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Letzte Änderung für Artikel Xanten: 18.02.2006 11:58

Xanten

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Stadtwappen Lage der Stadt
Stadtwappen der Stadt Xanten Deutschlandkarte, Position von Xanten hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk : DĂŒsseldorf
Regionalverband : Ruhr
Landschaftsverband: Rheinland
Kreis : Wesel
Geografische Lage :
Koordinaten: 51° 39' 44" n. Br., 6° 27' 14" Ă¶. L.
51° 39' 44" n. Br., 6° 27' 14" Ă¶. L.
Höhe : 24 - 75 m ĂŒber NN
FlĂ€che : 72,39 kmÂČ
Einwohner : 21.465 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte : 296,5 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahl : 46509
Telefonvorwahlen :
0 28 01 und
0 28 04 (Marienbaum)
Kfz-Kennzeichen : WES
GemeindeschlĂŒssel : 05 1 70 052
UN/LOCODE : DE XTE
Stadtgliederung: 6 Stadtbezirke
Hausanschrift der
Stadtverwaltung:
Karthaus 2
46509 Xanten
Postanschrift der
Stadtverwaltung:
Postfach 11 64
46500 Xanten
Website : www.rathaus-xanten.de
E-Mail-Adresse : post@rathaus-xanten.de
Politik
BĂŒrgermeister : Christian Strunk ( CDU )
Sitzverteilung im Stadtrat der Stadt Xanten
Blick von der Hees auf Xanten
Blick von der Hees auf Xanten

Die Stadt Xanten ( [ˈksantən] ) liegt am unteren Niederrhein im Nordwesten Nordrhein-Westfalens und ist eine kreisangehörige Stadt des Kreises Wesel.

Die Römer-, Dom- und Siegfriedstadt Xanten blickt auf eine ĂŒber 2000jĂ€hrige Geschichte zurĂŒck. Ihre AnfĂ€nge liegen in der Errichtung der Castra Vetera und der Colonia Ulpia Traiana im Römischen Reich und setzen sich fort mit der GrĂŒndung des Stifts St. Viktor im 8. Jahrhundert . Nach Eröffnung des ArchĂ€ologischen Parks und des Freizeitzentrums wurde Xanten 1988 zum ersten staatlich anerkannten Erholungsort im Regierungsbezirk DĂŒsseldorf.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Xanten, die einzige mit X beginnende Stadt Deutschlands, liegt bei 51° 39â€Č 44" nördlicher Breite und 6° 27â€Č 14" Ă¶stlicher LĂ€nge in der niederrheinischen Tiefebene 35 km nordwestlich von Duisburg.

Bezirke Xantens
Nachbargemeinden und -stÀdte Xantens

Die Stadt selbst teilt sich in die 3 Ortsteile Hochbruch, Niederbruch und den eigentlichen Stadtkern Xantens. Weitere Ortschaften, die zur Stadt gehören, sind in die 6 Stadtbezirke Birten, LĂŒttingen, Marienbaum, Vynen (mit Obermörmter), Wardt (mit Mörmter und Willich ) und Xanten (mit Beek und Ursel ) eingeteilt.

Im Nordosten wird das Stadtgebiet durch den Rhein begrenzt. Zwischen diesem und der Ortschaft Birten trennt der Xantener Altrhein , ein nur ĂŒber den Graben „Göt“ mit dem Rhein verbundener MĂ€ander , das Naturschutzgebiet Bislicher Insel vom restlichen Stadtgebiet und bildet die Grundlage der dortigen Auenlandschaft . Zwischen Birten und Xanten gelegen bildet der teils unter Naturschutz stehende FĂŒrstenberg eine der wenigen Erhöhungen im ansonsten meist ebenen Stadtgebiet. Über eine schmale, teils bewaldete HĂŒgelkette setzt sich diese ĂŒber das WaldstĂŒck „Hees“ bis zur so genannten „Sonsbecker Schweiz“ sĂŒdwestlich von Xanten fort. Entstanden ist dieser Höhenzug als EndmorĂ€ne in der Saale-Eiszeit .

Nordwestlich von Xanten, nur durch den Stadtpark und die Bundesstraße 57 vom Stadtzentrum getrennt, befindet sich der ArchĂ€ologische Park Xanten, nördlich die Ortschaft LĂŒttingen. Nordöstlich an den Rhein grenzend liegt diese unmittelbar an der „Xantener SĂŒdsee“, einem durch Kiesaushebungen entstandenen See. Über einen schmalen Kanal ist dieser mit der „Xantener Nordsee“, welche ebenfalls durch Kiesaushebungen entstand, verbunden. Die Ortschaft Wardt liegt auf einer „Insel“ zwischen dem Rhein auf der nordöstlichen und den beiden Seen samt Kanal auf der sĂŒdwestlichen Seite und somit in direkter NĂ€he zum Freizeitzentrum Xanten. Nordwestlich der Xantener Nordsee liegt an diese angrenzend die Ortschaft Vynen. Dem Verlauf des Rheins nach Norden folgend liegen die Ortschaft Obermörmter und die Naturschutzgebiete Gut Grindt und Rheinaue sowie Reeser Schanz. Westlich von Vynen gelegen beginnt in der Umgebung der Ortschaft Marienbaum der Uedemer Hochwald. Zwischen Marienbaum und Xanten liegen die Bauernschaften Mörmter, Ursel und Willich.

Das Xantener Stadtgebiet wird begrenzt durch die Stadt Rees (Kreis Kleve) im Norden, die Stadt Wesel im Osten, die Gemeinden Alpen und Sonsbeck im SĂŒden sowie die StĂ€dte Uedem und Kalkar (beide Kreis Kleve) im Westen.

Geschichte

Eine erste Besiedlung des heutigen Stadtgebiets lÀsst sich bereits um das Jahr 2000 v. Chr. belegen.

Römische Vorgeschichte

Bild:Harbor temple (1) (archaeological park Xanten, Germany, 2005-04-23).jpg

13 / 12 v. Chr. wurde das römische Legionslager Castra Vetera auf dem FĂŒrstenberg nahe dem heutigen Birten gegrĂŒndet. Es sollte als Ausgangspunkt fĂŒr FeldzĂŒge in das rechtsrheinische Germanien dienen und war bis zu seiner Vernichtung im Rahmen des Bataveraufstands im Jahr 70 n. Chr. dauerhaft durch 8.000 bis 10.000 LegionĂ€re besetzt. Nach der Zerstörung der Vetera I wurde nahe diesen ein zweites Lager, Vetera II, auf der Bislicher Insel errichtet.

