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Letzte Änderung für Artikel St. Michael (Hildesheim): 15.02.2006 21:34

St. Michael (Hildesheim)

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Ansicht von SĂŒdosten
Ansicht von SĂŒdosten

St. Michael zu Hildesheim, auch als Michaeliskirche bezeichnet, ist eine vor romanische Hildesheimer Kirche . Seit 1985 zÀhlt sie zum UNESCO-Weltkulturerbe .

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bischof Bernward von Hildesheim ( 993 - 1022 ) ließ St. Michael von 1010 -20 als Klosterkirche fĂŒr das von ihm gestiftete Benediktinerkloster auf einem HĂŒgel nördlich der Domburg errichten. Er bestimmte die West krypta zu seiner Grablege und gab der Anlage den Namen des "Totengeleiters" Michael . Die Kirche wurde jedoch erst 1033 von seinem Nachfolger Godehard geweiht, was 1186 nach einem Brand und einem Umbau (darunter Erneuerung fast aller LanghaussĂ€ulen ) unter Bischof Adelog erneut geschah. 1171 -90 wurden die sehenswerten Kapitelle gebaut. 1192 wurde Bernward heilig gesprochen. Daher entstanden von 1194 bis 1197 die Stuck reliefs der Engels chorschranken am Eingang der Krypta . Die weiter unten nĂ€her beschriebene bemalte Holzdecke St. Michaels im Langhaus entstand um 1230 . 1250 baute man den Kreuzgang (neu), der die Kirche mit der alten Kloster kapelle der Abtei verband, die vor dem Bau der Michaeliskirche genutzt wurde. Mit EinfĂŒhrung der Reformation in Hildesheim wurde die Michaeliskirche evangelisch-lutherisch . Der Benediktinerkonvent blieb jedoch bis zur SĂ€kularisation 1803 bestehen und durfte die "kleine Michaeliskirche" im Kreuzgang sowie die Bernwardskrypta zum Gottesdienst nutzen. Die Krypta ist bis heute katholisch . Im Zweiten Weltkrieg wurde die Michaeliskirche zerstört, doch 1950 -57 wieder aufgebaut. 1985 erfolgte die Aufnahme in das UNESCO-Weltkulturerbe , zu dem auch der Hildesheimer Dom , der Domschatz und der 1000-jĂ€hrige Rosenstock am Dom zĂ€hlen.

Architektur

Ansicht von SĂŒdwesten
Ansicht von SĂŒdwesten

St. Michael ist eine der bedeutendsten erhaltenen Kirchen im ottonischen , also vorromanischen , Baustil . Es ist eine doppel chörige Basilika mit zwei QuerhĂ€usern und einem quadratischen Turm an jeder Vierung . Die QuerhĂ€user werden von je zwei runden, kleineren TreppentĂŒrmen flankiert. Der gesamte Bau folgt einer aus gleich großen Quadraten entwickelten geometrischen Konzeption.

Ihr Grundriss zeigt eine völlige Gleichgewichtetheit der Ost- und WestflĂŒgel. Der Gruppe von Apsis und Querhaus entspricht die gleiche Gruppe im Westen. Der Durchdringungsraum von Mittelschiff und Querhaus, die Vierung , ist die Maßeinheit, nach der das gesamte Bauwerk proportioniert ist. In den vier Querhausarmen erscheint dieses Quadrat je einmal, im Mittelschiff dreimal, schließlich im Westchor zwischen Querhaus und Apsis noch einmal.

Der Außenbau zeigt einen vollkommenen Ausgleich von vertikalen (Turmgruppen) und horizontalen Bauteilen (Mittelschiff, QuerhĂ€user). Die statische Geschlossenheit der Anlage bewirken die beiden gleichgewichtigen Turmgruppen, wĂŒrfelförmige ZentraltĂŒrme mit PyramidendĂ€chern und TreppentĂŒrme, in Ost und West, die die Bewegung des Langhauses fest begrenzen. Die spitzbogigen Fenster im Seitenschiff sind in der Gotik hinzugekommen.

Der Innenraum wird durch eine hölzerne Flachdecke abgeschlossen, die im 13. Jahrhundert mit der "Wurzel Jesse", dem Stammbaum Christi bemalt wird. Die Wand ist als FlĂ€che erhalten, in die die rundbogigen Fenster eingeschnitten sind. Ein schmales Gesims trennt die Arkaden von der Hochwand. Ohne aus der Wandflucht hervorzuspringen, stehen SĂ€ulen und Pfeiler im StĂŒtzwechsel. Die beiden Vierungen im Osten und Westen sind nach allen vier Seiten durch mĂ€chtige Rundbogen hervorgehoben. Ihnen fĂ€llt zum einen die Aufgabe zu, die Raumstruktur ĂŒberschaubar zu machen, zum anderen als konstruktive Elemente die schweren VierungstĂŒrme zu tragen. Dem klaren, massiven RaumgefĂŒge entspricht die Schmucklosigkeit der einzelnen Bauteile.

