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Letzte Änderung für Artikel Volkswagen AG: 18.02.2006 23:23

Volkswagen AG

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VW-Logo an einem VW Typ 2
VW-Logo an einem VW Typ 2
VOLKSWAGEN AG
Unternehmensform AG
Slogan Aus Liebe zum Automobil
Gegr√ľndet 28. Mai 1937
Firmensitz Wolfsburg
Unternehmensleitung Dr. Bernd Pischetsrieder, Vorstandsvorsitzender
Mitarbeiter √ľber 343.000
Produkte Automobile
Website www.volkswagen-ag.de

Volkswagen, abgek√ľrzt VW, ist Europas gr√∂√üter und einer der weltweit f√ľhrenden Automobilhersteller mit Sitz in Wolfsburg, Niedersachsen. Der offizielle Name ist Volkswagen AG (abgek√ľrzt VW AG). Zum Volkswagen-Konzern geh√∂ren die Marken Audi, Bentley , Bugatti , Lamborghini , Seat , ҆koda , Volkswagen und Volkswagen Nutzfahrzeuge. Allein in Deutschland gibt es neun Volkswagenwerke, zum Beispiel in Wolfsburg, oder das Volkswagenwerk Kassel.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gr√ľndung

Am 11. Februar 1933 fordert Adolf Hitler auf der Berliner Automobilausstellung die Motorisierung des deutschen Volkes. Es schwebt ihm die Konstruktion eines Autos vor, das 100 km/h Dauergeschwindigkeit auf der Autobahn halten kann, das mit vier Sitzen f√ľr Familien geeignet ist, sparsam im Verbrauch ist und vor allem unter 1000 Reichsmark (RM) kosten soll.

Ferdinand Porsche
Ferdinand Porsche

Der √Ėsterreicher Ferdinand Porsche , der in Stuttgart ein eigenes Konstruktionsb√ľro betreibt und zuvor bereits f√ľr verschiedene Unternehmen arbeitete, bekommt am 22.06. 1934 vom Reichsverband der Deutschen Automobilindustrie den Entwicklungsauftrag f√ľr den Bau eines Prototypen . Die um die Beurteilung der Machbarkeit befragten deutschen Automobilfirmen bezweifeln aber zu Recht die Realisierbarkeit des Volkswagen zu Hitlers Wunschpreis von unter 1000 RM. Schon andere Fahrzeugkonzepte zuvor, die bereits den Begriff Volkswagen nutzten, konnten aufgrund zu hoher Materialkosten und, mangels rationeller Fertigungsmethoden, zu hoher Produktionskosten nicht zu einem "volkst√ľmlichen" Preis angeboten werden. So hat an der oben erw√§hnten Automobilausstellung auch Josef Ganz einen Volkswagen mit dem Namen Maik√§fer pr√§sentiert.

Da die Automobilindustrie an einer Subventionierung des Volkswagens kein Interesse hat, beauftragt Hitler die Deutsche Arbeitsfront (DAF) mit dem Bau der gr√∂√üten Automobilfabrik Europas. Am 28. Mai 1937 wird unter der Aufsicht von Robert Ley, dem Leiter der DAF, die "Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens mbH" gegr√ľndet. Ihr erstes und einziges Produkt soll der "KdF-Wagen" (KdF = Kraft durch Freude ) werden. Diese finanziert den Werksaufbau vor allem aus dem Verkauf des 1933 beschlagnahmtem Gewerkschaftsverm√∂gens. Zur Vorfinanzierung der Anlaufkosten der sp√§teren Produktion entwickelt die DAF ein Konzept, mit dem - durch Vorauszahlungen - die k√ľnftigen K√§ufer des Volkswagens dies leisten. Der Kaufpreis von 990 RM wird in Raten von 5 RM angespart und mit einer Sparmarke auf einer Sparkarte quittiert. Allerdings betragen die 1939 kalkulierten Kosten eines Wagens mehr als das Doppelte.

Standort der Fabrik wird die neugegr√ľndete "Stadt des KdF-Wagens". Sie entsteht, auf dem Rei√übrett geplant, mehr oder weniger rein zuf√§llig aufgrund einer Bereisung durch den Gesch√§ftsf√ľhrer Bodo Lafferentz im l√§ndlich gepr√§gten und d√ľnn besiedelten Gebiet bei der Gemeinde Fallersleben sowie dem Schloss Wolfsburg mit dem dortigen Schulenburgischen Gutshof. Dieser Standort im Urstromtal der Aller in der geografischen Mitte des Reiches bietet verkehrsg√ľnstige Anbindungen durch

Allerdings muss der Autobahnanschluss erst gebaut werden und eine Verbindung zur Eisenbahnhauptstrecke geschaffen werden. Daneben ist eine ausreichende Infrastruktur zur Elektrizitäts- und Wasserversorgnug sowie Telekommunikation zu errichten.