Unweit nordwestlich der Vetera I entstand zur gleichen Zeit eine Siedlung, die von 10.000 bis 15.000 romanisierten Galliern und Germanen sowie ehemaligen LegionĂ€ren und deren Angehörigen bewohnt wurde. Der römische Kaiser Marcus Ulpius Traianus verlieh ihr 110 die Rechte einer Colonia . Ihm verdankte die Siedlung auch ihren Namen Ulpia Traiana. Die Niederlassung entwickelte sich zum zweitwichtigsten Handelsposten der Provinz Germania inferior nach Claudia Ara Agrippinensium (dem heutigen Köln). Im Jahr 275 wurde die Colonia durch Franken beinahe vollstĂ€ndig zerstört. Die Bewohner errichteten daraufhin auf dem Gebiet der Colonia eine neue Stadt namens Tricensimae, welche zwar kleiner, dafĂŒr aber besser befestigt und leichter zu verteidigen war. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts nahmen die ÜberfĂ€lle durch germanische StĂ€mme jedoch dermaßen zu, dass die Siedlung endgĂŒltig aufgegeben wurde.

Neubesiedlung Xantens und GrĂŒndung des Viktorstifts

Im 5. Jahrhundert begannen chattuarische Franken sich auf dem Gebiet des heutigen Xantens niederzulassen, grĂŒndeten jedoch keine stĂ€dtische Siedlung. In der zweiten HĂ€lfte des 8. Jahrhunderts wurde um die ab 752 belegbare karolingische Kirche ein Stift angelegt, dessen Name zuerst um 838 belegt werden kann. Da man glaubte das Stift ĂŒber der GrabstĂ€tte Viktor von Xantens und seiner LegionĂ€re zu errichten nannte man Kirche und Stift ad Sanctos (super Rhenum) (deutsch: bei den Heiligen). Erst nach GrĂŒndung des Stifts entwickelte sich sĂŒdlich an diesen angrenzend der heutige Stadtkern, auf den der Name ad Sanctos ĂŒberging. Bereits 967 war daraus Xanctum geworden, 1144 Xantum. Da Xanten somit ĂŒber dem ehemaligen Friedhof der Colonia entstand blieben die Ruinen der einstigen Stadt unĂŒberbaut. Teils wurden die Überreste jedoch abgetragen und fĂŒr den Bau neuer GebĂ€ude verwendet.

Mit seinem durch Grundbesitz und KirchenschĂ€tze bedeutenden Viktorstift war Xanten zum Ende des 9. Jahrhunderts mehrfach von Normannen einfĂ€llen betroffen. 863 ĂŒberwinterten diese auf der Bislicher Insel, zerstörten die mittlerweile durch einen dreischiffigen Kirchenbau ersetzte karolingische Kirche und brandschatzten schließlich 880 die Ortschaft Birten.

939 besiegten Truppen unter König Otto I. in der Schlacht bei Xanten frĂ€nkische , sĂ€chsische und lothringer Truppen unter Heinrich I. Zusammen mit der Schlacht bei Andernach im gleichen Jahr besiegelte dies die Zugehörigkeit des Rheinlands zum Reich Otto I. Bereits 1122 wurde das nun unter kurkölnischer Obrigkeit stehende Xanten als Teil eines kaufmĂ€nnischen Netzwerkes am Niederrhein genannt, kurz darauf wurde das Kloster Hagenbusch als eines von sieben bis zur SĂ€kularisierung in Xanten bestehenden Klostern gegrĂŒndet.

Entwicklung der mittelalterlichen Stadt

Die Westfassade des Doms St. Viktor
Die Westfassade des Doms St. Viktor
Der Viktorstift innerhalb Xantens im 15. Jahrhundert
Der Viktorstift innerhalb Xantens im 15. Jahrhundert
Die Wallfahrtskirche St. MariÀ Himmelfahrt im Ortsteil Marienbaum
Die Wallfahrtskirche St. MariÀ Himmelfahrt im Ortsteil Marienbaum
Die evangelische Kirche am Großen Markt
Die evangelische Kirche am Großen Markt
Das Klever Tor am Nordwall
Das Klever Tor am Nordwall
Das Gotische Haus
Das Gotische Haus

Am 15. Juli 1228 verlieh der Kölner Erzbischof Heinrich von Molenark Xanten die Stadtrechte . Friedrich von Hochstaden legte 1263 den Grundstein fĂŒr den Bau des gotischen St. Viktor-Doms, welcher nach 281 Jahren schließlich vollendet und zum Zentrum des niederrheinischen Archidiakonats werden sollte.

Im Gegensatz zum lĂ€ngst mit Mauern und GrĂ€ben bewehrten Stift war Xanten weitgehend unbefestigt, die zunĂ€chst angelegten Holzpalisaden konnten die Eroberung Xantens im Geldrischen Erbfolgekrieg sowohl 1362 als auch 1372 nicht verhindern. Nachdem Xanten von 1321 bis 1331 an die Grafen von Kleve verpfĂ€ndet worden war, die gleichfalls Vogtrechte ĂŒber das 1116 gegrĂŒndete Kloster FĂŒrstenberg besaßen, war neben Rees, der Herrschaft Linn und Rheinberg insbesondere Xanten Anlass fĂŒr drei zum Ende des 14. Jahrhunderts gefĂŒhrte Kriege zwischen Graf Adolf III. und dem Kölner Bischof Friedrich III. von Saarwerden, der versuchte seinen weltlichen Einfluss am Niederrhein zu festigen und auszuweiten. Erst jetzt wurde Xanten ab 1389 auf einem fast rechteckigen Areal von zwei Kilometern Umfang befestigt. WĂ€hrend der Rhein im Nordosten und sumpfiges GelĂ€nde im SĂŒden und Westen zusĂ€tzlichen Schutz boten wurde die nördliche Befestigung unter anderem mit dem Klever Tor und einem heute als KriemhildmĂŒhle genutzten Rundturm verstĂ€rkt ausgebaut. Nach 1381 und 1384 konnte Friedrich III. 1392 schließlich Linn und Rheinberg fĂŒr sich gewinnen, verlor jedoch Rees und den nördlichen Teil Xantens an Adolf III. Von der Teilung der Stadt zeugt noch heute das ĂŒber einen Wehrgang mit dem Meertor verbundene, 1392 erbaute Mitteltor.

