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Letzte Änderung für Artikel Geschichte von Frankfurt am Main: 11.02.2006 19:43

Geschichte von Frankfurt am Main

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Frankfurt im Jahre 1612
Frankfurt im Jahre 1612

Bild:Karte Frankfurt Land (um 1700).jpg Die Geschichte von Frankfurt am Main ist die Geschichte der Entwicklung von einer Kaiserpfalz zur Bankenmetropole Europas. Die Geschichte eines H√ľgels am Mainufer an einer Furt , der sich zur kleinsten Metropole der Welt (wie die amtierenden Ratsleute sie gerne selbst bezeichnen) entwickelte. Die Spitze des Domturmes markiert die geographische Lage der Stadt bei genau 50¬į 6' 42,5" Nord und 8¬į 41' 9,4" Ost; wobei diese exakten Zahlen keinen Aufschluss √ľber die wechselvolle Historie jener Stadt geben, die oft im Zentrum deutscher und europ√§ischer Geschichte stand, ohne jemals echte Hauptstadt gewesen zu sein. Dennoch wird Frankfurt am Main oft in deutschen Medien als Hauptstadt bezeichnet: Hauptstadt des Verbrechens und Finanzhauptstadt; Bankfurt oder Mainhattan.

Inhaltsverzeichnis

Fr√ľhzeit

An der Stelle der heutigen Frankfurter Altstadt war urspr√ľnglich eine sumpfige , von zahlreichen Armen des Mains durchzogene Niederung . Sie wurde deshalb sp√§ter als die oberhalb liegende Hochebene bebaut. Die R√∂merstra√üe von Mainz (Moguntiacum) √ľber Heddernheim (Nida) nach Friedberg umging dieses Gebiet. Eine R√∂merstra√üe vom r√∂mischen Hauptort NIDA (civitas Taunensium heute Heddernheim ) f√ľhrte bereits in r√∂mischer Zeit √ľber die Mainfurt zu den r√∂mischen Verwaltungen in Gro√ü-Gerau und Dieburg. Zahlreiche Flurnamen belegen noch heute, dass die Niederung auf beiden Seiten des Flusses mit Wald bedeckt war.

Der √§lteste Teil der Frankfurter Altstadt ist der Domh√ľgel (einschlie√ülich des heutigen R√∂merbergs ), der als Insel aus den Seitenarmen des Mains und der Sumpflandschaft herausragte. Nur von Westen war er trockenen Fu√ües zu erreichen. Er liegt nahe an einer Furt , die schon sehr fr√ľh der √úberquerung des Flusses diente und deshalb von wirtschaftlicher und milit√§rischer Bedeutung war.

Arch√§ologische Funde auf dem Domh√ľgel reichen bis in die Jungsteinzeit zur√ľck. Nachgewiesen ist eine erste Besiedlung und Bebauung aber erst f√ľr die R√∂merzeit. Man geht davon aus, dass die r√∂mische Besiedelung des Domh√ľgels im letzten Viertel des 1. nachchristlichen Jahrhunderts begann; so fand man √úberreste eines r√∂mischen Bades, das zu einer gr√∂√üeren Anlage, wohl einem Kastell , geh√∂rt haben d√ľrfte. Vermutlich wurde die milit√§rische Stellung aber schon im Laufe des 2. Jahrhunderts wieder aufgegeben und durch eine Villa , ein r√∂misches Gutshaus, ersetzt. Arch√§ologisch erschlossen wurden au√üerdem einige Wirtschaftsgeb√§ude. R√∂mische Gutsh√∂fe (villa rustica) befanden sich am Bockenheimer Friedhof, am Portal des Hauptfriedhofs und nahe dem Gel√§nde des heutigen G√ľnthersburgparks in Frankfurt-Bornheim.

Mit der R√ľcknahme der r√∂mischen Grenze auf den Rhein in den Jahren 259 / 260 ist die r√∂mische Geschichte in Frankfurt beendet.

Mittelalter

Fr√ľhmittelalter

Historisierende Statue Karls des Großen in Frankfurt
Historisierende Statue Karls des Großen in Frankfurt

Frankfurt wird erst 793 urkundlich genannt, kommt aber schon 794 als namhafter Ort in einem Brief vor, den der Kaiser an den Bischof von Toledo schrieb und in dem er vermerkt: ‚Äěin loco celebri, qui dicitur Franconofurd‚Äú also an ‚Äějenem bekannten (ber√ľhmten?) Ort, der Frankfurt genannt wird‚Äú.

Offenbar war also das Gebiet des Domh√ľgels auch in merowingischer Zeit (und wom√∂glich schon seit Aufgabe durch die R√∂mer) durchgehend besiedelt. So wurde 1992 bei Ausgrabungen im Dom das reich ausgestattete Grab eines M√§dchens gefunden, das in die sp√§te Merowingerzeit des 7. Jahrhunderts datiert wird.

Karl der Gro√üe baute sich an der ‚ÄěFranconovurd‚Äú (Furt der Franken ) einen K√∂nigshof und hielt 794 dort eine Kirchenversammlung ab, auf der der Adoptianismus verdammt und der Bilderdienst verworfen wurde. Ludwig der Fromme, sein Sohn, w√§hlte Frankfurt zum Wohnsitz, erweiterte die Pfalz, lie√ü an der Stelle des sp√§teren Saalhofs einen noch gr√∂√üeren Palast erbauen und umgab die Stadt 838 mit Mauern und Gr√§ben.

Nach dem Vertrag von Verdun ( 843 ) wurde Frankfurt sozusagen die Hauptstadt des ostfränkischen Reichs und wurde daher auch Principalis sedes regni orientalis genannt. Das häufige Verweilen der Kaiser und Könige in Frankfurt, die wiederholt hier gehaltenen Reichstage und Kirchenversammlungen, die Errichtung eines geistlichen Stifts und zahlreiche Schenkungen an die dortige Kirche förderten das städtische Gemeinwesen nachhaltig. Auch als die deutschen Kaiser keine beständige Residenz mehr hatten, blieb Frankfurt kaiserliches Kammergut und Hauptort von Ostfranken.

Hochmittelalter

erhaltene Reste der Staufenmauer
erhaltene Reste der Staufenmauer
Ein gleichzeitig weltliches und kirchliches Ereignis lie√ü Frankfurt nach einer weniger bedeutenden Stadtepoche unter den salischen und s√§chsischen Kaisern wieder in den Mittelpunkt r√ľcken. Bernard von Clairvaux rief 1147 von der Pfalzkapelle (der heutigen Nikolaikirche ) in einer aufw√ľhlenden Predigt den Staufer Konrad III. zur Teilnahme am zweiten Kreuzzug auf. Bevor dieser nach Jerusalem aufbrach, lie√ü er auf dem Frankfurter Hoftag seinen 10j√§hrigen Sohn zum Nachfolger w√§hlen, der aber noch vor seinem Vater starb. Deshalb wurde f√ľnf Jahre sp√§ter abermals in Frankfurt gew√§hlt. Nachdem dann Kaiser Friedrich I. 1152 hier auf den Schild gehoben wurde, wurde die Stadt durch diesen Brauch zur Wahlstadt der deutschen K√∂nige.

Unter den Stauferkaisern erlebte Frankfurt einen Aufschwung und starkes Wachstum. Um 1180 wurde das Stadtgebiet stark erweitert; die neue Grenze bildete die Staufermauer , die das Gebiet der heutigen Altstadt umgab.

