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Letzte Änderung für Artikel Welver: 10.01.2006 10:43

Welver

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Wappen Karte
Wappen fehlt
Wappenabbildung auf ngw.nl
Lage der Gemeinde Welver in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk : Arnsberg
Kreis : Soest
Fläche : 85,6 km²
Einwohner : 12.956 (30. Jun. 2004)
Bevölkerungsdichte : 151 Einw./km²
H√∂he : 83 m √ľ. NN
Postleitzahl : 59514
Vorwahl : 02384
Geografische Lage :
Koordinaten: 51¬į 37' 0" N, 7¬į 57' 30" O
51¬į 37' 0" N, 7¬į 57' 30" O
Kfz-Kennzeichen : SO
Gemeindeschl√ľssel : 05 9 74 048
Gemeindegliederung: 21 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Am Markt 4
59514 Welver
Website: www.welver.de
E-Mail-Adresse: rathaus@welver.de
Politik
B√ľrgermeister : Wolfgang H√∂rster ( CDU )

Welver ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Kreis Soest.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Gemeinde Welver liegt zwischen den Städten Hamm, Soest und Werl und hat eine Fläche von 85,60 km².

Geschichte

Herrensitz Der Name "Welver" taucht erstmals in einer Urkunde des K√∂lner Erzbischofs Phillip von Heinsberg auf, die mit Datum vom 12. April 1179 in Soest ausgestellt wurde. Der Inhalt der Urkunde best√§tigt den Tausch zweier Bauernh√∂fe zwischen den Kl√∂stern Oerlinghausen und Oedingen, hat also mit unserem Ort eigentlich nichts zu tun. Unter den Zeugen jedoch erscheinen hier nach den Geistlichen die Edelherren Konrad von R√ľdenberg, Eberhard von Ardey und Wikbold von Welver. Da die gen. Edelherren sich nach dem Ort ihrer Herkunft bezeichnen, konnte Welver somit im Jahr 1979 auf ein urkundlich nachweisbares 800-j√§hriges Bestehen zur√ľckblicken.

Die Edelherren von Welver wohnten auf der "Welvereburg", wie sie in verschiedenen Urkunden genannt wird. Sie lag im Bereich des heutigen "Klosterhofs" und "Klostergartens" und mag sicher schon damals von einem der hier heute noch vorhandenen Gr√§ften und Teiche sch√ľtzend umgeben worden sein. Wikbold war offenbar der letzte m√§nnliche Vertreter des Edelherrengeschlechts von Welver, wie aus einer Urkunde des Kloster Kappenberg (undatiert, zw. 1185 - 1203) zu schlie√üen ist. In dieser wird Wikbold mit seiner Frau und seiner Tochter und weiteren Zeugen aufgef√ľhrt. Ein Sohn w√§re sicherlich auch erw√§hnt worden. Wikbolds Tochter aber wird den Soester Vogt Eberhard (1178 - 1210) geheiratet haben. So gelangte ihr Erbe mit der Welverburg und dem Patronat √ľber die Kirche zu Welver an die Soester V√∂gte, deren letzter, Vogt Walther, 1240 den Grundstein zur Errichtung eines Zisterzienserinnen-Klosters legte, indem er und seine Gemahlin Sophia ihre G√ľter in Welver, Clotingen und Scheidingen an das Kloster Ramsdorf verkauften.

