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Letzte Änderung für Artikel Frankfurt-Altstadt: 20.02.2006 14:33

Frankfurt-Altstadt

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Altstadt
Stadtteil von Frankfurt am Main
Wappen Karte
Wappen Karte
Basisdaten
FlĂ€che : 0,477 kmÂČ
Einwohner : 3.473
Bevölkerungsdichte : 7.281 Einwohner/kmÂČ
Postleitzahlen : 60311
Vorwahlen : 069
Gliederung
Ortsbezirk: 1 – Innenstadt I
Stadtbezirke:
  • 010 - Altstadt
Website

Die Frankfurter Altstadt bildet einen eigenstĂ€ndigen Stadtteil von Frankfurt am Main am nördlichen Mainufer. Er wird vom Stadtteil Innenstadt umgeben. Auf der gegenĂŒberliegenden Mainseite befindet sich der Stadtteil Sachsenhausen-Nord.

Inhaltsverzeichnis

Historie

Anbeginn bis zweiter Weltkrieg

Typische HĂ€user der Altstadt um 1900 (Roseneck)
Typische HĂ€user der Altstadt um 1900 (Roseneck)
Typische Gasse der Altstadt um 1900 (Luther Eck)
Typische Gasse der Altstadt um 1900 (Luther Eck)

Als historischer Stadtkern existiert der Stadtteil so lange wie die Stadt selbst - Frankfurt am Main (seit 794 ). Als Altstadt wird dabei der Teil der Innenstadt bezeichnet, der im Mittelalter innerhalb der Staufermauer lag. Es ist also der Àlteste Kern der Stadt.

Vor dem zweiten Weltkrieg galt die Altstadt von Frankfurt sowohl von der Zahl der GebĂ€ude als auch von ihrer historischen Abgeschlossenheit her als eine der grĂ¶ĂŸten und prĂ€chtigsten in ganz Deutschland. Auf fotografischen Luftbildern des frĂŒhen 20. Jahrhunderts kann man unzĂ€hlige in engen Gassen um den Dom gedrĂ€ngte GebĂ€ude in vom Mittelalter an grĂ¶ĂŸtenteils unverĂ€nderten Strukturen erkennen, wie etwa ein Vergleich mit Kupferstichen von Merian zeigt. Alleine im Altstadtbereich befanden sich vermutlich ĂŒber 2.000 GebĂ€ude. Hierbei waren alle architektonischen Stile seit der frĂŒhen Gotik ĂŒber (jenseits der Staufenmauer) Barock und Rokoko bis hin zu verschiedenen Variationen des Historismus vertreten, wenngleich auch hölzerne FachwerkhĂ€user sowie einige steinerne PatrizierhĂ€user innerhalb der Grenzen des Stadteils Altstadt dominierten.

Die erste wirklich tiefgreifende bauliche Änderung im Bereich Altstadt ereignete sich in den Jahren 1904 - 1908 : um die Jahrhundertwende existierte die heutige Braubachstraße noch nicht - in ihrem heutigen Verlauf befanden sich HĂ€user der Altstadt, die vermutlich im FrĂŒhmittelalter auf Resten der karolingischen Stadtmauer errichtet worden waren, und die Bethmannstraße endete schlicht am Paulsplatz. Um nun der Straße und der darauf verkehrenden Straßenbahn – heute der Linien 11 und 12 – den Weg zu ebenen, wurden rund 100 HĂ€user abgerissen, so dass die Braubachstraße als VerlĂ€ngerung der Bethmannstraße Gestalt annehmen konnte.

Altstadt - Mainpanorama um 1900
Altstadt - Mainpanorama um 1900

Auch wenn dies alles aus heutiger Sicht romantisch anmuten mag - die RealitĂ€t sah anders aus: bedingt durch die sehr engen Gassen gab es, die Stunden des hohen Sonnenstandes ausgenommen, fast immer wenig Licht. Weiter waren die mittelalterlichen HĂ€user, abgesehen von einigen fĂŒr den damals schon regen Tourismus hergerichteten, reprĂ€sentativen Ecken, von den Hinterhöfen noch ganz zu schweigen, in sehr schlechtem Zustand, die hygienischen ZustĂ€nde dĂŒrften ebenso mangelhaft gewesen sein. Die besseren GeschĂ€fte hatten sich schon vor lĂ€ngerem mitsamt der entsprechenden Kundschaft in bessere Stadtviertel zurĂŒckgezogen, wodurch Armut und KriminalitĂ€t in der Altstadt allgegenwĂ€rtig waren.

Zerstörung

Am 22. MĂ€rz 1944 zerstörten Luftangriffe die Altstadt praktisch vollstĂ€ndig. Nach offiziellen britischen Angaben wurden im Zeitraum einer knappen Stunde 500 Luftminen , 3.000 schwere Sprengbomben und 1,2 Millionen Brandbomben auf die Stadt, mit einem deutlichen Fokus auf den Stadtkern, abgeworfen. Wie schon bei vorigen Luftangriffen war dies Teil der Taktik: die Mehrzahl aller HĂ€user in der Altstadt waren in Fachwerkbauweise errichtet, so dass sie im entfesselten Feuersturm grĂ¶ĂŸtenteils restlos verbrannten. Aber auch aus Stein errichtete Patrizierbauten des 14. Jahrhunderts und 15. Jahrhunderts wie das Leinwandhaus oder das Steinerne Haus erlitten durch Sprengbomben schwerste Zerstörungen. Im Prinzip blieb nur ein einziges GebĂ€ude, Haus Wertheym am Römerberg - unbeschĂ€digt, und auch dies war einzig der Tatsache geschuldet, dass die Feuerwehr hier einen Wasserkorridor fĂŒr die aus der brennenden Stadt strömenden Bewohner eingerichtet hatte. Die offizielle Zahl der Toten in dieser Nacht wird auf 1.001 Menschen beziffert.

