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Letzte Änderung für Artikel Münsterland: 12.02.2006 13:43

Münsterland

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Das westfälische Münsterland ist eine vor allem ländlich geprägte Region im Norden von Nordrhein-Westfalen. Zum Münsterland gehören die Kreise Borken, Coesfeld und Warendorf sowie Teile der Kreise Steinfurt, Unna, Gütersloh, Recklinghausen und Soest. Neben der namensgebenden kreisfreien Stadt Münster gehören ebenfalls die nördlichen Teile der kreisfreien Stadt Hamm zum Münsterland. Das Tecklenburger Land im Nordosten des Kreises Steinfurt wird oft als „Balkon des Münsterlands“ bezeichnet.

Karte von Nordrhein-Westfalen mit dem Münsterland
Karte von Nordrhein-Westfalen mit dem Münsterland

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das Münsterland umfasst den tief gelegenen, nördlichen und mittleren Teil der Westfälischen Bucht und liegt im Norden des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Naturräumlich gliedert sich die Landschaft in das Kernmünsterland im zentralen Bereich, das Ostmünsterland, das sich zwischen Kernmünsterland und Teutoburger Wald entlang der Ems bis zur Lippe ausbreitet, sowie das Westmünsterland, welches sich bis zur deutsch - niederländischen Landesgrenze erstreckt. Dabei ist das Kernmünsterland, das auch als Kley-Münsterland bezeichnet wird, durch mergelige Lehmböden gekennzeichnet, wohingegen im Westmünsterland und im Ostmünsterland sandige Böden vorherrschen. Das glazial geformte Becken kann nach Norden und Osten durch den Teutoburger Wald und die Ausläufer des Weserberglandes naturräumlich relativ klar abgegrenzt werden.

Nach Süden wird die Abgrenzung auf Grund der sich ändernden Bodentypen vorgenommen. Demnach grenzt das Münsterland im Süden an die Hellwegbörde.

Nach Westen ist keine klare naturräumliche Begrenzung des Münsterlands möglich. Hier wird es durch die administrative deutsch-niederländische Grenze, beziehungsweise durch die nicht klar definierte Grenze zum nördlichen Rheinland begrenzt.

In der Mitte der Region erheben sich die Baumberge mit 187 m über NN als ein kleines Mittelgebirge . Höchster Punkt des Münsterlands ist der Westerbecker Berg im Teutoburger Wald mit 223 m über NN. Im Südosten erheben sich die Beckumer Berge mit dem Höxberg (165 m) und dem Mackenberg (173 m) aus der flachen Parklandschaft . Die Landschaft ist von intensiver landwirtschaftlicher Nutzung geprägt, die aber relativ kleinteilig ist. Felder, kleine Wäldchen und Wallhecken bestimmen das Landschaftsbild; viele sprechen von der „ Münsterländer Parklandschaft “.

Das Münsterland hat rund 1,527 Millionen Einwohner, die Fläche beträgt rund 6.000 Quadratkilometer , die Bevölkerungsdichte 257 Einwohner pro Quadratkilometer. Münster (Westfalen) mit ca. 270.000 Einwohnern ist die größte und bedeutendste Stadt der Region. 19 Gemeinden haben weniger als 10.000 Einwohner, 31 Gemeinden haben 10.000 bis 25.000 Einwohner, 12 Städte haben 25.000 bis 50.000 Einwohner.

Die wichtigsten Autobahnen sind die A 1, die A 31 und die A 43 in Nord-Süd-Richtung sowie die A 30 und A 2 in Ost-West-Richtung. Die Ems ist der bedeutendste Fluss der Region, der Dortmund-Ems-Kanal und der Mittellandkanal sind die wichtigsten Wasserstraßen. Der Flughafen Münster/Osnabrück ( FMO ) auf dem Gelände der Stadt Greven hat als Reise- und Geschäftsflughafen große regionale Bedeutung.

Das Münsterland besitzt ein dichtes Netz von Eisenbahnstrecken , von denen die so genannte „Rollbahn“ der ehemaligen Cöln-Mindener Eisenbahn -Gesellschaft von Wanne-Eickel über Münster nach Osnabrück die bedeutendste ist. Weitere wichtige Strecken sind die Baumbergebahn und die Dortmund-Gronau-Enscheder Eisenbahn.

Geschichte

Im Gebiet des heutigen Münsterlands gibt es Spuren von herumstreifenden Jägern aus der Zeit um 8000 v. Chr. Ab 2000 v. Chr. , das beweisen archäologische Funde, war das Münsterland regelmäßig besiedelt. Die Römer hatten um die Zeitenwende an der Lippe, die im Süden des Münsterlands fließt, feste Lager. Die so genannte Varusschlacht , die zum endgültigen Rückzug der Römer aus Nordwest-Deutschland beitrug, hat mit ziemlicher Wahrscheinlichkeiz bei Kalkriese im Teutoburger Wald, nur wenige Kilometer jenseits der Grenze zwischen Münsterland und Osnabrücker Land , stattgefunden.