Mit Beginn der Soester Fehde 1444 fiel auch der sĂŒdliche Teil Xantens an die Herzöge von Kleve. In der Folgezeit sank die Einwohnerzahl Xantens bedingt durch mehrfache Kriege und Missernten von 5.000 zu Beginn des 16. Jahrhunderts bis zum Ende des 18. Jahrhunderts auf etwa 2.500. Die Verlagerung des Rheins, an welchem die Stadt bis dahin gelegen hatte und der die Grundlage des Xantener Handels gewesen war, fĂŒhrte zu einer zusĂ€tzlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation und zerstörte mehrere Male die Ortschaft Birten.

Nachdem bereits 1402 das Agnetenkloster Xanten von Franziskanerinnen gegrĂŒndet worden war stieg der Ortsteil Marienbaum zwischen 1430 und 1441 zum Ă€ltesten Wallfahrtsort des Niederrheins auf. 1460 entstand dort ein Kloster der Birgitten , dessen Abteikirche St. MariĂ€ Himmelfahrt heute als Pfarrkirche dient. 1609 wurde das Jesuitenkloster Xanten gegrĂŒndet, 1628 verlegten KartĂ€user ihr Kloster von Wesel nach Xanten und begrĂŒndeten die Kartause Xanten.

1572 entstand in Xanten eine evangelische Gemeinde, der jedoch bis ins 20. Jahrhundert hinein nur knapp 5 Prozent der Bevölkerung angehörten; bis zum Beginn des 21. Jahrhundert wuchs die Gemeinde auf 20 Prozent an. 1547 war bereits im Ortsteil Mörmter eine evangelische Gemeinde entstanden, was bis ins Jahr 1811 zu zwei getrennten reformierten Kirchengemeinden fĂŒhrte. Als Xanten nach dem JĂŒlich-Klevischen Erbfolgestreit als Teil des Herzogtums Kleve mit dem Vertrag von Xanten an die KurfĂŒrsten von Brandenburg fiel wurde die Evangelische Kirche mit der Katholischen Kirche gleichgestellt, 1647 wurde daraufhin auf dem Großen Markt eine Kirche errichtet und 1662 durch einen Kirchturm erweitert.

Neuzeitliche Entwicklung

WĂ€hrend des AchtzigjĂ€hrigen beziehungsweise DreißigjĂ€hrigen Krieges wurde Xanten 1641 durch hessische Truppen besetzt und teils entfestigt, im Französisch-NiederlĂ€ndischen Krieg eroberten französische Truppen 1672 die Stadt. Im Spanischen Erbfolgekrieg wurde Xanten schließlich abermals besetzt und zu Teilen zerstört.

1794 eroberten französische Revolutionstruppen die Stadt, die daraufhin wie der gesamte linke Niederrhein von Frankreich annektiert wurde. Ab 1798 wurde Xanten zum Verwaltungssitz eines Kantons im Arrondissement Kleve des Roerdepartements . 1802 ließ NapolĂ©on Bonaparte den Viktorstift sĂ€kularisieren und die Bibliotheken der aufgehobenen Klöster mit der Stiftsbibliothek Xanten vereinigen. Durch den Wegfall der einstigen Stiftsangehörigen als wohlhabender KĂ€uferschaft setzte daraufhin eine erneute Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage ein. Aus KostengrĂŒnden wurde 1821 das Marstor, 1825 das Scharntor und weite Teile der Stadtmauer abgerissen.

Durch den Wiener Kongress gelangte Xanten ab 1815 wieder zu Preußen , wo die Stadt im Zuge der Preußischen Verwaltungsorganisation am 23. April 1816 dem Kreis Rheinberg zugeordnet wurde, welcher 1823 mit dem Kreis Geldern vereinigt wurde. Von 1857 bis 1975 wurde Xanten schließlich dem neugegrĂŒndeten Kreis Moers angegliedert. Die Ruinen der Colonia Ulpia Traiana weckten zu dieser Zeit erstmals das Interesse von ArchĂ€ologen, so dass zwischen 1819 und 1844 Ausgrabungen durchgefĂŒhrt wurden. Auch die ehemaligen Castra Vetera wurden in dieser Zeit untersucht.

Obgleich im 19. Jahrhundert 45 Prozent der Bevölkerung im verarbeitenden Gewerbe tĂ€tig waren blieb Xanten weitgehend landwirtschaftlich geprĂ€gt. Xantener Gewerbetreibende beschrĂ€nkten sich vor allem auf die Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, wovon noch heute die ursprĂŒnglich als ÖlmĂŒhle, heute als GetreidemĂŒhle genutzte KriemhildmĂŒhle und die 1853 errichtete Dampfkornbrennerei zeugen. 1885 lebten 3.621 Einwohner in Xanten.

Seit 1922 existiert wieder ein Kloster im Stadtgebiet, das Kloster Mörmter. FĂŒnf Jahre spĂ€ter, im September 1927 , feierte die katholische Kirchengemeinde ihr 1.600jĂ€hriges Bestehen. Zur gleichen Zeit wurden unter anderem durch Walter Bader Ausgrabungen unter dem Xantener Dom vorgenommen, bei denen schließlich zwei MĂ€rtyrergrĂ€ber entdeckt und in die neu angelegte Krypta eingebunden wurden. 1937 verlieh Papst Pius XI. dem St. Viktor-Dom den Titel einer Basilika minor .

Nationalsozialismus in Xanten

Die Zeit des Nationalsozialismus begann in Xanten im Jahr 1933 , als der damalige BĂŒrgermeister Heinrich Wagner wegen angeblicher Vetternwirtschaft bei KreditgeschĂ€ften angeklagt und im Meerturm eingesperrt worden war. Sein Nachfolger wurde Friedrich Karl Schöneborn, wĂ€hrend der Posten des stellvertretenden BĂŒrgermeisters von nun an durch Heinrich Prang jr. bekleidet werden sollte. Prang hatte bereits 1925 die Ortsgruppe Xanten der NSDAP gegrĂŒndet. Als daraufhin die lokale Fraktion der Zentrumspartei aufgelöst wurde schlossen sich 3 der ehemals 8 Fraktionsangehörigen der NSDAP an. Die verbliebene Opposition wurde hierdurch handlungsunfĂ€hig.

Im Folgenden wurde die Stadt zunehmend als Geburtsort Siegfrieds aus dem Nibelungenlied instrumentalisiert. In der Nachkriegszeit wurde insbesondere im Hinblick auf diese Instrumentalisierung die angedachte Errichtung eines Siegfried-Denkmals verworfen.

