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Letzte Änderung für Artikel Schloss Moyland: 18.02.2006 13:50

Schloss Moyland

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Schloss Moyland, SĂŒd-Ost-Seite der Kernburg (2004)
Schloss Moyland, SĂŒd-Ost-Seite der Kernburg (2004)

Schloss Moyland ist ein Wasserschloss bei Bedburg-Hau im Kreis Kleve, das zu den wichtigsten neugotischen Bauten in Nordrhein-Westfalen zĂ€hlt. Seine Name leitet sich von dem niederlĂ€ndischen Wort Moiland ab, das „Schönes Land“ bedeutet. GeprĂ€gt wurde der Name vermutlich von hollĂ€ndischen Arbeitern, die der damalige Besitzer Jakob van den Eger an den Niederrhein kommen ließ, um die Feuchtgebiete um seinen Besitz herum trocken legen zu lassen.

Heutzutage beherbergt Schloss Moyland als Museum die umfangreiche Sammlung moderner Kunst der GebrĂŒder van der Grinten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte der Bewohner und Besitzer

1307 wird erstmals ein mit GrĂ€ben und WĂ€llen befestigter Hof namens Moyland urkundlich erwĂ€hnt. In jenem Jahr nahm der Geistliche und spĂ€tere Archidiakon von LĂŒttich, Jakob van den Eger, die Anlage von Graf Otto von Kleve in Erbpacht . Der Lehrer der grĂ€flichen Kinder nannte sich in der Folgezeit daraufhin mehrmals auch von Moyland.

15 Jahre spĂ€ter wechselte der Hof durch Verkauf in den Besitz von Roland von Hagedorn, dem gegenĂŒber Dietrich VIII. von Kleve das Lehen 1339 erneuerte. In der entsprechenden Urkunde ist erstmals von einer Burg Moyland die Rede Litauen Litauen .

Bis in die zweite HÀlfte des 17. Jahrhunderts folgten durch Erbschaften hÀufige Besitzerwechsel, die erst 1662 ein Ende nahmen, als der brandenburgische Generalfeldmarschall Alexander Freiherr von Spaen die mittelalterliche Anlage kaufte.

Sein Nachfahr Wilhelm von Spaen verĂ€ußerte diese (mittlerweile zu einem Schloss umgebaut) 1695 an den damaligen brandenburgischen KurfĂŒrsten und spĂ€teren preußischen König Friedrich I. Dieser nutzte Moyland vornehmlich als Jagdschloss, aber auch als „Liebesnest“. Seine AffĂ€re mit der 17jĂ€hrigen Emmericher BĂŒrgerstochter Katharina Ryckers machte am preußischen Hof von sich Reden.

WĂ€hrend einer seiner zahlreichen Aufenthalte im Schloss traf der Preußenkönig Friedrich II. dort 1740 mit dem Philosophen Voltaire zusammen und entwickelte mit ihm gemeinsam die Idee der „Wahrheitsmanufaktur“, einer Philosophenakademie, die auf Schloss Moyland eingerichtet werden sollte. Auf der RĂŒckfahrt soll Friedrich II. dann im Kamper Terrassengarten den Plan fĂŒr Schloss Sanssouci entworfen und aufgezeichnet haben.

1766 kam die Anlage in den Besitz der niederlĂ€ndischen Familie von Steengracht. Adrian von Steengracht hatte das Schloss als naturale EntschĂ€digung fĂŒr Kredite im SiebenjĂ€hrigen Krieg vom preußischen Königshaus erhalten.

Moyland verblieb im Besitz der Steengrachts, ehe sie es der am 11. Juli 1990 gegrĂŒndete Stiftung Museum Schloss Moyland schenkten, deren Ziele der Wiederaufbau der Anlage und ihre Nutzung als Museum waren. Zuvor hatten die Besitzer lange Zeit nach geeigneten Finanzierungsmöglichkeiten fĂŒr einen Wiederaufbau gesucht. Der entscheidende Anstoß zur GrĂŒndung der Stiftung kam 1987 schlussendlich von den BrĂŒdern Franz Joseph van der Grinten und Hans van der Grinten, die einen Standort fĂŒr ihre private Sammlung moderner Kunst suchten. Am 24. Mai 1997 konnte das bis dahin vollstĂ€ndig renovierte GebĂ€ude samt Gartenanlagen wiedereröffnet werden.

Baugeschichte

Schloss Moyland, Ansicht von SĂŒden (MĂ€rz 2005)
Schloss Moyland, Ansicht von SĂŒden (MĂ€rz 2005)

Den einstigen, befestigten Hof ließ Roland von Hagedorn 1345-55 zu einem klassischen gotischen Kastell mit quadratischem Grundriss umgestalten. Neben drei runden SchalenecktĂŒrmen besaß es an der Nordecke einen mĂ€chtigeren, vierten Rundturm, der als Bergfried diente. Vom Innenhof aus ĂŒber einen Hocheingang im dritten Geschoss zugĂ€nglich, bot dieser in seinem Inneren allerlei Komfort; so zum Beispiel einen Brunnen, Abort- und Lichtnischen sowie einen Kamin. Die westliche Seite der Anlage bildete zu jener Zeit ein Palas , die ĂŒbrigen Fronten bestanden aus Mauern mit Wehrgang . SĂŒdlich der Hauptburg befand sich eine Vorburg , ĂŒber die man das Burgtor der Kernburg erreichten konnte.

