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Letzte Änderung für Artikel Herzogtum Geldern: 16.02.2006 20:54

Herzogtum Geldern

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Herzogtum Geldern um 1350
Herzogtum Geldern um 1350

Das Herzogtum Geldern war ein Territorium des im Niederrheinisch-Westf√§lischen Reichskreis. Es grenzte im Norden an die Zuiderzee, im Osten an das F√ľrstbistum M√ľnster , das Kurf√ľrstentum K√∂ln sowie die Herzogt√ľmer Kleve und J√ľlich und im S√ľden an das Herzogtum Limburg , im Westen an das Herzogtum Brabant und die Vereinigten Niederlande .

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Das Herzogtum Geldern bestand im Wesentlichen aus dem Quartier Roermond (dem Oberquartier), in dem auch die Stadt Geldern liegt, und den drei Niederquartieren Arnheim ( Veluwe ), Nimwegen (Betuwe) und Zutphen . Das Oberquartier am Niederrhein zu beiden Seiten der Maas war r√§umlich von den drei √ľbrigen Gebieten im S√ľdosten der Niederlande an IJssel und Waal getrennt.

Die heutige Provinz Gelderland in den Niederlanden deckt die drei vorgenannten Niederquartiere des ehemaligen Territoriums ab.

Das Herzogtum ist nach der Stadt Geldern im Kreis Kleve, Nordrhein-Westfalen benannt.

Geschichte

Geldern wurde urspr√ľnglich von Sigambrern und Batavern , sp√§ter von Franken bewohnt und bildete einen Teil des K√∂nigreichs Austrasien . Nach dem Untergang der karolingischen Monarchie geh√∂rte das sp√§tere Geldern zum Herzogtum Lothringen und kam durch den Vertrag von Mersen 870 an Deutschland .

In der zweiten H√§lfte des 11. Jahrhunderts entwickelte sich auch hier eine Territorialgewalt ; als erster Graf von Geldern gilt Gerhard III. von Wassenberg (um 1096 , benannt nach dem Ort bzw. der Burg Wassenberg). Dessen Enkel Heinrich I. (gest. 1182 ) erbte 1179 die Stadt Zutphen . Seine Nachfolger Otto I. und Gerhard III. vergr√∂√üerten diesen Besitz durch mannigfache Erwerbungen in den Landschaften Veluwe und Betuwe . Otto II. , der Lahme, befestigte mehrere St√§dte und bedachte sie mit bedeutenden Privilegien zur Hebung des Handels, auch erhielt er von Wilhelm von Holland 1248 den pfandweisen Besitz der Vogtei √ľber die Reichsstadt Nimwegen .

Sein Sohn und Nachfolger Rainald I. erhob gegen Adolf V., Grafen von Berg, Anspr√ľche auf das Herzogtum Limburg . In dem hieraus entstehenden Krieg kam es am 5. Juni 1288 bei Worringen zur Schlacht, in welcher Rainald I. gefangen wurde. Er musste sich die Freiheit mit Verzichtleistung auf alle Anspr√ľche auf Limburg erkaufen. 1310 erhielt er von Heinrich VII. f√ľr seine Besitzungen das Privilegium de non evocando, wodurch seine Untertanen von der Gewalt ausl√§ndischer Gerichte befreit wurden. Da er infolge einer in der Schlacht von Worringen erhaltenen Wunde gem√ľtskrank war, erhob sich 1316 ein Aufstand in Geldern, an dessen Spitze sein Sohn Rainald II. stand. Derselbe bem√§chtigte sich 1320 des Vaters durch List und warf ihn ins Gef√§ngnis, worin er 1326 starb.

