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Letzte Änderung für Artikel Biebermark: 19.02.2006 15:35

Biebermark

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Die Biebermark war eine Markgenossenschaft im Maingau.

Folgende zw√∂lf D√∂rfer geh√∂rten ihr an: Bieber, B√ľrgel, Dietesheim , Hausen, Heusenstamm, L√§mmerspiel , Obertshausen, Offenbach, Meielsheim (sp√§ter verw√ľstet), M√ľhlheim, Rembr√ľcken und Rumpenheim.

Die Biebermark war kein politisches Gebilde sondern als Markgenossenschaft ein Zusammenschluss der zw√∂lf D√∂rfer, um das umliegende Gebiet zu bewirtschaften. Die D√∂rfer geh√∂rten politisch und verwaltungstechnisch verschiedenen Landesherren und √Ąmtern an. Der Oberhof der Biebermark war in Bieber.

Es gibt alte Schriften, in denen anstelle von Biebermark der Begriff Biegermark verwandt wird. Es ist nicht eindeutig gekl√§rt, woher dieser Begriff stammt. Es gibt in B√ľrgel und Rumpenheim einige Flurst√ľcke und andere Bezeichnungen, die das Wort Bieg tragen. Wahrscheinlich wurde fr√ľher der Mainbogen als das Bieg bezeichnet. Es ist also m√∂glich, dass urspr√ľnglich dieser Name verwandt wurde, aber sp√§ter durch den √§hnlich lautenden Begriff Bieber ersetzt wurde, da hier auch der Oberhof der Biebermark war.

Steinkreuz in der Bieberer Oberhofstraße
Steinkreuz in der Bieberer Oberhofstraße

Oberste Instanz der Biebermark war das in Bieber "bei der Pforte beim Schlag unter der Linde" abgehaltene sogenannte "M√§rker ding ". Der Platz dieses "M√§rkerdings" befand sich an der alten Bieberer S-Kurve, wo der Name der fr√ľheren Lindenm√ľhle und der Stra√üe "In den Lindeng√§rten" (fr√ľher Lindeng√§sschen) noch bis in die heutige Zeit an die fr√ľhere Gerichtslinde erinnert. Hier war bis in 19. Jhd. der einzige Durchgang durch die Bieberer Ortsmauer, deshalb "bei der Pforte". Der "Schlag" meint einen Schlagbaum , wo fr√ľher Z√∂lle erhoben wurden. Ein Steinkreuz, das sich dort befand wurde im 19. Jahrhundert in die Bieberer Oberhofstra√üe versetzt, wo es noch heute steht.

Alle Orte au√üer Rembr√ľcken waren mit einem Sch√∂ffen beim M√§rkerding vertreten. Offenbach stellte zwei Sch√∂ffen. Unter der Gerichtslinde stand nach alten Aufzeichnungen auch ein Sch√∂ffenstuhl. Die Sch√∂ffen und der Markmeister nahmen auf Steinen unter der Linde Platz, w√§hrend der Vertreter des Ober vogtes (sp√§ter der Amtmnann von Steinheim) auf einem Stuhl niederlie√ü. Der Sch√∂ffe von Rumpenheim rief das Friedgebot aus:

"Ihr sollet verbiethen, da√ü keiner dem anderen in sein Wort falle, es geschehe denn mit Erlaubnis. Ihr sollet verbiethen alle unverkohrene Worte, da√ü keiner dem andeen Drang oder Zwang thue; ihr sollet erlauben das Recht, dra√ľber Fried und Bann thun, wie es von Alters herkommen ist."

Hier wurde Gericht gehalten, das hei√üt alle auf dem Gebiet der Biebermark begangenen Frevel wurden verhandelt und der Markmeister f√ľr ein Jahr gew√§hlt. Auch der dem Markmeister unterstellte Meisterknecht wurde so gew√§hlt. Alle sonstigen Markangelegenheiten konnten ebenfalls zur Sprache gebracht werden.

Am Bieberer Kerbdienstag kamen die Hirten aus der Mark auf dem heutigen Bieberer Ostendplatz (fr√ľher Marktplatz) zusammen um ihr Werkzeug √ľberpr√ľfen zu lassen und ihre Erfahrungen auszutauschen.

Im Weistum der Biebermark werden die Rechte der Märker festgeschrieben:

Dort wird besagt, dass die M√§rker der der Biebermark angeschlossenen zw√∂lf D√∂rfer ungeschr√§nktes Verf√ľgungsrecht √ľber das Markeigentum besa√üen. Markeigentum war zum Beispiel der Wald und alles was der Wald einschloss (daher auch der Begriff des Markwaldes ), die Steinbr√ľche am Bieberer Berg und die Lehmkauten (daher die Flurbezeichnung "Auf die Leimenkaute" am Bieberer Waldeck). Darin war allerdings nicht das Jagdrecht inbegriffen, da die umliegenden W√§lder dem Wildbann Dreieich angeh√∂rten, in denen der K√∂nig das Jagdrecht besa√ü.