1240 best√§tigte Kaiser Friedrich II. das Privileg der Frankfurter Herbstmesse. In dieser √§ltesten Urkunde f√ľr die Messe in Frankfurt, die sich aus einem Jahrmarkt mit landwirtschaftlichen Produkten entwickelt und nun l√§ngst die Stadt Mainz als Handelszentrum √ľberfl√ľgelt hatte, hei√üt es :...dass wir alle und jeden einzelnen, die zur Messe in Frankfurt kommen, unter unseren und des Reiches besonderen Schutz stellen. Wir befehlen, dass niemand wage sie beim Kommen und Gehen...zu bel√§stigen oder zu behindern....

1245 wurde Frankfurt unmittelbare Reichsstadt , und 1250 wurde die Burggrafschaft Frankfurt in das Reichs schulthei√üenamt verwandelt. Der Frankfurter Sch√∂ffenstuhl war der Oberhof (Obergericht) f√ľr die ganze Wetterau und die angrenzende Gegend. Anfangs geh√∂rten die meisten Eink√ľnfte der Stadt dem Reich; erst sp√§ter, besonders unter Heinrich IV. und Friedrich II. , wurden diese Eink√ľnfte und sogar die Verwaltung selbst verpf√§ndet oder verkauft.

Die Gewalt in der Stadt lag zuerst in den H√§nden des Vogts und des Schulthei√üen. Schon fr√ľher w√§hlten sich jedoch die B√ľrger eigene B√ľrgermeister mit Beisitzern, denen die Polizeiverwaltung und niedere Gerichtsbarkeit oblag. Da diese die Gunst des Kaisers genossen, wurde die W√ľrde der V√∂gte zur Zeit des Interregnums ( 1257 ) vollst√§ndig beseitigt.

Spätmittelalter

Das Eschenheimer Tor, das einzige noch existierende Stadttor aus der Befestigungsanlage von 1333
Das Eschenheimer Tor, das einzige noch existierende Stadttor aus der Befestigungsanlage von 1333
Goldene Bulle
Goldene Bulle
Karl IV. erteilt die Goldene Bulle
Karl IV. erteilt die Goldene Bulle

Starkes Wachstum im 14. Jahrhundert

Kaiser Ludwig der Bayer , dem die B√ľrger die Tore der Stadt √∂ffneten (obwohl Friedrich der Sch√∂ne von √Ėsterreich schon Sachsenhausen besetzt hatte), gab Frankfurt 1329 die Erlaubnis, alle ihre verpf√§ndeten Eink√ľnfte, √Ąmter und Rechte einzul√∂sen und bis zur Wiederausl√∂sung seitens des Reichs zu erhalten. Er erweiterte das Messeprivileg der Frankfurter Messe und gestattete die Abhaltung der Fr√ľhjahrsmesse ( 1330 ). Dazu verbot er die Erbauung neuer Schl√∂sser am Main und die Anlegung neuer Z√∂lle in einem Umkreis von zehn Stunden. Er gew√§hrte der Stadt das Recht, B√ľndnisse zu schlie√üen, und genehmigte ihr 1333 eine weitere enorme Ausdehnung des ummauerten Stadtgebiets.

Dies tat er nicht ganz uneigenn√ľtzig, denn Frankfurt stand in Ludwigs Auseinandersetzung mit dem Papst ( Johannes XXII. ) trotz Bannstrahl und Interdikt (Gottesdienstverbot) zu ihm und t√§tigte auch finanzielle Zuwendungen. Damit war praktisch der Grundstein f√ľr den nun folgenden enormen Aufschwung der Stadt Frankfurt als Handels- und Messestadt gelegt. Die Bev√∂lkerung wuchs zusehends und bald platzte die Stadt aus allen N√§hten (10 000 Einwohner). In der Folgezeit errichteten die Frankfurter B√ľrger eine neue Befestigungsanlage, von der heute noch der Eschenheimer Turm erhalten ist.

Weit au√üerhalb dieser Stadtmauer entstand nach der Genehmigung durch K√∂nig Wenzel ( 1393 ) die Frankfurter Landwehr. Diese aus Dornen und Geb√ľsch bestehende Anlage, deren Bau sich √ľber die n√§chsten 150 Jahre erstreckte, wurde an den Kreuzungen mit den gro√üen Ausfallstra√üen mit Wartt√ľrmen versehen. Das Ziel der Landwehr war au√üer der milit√§rischen Verteidigung auch die optische Abgrenzung des eigenen Gebietes, insbesondere gegen√ľber den Grafen von Hanau, mit denen es immer wieder politische Streitigkeiten gab.

Mitte des 14. Jahrhunderts war Frankfurt vor allem das Zentrum des Tuchhandels. Mehr als 300 Mitglieder der Weberzunft lagerten zu Messezeiten ihre Waren in den umliegenden Häusern des Messeplatzes, darunter auch in den Gewölben des heutigen Rathauses, dem nach dem Besitzer benannten Römer.

Die Goldene Bulle

Auch in Frankfurt wurden die st√§dtischen √Ąmter allm√§hlich ein Erbteil einzelner alter Familien. Dies gab Anlass zu vielen Streitigkeiten mit den Z√ľnften . Kaiser Karl IV. teilte deswegen den Rat in die drei - je aus 14 Mitgliedern bestehenden - B√§nke der Sch√∂ffen, der Gemeinde und der Z√ľnfte.

Durch die Goldene Bulle wurde Frankfurt 1356 st√§ndige Wahlstadt der deutschen Kaiser , mit der Verpflichtung, den Wahlakt zu schirmen. Die Stadt hatte dabei darauf zu achten, dass keiner der Kurf√ľrsten mehr als 250 Leute bei sich hatte, darunter h√∂chstens 50 Bewaffnete. Auch mussten am Wahltag alle Fremden die Stadt verlassen.

16 Jahre sp√§ter brachte die Stadt das Schulthei√üenamt an sich. Vorz√ľgliche Verdienste um seine Vaterstadt erwarb sich Jakob Knoblauch, der bei Kaiser Ludwig und Karl IV. die wichtigsten Privilegien wie beispielsweise das M√ľnzrecht erwirkte. Knoblauch l√∂ste auch die kaiserliche Pfalz ein und stellte sie wieder her. Sein Schwiegersohn Siegfried von Marburg vereitelte den Versuch des Landvogts Ulrich III. von Hanau, der Stadt das Schulthei√üenamt zu entrei√üen und vor den Toren einen Zoll zu errichten.

Zudem verpf√§ndete Karl IV. das Judenregal an die Stadt. Dadurch wurden die Juden, die zu den fr√ľhesten Bewohnern Frankfurts geh√∂rten, rechtlich von Kammerknechten des Kaisers zu solchen der Stadt Frankfurt. Einhundert Jahre sp√§ter, 1462, zwang der Rat alle Juden zum Umzug in die Judengasse am √∂stlichen Stadtrand. Dieses abgeschlossene Ghetto blieb faktisch bis 1796, de jure bis 1811 bestehen.

Konflikte mit benachbarten F√ľrsten

Auch andere F√ľrsten ringsum neideten der Stadt am Main die steigende Prosperit√§t und so musste Frankfurt im Jahre 1389 die wohl bis dahin gr√∂√üte milit√§rische Niederlage gegen die Kronberger Ritter und deren Verb√ľndete hinnehmen. Zuvor hatte sich die Stadt entschlossen, auf Seiten des Rheinischen St√§dtebundes gegen Ruprecht von der Pfalz vorzugehen, doch von den mehr als 2000 ausger√ľckten Bewaffneten und zahlreichen Unbewaffneten starben bei der Entscheidungs-Schlacht der Kronberger Fehde 100, und f√ľr weitere 600 Gefangene (darunter auch Ratsmitglieder) zahlte man 73.000 Gulden L√∂segeld. Die Limburger Chronik vermerkt dazu : "Also schlug der kleine Hauff den gro√üen Hauff nieder. Das war nicht Wunder, denn der gro√üe Hauffe flohe und der kleine stritte. O Frankfurt! Frankfurt! Gedenke dieser Schlacht!".