Da Ferdinand Porsche seinen Volkswagen in einer komplett neu erbauten Fabrik produzieren kann, ist es ihm m√∂glich, das Produkt und seine Produktionsanlagen optimal aufeinander abzustimmen. So wird die Zahl der zu pressenden Blechteile durch eine optimierte Formgebung (m√∂glichst gro√üe Einzelbleche) reduziert. Die konsequente Flie√übandfertigung orientiert sich an Beispielen von Ford in Detroit , deren Produktionsmethoden von Porsche auf einer USA-Reise genau studiert und f√ľr den Volkswagen weiterentwickelt wird.

Im Herbst 1939 ist der Rohbau der Produktionshallen fertig. Zu einer planm√§√üigen Produktion des VW-K√§fer kommt es aber nicht, mehr als 150.000 Autos im Jahr sind anfangs vorgesehen, da aufgrund der Vorbereitung der Wirtschaft auf den Krieg, unter anderem Spezialwerkzeugmaschinen fehlen. Der f√ľr die Produktion ben√∂tigte Stahl soll gr√∂√ütenteils aus der "Stadt der Hermann-G√∂ring-Werke " (Salzgitter) geliefert werden.

W√§hrend des Zweiten Weltkrieges wird das Volkswagenwerk auf die Produktion von R√ľstungsg√ľtern, unter anderem auch die Vergeltungswaffe V1 , umgestellt. Dabei kommen unter anderem Kriegsgefangene und Insassen der Konzentrationslager als Zwangsarbeiter zum Einsatz. So wird zum Beispiel 1942 ein KZ Arbeitsdorf angelegt. Von 1940 bis 1945 m√ľssen etwa 20.000 Menschen im Volkswagenwerk Zwangsarbeit leisten. Im April 1945 besetzten US-Truppen das Werk.

Nachkriegszeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geht die Zust√§ndigkeit f√ľr das Volkswagenwerk Mitte Juni 1945 auf die britische Milit√§rregierung √ľber. In den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg war die Zukunft des Werkes sowie des "K√§fers" ungewiss. Erst ab diesem Zeitpunkt erhielten das Unternehmen und seine Produkte offiziell die Bezeichnung "Volkswagen". Sowohl eine Demontage des Werkes als auch eine Weiterf√ľhrung der K√§ferproduktion in anderen L√§ndern waren m√∂gliche Optionen. Unter anderem die britische Firma Humber sowie Ford waren zun√§chst am VW-Werk interessiert. Aufgrund des teilweise schlechten Zustandes des Werkes, der N√§he zur sowjetischen Besatzungszone sowie einer vernichtenden technischen Bewertung des VW K√§fers durch einen britischen Untersuchungsbericht verloren alle Interessenten jedoch jegliches Interesse am VW-Werk. In besagtem Untersuchungsbericht wurde der K√§fer als eine nicht nachahmungsw√ľrdige Konstruktion beurteilt, die angeblich nicht den Anforderungen gen√ľgte, die man zur damalige Zeit an Kleinwagen stellen musste. Aus heutiger Sicht ist dieses Urteil nicht nachvollziehbar, da vom VW K√§fer mehr als 21 Millionen Exemplare hergestellt wurden, die alle in ihrer Grundkonzeption dem Vorkriegsentwurf entsprachen.

Sehr gro√üen Einfluss auf die Entwicklung des Volkswagenwerkes in den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg hatte der britische Offizier Major Ivan Hirst , der mit der Leitung des VW Werkes betraut wurde und daf√ľr sorgte, dass die Produktion wieder in Gang kam. Unter anderem sollte damit die Nachfrage der Besatzungsverwaltung nach Dienstfahrzeugen gedeckt werden. Bald wurden die ersten zivilen Fahrzeuge hergestellt und unter britischer Leitung ein Kundendienst- und Vertriebssystem auch im Ausland aufgebaut sowie Qualit√§t und Produktionskapazit√§ten gesteigert. Es war auch Hirst, der Heinrich Nordhoff als Generaldirektor ausw√§hlte.

1948 wurde Heinrich Nordhoff Generaldirektor. 1949 kam das Unternehmen unter Treuhandschaft des Bundes und des Landes Niedersachsen.