" Wir wissen uff unsern Eid Bibermark Wald, Wasser und Weide den Märkern zu rechtlichen eigen und han die von niemand Lehen, weder von Konige odir von Kaisern, noch von Burgern odir Steden".

Märker (Markgenosse) konnte nur sein, wer eines Märkers Kind war, ein auf Markboden aus Markholz erbautes Haus bewohnte und 32 Morgen Feld und Wiesen sein Eigen nannte.

Aber auch die Rechte zum Fischfang, in der fr√ľher wohl mehr Wasser als heute f√ľhrenden Bieberbach waren den M√§rkern vorenthalten. " Wir wissen, da√ü die Biebra die Bach als frei ist, da√ü ein jeglicher M√§rker drin mag fischen gehen". Die Flie√ükraft des Wassers jedoch geh√∂rte dem jeweiligen Landesherren. Daher waren die M√ľhlen an den die Mark durchflie√üenden B√§chen im Besitz der jeweiligen Landesherren und wurden von diesen verpachtet.

Durch die Markmeister wurden später diese Fischereirechte verpachtet. Besonders beliebt waren die in der Bach gefangenen Flusskrebse. Wegen der Fischereirechte kam es zwischen Mäkern und der Herrschaft in Heusenstamm sogar zu einem Prozess.

Geschichte

Bereits in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch aus dem Jahr 766 wird eine Bellinger Mark im Maingau erwähnt. Dieser Mark gehören auch die Orte der späteren Biebermark an. Im Laufe der Zeit verlieren sich die Hinweise auf diese Bellinger Mark. Sie scheint später in die Klein-Auheimer -, Steinheimer- und Biebermark aufgeteilt worden zu sein. Dieses Gebiet bildete später das Vogteiamt Steinheim. Die letzte Erwähnung dieser Bellinger Mark stammt aus dem Jahr 868.

Die erste schriftliche Aufzeichnung √ľber die Biebermark ist das Weistum aus dem Jahr 1385. Aus der Zeit vorher sind in aus dem Maingau fast keine schriftlichen Aufzeichnungen vorhanden. Die Biebermark ist demnach im Zeitraum zwischen 868 und 1385 aus der Bellinger Mark hervorgegangen.

Die Mark wurde nach Au√üen vom gew√§hlten Obervogt vertreten. Bis 1418 war dies der Graf von Falkenstein . Nach dem Aussterben dieses Geschlechtes ging das Amt des Obervogtes an den Grafen von Isenburg √ľber. Jedoch wurde der Isenburger Graf 1517 auf dem Wahlding abgesetzt, nachdem er sich f√ľr den Bau seines Schlosses in Offenbach Holz in der Biebermark f√§llen lie√ü. Neuer Obervogt wurde der Kurf√ľrst von Mainz, welcher sich schon fr√ľher darum bem√ľht hatte Obervogt der Biebermark zu werden.

Nach der S√§kularisation des Kurf√ľrstentums Mainz 1803 erhielt Hessen-Darmstadt mit dem mainzischen Oberamt Steinheim die dazugeh√∂rige Biebermark und die Schutzvogtei.

Im 19. Jahrhundert wurde zunehmend danach gedr√§ngt, die alte Mark aufzul√∂sen, da in den vergangenen Jahren chaotische Zust√§nde herrschten. Der Wald wurde von den M√§rkern immer st√§rker ausgepl√ľndert, ohne das aufgeforstet wurde. Reisende aus dieser Zeit berichteten √ľber ein "Sibirien" mitten in Deutschland.

Nach schwierigen und l√§nger dauernden Verhandlungen wurde die Biebermark 1819 aufegl√∂st. Das noch 9846 Morgen umfassende Markgebiet wurde unter den der Mark angeh√∂renden Gemeinden aufgeteilt. Aus dieser Zeit stammt im wesentlichen der heutige Zuschnitt der Gemarkungsgrenzen . Die Grenzstra√üe in Offenbach z.B. hat ihren Namen von der Gemarkungsgrenze zwischen B√ľrgeler und Offenbacher Gemarkung an dieser Stelle. Die Offenbacher Gemarkung ging einst nur bis an den Hainbach, das dahinter gelegene Markgebiet zwischen Bieberer Gemarkung und Hainbach wurde zwischen B√ľrgel und Offenbach geteilt. Das Gebiet, welches Bieber zugeschlagen wurde, wurde planm√§√üig aufgeforstet und bildet den nach Obertshausen zugewandten Bieberer Wald.

Literatur

  • Alfred Kurt: Bieber - achttausend Jahre Geschichte, Offenbacher Geschichtsbl√§tter Nr. 30, Offenbacher Geschichtsverein 1980
  • Jakob Grimm: Weist√ľmer, 7 Bde., G√∂ttingen 1840

Wikipedia

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