Im 15. Jahrhundert wurden im Burghof der Kernburg neue GebĂ€udeflĂŒgel erbaut und eine Kapelle im Ostturm eingerichtet.

Alexander Freiherr von Spaen ließ die mittelalterliche Wehranlage ab 1662 nach Vorbildern von GebĂ€uden aus der Residenzstadt Kleve von Pieter Post zu einem barocken Schloss umbauen und erweitern. Da er nur ein Jahr zuvor die Umbauarbeiten an seinem Schloss Ringenberg hatte abschließen können, zeigen die beiden Anlagen noch heute architektonische Parallelen. Die KellerrĂ€ume erhielten neue Einwölbungen, und die Geschosshöhen wurden verĂ€ndert. Einhergehend wurden die Fensterachsen der Kernburg symmetrisch angeordnet und die Zufahrt derart verlegt, dass sie fortan axial auf das Haupthaus zufĂŒhrte.

Schloss Moyland, Bergfried (MĂ€rz 2005)
Schloss Moyland, Bergfried (MĂ€rz 2005)

Unter Nikolaus Johann von Steengracht erfolgte in den Jahren 1854 bis 1862 eine Umgestaltung des SchlossĂ€ußeren im Stil der Neugotik. Die barocke Innenausstattung blieb wĂ€hrend der Arbeiten unter dem Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner weitgehend unangetastet. So wurde die Kernburg mit roten Ziegeln ummauert und die drei EcktĂŒrme mit Zinnen und Spitzbogenfenster ausgestattet. Dem Bergfried wurde ein historisierender spitzer Helm aufgesetzt. Der Torbau erfuhr ebenfalls eine Neugestaltung und wurde ĂŒber eine neu errichtete SteinbrĂŒcke erreichbar gemacht. Im Zuge dieser Arbeiten wurde auch die Vorburg auf den Grundmauern ihrer VorgĂ€ngerbauten neu errichtet. Außerdem ließ der Bauherr in jener Zeit die Parkanlagen im gemischten Styl neu anlegen. In ihnen finden sich Partien im Stile eines englischen Landschaftsgartens sowie barocktypische Strukturen des so genannten "Architektonischen Gartens".

Bei den letzten KÀmpfen des Zweiten Weltkrieges wurde das Schloss bis zum Einmarsch der Alliierten am 25. Februar 1945 schwer beschÀdigt. Fast die gesamte kostbare Innenausstattung ging durch Raub und Vandalismus kanadischer Soldaten verloren. Eine provisorische Reparatur 1954 wurde dann von einem Brand des westlichen Dachstuhls im Jahr 1956 wieder zunichte gemacht, so dass die GebÀude trotz Notdach allmÀhlich verfielen.

1987 begann man mit Entschuttungs- und Sicherungsarbeiten zur Wiederherstellung der Anlage. 1990-1997 zeichnete dann die neu gegrĂŒndete Stiftung Museum Schloss Moyland fĂŒr eine Restaurierung und den Ausbau des Schlosses verantwortlich, wobei die historische Bausubstanz des Inneren einer modernen Neugestaltung der RĂ€ume fĂŒr den musealen Zweck weichen musste.

Das Museum

Das SchlossgebĂ€ude beherbergt heute die ehemalige Kunstsammlung der BrĂŒder Hans und Franz van der Grinten, die sie in ĂŒber 50 Jahren zusammengetragen haben. Die ĂŒber 60.000 Exponate aus dem 19. und 20. Jahrhundert umfassende Sammlung enthĂ€lt unter anderem StĂŒcke von Erwin Heerich , Willem de Ouden , Rudolf Schoofs und Hermann Teuber . Einen wesentliche Schwerpunkt der Sammlung bildet der nahezu 5000 Arbeiten umfassende, weltweit grĂ¶ĂŸte Bestand an Werken Joseph Beuys', der einst mit den Stiftern eng befreundet war.

Im eigens gefĂŒhrten Joseph Beuys Archiv, das mit dem Forschungsinstitut der Kunstakademie DĂŒsseldorf zusammenarbeitet, werden darĂŒber hinaus um die 100.000 Archivalien zu Leben, Werk und Wirken des KĂŒnstlers aufbewahrt.

Einen Überblick ĂŒber die ĂŒbrigen SammlungsbestĂ€nde bietet die 50.000 BĂ€nde umfassende Kunstbibliothek der Stiftung.


Siehe auch Liste historischer Orte in Nordrhein-Westfalen und Liste der Ausflugsziele und SehenswĂŒrdigkeiten am Niederrhein

Literatur

  • Fischer, Ferdinand G. B.: Ausflugsziele am Niederrhein. Schöne Burgen, Schlösser und Motten. Verlag Peter Pomp, Bottrop 2000, S. 12-15. ISBN 3893551522
  • Spor, Gregor: Wie schön, hier zu vertrĂ€umen. Schlösser am Niederrhein. Pomp Verlag, Bottrop, Essen 2001, S. 8-9, ISBN 3-89355-228-6
  • Wemmers, Andre; Wroblewski, Jens: Theiss-BurgenfĂŒhrer Niederrhein. Konrad Theiss Verlag GmbH, Stuttgart 2001, S. 110-111. ISBN 3806216126

Weblinks

Commons: Schloss Moyland – Bilder, Videos oder Audiodateien


Koordinaten: 51° 45â€Č 17" N, 6° 14â€Č 17" O

Informationen aus der Umgebung

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Wikipedia

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