Das Volkswagenwerk in Wolfsburg sollte zur gr√∂√üten Automobilfabrik der Welt werden. Die Werksfl√§che nimmt heute eine Fl√§che vergleichbar mit der von Gibraltar ein. Allein die √ľberdachte Hallenfl√§che ist ungef√§hr so gro√ü wie das F√ľrstentum Monaco .

1955 wird in Wolfsburg die Fertigstellung des einmillionsten Volkswagens gefeiert.

Die Volkswagenwerk GmbH wird am 22. August 1960 nach der Preussag als zweites großes Bundesunternehmen privatisiert und heißt mit neuem Namen "Volkswagenwerk Aktiengesellschaft". 60 Prozent des VW-Stammkapitals werden in Form von sogenannten Volks aktien im Gesamtnennwert von 360 Millionen DM ausgegeben. 40 Prozent bleiben unter öffentlicher Kontrolle. Eine Besonderheit dabei ist das so genannte VW-Gesetz vom 21. Juni 1960 , das heute allerdings als wettbewerbsfeindlich angesehen wird.

1962 beschäftigt der Gesamt-Konzern 69.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 6,4 Milliarden DM.

Im Jahre 1965 √ľbernimmt die Volkswagen AG die Auto Union GmbH von Daimler-Benz . Das Unternehmen mit Sitz in Ingolstadt sichert den Wolfsburgern neue Technologien, wie die Wasserk√ľhlung im Motorenbau und den Frontantrieb . Unter dem Markennamen Audi hat Volkswagen erstmals eine zweite Konzernmarke im Angebot, in die 1969 das Unternehmen NSU integriert wird.

Die 1970er Jahre

Mit dem von NSU entwickelten K70 bringt Volkswagen erstmals ein Fahrzeug mit Frontmotor , Frontantrieb und Wasserk√ľhlung auf den Markt und markiert damit einen Umbruch in der VW-Geschichte.

1972 sind 192.100 Mitarbeiter bei Volkswagen beschäftigt und erwirtschaften einen Jahresumsatz von 16 Milliarden DM.

Volkswagen wird 1972 Produktionsweltmeister: Mit 15.007.034 montierten Wagen l√∂st der VW K√§fer den bis dato g√ľltigen Produktionsrekord des Anfang des 20. Jahrhunderts von der Ford Motor Company gebauten T-Modells ab. (Im Jahre 2002 verwies der VW Golf mit 21,5 Mio gebauten Einheiten den K√§fer auf Platz drei in der Rangfolge der am meisten produzierten Automobile. Produktionsweltmeister blieb der Toyota Corolla, gefolgt vom VW Golf . Das T-Modell von Ford belegt Platz 4. Allerdings ist dabei zu bedenken, dass sowohl der K√§fer als auch das T-Modell nahezu unver√§ndert produziert wurden, w√§hrend bei Corolla und Golf mehrere Modelle unter dem selben Namen firmieren.)

Golf IV
Golf IV

VW war anfang der 70er Jahre in schweres Fahrwasser geraten: Die K√§fer-Produktion brach langsam ein, die gl√ľcklosen abgeleiteten Heckmotormodelle konnten keinen Ausgleich bieten. Als Retter in der Not erwies sich die 1965 zugekaufte Audi NSU Auto Union AG: Mit R√ľckgriff auf Audi-Komponenten gelang es in k√ľrzester Zeit, ein modernes, attraktives Modellprogramm auf die Beine zu stellen. Der erste Vetreter dieser neuen wassergek√ľhlten Modelle war der Passat . Er geht im Mai 1973 in Produktion, im Januar 1974 folgt der Golf , der sich danach schnell zum Verkaufsschlager entwickelt. Gefertigt wird nach dem Baukastenprinzip , bei dem durch in verschiedenen Modellen einsetzbare Bauteile erhebliche Einsparpotenziale freigesetzt werden. Der Nachteil war jedoch, dass sich von nun an VW- und Audi-Modelle sehr √§hnlich sahen. Bald darauf wurde die Produktion des Erfolgsmodells "K√§fer" aus Kostengr√ľnden nach Mexiko verlagert, wo das Symbol des westdeutschen " Wirtschaftswunders " bis 2003 gebaut wurde.

Im Jahre 1978 wurde der Begriff V.A.G als gemeinsame Vetriebsplattform f√ľr Audi und Volkswagen eingef√ľhrt. Die H√§ndler bekamen in Form eines umlaufenden blauen Bandes ein einheitliches Erscheinungsbild. Der mit Millionenaufwand eingef√ľhrte Name V.A.G stand unsinnigerweise schlicht f√ľr Volkswagen AG. Die Begrifflichkeit "V.A.G - Partner" setzt sich in der √Ėffentlichkeit nicht durch und verschwand um 1992 leise wieder.

