heutigen Kinos in Aachen sind moderne Säle – historische Säle sind (bis auf eine Ausnahme) heute nicht mehr zu finden.
    Heute (Stand: Mai 2005) gibt es in Aachen 19 Säle an 5 Spielstätten. Außerdem gibt es regelmäßige Freiluft-Filmvorführungen an verschiedenen Stellen der Stadt und zwei studentische Kinoprojekte an der RWTH ( Filmstudio und AStA-Kino) mit wöchentlichen Filmvorführungen.
Eine Aachener Postkartenansicht
Eine Aachener Postkartenansicht
  • Eurogress: Internationales Veranstaltungs- und Kongresszentrum, direkt am Stadtpark gelegen.
  • Altes Kurhaus im Stadtzentrum mit „KlangbrĂĽcke“ und „Ballsaal“: Konzerte, Ausstellungen, etc.
  • Kulturzentrum „Barockfabrik“
  • Kulturzentrum „Bleiberger Fabrik“
  • Ă–ffentliche Bibliothek (Stadt bĂĽcherei ) mit groĂźer Zentralbibliothek sowie mehreren OrtsteilbĂĽchereien und BĂĽcherbus „Fabian“. Die Bestände sind ĂĽber einen Onlinekatalog recherchierbar.
  • In der denkmalgeschĂĽtzten Sternwarte am Hangeweiher werden regelmäßig FĂĽhrungen und öffentliche Himmelsbeobachtungen durchgefĂĽhrt.
  • Minigolf: Es gibt in Aachen mehrere Minigolfplätze: im Stadtpark, am Gut Entenpfuhl im Aachener Wald , am Hotel Buschhausen sowie im Freizeitgelände Walheim.
  • Zukunftswerkstatt : In Aachen haben BĂĽrgerbeteiligungs-Prozesse in der Stadtplanung mit Hilfe von Zukunftswerkstätten Tradition. So wurden 1995–96 im Rahmen eines nordrhein-westfälischen Landesprogramms vom städtischen Umweltamt Zukunftswerkstätten zur „Ökologischen Stadt der Zukunft“ beauftragt und im August 2005 vom städtischen Planungsamt die Zukunftswerkstatt „Frankenberger Viertel plus“ begonnen.

Sportstätten

  • 5 Schwimmhallen , wovon die Elisabethhalle direkt im Zentrum der Stadt aufgrund ihrer beiden Becken in weitgehend erhaltener Jugendstilarchitektur besonders eindrucksvoll ist
  • Freibad „Hangeweiher“
  • zahlreiche Sporthallen und Sportplätze fĂĽr die verschiedensten Sportarten
  • Eislaufhalle
  • Carolus-Thermen
  • Tivoli-Kletterhalle
  • Tivoli-Stadion
  • Waldstadion
  • Ludwig-Kuhnen-Stadion
  • Reitstadion des ALRV, in dem jährlich das CHIO Turnier ausgetragen wird

Sport

CHIO Platz in Aachen (2004)
CHIO Platz in Aachen ( 2004 )

Aachener Sportvereine sind in verschiedensten Sportarten erfolgreich:

  • FuĂźball : Alemannia Aachen mit dem Tivoli-Stadion (Fassungsvermögen: 21.632 Zuschauer, davon 3.632 ĂĽberdachte Sitzplätze und 5.800 ĂĽberdachte Stehplätze) an der Krefelder StraĂźe. ( 2. Bundesliga )
  • Leichtathletik : In Aachen selbst gibt es vier groĂźe Leichthletik Vereine: Alemannia Aachen, die Aachener Turngemeinde , DJK Frankenberg Aachen , sowie den DLC Aachen . Der bekannteste Leichtahlet der letzten Jahre ist Jens Dautzenberg (Alemannia Aachen, mehrfacher Deutscher Meister ĂĽber 400 m).
  • Reitsport : In Aachen findet jährlich der CHIO, das weltgrößte Turnier fĂĽr Springreiten , Dressur und Wagen fahren statt. Veranstalter ist der Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV). 2006 werden die Weltreiterspiele (World Equestrian Games) in Aachen stattfinden. Das Stadion in der Soers fasst ĂĽber 50.000 Zuschauer.
  • Tanzsport : Mit dem Tanzsportclub Schwarz-Gelb stellte Aachen dreimal in Folge – 1996 , 1997 und 1998 – den Weltmeister im Formationstanz .
  • Tennis : TC Kurhaus Aachen spielt seit 2004 in der Bundesliga und wurde 2005 Deutscher Vizemeister.
  • Weitere international erfolgreiche Aachener Sportvereine sind die Aachener Schwimmvereinigung 06 im Schwimmen , der SV Neptun im Kunst- und Turmspringen , der Burtscheider Turnverein im Trampolinturnen und der Allgemeine Turnverein Aachen im Rhönradturnen .