Das Münsterland wurde seit etwa 500  n. Chr. vom Stamm der Sachsen besiedelt. Im Zuge der Sachsenmission Karls des Großen kam der Missionar Liudger 793 ins Münsterland und gründete in dem Dorf Mimigerneford ein Kloster (lateinisch: Monasterium); aus der lateinischen Bezeichnung leitet sich der heutige Stadtname Münster ab. Bereits 805 wurde Münster Bistum, 1170 bekam die Stadt Münster Stadtrechte. Münster gehörte wie andere Städte des Münsterlands zur Hanse.

Nach dem Sturz des Sachsenherzogs Heinrich und der Zerschlagung des Herzogtums Sachsens wurde das Münsterland zu einem eigenen Territorium, dem Fürstbistum Münster. Der Adel spielte eine große Rolle, noch heute zeugen zahlreiche Wasserburgen im Münsterland von dessen einstiger Bedeutung. Während der Reformationszeit erlebte die Stadt Münster die Herrschaft der Täufer , einer radikalen protestantischen Sekte. Im Dreißigjährigen Krieg ( 1618 – 1648 ) wurde das Münsterland immer wieder von den marodierenden Heeren der verschiedenen Kriegsgegner heimgesucht. Städte und Gemeinden wurden vielfach geplündert und niedergebrannt. Ein Teil des Westfälischen Friedens, der die Grundlage für die Staatsordnung der Neuzeit schuf, wurde in Münster ausgehandelt. Die Stadt war von den Kriegsheeren weitgehend verschont geblieben.

Das geistliche Territorium des Fürstbistums Münster wurde 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss säkularisiert. Nach kurzer Besatzungszeit durch die Franzosen fiel das Münsterland an Preußen . Im so genannten Kulturkampf im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wehrte sich das durch und durch katholische Münsterland gegen die Eingriffe der preußischen Regierung unter anderem ins Schulwesen.

Ab 1850 begann im Münsterland die Industrialisierung . Vor allem die Textil-Industrie war in der Region stark. Auf den Dörfern nahm die Armut wegen der steigenden Geburtenzahlen ständig zu. Das Land konnte seine Kinder nicht mehr ernähren, und so setzte eine kräftige Auswanderung vor allem in die USA ein.

Nach dem Ersten Weltkrieg hatte auch das Münsterland mit großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Da die Bevölkerung vorwiegend katholisch war und deshalb die Zentrumspartei wählte, konnten die Nationalsozialisten erst allmählich Fuß fassen. Während der Reichspogromnacht wurden im Münsterland dennoch fast alle Synagogen zerstört. Die jüdischen Bürger wanderten aus oder wurden verschleppt, viele davon nach Riga. Einer der prominentesten Holocaust-Überlebenden ist der heutige Präsident des Zentralkomitees der Juden, Paul Spiegel. Er ist im münsterländischen Warendorf aufgewachsen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Münster durch Bomben schwer beschädigt, die Innenstadt war zu 91 Prozent zerstört. Durch den Zuzug von Flüchtlingen aus den ehemals deutschen Ostgebieten wuchs die Bevölkerung schnell. Heute ist das Münsterland eine prosperierende Region, in der die Landwirtschaft noch immer eine große, aber nicht mehr die zentrale Rolle spielt. Die mittelständisch geprägte Industrie sorgt dafür, dass die Arbeitslosenquote im Münsterland die niedrigste in Nordrhein-Westfalen ist.

Am 25. November 2005 kam es im Münsterland aufgrund eines Wintereinbruchs von bis dahin nicht verzeichneter Stärke zu einem massiven Verkehrschaos und zum größten Stromausfall in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Teilweise fielen über 50 cm Schnee, der aufgrund der Nässe binnen kürzester Zeit gefror. Über 50 Strommasten knickten ein, weil das Gewicht der eisumkrusteten Leitungen bis zum achtfachen des rechnerisch zulässigen Gewichtes betrug. In der Folge kam es in weiten Teilen des Kreises Borken und Kreises Steinfurt zu Stromausfällen, die zum Teil mehrere Tage andauerten und wovon etwa 280.000 Menschen betroffen waren. Traurige Berühmtheit erlangte dabei die Stadt Ochtrup, die noch nach sechs Tagen nicht vollständig mit Strom versorgt werden konnte. Weit über 1000 Helfer waren im Einsatz, um die chaotischen Zustände in den Griff zu bekommen und den Menschen zu helfen. Der wirtschaftliche Schaden des Wintereinbruchs wurde dabei auf über 100 Millionen Euro geschätzt.

Wirtschaft

Pferdezucht im Münsterland
Pferdezucht im Münsterland

Das Münsterland ist noch heute sehr agrarisch geprägt. Allerdings geht auch das Höfesterben an dieser Region nicht spurlos vorbei. Immer mehr kleinere Landwirte geben auf. Im Mittelpunkt der Landwirtschaft im Münsterland steht die Bullen- und die Schweinezucht und -mast. Seit einigen Jahren bemühen sich die Landwirte zunehmend um neue Erwerbsmöglichkeiten, etwa im Tourismus oder durch die Erzeugung nachwachsender Rohstoffe.

