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Letzte Änderung für Artikel Schloss Burg: 12.02.2006 21:35

Schloss Burg

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Schloss Burg an der Wupper (2004)
Schloss Burg an der Wupper (2004)

Schloss Burg liegt im Solinger Stadtteil Burg an der Wupper und ist die gr├Â├čte rekonstruierte Burganlage des Bergischen Landes.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Schloss Burg als Residenzschloss

Grundriss

Am Anfang des 12. Jahrhunderts (nach 1133 ) erbaute Graf Adolf II. von Berg (auch: vom Berge, de Berge) Schloss Burg auf einer H├Âhe ├╝ber der Wupper. Der alte Stammsitz der Grafen von Berg, n├Ąmlich Burg Berge in Odenthal-Altenberg, wurde damit aufgegeben. Der neue Stammsitz hie├č damals "Burg Neuenberge" oder "Neuenburg" ( lat. novus mons, novum castrum bzw. novi montis castrum (Feste auf dem neuen Berg)). Erst im 15. Jahrhundert erhielt sie nach dem gro├čen Umbau zum Jagdschloss wegen eines bestimmten Abschnittes der Anlage, der weiterhin "Burg" genannt wurde, ihren heutigen Namen.

Sein Nachfolger, Graf Adolf III. von Berg beteiligte sich am f├╝nften Kreuzzug und fiel 1218 in ├ägypten vor Damiette . Sein j├╝ngerer Bruder, Erzbischof Engelbert I. von K├Âln, ├╝bernahm wohl widerrechtlich die Grafschaft. Als Graf Engelbert von Berg (auch Engelbert II. von Berg) erbaute er den Palas 1218 - 1225 . Engelbert besa├č als Erzbischof und Graf, sowie auch als Vertrauter und Reichsverweser im Dienste von Friedrich II. und Vormund des sp├Ąteren K├Ânigs Heinrich VII. eine gro├če Machtf├╝lle. Naturgem├Ą├č hatte Engelbert auch Widersacher und wurde nach einer mi├čgl├╝ckten Streitvermittlung von seinem Neffen Friedrich von Isenberg am 7. November 1225 erschlagen.

Burg an der Wupper
Burg an der Wupper

W├Ąhrend des Limburger Erbfolgestreites nahm Graf Adolf V. von Berg in der entscheidenden Schlacht von Worringen (1288) teil. Nach dem Sieg wurde der Verlierer, der Erzbischof von K├Âln Siegfried von Westerburg , auf Schloss Burg gefangen gehalten. Adolf V. hatte nun freie Hand, eine Stadt unter seiner Kontrolle am Rhein zu gr├╝nden: D├╝sseldorf.

Im 13. und 14. Jahrhundert war das Schloss Hauptresidenz der Grafen.

Schloss Burg als Jagdschloss

1385 , also f├╝nf Jahre nachdem K├Ânig Wenzel Wilhelm II. von J├╝lich-Berg 1380 in den Herzogsstand erhob, wurde D├╝sseldorf Residenzstadt des Herzogtums Berg. Schloss Burg diente weiter als Jagdschloss und f├╝r zeremonielle Angelegenheiten. Den s├╝dlichen Teil lie├č Herzog Wilhelm von J├╝lich-Berg gegen 1500 anbauen. 1496 wurde seine Tochter, Maria von J├╝lich-Berg in einer Kinderverlobung auf der Burg Johann von Kleve-Mark (sp├Ąter Johann III. , der Friedfertige genannt) versprochen. Mit ihrer Hochzeit, die 14 Jahre sp├Ąter auf der Burg gefeiert wurde, kam es zur Bildung der Vereinigten Herzogt├╝mer J├╝lich-Kleve-Berg. Deren zweite Tochter war Anna von Kleve , die mit Heinrich VIII. von England kurzzeitig verheiratet war.

Zerfall ab dem Drei├čigj├Ąhrigen Krieg

Ausschnitt aus dem Kartenwerk Topographia Ducatus Montani, 1715 (Schloss Burg rechts unten)
Ausschnitt aus dem Kartenwerk Topographia Ducatus Montani, 1715 (Schloss Burg rechts unten)

1632 wurde Schloss Burg w├Ąhrend des Drei├čigj├Ąhrigen Kriegs von den Schweden beschossen und belagert. Nach dem Krieg zerst├Ârten die kaiserlichen Truppen 1648 unter Oberst Heinrich von Plettenberg bei ihrem Abzug alle Wehranlagen ( Bergfried , Mauern, Tore und T├╝rme) au├čer dem Diebesturm und einigen Wirtschaftgeb├Ąuden. 1700 wurde der Hauptbau wieder teilweise instandgesetzt. Bis 1807 blieb er Sitz der herzoglichen Rentmeister und Richter des bergischen Amtes Bornefeld.

