fair-hotels . Ein Service wie gemalt
Reiseführer Übersicht Deutschland Österreich Schweiz Bauwerke nach Stil

Werbung

Letzte Änderung für Artikel Lahn (Stadt): 09.02.2006 22:23

Lahn (Stadt)

Wechseln zu: Navigation, Suche

Die ( Gro├čgemeinde ) Stadt Lahn wurde zum 1. Januar 1977 im Zuge der hessischen Kommunalreform als kreisfreie Stadt gebildet. Sie hatte ca. 156.000 Einwohner und war gleichzeitig Verwaltungssitz des damals durch Vereinigung des Dillkreises mit den Landkreisen Gie├čen und Wetzlar neu gegr├╝ndeten Lahn-Dill-Kreises. Die Stadt umfasste die fr├╝here kreisfreie Stadt Gie├čen, die Stadt Wetzlar sowie 14 weitere umliegende Gemeinden, bestand allerdings nur bis zum 31. Juli 1979 .

Stadtgliederung

Abweichend von den Regelungen der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) war das Stadtgebiet in Anlehnung an die nordrhein-westf├Ąlische Kommunalverfassung in Stadtbezirke unterteilt.

Lahn besa├č 23 Stadtteile in sechs Stadtbezirken:

  • Stadtbezirk Gie├čen (73.600 Einwohner)
  • Stadtbezirk Wetzlar (49.600 Einwohner)
    • Wetzlar
    • Blasbach
    • Garbenheim
    • Hermannstein
    • Nauborn
    • Naunheim
    • Steindorf
  • Stadtbezirk Lahntal (7.800 Einwohner)
    • Atzbach
    • Dorlar
    • Waldgirmes
  • Stadtbezirk Dutenhofen (8.100 Einwohner)
    • Allendorf
    • Dutenhofen
    • L├╝tzellinden
    • M├╝nchholzhausen
  • Stadtbezirk Heuchelheim (7.100 Einwohner)
    • Heuchelheim
    • Kinzenbach

Widerstand und Aufl├Âsung

Hessens damaliger Ministerpr├Ąsident, der Gie├čener Albert Osswald (SPD), hatte die neue Gro├čstadt zun├Ąchst noch als ┬╗Jahrhundertwerk┬╗ bezeichnet. Sie sollte die mittelhessische Region gegen├╝ber den beiden Zentren Frankfurt und Kassel st├Ąrken. Doch wegen des heftigen Widerstands der Bev├Âlkerung gegen den Zusammenschluss wurde die Stadt zum 31. Juli 1979 wieder aufgel├Âst. Seither besteht das ehemalige Stadtgebiet aus den wieder entstandenen St├Ądten Gie├čen und Wetzlar sowie den 3 Gemeinden Heuchelheim, Lahnau und Wettenberg. Der Lahn-Dill-Kreis blieb erhalten, wurde jedoch um das Gebiet des wieder gegr├╝ndeten Landkreises Gie├čen verkleinert. Danach wurde Wetzlar Kreisstadt des Lahn-Dill-Kreises und Gie├čen Kreisstadt des wieder gegr├╝ndeten Landkreises Gie├čen.

Nicht nur die Abneigung der Bev├Âlkerung vor allem im Stadtteil Wetzlar gegen die Stadt Lahn war ein Grund f├╝r die kurze Lebensdauer der k├╝nstlichen Gro├čstadt. Im Gegensatz zu vielen anderen vereinten St├Ądten bestand keine eindeutige zentrale Funktionsorientierung. Lahn hatte zwei Stadtkerne, die nebeneinander existierten und konkurrierten. Lahn-Gie├čen war Verwaltungs- Universit├Ąts- und Einkaufszentrum, w├Ąhrend Lahn-Wetzlar industrielles Zentrum (im Stadtteil n├Ârdlich der Lahn), Einkaufszentrum und die Altstadt, s├╝dlich der Lahn, touristisches Ziel war. Die beiden Kerne lagen etwa 15 km auseinander, dazwischen (heutige Gemeinden Heuchelheim und Lahnau) lagen eher d├╝nn besiedelte Bereiche mit d├Ârflich gepr├Ągten Ortsteilen. Dies alles machte eine Vernetzung und Differenzierung der Funktionen sehr schwierig.

