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Letzte Änderung für Artikel Herzogtum Berg: 20.02.2006 08:45

Herzogtum Berg

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Das Herzogtum Berg (Ducatus Montensis) war ein Territorium des im Niederrheinisch-Westf├Ąlischen Reichskreis auf der rechten Rheinseite zwischen dem F├╝rstbistum M├╝nster , dem Reichsstift Essen, der Grafschaft Mark, dem Herzogtum Westfalen, dem Kurf├╝rstentum K├Âln, dem F├╝rstentum Moers und dem Herzogtum Kleve gelegen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das Herzogtum Berg umfasste ein Areal von 2.975 km┬▓ mit 262.000 Einwohnern. Es geh├Ârt heute zu den Regierungsbezirken D├╝sseldorf und K├Âln.

Die Mittelgebirgsregion Bergisches Land, bestehend aus Wuppertal, Solingen, Remscheid, Leverkusen, dem Niederbergischen Land und dem Oberbergischen Land verdankt ihren Namen dem Herzogtum Berg.

Das Oberbergische Land besteht aus dem Oberbergischen Kreis und dem Rheinisch-Bergischen Kreis, w├Ąhrend sich das Niederbergische Land aus dem Kreis Mettmann, D├╝sseldorf und M├╝lheim an der Ruhr zusammensetzt.

Das Wappentier des Bergischen Landes ist der Bergische L├Âwe; bis auf wenige Ausnahmen (z. B. Solingen) tragen dies die meisten St├Ądte und Kreise im Wappen.

Die Ämter von Berg

Das Herzogtum war verwaltungstechnisch in ├ämter unterteilt, sie hie├čen:

Amt Angermund, Amt L├Âwenburg - Amt Porz - Amt Miselohe - Amt Monheim - Amt Ratingen - Amt Mettmann - Amt Solingen - Amt Elberfeld - Amt Beyenburg - Amt Blankenberg - Amt Bornefeld - Amt Steinbach - Amt Windeck - Herrschaft Sch├Âller - Herrschaft Broich - Herrschaft Hardenberg - Amt Kaster - Amt Bergheim - Amt J├╝lich - Amt Aldenhoven - Amt Eschweiler - Amt Wilhelmstein - Amt D├╝ren - Amt N├Ârvenich .

Geschichte

Urspr├╝nge der Grafschaft Berg

Das Herzogtum war beim ersten Erscheinen der R├Âmer von Ubiern , sp├Ąter von Tenkterern und Sugambrern , nach der V├Âlkerwanderung von ripuarischen Franken bewohnt und Grenzland zu den Sachsen. Das Christentum fand hier zuerst um 700 Eingang durch Suitbert , Bedas Sch├╝ler, der auf einer Rheininsel bei D├╝sseldorf das Stift Kaiserswerth gr├╝ndete.

Die ersten Grafen

Vorbemerkung

Bei den "offiziellen" Z├Ąhlungen der Grafen und Herz├Âge von Berg kommt es immer wieder zu Verwirrungen. Einerseits wurde der genealogische Stammbaum der Berger durch Erg├Ąnzungen oder Neuinterpretationen in den letzten Jahrzehnten immer wieder ver├Ąndert und erg├Ąnzt, andere Heimatforscher zweifeln die Ergebnisse wieder an. Dar├╝ber hinaus gibt es die unterschiedlichsten Namensbezeichnungen, da sich durch die damalige Heiratspolitik gleich mehrere Titel ansammelten. Selbst ausgewiesene Experten der Geschichte des Bergischen Landes und Kenner der umliegenden historischen Territorien haben Schwierigkeiten, eine einheitliche Linie zu finden.