Die jĂŒdische Gemeinde Xantens hatte sich bereits nach dem ungeklĂ€rten Mord an einem fĂŒnfjĂ€hrigen Jungen wenige Jahrzehnte zuvor stark verkleinert. Es war 1891 die Leiche eines Jungen mit durchtrennter Kehle in einer Scheune aufgefunden und im Folgenden der jĂŒdische SchĂ€chter Adolf Buschhoff verdĂ€chtigt worden, unter dem Vorwurf des antichristlichen Ritualmordes . Zu einer Anklage kam es jedoch erst, als Buschhoff in Folge von heftigen Übergriffen gegen sich und seine Familie seine eigene Verhaftung anstrebte. Als Buschhoff nach fĂŒnf Monaten Haft am 14. Juli 1892 schließlich freigesprochen wurde, war sein Eigentum in Xanten bereits zerstört worden. Als sich die Übergriffe im Folgenden auf die gesamte jĂŒdische Gemeinde ausweiteten, sank die Zahl von 80 Mitgliedern im Jahr 1890 auf 46 im Jahr 1895 und auf 14 im Jahr 1925 .

Der ungeklĂ€rte Mord wurde im Jahr 1934 durch die antisemitische Zeitung „ Der StĂŒrmer “ in einer Sondernummer erneut aufgegriffen; zu diesem Zeitpunkt zĂ€hlte die jĂŒdische Gemeinde Xantens noch 8 Mitglieder, die sich im Folgenden erneuten Übergriffen ausgesetzt sahen. Hervorzuheben ist hierbei die Zerstörung der Betstube auf der Scharnstrasse und die VerwĂŒstung mehrerer Wohnungen im Bereich der Orkstrasse und Scharnstrasse in der Reichspogromnacht . Nach diesen Ereignissen floh die gesamte jĂŒdische Bevölkerung aus Xanten. Der vor der Stadt gelegene jĂŒdische Friedhof blieb dabei weitgehend unversehrt.

Xanten im Zweiten Weltkrieg

WĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges errichtete die Luftwaffe die Luftmunitionsanstalt 2/VI in einem der Stadt nahe gelegenen WaldstĂŒck, der Hees, die auch Torpedos fĂŒr den Einsatz der Luftwaffe im Mittelmeerraum produzierte. Arbeiteten dort zunĂ€chst beinahe ausschließlich Xantener BĂŒrger, so wurden im Laufe des Krieges vermehrt Frauen und Kinder, vor allem jedoch AuslĂ€nder zur Zwangsarbeit herangezogen. Bei ZwischenfĂ€llen auf dem GelĂ€nde der Fabrik kam es sowohl im November 1942 als auch im Oktober 1944 zur Explosion von Teilen der gelagerten Munition, die mehrere Arbeiter das Leben kostete. Die Druckwelle soll noch im Stadtzentrum zu spĂŒren gewesen sein. Im Mai 1940 wurde die 256. Infanterie-Division nach Xanten verlegt um von dort am bevorstehenden Einmarsch in die Niederlande teilzunehmen.

Als sich alliierte Truppen im Februar 1945 Xanten nĂ€herten verließ BĂŒrgermeister Schöneborn die Stadt; mit ihm floh beinahe die gesamte Stadtverwaltung in rechtsrheinische Gebiete. Im selben Monat kam es am 10. Februar zur Bombardierung Xantens, bei der weite Teile der Stadt zerstört wurden und vor allem Zivilisten umkamen, die zum Teil noch am gleichen Tag in MassengrĂ€bern bestattet wurden. Auch der St. Viktor-Dom wurde von Fliegerbomben getroffen und schwer beschĂ€digt, der nördliche der beiden TĂŒrme stĂŒrzte ein.

Schließlich konnte Xanten am 8. MĂ€rz 1945 durch kanadische Truppen eingenommen werden. Das kanadische MilitĂ€r verlor dabei nach eigenen Angaben 400 Soldaten im Kampf gegen die verteidigenden FallschirmjĂ€ger der Wehrmacht. Die Stadt, die zu diesem Zeitpunkt bereits zu 85 Prozent zerstört worden war, wurde daraufhin durch britische Truppen besetzt und die Bevölkerung in Vorbereitung auf die Überquerung des Rheins bei Wesel nach Bedburg-Hau evakuiert. Durch WehrmachtsverbĂ€nde am rechten Rheinufer abgefeuerte Artillerie-Geschosse verwĂŒsteten Xanten in dieser Zeit zusĂ€tzlich. Als die RheinĂŒberquerung und die Eroberung Wesels im Zuge der Operation Plunder am 23. / 24. MĂ€rz 1945 gelang, war der Zweite Weltkrieg in Xanten beendet. Noch im April setzten die Briten einen kommissarischen BĂŒrgermeister ein, der mit dem Aufbau einer provisorischen Verwaltung begann.

Xanten seit 1945

Der Wiederaufbau Xantens und die detailgetreue Rekonstruktion des St. Viktor-Doms, welche erst durch den ArchĂ€ologen und DenkmalschĂŒtzer Walter Bader realisiert werden konnte, dauerten bis 1966 . Durch sich in Xanten ansiedelnde FlĂŒchtlinge aus den nach dem Krieg abgetretenen Gebieten stieg die Bevölkerung Xantens in dieser Zeit um beinahe 40 Prozent an. 1969 wurden im Zuge des 1. Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen die Gemeinde Birten des Amtes Alpen-Veen sowie die bis dahin selbststĂ€ndigen Gemeinden Marienbaum und Wardt in die Stadt Xanten eingegliedert, so dass innerhalb der Stadtgrenzen circa 16.000 Einwohner lebten. Die FlĂ€che der Stadt vergrĂ¶ĂŸerte sich von 8 kmÂČ auf 72 kmÂČ. Wirtschaftliche Grundlage blieb neben der wenig ausgeprĂ€gten Industrie die Landwirtschaft. Nach der Auflösung des Kreises Moers wurde Xanten 1975 dem neugegrĂŒndeten Kreis Wesel zugeordnet.