Pfarrei Wann und von wem die Kirche in Welver erbaut wurde, ist aus den Urkunden nicht zu ersehen. Doch setzen die √§ltesten Klosterurkunden aus den Jahren 1240 - 1245 diese - wie auch die Pfarrei Welver - als bestehend voraus. Der Bauweise nach und dem Brauch damaliger Zeit folgend ist anzunehmen, dass die Herren von Welver sie im 12.Jahrhundert zun√§chst als Eigenkirche errichteten. Hinweis daf√ľr gibt das Patronatsrecht √ľber die Kirche, das die Soester V√∂gte als Nachfolger der Herren von Welver innehatten. Zu Klosters Zeiten wurde die Kirche dann nach Bedarf umgebaut und vergr√∂√üert. Der alte Pfarrverband Welver umfasste von jeher die f√ľnf Ortschaften Recklingsen, Clotingen, Flerke, Meyerich und Welver. Historiker nehmen an, dass dieses Gebiet urspr√ľnglich zur Stammpfarrei Dinker geh√∂rt habe. Sie verweisen dabei u.a. auf den Umstand, dass bei der "Ulrichsprozession" in Soest, zu der allj√§hrlich auch die Vertreter der B√∂rde-Kirchspiele eingeladen wurden, die Abgesandten Dinkers an der Spitze der "Butenl√ľde", der Landgemeinden, mitgingen. Hinter Dinker folgte das Nachbarkirchspiel Welver, das sich so als eine Filiale von Dinker zu erkennen gab. Weitere Hinweise auf das m√∂gliche Alter der Kirche in Welver k√∂nnte ihr Doppel-Patrozinum geben. Die alte Kirche ist den M√§rtyrern "Albanus" und "Cyriakus" geweiht. Die Cyriakus-Verehrung verbreitete sich, nachdem Markgraf Gero im Jahre 950 Reliquien dieses Heiligen von Rom nach dem Kloster Frose bei Aschersleben √ľbertragen hatte. Noch weiter zur√ľck verweist uns der Hauptpatron der Kirche zu Welver, der Hl. Albanus. Er wurde zur Zeit, da angels√§chsische Glaubensboten unseren Vorfahren das Evangelium brachten, in England besonders verehrt. Die "gro√üe Prozession am Pfingstmontag", die √ľber Jahrhunderte hinweg in Welver gehalten wurde, war urspr√ľnglich eine "Albanustracht", an der Wallfahrer aus der nahen und weiteren Umgebung in gro√üer Zahl teilnahmen, so aus Soest, Scheidingen, Werl, besonders aber Dinker, Hultrop, Lippborg und den Lipped√∂rfern bis Hovestadt; Liesborn und Wadersloh. Noch zu Beginn des 19.Jahrhunderts betrug die Zahl der "Waller", wie Lehrer Honcamp berichtete, 2000 bis 3000. Der seit uralter Zeit in Meyerich gelegene Pfarrhof gibt zu der Vermutung Anlass, dass schon vor der Errichtung einer Kirche in Welver eine solche hier gestanden haben k√∂nnte. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch eine Verf√ľgung des K√∂lner Erzbischofs Heinrich von Virneburg aus dem Jahre 1326, mit welcher er bestimmt, dass die Welverer Pfarrer in "Mederike" - Meyerich - wohnen sollten, wo sie von "uralter" Zeit her ihre Wohnung gehabt h√§tten. Bei Betrachtung der hier aufgez√§hlten Fakten k√∂nnte die kirchliche Entwicklung im Welverer Raum wie folgt vor sich gegangen sein: Errichtung einer Holzkirche in Meyerich, die dem Schutz des Hl. Albanus anvertraut wird (8.Jahrhundert -?- / Vernichtung durch Zerst√∂rung o. Brand o. Verfall -?-) Die Herren von Welver errichten eine Eigenkirche in der N√§he ihres Hofes, √ľbernehmen das altehrw√ľrdige Albanus-Patrozinum und unterstellen sie, der "Mode" folgend, zus√§tzlich dem Schutz des Hl. Cyriakus. (10., 11.Jahrhundert ?) Aus der Eigenkirche wird eine Pfarrkirche, die weiterhin unter der Schutzherrschaft (Patronat) der Herren von Welver steht. (12. und 13.Jahrhundert) Die Pfarrkirche wird zur Klosterkirche umfunktioniert und entsprechend erweitert (1245 - 1254), die Pfarrei dem Kloster incorporiert (1326).