Ältester Hinweis

Der ├Ąlteste Hinweis auf die Familiengeschichte der Berger stammt aus einer von Levold von Northof ├╝bermittelten mittelalterlichen Oralchronik (als einer m├╝ndlich ├╝berlieferten Familiengeschichte). In seiner "Chronica comitum de Marka" ( 1358 vollendet) wird nach Einsch├Ątzung der ├╝berwiegenden Mehrheit der Historiker ein relativ glaubhaftes Bild der Familiengeschichte gezeichnet, da er seine Studienzeit unter anderem mit dem Grafensohn Adolf VI. von Berg verbrachte. Kern seiner ├ťberlieferung ist die Aussage, dass die M├Ąrker und Berger bis zur Teilung des Landes 1160 eine gemeinsame Familiengeschichte hatten.

Die Vorfahren der Grafen von Berg aus dem Hause der Grafen von Werl finden demnach erstmals um 1003 Erw├Ąhnung und besa├čen das Vogteiamt ├╝ber die Abteien Deutz der Benediktiner und die Abtei in Werden sowie die Burgherrschaft ├╝ber die Burg Altena im S├╝derland, dem heutigen Sauerland. Die V├Âgte waren eine Art Schutzpatrone f├╝r die gro├čen G├╝ter und Besitzungen.

Die Grafen Adolf

1068 nennt sich ein Adolf, der dritte dieses Namens, zuerst mit dem Zusatz "vom Berge" (latinisiert: "de Monte"); etwa um diese Zeit erscheinen die Berger auch als V├Âgte von Siegburg. Um 1080 werden in seinem oder seines Nachfolgers Namen Silberm├╝nzen gepr├Ągt mit der Aufschrift "ADOLPHUS COMES DE MONTE". Ein 1093 urkundlicher "Adolphus puer" legt die Vermutung nahe, da├č das Werdener Vogtamt bereits im Hause Berg erblich ist; aber erst im Jahr 1101 f├╝hrt ein Adolf von Berg in einer Urkunde des Kaisers Heinrich IV. den Grafentitel. Von diesem Zeitpunkt an wird er Graf Adolf I. von Berg genannt, und man beginnt jetzt mit der Z├Ąhlung. Adolf I. starb im Jahr 1106 .

Nachfolger von Adolf I. wird sein Sohn Adolf II. von Berg. Er regierte von 1115 bis 1160 . Er erbaute die neue Burg in Schlo├č Burg an der Wupper, am gleichnamigen Fluss Wupper gelegen (dieser Ort geh├Ârt heute zur kreisfreien Stadt Solingen). Die alte Stammburg Burg Berge in Odenthal-Altenberg wurde aufgegeben. Die Liegenschaften rund um die Stammburg wurde den Zisterziensern ├╝bergeben, die dort 1133 eine Zisterzienserabtei mit einer Klosterkirche einrichteten. Das sehr gro├če Gotteshaus wird sp├Ąter Altenberger Dom genannt. Der Einfluss des Grafen Adolf II. von Berg im rheinisch-westf├Ąlischen Raum wird erkennbar daran, dass sowohl sein Bruder Bruno als auch sein Sohn Friedrich Erzbischof von K├Âln werden. Um das Jahr 1150 wird der so genannte Deutzgau in das Herrschaftsgebiet eingegliedert.

Erste Bl├╝tezeit ÔÇô Engelbert II. als Erzbischof

Nachdem Adolf II. im Jahr 1160 M├Ânch in Altenberg wird, teilen seine beiden Br├╝der das Erbe, Everhard erh├Ąlt Altena und Engelbert I. bekam Berg. Engelbert vermehrte seine Besitzungen bedeutend, nahm am Kreuzzug Kaisers Friedrich I. Barbarossa teil und starb dabei Anfang Juli 1189 bei Kovin in Serbien als zweiter Berger auf dem Wege zum Heiligen Land. Mit seinen S├Âhnen Adolf III. von Berg ( 1189 - 1218 ) und dem 1225 ermordeten Grafen Engelbert II., der als Engelbert I. von K├Âln dort Erzbischof geworden war, erlosch der Mannesstamm.

Das Herzogtum Berg fiel nun an Heinrich von Limburg, Schwiegersohn des Grafen Adolf III. und danach an den Adolf IV. von Berg (reg. 1246 - 1259 ), der die Bindungen und Beziehungen zum Erzbistum K├Âln vertieft, da er die Schwester des Erzbischofs heiratete. Von 1242 bis Anfang des 17. Jahrhunderts waren die Grafen und Herz├Âge von Berg auch die Lehnsherren der Grafschaft Limburg.