Da Xanten als einzige ehemals römischen Siedlung nördlich der Alpen nicht auf dem GelĂ€nde der Colonia, sondern ĂŒber deren Friedhof entstanden war, wurde 1977 der ArchĂ€ologische Park Xanten als teilweiser Wiederaufbau der römischen Colonia Ulpia Traiana eröffnet und touristisch erschlossen. Weiterhin wurden verschiedene historische GebĂ€ude des Xantener Stadtkerns restauriert und an Xantener SĂŒdsee und Xantener Nordsee, zwei durch einen Kanal verbundene Seen nahe der Ortschaften Wardt und Vynen, im Jahr 1982 das Freizeitzentrum Xanten) eröffnet. Am 28. November 1988 erhielt Xanten, welches im gleichen Jahr von rund 800.000 Touristen besucht wurde, als erste Stadt im Regierungsbezirk DĂŒsseldorf den Titel eines Staatlich anerkannten Erholungsortes.

Mythen und Sagen

Siegfried von Xanten

Der Nibelungensage nach ist Siegfried von Xanten nach Aufgabe der Colonia Ulpia Traiana in den Ruinen der Stadt geboren worden und regierte als König in Xanten das Niederland . Auch Hagen von Tronje wurde ĂŒber den Troja-Mythos mit Xanten in Verbindung gebracht.

Viktor von Xanten

Der christliche LegionĂ€r Viktor von Xanten soll zusammen mit 360 weiteren Angehörigen der ThebĂ€ischen Legion im 4. Jahrhundert im Amphitheater Veteras hingerichtet worden sein. Viktor von Xanten gilt seitdem als MĂ€rtyrer und spĂ€terer Schutzpatron des ĂŒber seiner vermuteten GrabstĂ€tte errichteten St. Viktor-Doms. Ähnlich der Legende Gereons von Köln zĂ€hlt auch zur Legende Viktors die Kaiserin Helena von Konstantinopel , die die Gebeine des heiligen Viktor und seiner LegionĂ€re geborgen und ihnen eine Kapelle errichtet haben soll.

Klein-Troja

BegrĂŒndet durch den Namen der ehemaligen Colonia Ulpia Traiana etablierten sich bis ins Mittelalter auch die Bezeichnungen Troiae Minoris (Klein-Troja) und Troia Francorum (frĂ€nkisches Troja) fĂŒr Xanten. Um 1100 erzĂ€hlte schließlich das Annolied von der GrĂŒndung Xantens durch die im Trojanischen Krieg unterlegenen Trojaner:

 
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Mittelhochdeutsch
Franko gesaz mit den sĂźnin
vili verre nidir bĂź RĂźni.
dĂą worhtin si duo mit vroudin
eini luzzele Troii.
den bach hĂźzin si Sante
nĂą demi wazzere in iri lante;
den RĂźn havitin si vure diz meri.
dannin wuohsin sint Vreinkischiu heri.
Übersetzung (Eberhard Nellmann, Reclamausgabe)
Franko ließ sich mit den Seinigen
ganz in der Ferne am Rhein nieder.
Dort erbauten sie damals mit Freuden
ein kleines Troja.
Den Bach nannten sie Sante
nach dem Fluss ihrer Heimat.
Den Rhein nahmen sie statt des Meeres.
Dort wuchs seitdem das frÀnkische Volk.

Noch als Xanten 1444 an das Herzogtum Kleve fiel, wurden schon im gleichen Jahr MĂŒnzen mit der Aufschrift „Joannes Troianorum Rex“ (Johannes, König der Trojaner) geprĂ€gt.

Kultur

TĂŒrme des Xantener Doms
TĂŒrme des Xantener Doms
Bild:Stadium (2) (archaeological park Xanten, Germany, 2005-04-23).jpg
Das Naturschutzgebiet Bislicher Insel
Das Naturschutzgebiet Bislicher Insel

SehenswĂŒrdigkeiten

Von der römischen Vergangenheit Xantens zeugen heute der ArchĂ€ologische Park Xanten und das „Amphitheater“ in Birten. Erstgenannter ist der teilweise Wiederaufbau der im Jahr 275 zerstörten und als „Tricensimae“ wiedererrichteten Colonia Ulpia Traiana. Weitere Teile des APX sind die außerhalb des eigentlichen Parks gelegenen mit einem Glas-Stahl-Bau, der die gestalterischen Elemente und GrĂ¶ĂŸendimensionen der einstigen Thermen aufnimmt, versehenen Überreste der Großen Thermen sowie das „Regionalmuseum Xanten“. Das letztgenannte Regionalmuseum stellt im Domkapitel gelegen zumeist Funde aus der römischen Geschichte Xantens aus. Das Amphitheater in Birten stellt den einzig rekonstruierten Teil der Castra Vetera dar.

Von der mittelalterlichen BlĂŒtezeit Xantens zeugt vor allem der gotische St. Viktor-Dom mit der Stiftsbibliothek und dem Dommuseum, das reiche KunstschĂ€tze ausstellt. Ab 1263 erbaut gilt St. Viktor als „GrĂ¶ĂŸter Dom zwischen Köln und dem Meer“. Der Dom, das Klever Tor, die KriemhildmĂŒhle, das „Gotische Haus“ sowie das Karthaus und weitere historische GebĂ€ude prĂ€gen das Bild des mittelalterlichen Stadtkerns. Aber auch in den Xantener Ortsteilen gibt es weitere SehenswĂŒrdigkeiten. So wurde nahe der Ortschaft Birten mit der Wasserburg Winnenthal die Ă€lteste erhaltene Wasserburg des Niederrheins errichtet; das Gnadenbild der Maria in der Wallfahrtskirche St. MariĂ€ Himmelfahrt zieht noch heute jĂ€hrlich 15.000 Wallfahrer in den Ortsteil Marienbaum.

Freizeit und Natur

Das ab 1979 errichtete Freizeitzentrum Xanten ist ein Naherholungszentrum bestehend aus der „Xantener Nordsee“ und der „Xantener SĂŒdsee“ mit dem „Nibelungenbad“, den FreizeithĂ€fen in Wardt und Vynen und einer Vielzahl weiterer Angebote. Der 2006 zum 22. mal stattfindende Nibelungen-Triathlon wird im und um das FZX ausgetragen.

Das zu Teilen im Stadtgebiet gelegene Naturschutzgebiet Bislicher Insel ist eine der wenigen Auenlandschaften Deutschlands, welche zu den wichtigsten Winterquartieren arktischer GĂ€nse zĂ€hlt und die einzige Biber-Population des Niederrheins beherbergt. Weiterhin liegen die Naturschutzgebiete FĂŒrstenberg und Gut Grindt und Rheinaue sowie Teile der Naturschutzgebiete Grenzdyck, Reeser Schanz und Uedemer Hochwald im Stadtgebiet

Xanten ist Ausgangspunkt der Radfernwege Römerroute und Via Romana sowie Station der 2-LÀnder-Route und des Rhein-Radwegs .