Weiterhin finden in Aachen folgende sportlichen Ereignisse regelmäßig statt:

  • Der 5555 Meter lange Lousberglauf hat alljährlich mehr als 2000 Teilnehmer. Nach vorheriger Anmeldung ist die Teilnahme fĂĽr jedermann möglich.
  • Am 3. Sonntag im Dezember findet der 18 km lange ATG Winterlauf der Aachener Turngemeinde statt. Mit ĂĽber 2000 Läufern ist er einer der größten Volksläufe in der Region.
  • Jedes Jahr finden an mehreren Abenden ĂĽber den ganzen Sommer verteilt Skatenights statt, an den Skater, Rollschuhfahrer, etc. auf abgesperrten StraĂźen durch ganz Aachen und die nähere Umgebung fahren.
  • Einmal im Jahr im Dezember findet in Aachen das bekannte Unicup - Eishockeyturnier zwischen den RWTH-Fakultäten Maschinenbau, Elektrotechnik und Medizin statt.

Regelmäßige Großereignisse

  • Zwei groĂźe Ordensverleihungen gibt es jährlich in Aachen: Der Internationale Karlspreis zu Aachen wird an Christi Himmelfahrt fĂĽr besondere Verdienste um die Europäische Einigung vergeben. Am Antikriegstag werden Persönlichkeiten, die von „unten her“ dazu beigetragen haben, die Verständigung der Völker und der Menschen untereinander zu verbessern, mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet.
  • Wie ĂĽblich im Rheinland ist natĂĽrlich auch der Aachener Karneval ein GroĂźereignis. Dazu gehört der Kinderzug am Karnevalssonntag, der Rosenmontagszug und das wilde Treiben der Damen am Fettdonnerstag. Hervorzuheben ist auch der Orden wider den tierischen Ernst, der sich durchaus als anerkannter Kulturpreis bezeichnen lässt. Er wird an Personen, meist Politiker, vergeben, die sich durch besonderen „Humor im Amt“ ausgezeichnet haben.
  • Bereits im Jahr 1413 wird der Ă–cher Bend, die Aachener Kirmes , das erste Mal erwähnt. Damals noch in der Innenstadt, wird seit 1927 der Bendplatz nahe dem Westbahnhof zwei Mal jährlich (im FrĂĽhjahr und im Sommer) zum Rummelplatz umfunktioniert.
  • Der Aachener Weihnachtsmarkt findet in der Adventszeit rund um Dom und Rathaus statt und gilt als einer der drei größten und schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands.
  • Ăśber das Jahr verteilt finden zahlreiche Märkte in Aachen statt. Am bekanntesten sind der Europamarkt der Kunsthandwerker in der Innenstadt und der Historische Jahrmarkt in Aachen-KornelimĂĽnster.
  • Auch an Musikfestivals wird einiges geboten: Im Rahmen des Aachener Kultursommers spielen renommierte Musiker aus Rock , Pop , Jazz und Klassik auf dem Katschhof zwischen Dom und Rathaus. An einem Samstag im FrĂĽhling findet das Jazz -Festival Lust auf Jazz statt. Dabei treten zahlreiche Jazz-Bands auf verschiedenen BĂĽhnen auf oder marschieren durch die Innenstadt. Alljährlich finden zudem im November die Aachener Bachtage statt.
  • Im FrĂĽhjahr öffnet alljährlich die Euregio Wirtschaftsschau ihre Tore. Hier wird ortsansässigen Firmen die Möglichkeit gegen, sich in Form einer Verbrauchermesse der Ă–ffentlichkeit vorzustellen.
  • Ăśber das Jahr verteilt bieten verschiedene Institutionen einen Tag der offenen TĂĽr . Dazu gehört der Tag des offenen Denkmals , der Tag der Architektur, die Lange Nacht der Museen , die Aachener Nacht der offenen Kirchen und der Theatertag. Die RWTH bietet auĂźerdem die Wissenschaftsnacht und den Dies academicus.
  • Aus literarischer Sicht erwähnenswert sind die Aachener Literaturtage und das Aachener Kinder- und Jugendbuchfestival.