Rainald II. wurde 1339 vom Kaiser Ludwig dem Bayern zum Herzog von Geldern erhoben und gleichzeitig mit Ostfriesland belehnt. Als er 1343 starb, folgte ihm sein zehnj√§hriger Sohn Rainald III. unter Vormundschaft des Grafen Adolf II. von der Mark . Es bildeten sich zwei Parteien, die nach zwei vornehmen Familien benannt wurden: die Hekeren oder Heeckeren , an deren Spitze Herzog Rainald stand, und die Bronkhorsten , welche dessen Bruder Eduard anf√ľhrte. In der Schlacht bei Tiel 1361 wurde Rainald besiegt und gefangen genommen; Eduard √ľbernahm nun die Regierung, verlor aber in einer Fehde mit Brabant das Leben (1371). Jetzt wurde der bisher gefangen gehaltene Rainald III. wieder zur Regierung berufen, doch starb auch er noch in demselben Jahr ebenfalls kinderlos. W√§hrend sich nun die Hekeren f√ľr Mathilde, Tochter Rainalds II. und Witwe des Grafen Johann I. von Kleve , erkl√§rten, suchten die Bronkhorsten Wilhelm von J√ľlich, dem siebenj√§hrigen Neffen des letzten Herzogs, zur Regierung zu verhelfen, woraus der Geldrische Erbfolgekrieg entstand, welcher erst 1379 zu gunsten Wilhelms endete, der sodann 1383 von K√∂nig Wenzel als Herzog von Geldern anerkannt wurde. 1393 fiel ihm das Herzogtum J√ľlich als Erbschaft zu; er starb 1402 . Sein Bruder und Nachfolger Rainald IV. musste die Stadt Emmerich einem fr√ľhern Versprechen zufolge dem Herzog von Kleve √ľberlassen.

Da auch Rainald IV. 1423 kinderlos starb, √ľbernahm die Regierung sein Gro√üneffe Arnold von Egmond , bei dem sein Vater Johann von Egmond , Herr von Arkel, die Vormundschaft f√ľhrte. Auch der Kaiser Sigismund hatte 1424 diese Nachfolge best√§tigt, doch schon 1425 widerrief er diese Best√§tigung und setzte den Herzog Adolf von Berg und J√ľlich als Herzog von Geldern ein. Ein langj√§hriger Krieg war die Folge, da nun auch Arnold Anspr√ľche auf J√ľlich erhob; es kam um den Hubertustag am 3. November 1444 zur Schlacht bei Linnich am heutigen Hubertuskreuz bei Linnich. Der Krieg endete schlie√ülich damit, dass sich das Haus Egmond in Geldern und Adolf und seine Erben in J√ľlich behaupteten. Herzog Arnold lag mit seinen St√§dten, besonders mit Nimwegen , in fortw√§hrendem Hader , und da er dem Lande dr√ľckende Steuern auferlegte, bildete sich eine Verschw√∂rung gegen ihn, an der seine eigene Gemahlin, die herrschs√ľchtige und gewaltt√§tige Katharina von Kleve , und sein Sohn Adolf teilnahmen. Anfangs gewann Arnold das √úbergewicht, und Adolf musste das Land r√§umen; jedoch nachdem er zur√ľckgekehrt war, bem√§chtigte er sich des Vaters durch Verr√§terei 1465 und hielt ihn auf Schloss B√ľren in harter Gefangenschaft. Karl der K√ľhne von Burgund benutzte die willkommene Gelegenheit, sich einzumischen, wozu ihm der allgemeine Unwille √ľber Adolfs Grausamkeit den Vorwand bot; er zwang diesen zur Freigebung des Vaters und setzte ihn gefangen ( 1471 ), worauf er Arnold 1472 das Herzogtum Geldern f√ľr 92.000 Goldgulden abkaufte. Adolf erhielt indes nach dem Tod Karls des K√ľhnen ( 1477 ) die Freiheit wieder und wurde von den Gentern an die Spitze einer Partei gestellt, die eine Heirat zwischen Maria von Burgund und ihm erzwingen wollte; doch fand er bald darauf bei der Belagerung von Tournai seinen Tod. Nun suchte zwar Katharina, Adolfs Schwester, f√ľr dessen Sohn Karl die Regierung zu f√ľhren; doch vermochte sie sich gegen Maximilian von √Ėsterreich , auf den durch seine Verm√§hlung mit Maria von Burgund die burgundischen Anspr√ľche √ľbergegangen waren, nicht zu behaupten, und dieser nahm 1483 das Land in Besitz. Karl gab allerdings seine Anspr√ľche nicht auf, sondern sammelte mit franz√∂sischer Unterst√ľtzung ein Heer und bem√§chtigte sich 1492 und 1493 seines v√§terlichen Erbes wieder. Alle Versuche Maximilians, Geldern wiederzuerobern, waren vergeblich, und auch die niederl√§ndischen Statthalter, Erzherzog Philipp und nachher Margarete , vermochten nichts gegen Karl auszurichten, welcher 1507 in Brabant und Holland eindrang, 1511 Harderwijk und Bommel eroberte, 1512 vor Amsterdam erschien und 1514 Groningen einnahm. Erst 1528 wurde er von Karl V. gezwungen, in dem Vertrag von Gorinchem Geldern und Z√ľtphen von jenem zu Lehen zu nehmen.