1405 kaufte die Stadt das Haus R√∂mer und einige angrenzende B√ľrgerh√§user und baute diese zu einem Rathaus um.

Als Mitglied des Rheinisch-Schwäbischen Städtebundes schickte Frankfurt öfters seine Söldner aus, um die Burgen der Raubritter und Wegelagerer brechen zu helfen. Dabei blieben der Stadt Niederlagen nicht erspart. Erst Kaiser Maximilians I. ewiger Landfriede gab ihr die Ruhe wieder. 1495 wurde zur Wahrung des Landfrieden das Reichskammergericht als oberste Rechtsinstanz im Heiligen Römischen Reich geschaffen (später verlegt nach Speyer).

Neuzeit

16. bis 18. Jahrhundert

Renaissance und Reformation

Ab dem 16. Jahrhundert bl√ľhten K√ľnste und Gewerbe auf, die Wissenschaften wurden gepflegt, die Erfindung des Buchdrucks im nahen Mainz f√∂rderte auch hier Bildung und Intelligenz. Vom 15. bis 17. Jahrhundert war in Frankfurt die bedeutendste Buchmesse Deutschlands ans√§ssig (erneut seit 1949 ).

Die Reformation , die in Frankfurt 1530 Eingang fand, befreite die Stadt von dem √ľberm√§√üigen klerikalen Druck, der auf ihr gelastet hatte. Nach einigem Z√∂gern trat Frankfurt 1536 dem Schmalkaldischen Bund bei, √∂ffnete jedoch im Dezember 1546 , nach dem ungl√ľcklichen Feldzug der Verb√ľndeten an der Donau, den Kaiserlichen die Tore.

In den Jahren 1531 - 46 wurden in Frankfurt mehrere Konvente der protestantischen F√ľrsten abgehalten, wie auch im M√§rz 1558 hier auf einem Reichstag der nach der Stadt benannte Frankfurter Rezess . In dieser √úbereinkunft zwischen Kurpfalz, Kursachsen , Kurbrandenburg, Hessen, Pfalz-Zweibr√ľcken und W√ľrttemberg wurde erkl√§rt, an der Augsburgischen Konfession festhalten zu wollen.

In der zweiten H√§lfte des 16. Jahrhunderts lie√üen sich in Frankfurt viele niederl√§ndische Familien nieder, die aufgrund ihres Glaubens vertrieben worden waren. Die meisten von Ihnen bekannten sich zu reformierten Glauben. Sie f√∂rderten den Unternehmungsgeist und die Gewerbet√§tigkeit der Stadt ungemein. Bald, jedoch, kamen Sie in Konflikt mit dem von lutherischen Patriziern kontrollierten Stadtrat. √Ėffentlicher reformierter Gottesdienst wurde verboten und deswegen entstanden erste reformierte G√∂tteh√§user in Frankfurt erst im Jahr 1787 .

Durch die gro√üe Bedeutung als Handels- und Messestadt von kontinentaler Bedeutung stellte sich das Problem, dass W√§hrungen zahlloser Staaten in Frankfurt kursierten. Durch das Fehlen festgelegter Wechselkurse kam es h√§ufig zu Betrug und Wucher. Im Jahr 1585 einigten sich die Frankfurter Messekaufleute erstmals auf Wechselkurse f√ľr die unterschiedlichen W√§hrungen sowie auf Regeln f√ľr deren Handel: die Frankfurter B√∂rse war gegr√ľndet.

Fettmilch-Aufstand

Pl√ľnderung der Judengasse w√§hrend des Fettmilch-Aufstandes
Pl√ľnderung der Judengasse w√§hrend des Fettmilch-Aufstandes

Als Kaiser Matthias 1612 die st√§dtischen Privilegien best√§tigte, kam es zu erheblichen Ruhest√∂rungen. Ein Teil der B√ľrgerschaft, vor allem Handwerksgesellen, erhob sich unter Leitung des B√§ckers Vinzenz Fettmilch im nach diesem genannten Fettmilch-Aufstand gegen den Rat, und der P√∂bel pl√ľnderte die Judengasse , das Ghetto der Stadt. Der Kaiser beauftragte Mainz und Hessen-Darmstadt mit der Wiederherstellung der Ordnung. Dies gelang jedoch erst 1616 mit der Errichtung des B√ľrgervertrags und der Aufhebung des Zunftwesens . Die Juden erlangten vom Kaiser ein Mandatum poenale restitutorium, zogen unter Milit√§rbegleitung wieder in die Stadt ein und machten den Tag der R√ľckkehr (20. Adar ) zu einem j√§hrlichen Festtag, der den Namen Purim Vinz trug.

Dreißigjähriger Krieg

Im Drei√üigj√§hrigen Krieg konnte Frankfurt seine Neutralit√§t behaupten. Der Rat der Stadt hatte es nach den negativen Erfahrungen im Schmalkaldischen Krieg vermieden, sich f√ľr eine Seite der Gegner zu entscheiden. Kritisch wurde es zwischen 1631 und 1635 , als der schwedische Regent Gustav Adolf in Frankfurt Quartier nahm und f√ľr seine Truppen sogar Sold und Proviant forderte. Doch diese Widrigkeiten konnte die Stadt leichter bew√§ltigen als die Kriegsfolgen. Insbesondere w√ľtete in der Stadt, wie in ganz Europa dieser Zeit, die Pest . Im Westf√§lischen Frieden von 1648 wurde Frankfurt als Reichsstadt best√§tigt und gelangte bald zu neuem Wohlstand. 1681 fand hier ein Kongress der deutschen F√ľrsten statt, um der franz√∂sischen Willk√ľr entgegenzutreten; doch kam es infolge von Rangstreitigkeiten unter den Gesandten zu keinem Resultat. Als sich die B√ľrger wegen der dr√ľckenden Abgaben und des willk√ľrlichen Regiments an den Kaiser wandten, gab dieser der st√§dtischen Verfassung durch Einsetzung des B√ľrgerausschusses eine zeitgem√§√üe √Ąnderung. √úber 100 Jahre blieb die Stadt nun von kriegerischen Auseinandersetzungen verschont.

18. Jahrhundert

1742 wurde Frankfurt gar f√ľr drei Jahre Residenzstadt, denn der damalige Kaiser Karl Albrecht von Bayern (Karl VII.) wohnte bis zu seinem Tod 1745 im Palais Barckhaus an der Zeil. Der Beginn der Aufkl√§rung bringt auch der Stadt Frankfurt nicht nur wirtschaftliche, sondern auch kulturelle Impulse. Die B√ľrger informieren sich in den Frankfurter Frag- und Anzeigungsnachrichten, politisch Interessierte lasen eher den Frankfurter Mercurius. Georg Philipp Telemann wurde 1729 Musikdirektor an der Katharinenkirche ; 1749 wurde Goethe geboren; 1763 spielten Mozart und ‚Äě Nannerl ‚Äú an vier Abenden in einem Saal am Liebfrauenberg; 1784 wurde Schillers Kabale und Liebe im Frankfurter Nationaltheater uraufgef√ľhrt. Auch die Kr√∂nungen Leopold II. 1790 und zwei Jahre sp√§ter von Franz II. waren herausragende Ereignisse, deren monumentaler Festcharakter in mehreren Berichten dieser Zeit beschrieben wird.

W√§hrend des Siebenj√§hrigen Kriegs wurde Frankfurt von den Franzosen besetzt und behielt, trotz gro√üen Protestes, die Besatzung bis zum Kriegsende. Dennoch stellte diese Zeit keine √Ąnderungen im Leben der Frankfurter B√ľrger dar.