Bis 1849 wurde die Burg gewerblich-industriell genutzt, u.a. wurde in den verlassenen Schlossbauten eine Wolldeckenfabrik eingerichtet, die die bekannten Burger Scharzen herstellte. Der Volksmund nannte daher Schloss Burg a.d.W. auch Schaazenborg, Scharzenburg. Mitte 1849 riss man das Dach vom Palas herunter, das Eisen- und Holzwerk sollte zum Bau des Elberfelder Landgerichts verwendet werden. Ab diesem Zeitpunkt zerfiel der Palas fast vollst├Ąndig und wurde zur Ruine.

Wiederaufbau und Restaurierung ab 1890

Der Architekt Gerhard August Fischer aus Barmen setzte sich seit 1882 mit einer F├╝lle von Zeichnungen, Pl├Ąnen, Entw├╝rfen und eigenen Grabungen f├╝r den Wiederaufbau ein. Dabei verwendete er auch alte Unterlagen und orientierte sich in erster Linie an dem Aussehen der rheinl├Ąndischen Burgen im 16. Jahrhundert.

Am 3. August 1887 gr├╝ndete man den Verein zur Erhaltung der Schlo├čruine zu Burg a.d. Wupper, der sp├Ąter in Schlossbauverein umbenannt wurde.

Ab 1890 erfolgte dann der Wiederaufbau durch den Schlossbauverein unter F├╝hrung des Wermelskirchener Fabrikanten Julius Schumacher; die Bauarbeiten zogen sich bis 1914 hin. W├Ąhrend des Aufbaus beteiligten sich Maler der Kunstakademie D├╝sseldorf. So haben Claus Meyer , Peter Janssen , und Willy Spatz historisierende Wandgem├Ąlde gestaltet. Als letzter Bauabschnitt des Aufbaus wurde der Batterieturm errichtet, der seit dem 21.Oktober 1951 die "Gedenkst├Ądte des Deutschen Ostens" beherbergt.

In der Nacht zum 26. November 1920 brannten das Dachgeschoss des Palas, das Torhaus und der Treppenbau vollst├Ąndig aus. Von Neugierigen wurde anschlie├čend Eintritt verlangt, der Erl├Âs floss in den Wiederaufbau, der von 1922 bis 1925 andauerte.

1929 wurde das Engelbert-Denkmal zu Ehren des Erbauers und Erzbischofes eingeweiht. Das Werk des Bildhauers Paul Wynand aus Berlin wurde von Max Albert Molineus gestiftet.

Das Reiterstandbild des Grafen Engelbert II. von Berg in Schloss Burg
Das Reiterstandbild des Grafen Engelbert II. von Berg in Schloss Burg

Heute

Einleitung

Das heutige Aussehen entspricht nicht exakt dem bisher erstmalig bekannten, von Erich Philipp Ploennies um 1715 dokumentierten Zustand, der allerdings Schloss Burg ohne Bergfried und Wehranlagen zeigt. Die Rekonstruktion nach Pl├Ąnen des Barmer Architekten G. A. Fischer ist heute ein Publikumsmagnet, j├Ąhrlich 250.000 Menschen besuchen die Anlage. Die Schlosskirche ist beliebt f├╝r Trauungen.

Der Schlossbauverein

Verantwortlich f├╝r den Erhalt der Burg ist der Schlossbauverein. Er wurde im Jahr 1887 als Verein zur Erhaltung der Schlo├čruine Burg an der Wupper gegr├╝ndet, treibende Kraft war dabei der Fabrikant Julius Schumacher. 10 Jahre sp├Ąter wurde er in Schlo├čbauverein Burg an der Wupper e.V. umbenannt. Die Gesch├Ąftsf├╝hrung hat seit Mai 2005 Dr. Stefan Geppert inne, er ist der Nachfolger von Dr. Dirk S├Âchting, der 25 Jahre auf dieser Position t├Ątig war. Erster Vorsitzender ist Klaus-Dieter Schulz.

Das Bergische Museum

Schloss Burg beherbergt das Museum des Bergischen Landes. Es befindet sich im inneren Teil der Burganlage und kostet Eintritt. In vier wichtigen R├Ąumen des Museums finden Veranstaltungen statt: Rittersaal, Ahnengalerie, Kemenate und Kapelle.

