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Letzte Änderung für Artikel Ruhr (Fluss): 14.02.2006 19:16

Ruhr (Fluss)

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Die Ruhr (nicht zu verwechseln mit der Rur, dem linksrheinischen Nebenfluss der Maas ) ist ein etwa 217 km langer, rechter Nebenfluss des Rheins in Nordrhein-Westfalen, Deutschland mit einem Einzugsgebiet von 4.485 km┬▓. Sie ist f├╝r die gr├Â├čte europ├Ąische Industrieregion , das Ruhrgebiet, namensgebend. Die mittlere Abflussmenge der Ruhr in ihrem Unterlauf betr├Ągt am Pegel M├╝lheim 79 Kubikmeter pro Sekunde; somit ist die Ruhr nach Wasserf├╝hrung der f├╝nftgr├Â├čte Nebenfluss des Rheins.

Die Ruhr bei Essen-Kettwig
Die Ruhr bei Essen-Kettwig

Inhaltsverzeichnis

Flusslauf

Quelle

Die Ruhrquelle am Ruhrkopf bei Winterberg-Elkeringhausen
Die Ruhrquelle am Ruhrkopf bei Winterberg-Elkeringhausen
Ein Radweg an der Ruhr
Ein Radweg an der Ruhr
Ruhrtal mit Ruhr-Viadukt bei Herdecke auf einer alten Ansichtskarte um 1900
Ruhrtal mit Ruhr-Viadukt bei Herdecke auf einer alten Ansichtskarte um 1900

Die Ruhr entspringt im Rothaargebirge im Hochsauerland am Nordhang des Ruhrkopfs (696 m ├╝. NN ). Ihre Quelle befindet sich in rund 674 m H├Âhe etwa 1,5 km nordwestlich von Winterberg-Elkeringhausen, 3 km nord├Âstlich von Winterberg und 4 km s├╝d├Âstlich der Nordhelle.

Dort befindet sich die Ruhrquelle auf der Rhein-Weser-Wasserscheide , denn w├Ąhrend die Ruhr in Richtung Westen flie├čt und schlie├člich in den Rhein m├╝ndet, flie├čt das Wasser der nur kurzen B├Ąche, die am S├╝dosthang des Ruhrkopfs entspringen, in die Orke. Diese wiederum entspringt nur etwas weiter ├Âstlich am Reetsberg und flie├čt anfangs in westliche, dann aber in ├Âstliche Richtungen in die Eder, deren Wasser ├╝ber die Fulda in die Weser flie├čt.

Verlauf

Von ihrem Quellbereich flie├čt die Ruhr im Wesentlichen in Ost-West-Richtung; dabei wird sie beidseitig von Gebirgsz├╝gen des Rheinischen Schiefergebirges begrenzt. Zuerst flie├čt ihr Wasser entlang der B 480 nach Norden. In dieser Richtung steuert ihr Wasser nur etwas westlich vorbei an den Bruchhauser Steinen auf den Naturpark Arnsberger Wald zu, vor dem sie bei Olsberg in Richtung Westen abbiegt. Nach dieser Stadt schlie├čen sich im Norden die recht hoch aufragenden s├╝dlichen Berge des eben genannten Naturparks an. Zum Beispiel ├╝ber Meschede flie├čt das Ruhrwasser entlang der A46 weiter in Richtung Westen nach Arnsberg. Etwas weiter nordwestlich knickt die Ruhr bei dem am Haarstrang liegenden Wickede nach Westen ab, um nach etwa 30 km bei Hagen und Dortmund ihren gr├Â├čten Nebenfluss, die Lenne aufzunehmen, durch den sich ihr mittleres Abflussvolumen von 30 auf 55 Kubikmeter/Sekunde fast verdoppelt. Bei Wetter schl├Ągt sie einen Bogen um das Ardeygebirge ; Haarstrang und Ardeygebirge sind nur schmale H├Âhenz├╝ge, die nach Norden hin sanft in die Westf├Ąlische Bucht abfallen. Anschlie├čend flie├čt die Ruhr zumeist in westlicher Richtung durch das s├╝dliche Ruhrgebiet.