Von der Französischen Revolution bis zum Ende der Freien Stadt

Französische Besetzung

Bombardement Frankfurts am 13./14. Juli 1796
Bombardement Frankfurts am 13./14. Juli 1796

Im franz√∂sischen Revolutionskrieg eroberte General Custine im Oktober 1792 Frankfurt und legte der Stadt Zahlungen von 2 Millionen Gulden auf. Am 2. Dezember des Jahres eroberten die aus der Champagne zur√ľckkehrenden Preu√üen und Hessen die Stadt zur√ľck. Als Andenken an die Schlacht entstand am Friedberger Tor das Hessendenkmal. 1796 wurde Frankfurt vom √∂sterreichischen General von Wartensleben besetzt. Er konnte sich aber gegen die Franzosen unter Jean-Baptiste Kl√©ber nicht halten, der die Stadt am 13. und 14. Juli beschie√üen lie√ü. Das Bombardement richtete schwere Sch√§den in der Stadt an, vor allem in der Judengasse, F√ľr die Juden der Stadt bedeutete die Beschie√üung de facto das Ende des seit √ľber 300 Jahren bestehenden Ghettozwangs. F√ľr die Stadt war jedoch die abermalige Tributzahlung von 6 Millionen Franken in Geld und 2 Millionen in Lieferungen eine schwere Belastung. Darauf wurde die Stadt 2. Dezember 1796 f√ľr neutral erkl√§rt, was der Reichsdeputationsrezess zu Regensburg vom 25. Februar 1803 best√§tigte. W√§hrend damals fast alle Reichsst√§dte ihre Reichsunmittelbarkeit verloren, blieb Frankfurt Reichsstadt und erhielt √ľberdies alle in seinem Gebiet liegenden geistlichen Besitzungen.

Großherzogtum Frankfurt

Das Großherzogtum um 1810
Das Großherzogtum um 1810
Im Januar 1806 besetzte General Augereau mit 9.000 Mann die Stadt und erpresste von ihr abermals 4 Millionen Franken. Mit der Stiftung des Rheinbundes verlor Frankfurt seine Selbstst√§ndigkeit und wurde den Staaten des F√ľrsten-Primas Karl Theodor von Dalberg einverleibt. Schon am 6. September 1806 trat dieser die Regierung an, erkl√§rte alle Religionsparteien f√ľr f√§hig zu Staats√§mtern und gew√§hrte den Juden b√ľrgerliche Rechte. Er vermochte jedoch nicht der ausw√§rtigen Gewalt Widerstand zu leisten. 1810 wurde Frankfurt formal die Hauptstadt des neugeschaffenen Gro√üherzogtums Frankfurt.

In dieser Zeit erfuhr die Stadt gravierende Ver√§nderungen ihrer st√§dtebaulichen Struktur. Die jahrhundertealten Befestigungsanlagen wurden abgebaut. Neben dem Landgewinn war damit auch die Intention verbunden, dass man ohne Befestigungsmauern auch keine Sch√§den mehr durch Kanonenbeschuss zu f√ľrchten habe. An ihrer Stelle wurden Gartenanlagen errichtet. Goethes Mutter schreibt am 1. Juli 1808 an ihren Sohn Wolfgang: "Die alten W√§lle sind abgetragen, die alten Tore eingerissen, um die ganze Stadt ein Park." Durch das heute noch g√ľltige Wallservitut konnten die Wallanlagen bis heute weitgehend vor Bebauung gesch√ľtzt werden, so dass Frau Goethes Feststellung weiterhin Bestand hat.

Freie Stadt Frankfurt und Deutscher Bund

Der Freiherr vom Stein wurde ob seiner Verdienste zum Ehrenb√ľrger der Stadt ernannt
Der Freiherr vom Stein wurde ob seiner Verdienste zum Ehrenb√ľrger der Stadt ernannt
Am 2. November 1813 zogen die Verb√ľndeten in Frankfurt ein, versprachen der Stadt schon im Dezember Wiederherstellung ihrer alten Rechte und errichteten einstweilen einen Zentralverwaltungsrat unter der Leitung des Freiherrn vom Stein . Die Wiener Kongressakte erkl√§rte Frankfurt zu einer Freien Stadt des Deutschen Bundes , und 1816 wurde es Sitz des Bundestags . Diese Vertretung der Regierungen residierte im Palais Thurn und Taxis. Goethe selbst ermutigte die Ratsherren, als er 1815 zum letzten Mal seine Geburtsstadt besuchte, mit den Worten: ‚ÄěEiner freien Stadt geziemt ein freier Sinn.....Es geziemt Frankfurt von allen Seiten zu gl√§nzen und nach allen Seiten t√§tig zu sein.‚Äú

Die Stadt beherzigte diese Ratschl√§ge. Im Sinne der auf dem Wiener Kongress beschlossenen Bundesakte gab sie sich auch eine ver√§nderte Verfassung . Die christlichen Konfessionen wurden als gleichberechtigt betrachtet, und auch die Juden erhielten das Recht, mit Waren zu handeln und Fabriken zu gr√ľnden, was insbesondere der Frankfurter Familie Rothschild zu internationalen Gesch√§ftsbeziehungen verhalf. Auch aus dem Bildungsb√ľrgertum wurden nun M√§zene t√§tig, wie der Kaufmann Johann Friedrich St√§del ( St√§delsches Kunstinstitut ), die Senckenbergische naturforschende Gesellschaft ( Senckenbergmuseum ), oder der vom National√∂konomen Friedrich List begr√ľndete Handels- und Gewerbeverein, der die Beseitigung aller Z√∂lle sowie die Freiheit des Handels zum Ziele hatte. Der damalige Dozent Arthur Schopenhauer zog 1831 von Berlin nach Frankfurt und begr√ľndet dies mit den Zeilen: "Gesundes Klima, sch√∂ne Gegend, Annehmlichkeiten gro√üer St√§dte,das naturhistorische Museum,, besseres Schauspiel, Oper und Konzerte, mehr Engl√§nder, bessere Kaffeeh√§user, kein schlechtes Wasser ... und ein besserer Zahnarzt."

Frankfurter Wachensturm

In der Zeit des auf dem Wiener Kongress beschlossenen Deutschen Bundes war Frankfurt das politische Zentrum Deutschlands. Das strikte Zensursystem allerdings und die Restaurationspolitik , die sich eher am monarchischen Prinzip orientierte, ließ viele nach Einheit und Freiheit strebende politisch Interessierte (siehe auch Hambacher Fest 1832) Umsturzpläne aushecken.

So fand am Karfreitag des Jahres 1833 der Frankfurter Wachensturm (zu dieser Zeit auch Frankfurter Attentat genannt) statt, der gescheiterte Versuch einer Handvoll Studenten, durch einen Überfall auf die Polizeiwachen der Stadt und auf die Bundesversammlung eine nationale und demokratische Revolution in Deutschland auszulösen.

Nach der Hinrichtung der Verantwortlichen bildeten sich in Frankfurt zahlreiche politische Zirkel, auch Montagskr√§nzchen genannt, in denen weitere Reformen diskutiert wurden. Der preu√üische Gesandte warnte beim Bundestag 1847 den Senat:"Kommunistische und sozialistische Ideen k√∂nnen zum Aufruhr gegen die bestehende Ordnung f√ľhren."