Die 1980er Jahre

Im Jahre 1982 wird mit der chinesischen SAIC -Gruppe ein Vertrag √ľber die Produktion des VW Santana in der Volksrepublik China unterzeichnet. Die Produktion l√§uft 1988 an.

Die Einf√ľhrung des VW Golf II bringt auch den Beginn neuer Fertigungsmethoden mit sich (z.B. Verwendung von Robotern ).

Die Hauptversammlung beschließt 1985 , das Unternehmen von "Volkswagenwerk AG" in "VOLKSWAGEN AG" umzubenennen.

Die 1990er Jahre

Im Jahre 1992 trennt sich VW von der Bezeichnung V.A.G; die beiden Marken sollen stattdessen ein profilierteres und eigenständigeres Image bekommen.

Ferdinand Pi√ęch - ein Porsche-Enkel - √ľbernimmt zum 1. Januar 1993 den Vorsitz im Vorstand der Volkswagen AG.

Der 1995 vorgestellte VW Sharan ist der erste erfolgreiche Versuch von VW, sich auch im Markt der Nischenfahrzeuge zu etablieren und am damals boomenden Markt der Vans zu partizipieren. Dazu wird eine strategische Allianz mit Ford geschlossen, die den Wagen als Ford Galaxy anbieten. Produziert werden beide Fahrzeuge in Portugal .

Im Jahre 1998 präsentiert VW in den USA den VW New Beetle . Das als sogenanntes "Fun-Car" positionierte Fahrzeug wird mit seiner markanten Karosserie im Retrodesign auf dem US-Markt ein Erfolg.

Mit Einf√ľhrung der Vier-Tage-Woche f√ľr die Besch√§ftigten vom Volkswagen beschreiten Vorstand (u.a. Peter Hartz ), Betriebsrat und IG Metall 1994 einen neuen Weg zur Standort- und Besch√§ftigungssicherung.

Nach dem √úbernahmepoker zwischen der Volkswagen AG und BMW um den britischen Luxuswagenhersteller Rolls-Royce entscheiden sich die Aktion√§re des Mutterkonzern Vickers am 5. Juni 1998 f√ľr das Angebot des VW-Konzerns in H√∂he von 1,3 Milliarden DM. Am 28. Juli 1998 gibt VW die Namensrechte an Rolls-Royce ab dem Jahr 2002 an BMW ab, um sich dann auf die Produktion des Luxuswagens Bentley zu konzentrieren.

Im Jahre 1999 bringt VW mit dem Lupo 3L TDI das erste Dreiliterauto auf den Markt. Daf√ľr erh√§lt VW von den Umweltverb√§nden viel Anerkennung. In Dresden legt Volkswagen im gleichen Jahr den Grundstein f√ľr die "Gl√§serne Manufaktur", in der heute der Phaeton endmontiert wird.

Die 2000er Jahre

AutoStadt mit Autot√ľrmen und Abholzentrum
AutoStadt mit Autot√ľrmen und Abholzentrum

Der Volkswagen-Konzern er√∂ffnet 2000 die in Wolfsburg erbaute " Autostadt ", ein Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum kombiniert mit einem Freizeitpark. In der AutoStadt k√∂nnen Kunden ihren Neuwagen abholen, ein Automobilmuseum besuchen und sich √ľber die Produktpalette des Konzerns in verschiedenen Markenpavillons informieren.

Das 2002 vorgestellte " Ein-Liter-Auto " stellte erneut die Technologief√ľhrerschaft der Volkswagen AG bei sparsamen Fahrzeugen unter Beweis. Aus wirtschaftlichen Gr√ľnden konnte diese Konzeptstudie aber so nicht umgesetzt werden.

2004 geriet Volkswagen unter Druck. Der Konzern erlitt im Gesch√§ftsjahr 2003 einen Gewinneinbruch von √ľber 50 Prozent. Der Vorstand k√ľndigte eine umfassende Restrukturierung des Unternehmens an, um in Zusammenarbeit mit der Belegschaft die Kosten zu senken und die deutschen Produktionsstandorte wettbewerbsf√§higer zu machen.