In der Ahnengalerie wird die Geschlechterfolge der bergischen Landesherren mit Stammb├Ąumen und Gem├Ąlden dargestellt. Weiter sind u.a. R├╝stungen und Waffen in der R├╝stkammer, Jagdaccessoires und M├╝nzen, etwa den K├Âlner Silberdenar von Erzbischof Engelbert I. Graf von Berg, zu sehen. Ein Wandgem├Ąlde im Rittersaal von C. Meyer (1856-1919) zeigt die Ermordung Engelberts 1225.

Weitere Einrichtungen

Im Batterieturm des Schlosses ist die Gedenkst├Ątte des Deutschen Ostens untergebracht. Sie beherbergt Glocken aus K├Ânigsberg und Breslau und das so genannte Mahnmal der Vertreibung , das aus einer steinernen Gruppenplastik von Prof. Kurt Schwerdtfeger besteht. Sie modelliert eine Fl├╝chtlingsfamilie in Lebensgr├Â├če. Weiter sind auf dem Gel├Ąnde der Burg ein B├╝cherantiquariat und mehrere Gastst├Ątten angesiedelt. Dar├╝ber hinaus gibt es L├Ąden, in denen man Andenken kaufen kann.

Regelm├Ą├čige Veranstaltungen

Die erste regelm├Ą├čige Veranstaltung im Jahr ist der Ostermarkt, im Jahr 2005 fand dieser zum elften Mal statt. Die Ritterspiele und der Historische Mittelaltermarkt sind ebenfalls fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders. Gegen Ende des Jahres folgt die Kunsthandwerkermesse, die sich im Jahr 2005 bereits zum 27. Jahr stattfand. Der Adventsbasar bildet traditionsgem├Ą├č den Jahresabschluss des Festreigens. Regelm├Ą├čig finden auch Ausstellungen und B├╝cherm├Ąrkte statt.

Infrastruktur und Umgebung

Seilbahn hoch nach Schloss Burg
Seilbahn hoch nach Schloss Burg

Wanderwege f├╝hren in die umgebenden W├Ąlder, nach Unterburg und nach Oberburg. In der ortsans├Ąssigen Gastronomie, die zum Teil auf dem Gel├Ąnde der Burgananlage angesiedelt ist, kann man die Burger Bretzel kaufen und die Bergische Kaffeetafel genie├čen. Den Brezelb├Ąckern wurde an exponierter Stelle sogar ein Denkmal gesetzt. Eine Seilbahn (Sesselbahn) - angeblich die erste Seilbahn in Nordrhein-Westfalen - verbindet seit dem 31. Mai 1952 Unterburg mit Oberburg, wo sich die Burg befindet. Burg an der Wupper war urspr├╝nglich eine selbst├Ąndige Gemeinde im Rhein-Wupper-Kreis. Bei der Kommunalgebietsreform 1975 wurde sie jedoch nach Solingen eingemeindet.

Seit dem Jahr 2005 wird der Eingangsbereich vor der Burg, unter anderem auch die Parkpl├Ątze, komplett neu gestaltet.

Literatur

  • Dirk Soechting: Schloss Burg an der Wupper. Sutton Verlag 2004, 96 Seiten, 124 Abbildungen, ISBN 3-89702-761-5 .
  • Dirk Soechting: Schloss Burg als Postkarte, Verlag Ute Kierdorf, Remscheid 1980, ISBN 3-922055-26-5 .
  • Elke Lutterbach: Schloss Burg an der Wupper (Ritterburgen Band 1). J.P. Bachem Verlag 2003, 144 Seiten, 250 Abbildungen, ISBN 3-7616-1699-6
  • Dirk Soechting: Bergisches Museum Schlo├č Burg Solingen a. d. Wupper, Braunschweig 1982, ISSN 0341-8634
  • Kurzf├╝hrer "Adels Schloss und RitterBurg", Neuauflage des Burgf├╝hrers f├╝r 2006 geplant.
  • Dirk Soechting: Wenn es dunkel wird im Schloss. Geschichten von Schloss Burg, THALES Verlag GmbH 2003, ISBN 3-88908-499-0
  • Dirk Soechting: Die Ritter auf Schloss Burg an der Wupper. Bildband zur Ausstellung, THALES Verlag GmbH 2004, ISBN 3-88908-498-2

Weblinks


Koordinaten: 51┬░ 8' 15.39" N, 7┬░ 9' 10" O

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