Märzrevolution und Paulskirchenparlament

Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche
Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche
Der reaktion√§re √∂sterreichische Staatskanzler Metternich musste schlie√ülich, gezwungen durch die M√§rzrevolution, aufgeben, und gerade in Frankfurt wurde dies √ľber alle Ma√üen gefeiert. Am 30. M√§rz 1848 sah man Schwarz-Rot-Goldene Fahnen √ľberall, und die Bev√∂lkerung wurde ermahnt, die Schie√üerei in die Luft zu unterlassen. Am 18. Mai 1848 , ein Tag, der von manchen Historikern als der gr√∂√üte Tag in der Geschichte der Stadt Frankfurt bezeichnet wird, hielt die Nationalversammlung ihre erste und am 31. Mai 1849 ihre letzte Sitzung in der Paulskirche ab. Hier, also am Mittelpunkt des damaligen gesamten politischen Lebens in Deutschland, war das Parteigetriebe und die Aufregung am heftigsten; daher die wiederholten Tumulte, unter denen besonders der im Stadtteil Sachsenhausen 7. und 8. Juli 1848 sowie der vom 18. September mit Waffengewalt unterdr√ľckt wurden. In den Jahren 1848 und 1849 tagten in Frankfurt das Vorparlament und die Deutsche Nationalversammlung. Als das Parlament, dessen Wirken durchaus als Vorl√§ufer der Weimarer Verfassung und des Grundgesetzes angesehen werden kann, in seiner Endphase nach Stuttgart umziehen sollte, meinte ein w√ľrttembergischer Abgeordneter, dass ein Wegzug von Frankfurt ein Vergehen am deutschen Vaterland sei, zumal die Stadt so gl√ľcklich organisiert, wohlhabend und reich sei und kein F√ľrstenhof auf die Beschl√ľsse einwirken k√∂nne.

W√§hrend des folgenden Jahrzehnts und der letzten Zeit seiner Selbstst√§ndigkeit zeigte Frankfurt eine gro√üe Regsamkeit auf dem Gebiet der Verfassungsentwicklung und Gesetzgebung. In diese Periode fallen die Verfassungsrevision von 1864 , das neue Gewerbegesetz auf der Grundlage vollst√§ndiger Gewerbefreiheit und die bereits zehn Jahre fr√ľher angebahnte politische Emanzipation der Juden ( 1864 ).

Ab August 1863 tagte in Frankfurt der mit der deutschen Bundesreform besch√§ftigte F√ľrstenkongress, der Nationalverein , sowie der diesem entgegengesetzte Reformverein . Auch der deutsche Abgeordnetentag hielt hier seine Sitzungen. Da Preu√üen jedoch nicht erschien, scheiterte die Reform und endete schlie√ülich 1866 im Krieg.

J√ľngere Geschichte

Deutsches Reich

Preußische Okkupation

Frankfurt und sein Landkreis, 1905
Frankfurt und sein Landkreis, 1905

Gegen Ende des Deutschen Krieges wurde die nur dem Kaiser untertane und als Ort der Kaiserwahlen in dieser Entscheidung beeinflusste Freie Stadt Frankfurt am 18. Juli 1866 von Preußen besetzt und bald darauf annektiert , weil sie die Partei des Kaisers ergriffen hatte. Die stolze Stadtrepublik wurde zur Provinzstadt degradiert; die Verwaltungssitze der neu geschaffenen preußischen Verwaltungseinheiten wurden in den ehemaligen Residenzstädten der ebenfalls besetzten Nachbarländer angesiedelt. Frankfurt wurde auf diese Weise Teil des Regierungsbezirks Wiesbaden innerhalb der Provinz Hessen-Nassau , deren Hauptstadt Kassel wurde.

Es erhielt zwar den Status einer kreisfreien Stadt, doch war die Bev√∂lkerung dar√ľber nicht gl√ľcklich, denn mit der freien Stadtluft war es nun vor√ľber. Der Frankfurter Mundartdichter Friedrich Stoltze, ein kritischer Geist, floh 1866, nachdem er mehrere Male angeklagt und in Abwesenheit verurteilt worden war. Erst nach Bismarcks Rede (siehe unten) kehrte er zur√ľck. Als dann ausgerechnet in der Nacht vor dem ersten Besuch des preu√üischen K√∂nigs Wilhelm I. am 15. August 1867 ein Gro√üfeuer Turm und Dach des Doms zerst√∂rte, wertete man dies als schlechtes Omen . Der Frankfurter Senator Speltz warnte und schrieb in seinen Aufzeichnungen noch einmal Zeilen aus einem alten Versgedicht aus den Anf√§ngen der Frankfurter Geschichte:

Zu Frankfurt in dem Dom
Gibt man des Reiches Kron
Willst du mit List die Krone fahn
Wird Gott den ganzen Dom zerschlahn.

Die B√ľrger blieben skeptisch und begaben sich zum Feiern und zur freien Rede lieber nach dem nahen Heddernheim, das sie seit dieser Zeit ob der dort m√∂glichen Freiheiten auch als Klaa Paris bezeichneten.

Frankfurt im Deutschen Kaiserreich

Mainufer um 1900
Mainufer um 1900

1871 wurde in Frankfurt durch Otto von Bismarck und Jules Favre ein Friedensvertrag geschlossen, der den Deutsch-Franz√∂sischen Krieg von 1870/71 beendete . Der auch als Frankfurter Frieden bezeichnete am 10. Mai 1871 im Hotel Schwan im Steinweg beschlossene Vertrag lie√ü Bismarck bemerken: Ich w√ľnsche von Herzen, dass der Friede von Frankfurt auch den Frieden 'f√ľr' Frankfurt und 'mit' Frankfurt bringen werde..

Frankfurt dehnte sich auch mit Hilfe der franz√∂sischen Reparationszahlungen nach allen Seiten hin aus, und die Frankfurter wandten sich nun kulturellen Themen zu. 1880 finanzierten sie ein neues Opernhaus, das die bisherigen Operh√§user der Stadt in den Schatten stellt. Bei der Er√∂ffnung am 20. Oktober mit Don Giovanni blieb der eingeladene Kaiser Wilhelm I. am Fu√üe der Treppe stehen und bemerkte ob des Prunks: ‚ÄěDas k√∂nnte ich mir in Berlin nicht erlauben.‚Äú Auch der Palmengarten von 1868 und der Frankfurter Zoo waren rein privat finanziert.

Auch verkehrstechnisch gab es zahlreiche Innovationen. 1884 wurde die erste echte elektrische Stra√üenbahn der Welt in Betrieb genommen. Sie verkehrte zwischen der Alten Br√ľcke in Frankfurt und Offenbach am Main. Vier Jahre sp√§ter, 1888 , folgte die Einweihung des Hauptbahnhofs, dem gr√∂√üten Bahnhof Europas.

Zuvor √ľberraschte 1861 der Gelnh√§user Philipp Reis in Frankfurt mit der Erfindung des Fernsprechers . Das erste Telefonnetz mit 179 Teilnehmern wurde am 1. Dezember 1881 in Betrieb genommen.

Stadtwachstum in der Gr√ľnderzeit

Im ausgehenden 19. Jahrhundert , auch oft als Gr√ľnderzeit bezeichnet, ordneten und gestalteten die Frankfurter ihre Stadt neu. Aus Neustadt (1333) und Altstadt (1180) wurde die Innenstadt. In die Au√üenbezirke au√üerhalb der Wallanlagen, die noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts nur d√ľnn besiedelt waren, zogen immer mehr B√ľrger aus dem Frankfurter Kerngebiet. Radialstra√üen und der Alleenring wurden gebaut, um die stark gewachsenen Au√üenbezirke, die nun Bahnhofsviertel, Westend, Nordend und Ostend hie√üen, untereinander zu verbinden und Hauptbahnhof sowie die neu eingemeindeten Stadtteile Bornheim und Bockenheim anzubinden. Weitere Gebiete wie die ehemalige Galgenwarte und das Gebiet um den Gutleuthof wurden erschlossen und bildeten die Stadtteile Gallusviertel und Gutleutviertel.