Opern, Theater und sonstige AuffĂŒhrungen

Auf den FreilichtbĂŒhnen in der rekonstruierten Arena des ArchĂ€ologischen Parks und im Amphitheater der ehemaligen Castra Vetera richtet die „Arena-Theater GmbH“ jĂ€hrlich die Xantener Sommerfestspiele aus. Diese zeichnen sich durch ein jĂ€hrlich wechselndes Programm aus Ballett, Musicals und Opern aus und finden meist von Juni bis August statt. 2006 werden die Sommerfestspiele zum 24. mal ausgerichtet, unter anderem mit den Opern Il Trovatore und La Traviata . Im Rahmen der Sommerfestspiele werden seit 2003 zudem TheaterstĂŒcke wie Jedermann vor der Kulisse des Xantener Doms aufgefĂŒhrt. BegrĂŒndet durch den Erfolg der Sommerfestspiele etablierte sich die Arena des APX auch abseits der Festspiele als Veranstaltungsort insbesondere fĂŒr Konzerte und Musicals.

Im Inneren des St. Viktor-Doms finden monatlich klassische Domkonzerte statt; vor der Kulisse des Klever Tors wird jĂ€hrlich das so genannte „Siegfriedspektakel“ ausgerichtet, in dessen Rahmen die Legende des Siegfried von Xanten aufgefĂŒhrt wird. Die BĂŒhne im Nibelungenbad des Freizeitzentrum Xanten hingegen dient zumeist Comedians als Auftrittsort.

Volksfeste

Im APX wird jĂ€hrlich der „Tag der Begegnung“ begangen. 1998 erstmals stattfindend lockt dieses grĂ¶ĂŸte Volksfest seiner Art in Deutschland inzwischen ĂŒber 20.000 behinderte und nichtbehinderte Menschen auf das GelĂ€nde des APX. Der Tag der Begegnung geht auf eine Initiative des Landschaftsverbands Rheinland zurĂŒck, der damit auf ein Urteil des Oberlandesgerichtes Köln vom 8. Januar des gleichen Jahres reagierte. Dieses hatte in Folge einer Klage wegen LĂ€rmbelĂ€stigung durch eine Wohnsiedlung behinderter Menschen festgestellt „Bei den Lauten, die die geistig schwerbehinderten Heimbewohner von sich geben, ist der „LĂ€stigkeitsfaktor“ besonders hoch“. FĂŒr „mehr Akzeptanz und ein normales Miteinander zwischen Behinderten und Nicht-Behinderten“ wurde daraufhin der Tag der Begegnung ins Leben gerufen, bei dem beispielsweise 2003 auch Die Prinzen auftraten.

Der jĂ€hrlich von Ende November bis zum letzten Adventssonntag vor Heiligabend auf dem „Kleinen Markt“ stattfindende Weihnachtsmarkt profitiert vor allem von der AtmosphĂ€re des mittelalterlichen Stadtbilds. Ebenfalls jĂ€hrlich wird die Xantener Kirmes auf dem „Großen“ und dem „Kleinen Markt“ ausgerichtet. WĂ€hrend des traditionellen „Blutwurstsonntags“ findet jedes zweite Jahr am Tag vor Rosenmontag der Karnevals-Umzug im Xantener Stadtkern statt. Weiterhin werden auf dem GelĂ€nde des FZX jĂ€hrlich das „Oktoberfest“ und Ă€hnliche Feste veranstaltet.

Brauchtum

Zum traditionellen Brauchtum der Stadt Xanten zĂ€hlt insbesondere die alle 25 Jahre stattfindende „Viktortracht“ genannte Prozession, in der der Domschatz feierlich durch die Stadt getragen wird (zuletzt 1991 ). Zudem besteht eine Vielzahl von Komitees, die zahlreiche MartinszĂŒge im Stadtgebiet organisieren. Weiterhin findet jĂ€hrlich das so genannte „Turmblasen“ statt, in dessen Rahmen an Heiligabend auf den TĂŒrmen des St. Viktor-Doms weihnachtliche Blasmusik gespielt wird.

Ein von vielen Xantener BĂŒrgern gepflegter Brauch spiegelt sich in den vielen vorhandenen Pumpennachbarschaften und den damit verbundenen Straßenfesten wieder. Eine ebenfalls durch zahlreiche BĂŒrger betriebene Tradition findet sich in zahlreichen SchĂŒtzenvereinen und den jĂ€hrlichen SchĂŒtzenfesten. Viele der volkstĂŒmlichen Feste im Stadtgebiet werden durch Xantener Tambourcorps begleitet

Demografie

Im Jahr 2002 zÀhlte die Stadt bei 6.276 in Xanten wohnenden Sozialversicherungspflichtigen 699 Arbeitslose und 3.708 in Xanten beschÀftigte Sozialversicherungspflichtige, von denen 104 (2,8%) in der Landwirtschaft, 1.269 (34,2%) im verarbeitenden Gewerbe und 2.335 (62,9%) im Dienstleistungssektor tÀtig waren.

Bevölkerungsstruktur

(Stand: 31. Dezember 2004)

Alter   Einwohner
< 6 1.118
6 - 14 2.411
15 - 17 838
18 - 24 1.486
25 - 44 5.941
45 - 65 5.710
> 65 3.863
 Einwohner gesamt
MĂ€nnlich 10.363
Weiblich 11.004
 davon AuslĂ€nder
MĂ€nnlich 633
Weiblich 512
(5,4% der Einwohner)
 Konfession
katholisch 63,77%
evangelisch 19,98%
sonstige 16,25%

Bevölkerungsentwicklung

Amtliche Einwohnerzahlen am 31. Dezember :

Jahr   Einwohnerzahl
1500Âč ca. 5.000
1800Âč ca. 2.500
1885 3.621
1969Âč ca. 16.000
1987 16.013
1988 16.097
1989 16.497
1990 16.930
Jahr   Einwohnerzahl
1991 17.041
1992 17.504
1993 17.798
1994 18.691
1995 18.902
1996 19.319
1997 19.868
1998 20.199
Jahr   Einwohnerzahl
1999 20.443
2000 20.575
2001 20.841
2002 20.979
2003 21.281
2004 21.367
2005ÂČ 21.465

Âč nichtamtliche Angabe
ÂČ Einwohner am 30. Juni

Politik

Die Stadt hatte 2003 bei 33.852.000 â‚Ź Bruttoeinnahmen und 32.027.000 â‚Ź Bruttoausgaben Schulden in Höhe von 9.579.000 €.