Kloster Welver Eine tiefgreifende und entscheidende Wende in der religi√∂sen, kulturellen und wirtschaftlich-sozialen Entwicklung Welvers und seiner Umgebung brachte die Gr√ľndung eines Zisterzienserinnen-Klosters um das Jahr 1240 mit sich. Mit einer Urkunde aus dem Jahre 1242 best√§tigt der K√∂lner Erzbischof Konrad von Hochstaden die Klostergr√ľndung und stellt die neue Ordensniederlassung unter den besonderen Schutz der Kirche. Die Leitung und Verwaltung des Klosters lag in H√§nden der √Ąbtissin, die von den Nonnen auf Lebenszeit gew√§hlt wurde. Sie f√ľhrte die Aufsicht √ľber das innere, religi√∂se Leben im Kloster, besorgte die zeitlichen und wirtschaftlichen Angelegenheiten und die Vertretung des Klosters nach au√üen. Ihr zur Seite standen die "Priorissa", welche die Finanzen verwaltete, die "Kellnersche", der K√ľche, Keller und Dienstpersonal anvertraut war, und die "Kemnersche", die f√ľr das Inventar, die Haus- und Kirchenordnung sorgte. Als erste √Ąbtissin in Welver wird Helika, eine Schwester des Vogts Walther, genannt. Ihr folgen Acela und Aleydis, welche die Klostergeb√§ude 1261-1267 erstmals in Stein errichten lie√ü. Bis heute sind aus Urkunden und Akten 29 √Ąbtissinnen namentlich bekannt geworden. Die baufreudigste unter ihnen war wohl Maria Elisabeth von Aldebruck, die um 1685 einen Teil der Klostergeb√§ude neu bauen und 1697-1700 eine neue Klosterkirche, die heutige Pfarrkirche "St. Bernhard", errichten lie√ü. Das sch√∂ne Klosterportal, sp√§ter Eingang zum Pflegeheim "St. Georg", erinnert mit Wappen, Inschrift und Jahreszahl - 1687 - an sie. Das Brauhaus des Klosters, in welchem sp√§ter zun√§chst die katholische Schule untergebracht wurde, danach das Jungkolping-Heim eingerichtet war und welches heute das Heimathaus beinhaltet, erbaute Catharina Gertrudis v. Bischpink. Wappen und Inschrift an diesem Geb√§ude sind heute stark verwittert: "CatarIna GertrVDIs a BbischopinCk, Abba regnante, FrIDerICo rege haeC teCta feCit". Die Inschrift birgt in r√∂mischen Ziffern die Jahreszahl 1712. Auch eine kostbare Monstranz tr√§gt den Namenszug der √Ąbtissin und die Jahreszahl 1722. Seit Bestehen unterstand das Kloster der Oberaufsicht des Abtes von Altenkampen am Niederrhein. Ihm oblag die letzte Entscheidung in der Wahrung der geistlichen und weltlichen Interessen des Klosters. Seine Entscheidung musste bei Kauf und Verkauf, Stiftungen und Bauten, sowie Wahlen der √Ąbtissin und des Pfarrers eingeholt werden. In den ersten zwei Jahrhunderten erwarb das Kloster durch √úbereignung (Mitgift der T√∂chter der in der Umgebung wohnenden Adels, die im Kloster im Sinne der damaligen Zeit Aufnahme fanden), Stiftungen und K√§ufe gro√üen Grundbesitz. Im B√∂rdekataster von 1685 werden insgesamt 51 H√∂fe aus der n√§heren Umgebung als Klostereigentum aufgef√ľhrt. Etliche Urkunden, die z. T. im Staatsarchiv M√ľnster, als auch im Stadtarchiv Soest aufbewahrt werden, k√ľnden von dem fast 6 Jahrhunderte w√§hrenden Wirken der Zistersienserinnen in unserer Heimat. Viele Einzelheiten aus der Klostergeschichte kann man heute im allgemein zug√§nglichen Schrifttum erfahren.

Reformation in Welver Die gro√üe religi√∂se Reformbewegung des 16. Jahrhunderts nahm auch in der B√∂rde ihren Lauf, nachdem die Stadt Soest sich 1531 zur Lehre Luthers bekannte. Durch Ankauf der um sie liegenden Freigrafschaften hatte Soest sich im 13./14. Jahrhundert die B√∂rde untertan gemacht. So versuchte sie nun auch als "Herrin der B√∂rde" der neuen Lehre T√ľr und Tor in den B√∂rdekirschspielen zu √∂ffnen. In Welver blieben die Verh√§ltnisse f√ľr lange Zeit recht verworren. Das Kloster blieb katholisch. Die √Ąbtissin Gertrud van Hoyte und ihre Nachfolgerin Margaretha v. F√ľrstenberg suchten gemeinsam mit dem Klosterkonvent die ihnen anvertraute Kirchengemeinde vor den "Einfl√ľssen der neuen Lehre" zu bewahren. Es kam zu langwierigen und erm√ľdenden Korrespondenzen und Auseinandersetzungen zwischen dem Soester Magistrat und den √Ąbtissinnen. Nach vielem Hin und Her, das gegenseitige Aussperrungen, ja Vertreibungen nicht ausschloss, blieb das Verh√§ltnis in Welver zun√§chst so, dass der Pfarrer katholisch und der jeweilige Vicekurat evangelisch war. Nat√ľrlich fehlte es bei dieser L√∂sung nicht an Reibereien und weiterem Streit. Im 30-j√§hrigen Krieg griffen mal kaiserliche Truppen zugunsten des Klosters, mal auch Soldaten des Soester Rates ein. Am 19. Dezember 1649 wurden Kirche, Pfarrhof und K√ľsterei in Welver nebst Kirchen- und Pfarrverm√∂gen durch die kurbrandenburgischen Kommissare Droste-Neuhoff zu Altena und Dr. Eberhard Zahn, kurf√ľrstl. Richter in Unna, in Gegenwart des Soester Magistrats endg√ľltig der evangelischen Gemeinde hierselbst √ľberwiesen und Albert Schev√§us als lutherischer Pfarrer in die Kirche zu Welver eingef√ľhrt. Das Kloster baute 1697-1700 eine neue Kirche dicht neben der alten (die heutige kath. Pfarrkirche). Zwischenzeitlich diente die ev. Kirche als Simultaneum, wie schon von 1565-1623; so fand unten in der Kirche der evangelische Gottesdienst und oben auf dem Nonnenchor der katholische statt. Heute stehen die beiden Kirchen eintr√§chtig und vertraulich beieinander und bilden so das Wahrzeichen des Kirchendorfes. Sie k√ľnden uns davon, wie unsere Vorfahren sich leidenschaftlich f√ľr den wahren Glauben und die Reinerhaltung des Evangeliums in neuer oder in traditioneller Form einsetzten.