Seitens der Einwohner von Wetzlar bestand die Bef├╝rchtung, vom seinerzeit gr├Â├čeren Gie├čen strukturell erdr├╝ckt zu werden und zu einer ┬╗Schlafstadt┬ź zu verkommen. Schon die Postanschrift best├Ąrkte dieses Gef├╝hl: Briefe nach Gie├čen wurden mit ┬╗Lahn 1┬ź codiert, Briefe nach Wetzlar mit ┬╗Lahn 2┬ź. In der Bev├Âlkerung wurde bef├╝rchtet, dass die Stadtteile zwischen Gie├čen und Wetzlar durch eine starke Ausweitung der Baufl├Ąchen ihres Charakters beraubt worden w├Ąren und die Verkehrsbelastung zwischen beiden St├Ądten gestiegen w├Ąre.

Auch die Wahl des Stadtnamens ┬╗Lahn┬ź wurde r├╝ckblickend als wenig gl├╝cklich empfunden: Zun├Ąchst war die Kombination ┬╗Gie├čen-Wetzlar┬ź geplant gewesen, sp├Ąter fiel die Wahl auf ┬╗Lahn┬ź, damit die beteiligten D├Ârfer ihren Namen anh├Ąngen konnten. Viele B├╝rger empfanden den Namen jedoch als geschichtslos. Auf vielen Autos klebte der Spruch ┬╗Wenn ich Lahn seh, krieg ich Zahnweh┬ź.

Bereits 31 Monate nach ihrer Gr├╝ndung wurde die Stadt Lahn wieder aufgel├Âst. Vor allem f├╝r die SPD, die die Reform ma├čgeblich vorangetrieben hatte, blieben die Auseinandersetzungen um die Lahnstadt nicht ohne Folgen: Bei der Kommunalwahl im M├Ąrz 1977 kippten die mittelhessischen W├Ąhler zahlreiche SPD-Politiker aus ihren Rathaussesseln und brachten die Christdemokraten - erkl├Ąrte Gegner der Lahnstadt - an die Macht. Verlierer war am Ende vor allem die Stadt Gie├čen: Sie b├╝├čte ihre Kreisfreiheit ein und erhielt lediglich die ehemals selbstst├Ąndige Gemeinde L├╝tzellinden hinzu, da die Stadt bereits zu fr├╝heren Zeiten einige Eingemeindungen vornehmen konnte. Als Ausgleich siedelte die Regierung dort 1981 das Regierungspr├Ąsidium Mittelhessen an. Wetzlar dagegen ging mit der Eingemeindung von acht Umlandgemeinden, die ohnehin bereits bis auf drei (Dutenhofen, M├╝ncholzhausen und Blasbach) fest mit der Stadt verwachsen waren, eher gest├Ąrkt aus der gescheiterten Fusion hervor.

Die Kennzeichen-Posse

Lahn erhielt den Buchstaben L als KFZ-Kennzeichen. Dieser Buchstabe war eigentlich f├╝r den Fall einer Wiedervereinigung f├╝r die Stadt Leipzig reserviert. Das Vorgehen konnte als Provokation seitens der sozialliberalen Bundesregierung aufgefasst werden, als de-facto-Anerkennung der deutschen Teilung - offenbar rechnete die Regierung nicht mit einer Wiedervereinigung. Nach der Aufl├Âsung Lahns behielt der Lahn-Dill-Kreis das L-Kennzeichen. Als die deutsche Wiedervereinigung zw├Âlf Jahre sp├Ąter dann tats├Ąchlich Wirklichkeit wurde, musste das Kennzeichen, wie urspr├╝nglich geplant, an Leipzig abgegeben werden. Der Lahn-Dill-Kreis vergibt seit 1990 das Kennzeichen LDK.

Die Leipziger und Lahner Kennzeichen k├Ânnen voneinander anhand der Ziffernanzahl unterschieden werden. Leipziger Kennzeichen haben 4 Ziffern, Lahner 3 (aber auch einige 4-stellige Kennzeichen sind noch aus Lahn-Zeiten ├╝brig).

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Lahn (Stadt) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Lahn (Stadt) verfügbar.

fair-hotels. Ein Service der
VIVAI Software AG
Betenstr. 13-15
44137 Dortmund

Tel. 0231/914488-0
Fax 0231/914488-88
Mail: info@vivai.de
Url: http://www.vivai.de