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Letzte Änderung für Artikel Mecklenburg: 16.02.2006 22:40

Mecklenburg

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Landesflagge Mecklenburgs (mit traditionellem Stierkopf; ohne Schild)
Landesflagge Mecklenburgs (mit traditionellem Stierkopf; ohne Schild)
Mecklenburg 1815-1934
Mecklenburg 1815-1934

Mecklenburg / ╦łme╦É- /, ein jahrhundertealtes reichsunmittelbares Territorium im Nordosten von Deutschland mit eigener Geschichte und unverwechselbarer Kultur, ist heute der westliche und gr├Â├čere Teil des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Inhaltsverzeichnis

Bev├Âlkerung und Fl├Ąche

15.721 km┬▓; 910.826 Einwohner ( Mai 1939 )

Der Name

Im Althochdeutschen bedeutete michil "gro├č", im 11. Jh. war das Wort Michilinburg ("gro├če Burg") gebr├Ąuchlich (s.a. Geschichte). Im Mittelalter wurde daraus dann niederdeutsch Mekelenborch, sp├Ąter Meklenburg. Das "c" vor dem "k" war ein heute nicht mehr gebr├Ąuchliches Dehnungszeichen, wie es auch in L├╝beck (alt "L├╝beke") vorkommt. Die korrekte Aussprache von Mecklenburg w├Ąre damit "Meeklenborch".

Geographie

Topographie

Mecklenburg grenzt im Westen an Schleswig-Holstein und Niedersachsen, im S├╝den an Brandenburg und im Osten an Vorpommern. Nat├╝rliche Grenzen bilden im Norden die Mecklenburger Bucht der Ostsee , im Westen die L├╝becker Bucht und zum Teil Trave mit Dassower See, Wakenitz, Ratzeburger See und Schaalsee, im S├╝dwesten die Elbe und im Osten die drei Fl├╝sse Recknitz, Trebel und Peene.

Landschaft

Mecklenburg geh├Ârt zur Norddeutschen Tiefebene und hat Anteil an der Ostseek├╝ste . Vorgelagert ist die Insel Poel und die Halbinsel Fischland, deren Fortsetzungen Dar├č und Zingst zu Vorpommern geh├Âren. Entsprechend seiner gro├čr├Ąumlichen Zugeh├Ârigkeit besteht Mecklenburg zu weiten Teilen aus Flachland . Dieses Flachland gestaltet sich aber durch viele Mor├Ąnenz├╝ge und die Mecklenburgische Seenplatte, die mit der M├╝ritz den gr├Â├čten vollst├Ąndig in Deutschland liegenden Binnensee besitzt, sehr abwechslungsreich. Wichtige Fl├╝sse in Mecklenburg sind die Warnow , die Recknitz, die Tollense und die Elde, bei Boizenburg und bei D├Âmitz grenzt Mecklenburg an die Elbe.

Bev├Âlkerung und Wirtschaft

Die gr├Â├čten St├Ądte Mecklenburgs sind Rostock, Schwerin, Neubrandenburg und Wismar. Mecklenburg ist d├╝nn besiedelt und hat mit der Ostseek├╝ste, der Mecklenburgischen Seenplatte und der Mecklenburgischen Schweiz attraktive Urlaubsziele. Mecklenburg ist haupts├Ąchlich von Landwirtschaft und Tourismus gepr├Ągt. Die Industrie ist dementsprechend weniger entwickelt und basiert haupts├Ąchlich auf dem Schiffbau in Rostock und Wismar. Es bestehen gut ausgebaute Verkehrsverbindungen zu den Nachbarn im Ostseeraum : Dazu z├Ąhlen F├Ąhrverbindungen nach D├Ąnemark , Schweden , Finnland , Litauen und Russland .

Geschichte

Ur- und Fr├╝hgeschichte

Der Name Mecklenburg ("Mikelenburg") taucht erstmals in einer Urkunde des Jahres 995 auf. Er bezeichnete damals die slawische Burg Mecklenburg im heutigen Dorf Mecklenburg bei Wismar und bedeutet soviel wie "Gro├če Burg". Von der um 600 angelegten Burg existiert heute nur noch ein Erdwall. Der Name ├╝bertrug sich in der Folgezeit auf ein hier beheimatetes Geschlecht slawischer F├╝rsten (K├Ânige), dann auf das von ihnen beherrschte Gebiet.