M├╝ndung

Nachdem das Ruhrwasser etwa 159 Br├╝cken unterquert hat, m├╝ndet der Fluss nach 217 km in nur noch 17 m H├Âhe bei Duisburg-Ruhrort in den Rhein.

Nebenfl├╝sse der Ruhr

Nebenfl├╝sse der Ruhr sind unter anderem die Hille, die Neger, der Gierskoppbach , die Elpe , die Valme , der Nierbach , die Henne, die Gebke , die Wenne , die Wanne , die R├Âhr , die M├Âhne, die H├Ânne, der Baarbach, der Elsebach , die Lenne, die Volme, ├ľlbach und Deilbach.

Orte an der Ruhr

Die Ruhr durchflie├čt folgende Orte: Winterberg, Olsberg, Bestwig, Meschede, Arnsberg, Ense, Wickede (Ruhr), Fr├Ândenberg , Menden (Sauerland), Holzwickede, Iserlohn, Schwerte, Dortmund, Hagen, Herdecke, Wetter (Ruhr), Witten, Bochum, Hattingen, Essen, M├╝lheim an der Ruhr, Oberhausen und Duisburg.

Bedeutung

Wasserwirtschaft

Trinkwasserbrunnen
Trinkwasserbrunnen
Ein typischen H├Ąuschen f├╝r einen Schleusenw├Ąrter an der Ruhr
Ein typischen H├Ąuschen f├╝r einen Schleusenw├Ąrter an der Ruhr
Die Ruhr (links) m├╝ndet bei Ruhrort in den Rhein. In der Mitte die Skulptur Rheinorange.
Die Ruhr (links) m├╝ndet bei Ruhrort in den Rhein. In der Mitte die Skulptur Rheinorange.
Aussicht Ruhrtal bei Witten
Aussicht Ruhrtal bei Witten

Die Ruhr ist ein windungsreicher Fluss, der im gebirgigen Hochsauerland eher als Bach erkennbar ist. Das Verh├Ąltnis von Hoch - zu Niedrigwasser liegt bei 1:500, was sich aus der Lage im Rheinischen Schiefergebirge erkl├Ąrt. Dessen B├Âden k├Ânnen nur sehr wenig Wasser aufnehmen. Mehrere Talsperren im Sauerland dienen der Trinkwassergewinnung , sowie in geringen Ma├čen der Abflussregulierung. F├╝nf Flussstauseen zwischen Dortmund und Essen haben f├╝r die Regulierung nur eine geringe Bedeutung.

Im direkten Einzugsgebiet der Ruhr leben ungef├Ąhr 2,2 Mio. Menschen, die ihr Trink- und Brauchwasser aus ihr beziehen. Das Wasser wird im Kies und Sand des Flussbetts filtriert und in den Wassergewinnungsanlagen von 20 Wasserwerken gef├Ârdert. An einigen Stellen wird das Wasser an den Stauwehren zur├╝ckgepumpt, um einen ausreichenden Wasserstand f├╝r die Wassergewinnung zu gew├Ąhrleisten. Insgesamt werden j├Ąhrlich etwa 510 Millionen Kubikmeter Trinkwasser gef├Ârdert. Aus dem Flussgebiet der Ruhr wird ├╝ber Rohrleitungen auch Wasser in benachbarte Fluss-Systeme ├╝bergeleitet, beispielsweise zur Emscher, so dass die Ruhr insgesamt rund 5,2 Millionen Menschen mit Wasser versorgt. Federf├╝hrend ist der Ruhrverband.

Aufgrund des zuvor erw├Ąhnten geomorphologischen Landschaftsbildes liegt das Einzugsgebiet der Ruhr zumeist s├╝dlich von ihr und die Wasserscheide zum Emscher-Flusssystem schlie├čt sich in geringer Entfernung vom Ruhrtal direkt n├Ârdlich an. Einschlie├člich ihrer Nebenfl├╝sse liegt ihr Einzugsgebiet fast vollst├Ąndig im Bundesland Nordrhein-Westfalen (4.481 von 4.485 km┬▓) und zu einen kleinen Teil in Hessen.