Aufl√∂sung des Klosters Die Auswirkungen der "gro√üen Politik" im Gefolge der franz√∂sischen Revolution machen sich auch in unserer Heimat bemerkbar. Im Frieden von Luneville (1801) wird die Abtretung aller linksrheinischen Besitzungen deutscher F√ľrsten an Frankreich beschlossen. Die Betroffenen sollen "rechtsrheinisch" entsch√§digt werden. Die dazu notwendigen L√§nder sollen gem√§√ü Reichdeputationshauptschluss (1803) in Regensburg durch die Enteignung des geistlichen Besitzes bereitgestellt werden. Im Jahre 1804 erscheint eine Regierungskommission im Kloster Welver, um auch hier das Inventar aufzunehmen, Archiv und Kasse zu versiegeln und die Beschlagnahme auszusprechen. Nur durch den ausbrechenden Krieg verschieben sich die weiteren Ma√ünahmen. Mit den Konventsdamen und der √Ąbtissin Maria Theresia von Loen macht sich auch der junge Klosterorganist und Lehrer Bernhard Heinrich Honcamp gro√üe Sorgen um die Zukunft des Klosters. Er denkt an seine Schule, die er mit viel Liebe und Idealismus eingerichtet hat, die aber ohne die hilfsbereite Unterst√ľtzung und F√∂rderung durch die √Ąbtissin und den Konvent nicht l√§nger bestehen k√∂nnte. Auf Anregung Honcamps errichtet der Klosterkonvent an seiner neuen Kirche in aller Form eine katholische Pfarrgemeinde, welche von der Kammer zu Hamm unter Zustimmung des damaligen Gouverneurs am 03.09.1807 genehmigt wird. Zu dieser Pfarrgemeinde geh√∂ren seither die kath. Einwohner von Welver, Meyerich, Flerke, Klotingen, Recklingsen, Einecke, Eineckerholsen, Ehningsen, Berwicke, Nateln, Dinker, Vellinghausen, Eilmsen und Dorfwelver. Am 18.11.1809 wird ausschlie√ülich das Kloster Welver nach fast 570-j√§hrigem Bestehen aufgehoben. Geblieben aber sind der Welverer Wald, gr√∂√ütes zusammenh√§ngendes Waldgebiet der B√∂rde, die alten Teich- und Gr√§ftenanlagen, die Geb√§ude mit in Stein eingegrabenen Inschriften und dem Wappen der √Ąbtissin v. Aldebruch, die meisten der im Dorf noch bestehenden Fachwerkh√§user, in welchen die Bediensteten des Klosters wohnten, und die um 1700 erbaute Barockkirche.

Honcamp Das Honcamp-Denkmal erinnert an den wegen seiner G√ľte und Menschfreundlichkeit allseits geachteten und beliebten Lehrer, der als Klosterorganist von Anr√∂chte nach Welver kam und hier √ľber 60 Jahre als Erzieher und Musikfreund segensreich wirkte. Insbesondere widmete er sich auch der Armenpflege, besuchte Kranke und Notleidende in Welver und Umgebung. Er zeichnete u.a. Krankenbefunde auf, die er den √Ąrzten in der Stadt zur weiteren Veranlassung zukommen lie√ü. Mit Hilfe seiner gro√üen naturheilkundlichen Erfahrung konnte er selbst vielen Kranken Linderung und Besserung verschaffen. Wegen seiner Verdienste um die Allgemeinheit wurde ihm vom preu√üischen K√∂nig das Allgemeine Ehrenzeichen und sp√§ter der Rothe Adlerorden 4. Klasse verliehen. Im Jahre 1882 errichteten Honcamps Sch√ľler und Freunde ihm auf Anregung Ehrenamtmanns Wilhelm Smiths ein Denkmal auf dem alten Schulhof. Heute hat es in ver√§nderter Form seinen Platz vor der Grundschule in Welver gefunden.

