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Letzte Änderung für Artikel Konrad Adenauer: 19.02.2006 12:39

Konrad Adenauer

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Konrad Hermann Josef Adenauer (* 5. Januar 1876 in Köln; † 19. April 1967 in Rhöndorf (Teil von Bad Honnef)) war ein deutscher Politiker ( Zentrum und CDU ).

Von 1949 bis 1963 war er der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland . Von 1951 bis 1955 war er außerdem Bundesminister des Auswärtigen und von 1950 bis 1966 der erste Bundesvorsitzende der CDU .

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Kindheit

R√ľckseite einer 2-DM-M√ľnze
R√ľckseite einer 2-DM-M√ľnze

Konrad war das dritte von f√ľnf Kindern des Sekret√§rs am Appellationsgericht (heute Oberlandesgericht) K√∂ln und sp√§teren Kanzleirats Johann Konrad Adenauer (1833-1906) und seiner Ehefrau Helene geborene Scharfenberg (1849-1919). Seine vier Geschwister waren August (1872-1952), Johannes (1873-1937), Lilli (1879-1950) und Elisabeth (kurz nach der Geburt gestorben).

Studium und Karriere

Er legte am 5. M√§rz 1894 das Abitur am Apostelgymnasium in K√∂ln ab. Von 1894 bis 1897 studierte er an den Universit√§ten von Freiburg im Breisgau, M√ľnchen und Bonn Rechts- und Staatswissenschaft. Dort trat er jeweils in die katholischen Studentenvereine KStV Brisgovia im Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine (KV) zu Freiburg, KStV Saxonia im KV zu M√ľnchen und in den KStV Arminia im KV zu Bonn ein, denen er Zeit seines Lebens eng verbunden blieb. Sein erstes juristisches Staatsexamen legte er 1897 ab, sein zweites 1901. Anschlie√üend wurde er Assessor in K√∂ln. Von 1903 bis 1905 war er Vertreter des Rechtsanwaltes beim Oberlandesgericht K√∂ln, Justizrat Hermann Kausen.

Im Jahre 1906 trat Adenauer der deutschen Zentrumspartei bei und wurde am 7. M√§rz zum Beigeordneten der Stadt K√∂ln gew√§hlt. Am 22. Juli 1909 wurde er Erster Beigeordneter und damit erster Stellvertreter des Oberb√ľrgermeisters.

Oberb√ľrgermeister der Stadt K√∂ln

Am 18. September 1917 wurde er durch die K√∂lner Stadtverordneten-Versammlung zum zu jener Zeit j√ľngsten Oberb√ľrgermeister einer deutschen Gro√üstadt gew√§hlt. Die Verleihung des Titels "Oberb√ľrgermeister" erfolgte am 21. Oktober durch Erlass des K√∂nigs von Preu√üen . Von 1917 bis 1933 und 1945 war er Oberb√ľrgermeister der Stadt K√∂ln und von 1920 bis 1933 Pr√§sident des Preu√üischen Staatsrats. In dieser Funktion stand er in einer politischen Dauerfehde mit dem sozialdemokratischen preu√üischen Ministerpr√§sidenten Otto Braun , welche von Adenauer bis vor das Preu√üische Staatsgericht getragen wurde. Auch nach dem so genannten Preu√üenschlag blieb Adenauer Mitglied im Dreim√§nnerkollegium . In der Weimarer Republik war er zeitweise (1926) als Kandidat f√ľr das Reichskanzleramt im Gespr√§ch.

Die separatistischen Bestrebungen der Zentrumspartei, die ab 1918 die Idee einer Abspaltung des Rheinlandes vom Deutschen Reich propagierte, wurden von Adenauer unterst√ľtzt, was m√∂glicherweise erk√§rt, warum Adenauer die Stalin-Noten ignorierte und eine Spaltung Deutschlands in Kauf nahm: die deutsche Einheit war ihm schlicht egal.