Nachkriegszeit bis zur Gegenwart

Die total zerstörte Frankfurter Altstadt ( nach einem Modell im Historischen Museum)
Die total zerstörte Frankfurter Altstadt ( nach einem Modell im Historischen Museum)

Große Teile der Altstadt sind nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs komplett neu errichtet worden, so dass nur sehr wenige GebĂ€ude mit historischer Bausubstanz erhalten sind. Nach der EnttrĂŒmmerung standen sich - wie so oft in dieser Zeit - Modernisierer und Bewahrer gegenĂŒber, so dass zunĂ€chst ein Baustopp bis 1952 bestand. Letztendlich wurde, wenn auch mit deutlichen Überhang in Richtung der Modernisierer, eine Mischlösung gefunden: einige prominente BaudenkmĂ€ler (darunter die Staufenmauer, das Steinerne Haus, der Saalhof, das Leinwandhaus, das Karmeliterkloster und natĂŒrlich der das Stadtbild bestimmende und symbolisch wichtige Römer) wurden teils mehr (z. B. Goethehaus ), teils weniger (z. B. Schauspielhaus) originalgetreu rekonstruiert, ein Großteil der ehemaligen Altstadt jedoch mit (damals) modernen und nach dem Krieg dringend benötigten WohnhĂ€usern bebaut.

Desweiteren wurden unter Verwerfung des historischen Grundrisses neue Hauptverkehrsstraßen durch die TrĂŒmmerwĂŒste gezogen und somit das auch schon das vor den Krieg oft erwĂŒnschte "autogerechte" Frankfurt Wirklichkeit. Realisiert wurde dies in Form der am 16. November 1953 als Straße an der Paulskirche eingeweihten, ab 1955 bis heute als Berliner Straße bekannten Ost-/West-Achse sowie der als Nord-/SĂŒd-Achse dienenden Kurt-Schumacher-Straße.

In den 70er Jahren wurden einige GebĂ€ude wie das Technische Rathaus oder auch das Historische Museum in einem brutalistischen Betonstil errichtet, zum Teil mit asbesthaltigen Materialien, so dass ein Abriss oder zumindest eine Sanierung erforderlich scheint. Inzwischen hat eine fachliche und emotionale Diskussion ĂŒber die Bebauung dieses Teils Frankfurts begonnen. Zahlreiche Anhörungen und Architekturwettbewerbe haben bereits stattgefunden. Eine Einigung der politisch Verantwortlichen wird erst nach den nĂ€chsten Kommunalwahlen erfolgen.

Bethmannstraße heute
Bethmannstraße heute

In den 80er Jahren wurde die historische Ostzeile des Römerberges mit ihren den Stadteil prĂ€genden Fachwerkbauten rekonstruiert - zuvor dort direkt nach dem Krieg errichtete, vergleichsweise schmucklose Bauten wurden hierfĂŒr wieder abgerissen.

2005 - zuvor auch schon 1974 - erhielt die Fasssade des Römers im Rahmen von Restaurierungsarbeiten auch ihren neugotischen Anstrich zurĂŒck. Zudem wird in den letzten Jahren verstĂ€rkt daran gearbeitet, dem bis zum Technischen Rathaus reichenden Abschnitt der historischen Braubachstraße in ihrer Fassadenerscheinung wieder den alten Glanz zu verschaffen.

SehenswĂŒrdigkeiten

In der Altstadt befinden sich zahlreiche SehenswĂŒrdigkeiten - wenngleich auch fast alles in Rekonstruktion entstand (siehe geschichtlicher Teil):

Angefangen beim Römerberg , auf dessen Mitte der Gerechtigkeitsbrunnen steht - im 17. Jahrhundert aus Sandstein errichtet wurde die Konstruktion 1887 durch eine Nachbildung aus Bronze ersetzt. Sein Name rĂŒhrt von der ihn krönenden Statue der (blinden) Justitia her. Der Überlieferung nach wurde er bei Krönungsfeierlichkeiten mit Rot - und Weißwein gespeist.

Umgeben ist der Platz von mittelalterlichen Wohn- und GeschĂ€ftshĂ€usern - insbesondere erwĂ€hnenswert sind hier die Ostzeile mit ihren FachwerkhĂ€usern , die Nikolaikirche und natĂŒrlich das berĂŒhmte Rathaus, der Römer.

Am Fahrtor, der sĂŒdlich in Richtung Main vom Römerberg fĂŒhrenden LĂŒcke in der HĂ€userfront des Römerbergs befindet sich zur Rechten Haus Wertheym , das einzige völlig unbeschadet erhaltene GebĂ€ude der Altstadt, das gegenĂŒber der dominierenden Ostzeile und dem Römer von Besuchern leicht ĂŒbersehen wird.

Hinter der Ostzeile erhebt sich der Frankfurter Dom , die 100m hohe Kathedrale der Stadt. Zwischen Frankfurter Dom und Römerberg verlief historisch der sogenannte Krönungsweg der deutschen Kaiser (im Mittelalter: Kramgasse, ganz alten Frankfurtern noch als Alter Markt bekannt). Diesem Weg folgend kann man zur Linken das Steinerne Haus bewundern, ein gotischer Patrizierbau des 15. Jahrhunderts .

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Römer befindet sich am Paulsplatz das sehenswerte Neue Rathaus mit reichem Renaissance - und Barock -Dekor sowie die Paulskirche , in der einst die Deutsche Nationalversammlung tagte.

Alle SehenswĂŒrdigkeiten liegen nah zusammen und sind mit der Straßen- und Stadtbahn zu erreichen.

Weblinks

Wikipedia

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