Schulen Schon vor Honcamp bestand am Ort eine Schule, die von dem ev. K√ľster und Lehrer Heinrich K√∂tter seit etwa 40 Jahren geleitet wurde. Eine weitere wurde im Jahre 1861 f√ľr Meyerich und Flerke in Meyerich errichtet. 1892 folgte schlie√ülich die Schule in Klotingen. Im Bereich des alten Pfarrverbandes Welver waren somit gegen Ende des 19. Jahrhunderts insgesamt vier Schulen vorhanden.


Amtsverfassung Am 15.08.1809 wird durch die Gro√üherzoglich-Bergische Regierung die Einf√ľhrung einer Amtsverfassung verf√ľgt. Damit werden die B√∂rde-D√∂rfer aus der Botm√§√üigkeit der Stadt Soest entlassen. Welver geh√∂rt nur der Mairie Schwefe an, die Ehrenamtmann Arnold Smiths verwaltet. Smiths ist erster b√ľrgerlicher Besitzer auf "Haus Meyerich", das schon sehr fr√ľh in mittelalterlichen Urkunden als "castrum" (befestigter Burgsitz) erw√§hnt wird. Als Erstbesitzer werden die Herren von Mederyke genannt. In der weiteren Geschlechterfolge stehen die Familien v. Hertfelde, gen. Glassem, Lappe, Plettenberg, Dinklage und Plettenberg-Schwarzenberg. Um 1450 wird hier auf "Haus Meyerich" der "ber√ľhmteste Sohn der B√∂rde", der sp√§tere Deutschordensmeister von Livland, Wolter von Plettenberg , geboren. 1502 besiegte er in der Schlacht von Pleskau Zar Iwan III. Hierdurch rettete er f√ľr mehr als ein Menschenalter noch einmal die Selbstst√§ndigkeit des Ordens und konnte dem Land f√ľr viel Jahrzehnte den Frieden bewahren. Ein Abguss seines Standbildes am Ordensschloss zu Riga befindet sich im Burghofmuseum in Soest. Eine B√ľste dieses bedeutenden Ordensmeisters lie√ü Ludwig I. v. Bayern in der Walhalla bei Regensburg aufstellen. Mit der Geschichte des Amtes Schwefe ist der Name "Smiths", der neuen Besitzer von "Haus Meyerich", eng verbunden. Drei Mitglieder der Familie haben nacheinander die kommunalen Geschicke des Amtes als "Ehrenamtmann" ma√ügebend mitbestimmt. Der schon erw√§hnte Ehrenamtmann Arnold Smiths bekleidete dieses Amt von 1809 bis zu seinem Tode im Jahre 1837. Das war eine bedeutungsvolle Zeit, die mit der napoleonischen Besetzung, den Freiheitskriegen, der Sekularisation, den Stein'schen Reformen, und der Entlassung der Bauern aus der H√∂rigkeit viele neue Anf√§nge setzte und gro√üe Aufgaben stellte. Von 1844 bis 1854 war Albert Smiths, Sohn des Arnold Smiths, Ehrenamtmann und danach bis zu seinem Tode 1861 als erster Beigeordneter im Amtsbereich t√§tig. Am 03. Oktober 1873 schli√ülich wird in der Schule zu Eineckerholsen der √Ėkonom Wilhelm Smiths, Enkel des Arnold und Sohn des Albert Smiths, zum Ehrenamtmann des Amtes Schwefe gew√§hlt und durch den Landrat in sein Amt eingef√ľhrt. Seine Dienstunkosten wurden auf 400 Thaler j√§hrlich festgesetzt. Nach seinem Wahlspruch "Tue recht und scheue niemand" hat er sein Amt 49 Jahre lang treu verwaltet. Obwohl teilweise gel√§hmt, hat er sich rastlos f√ľr seine ihm √ľbertragene Aufgabe eingesetzt. Er war Hauptmann a.D. und von 1887 bis 1890 auch Reichstagsabgeordneter. Im Familienbesitz der Smiths befinden sich noch heute ein Schreiben Friederich des Gro√üen mit seiner pers√∂nlichen Unterschrift, mit welchem er den Verkauf des adeligen Guts "Haus Meyerich" an "B√ľrgerliche" gestattet und ein Schreiben des greisen Kaisers Wilhelm I., das er am Tage vor seinem Tode noch mit sehr zittriger Hand unterzeichnet hat und das von Bismarck gegengezeichnet ist.