Adenauer galt als teuerster Oberb√ľrgermeister Deutschlands - wegen seiner Projekte und seines Gehalts. Schon w√§hrend des Ersten Weltkriegs zeigte er Weitblick. Er erkannte vor vielen anderen, dass der Krieg verloren war und begann, Nahrungsmittel zu horten, u. a. Graupen (Kochgerste). Die K√∂lner nannten ihn deshalb 'Graupenauer'; immerhin hatten sie etwas zu essen. Nach dem Krieg setzte er durch, dass aus dem alten preu√üischen Festungsring ein Gr√ľng√ľrtel wurde - f√ľr damalige Verh√§ltnisse eine ungew√∂hnliche Neuerung. W√§hrend seiner Amtszeit wurden die Messe und die Universit√§t in K√∂ln neu er√∂ffnet. Bei der Finanzierung dieser Projekte war er schon damals nicht kleinlich. Auch an der Gr√ľndung der Ford -Werke in K√∂ln war er ma√ügeblich beteiligt. Beim Bau der damals technisch einmaligen M√ľlheimer Br√ľcke verhandelte er taktisch geschickt mit der KPD ; anders war dieses Projekt im Rat nicht durchzubringen. 1928 verspekulierte Adenauer sein Verm√∂gen durch den Ankauf von Glanzstoff -Aktien. Ein √∂ffentlicher Skandal konnte dadurch verhindert werden, dass Adenauer sich aus einem sogenannten schwarzen Fonds vom Vorstandsvorsitzenden der Glanzstoff AG ein Aktienpaket im Nominalwert von 250.000 Reichsmark zur Verf√ľgung stellen lie√ü.

Konrad Adenauers Wohnhaus in Rhöndorf
Konrad Adenauers Wohnhaus in Rhöndorf

Zeit des Nationalsozialismus

Als nach der Machtergreifung der Nazis die Zentrumspartei in K√∂ln bei den Kommunalwahlen vom 12. M√§rz 1933 unterlag, verlor Adenauer (der beim Besuch eines nationalsozialistischen F√ľhrers in K√∂ln diesem den Handschlag verweigerte!) sein Amt als Oberb√ľrgermeister und wenig sp√§ter auch das Amt als Pr√§sident des Preu√üischen Staatsrates. Ohne die Berliner Dienstwohnung und in K√∂ln bedroht von seinen nationalsozialistischen Gegnern, die auf Wahlkampfplakaten "Adenauer, an die Mauer!" gefordert hatten und ihm Dienstvergehen vorwarfen, bat Adenauer Ildefons Herwegen , den Abt von Maria Laach und einstigen Schulkameraden, um vor√ľbergehende Aufnahme in der Abtei. Er wurde am 26. April 1933 als Gast aufgenommen, f√ľhrte von hier aus das Dienststrafverfahren, das er gegen sich selbst beantragt hatte, und blieb, bis er im April 1934 ein Haus im Potsdamer Vorort Neubabelsberg bezog. Dort wurde er am 30. Juni 1934 im Zusammenhang mit dem " R√∂hm-Putsch " f√ľr zwei Tage festgenommen. In den folgenden Jahren wechselte er h√§ufig seinen Aufenthaltsort und versteckte sich zeitweise. 1937 erhielt er nach z√§hem Ringen seine Pension und eine Abfindung f√ľr sein beschlagnahmtes Haus. Von der Abfindung baute er sein Haus in Rh√∂ndorf (nach 1945 erhielt er √ľbrigens das beschlagnahmte Haus zur√ľck). Nach dem missgl√ľckten Aufstand gegen Hitler am 20. Juli 1944 wurde Adenauer am 23. August 1944 verhaftet und fl√ľchtete Ende September 1944 aus dem Konzentrationslager auf dem K√∂lner Messegel√§nde. (Adenauer selbst war wiederholt von den Widerst√§ndlern angesprochen worden; er lehnte jede Beteiligung strikt ab, weil er nicht an Erfolgsaussichten glaubte.) Er wurde sp√§ter wieder gefasst, am 26. November 1944 aber aus dem Gef√§ngnis Brauweiler entlassen.

Nach Kriegsende

1945 setzten ihn die Amerikaner wieder als Oberb√ľrgermeister der Stadt K√∂ln ein. Nach wenigen Monaten entlie√üen ihn die Engl√§nder wegen "Unf√§higkeit". Die britische Besatzungsmacht verh√§ngte in der Zeit vom 6. Oktober bis 4. Dezember 1945 ihm gegen√ľber ein Verbot parteipolitischer Bet√§tigung.

Erst Jahre sp√§ter kamen die wahren Gr√ľnde der Briten zu Tage. Sie wollten Adenauers Kontakte und Pl√§ne, mit den Franzosen einen eigenen kleinen Rheinstaat zu gr√ľnden, mit der Entlassung unterbinden.