Es folgte 1910 die Eingemeindung des kompletten Landkreises Frankfurt. Zwischen 1871 und 1914 steigt die Einwohnerzahl von 90.000 auf fast 400.000. In diese Zeit fielen auch der Bau der B√∂rse ( 1879 ), der Festhalle ( 1908 ), des Osthafens ( 1912 ) und der Universit√§t (1912). Als die Universit√§t , f√ľr deren Gr√ľndung sich Wilhelm Merton nachhaltig eingesetzt hatte, am 26. Oktober 1914 er√∂ffnet wurde, hatte bereits der 1. Weltkrieg begonnen.

Weimarer Republik

Gebäude von Ernst May in der Römerstadt
Gebäude von Ernst May in der Römerstadt
Das IG-Farben-Haus von Poelzig, innovativ durch die Kr√ľmmung.
Das IG-Farben-Haus von Poelzig, innovativ durch die Kr√ľmmung.

1928 wurden die ehemalige Stadt Höchst am Main und Teile des aufgelösten Landkreises Höchst sowie die ehemals zum Landkreis Hanau gehörende Gemeinde Fechenheim eingemeindet, so dass Frankfurt zur flächengrößten Stadt der Republik wurde.

Baustadtrat Ernst May erweiterte die Stadt um gro√üe Neubaugebiete mit modernen Wohnungen. Er sprach dabei vom Neuen Frankfurt. Von 1927 bis 1929 schuf er unter anderem die Siedlung Praunheim und die R√∂merstadt . Auch die Frankfurter K√ľche war eine Idee von ihm, die Ausf√ľhrung stammt aber von Margarete Sch√ľtte-Lihotzky . Zur gleichen Zeit ( 1928 ) entstand am Osthafen Frankfurts neue Gro√ümarkthalle, eines der fl√§chenm√§√üig gr√∂√üten Geb√§ude seiner Zeit.

In der heutigen Wilhelm-Leuschner-Stra√üe im Bahnhofsviertel wurde 1930 das Frankfurter Gewerkschaftshaus als erstes Hochhaus der Stadt erbaut. Mit neun Stockwerken erreicht das Geb√§ude eine H√∂he von 31 Metern. 1931 wurde das IG-Farben-Haus als weiterer architektonischer H√∂hepunkt er√∂ffnet. Die IG Farben wurde kurz zuvor in Frankfurt gegr√ľndet.

Oberb√ľrgermeister Ludwig Landmann gr√ľndete 1926 den Verein zum Bau einer Stra√üe f√ľr den Kraftwagen-Schnellverkehr von Hamburg √ľber Frankfurt a.M. nach Basel (HaFraBa e.V.), nachdem er von der italienischen Autostrada , einer Stra√üe ausschlie√ülich f√ľr Kraftfahrzeuge, erfahren hatte. Er war es auch, der Frankfurt nicht ausschlie√ülich auf sich selbst bezogen sah, sondern im Wirtschaftsdezernat ein Konzept entwickeln lie√ü, das unter dem Arbeitstitel Der rhein-mainische St√§dtekranz und seine Zentrale Frankfurt am Main die Stadt als das Zentrum einer ganzen Region sah. Erst 70 Jahre sp√§ter nimmt diese Entwicklung langsam Formen an ( Rhein-Main Gebiet ).

Die Zeit des Nationalsozialismus

Gleichschaltung

1933 wurde der j√ľdische Oberb√ľrgermeister Ludwig Landmann vom NSDAP -Mitglied Friedrich Krebs abgel√∂st. Dieser verf√ľgte erst einmal die Entlassung aller j√ľdischen Angestellten der Stadtverwaltung und aus st√§dtischen Gesellschaften. Eine Versammlung Frankfurter Kaufleute, die √ľber die Boykotte j√ľdischer H√§ndler beraten wollten, wurde aufgel√∂st, die Teilnehmer verhaftet und eingesch√ľchtert. Am 23. September wurde mit dem Bau der ersten deutschen Reichsautobahn zwischen Frankfurt-Niederrad und Darmstadt begonnen. Die von den Nationalsozialisten wegen ihres hohen j√ľdischen Bev√∂lkerungsanteils als Jerusalem am Main geschm√§hte Stadt bem√ľhte sich um einen propagandatauglichen Ehrentitel und erhielt ihn: Das eigentlich eher in den Bereichen Handel und Verkehr aktive Frankfurt nannte sich nun Stadt des deutschen Handwerks.

Schreckensherrschaft

Die Abteilung Zeitgen√∂ssische Kunst im St√§del wurde 1937 geschlossen, die Bilder der Expressionisten beschlagnahmt und im Ausland versteigert. 1938 wurden die Hauptsynagoge in der B√∂rnestra√üe sowie alle anderen Synagogen der Stadt zerst√∂rt. In der Lindenstra√üe 27 befand sich ab 1939 das Hauptquartier der Gestapo . In der Dieselstra√üe entstand 1937 ein Deportationslager f√ľr Sinti und Roma . Der Keller der Frankfurter Gro√ümarkthalle wurde f√ľr den Abtransport der Juden in die Konzentrationslager benutzt. Die Frankfurter SPD-Abgeordnete Johanna Tesch wurde verhaftet und starb sp√§ter im KZ Ravensbr√ľck. Von den Mitte der 1920er Jahren in Frankfurt lebenden etwa 29000 Juden gab es nach dem Krieg noch gerade mal 140. Etwa 700 davon hatten dem Konzentrationslager den Freitod vorgezogen.

Bombenkrieg

Lediglich Schutt und Asche blieben nach dem Angriff von der Altstadt (Modell aus dem Historischen Museum)
Lediglich Schutt und Asche blieben nach dem Angriff von der Altstadt (Modell aus dem Historischen Museum)

Im Zweiten Weltkrieg wurde mit dem Bau von Bunkeranlagen begonnen, die noch heute im Stadtbild zu finden sind. Durch zahlreiche Luftangriffe wurden gro√üe Teile der Innenstadt zerst√∂rt. Am 22. M√§rz 1944 vernichtete ein britischer Angriff die gesamte gotische Altstadt Frankfurts, 1001 Menschen starben. Auch der Osthafen - ein wichtiger Umschlagplatz f√ľr Masseng√ľter mit eigenen Gleisanschlu√ü - wurde weitgehend zerst√∂rt.

Im M√§rz 1945 zogen amerikanische Truppen √ľber die heutige Friedensbr√ľcke in die Stadt ein und befreiten sie von Terrorherrschaft und Bombenkrieg. Die traurige Bilanz: Mehr als 4800 tote Zivilisten, 12700 tote Frankfurter Soldaten, die H√§lfte der Wohngeb√§ude (90 000) zerst√∂rt. Das US-Hauptquartier wurde von Reims nach Frankfurt verlegt und zog in den Poelzig-Bau (IG-Farben-Haus).

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Aufstieg zur Metropole Westdeutschlands

Die schwer zerstörte Stadt entschied sich im damaligen Geiste der Stadtplanung zu einem modernen Wiederaufbau des historischen Stadtkerns unter weitgehender Beibehaltung des alten Straßennetzes.

1946 wurde Frankfurt Teil des neugegr√ľndeten Bundeslandes Hessen. Die ehemalige Stadtrepublik war erst seit 1866 widerwillig Teil eines Fl√§chenstaats und hatte zuvor nie zu Hessen geh√∂rt. Konsequenterweise bewarb sich Frankfurt auch nicht um den Sitz der Landesregierung (die dann nach Wiesbaden zog).