Mittelalter

Im fr├╝hen Mittelalter war Mecklenburg slawisch besiedelt, so durch die Obotriten, auch Reregi genannt, in und um Magnopolis (zwischen Wismar und Schwerin). Westlich davon, um Razispurg (Ratzeburg), das heute zu Lauenburg geh├Ârt, siedelten die Polaben. ├ťber die fr├╝hmittelalterliche Besiedlung und Geschichte sowie die Christianisierung gibt Adam von Bremen Auskunft. Insbesondere die Obotriten Ratzeburgs leisteten dem neuen Glauben Widerstand und brannten einen Kirchneubau nach dem anderen nieder, so dass Ratzeburg erst zur Zeit Heinrichs des L├Âwen erfolgreich christianisiert war. Das Herrschaftsgebiet der slawischen F├╝rsten (K├Ânige) zu Mecklenburg geriet ab 1160 in deutschrechtliche Lehnsabh├Ąngigkeit (zun├Ąchst unter den Sachsen) und wurde 1348 als Herzogtum reichsunmittelbares Territorium.

Im hohen Mittelalter lag Mecklenburg im Einflussbereich der Hanse. Hinzu kam die Verwicklung in die skandinavische Politik besonders unter Herzog Albrecht II., dessen Sohn, Albrecht III. K├Ânig von Schweden wurde.

Fr├╝he Neuzeit

Bereits am Ende des 15. Jahrhunderts standen die ├Ąu├čeren Grenzen Mecklenburgs weitgehend fest, jedoch gelangen den mecklenburgischen Landesherren bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts weitere Gebietsgewinne. Zuletzt bestand der mecklenburgische Staat aus sieben Hauptteilen: dem Herzogtum Mecklenburg, den F├╝rstent├╝mern Wenden, Schwerin und Ratzeburg, der Grafschaft Schwerin sowie den Herrschaften Rostock und Stargard.

In den ersten Jahrhunderten deutschrechtlicher Existenz war Mecklenburg mehrfach in unterschiedliche Teilherrschaften gespalten. Die moderne Landesgeschichtsschreibung unterscheidet drei Hauptlandesteilungen ( 1229 - 1235 , 1621 , 1701 ), die teilweise namensgleiche Landesteile mit verschiedenartigen Gebietsanteilen hervorbrachten. Zwischen 1628 und 1630 wurden die Obotriten-Herz├Âge im Drei├čigj├Ąhrigen Krieg durch den Kaiser abgesetzt und durch dessen Feldherrn Wallenstein als Herzog ersetzt, durch den schwedischen K├Ânig Gustav Adolf jedoch 1630 restituiert. Erst 1701 konnte sich das mecklenburgische F├╝rstenhaus auf das Erbfolgeprinzip der Primogenitur einigen. Zugleich wurde Mecklenburg durch den so genannten Hamburgischen Vergleich vom 8. M├Ąrz 1701 in zwei beschr├Ąnkt autonome (Teil-) Herzogt├╝mer geteilt, ab 1815 (Teil-) Gro├čherzogt├╝mer - Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz -, die einen gemeinsamen Staat bildeten, seit 1755 dieselbe Verfassung hatten und einem gemeinsamen Landtag unterstanden. Diese landst├Ąndische Verfassung in Mecklenburg galt bis 1918 und ├╝bertrug den Gro├čgrundbesitzern entscheidende Herrschaftsrechte.

Vom Wiener Kongress bis zum Ende der Monarchie

Reichskanzler Otto von Bismarck wird die Bemerkung zugeschrieben, da├č er, wenn die Welt unterginge, nach Mecklenburg gehen werde, da dort alles 100 Jahre sp├Ąter geschehe. Hintergrund dieser Bemerkung war die Tatsache, da├č Mecklenburg im Deutschen Reich das einzige Territorium ohne moderne Verfassung blieb, also keine "konstitutionelle Monarchie " war, sondern eine st├Ąndische. In den Jahren um 1848 wurde durch Gro├čherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin der Versuch zur Einf├╝hrung einer Verfassung unternommen, der allerdings am Widerstand der Ritterschaft sp├Ątestens 1850 gescheitert war.