In einem Brief im Februar 1946 schrieb Adenauer an den katholischen Geistlichen in Bonn: Nach meiner Meinung tr√§gt das deutsche Volk und tragen auch die Bisch√∂fe und der Klerus eine gro√üe Schuld an den Vorg√§ngen in den Konzentrationslagern . Richtig ist, dass nachher vielleicht nicht viel mehr zu machen war. Die Schuld liegt fr√ľher. Das deutsche Volk, auch Bisch√∂fe und Klerus zum gro√üen Teil, sind auf die nationalsozialistische Agitation eingegangen. Es hat sich fast widerstandslos, ja zum Teil mit Begeisterung gleichschalten lassen. Darin liegt seine Schuld.

Parlamentarischer Rat und Bundeskanzler

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges war Adenauer 1949 Vorsitzender des Parlamentarischen Rates , der √ľber die Verfassung f√ľr einen deutschen Weststaat beriet. Bevor Konrad Adenauer erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland wurde, war er seit dem 1. September 1949 Vorsitzender der gemeinsamen Bundestagsfraktion von CDU und CSU . Zum Bundeskanzler wurde er am 15. September 1949 vom Deutschen Bundestag mit einer Stimme Mehrheit (inklusive seiner eigenen) gew√§hlt. Die entscheidende Stimme in diesem Wahlgang stammte dabei vom Bayernpartei-Abgeordneten Johann Wartner, der sich dem Beschluss seiner Partei widersetzte und - wie er kurz vor seinem Tode bekannte - als wohl einziger Oppositions- MdB f√ľr Adenauer stimmte. Dieser hatte das Amt bis zu seinem R√ľcktritt am 15. Oktober 1963 inne.

Adenauer war von 1950 bis 1966 Vorsitzender der CDU. Zeitweise, von 1951 bis 1955, bekleidete er zus√§tzlich das Amt des Au√üenministers . Grundlage seiner Politik war die strikte Westorientierung der Bundesrepublik Deutschland ( Magnet-Theorie ); dadurch wurde einerseits die Integration mit Westeuropa m√∂glich (siehe Europ√§ische Wirtschaftsgemeinschaft , Wirtschaftswunder ), andererseits machte der Konfrontationskurs gegen√ľber der damals stalinistisch beherrschten DDR eine Teilung Deutschlands unvermeidlich. So schwieg Adenauer bewusst die Stalin-Note aus.

Die in der Folge des Zweiten Weltkriegs zu Tage getretenen ideologischen Gegens√§tze f√ľhrten dar√ľber hinaus zur Teilung Europas und der ganzen Welt in zwei Bl√∂cke: Dem Ostblock unter der damals noch unstrittigen F√ľhrung der Sowjetunion und dem westlichen Lager unter der F√ľhrung der USA . Bundeskanzler Adenauer bem√ľhte sich darum, das Vertrauen des Westens zu gewinnen und dadurch einerseits eine Wiederbewaffnung bzw. Bewaffnung der Bundesrepublik zu erreichen, andererseits den jungen Staat in ein vereintes Westeuropa einzubinden und seine Gleichberechtigung mit den anderen L√§ndern zu erzielen. Die wirtschaftliche Seite dieses Strebens m√ľndete schlie√ülich in die europ√§ischen Einigungsprozesse, auf denen die heutige EU beruht. Die milit√§rische Seite wurde nicht, wie von Adenauer erhofft, durch eine eigenst√§ndige "Europ√§ische Verteidigungsgemeinschaft (EVG)", sondern durch die Aufnahme der Bundesrepublik in die NATO (1955) verwirklicht.

In der √Ėffentlichkeit weniger bekannt war, dass Adenauer schon 1949 auf die deutsche Wiederbewaffnung dr√§ngte. Nach au√üen stellte er dies als Forderung der westlichen Alliierten dar; die Alliierten selbst waren wenig begeistert davon. Bereits 1950 trat sein Innenminister, Gustav Heinemann, aus Protest gegen diese heimlich betriebene Politik zur√ľck. Im April 1950 forderte Adenauer nach dem Aufbau einer Kasernierten Volkspolizei in der SBZ den Aufbau einer mobilen Polizeitruppe auf Bundesebene in der Bundesrepublik. Die √Ėffentlichkeit erfuhr erst Jahre sp√§ter, dass er schon 1957 ein Projekt genehmigte, mit Frankreich und Italien gemeinsam eine Atombombe zu entwickeln. Durch den Machtantritt Charles de Gaulles wurde das Projekt hinf√§llig. Wie er und Strau√ü dieses Projekt im Haushalt verstecken wollten, wei√ü man nicht.

