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Letzte Änderung für Artikel Kreis Wesel: 19.02.2006 01:17

Kreis Wesel

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Kreiswappen Lage des Kreises
Kreiswappen des Kreises Wesel Lage des Kreises Wesel in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk : DĂĽsseldorf
Regionalverband : Ruhr
Landschaftsverband: Rheinland
Verwaltungssitz : Wesel
Fläche : 1.042,4 km²
Einwohner : 476.734 (31. Mai 2005)
Bevölkerungsdichte : 457 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen : WES
KreisschlĂĽssel : 05 1 70
Kreisgliederung: 13 Gemeinden
Hausanschrift der Kreisverwaltung: Reeser LandstraĂźe 31
46483 Wesel
Postanschrift der Kreisverwaltung: Postfach 10 11 60
46471 Wesel
Website : www.kreis-wesel.de
E-Mail-Adresse : post@kreis-wesel.de
Politik
Landrat Dr. Ansgar MĂĽller ( SPD )
Lage des Kreises Wesel in Nordrhein-Westfalen

Der Kreis Wesel liegt am unteren Niederrhein im Nordwesten des Ruhrgebiets in Nordrhein-Westfalen. Er gehört zum Regierungsbezirk Düsseldorf und ist Mitglied im Landschaftsverband Rheinland und im Regionalverband Ruhr. Sitz des Kreises ist die Stadt Wesel.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Räumliche Lage

Der Kreis Wesel ist ein Randkreis des Ruhrgebiets und gleichzeitig Bindeglied zwischen der Metropolregion Rhein-Ruhr und den Niederlanden . 45 Prozent des Kreisgebiets (die Städte Dinslaken, Kamp-Lintfort, Moers, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg, Voerde und Wesel) gehören zur Ballungsrandzone, in welcher somit rund 80 Prozent der Einwohner des Kreises leben. In besonderem Maße wird die Entwicklung des Kreises jedoch durch seine Lage beiderseits des Rheins bestimmt. Die koordinierte Nutzung der Rheinschiene war das wesentliche Argument für die Bildung rheinüberschreitender Kreise 1975 . Der Kreis Wesel hat mit 44 km links- und 30 km rechtsrheinischem Ufer den größten Anteil am Rhein in Nordrhein-Westfalen. Lippe und Wesel-Datteln-Kanal (Länge im Kreisgebiet 23 km) münden in Wesel in den Rhein.

Nachbarkreise bzw. -städte

Der Kreis Wesel grenzt im Norden an den Kreis Borken, im Osten an den Kreis Recklinghausen und die kreisfreie Stadt Bottrop, im Südosten an die kreisfreie Stadt Oberhausen, im Süden an die kreisfreien Städte Duisburg und Krefeld sowie den Kreis Viersen und im Westen an den Kreis Kleve.

Kreisgliederung

Der Kreis Wesel gliedert sich in 13 kreisangehörige Gemeinden, von denen fünf Mittlere kreisangehörige Städte und drei Große kreisangehörige Städte sind.

Kreisangehörige Gemeinden
12.835 Einwohner
13.812 Einwohner
13.733 Einwohner
8.640 Einwohner
21.465 Einwohner
Mittlere kreisangehörige Städte
27.510 Einwohner
39.670 Einwohner
29.665 Einwohner
32.093 Einwohner
38.610 Einwohner
Große kreisangehörige Städte
70.314 Einwohner
107.682 Einwohner
61.774 Einwohner
Der Kreis Wesel und seine Gemeinden
(Stand: 30. Juni 2005)

Landschaft und Natur

Während des Tertiär wurde das Kreisgebiet bis in die Kölner Bucht hinein vom Meer überspült, so dass sich bis zu 300 m mächtige Ton- und Sand- Sedimente ablagerten, die im östlichen Kreisgebiet zum Teil noch heute abgebaut werden. Einige der nicht wiederbefüllten Tongruben haben sich zu wertvollen Lebensräumen entwickelt, wie beispielsweise das heutige Naturschutzgebiet „Lichtenhagen“ bei Schermbeck.