Anschluss an die weite Welt Am 01.101850 erh√§lt unsere Heimat mit der Er√∂ffnung der "Westf√§lischen Eisenbahn" auf der Strecke Hamm - Soest - Paderborn auch ihren Eisenbahn-Anschluss an die gro√üe, weite Welt. Die Bahnstation zwischen Hamm und Soest erh√§lt den Namen "Welver", obgleich die gesamten Anlagen in Meyerischer Gemarkung liegen. Wollte man tunlichst eine Verwechslung des Namens "Meyerich" mit "Meiderich" (Duisburg) vermeiden? Oder wollte man der √ľber√∂rtlichen Bedeutung des Namen "Welver" (durch Kirchspiel und ehemal. Kloster) schon damals Rechnung tragen? 1876 wird die Strecke Dortmund-S√ľd - Welver in Betrieb genommen. Damit wird der Bahnhof zu einem Knotenpunkt, die Bahnstation gewinnt f√ľr alle umliegenden Geminden Bedeutung. Das Gebiet um den Bahnhof wird neuer Siedlungsschwerpunkt, der die zwei Kilometer auseinanderliegenden D√∂rfer Welver und Meyerich im Laufe der kommenden Jahre und Jahrzehnte mehr und enger aneinanderbindet. Heute ist diese Gebiet verkehrsm√§√üiges und wirtschaftliches Zentrum, w√§hrend die genannten D√∂rfer in Randlagen liegen. Bald ist in dem neuen Ortsteil "am Bahnhof" auch eine Poststelle er√∂ffnet. Apotheke, Molkerei, Spar- und Darlehenskasse, Lebensmittelgesch√§fte, Getreide- und Futtermilchhandel und Handwerksbetriebe siedeln sich in Bahnhofsn√§he an. Auch die Gastwirtschaften profitieren. Reisende aus dem bahnfernen Umland kommen nach Welver, stellen ihre Gespanne in den Stallungen der Gasth√∂fe unter und st√§rken sich vor der Weiterreise. Gesch√§ftsreisende logieren hier bei ihren Verkaufsfahrten in die umliegenden D√∂rfer. Im Sommer kommen die Aufk√§ufer aus den Gro√üst√§dten, die hier Obst kaufen und es mit der Bahn in gro√üen K√∂rben an die Auftraggeber in den Industriezentren versenden. In dem Haus Nr. 90 (heute Parkplatz / 1974 abgerissen) nimmt der erste in Welver praktizierende Arzt, Sanit√§tsrat Dr.med. Otto K√∂ster seine Wohn- und Praxisr√§ume. Sogar eine Kegelbahn war hier in diesem Neusiedlungsbereich schon vorzufinden (Gastwirtschaft Wilhelm Huffelmann im Haus Nr. 90a - sp√§ter Friseur Bergmann). Die erste Bahnhofswirtschaft richtet Christian Wiemer um 1880 ein. Sp√§ter er√∂ffnet er dann die bekannte Buchenwald-Gastronomie. Wie sich doch ein Ortsbild ver√§ndern kann, wenn es verkehrsm√§√üig besser erschlossen wird!

Beliebtes Ausflugsziel Um die Jahrhundertwende wird das Gebiet um Welver mit seinen herrlichen, alten Waldungen - der Eichenmischwald reichte noch bis zur heutigen Erlenstra√üe -, mit den von der Natur bevorzugten weiten Flur- und Auebereichen zu einem beliebten Naherholungs- und Ausflugsziel der Menschen des √∂stl. Ruhrgebiets. Viele Sonntagsausfl√ľgler, die mit der "Eisenbahn", damals selbstverst√§ndlich auch noch "dampflokgezogen", aus den Richtungen Unna / Dortmund, Hamm und Soest anfahren, suchen in den Sommermonaten Erholung, Abwechslung in der heimischen Landschaft. Auch in fidel geschm√ľckten Kremserwagen l√§sst es sich gut in geselliger Runde zur Kaffeetafel fahren, die in den Gartenwirtschaften schon gedeckt sind. Und als man um 1900 bei Bohrungen nach Steinkohle im Raume Nateln auf eine 20¬įC warme, 8%-ige Solquelle st√∂√üt, die pro Minute etwa 400 l Sole liefert, taucht nicht von ungef√§hr die Frage auf, ob man nicht in diesem abwechslungsreichen und sch√∂nen Fleckchen Erde auch ein Solbad errichten sollte. Die Pl√§ne zerschlagen sich endg√ľltig 1906, da andere und √§ltere Rechte zu ber√ľcksichtigen sind.