Stadtrat

Zum BĂŒrgermeister der Stadt wurde 1999 mit 53,1% der Stimmen Christian Strunk ( CDU ) gewĂ€hlt und 2004 mit 53,8% der Stimmen in seinem Amt bestĂ€tigt.

Die Sitzverteilung im Stadtrat nach den Ergebnissen der Kommunalwahlen (insgesamt 38 Sitze):

Partei Sitze im Stadtrat
1999
Wahlergebnis
1999
Sitze im Stadtrat
2004
Wahlergebnis
2004
CDU 21 54,2% 19 50,2%
SPD 10 26,0% 9 23,6%
Freie BĂŒrgerinitiative 4 11,9% 5 13,8%
GRÜNE 2 5,6% 3 8,5%
FDP 1 2,3% 2 3,9%

StÀdtepartnerschaften

Es besteht eine StĂ€dtepartnerschaft mit Geel in Belgien seit 1990 sowie eine Partnerschaft mit der Stadt Saintes in Frankreich seit 2002 . Beide Partnerschaften begrĂŒnden sich dabei auf eine gemeinsame oder zumindest Ă€hnliche Geschichte der StĂ€dte. So sind sowohl in Saintes als auch in Xanten spuren römischer Besiedlung zu finden und auch die Ortsnamen nehmen jeder fĂŒr sich in Anspruch ein „Ort der Heiligen“ zu sein. Mit Geel hingegen verbindet Xanten die Legende um den heiligen Gerebernus , dessen Gebeine von „RĂ€ubern aus Xanten“ aus Geel entwendet worden sein sollen und so die Wallfahrt im benachbarten Sonsbeck begrĂŒndeten.

Stadtwappen

Stadtwappen der Stadt Xanten
Stadtwappen der Stadt Xanten

Das Xantener Stadtwappen zeigt auf silbernem Grund mit schwarzem Schildrand, der mit elf goldenen Kugeln belegt ist, zwei schwarze, schrĂ€g gekreuzte SchlĂŒssel mit abgewendeten SchlĂŒsselbĂ€rten und zwischen diesen ein gleichfarbenes kurkölnisches Kreuz . Die SchlĂŒssel, welche in der gekreuzten Form erstmals im Schöffensiegel der Stadt aus dem Jahr 1303 belegbar sind, gehen wie das Kreuz auf das Erzbistum Köln zurĂŒck, welches diese als Attribute des Bistums-Schutzpatrons Petrus fĂŒhrte und zur Zeit der Verleihung der Stadtrechte die Herrschaft ĂŒber Xanten besaß. Der Schildrand ist von unbekannter Herkunft und erschien erstmals in einem Wappen aus dem 16. Jahrhundert , wĂ€hrend die elf Kugeln auf die Darstellung der usrpĂŒnglich drei Kugeln des heiligen Nikolaus von Myra im Schöffensiegel aus dem Jahr 1338 zurĂŒckzufĂŒhren sind.
Das Stadtwappen wurde 1953 genehmigt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Gewerbebetriebe

Die Stadt Xanten verfĂŒgt ĂŒber zwei Gewerbegebiete, den „Gewerbepark Sonsbecker Straße“ mit einer FlĂ€che von 110.623 mÂČ in Xanten sowie das „Gewerbegebiet Birten“ mit einer FlĂ€che von 98.907 mÂČ, welche vornehmlich durch Handelsunternehmen wie Aldi oder Lidl genutzt werden. Aber auch kleinere Betriebe aus den Bereichen Anlagen- und Apparatebau, Maschinen- und Stahlbau sowie Textil- und Bekleidungsgewerbe sind in Xanten ansĂ€ssig. Zu den nennenswerten Unternehmen zĂ€hlen die „Wessel GmbH“ (Kessel- und Apparatebau) und die „Schwartz GmbH“ (Spezialkunststoffe). Im Bereich des Hoch- und Tiefbau waren 2002 17 Unternehmen im Stadtgebiet vertreten.

Tourismus

JÀhrlich besuchen rund 800.000 Touristen die Stadt, zumeist wegen des mittelalterlichen Stadtkerns, des ArchÀologischen Parks oder des Freizeitzentrums. Letztgenannte stellen zugleich die wichtigsten Arbeitgeber im Bereich Tourismus dar.

2003 bestanden neben zahlreichen Gastronomiebetrieben 10 Herbergen mit 358 Betten. Diese verbuchten bei 23.903 GĂ€sten 43.601 Übernachtungen. Rund 7.000 dieser Mehrtagestouristen besuchten die durch die Arena-Theater GmbH jĂ€hrlich ausgerichteten Sommerfestspiele.

Zur Förderung des Tourismus steht derzeit die Einrichtung eines weiteren Freizeithafens als Teil des Freizeitzentrums an der Xantener SĂŒdsee zur Diskussion. Ebenfalls geplant ist die Erweiterung des ArchĂ€ologischen Parks, der daraufhin das gesamte Areal der ehemaligen Colonia Ulpia Traiana umfassen soll. Derzeit durchquert die Bundesstraße 57 das GelĂ€nde und trennt dabei unter anderem die Überreste der Großen Thermen vom Rest des Parks.

Xanten gehört zum Fördergebiet des Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramms (RWP), durch das bestimmte gewerbliche Neuansiedlungen, Betriebserweiterungen und sonstige Investitionen in die touristische Wirtschaft gefördert werden. Insbesondere bei Investitionen im Bereich des Gastgewerbes sind finanzielle ZuschĂŒsse durch das RWP möglich.

Bildungseinrichtungen

In Xanten existieren 13 KindergĂ€rten , die „Gemeinschafts grundschule Viktor“ in Xanten sowie vier katholische Grundschulen in den Ortschaften Birten, LĂŒttingen („Hagelkreuzschule“), Marienbaum („Marienschule“) und Vynen („Martinschule“).

WeiterfĂŒhrende Schulen sind die „Gemeinschafts hauptschule Xanten“, die „ Walter Bader - Realschule “, die private MĂ€dchen-Realschule „Marienschule“ sowie das „StĂ€dtische Stifts gymnasium Xanten“.

Zudem bestehen im „Engelbert-Humperdinck-Förderzentrum fĂŒr Lernbehinderte und Erziehungshilfe“ eine Sonderschule und im „Placidahaus Xanten“ ein Berufskolleg der katholischen Propstgemeinde. Außerdem besteht eine Volkshochschule in Gemeinschaft mit den Nachbargemeinden Alpen, Rheinberg und Sonsbeck.

