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Letzte Änderung für Artikel Steinfurter Bagno: 06.10.2005 08:09

Steinfurter Bagno

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Karte des Steinfurter Bagnos von 1787
Karte des Steinfurter Bagnos von 1787

Die Parkanlage des Bagno bei Burgsteinfurt , vom Grafen Karl Paul Ernst von Bentheim Steinfurt 1765 gegrĂŒndet, entstammt dem Wunsch, vor dem Schloß im noch unberĂŒhrten Teil des Sundern einen Sommersitz fĂŒr die grĂ€fliche Familie zu schaffen. Anfangs als rein französischer Garten ausgefĂŒhrt, der sich durch Geradlinigkeit und Steifheit der Anlagen auszeichnete, beschrĂ€nkte sich der Ausbau des Parkes bis zum Jahr 1775 auf den Bereich um die Konzertgalerie. Mit der Übernahme der Grafschaft durch Graf Ludwig entstand ab 1780 die Anlage des Griechenland, des Ägypten und der Ausbau des Sees. Zugleich wurden orientalische und fernöstliche Elemente in die Gestaltung der Anlagen mit aufgenommen. 1787 verzeichnet der erste Grundrißplan des Bagnos, vom französischen Kupferstecher Le Rouge in Paris herausgebracht, 105 verschiedene Bauwerke, Wasserspiele, BrĂŒcken, SpielstĂ€tten, Statuen, Inseln, GĂ€rten und Wege, die auf dem relativ kleinen GelĂ€nde von 125 ha, teilweise eng aneinander gebaut, verteilt waren. Die zunehmende Kritik an der ĂŒbermĂ€ĂŸigen Zahl der Objekte und der Baustile und die inzwischen in Mode gekommene englische Gartenbaukultur, die die Natur als bestimmendes Element einer Parkanlage sah, fĂŒhrte auch im Bagno zu einer grundlegenden VerĂ€nderung. Verschiedene 'Attraktionen', die als unzeitgemĂ€ĂŸ betrachtet wurden, verschwanden, neue kamen hinzu. Gerade Wege wurden in SchlĂ€ngelpfade umgewandelt, kĂŒnstliche, aber wild laufende Wasserkaskaden geschaffen, große RasenflĂ€chen angelegt und fremdlĂ€ndische BĂ€ume angepflanzt. Das Bagno entwickelte sich zur bedeutendsten Parkanlage Westfalens. Es besaß außergewöhnliche Wasserspiele, eine berĂŒhmte Hofkapelle, exotische GebĂ€ude, einen von zahlreichen prunkvollen kleinen Schiffen befahrenen See und einen Landesherrn, der den Park fĂŒr jedermann geöffnet hatte. Noch am Anfang des 19. Jahrhunderts wogte das Bagno an den Sonntagen von Besuchern aus nah und fern. Das Jahr 1806 markiert einen Wendepunkt in der Entwicklungsgeschichte des Parkes. Napoleons Vasallen annektierten die Grafschaft Steinfurt und degradierten Graf Ludwig zum Untertanen. Er reiste nach Paris, um bei Napoleon persönlich vorzusprechen und um seine verlorene Stellung zurĂŒckzugewinnen. Die Verhandlungen verliefen ergebnislos und fĂŒhrten dazu, daß Graf Ludwig erst 1817 aus Paris nach Burgsteinfurt zurĂŒckkehrte, wo er schon im gleichen Jahr starb. Sein Sohn Alexis, der die Grafschaft schon ab 1806 ĂŒbernommen hatte, erhielt die Anlagen des Bagnos notdĂŒrftig, mußte aber wegen der hohen Renovierungs- und Unterhaltskosten die Mehrzahl der GebĂ€ude abreißen lassen. 1828 waren von den ursprĂŒnglich 39 Bauwerken nur noch 16 erhalten, von denen heute noch 3, teilweise im Originalzustand erhalten, vorhanden sind. (W.LĂŒbbers)

Konzertgalerie
Konzertgalerie

Im Rahmen der Regionale 2004 wurde der Bagnopark fĂŒr 4,1 Millionen Euro mit Landesmitteln neu gestaltet. Insbesondere die Konzertgalerie ist zu einer Attraktion geworden.

Weblinks

Literatur

  • Döhmann, Karl Georg; Das Bagno, Geschichte des FĂŒrstlich Bentheimschen Parks Bagno bei Burgsteinfurt,2 Teile, Burgsteinfurt 1907, 1909
  • Korzus, Bernard; Das Bagno in Steinfurt, in: GĂ€rten der Goethezeit, Hsg. Harry GĂŒnther, Leipzig 1993
  • ders.; 1792 im Potsdamer Neuen Garten, in: Wieder wandelnd im alten Park, BeitrĂ€ge zur Geschichte der Gartenkunst...,Potsdam 1993
  • LĂŒbbers, Wolfgang; Das Bagno bei Burgsteinfurt – Versuch einer Rekonstruktion, Steinfurt 1992
  • ders.; Das Bagno in Steinfurt - Ein Garten der Goethezeit, Steinfurt 1997
  • Pries, Hans-Walter; Das Steinfurter Bagno, Alte Beschreibungen und Ansichten, Greven 1988, Schriftenreihe des Kreisheimatbundes Steinfurt, Bd. 5
  • Strohmann, Dirk; Der Konzertsaal im Bagno-Park Burgsteinfurt, Wege zur Wiederherstellung eines Baudenkmals, MĂŒnster 1987
  • ders.; Die Konzertgalerie im Burgsteinfurter Bagno, in: Westfalen, Hefte fĂŒr Geschichte, Kunst und Volkskunde, Bd. 67, MĂŒnster 1989

Wikipedia

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