Nach einer Idee Bernwards wurden die Arkaden des Langhauses im " niedersĂ€chsischen StĂŒtzenwechsel " gebaut, wobei sich vier Eckpfeiler mit paarweise gekoppelten, WĂŒrfelkapitelle tragenden RundstĂŒtzen abwechseln. Das Langhaus ist drei schiffig und drei jochig und wird im Mittelschiff von einer Holzdecke ĂŒberdacht, wĂ€hrend die Seitenschiffe Stein gewölbe -DĂ€cher haben. Der Wandaufbau ist zweizonig. Über den Arkaden erstreckt sich die Mauer mit Rundbogenfenstern , durch die das Licht ins Mittelschiff einfĂ€llt. Weiteres Licht kommt durch die - gotischen - Spitzbogenfenster der Seitenschiffe .

Chorfenster

Der Gesamteindruck des heutigen Innenraums ist durch die Farbigkeit der 1965 von Charles Crodel (1894-1973) geschaffenen fĂŒnf Chorfenster mit den großen, an mittelalterliche Buch- und Glasmalerei erinnenden Engelsdarstellungen geprĂ€gt. Die gesamtarchitektonische Wirkung wird durch die aus der Bildtradition der Deckenmalerei entwickelten modernen Bildsprache erreicht. Der farbige Aufbau der Glasmalerei betont zudem die Rundung der Apsis und des hohen Chores gegenĂŒber dem Kirchenschiff und vergegenwĂ€rtigt zugleich das Patrozinium der dem "Schutz des Erzengels Michael und der ganzen himmlischen Heerschar" unterstellten Kirche.

Deutung

St. Michael wird gern als Gottesburg bezeichnet. In der Tat macht der Bau durch seine Lage, durch die massiven Mauern und wehrhaften TĂŒrme einen burgartigen Eindruck. Treffender ist die Leitidee jedoch mit Gottesstadt wiedergegeben. Zwar war die mittelalterliche befestigte Stadt immer zugleich Burg , doch steht hier nicht der kriegerisch-abwehrende, sondern der Wohnung und Gemeinschaft stiftende Aspekt im Vordergrund. Es handelt sich um ein Abbild der vollkommenen, endzeitlichen "Stadt auf dem Berg", die keinen Tempel mehr braucht, weil sie insgesamt Tempel - Wohnung Gottes mit den Menschen - ist. Die geometrische Konstruktion erinnert an die Maßangaben des Tempels in Ez 40f wie an den quadratischen Grundriss der Gottesstadt nach Offb 21,16. Sie ist gesichert gegen das Dunkle und Böse (Michael, der Drachenbezwinger), hat aber weit geöffnete Tore fĂŒr das Gottesvolk von allen Enden der Erde ( Jes 2).

Bemalte Holzdecke

Die bemalte Holzdecke im Mittelschiff des Langhauses , die im 13. Jahrhundert entstand, ist einzigartig nördlich der Alpen. Sie misst 27,6 x 8,7 Meter und besteht aus Eichenbrettern . Abgebildet ist der sog. Jesse-Stammbaum, der die Abstammung Jesu darstellt. Die Malerei besteht aus acht Hauptfeldern, die jedes von zwei Menschendarstellungen (hauptsĂ€chlich Propheten ) auf jeder Seite flankiert werden. Das erste Hauptfeld zeigt das Paradies und den SĂŒndenfall . Das zweite zeigt Jesse und einen Baum, den "Jesse-Baum". Die weiteren Felder sind sozusagen die FrĂŒchte dieses Baumes. Sie zeigen David und weitere Könige Israels. Das siebte Feld zeigt Maria . Das achte Hauptfeld wurde 1650 bei einem Einsturz des Vierungsturms zerstört. Seit 1960 wird es durch ein Bild Christi als Weltenrichter ersetzt, das nach einer Vorlage aus dem 19. Jahrhundert entstand.

Zahlen

GesamtlÀnge 74,75m
GesamtlÀnge der QuerhÀuser 40,01m
Gesamtbreite der QuerhÀuser 11,38m
LĂ€nge der Krypta 18,36m
Breite des Langhauses 22,75m
LÀnge des Mittelschiffs zwischen den QuerhÀusern 27,34m
Breite des Mittelschiffs zwischen den Arkaden 8,60m
Höhe des Mittelschiffs 16,70m
StÀrke des Mauerwerkes 1,63m

Lage und Umgebung

St. Michael liegt am westlichen Rand des Stadtkerns von Hildesheim auf dem sog. MichaelishĂŒgel. Über die SĂŒdseite wird das Langhaus durch das Hauptportal betreten. Hinter der Kirche schließt ein Garten an, der Klostergarten . Über den alten Kreuzgang , der auch ĂŒber diesen Garten zu erreichen ist, gelangt man in die modernen (Kirchenverwaltungs-)GebĂ€ude der Umgebung, z.B. die Landessuperintendur oder das Kirchenkreisamt. Nach Osten und SĂŒden erreicht man ĂŒber Seitenstraßen das Stadtzentrum , Richtung Westen liegt die Innerste und im Norden schließt das Gymnasium Andreanum an.

Literatur

  • Hartwig Beseler, Hans Roggenkamp, Die Michaeliskirche in Hildesheim, Berlin 1954

Quellen und Weblinks

Commons: St. Michael (Hildesheim) – Bilder, Videos oder Audiodateien


Koordinaten: 52° 09â€Č 10″ N, 09° 56â€Č 37″ O

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