Sein Sohn Adolf V. ( 1259 - 1296 ) nahm in der Schlacht von Worringen den Erzbischof von K├Âln , Siegfried von Westerburg , gefangen und erkl├Ąrte in demselben Jahr ( 1288 ) D├╝sseldorf zur Stadt ; er hatte seinen Bruder Wilhelm I. zum Nachfolger. Diesem folgte sein Neffe Adolf VI. ( 1308 bis 1348 ), unter dessen Regierung Berg durch ├ťberschwemmungen , Missernten , Pest und den Krieg zwischen Friedrich von ├ľsterreich und Ludwig dem Bayern viel zu leiden hatte.

Berg kommt 1348 zu J├╝lich - wird 1380 Herzogtum

Da Adolf am 3. April 1348 kinderlos starb, endete damit die Limburgische Linie und die Grafschaft Berg ging an die Tochter seiner Schwester, Gr├Ąfin Margarete von Ravensberg-Berg , ├╝ber. Sie war die Gemahlin von Gerhard I. (J├╝lich-Berg) , Sohns des Herzogs Wilhelm von J├╝lich . Damit regierte er ab 1348 Berg.

Zeit der Herzoge aus dem Hause J├╝lich (1380-1521)

Gerhards Sohn Wilhelm II. erhielt am 24. Mai 1380 vom K├Ânig Wenzel f├╝r Berg die Herzogsw├╝rde und starb am 25. Juni 1408 . Sein Sohn Herzog Adolf I. , zugleich Graf von Ravensberg ( 1408 - 1437 ), erwarb nach dem Tode des Herzogs Rainald IV. von J├╝lich und Geldern 1423 ersteres Land. Berg blieb von da an bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts mit J├╝lich vereinigt. Im Jahr 1484 erwirbt das Herrscherhaus die L├Âwenburg. 1500 wird das Herzogtum Teil des Niederrheinisch-Westf├Ąlischen Reichskreises.

Zeit der Herzoge aus dem Hause Kleve (1521-1609)

Nach dem Erl├Âschen des J├╝lich-Bergschen Hauses ( 1521 ) folgten die Regenten des Herzogtums Kleve, die der westf├Ąlischen Seitenlinie der Grafen von Berg, also dem Haus der Grafen von der Mark angeh├Ârten (siehe Vereinigte Herzogt├╝mer J├╝lich-Kleve-Berg).

Erbfolgestreit (1609-1679)

Nach deren Aussterben ( 1609 ) folgte ein Erbfolgestreit, der damit beendigt wurde, dass die Nachfolge in J├╝lich und Berg dem Haus Pfalz-Neuburg zufiel.

Die Zeit der Kurf├╝rsten aus dem Hause Pfalz (1679-1806)

Von 1652 bis 1690 war Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg der Herzog, sein Sohn Herzog Johann Wilhelm II. (1679-1716), Kurf├╝rst von der Pfalz (1690-1716) folgte ihm nach und ist bis heute in seiner Residenzstadt D├╝sseldorf und im Bergischen Land als "Jan Wellem" in Erinnerung geblieben. Ab 1708 kartografierte Erich Philipp Ploennies das Territorium und beschrieb die wirtschaftlichen Gegebenheiten in seiner Topographia Ducatus Montani (Topographie des Herzogtums Berg, 1715 ). 1742 kam das Land an den Kurf├╝rsten Karl Theodor aus der Sulzbacher Linie und nach dessen Tod 1799 an den Herzog Maximilian Joseph von Pfalz-Zweibr├╝cken, der unter als der bayerische Kurf├╝rst Maximilian IV. Joseph (und sp├Ąterer erster bayerischer K├Ânig Max I. Joseph, ab 1806) die Nachfolge Karl Theodors in Kurbayern antrat.