1955 erreichte Adenauer bei einem Staatsbesuch in Moskau die Freilassung der letzten in sowjetischer Gefangenschaft lebenden Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg. Als nach dem Tod Adenauers (1967) in einer Umfrage nach dessen größter Leistung gefragt wurde, stand dies weit oben auf der Ergebnisliste ( Heimkehr der Zehntausend ).

Als Einwohner von Rh√∂ndorf (in Sichtweite von Bonn) war Adenauer ma√ügeblich daran beteiligt, dass Bonn 1949 statt Frankfurt am Main Bundes hauptstadt wurde. Auch hier war er nicht sehr nachgiebig. Er bedr√§ngte z.B. den Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, Geld bereitzustellen, obwohl es keinen Haushaltsbeschluss gab. F√ľr dessen rechtliche Bedenken hatte er kein Verst√§ndnis.

Eine langfristige historische Leistung Konrad Adenauers war die Auss√∂hnung mit Frankreich , die schlie√ülich im Deutsch-Franz√∂sischen Freundschaftsvertrag m√ľndete. Bei dem tiefen Misstrauen, mit dem sich Deutsche und Franzosen zu jener Zeit begegneten, war hierbei sein gutes pers√∂nliches Verh√§ltnis zum Pr√§sidenten der Franz√∂sischen Republik, Charles de Gaulle , von gro√üer Bedeutung. Die mit der deutsch-franz√∂sischen Ann√§herung einhergehende europ√§ische Integration ( Montanunion , Euratom , EWG , sp√§ter EU ) w√§re ohne sie gar nicht denkbar gewesen. Im Jahre 1954 wurde er mit dem Karlspreis ausgezeichnet. Seine B√ľste wurde sp√§ter in der Walhalla aufgestellt.

Konrad Adenauer bem√ľhte sich auch um die Vers√∂hnung mit den Juden . Gegen den Widerstand seines Finanzministers setzte er die Zahlung einer hohen Wiedergutmachung an Israel durch. In New York traf er 1960 mit dem israelischen Ministerpr√§sidenten David Ben Gurion zusammen. 1966 reiste er als erster hochrangiger deutscher Politiker nach dem Zweiten Weltkrieg nach Israel .

1959 brachte sich Adenauer als Kandidat f√ľr das Amt des Bundespr√§sidenten ins Gespr√§ch, nachdem er vorher vergeblich versucht hatte, Ludwig Erhard auf diesen Posten wegzuloben. Nach einigen Wochen zog er seine Kandidatur wieder zur√ľck. Vermutlich einerseits, weil er erkannt hatte, dass die Macht des Bundespr√§sidenten geringerer Natur war, andererseits, weil er die Wahl Ludwig Erhards zum Bundeskanzler verhindern wollte.

Nach der darauffolgenden Wahl 1961 brachte er es mit einer taktischen Meisterleistung fertig, gegen den Willen der FDP, der CSU und Teilen seiner eigenen Partei nochmals zum Kanzler gew√§hlt zu werden. Als 'Gegenleistung' versprach er, 'rechtzeitig' vor der n√§chsten Wahl zur√ľckzutreten, um einem Nachfolger Platz zu machen - einen verbindlichen Termin zu nennen, weigerte er sich.

Adenauer wurde dreimal ( 1953 , 1957 und 1961 ) wiedergew√§hlt. Als Wahlk√§mpfer war er unerreicht: 1953 erhielt er die absolute Mehrheit der Mandate und 1957 erzielte er die absolute Mehrheit der Stimmen. Seine letzten Jahre als Kanzler wurden durch seinen hartn√§ckigen Kampf, so lange wie m√∂glich im Amt zu bleiben, und durch den - vergeblichen - Versuch, die Wahl Ludwig Erhards als Nachfolger zu verhindern, √ľberschattet. Die Spiegel-Aff√§re brachte das endg√ľltige Ende seiner Kanzlerschaft. Dass er selbst Strau√ü zu dessen Handlungsweise erm√§chtigt hatte, erfuhr die √Ėffentlichkeit erst Jahre sp√§ter. Auch nach seinem Abgang tat er alles ihm M√∂gliche, um am Stuhl seines ungeliebten Nachfolgers zu s√§gen. Kurz vor seinem Tod erlebte er noch den Sturz Erhards - 'Der eine is wech!' war sein Kommentar. Bis zu seinem Tode war er Mitglied des Bundestages und war damit mit 91 Jahren und 3 1/2 Monaten der bisher √§lteste Bundestagsabgeordnete .