Transportweg

Die Ruhr ist von der M├╝ndung bis hinauf nach M├╝lheim an der Ruhr ├╝ber den Ruhrschifffahrtskanal zur Bundeswasserstra├če ausgebaut. Weiter flussaufw├Ąrts bis Essen-Rellinghausen ist sie als Landeswasserstra├če f├╝r Fahrzeuge mit einem maximalen Tiefgang von 1,70 m, einer L├Ąnge von h├Âchstens 38 m und einer Breite von bis zu 5,20 m befahrbar.

Bedeutung f├╝r den Transport erlangte die Ruhr im 18. Jahrhundert f├╝r die Kohle . 1770 veranlasste die preu├čische Regierung unter K├Ânig Friedrich II. daher eine Studie ├╝ber einen m├Âglichen Ruhrausbau, der zwischen 1774 und 1780 umgesetzt wurde. Schleusen , Buhnen und der heute vielfach als Rad- und Fu├čweg genutzte Leinpfad stammen aus dieser Zeit.

Ab den 14. Jahrhundert fuhren Duisburger und Ruhrorter Schiffe bis M├╝lheim an der Ruhr.

Zwischen 1780 und 1801 fuhren Schiffe die Ruhr hinauf bis Fr├Ândenberg-Langschede. In dem kleinen Langscheder Hafen wurden Getreide aus dem Umland und Salz aus Unna- K├Ânigsborn verladen. Der nun deutlich vereinfachte Kohlentransport ins Rheinland f├╝hrte wiederum zu einer h├Âheren Nachfrage. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts verlagerte sich jedoch der Transport auf die Eisenbahn , so dass die Ruhr f├╝r den G├╝terverkehr oberhalb von M├╝lheim an der Ruhr eingestellt geworden ist.

An der M├╝ndung der Ruhr in den Rhein in Duisburg-Ruhrort liegt dennoch der gr├Â├čte Binnenhafen Europas.

Energielieferant

Die Ruhr wird seit Beginn der Elektrifizierung als Energielieferant genutzt. So gibt es entlang der Ruhr zahlreiche, teils private Wasserkraftwerke , zumeist Laufwasserkraftwerke : zum Beispiel in Wiemeringhausen, Olsberg, Nuttlar, Alfert, Velmede, Eversberg, Heinrichsthal, Stockhausen, Freienohl, Wildshausen, Arnsberg, Westhofen, Wetter und Witten. In Herdecke steht das gro├če Pumpspeicherkraftwerk Koepchenwerk. Des Weiteren wird das Ruhrwasser auch als K├╝hlwasser f├╝r mit Kohle befeuerte Dampfkraftwerke genutzt.

Erholungsraum

Das Ruhrtal hat insbesondere f├╝r das Ruhrgebiet eine wichtige Funktion als Erholungsraum. Die Ruhrufer sind weitgehend von Industrie und Bebauung verschont und von Wiesen gepr├Ągt. Entlang der Ufer f├╝hren an vielen Stellen Rad- und Fu├čwege. Auf der Ruhr verkehren abschnittweise auch Ausflugsschiffe. Zu erw├Ąhnen sind in diesem Zusammenhang die Ruhrstauseen Hengsteysee, Harkortsee, Kemnader See, Baldeneysee und Kettwiger See, sowie die Stadt M├╝lheim an der Ruhr, deren Wasserbahnhof Ausgangspunkt der Wei├čen Flotte, einer Reihe von Ausflugsschiffen, ist. Die Stauseen sind insbesondere im Sommer ein beliebtes Ziel f├╝r die Inline-Skater des Ruhrgebietes.