1534 machte Herzog Karl, da er kinderlos war, den Versuch, Geldern an Frankreich zu bringen; allein dem widersetzten sich die St√§nde aufs heftigste und n√∂tigten ihn zur Abtretung des Landes an den Herzog von Kleve, Wilhelm den Reichen , 1538 ; noch in demselben Jahr starb Karl. Mit den Franzosen verb√ľndet, behauptete sich Wilhelm l√§ngere Zeit mit Gl√ľck; endlich erschien aber Karl V. selbst am Niederrhein und n√∂tigte ihn, in einem Vertrag vom 7. September 1543 Geldern nochmals an ihn abzutreten, das nun definitiv mit den habsburgisch-burgundischen Niederlanden vereinigt wurde.

Die niederl√§ndische Revolution hatte eine Trennung Gelderns zur Folge, indem der n√∂rdliche Teil davon 1579 der Utrechter Union beitrat und deshalb ‚ÄěHoll√§ndisches Geldern‚Äú genannt wurde, der s√ľdliche Teil aber Spanien treu blieb und darum ‚ÄěSpanisches Geldern‚Äú hie√ü. W√§hrend das holl√§ndische Geldern von da an das Schicksal der Generalstaaten teilte, kam das spanische Geldern (das so genannte Oberquartier Geldern) durch den Frieden von Utrecht ( 1713 ) mit der Hauptstadt Geldern an Preu√üen au√üer Venlo , das an die Generalstaaten, und Roermond , das nebst den √ľbrigen spanischen Niederlanden an √Ėsterreich fiel.

Im Frieden von Basel ( 1795 ) jedoch fiel ein Teil desselben und im Lunéviller Frieden ( 1801 ) das Ganze als Departement Roer an Frankreich .

Beim Wiener Kongress ( 1815 ) wurde letztendlich das gesamte Rheinland Preu√üen zugesprochen. Das Herzogtum Geldern geh√∂rte dazu. Allerdings wurden die Gebiete √∂stlich der Maas unter Ber√ľcksichtigung eines √∂stlich parallel zu ihr verlaufenden schmalen Streifens an die Niederlande abgetreten.

Daraufhin wurde im Zuge der Preu√üischen Verwaltungsorganisation am 23. April 1816 der Kreis Geldern als einer von √ľber 40 Landkreisen der Provinz J√ľlich-Kleve-Berg, der sp√§teren Rheinprovinz neugebildet.

Herrscher Gelderns

(Aufzählung: Regentschaft von bis, Name, geboren+gestorben, Familie, etc.)

  • - Karolinger
  • Megingoz

Grafen von Geldern

Haus Wassenberg

  • vor 1096 -um 1129 - Gerhard I. (auch Gerhard III. von Wassenberg) (Graf von Geldern) (* um 1060; ‚Ć um 1129)
  • um 1129 -um 1131 - Gerhard II. (der Lange) (Graf von Geldern) (* um 1090/95; ‚Ć um 1131)
  • um 1131 - 1182 - Heinrich I. (* um 1117; ‚Ć 1182) (Vater von Gerhard III. (√§ltester Sohn und Mitregent) und Otto I.)
  • 1182 - 1207 - Otto I. (* um 1150; ‚Ć 1207) (j√ľngster Sohn von Heinrich I.)
  • 1207 - 1229 - Gerhard IV. (* um 1185; ‚Ć 1229)
  • 1229 - 1271 - Otto II. (der Lahme) (* um 1215; ‚Ć 1271) (Sohn: Rainald I.)
  • 1271 -( 1288 ) 1318 - Rainald I. (der Streitbare) (bis 5. Juni 1288 Schlacht von Worringen; 1310 Privilegium de non evocando; 1316 Aufstand) (* um 1255; ‚Ć 1326)
  • 1318 / 39 - 1343 - Rainald II. (der Rote / der Schwarze) (ab 1339 Herzog von Geldern, mit Ostfriesland belehnt) (* um 1295; ‚Ć 1343) (Sohn Rainald III., Sohn Eduard, Mathilde (verheiratet mit Graf Johann I. von Kleve))