Im Verlauf des Quartär (Geologie) bildeten sich im weit verzweigte Flusssystem des Rheins Kies- und Sandablagerungen, die heute noch als Terrassen erkennbar sind. Während der ersten Kaltzeit entstand eine erste Hauptterrasse, die bis an die östliche Kreisgrenze heranreichte und sich im Westen bis zur Maas erstreckte. Die folgenden Kaltzeiten formten die überwiegend aus Kies und Sand entstandene Niederterrasse , die heute weite Teile des niederrheinischen Tieflands einnimmt und insbesondere zur Kiesförderung genutzt wird. Weiterhin entstanden Endmoränen wie die „Sonsbecker Schweiz“ bei Sonsbeck, die „Hees“ bei Xanten und die Binnendünen im „Diersfordter Wald“ bei Wesel.

Die als Kendel und Leyen bezeichneten einstigen Rheinverläufe und Bäche sind ebenso wie die als Donken bezeichneten Erhebungen typische Landschaftsbilder im Kreisgebiet. Während des 18. Jahrhunderts wurde der Rhein nach und nach begradigt und im gesamten Kreisgebiet Deiche angelegt, wodurch weite Teile der zuvor zwischen 4 und 6 km breiten Rheinaue vom Rhein und dessen Überflutungen abgeschnitten wurden und vertrockneten. Auch einige der damaligen Rheinschlingen wurden hierdurch vom Flusslauf getrennt und sind teils bis heute erhalten geblieben, ebenso wie wenige als „Meere“ bezeichnete Altwässer des Rheins, die wie das „Bislicher Meer“ überwiegend als Naturschutzgebiete ausgewiesen sind. Eine der nur zwei noch weitgehend intakten Auenlandschaften im Kreisgebiet bildet das Naturschutzgebiet Bislicher Insel mit dem Xantener Altrhein , die zweite Auenlandschaft findet sich im Naturschutzgebiet „Lippeaue“ bei Schermbeck. Der Grossteil der einstigen Rheinauen wird heute durch Deichvorland eingenommen, die überwiegend als Grünflächen landwirtschaftlich genutzt werden.

Im Kreisgebiet existieren 73 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 131 km². Die verbliebenen Auen und die Deichvorlande dienen heute als bedeutendes Überwinterungsgebiet für über 60.000 arktische Wildgänse und -enten. Rund 40 in der Roten Liste geführte Vogelarten nisten in diesen Gebieten. Aufgrund dieser großen Bedeutung als Lebensraum sind weite Teile der einstigen Rheinaue in den Kreisen Wesel und Kleve sowie der Stadt Duisburg als Feuchtgebiet „Unterer Niederrhein“ und als gleichnamiges Vogelschutzgebiet geschützt, um insbesondere die lndwirtschaftliche Nutzung und die Förderung von Kies, Sand, und Salzen in diesen Gebieten zu reduzieren. Auch in anderen Teilen des Kreisgebietes waren früher ausgedehnte Feucht- und Wiesengebiete vorhanden, von denen aufgrund intensiver landwirtschaftlicher Nutzung nur noch wenige, wie beispielsweise das Naturschutzgebiet „Dingdener Heide“, erhalten blieben. Weitere Naturschutzgebiete wurden in den im Kreisgebiet äusserst selten gewordenen Heidelandschaften eingerichtet, wie die „Loosenberge“ bei Schermbeck und die „Kaninchenberge“ bei Hünxe. Weiterhin steht eine Vielzahl an Heide mooren unter Naturschutz, so zum Beispiel die Gebiete Schwarzes Wasser, „Schnepfenberg“, „Großes Veen“ und die „Aaper Vennekes“. Um den Schutz von Natur und Landschaft weiterhin sicherzustellen wurden Landschaftspläne für die Bereiche Hünxe/Schermbeck, Hamminkeln und Sonsbeck/Xanten festgesetzt.

Geschichte

Der Kreis Wesel ist zum 1. Januar 1975 im Zuge des 2. Neugliederungsprogramms entstanden - wie fast alle Kreise in Nordrhein-Westfalen. Mit dem Niederrhein-Gesetz vom 9. Juli 1974 wurden wesentliche Teile der ehemaligen Kreise Dinslaken, Moers und Rees mit Teilgebieten der Kreise Borken und Recklinghausen zu einem neuen niederrheinischen GroĂźkreis zusammengefĂĽgt.

Vorher war bereits zum 1. Juli 1969 in der 1. Phase der Neugliederung die Gebietsreform auf der Gemeindeebene teilweise vorweggenommen worden.