Die amerikanischen Streitkr√§fte, die das vormalige IG-Farben-Haus zu ihrem europ√§ischen Hauptquartier gemacht hatten, favorisierten die sich in dieser Zeit auch wieder im Geist der Paulskirche gerierende Stadt (am Jahrestag 18. Mai 1948 wurde eine Gedenkfeier abgehalten) ebenfalls als potentiellen Hauptstadtsitz. Sp√§ter wurde die Stadt zun√§chst der Hauptverwaltungssitz der Trizone . Dadurch wurde Frankfurt tats√§chlich aussichtsreichste Kandidatin f√ľr die Wahl zur Bundeshauptstadt ( Dankesrede von Walter Kolb ). Man baute sogar schon einen Plenarsaal, der heute als Sendesaal des Hessischen Rundfunks dient. Nach einer √§u√üerst knappen Entscheidung, bei der die SPD -Abgeordneten mehrheitlich f√ľr Frankfurt und die CDU -Abgeordneten zum gr√∂√üten Teil f√ľr das von Konrad Adenauer favorisierte Bonn stimmten, wurde letztendlich die Stadt am Rhein gew√§hlt. (Siehe dazu auch :Hauptstadtfrage der Bundesrepublik Deutschland). Die Entt√§uschung war auch in der Bev√∂lkerung gro√ü, doch der B√ľrgermeister sah nach vorn und kommentierte schlie√ülich die Niederlage mit den Worten: "Damit wird Frankfurt bald wieder im deutschen und internationalen Wirtschaftsleben seine f√ľhrende Stellung einnehmen. Die g√ľnstige Verkehrslage und der hier vorhandene modernste Flugplatz Europas, der ein Tor zur Welt darstellt, werden zur Erreichung dieses Ziels beitragen."

Durch den Ausfall des geteilten und von Westdeutschland aus schwer erreichbaren Berlin aus der deutschen St√§dtekonkurrenz und durch seine zentrale Lage im westdeutschen Teilstaat √ľbernahm Frankfurt zahlreiche Metropolfunktionen, die zuvor in Berlin (und Leipzig) angesiedelt waren, vor allem als Finanzplatz und Unternehmensstandort sowie als Verkehrsknoten . Da Bonn trotz der Rolle als Regierungssitz im nationalen St√§dtesystem keine bedeutende Rolle au√üerhalb der Politik spielte, nutzten Frankfurt, Hamburg und M√ľnchen die Chance, sich von regional ausgerichteten Gro√üst√§dten zu internationalen Metropolen und den drei westdeutschen de-facto-Hauptst√§dten zu entwickeln.

Politik

Politisch in die Schlagzeilen geriet Frankfurt 1963, als im neuen B√ľrgergemeinschaftshaus Gallus der Auschwitz-Prozess stattfand.

John F. Kennedy besuchte 1963 Deutschland und sprach am 25. Juni in der Paulskirche . Seine Worte (mit dem Hintergrund der √ľberstandenen Kubakrise zu betrachten), die in dem Fazit m√ľndeten: "Niemand soll von dieser unserer atlantischen Generation sagen, wir h√§tten Ideale und Visionen der Vergangenheit, Zielstreben und Entschlossenheit, unseren Gegnern √ľberlassen." sind wie die vieler anderer Redner in einem Relief in der Au√üenmauer verewigt. Er trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein, ebenso wie nach ihm auch Jimmy Carter , der Dalai Lama , Michail Gorbatschow und Yassir Arafat , um nur einige zu nennen.

Sechs Jahre nach dem Auschwitz-Prozess, am 2. April 1969 waren es die Kaufhausbrandstiftungen von Baader und Ensslin mit der sich gleichzeitig konstituierenden RAF , die in Frankfurt begannen, Deutschland zur Terrorbekämpfung nötigten und ihm Gesetze aufzwangen, welche die Republik veränderten. Zuvor hatte auch und gerade Frankfurt durch vehemente Studentenproteste und Straßenkämpfe von sich reden gemacht.

Auch ist inzwischen die oft zitierte multikuturelle Gesellschaft in Frankfurt längst Realität. 200000 Einwohner , das sind fast ein Drittel der 650 000 Menschen der Mainstadt, kommen im Jahre 2004 nicht aus Deutschland, sondern aus 180 verschiedenen Ländern der Erde. Eine behutsame Integrationspolitik hilft bei deren Eingliederung.

Wirtschaft

Die Frankfurter Messe konnte ihren seit Beginn des Jahrhunderts andauernden Niedergang beenden und sich zum wichtigsten Messeplatz in Europa entwickeln. Genauso wie bei der Ansiedlung zahlreicher Verlage und der Pelzindustrie profitierte Frankfurt hier von der teilungsbedingten Ausschaltung Leipzigs.

So fand die deutsche Buchmesse nach dem Krieg nicht mehr in Leipzig, sondern in Frankfurt am Main statt, die weiterhin ausgerichtete Leipziger Buchmesse konnte erst nach der Wiedervereinigung wieder √ľber Ostdeutschland hinausgehende Bedeutung erlangen. Heute findet die Frankfurter Buchmesse jedes Jahr im Herbst statt, die Leipziger im Fr√ľhjahr. Auch die zweij√§hrlich im September abgehaltene Automobilmesse IAA ist eine weltweit bedeutende Ausstellung und Publikumsmagnet.

Die Bank deutscher L√§nder ( 1948 ) und ihre Nachfolgerin, die Deutsche Bundesbank ( 1957 ) nahmen ihren Sitz in Frankfurt, in ihrer Folge auch die meisten deutschen Gro√übanken. Die Frankfurter Wertpapierb√∂rse wird zum zweitwichtigsten Handelsplatz in Europa. 1962 wurde das Z√ľrich-Hochhaus gebaut, der erste richtige Wolkenkratzer der Stadt. Zahlreiche weitere sollten ihm folgen.

Europäische Schule in Frankfurt (Eingang)
Europäische Schule in Frankfurt (Eingang)

Frankfurt wird Sitz des Europ√§ischen W√§hrungsinstituts und 1998 von dessen Nachfolgerin, der Europ√§ischen Zentralbank (EZB). Zur Zeit ist man dabei, auf dem Gel√§nde der ehemaligen Gro√ümarkthalle ein neues Geb√§ude dieser Bank zu errichten. F√ľr die Kinder der dort besch√§ftigten Mitarbeiter hat man bereits die Europ√§ische Schule gebaut. Zur Zeit (2004) existieren in der oft auch als Bankfurt kolportierten Stadt am Main 337 Kreditinstitute inklusive Wertpapierhandelsbanken, davon allein 199 ausl√§ndische Institute, mit insgesamt 76700 Besch√§ftigten. Auch die Zahl von 3300 Werbeagenturen und 510 PR -Agenturen, sowie √ľber 1800 Unternehmensberatungsfirmen zeugen von der Bedeutung der Finanzhauptstadt Deutschlands.

Verkehr

Wie von OB Kolb 1948 prognostiziert, ist der Rhein-Main-Airport der wichtigste Flughafen in Europa
Wie von OB Kolb 1948 prognostiziert, ist der Rhein-Main-Airport der wichtigste Flughafen in Europa

Um der zunehmenden Verkehrsbelastung aus dem Weg zu gehen, beschloss die Stadtverordnetenversammlung den Bau einer U-Bahn, deren erste Strecke am 4. Oktober 1968 in Betrieb ging. Zehn Jahre später nahm die Frankfurter S-Bahn ihren Betrieb auf. Am Hauptbahnhof, der Hauptwache und der Konstablerwache entstehen große unterirdische Schnellbahnknoten . Seit den 80er Jahren immer wieder diskutierte Planungen, den Hauptbahnhof von einem Kopfbahnhof zu einem unterirdischen Durchgangsbahnhof umzubauen (Projekte wie Querdenken, TU Darmstadt, 80er Jahre oder Frankfurt 21 Ende der 90er) wurden nicht weiterverfolgt. 1972 eröffnete das neue, große Terminal am Flughafen (heute Terminal 1).