Entlang der Ruhr f├╝hrt der gut 240 km lange Ruhrh├Âhenweg des Sauerl├Ąndischen Gebirgsvereins Wanderer von der Quelle bis zur M├╝ndung .

Die Ruhr war schon fr├╝h Naherholungsgebiet und die H├Âhen ├╝ber dem Fluss Wohngebiet der wohlhabenden Bev├Âlkerungsschicht. So errichtete Alfred Krupp zum Beispiel seine Villa H├╝gel 1873 auf den Anh├Âhen ├╝ber der Ruhr im Essener S├╝den.

Von der Ruhr bekam das Ruhrgebiet seinen Namen: Die Industrialisierung der Region nahm hier ihren Anfang, da die Ruhr sowohl ein schiffbarer Verkehrsweg war als auch s├╝dliche Grenze der Kohlefl├Âze des Ruhrgebiets, die um die Ruhr herum an die Oberfl├Ąche treten und nach Norden immer tiefer abfallen. So wurden die ersten Zechenbauten in der N├Ąhe der Ruhr angelegt und dem sich entwickelnden Industriegebiet ein Name gegeben.

Die Ruhr ist aber eher der s├╝dliche Grenzfluss des sich nach Norden entwickelten Ruhrgebiets. Als die Industrialisierung im Ruhrgebiet in gro├čem Ma├čstab Mitte des 19. Jahrhunderts begann, hatte sich der Bergbau schon weiter n├Ârdlich in Richtung Emscher bewegt. So blieb der Ruhr das Schicksal der Emscher erspart, die erst zur Kloake des Ruhrgebiets gemacht und anschliessend kanalisiert wurde, um die Abw├Ąsser der um ein vielfaches angewachsenen Bev├Âlkerung und der Industrie in Richtung Rhein abzuleiten.

Nat├╝rliche Grenze

Aufgrund der landschaftlich g├╝nstigen Situation und um die Fluss├╝berg├Ąnge der Handelsstra├čen zu sichern, entstanden an den H├Ąngen des Ruhrtales zahlreiche Burgen und Adelssitze. Einige davon geh├Ârten im 13. Jahrhundert zum Erzbistum K├Âln, zur Grafschaft Mark, zum Herzogtum Berg, oder zur Grafschaft Limburg.

Heute noch genutzt oder als Ruinen erhalten sind zum Beispiel in Arnsberg das Schloss Arnsberg, Haus Opherdicke in Holzwickede, in Dortmund die Hohensyburg, in Hagen das Wasserschloss Werdringen, in Wetter die Burg Wetter und die Burg Volmarstein, in Herdecke das Gut Schede und Haus Mallinckrodt, in Witten das Schloss Steinhausen, die Burg Hardenstein, Haus Witten und Haus Herbede, in Hattingen das Haus Kemnade, die Burg Blankenstein und die Isenburg, in Essen die Burg Altendorf und die Neue Isenburg.

Siehe auch: Liste der Burgen und Herrenh├Ąuser im Ruhrgebiet

Sehens- und Wissenswertes

Oberes Ruhrtal

Mittleres Ruhrtal

Unteres Ruhrtal

Literatur

  • Naturschutzzentrum M├Ąrkischer Kreis e. V. (Hrsg.): Die Ruhr - Elf flussbiologische Exkursionen. Martina-Galunder-Verlag, Wiehl 1998, ISBN 3931251357
  • Gustav Adolf W├╝stenfeld: Die Ruhrschiffahrt von 1780 bis 1890. G. A. W├╝stenfeld, Wetter (Ruhr) 1978. ISBN 392201402X
  • Christoph Schmitz: Die Ruhrbr├╝cken. Von der Quelle bis zur M├╝ndung zwischen Einst und Jetzt. Ardey-Verlag 2004. ISBN 3-87023-311-7
  • Harald Polenz: Von Grafen, Bisch├Âfen und feigen Morden. Klartext-Verlag, Essen 2004. ISBN 3898612600

Weblinks

Commons: Ruhr ÔÇô Bilder, Videos oder Audiodateien

Wikipedia

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