Die 2003 als Hoffnungstr√§ger vorgestellte f√ľnfte Generation des Golf hatte 2004 mit Absatzschwierigkeiten zu k√§mpfen. Der im Vergleich zum Golf IV identische Einstiegspreis passte nicht zur schlechten Konjunktursituation und der damit verbundenen Kaufzur√ľckhaltung der Menschen in Deutschland. Zudem verst√§rkte sich 2004 der Preiskampf in der Automobilbranche weiter. Um den Absatz anzukurbeln, entschied sich der Konzern f√ľr eine in der VW-Modellgeschichte einzigartige Rabattaktion, die "Jubil√§umsaktion 30 Jahre Golf" genannt wurde. Alle Golf V-K√§ufer erhielten die Klimaanlage bis September gratis dazu. Versteckte Rabatte durch √úberbewertung eines Inzahlung genommenen Gebrauchtwagen waren jedoch bei Volkswagen nicht √ľblich.

Im gleichen Jahr musste der Konzern einen weiteren Fehler in seiner Produktpolitik indirekt eingestehen. Er k√ľndigte an, die freien Kapazit√§ten der "Gl√§sernen Fabrik" k√ľnftig mit der Produktion des britischen Bentley auslasten zu wollen. Der mit hohen Entwicklungskosten verbundene Versuch, die Marke VW, die urspr√ľnglich Autos f√ľr das Volk bieten sollte, mit einem Modell in der Oberklasse zu positionieren, scheint gescheitert. Ob das Modell eine Weiterentwicklung erf√§hrt ist noch offen.

Im Fr√ľhjahr 2005 ist die neue Generation des Passat (Passat 2.0), dem zweitwichtigsten Modell der Marke VW, vorgestellt worden. Die zweite wichtige Neuerscheinung in diesem Jahr war der VW Fox , der den Lupo abgel√∂st hat und in Brasilien gebaut wird. Der Passat ist von Anfang an ein Erfolg. Jedoch hat VW aufgrund interner Verfehlungen einzelner Mitarbeiter (Luxusreisen und Bordellbesuche der Betriebsr√§te auf Firmenkosten, etc.) mit Imageproblemen zu k√§mpfen. Das R√ľcktrittsgesuch des VW Managers Dr. Peter Hartz , auch als Namensgeber der Arbeitsmarktreform der rot-gr√ľnen Bundesregierung bekannt, wird durch das VW-Management angenommen. Dar√ľber hinaus hat VW ein Qualit√§tsproblem, mit dem jedoch weitgehend die gesamte deutsche Automobilbranche zu k√§mpfen hat.

Werfen die einen VW vor, zu hohe L√∂hne und Produktionskosten und deshalb zu hohe Preise f√ľr seine Fahrzeuge zu haben, nach eigenen Angaben hat VW elf Prozent h√∂here Personalkosten als der Durchschnitt der anderen deutschen Automobilproduzenten, betonen andere hingegen mehr zu hohe Dividendenaussch√ľttungen von ca. 336 Millionen Euro j√§hrlich (durch 320,3 Mill Stammaktien zu je einer Dividende von 1,05 ‚ā¨) an die Stammaktion√§re, zu hohe Managergeh√§lter und Abfindungen als Problemursache f√ľr zu hohe Preise.

So w√ľrden allein die Dividenden derzeit ca. 933 ‚ā¨uro j√§hrlichem Lohnverzicht entsprechen f√ľr jeden der 343.000 Besch√§ftigten oder alternativ z.B einer Preissenkung f√ľr jedes der 5,1 Millionen im Jahr 2004 hergestellten Automobile von 65 ‚ā¨uro im Wege stehen.

Im September 2005 sind die Angestellten des Volkswagenwerkes im brasilianischen Sao Bernardo do Campo zu einem unbefristeten Streik angetreten. Wie der Streikf√ľhrer Valdir Freire Dias mitteilte, fordern die Angestellten eine h√∂here Gewinnbeteiligung als bisher. In einer Vollversammlung h√§tten sie daher f√ľr einen unbefristeten Ausstand gestimmt. Rund 9000 der insgesamt 12.000 Besch√§ftigten des VW-Werkes im Gro√üraum Sao Paulo h√§tten sich an der Vollversammlung beteiligt. Laut Dias verlangen die Streikenden die Zahlung von 5500 Real (rund 2070 Euro) als Gewinnbeteiligung. Das Unternehmen schl√§gt hingegen eine Summe von 4700 Real (rund 1770 Euro) vor. Das Werk in Sao Bernardo do Campo ist das gr√∂√üte des Volkswagenkonzerns in Brasilien.

Historische und soziale Verantwortung

Durch die Gr√ľndung im Dritten Reich , die Besch√§ftigung von Zwangsarbeitern im Zweiten Weltkrieg und durch den Gro√üaktion√§r Niedersachsen nimmt das Unternehmen Volkswagen eine gewisse Sonderstellung im deutschen Automobilbau ein, die sich vor allem im Umgang mit der eigenen Vergangenheit und im sozialen Engagement niederschl√§gt.