Die „StadtbĂŒcherei Xanten“ ist mittwochs bis samstags geöffnet.

Medizinische Einrichtungen, Seniorenheime

Die medizinische Versorgung wird durch das „Sankt Josef-Hospital“ mit 159 Betten gewĂ€hrleistet. Zudem unterhalten 5 Ärzte fĂŒr Allgemeinmedizin , 11 FachĂ€rzte und 7 ZahnĂ€rzte in Xanten ihre Praxen. Es existieren 5 Apotheken .

In Xanten werden drei Seniorenheime betrieben. Diese sind das „Evangelische Altenzentrum“ am Stadtpark, das katholische „Elisabeth-Haus“ in der NĂ€he des FĂŒrstenbergs und die „Seniorenresidenz Burg Winnenthal “ bei Birten.

Medien

Die Tageszeitungen Neue Rhein Zeitung und Rheinische Post sowie die zwei mal wöchentlich erscheinenden „Niederrhein-Nachrichten“ unterhalten Lokalredaktionen in Xanten. Weiterhin erscheint wöchentlich die Lokalzeitung „Der Xantener“. Die Verlage „Organischer Landbau Verlagsgesellschaft mbH“ und „Verlag Focus Rostfrei GmbH“ haben ihren Sitz in Xanten.

Verkehr

Eine eigene Autobahnanbindung existiert nicht, jedoch ist Xanten ĂŒber die Anschlussstellen 5 (Sonsbeck) und 6 (Alpen) der Bundesautobahn 57 ( E 31 ) angebunden. Die Bundesstraße 57 durchquert das Stadtgebiet in Nord-SĂŒd-Richtung.
Xanten verfĂŒgt ĂŒber einen Bahnhof in der NĂ€he des Stadtzentrums an der linksrheinischen tlw. eingleisigen Niederrheinstrecke ( DB-Kursbuchstrecke 498 ) von Xanten ĂŒber Moers nach Duisburg, auf der tĂ€glich alle 60 Minuten die Regionalbahn "Der Niederrheiner" (RB 31) nach Duisburg verkehrt. DurchgefĂŒhrt wird der Schienenpersonennahverkehr von der DB Regio NRW , die Dieseltriebwagen „Talent“ (DB-Baureihe 643) einsetzt.
  Der von Xanten weiter nach Kleve fĂŒhrende Abschnitt der Eisenbahnstrecke ist seit 1990 außer Betrieb und die frĂŒher nach Goch bzw. Wesel fĂŒhrende Strecke der Boxteler Bahn stillgelegt.
Mit der Kreisstadt Wesel besteht eine Schnellbus -Verbindung (SB 6). FĂŒr den gesamten ÖPNV gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Niederrhein und tarifraumĂŒberschreitend der NRW-Tarif .
Neben dem bei Rheinkilometer 823 betriebenen Anleger, den auch die Fahrgastschiffe „Stadt Rees“, „Rheinkönigin“ und „River Lady“ nutzen, verbindet die PersonenfĂ€hre „Keer Tröch II“ von Ostersonntag bis zum 31. Oktober jedes Jahres mittwochs, freitags, samstags und an Sonn- und Feiertagen die Stadt Xanten mit dem Weseler Stadtteil Bislich. Diese FĂ€hrverbindung wurde bereits im 12. Jahrhundert als regelmĂ€ĂŸige Verbindung erwĂ€hnt.

Persönlichkeiten

  • Im Nibelungenlied wird Xanten als Geburtsort und Sitz Siegfrieds erwĂ€hnt, ze Santen an dem RhĂźne. Der Namensdeutung nach wird auch fĂŒr Hagen von Tronje Xanten als Herkunft angenommen.
  • Der Heilige Viktor von Xanten war ein MĂ€rtyrer und Angehöriger der ThebĂ€ischen Legion
  • Der Heilige Norbert von Xanten war Erzbischof von Magdeburg und GrĂŒnder des PrĂ€monstratenserordens
  • Der Theologe Werner Techenmacher verstarb 1638 in Xanten
  • Der Kulturphilosoph Cornelis de Pauw starb 1799 als Xantener Kanoniker
  • Der Schlachtenmaler Georg Bleibtreu wurde 1828 in Xanten geboren
  • Der Historiker Johannes Janssen wurde 1829 in Xanten geboren
  • Der Politiker Heinrich Hegmann wurde 1885 im Xantener Ortsteil Wardt geboren
  • Der Ehrendomkapitular Johannes Schmithausen wurde 1919 in Xanten geboren
  • Der KeramikkĂŒnstler Josef Hehl starb 1953 in Xanten
  • Der Regisseur Harald Braun starb 1960 in Xanten
  • Der ArchĂ€ologe Walter Bader starb 1986 in Xanten
  • Xanten ist Willi FĂ€hrmanns Wahlheimat und oftmaliges Motiv fĂŒr seine JugendbĂŒcher

WeiterfĂŒhrendes

Commons: Xanten – Bilder, Videos oder Audiodateien
Wiktionary: Xanten – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

Literatur

  • Hermann Hinz: Xanten zur Römerzeit, 4. Auflage. Verlag Gesthuysen, Xanten 1971 [1960]
  • Stadt Xanten (Hrsg.): Studien zur Geschichte der Stadt Xanten 1228-1978, 2. Auflage. Rheinland-Verlag, Köln 1983 [1978], ISBN 3792707497
  • Ingo Runde: Xanten im frĂŒhen und hohen Mittelalter. Sagentradition - Stiftsgeschichte - Stadtwerdung. Verlag Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2003, ISBN 3412154024
  • Ralph Trost: Eine gĂ€nzlich zerstörte Stadt - Nationalsozialismus, Krieg und Kriegsende in Xanten. Waxmann Verlag, 2004, ISBN 383091413X
  • Verein zur Erhaltung des Xantener Domes e.V. (Hrsg.): Xantener VortrĂ€ge zur Geschichte des Niederrheins, Band 1: 1990-1992, Mönchengladbach 1993. Dieter Geuenich (Hrsg.): Xantener VortrĂ€ge zur Geschichte des Niederrheins Band 2ff.. Duisburg 1994ff. ( Die BeitrĂ€ge der Reihe werden als Einzelhefte und in SammelbĂ€nden publiziert )

Weblinks

   
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