Vorl√§ufer der heutigen "Gro√ügemeinde" Die politische Gemeinde des Kirchdorfs nennt sich nun "Kirchwelver", um sich deutlicher von "Bahnhof Welver", dessen Gesamtbereich ja zu Meyerich geh√∂rt, zu unterscheiden. Der Siedlungsbau nimmt zu. Die Grenzen verwischen mehr und mehr, vor allem f√ľr die Neub√ľrger. Da ist es gut, dass es noch einen Steuerbescheid gibt. so erf√§hrt man wenigstens einmal im Jahr, wohin man wirklich geh√∂rt. Nach jahrelangen Beratungen in den verantwortlichen Gemeindegremien gelingt es schlie√ülich, zu einer Einigung √ľber die Zusammenlegung der Gemeinden Meyerich und Kirchwelver zu kommen. Das √ľbergemeindliche √∂ffentliche Interesse, kommunale und wirtschaftliche Erw√§gungen und die Entwirrung der Grenzverh√§ltnisse fordern dazu heraus. Es wird mit diesem Beschluss nachvollzogen, was durch die Entwicklung l√§ngst vorweggenommen ist. Die Allgemeinheit begr√ľ√üt die Zusammenlegung einhellig. Der Weg der neuen Gemeinde, die den Namen "Welver" erh√§lt, steht nun f√ľr die Zukunft offen.

Vor- und Fr√ľhgeschichte Durch fr√ľhgeschichtliche Funde, die von interessierten Heimatfreunden und Landwirten in und um Welver in den vergangenen Jahrzehnten gemacht wurden, ist doch viel Licht in unsere Vorzeit gebracht worden. Ein Teil dieser Oberfl√§chenfunde, die durch eine immer tiefere Bodenbearbeitung zutage treten ist im Burghofmuseum in Soest und im Heimathaus Welver zu sehen. Diese Funde, die alle registriert und in Karten eingezeichnet werden, auch solche, die in Privatbesitz bleiben, ergeben zusammengefasst Einblick in die Besiedlung unserer Heimat, bevor die ersten Urkunden √ľber die Menschen und deren Tun berichten. Die Bodenurkunden und deren Erhalt und Auswertung sind f√ľr die heutige und sp√§tere Erforschung von gro√üer Bedeutung. Die Eisenzeit hat wie die Bronzezeit ihre Spuren hinterlassen, allerdings sind Funde aus diesem Zeitraum (Bronzezeit - 2000 vor Zeitrechnung - bis 500 nach Zeitrechnung) selten, da Eisen- wie Bronzegegenst√§nde im Boden sich nicht immer bis auf unsere Tage erhalten haben. Auch konnte Eisen wie Bronze neu verwertet werden. Besonders h√§ufig sind Funde aus der Jungsteinzeit (5000 bis 2000 vor unserer Zeitrechnung), auch √§ltere Funde sind registriert worden. Eine besondere Bodenurkunde, die auf eine gr√∂√üere Siedlung hinweist, ist eine fr√ľhgeschichtliche Erdbefestigungsanlage im Kuhholz bei Kirchwelver. Sie wird von der Recklingser Stra√üe an n√∂rdlicher Seite von West nach Ost durchschnitten. Im Volksmund tr√§gt der Teich, der heute noch innerhalb der Anlage erhalten ist, den interessanten Namen "Wallhalla". Diedrichs schreibt in seinen Aufs√§tzen √ľber Vor- und Fr√ľhgeschichte in der Soester Zeitschrift, dass die Wallburg in Welver zu den Fundstellen geh√∂rt, die eine einwandfreie Zeitsetzung noch nicht gestattet. Dies bleibt wohl einer sp√§teren Forschung vorbehalten. [Quelle: "800 Jahre Welver". Hrsg.: Festausschuss der Vereine in der Gro√ügemeinde Welver. 1979]


Die heutige Gemeinde wurde im Rahmen der kommunalen Neuordnung in Nordrhein-Westfalen 1969 gebildet und umfasst 21 Ortsteile.