An dem Gerangel um seine Nachfolge war er weitgehend selbst schuld. Einerseits hatte er klar erkannt, dass Ludwig Erhard kein guter Kanzler werden w√ľrde - die F√ľhrung seiner Partei stimmte ihm da zu -, andererseits tat er aber selbst nichts, um einen besseren Kandidaten aufzubauen. Viele Zeitgenossen hatten den Eindruck, es komme ihm haupts√§chlich darauf an, selbst so lange wie m√∂glich Kanzler zu bleiben.

Adenauer-Plastik vor dem ehemaligen Bundeskanzleramt in Bonn
Adenauer-Plastik vor dem ehemaligen Bundeskanzleramt in Bonn

Eine Hinterlassenschaft Adenauers war die Verteufelung der Opposition ("Die SPD ist der Untergang Deutschlands."), die er haupts√§chlich aus wahltaktischen Motiven betrieb. Auch die Tatsache, dass er selbst in seiner Regierung ehemalige Nazis besch√§ftigte, hinderte ihn nicht daran, Sozialdemokraten wie Herbert Wehner oder Willy Brandt zu diffamieren. Selbst seinen eigenen Parteigenossen stie√ü das bisweilen √ľbel auf. Dennoch sprach er mit der SPD √ľber die Bildung einer gro√üen Koalition, als es um den Erhalt seiner Kanzlerschaft ging. Es dauerte bis in die 1970er Jahre, diese Polarisierung zu √ľberwinden.

Tod

Konrad Adenauer, der schon lange an einer schweren Diabeteserkrankung litt, starb am 19. April 1967 (13.21 Uhr laut Totenschein) nach kurzer Krankheit (Grippe - eingefangen auf der letzten Auslandsreise in Spanien) und zwei Herzinfarkten in seinem Haus in Rh√∂ndorf. Er wurde darauf hin mit einem Staatsbegr√§bnis und einem Pontifikalamt durch den K√∂lner Erzbischof geehrt. Sein Sarg wurde zun√§chst im K√∂lner Dom aufgebahrt, und sechs Ritterkreuztr√§ger der deutschen Marine hielten Ehrenwache. Dann wurde er auf dem Rhein in einem Schnellboot der Marine nach K√∂nigswinter √ľberf√ľhrt. Schlie√ülich wurde er von acht Stabsoffizieren in einem Trauerzug, darunter drei Kardin√§len, mehreren Bisch√∂fen, den Familienangeh√∂rigen, dem Bundespr√§sidenten, den Staatsoberh√§uptern Frankreichs und der Vereinigten Staaten zum Waldfriedhof in Rh√∂ndorf getragen, wo er mit Salven mehrerer Feldhaubitzen und dem Donnern von zw√∂lf Jagdbombern der deutschen Luftwaffe beigesetzt wurde.

Familie und Privates

Am 28. Januar 1904 heiratete er Emma Weyer (1880-1916). Aus dieser Ehe erwuchsen die Kinder Konrad (1906-1993), Max (1910-2004) und Ria (1912-1998). Am 6. Oktober 1916 starb seine erste Frau Emma.

Am 25. September 1919 heiratete Adenauer seine zweite Frau Auguste "Gussie" Zinsser , mit der er weitere f√ľnf Kinder hatte: Ferdinand (*1921, bald nach der Geburt verstorben), Paul (*1923), Lotte (*1925), Libet (*1928) und Georg (*1931). 1948 starb seine zweite Frau Gussie an den Folgen einer in Gestapo -Haft zugezogenen Erkrankung in Rh√∂ndorf.

Adenauers Enkel Sven-Georg Adenauer (Sohn von Georg) ist Landrat im Kreis G√ľtersloh, sein Enkel Patrick Adenauer ist Unternehmer.

Wenig bekannt ist, dass Adenauer nicht nur Politiker, sondern auch Erfinder war. Er sicherte sich einige Patente, so etwa das f√ľr ein "Verfahren zur Herstellung eines dem rheinischen Roggenschwarzbrot √§hnelnden Schrotbrotes" ( K√∂lner Brot , √Ėsterreichische Patentschrift 74310 von 1.5.1916, zusammen mit Jean und Josef Oebel) oder auch das Patent f√ľr die "von innen beleuchtete Stopfkugel". Au√üerdem meldete er kurz nach dem 1. Weltkrieg eine neue T√ľlle f√ľr Gartengie√ükannen an, die mit einer beweglichen Klappe abgedeckt werden konnte. Au√üerdem erfand er 1916 eine Sojawurst ( K√∂lnerwurst ), da in diesen Zeiten Fleisch knapp war. Der Patentantrag wurde jedoch wegen eines Formfehlers in Deutschland nicht anerkannt und statt dessen in England angemeldet.