Im Münsterland spielt auch die Kohle (noch) eine gewisse Rolle. In Ibbenbüren wird derzeit in sehr großer Tiefe Kohle gefördert, dies soll auch für die nächsten Jahre so bleiben. Ein Kraftwerk unmittelbar bei der Zeche verbrennt einen großen Teil des geförderten Materials sofort. Die zweite große Zeche des Münsterlands, die Zeche Westfalen in Ahlen, wurde im Juni 2000 stillgelegt.

Reste der Textilindustrie: Alte Einfahrt zum Werk von Paul Bendix in Dülmen
Reste der Textilindustrie: Alte Einfahrt zum Werk von Paul Bendix in Dülmen

Traditionell spielt die Textilindustrie in der Region eine große Rolle. Schon in vorindustrieller Zeit wurde hier Leinen hergestellt, das die so genannten „ Tüödden “ bis in die Niederlande und nach Preußen brachten. Aus einem solchen Handelshaus ist zum Beispiel die Firma C&A entstanden, die noch bis vor kurzem ihren Familiensitz im münsterländischen Mettingen hatte, ihren Firmensitz allerdings mittlerweile nach Düsseldorf verlegt hat. Seit den 1950er Jahren ist die Textilindustrie allerdings mehr und mehr in die Krise geraten. Die Folge: In manchen Städten des Münsterlands ist die Arbeitslosenquote in den 1980er Jahren auf bis zu 20 Prozent hochgeklettert.

Von dieser Strukturkrise hat sich die Region mittlerweile bestens erholt. Nirgendwo sonst in Nordrhein-Westfalen ist die Arbeitslosenquote niedriger als hier. Verantwortlich für diese Stabilität ist eine mittelständisch geprägte Industrie, die viele Branchen umfasst und deshalb sehr krisensicher ist.

Eine gewisse Bedeutung hat auch der Tourismus, der öffentlich sehr gefördert wird. Das Münsterland ist eine ideale Reise- und Ferien-Region für Radfahrer und Wanderer und für Kanuten. Die „Regionale 2004“, eine regionale Strukturfördermaßnahme der NRW-Landesregierung, hat den Tourismus in den Emsstädten mit zahlreichen Projekten städtebaulicher und künstlerischer Art die Fortentwicklung des Fremdenverkehrs kräftig angekurbelt. Überdies bemüht sich die Region, insbesondere im Kreis Warendorf, den Reittourismus weiter voran zu bringen.

Kultur

Das Münsterland ist architektonisch geprägt von einer Vielzahl von Kirchen, Klöstern und Schlössern, die zum Teil noch sehr gut erhalten sind. Aufgrund des relativ ebenen Geländes, vor allem im nördlichen und westlichen Teil ist das Fahrrad als Verkehrsmittel hier häufig anzutreffen. Es gibt zahlreiche gut ausgeschilderte Radwanderrouten, wie zum Beispiel die 100-Schlösser-Route. Diese Fahrradwege sind in jedem kleinen Ort mit Richtung und Kilometerangabe sehr gut ausgeschildert. Dies gilt insbesondere für das Zentrum des Münsterlandes, die Stadt Münster. Eine weitere kulturelle Besonderheit vor allem in und um Münster herum ist die Sondersprache Masematte, die vielfach gänzlich unbewußt im Alltag verwendet wird und bei Besuchen ab und zu fragende Blicke hervorruft.

Schlösser

Zu den schönsten und bedeutendsten Schlössern gehören:

Alle bedeutenden Burgen, Schlösser und ehemaligen Adelssitze können mit dem Fahrrad auf der so genannten 100-Schlösser-Route erkundet werden.

Kirchen

Die interessantesten Kirchen sind:

Museen

Interessante Museen gibt es in:

Skulptur Biennale Münsterland

Der Reihe dieser Skulpturbiennale geht auf eine gemeinsame Initiative der vier Kreise des Münsterlandes Kreis Borken, Kreis Coesfeld, Kreis Steinfurt und Kreis Warendorf zurück. Gestartet wurde die Reihe 1999. Im Jahre 2005 ist der Kreis Borken Standort und Ausrichter der Skulptur Biennale Münsterland.

Theater

In Münster gibt es:

  • Städtischen Bühnen mit Großem (Oper, Schauspiel) und Kleinem Haus (Kammerspiel, Kinder-u. Jugendtheater)
  • Wolfgang-Borchert-Theater (NRW-weit die älteste Privatbühne. Auf dem Programm stehen Uraufführungen, modernes Theater, ausgefallenen Inszenierungen)
  • Das Theater im Pumpenhaus (wechselnde Inszenierungen, hochkarätiges Tanztheater)
  • Freuynde & Gaesdte (freies Theaterensemble mit sehr guten Inszenierungen, zum Teil Neuübersetzungen. Die Aufführungen finden immer an ungewöhnlichen Orten statt, etwa in einer Kneipe, einem Park, auf einem Baum etc.)
  • Kleiner Bühnenboden.
  • Boulevard Münster (privat geführtes Boulevard-Theater)

Freilichtbühnen

Das Münsterland hat gleich mehrere Freilichtbühnen:

Persönlichkeiten

Siehe auch

Weblinks

Wikipedia

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