Das Gro├čherzogtum Berg ( 1806 - 1813 )

Murat Gro├čherzog von Berg ( 1806 - 1808 )

Am 15. M├Ąrz 1806 trat der bayerische Kurf├╝rst Maximilian IV. Joseph (== Maximilian I., K├Ânig von Bayern) das Herzogtum Berg offiziell an Napoleon ab. Kurbayern hatte sich am 16. Dezember 1805 in dem Vertrag von Sch├Ânbrunn im Tausch gegen das F├╝rstentum Ansbach dazu verpflichet. Napoleon ├╝bereignete noch an demselben Tag die Herzogt├╝mer Berg und Kleve an seinen Schwager Joachim Murat . In der Nacht vom 16./17. Juli 1806 wurde die Rheinbundakte vom 12. Juli 1806 unterzeichnet; damit nahm der Herzog von Berg den Titel Gro├čherzog an.

Im Januar 1808 ├╝bertrug Napoleon noch weitere Gebiete an Murat:

Das Gro├čherzogtum unter direkter Verwaltung Napoleons ( 1808 - 1813 )

Napoleon ernannte am 15. M├Ąrz 1808 Joachim Murat zum K├Ânig von Neapel und ├╝bernahm ab diesem Zeitpunkt selber die Geschicke des Gro├čherzogtums, das D├╝sseldorf zur Hauptstadt hatte.

Im April 1808 erreichte das Gro├čherzogtum Berg eine Ausdehnung, die es in der Folgezeit nicht mehr ├╝bertreffen sollte.

Am 14. November 1808 wurde Berg verwaltungstechnisch in vier Departements aufgeteilt:

  • in das Rhein-,
  • das Sieg- ,
  • das Ruhr- und
  • das Ems-Departement .

1809 ├╝bernimmt unter kaiserlicher Vormundschaft der vierj├Ąhriger Neffe von Napoleon die Regentschaft. Napol├ęon Louis Bonaparte war der ├Ąlteste lebende Sohn des K├Ânigs von Holland und Bruder Napoleons III.

Das Herzogtum l├Âst sich auf (1813-1815)

Bald nach der V├Âlkerschlacht bei Leipzig l├Âste sich das Gro├čherzogtum auf. Die meisten Landesteile fielen zusammen mit dem eigentlichen Herzogtum durch den Wiener Kongre├č Preu├čen zu. Es bildete mit den anderen Teilen der preu├čischen Besitzungen auf dem linken und rechten Rheinufer die Provinz J├╝lich-Kleve-Berg mit dem Verwaltungssitz K├Âln, die am 22. Juni 1822 mit der ebenfalls 1815 gebildeten Provinz Gro├čherzogtum Niederrhein mit Verwaltungssitz in Koblenz zur Rheinprovinz vereinigt wurde.

Herrscher von Berg

Siehe auch

Literatur

  • G├Âcke: Das Gro├čherzogtum Berg unter Joachim Murat, Napoleon I. und Louis Napoleon 1806ÔÇô1813, K├Âln 1877
  • Bernhard Sch├Ânnesh├Âfer: Die Geschichte des Bergischen Landes, Elberfeld 1908
  • Charles Schmidt: Das Gro├čherzogtum Berg, 1806-1813. Eine Studie zur franz├Âsischen Vorherrschaft in Deutschland unter Napoleon I., Neustadt/Aisch 1999, ISBN 3-87707-535-5
  • Erich Philipp Ploennies : Topographia Ducatus Montani (1715), zweib├Ąndig bestehend aus Buch, ISBN 3-87707-073-6 und Kartenwerk, ISBN 3-87707-074-4
  • Franz Gruss: Geschichte des Bergischen Landes, Leverkusen 1974, ISBN 3-930478-00-5
  • Hansj├Ârg Laute: Die Herren von Berg - Auf den Spuren der Geschichte des Bergischen Landes (1101-1806), Solingen 1988, ISBN 3-9801918-0-X
  • Axel Kolodziej: Herzog Wilhelm I. von Berg, 1380-1408, Neustadt/Aisch 2005, ISBN 3-87707-639-4

Weblinks

Wikipedia

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