Für die Gebietsreform der Kreise wurde eine Reihe von Grundsätzen entwickelt, die auf eine Vergrößerung der bestehenden Einheiten abzielte. Als Mindestgröße galten 150.000, in Verdichtungsgebieten sogar 200.000 Einwohner. Ansonsten waren die Grundsätze des Landesentwicklungsplans zu berücksichtigen, wonach die Kreise wirtschaftsräumliche Einheiten darstellen und in ihren Grenzen eine ausgewogene Vielfalt Unterzentren und Mittelzentren haben sollten. Entwicklungsachsen durften nicht Grenzen sein, sondern wegen der Interdependenz der beiderseitigen Nutzung quergeschnitten werden.

Auf diesen Grundsätzen basierend ist 1975 der neue Kreis Wesel mit einer Gesamtfläche von 1.042 km² und einer Einwohnerzahl von 412.000 gebildet worden. Nach der Einwohnerzahl war er damit der fünftgrößte der 31 Kreise Nordrhein-Westfalens. Der Fläche nach liegt der Kreis Wesel mit 1042,4 km² oberhalb der nordrhein-westfälischen Durchschnittsgröße von 973 km².

Die Stadt Wesel wurde Sitz des neuen Kreises, obgleich Moers die Stadt mit der größten Einwohnerzahl im Kreis war; denn Wesel weist eine zentralere Lage auf und ist für die Einwohner der mit weniger Kompetenzen ausgestatteten Unterzentren leichter zu erreichen.

Politik

Landrat

Landrat des Kreises Wesel ist Dr. Ansgar MĂĽller ( SPD ).

Kreistag

Die 66 Sitze im Kreistag verteilen sich nach dem Ergebnis der Kommunalwahl 2004 folgendermaĂźen auf die einzelnen Parteien:

Partei
Sitze
Christlich Demokratische Union
27
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
25
BĂĽndnis 90/Die GrĂĽnen
7
Freie Demokratische Partei
5
Vereinigte Wähler-Gemeinschaften (VWG)
2

Kreiswappen

Kreiswappen des Kreises Wesel
Kreiswappen des Kreises Wesel

Das Wappen des Kreises Wesel zeigt eine in Silber (Weiß) dargestellte niederrheinische Kopfweide in grünem Feld. Die drei Wurzelansätze verweisen auf die drei Altkreise während die dreizehn Zweige symbolisch die Verbundenheit mit den kreisangehörigen Gemeinden darstellen. Gleichzeitig soll das Wappen auf die vielen naturbelassenen Gebiete hindeuten und der Wille zum Ausdruck gebracht werden, dieses Landschaftsbild zu erhalten. Die Kopfweide prägt in weiten Teilen das Bild der Kulturlandschaft Niederrhein. Das Wappen wurde am 14. Juli 1978 genehmigt.

Kreispartnerschaft

Partnerkreis des Kreises Wesel ist die Grafschaft Durham im Nordosten Englands . Das Patenschaftsverhältnis wurde ursprünglich mit dem Altkreis Moers geschlossen.

Ă„nderung des Kreisnamens

In einer Umfrage bis zum Ende des Jahres 2005 wurde erfragt, ob die Bevölkerung eine Umbenennung des Kreises in „Niederrhein-Kreis Wesel“ befürworten würde. Insgesamt haben sich daran 2.884 Personen beteiligt, 1.579 stimmten für die Beibehaltung des Namens „Kreis Wesel“, 1.305 votierten für die Umbenennung in „Niederrhein-Kreis Wesel“. Am 30. März 2006 wird der Kreistag darüber entscheiden, ob es zu der Namensänderung kommen wird.

Demografie

Bevölkerungsentwicklung

Amtliche Einwohnerzahlen am 31. Dezember:

Jahr   Einwohnerzahl
1995 465.454
1996 467.948
1997 469.980
1998 471.838
1999 473.367
2000 474.390
Jahr   Einwohnerzahl
2001 476.240
2002 477.906
2003 477.481
2004 477.164
2005Âą 476.734

Âą Einwohner am 31. Mai

Bevölkerungsstruktur

(Stand: 31. Dezember 2003)

Alter   Einwohner
< 7 5,33%
7 - 15 11,55%
16 - 24 9,81%
25 - 45 28,43%
46 - 65 26,79%
> 65 18,09%
 Ausländeranteil
Männlich 3,66%
Weiblich 3,31%
 Konfessionen
katholisch 39,64%
evangelisch 34,70%
sonstige 25,66%

Verkehr

Schienen- und Busverkehr

Der Kreis Wesel wird von drei Eisenbahnstrecken erschlossen:

  • der Hollandstrecke ( DB-Kursbuchstrecke 420 ), auf der im Schienenpersonennahverkehr neben dem Schienenpersonenfernverkehr und dem GĂĽterverkehr
täglich alle 60 Minuten im NRW-Takt
der Rhein-Express (RE 5) von Emmerich über Empel-Rees, Wesel, Dinslaken, Oberhausen, Duisburg, Düsseldorf, Köln und Bonn nach Koblenz und
die Regionalbahn „Der Weseler“ (RB 35) von Emmerich über Empel-Rees, Wesel, Dinslaken und Oberhausen nach Duisburg, in der Hauptverkehrszeit nach Düsseldorf sowie
montags bis freitags alle 60 Minuten im NRW-Takt
die Rhein-Niers-Bahn (RB 33) von Wesel über Dinslaken und Duisburg nach Mönchengladbach
verkehren,
  • der Zweigstrecke Wesel-Bocholt ( DB-Kursbuchstrecke 421 ), die im NRW-Takt täglich alle 60 Minuten auĂźer samstagsnachmittags und sonntagsvormittags zweistĂĽndlich von der Regionalbahn „Der Bocholter“ (RB 32) bedient wird
  • der Niederrheinstrecke ( DB-Kursbuchstrecke 498 ) von Duisburg nach Xanten, deren WeiterfĂĽhrung bis Kleve seit 1990 auĂźer Betrieb ist. Hier verkehrt täglich alle 60 Minuten im NRW-Takt die Regionalbahn „Der Niederrheiner“ (RB 31) von Duisburg ĂĽber Moers nach Xanten und zusätzlich montags bis freitags halbstĂĽndlich von Duisburg bis Moers.

DurchgefĂĽhrt wird der Schienenpersonennahverkehr auf allen Strecken von der DB Regio NRW GmbH.

Im StraĂźenpersonennahverkehr erschlieĂźen folgende sechs Schnellbus -Linien das Kreisgebiet:

der SB 3 von Wesel ĂĽber HĂĽnxe nach Dinslaken,
der SB 6 von Wesel nach Xanten,
der SB 10 von Neukirchen-Vluyn nach Duisburg,
der SB 21 von Wesel ĂĽber HĂĽnxe und Schermbeck nach Dorsten,
der SB 28 von Schermbeck ĂĽber Dorsten nach Gelsenkirchen und
der SB 30 von Geldern ĂĽber Kamp-Lintfort und Moers nach Duisburg.

Die zwischen Dinslaken und Duisburg verkehrende Straßenbahn -Linie 903 und weitere Bus -Linien ergänzen das örtliche und überörtliche Angebot.

FĂĽr den gesamten Ă–ffentlichen Personennahverkehr gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Niederrhein und tarifraumĂĽberschreitend der NRW-Tarif .

StraĂźen

Der Kreis Wesel wird von je sechs Bundesautobahnen und BundesstraĂźen erschlossen:

RheinĂĽberschreitend existieren im Kreis Wesel

  • eine BrĂĽcke in Wesel im Zuge der B 58 bei Rheinstrom-km 814 und
  • zwei Fährverbindungen : eine Autofähre von Duisburg-Walsum nach Rheinberg-Orsoy bei Rheinstrom-km 793 und eine Personenfähre, die „Keer Tröch II“, von Wesel-Bislich nach Xanten bei Rheinstrom-km 823.

Eine Gierseilfähre , der „Quertreiber“, dient der Überquerung der Lippe in der Nähe der RWE-Umspannanlage Niederrhein in Wesel.

Wasserstraßen und Häfen

Der Rheinstrom und der Wesel-Datteln-Kanal bilden die Grundlage für vier im Kreisgebiet betriebene Häfen:

  • den Hafen Orsoy (km 794) in Rheinberg-Orsoy
  • den Hafen Emmelsum (Rheinstrom-km 813 und Kanal-km 0) in Voerde
  • den Rhein-Lippe-Hafen (Rheinstrom-km 813 und Kanal-km 0) und
  • den Städtischen Rheinhafen (km 815) in Wesel.

Literatur

  • Raumordnung am Niederrhein, Kreisreformen seit 1816, Meinhard Pohl (Hrsg.), Selbstverlag des Kreisarchivs Wesel, 1985
  • Der Kreis Wesel, Hans Schleuning, Gabriele SĂĽsskind, Walter Szuka, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, 1983 ( ISBN 3 8062 0288 5)

Weblinks

Wikipedia

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