Beide Landesteile, die zwar eigene Landesbeh├Ârden besa├čen, blieben bis 1918 untrennbare Bestandteile eines gemeinsamen mecklenburgischen Gesamtstaates. ├äu├čeres Zeichen daf├╝r war, da├č die jeweiligen Regenten beider Landesteile stets identische Titel f├╝hrten und die Dynastie reichsrechtlich stets "zur Gesamten Hand" belehnt wurde. Allerdings waren beide Landesteile im Bundesrat stimmberechtigt, Schwerin mit 2 Stimmen, Strelitz mit einer Stimme. Noch kurz vor dem Ende der Monarchie wurde nach dem Selbstmord Adolf Friedrich VI. von Mecklenburg-Strelitz der Schweriner Gro├čherzog Friedrich Franz IV. Verweser des Strelitzer Landesteils und h├Ątte - kontrafaktisch argumentiert - bei Fortdauer der Monarchie Gro├čherzog des vereinigten Mecklenburg sein k├Ânnen.

Mecklenburg in Weimarer Republik, Nationalsozialismus, DDR und Bundesrepublik

Erst nach dem Sturz der Monarchie 1918 erlangten beide Landesteile ab 1918/19 als Freistaaten kurzzeitig politische Selbst├Ąndigkeit, wurden jedoch schon 1934 unter nationalsozialistischem Druck unter Reichsstatthalter Friedrich Hildebrandt zum Land Mecklenburg wiedervereinigt.

1937 verlor Mecklenburg durch das Gro├č-Hamburg-Gesetz die Exklaven von Mecklenburg-Strelitz in Schleswig-Holstein wie den Domhof in Ratzeburg und die Gemeinden Hammer, Mannhagen, Panten, Horst, Waldsfelde, die in den Kreis Herzogtum Lauenburg integriert wurden. Als Ausgleich erhielt Mecklenburg die bis dahin zu L├╝beck geh├Ârenden Gemeinden Utecht und Schattin (heute Ortsteil von L├╝dersdorf (Mecklenburg).

Eine weitere Gebietsbereinigung erfolgte 1945 durch Ver├Ąnderung der Zonengrenze zwischen Gro├čbritannien und der Sowjetunion im sogenannten Barber-Ljaschtschenko-Abkommen vom 13. November 1945 . Dabei wurden die Nachbargemeinden Ratzeburgs Ziethen , Mechow, B├Ąk und R├Âmnitz am 26. November 1945 dem Kreis Herzogtum Lauenburg zugeschlagen. Sie geh├Ârten bis dahin zum mecklenburgischen Kreis Sch├Ânberg (bis 1934 Teil von Mecklenburg-Strelitz) und kamen im Austausch gegen die lauenburgischen Gemeinden Dechow, Thurow (heute Ortsteil der Gemeinde Roggendorf) und Lassahn zur britischen Zone. Diese Gebietsver├Ąnderung wurde auch nach der Wiedervereinigung 1990 beibehalten.

Das Land Mecklenburg wurde 1945 mit den bei Deutschland bleibenden Resten der preu├čischen Provinz Pommern und dem ehemals zur preu├čischen Provinz Hannover geh├Ârenden Amt Neuhaus an der Elbe zum Land Mecklenburg-Vorpommern vereinigt, dessen amtliche Bezeichnung auf sowjetischen Befehl 1947 in "Mecklenburg" ge├Ąndert wurde. 1952 wurde dieses Land wie alle ├╝brigen L├Ąnder der DDR aufgel├Âst und in Bezirke eingeteilt: aus der K├╝stenregion wurde der Bezirk Rostock gebildet, der Westen Mecklenburgs wurde zum Bezirk Schwerin, der Osten zum Bezirk Neubrandenburg. Die letzteren Bezirke bezogen auch Territorien der vorherigen L├Ąnder Brandenburg und Sachsen-Anhalt mit ein. Im Jahr 1990, gegen Ende der DDR, wurde das Land Mecklenburg-Vorpommern neu begr├╝ndet und bildet seit dem 3. Oktober 1990 ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland . Die Grenzen von 1952 wurden n├Ąherungsweise wiederhergestellt, das Amt Neuhaus wechselte aus historischen Gr├╝nden zum Land Niedersachsen. Als Hauptstadt setzte sich nach einer hitzigen Debatte Schwerin gegen Rostock durch.

Bildung

In Mecklenburg befindet sich mit der Universit├Ąt Rostock (1419) die ├Ąlteste Universit├Ąt Nordeuropas. Zudem befindet sich in Rostock die Hochschule f├╝r Musik und Theater ( HMT Rostock ) und in Wismar eine Fachhochschule f├╝r Technologie, Wirtschaft und Design.