Ortsteile

  • Balksen
  • Berwicke
  • Blumroth
  • Borgeln
  • Dinker
  • Dorfwelver
  • Ehningsen
  • Eilmsen
  • Einecke
  • Eineckerholsen
  • Flerke
  • Illingen
  • Klotingen
  • Meyerich
  • Merklingsen
  • Nateln
  • Recklingsen
  • Scheidingen
  • Schwefe
  • Stocklarn
  • Vellinghausen
  • Welver

Beschreibung Ortsteile

Dorfwelver

Dorfwelver liegt etwa zwei Kilometer n√∂rdlich von Welver. Es leben etwa 230 Menschen in dem Dorf. Ortsvortsteherin ist Gabriele Schr√∂der ( CDU ). Das Dorf ist in Ober- und Unterdorf aufgeteilt. Jedes Jahr finden in dem Ort abwechselnd ein Dorffest und der traditionelle Schnadegang statt. Vor etwa 30 Jahren ist das Adelshaus Haus Matena abgerissen worden. Dieses gab Dorfwelver seinen urspr√ľnglichen Namen, zu Matena. Heute ist auf dem Gel√§nde eine Erdaufbereitungsanlage entstanden. Au√üerdem gibt es eine angesiedelte Freiwillige Feuerwehr Dorfwelver, die im 3. Zug, dem n√∂rdlichem Gemeindegebiet, zugeordnet ist.

Geografie Dorfwelvers

Dorfwelvers Grenzen liegen entlang der Ahse, der Lake und dem Salzbach , der im sp√§terem Verlauf zum Soestbach wird. Die Nachbard√∂rfer sind Dinker, Norddinker, S√ľddinker (beide Hamm), Recklingsen, Illingen und Welver. Die Landschaft ist gepr√§gt von Ackerbau und Wald.

Links zu Dorfwelver

Feuerwehr Dorfwelver

Einecke

Einecke ist ein kleines Dorf (nach Welver ca. 5 km) in der Soester-Börde mit ca. 200 Einwohnern. Einecke liegt grob in dem "Dreieck" Hamm-Soest-Werl, wobei es ca. zehn km von Soest und Werl und ca. 25 km von Hamm (Westf.) entfernt liegt.

Das Dorfleben ist sehr von der Geselligkeit gepr√§gt, dieses wird auch durch ein aktives Vereinsleben unterst√ľtzt. So gibt es die Avantgarde und den Sch√ľtzenverein Einecke, dem die Avantgarde als nicht eingetragener Verein untergliedert ist. Au√üerdem gibt es noch die Freiwillige Feuerwehr des Dorfes.

Einecke in fr√ľhen Urkunden

Schriftliche Erw√§hnungen √ľber Einecke findet man ab dem Jahr 1247 . Damals verkaufte das Kloster Cappenberg dem Walburgiskloster in Soest "G√ľter in Einecke" (bona in Endeke sita). "Endeke" soll √ľbrigens vom alts√§chsischen Eigennamen " Eniko " abstammen.

Weblinks

Scheidingen

Scheidingen

Weblinks

Vellinghausen

In dem Ortsteil leben etwa 750 Einwohner. Vellinghausen befindet sich 15 Kilometer √∂stlich der Stadt Hamm. Sehensw√ľrdigkeit ist die Burg Vellinghausen. Bekannt wurde der Ort durch die Schlacht von Vellinghausen 1761 im Siebenj√§hrigen Krieg.

Politik

Gemeinderat

  • CDU 12 Sitze
  • SPD 9 Sitze
  • FDP 2 Sitze
  • BG 5 Sitze

B√ľrgermeister

  • seit 2004 Wolfgang H√∂rster ( CDU )
  • bis 2004 Hans-Peter Luck

Bilder der ehem. B√ľrgermeister in Welver

Söhne und Töchter der Stadt

  • Johann Adolf Heinrich Brockhaus (* 21. Mai 1739 in Meyerich, heute zu Welver; ‚Ć 26. M√§rz 1811 ), Vater des Verlegers Friedrich Arnold Brockhaus .
  • Werner Lorant
  • Wolter von Plettenberg

Weblinks

Informationen aus der Umgebung

Hotels in der Umgebung

Hotel Plz Ort Mail Url Kategorie Telefon
Stadthotel Bartels 59457 Werl http://www.stadthotel-bartels.de/  02922 / 70 66
Parkhotel Wiener Hof 59457 Werl   02922 / 2633

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Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Welver aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Welver verfügbar.

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