Herzöge von Geldern und Grafen von Zutphen

Haus Wassenberg

  • 1339 - 1343 - Rainald II. (der Rote) (* um 1295; ‚Ć 1343) (s. o.)
  • 1343 - 1361 - Rainald III. (der Dicke) (1343/44 Vormund: Eleonore von England, Tochter von Eduard III. von England (?), Frau von Rainald II.) (* 1333; ‚Ć 1371)
  • 1361 - 1371 - Eduard (* 1336; ‚Ć 1371) (j√ľngerer Bruder von Rainald III.)
  • 1371 - 1371 - Rainald III. (der Dicke) (s. o.)
  • 1371 - 1379 - (Erbfolgekrieg)

Haus J√ľlich-Hengebach

  • 1371 - 1402 - Wilhelm I. (1371-77 Vormund: Herzog Wilhelm von J√ľlich , Vater des Wilhelm (I.)) (anerkannt 1383 von K√∂nig Wenzel als Herzog von Geldern) (* 1363; ‚Ć 1402) (Neffe von Rainald III. und Eduard, sein Bruder war Rainald IV.) (durch Erbschaft: 1393-1402 Herzog von J√ľlich)
  • 1402 - 1423 - Rainald IV. (* um 1365; ‚Ć 1423) (Bruder von Wilhelm I., starb kinderlos) (1402-1423 Herzog von J√ľlich)

Haus Egmond

  • 1423 - 1465 - Arnold von Egmond (1423-36 unter Vormundschaft von Johann II. von Egmond, Herr von Arkel) (* 1410; ‚Ć 1473) (Gro√üneffe (Enkel der Schwester) von Rainald IV., Sohn von Johann II. von Egmond, Herr von Arkel, Ehefrau: Katharina von Kleve, Sohn Adolf (der wiederum Sohn Karl hatte), Tochter Katharina)
  • 1465 - 1471 - Adolf von Egmond (* 1439; ‚Ć 1477) (Sohn von Arnold, Sohn Karl)
  • 1471 - 1473 - Arnold von Egmond (* 1410; ‚Ć 1473) (s. o.)

Haus Valois (Burgundisch)

  • 1473 - 1477 - Karl der K√ľhne (* 1433; ‚Ć 1477) (1467-1477 Herzog von Burgund etc.

Haus Egmond

  • 1477 - 1477 - Adolf von Egmond (* 1439; ‚Ć 1477) (s. o.; zum zweiten Mal)

Haus Habsburg (Burgundisch)

  • 1477 - 1482 - Maria von Burgund (1457-1482) mit Erzherzog Maximilian von √Ėsterreich (1459-1519)
  • 1482 - 1492 - Philipp I. der Sch√∂ne (1478-1506) (unter Vormund: Kaiser Maximilian I. )

Haus Egmond

  • 1492 - 1538 - Karl von Egmond (* 1467; ‚Ć 1538) (Sohn von Adolf, s. o.)

Haus Kleve-Mark

  • 1538 - 1543 - Wilhelm (II.) der Reiche (1516-1592), 1539-1592 Herzog von J√ľlich-Kleve-Berg

Haus Habsburg (Burgundisch-Spanisch)

  • 1543 - 1555 - Karl V. (1500-1558)
  • 1555 - 1581 / 98 - Philipp II. von Spanien (1527-1598) (1581 setzten die Generalstaaten Philipp II. ab, d. h. die Herrschaft des Herzogs von Geldern galt de facto nur noch √ľber das Oberquartier)

ab hier Teilungen

  • (Trennung in s√ľdlichen und n√∂rdlichen Teil durch niederl√§ndische Revolution (Generalstaaten))
  • Preu√üen (1713-)

Literatur

  • Johannes Stinner und Karl-Heinz Tekath (Hrsg.), Gelre - Geldern - Gelderland. Geschichte und Kultur des Herzogtums Geldern., Verlag des Historischen Vereins f√ľr Geldern und Umgegend, Geldern 2001
  • van Span, Historie van Gelderland, Utrecht 1814
  • Nijhoff, Gedenkwaardigheden uit de geschiedenis van Gelderland, Arnheim 1851-75, 6 Bde.
  • Nijhoff, Het voornaemste uit de geschiedenis van Gelderland, Arnheim 1869
  • Meester, Geschiedenis van de staten van Gelderland, Harderwijk 1864

Siehe auch

Weblinks


Dieser Artikel basiert in Teilen auf dem Artikel Geldern , in: Meyers Konversationslexikon , 4. Aufl. 1888-90, Band 7, Seite 52

Wikipedia

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