Tourismus

Heute ist der Tourismus ein bedeutender Wirtschaftszweig, der in den letzten Jahren hohe Zuwachsraten erzielen konnte. Zentren des Tourismus an der Ostseek├╝ste sind vor allem Warnem├╝nde und Bad Doberan (in dessen N├Ąhe sich Heiligendamm, wo zu Beginn des 19. Jahrhunderts das erste Seebad Deutschlands entstand und die Orte K├╝hlungsborn und Rerik befinden), und die Boddenregion mit der Halbinsel Fischland. Zweites Zentrum des Tourismus ist die Mecklenburgische Seenplatte, als Zentrum sei die Region um Waren genannt, gelegen an der M├╝ritz, die gleichzeitig das gr├Â├čte Binnengew├Ąsser des Landes ist. Daneben haben auch die an der westlichen K├╝ste liegende Gegend um Boltenhagen und die Insel Poel Bedeutung erlangt.

Sprache

Die Sprache Mecklenburgs ist bis heute das zum Ostniederdeutschen z├Ąhlende Mecklenburger Platt . Es wird aber haupts├Ąchlich Schriftdeutsch gesprochen, das vor allem auf dem Land mundartlich gef├Ąrbt ist.

Bedeutende Mecklenburger (Auswahl)

  • Ernst Alban (Pionier des Maschinenbaus)
  • Sabina Elisabeth Oelgrad von Bassewitz (Philosophie, Literatur und Musik)
  • Gebhard Leberecht von Bl├╝cher (preu├čischer Generalfeldmarschall)
  • Ludwig B├Âlkow (Konstrukteur und Unternehmer)
  • John Brinckman (niederdeutscher Schriftsteller)
  • Kurd von B├╝low (Geologe)
  • Johannes Gillhoff (Schriftsteller)
  • Joachim Daniel von Jauch (Ingenieuroffizier und Barockarchitekt)
  • Uwe Johnson (Schriftsteller)
  • Georg Friedrich Kersting (Maler)
  • Friedrich Lisch (Archivar, Historiker, Bibliothekar, Arch├Ąologe)
  • Siegfried Marcus (Techniker, Erfinder, Automobilpionier)
  • E. Moeck (Entwickler, nuklearer Schiffsantrieb)
  • Helmuth Graf Moltke (Generalfeldmarschall, preu├čischer Heerf├╝hrer 1858-1871)
  • Otto Piper (Begr├╝nder der wissenschaftlichen Burgenkunde)
  • Heinrich Podeus (Industrieller, Automobilbauer)
  • Fritz Reuter (niederdeutscher Schriftsteller)
  • Heinrich Schliemann (Arch├Ąologe, Entdecker Trojas und der K├Ânigsgr├Ąber von Mykene)
  • Ewald Schuldt (Arch├Ąologe)
  • Hans Seehase (Erfinder, zusammenlegbare Fahrzeuge, Drachenfallschirm)
  • Klaus St├Ârtebeker (ber├╝hmter Seer├Ąuber und Pirat)
  • Rudolf Tarnow (plattdeutscher Schriftsteller)
  • Johann Heinrich von Th├╝nen (Musterlandwirt und Agrarwissenschaftler)
  • Wilhelm Ulenoge (ber├╝hmtester Urkundenf├Ąlscher Mecklenburgs)
  • Richard Wossidlo (Volkskundler, Schriftsteller)
  • Luise Auguste Wilhelmine Amalie von Mecklenburg-Strelitz (Preu├čische K├Ânigin)
  • Alfred Wegener (Polarforscher, Meteorologe und Geophysiker)

Literatur

  • Ulrike Sommer: Die Mecklenburg, der Ort der dem Land seinen Namen gab. Kai Homilius Verlag , Berlin 1996
  • Fritz Mielert : Durch Mecklenburg. Ein Buch f├╝r Heimat- besonders aber auch f├╝r Reuterfreunde. Verlag Otto Lenz, Leipzig 1921
  • Eberhard Vo├č: 1000 Jahre Jagd- und Forstgeschichte Mecklenburgs. Hinstorf, Rostock 1993, ISBN 3-356-00521-9

Siehe auch

Weblinks

Wikipedia

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