Entschädigungsfonds

Da bei Volkswagen w√§hrend des Naziregimes auch Zwangsarbeiter eingesetzt wurden, richtete Volkswagen am 7. Juli 1998 einen privaten Humanit√§ren Fonds in H√∂he von 20 Millionen DM ein, aus dem bis Ende 2001 √ľber 2.000 Menschen in 26 Staaten eine Entsch√§digung erhielten. Volkswagen war damit einer der Vorreiter in der deutschen Wirtschaft.

Im Werk Wolfsburg entsteht eine "Erinnerungsstätte an die Zwangsarbeit auf dem Gelände des Volkswagenwerkes".

Wolfsburg AG

Als 1998 die Arbeitslosigkeit rapide zu wachsen beginnt, legt VW der Stadt Wolfsburg ein Konzept vor, das eine Zukunftsperspektive f√ľr den Wirtschaftsstandort Wolfsburg aufzeigt. 1999 gr√ľnden Stadt und VW das Gemeinschaftsunternehmen Wolfsburg AG, eine Public Private Partnership , die das Konzept umsetzen soll. Ihr Ziel ist es, die Arbeitslosigkeit von etwa 18 % in der Region zu halbieren und neue Wirtschaftsfelder zu erschlie√üen. Viele der sp√§teren Hartz-Reformen werden in diesem Zusammenhang entwickelt: Zeitarbeit , die PSA und der Innovationscampus zur Neugr√ľndung von Unternehmen.

Auto 5000 GmbH

Die Auto 5000 GmbH wurde im August 2001 gegr√ľndet und baut als Gesellschaft der Volkswagen AG den erfolgreichen Kompakt-Van Touran . Das Projekt wurde gegr√ľndet, um den Standort Deutschland als Produktionsst√§tte zu erhalten und Arbeitspl√§tze in der Region zu schaffen. Heute sind 3500 direkte Mitarbeiter bei der Auto 5000 GmbH besch√§ftigt.

Volkswagen und die Politik

Als Konzern kann VW die Interessen seiner Aktion√§re und Gl√§ubiger nicht direkt politisch vertreten. Hohe Managergeh√§lter, Subventionen , Abschreibungen und sinkende Kapital steuern stehen immer wieder im kritischen Rampenlicht der √Ėffentlichkeit. Zur Wahrung seiner Interessen f√ľhrt VW daher bis zu 100 anonyme Politiker auf seinen Gehaltslisten, darunter bis zu ein Dutzend deutsche Bundes- und Landespolitiker aller Parteien. Dies berichteten Konzernkreise unter zunehmendem Druck der Presse und der Medien im Zusammenhang mit den RWE -Gehaltsaff√§ren des Vorsitzenden der CDU -Arbeitnehmerorganisation CDA , Hermann-Josef Arentz und des ehemaligen CDU- Generalsekret√§rs Laurenz Meyer . Der VW-Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder hatte angek√ľndigt, dass der Automobil-Konzern im Januar 2005 eine Liste von Mandatstr√§gern vorlegen will, die europaweit f√ľr Volkswagen t√§tig geworden sind. Der SPD -Bundestagsabgeordnete Hans-J√ľrgen Uhl , sowie zwei nieders√§chsische SPD-Landtagsabgeordnete, haben daraufhin bereits freiwillig ihre verdeckte Lobbyarbeit zugegeben, darunter der damalige Wolfsburger B√ľrgermeister Ingolf Viereck. Die Koalition will die Vorteilsannahme durch Abgeordnete und Anspruchnahme selbiger unter Strafe stellen. Der Gr√ľnen -Politiker Hans-Christian Str√∂bele setzt sich daf√ľr ein, die Vorteilsannahme nicht daran zu binden, ob der Abgeordnete Geld f√ľr eine konkrete Entscheidung bekommen hat. Die Bundesrepublik ist zu der Neuregelung verpflichtet, weil sie zu den Unterzeichnerstaaten der UN - Konvention gegen Korruption geh√∂rt.

Im Sommer 2005 ersch√ľtterte die VW-Korruptionsaff√§re den Konzern, das Modell des Zusammenwirkens von Betriebsrat , Gewerkschaften , Vorstand und Landesregierung im Aufsichtsrat des Konzerns ger√§t immer mehr in die Kritik.

