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Letzte Änderung für Artikel Friedrich II. (Hessen-Kassel): 15.02.2006 12:03

Friedrich II. (Hessen-Kassel)

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Friedrich II., Landgraf von Hessen-Cassel
Friedrich II., Landgraf von Hessen-Cassel

Friedrich II. (* 14. August 1720 in Kassel; † 31. Oktober 1785 in Schloss Weißenstein, Kassel) war Landgraf von Hessen-Kassel. Er war der erste und einzige LandesfĂŒrst Hessen-Kassels nach der Reformation, der zum katholischen Glauben ĂŒbergetreten ist. Bekannt wurde er als erster FĂŒrst der AufklĂ€rung in Hessen, aber auch durch den Soldatenhandel im amerikanischen UnabhĂ€ngigkeitskieg.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er war außer einem als SĂ€ugling verstorbenen Ă€lteren Bruder der einzige Sohn des Landgrafen Wilhelm VIII. Nach Erziehung und Schulen in Genf und Lausanne heiratete er 1740 Maria, die Tochter des englischen Königs Georg II. Danach kĂ€mpfte er fĂŒr Kaiser Karl VII. Albrecht im österreichischen Erbfolgekrieg und konvertierte zum katholischen Glauben. Daraufhin trennte sich seine Frau mit seinen drei Söhnen von ihm und sein Vater befahl in der hessischen Assekurationsakte von 1754 Friedrich, die protestantische Religion in Hessen unangetastet zu lassen und gab Maria und den Kindern die Grafschaft Hanau, die von Hessen-Kassel getrennt wurde. Friedrich sah seine Frau nie und seine Kinder erst 1782 wieder.

Nach dem Tod der LandgrĂ€fin Marie heiratete er 1773 in zweiter Ehe die Prinzessin Philippine von Preußen (1745-1800) aus der Nebenlinie Brandenburg-Schwedt . Diese Ehe blieb kinderlos.

Fridericianum
Fridericianum

Im siebenjĂ€hrigen Krieg schlug sich Friedrich auf die Seite Preußens und kĂ€mpfte in der preußischen Armee bis zum Ende des Krieges mit. 1760 wurde Friedrich Landgraf von Hessen-Cassel und unternahm einige erfolglose Versuche, die Grafschaft Hanau wieder mit Hessen-Cassel zu vereinigen, die aber am Widerstand Großbritanniens und den evangelischen StĂ€nden scheiterten. Nach dem Krieg begann in Kassel eine rege BautĂ€tigkeit, die der Landgraf unterstĂŒtzte und förderte. Er siedelte Industrie und Manufakturen in Hessen an, er holte KĂŒnstler und Gelehrte nach Kassel. Das erste frei zugĂ€ngliche Museum des europĂ€ischen Festland, das Fridericianum entstand 1779 . Er grĂŒndete 1777 auch die Akademie der KĂŒnste

Soldatenhandel

Das Geld fĂŒr diese kostspieligen Unternehmungen beschaffte sich Friedrich durch die fĂŒr diese Zeit gelĂ€ufige Vermietung von Soldaten an andere Staaten, vorrangig an Großbritannien. England benötigte Truppen fĂŒr den Amerikanischen UnabhĂ€ngigkeitskrieg und Friedrich und andere deutsche FĂŒrsten lieferten König Georg III. ĂŒber 20.000 Söldner fĂŒr den Krieg in Amerika. HierfĂŒr schloss Friedrichs Minister von Schlieffen mit England VertrĂ€ge ab, die Friedrich zu einem der reichsten FĂŒrsten Europas machten.

Denkmal Friedrichs II. auf dem Friedrichsplatz in Kassel
Denkmal Friedrichs II. auf dem Friedrichsplatz in Kassel

Der so genannte Soldatenhandel unter Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel macht den FĂŒrsten bis in die Gegenwart hinein zur Zielscheibe von Kritik; hierbei wird außer Acht gelassen, dass sowohl andere Feudalherren der Zeit, aber auch die demokratisch regierte Schweiz vergleichbar vorgingen. Die nĂ€here Betrachtung der finanziellen Konditionen unter denen die hessischen Truppen in Nordamerika eingesetzt wurden, belegt, dass fĂŒr dauerhaft beschĂ€digte, gefallene oder gestorbene Soldaten Zahlungen an Hessen fĂ€llig wurden, die zum Teil in mildtĂ€tige Stiftungen liefen, welche bis zur Inflation der 1920er Jahre Bestand hatten.

TatsĂ€chlich war der „Soldatenhandel“ wirtschaftlichen und militĂ€rischen ZwĂ€ngen geschuldet. Hessen war in Folge seiner Zentrallage auf ein starkes Heer angewiesen, konnte jedoch wegen der nicht ĂŒberwundenen VerwĂŒstungen des SiebenjĂ€hrigen Krieges, der gerade auf hessischem Territorium tief greifende SchĂ€digungen des Wirtschaftslebens gezeitigt hatte, aus eigenen Mitteln nur schwerlich die benötigte TruppenstĂ€rke unterhalten. Die Anwerbung der Truppen durfte auf Friedrichs Befehl hin nicht unter Zwang oder Gewaltanwendung erfolgen und versprach fĂŒr viele hessische Freiwillige ein sicheres Auskommen.

Wegen des großen Anteils hessischer Soldaten an den britischen Hilfstruppen, ist in den USA bis heute die Bezeichnung Hessians fĂŒr alle deutschen Hilfstruppen des UnabhĂ€ngigkeitskriegs gebrĂ€uchlich.

Tod

Im Jahre 1785 starb Friedrich ĂŒberraschend an einem Schlaganfall und hinterließ seinem Nachfolger Wilhelm IX. nach 25-jĂ€hriger Regentschaft ein gefĂŒlltes StaatssĂ€ckel. Er wurde in der von ihm begrĂŒndeten katholischen Sankt-Elisabeth-Kirche beigesetzt und nach dem Zweiten Weltkrieg in das Treppenhaus des Neubaus der Kirche umgebettet. Somit ist er der einzige Landgraf der Neuzeit, der nicht in der Kasseler Martinskirche beigesetzt ist.

Literatur

  • Peter Gerke: AufklĂ€rung + Klassizismus in Hessen-Kassel unter Landgraf Friedrich II. Ausstellungskatalog, Kassel 1979

Weblinks

Wikipedia

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