Kulinarische Spezialitäten

Die lukullische Spezialität Aachens ist die Printe, ein Lebkuchengebäck mit vielen aromatischen Gewürzen , häufig mit Schokolade überzogen und reich dekoriert. Außer zwischen den verschiedenen Sorten (wie Schokoladenprinten, Honigprinten, Prinzessprinten oder Kräuterprinten) ist grundsätzlich zwischen Hart- und Weichprinten zu unterscheiden. Alle Printensorten sind (je nach Hersteller und Auswahl) als Hart- und Weichprinten beziehungsweise in Zwischenstufen erhältlich.

Weiterhin hervorzuheben ist das nach Angaben der Aachener Nachrichten in Aachen erfundene Streuselbrötchen , ein Weichbrötchen mit Butterflocken, das außerhalb von Aachen kaum bekannt ist.

Öcher Lager : Bis in die jüngste Zeit wurde in Aachen ein obergäriges Bier gebraut, das dem Kölner Kölsch verwandt ist. Hierzu gehörte unter anderem die 1989 geschlossene Brauerei Degraa, an die noch einige Brauhäuser erinnern.

Persönlichkeiten

Aachener Alltagspersönlichkeiten – festgehalten in einem Brunnen
Aachener Alltagspersönlichkeiten – festgehalten in einem Brunnen

Die Stadt Aachen hat im Laufe der Geschichte 15 Personen zu EhrenbĂĽrgern ernannt, diese finden sich in der Liste der EhrenbĂĽrger von Aachen.

Berühmte Persönlichkeiten aus Aachen sind in der Liste der Söhne und Töchter der Stadt Aachen zu finden.

Literatur

  • Heinrich Silbergleit: PreuĂźens Städte – Denkschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Städteordnung vom 19. November 1808. Herausgegeben im Auftrag des Vorstandes des PreuĂźischen Städtetages. Berlin 1908.
  • Erich Keyser (Hrsg.): Rheinisches Städtebuch. Band III. 3. Teilband aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit UnterstĂĽtzung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages. Stuttgart 1956.
  • Gerhard Curdes: Die Entwicklung des Aachener Stadtraumes – Der Einfluss von Leitbildern und Innovationen auf die Form der Stadt. Dortmund 1999.
  • Johanna Kamermans: Euregio Carolus Magnus – Grenzen in Fluss. Aachen 2004. Ein Panorama von Geschichte und Gegenwart der Euregio Maas-Rhein rund um das Städtedreieck Aachen–LĂĽttich–Maastricht.
  • Deutscher Städteatlas; Band: IV; 1 Teilband. Acta Collegii Historiae Urbanae Societatis Historicorum Internationalis – Serie C. Im Auftrag des Kuratoriums fĂĽr vergleichende Städtegeschichte e. V. und mit UnterstĂĽtzung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, hrsg. von Heinz Stoob †, Wilfried Ehbrecht, JĂĽrgen Lafrenz und Peter Johannek. Stadtmappe Aachen, Autor: Michael Schmitt, ISBN 3-89115-031-8 ; Dortmund-Altenbeken, 1989.

Weblinks

Commons: Aachen – Bilder, Videos oder Audiodateien
Wikinews: Aachen – aktuelle Nachrichten
Wikisource-Logo Wikisource: Aachen – Artikel der 4. Auflage von Meyers Konversations-Lexikon
Wiktionary: Aachen – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
   
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Informationen aus der Umgebung

Hotels in der Umgebung

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