Situation heute

Nicht unumstritten ist die unter dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden und jetzigen Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Pi√ęch Ende der 1990er Jahre begonnene Neuausrichtung der Marke VW. Die √úbernahme und Integration der Luxusmarken Bentley , Lamborghini und Bugatti belastete das Konzernergebnis langfristig. Gleichzeitig wurde auch VW selbst mehr in Richtung der Nobelmarken BMW und Mercedes-Benz ausgerichtet. Die Fahrzeugklasse bis 10.000‚ā¨ konnte jedoch von VW nicht mehr bedient werden, das Einstiegsmodell Lupo lag bereits √ľber dieser psychologischen Preisschwelle .

Bei den wichtigen Volumenmodellen Golf und Passat waren die Produktzyklen derart ungeschickt geplant, dass diese in den Jahren 2003 bis 2005 - im Rahmen eines Modellfeuerwerks - durch ihre Nachfolger ersetzt wurden, w√§hrend die noch zu erwartenden neuen Modelle (Golf R32, Eos, Jetta Variant) eher Nischen abdecken. Auch der relativ sp√§te Einstieg in die boomenden Bereiche der Kompaktvans und Sports Utility Vehicles kostete VW Umsatz und Marktanteile. Inzwischen ist VW mit den Modellen Golf Plus, Caddy Life und Touran -MA/VAN 20%(1)- sowie dem Touareg -MA/Gel√§ndewagen 10%(1)- auch in diesen Segmenten sehr erfolgreich vertreten. Mit dem in Brasilien produzierten Fox -MA/Mini 13%(1)- steht inzwischen auch ein f√ľr ca. 9.000‚ā¨ erh√§ltliches Einstiegsmodell bereit. (1) KBA Januar-Juli 2005, Neuzulassungen nach Segmenten

Geschäftszahlen
Jahr Umsatzerlöse
in Mrd. Euro
Gewinn
nach Steuern
in Mrd. Euro
Fahrzeug-Absatz
in Mio. St√ľck
Belegschaft
(Jahresdurchschnitt)
in Tsd.
2004 88,96 0,72 5,143 343
2003 84,81 1,00 5,016 335
2002 85,29 2,60 4,996 324
2001 87,30 2,93 5,107 324
2000 81,84 2,61 5,165 322

Im Gesch√§ftsjahr 2004 lieferte Volkswagen 5.142.759 Fahrzeuge aus, davon 0,9 Millionen Fahrzeuge in Deutschland. Die Umsatzerl√∂se betrugen 88,963 Milliarden ‚ā¨, das Ergebnis nach Steuern 716 Millionen ‚ā¨. 2004 hatte VW einen Weltmarktanteil von 11,5%, in Deutschland 30,5%.

Die Volkswagen AG besch√§ftigt √ľber 343.000 Menschen - davon √ľber 8.000 Auszubildende - an 47 Fertigungsst√§tten in 11 L√§ndern Europas und in weiteren 7 L√§ndern Amerikas, Asiens und Afrikas. Am Tag werden mehr als 21.500 Fahrzeuge gebaut. In mehr als 150 Staaten bietet Volkswagen seine Fahrzeuge an.

Der Volkswagen-Konzern teilt sich in mehrere Teile auf. Zum einen die Markengruppe Volkswagen, die Markengruppe Audi, Nutzfahrzeuge und Finanzdienstleistungen. Folgende Firmen und Marken sind in diesen Gruppen geb√ľndelt:

Markengruppe Volkswagen

Markengruppe Audi

  • Audi
  • SEAT
  • Lamborghini

Nutzfahrzeuge

Finanzdienstleistungen:

  • Volkswagen Bank
  • Volkswagen Leasing
  • Volkswagen VersicherungsService
  • Europcar

IT-Dienstleistungen:

  • gedas (VW-Tochtergesellschaft)
Beschäftigtenzahlen
Unternehmen Standorte Zahl der Beschäftigten
(Stand 31. Dezember 2004)
Europa
Deutschland Audi AG Neckarsulm
Ingolstadt
ca. 44.700 Beschäftigte
Volkswagen AG Wolfsburg
Hannover
Kassel
Braunschweig
Emden
Salzgitter
ca. 102.500 Beschäftigte
Volkswagen Sachsen GmbH Chemnitz
Mosel
ca. 7.300 Beschäftigte
Auto 5000 GmbH Wolfsburg ca. 3.700 Beschäftigte
Automobilmanufaktur Dresden GmbH Dresden ca. 400 Beschäftigte
Sitech GmbH Wolfsburg ca. 1.300 Beschäftigte
Belgien Volkswagen Bruxelles S.A. Br√ľssel ca. 5.700 Besch√§ftigte
Bosnien-Herzegowina Volkswagen-Sarajevo d.o.o. Sarajevo ca. 300 Beschäftigte
Großbritannien Bentley Motors Ltd. Crewe ca. 3.700 Beschäftigte
Italien Automobili Lamborghini Holding S.p.A. Sant¬īAgata Bolognese ca. 58 Besch√§ftigte
Automobili Lamborghini S.p.A. Sant¬īAgata Bolognese ca. 657 Besch√§ftigte
Lamborghini Artimarca S.p.A. Sant¬īAgata Bolognese 5 Besch√§ftigte
Polen Volkswagen-PoznaŇĄ Sp. zo.o. PoznaŇĄ ca. 4.700 Besch√§ftigte
Volkswagen MOTOR POLSKA Sp. zo.o. Polkowice ca. 1.000 Beschäftigte
Sitech z o.o Polkowice ca. 1.250 Beschäftigte
Portugal Volkswagen AutoEuropa-Automóveis Lda. Setubal ca.3.000 Beschäftigte
Spanien Seat, S.A. Barcelona
Martorell
ca. 16.300 Beschäftigte
Gearbox del Prat, S.A. El Prat de Llobregat ca. 1.250 Beschäftigte
Volkswagen Navarra, S.A. Pamplona ca. 4.400 Beschäftigte
Slowakei Volkswagen Slovakia, a.s. Bratislava
Martin
ca. 8.300 Beschäftigte
Tschechien ҆koda Auto a.s. Kvasiny
Mlad√° Boleslav
Vrachlabi
ca. 21.800 Beschäftigte
Ungarn Audi Hungária Motor Kft. Györ ca. 5.100 Beschäftigte
Nordamerika
Mexico Volkswagen de México S.A. de C.V. Puebla ca. 13.500 Beschäftigte
S√ľdamerika
Argentinien Volkswagen Argentina S.A. Cordoba
Pacheco
ca. 2.700 Mitarbeiter
Brasilien Volkswagen do Brasil Ltda. Anchieta
Curitiba
Resende
S√£o Carlos
Taubaté
ca. 22.300 Beschäftigte
Afrika
S√ľdafrika Volkswagen of South Africa Ltd. Uitenhage ca. 6.200 Besch√§ftigte
Asien
Indien ҆koda Auto India Private Ltd. Aurangabad ca. 300 Besch√§ftigte
Israel Dead Sea Magnesium Ltd. S¬īdom ca. 300 Besch√§ftigte
China Shanghai-Volkswagen Automotive Company Ltd. Shanghai ca. 13.400 Beschäftigte
FAW-Volkswagen Automotive Company Ltd. Changchun ca. 8.300 Beschäftigte
Volkswagen Transmission Company Ltd. Shanghai ca. 300 Beschäftigte
Russland geplantes Werk Stupino unbekannt

Volkswagen ist eine Aktiengesellschaft deren Aktien sich in Stamm- und Vorzugsaktien unterscheiden. Die Eigent√ľmerstruktur der Volkswagen AG stellt sich zum 31.12.2004 so dar (Vorzugsaktien befinden sich komplett im Streubesitz):

  • Anteil am Gezeichneten Kapital (Anteil an Stammaktien)
    • Institutionelle Anleger Ausland 38,9%
    • Streubesitz 30,2%
    • Land Niedersachsen 13,7% (18,2%)
    • Eigene Stammaktien 9,8% (13,0%)
    • Institutionelle Anleger Inland 7,4% (9,3%)

Die Aktie ist in den Indizes DAX , HDAX , CDAX , Prime All Share und Prime Automobile vertreten und wird an allen deutschen und allen weltweit wichtigen Börsen , einschließlich New York und London , gehandelt. Sie ist ebenfalls in vielen Automobil-Indizes von Standard & Poor's und Dow Jones vertreten.

Literatur

  • Hans Mommsen, Manfred Grieger: Das Volkswagenwerk und seine Arbeiter im Dritten Reich. ECON Verlag, D√ľsseldorf 1996, ISBN 3-430-16785-X
  • Markus Lupa: Das Werk der Briten. Volkswagenwerk und Besatzungsmacht 1945-1949. 2. Auflage. Wolfsburg 2005 (Historische Notate, Band 2), ISBN 3-935112-00-9
  • Hans-Joachim Selenz: Schwarzbuch VW. Frankfurt 2005, ISBN 3821856122
  • Manfred Grieger, Ulrike Gutzmann, Dirk Schlinkert (Hrsg.): Volkswagen Chronik. 2. Auflage. Wolfsburg 2005 (Historische Notate, Band 7), ISBN 3-935112-10-6

Weblinks

Wikipedia

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