Ehrungen und Nachwirkung

Im November 2003 wurde Konrad Adenauer von einem breiten Publikum im Rahmen der ZDF-Fernsehsendereihe Unsere Besten zum größten Deutschen aller Zeiten gewählt.

Er ist Ehrenb√ľrger von Berlin, Bonn, K√∂ln, Trier, Baden-Baden und Bad Honnef. Au√üerdem ist er der erste Tr√§ger des Gro√ükreuzes in besonderer Ausf√ľhrung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Von Papst Paul VI. wurde Adenauer 1963 zun√§chst mit dem Orden vom Goldenen Sporn ausgezeichnet und noch im September des selben Jahres erhielt er den rangh√∂heren Christusorden .

Des Weiteren wurde der Köln-Bonner Flughafen (IATA-Code CGN) nach ihm benannt. Die Staatskarosse der 1950er Jahre, der 300er Mercedes wurde und wird noch heute nach einem seiner ersten prominenten Besitzer als "Adenauer-Mercedes" bezeichnet.

Dar√ľber hinaus wurde Adenauer mit einer B√ľste in der Walhalla bei Regensburg ein weiteres Denkmal gesetzt. Der Luftwaffenairbus der Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach ihm benannt.

Zu unterscheiden sind die parteinahe Konrad-Adenauer-Stiftung und die bundesunmittelbare Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Rhöndorf.

Kurioses

  • Zum 90. Geburtstag bekam er vom spanischen Diktator Francisco Franco 90 Flaschen 90-j√§hrigen Portwein geschenkt.
  • Spitznamen: Conny, Der Fuchs, Der Alte und Der Alte von Rh√∂ndorf.
  • Besa√ü als Tr√§ger des Ordens vom Goldenen Sporn das Privileg hoch zu Ross in eine Kirche hineinzureiten.
  • Er ist der einzige Regierungschef seit 1871 (dem Jahr der ersten Reichstagswahl), der mit absoluter Mehrheit regieren konnte
  • ->1953 wurde zum ersten Mal die absolute Mehrheit erreicht, Adenauer koalierte jedoch mit der FDP+DP+GB-BHE
  • ->1957 √ľbersprang die Union sogar die 50%-Marke, koalierte jedoch in den ersten Jahren mit der DP
  • Ab 1961 erreichte keine Partei mehr die absolute Mehrheit. Nur noch Kurt Georg Kiesinger (1969) und Helmut Kohl (1976,1983) verfehlten diese knapp.

Veröffentlichungen

  • Erinnerungen 1945-1953. Stuttgart, DVA 1965
  • Erinnerungen 1953-1955. Stuttgart, DVA 1966
  • Erinnerungen 1955-1959. Stuttgart, DVA 1967
  • Erinnerungen 1959-1963. Fragmente. Stuttgart, DVA 1968

Literatur

  • Koch, Peter: Die Erfindungen des Dr. Konrad Adenauer. Wunderlich, Reinbek 1986. ISBN 3805204191
  • Henning K√∂hler. Adenauer. Eine politische Biographie, Berlin 1994. ISBN 3549054440
  • Hans-Peter Schwarz , Adenauer - Der Aufstieg 1876 - 1952, Stuttgart 1986
  • Ders., Adenauer - Der Staatsmann 1876 - 1952, Stuttgart 1991
  • Henning Sietz, Attentat auf Adenauer, ISBN 3886808009
  • G√∂sta von Uexk√ľll: Konrad Adenauer - Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Reinbek 1998, ISBN 3499502348
  • Walter Henkels, gar nicht so pingelig, meine Damen und Herren - Neue Adenauer-Anekdoten. Rastatt, 1985 ISBN 3811848003 TB 1997
  • Gerboth, Hans-Joachim: "Meine Adenauer-Memoiren. Von Karlchen Schmitz", verschiedene Ausgaben, aber alle vergriffen. U.a. dtv 1983, ISBN 3423011521

Weblinks

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Wikipedia

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