Stadt und Region

Planungen f√ľr eine nach Berliner Vorbild in Stadtbezirke gegliederte Regionalstadt Frankfurt mit knapp 2 Millionen Einwohnern scheiterten am Widerstand der Umlandgemeinden und der Unentschlossenheit der Landesregierung. Zur L√∂sung gemeinsamer Aufgaben von Stadt und Vorortgemeinden entstand statt dessen 1975 der Umlandverband Frankfurt (UVF), dem 43 Gemeinden angeh√∂rten. Bei der Hessischen Gebietsreform 1972-77 wuchs Frankfurt nur geringf√ľgig, vier D√∂rfer und eine Kleinstadt im Nordosten der Stadt werden eingemeindet. Wie in allen Stadtregionen der westlichen Welt verlagern sich auch in Frankfurt seit den 60er Jahren Wohnfunktion und wirtschaftliche Aktivit√§ten immer mehr in Umlandgemeinden.

Durch das Hessische Ballungsraumgesetz wurde der Umlandverband 2001 aufgelöst und durch einen auf reine Planungstätigkeit reduzierten Planungsverband ersetzt.

Kultur

Die Paulskirche ist noch heute ein Kultursymbol f√ľr die Freiheit
Die Paulskirche ist noch heute ein Kultursymbol f√ľr die Freiheit

Wie in der Gr√ľnderzeit sind es in Frankfurt weniger der Magistrat mit seiner Kulturabteilung, als wieder M√§zene, B√ľrger und inzwischen B√ľrgerinitiativen , die f√ľr die Kultur in Frankfurt verantwortlich zeigen und zahlreiche Projekte durch finanzielle Mittel unterst√ľtzten oder aber erst durch Spendensammlungen erm√∂glichten. Die Deutsche Bibliothek wurde 1947 in Frankfurt angesiedelt und 1952 auch mit Mitteln des B√∂rsenverein des Deutschen Buchhandels als Stiftung etabliert. Der international bedeutende Friedenspreis des Deutschen Buchhandels wird seit 1950 j√§hrlich, anl√§sslich der Frankfurter Buchmesse von jenem Verein in der Paulskirche an Pers√∂nlichkeiten verliehen.

Am Sachsenh√§user Mainufer entstand in den 80er Jahren neben dem bestehenden St√§del und dem Liebieghaus eine Folge bedeutender Museen (Museumsufer); international bekannt ist zum Beispiel das Deutsche Architekturmuseum (DAM), das Filmmuseum , das Museum f√ľr Kunsthandwerk, das Museum der Weltkulturen, das Museum f√ľr angewandte Kunst und das Museum f√ľr Kommunikation. Die Ausstellungshalle Schirn und der geplante neue Portikus kamen in j√ľngster Zeit hinzu. Anstelle des nur geringf√ľgig kriegszerst√∂rten Schauspielhauses entstand Anfang der 60er Jahre eine moderne Theaterdoppelanlage f√ľr Oper und Schauspiel. Die Ruine der Alten Oper wurde nach Intervention einer B√ľrgerinitiative wiederaufgebaut, die durch Spendensammlungen die von B√ľrgermeister Rudi Arndt (Beiname Dynamitrudi) angeregte Sprengung der Ruine verhinderte; seit der Er√∂ffnung 1982 dient sie als Konzerthaus. Das 2004 geschlossene Theater am Turm geh√∂rte zu den bekanntesten Avantgarde -B√ľhnen in Deutschland. Das Variete Tigerpalast und die Entwicklung der Techno -Kultur entstanden in Privatinitiative. (Siehe auch den Artikel: Kultur in Frankfurt am Main)

Frankfurt, Banken und Banditen

Frankfurt war in den vergangenen 50 Jahren der wichtigste Finanzplatz in Deutschland und nach London der zweite in Europa. Seit Beginn des neuen Jahrhunderts wird die Zukunft des Finanzplatzes auch mit Sorge gesehen; wichtige Akteure gelten als √úbernahme- oder Fusionskandidaten (etwa die Deutsche B√∂rse AG oder die Commerzbank) oder wurden, wie die Dresdner Bank AG , bereits durch ausw√§rtige Konzerne √ľbernommen.

Innerhalb Deutschlands gilt die Mainmetropole aber immer noch als Hauptstadt des Verbrechens, als Kriminalit√§tskapitale. Tatsache ist: Frankfurt liegt statistisch mit 18117 Straftaten (2004) pro 100 000 Einwohner vor Berlin (15928) und Bremen (15781) und hat diesen fragw√ľrdigen ersten Platz auch schon l√§nger inne. Allerdings, darauf weist der Polizeipr√§sident Frankfurts hin, seien in dieser Statistik weder die t√§glichen 300 000 Pendler , die in die Innenstadt str√∂men, noch die t√§glich bis zu 180 000 Flugreisenden ber√ľcksichtigt, die zusammen ein hohes Ma√ü Anteil an den Straftaten haben. Au√üerdem gehe der hohe Anteil an Kriminalit√§t auf die durch vermehrte Kontrollen in den √∂ffentlichen Verkehrsbetrieben ertappten Schwarzfahrer zur√ľck und deshalb k√∂nne man den Big Ebbel, wie die Stadt auch in Anlehnung an New York unter Ber√ľcksichtigung des Hessischen Nationalgetr√§nks bezeichnet wird, h√∂chstens als Hauptstadt der Kleinkriminalit√§t bezeichnen.

Weiterf√ľhrende Links

Literatur

  • Ludwig B√∂rne, "Juden in der freien Stadt Frankfurt", 1820, S√§mtliche Schriften, Bd. II, D√ľsseldorf 1964
  • Lothar Gall (Hg.), FFM 1200. Traditionen und Perspektiven einer Stadt, Sigmaringen 1994 (Katalog zur 1200-Jahrfeier 1994 mit wissenschaftlichen Aufs√§tzen)
  • Waldemar Kramer (Hg.), Frankfurt Chronik, Frankfurt am Main 1964
  • Walter Gerteis, Das unbekannte Frankfurt, 3 Bde. Frankfurt am Main 1960-1963 (popul√§re, essayistisch-anektodische Stadtgeschichte)
  • Ernst Mack, Von der Steinzeit zur Stauferstadt. Die fr√ľhe Geschichte von Frankfurt am Main, Frankfurt am Main 1994
  • Armin Schmidt, Frankfurt im Feuersturm. Die Geschichte der Stadt im Zweiten Weltkrieg, Frankfurt am Main 1984
  • Frankurter Historische Kommission:Die Geschichte der Stadt. Sigmaringen 1991
  • Hilde Kathrein und Laura Kr√ľger: Liebe zu Frankfurt. Die Stadt im Urteil von Dichtern, Denkern, Diplomaten. Frankfurt 1990
  • Wolfgang Kl√∂tzer: Frankfurt ehemals, gestern und heute und Wahrlich eine sch√∂ne und lebendige Stadt Stuttgart 1979 und FFM 1985
  • G√ľnther Mick : Den Frieden gewinnen.Das Beispiel Frankfurt. und Die Paulskirche. FFM 1985 und 1988.
  • Hessisches St√§dtebuch; Band IV 1. Teilband aus "Deutsches St√§dtebuch. Handbuch st√§dtischer Geschichte" - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterst√ľtzung des Deutschen St√§dtetages, des Deutschen St√§dtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1957
  • Hans-Otto Schembs, Spaziergang durch die Frankfurter Geschichte, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-7829-0530-X
  • Lechtaler/Mick, Frankfurt am Main, Herzst√ľck Europas, Frankfurt Societ√§tsdruckerei 1993
  • Barbara M. Henke, Thomas Kirn u. Ruth Rieger, Edition Die deutschen St√§dte - Frankfurt. Verlag C. J. Bucher, M√ľnchen 1994 ISBN 3-7658-0873-3
  • Elisabeth Ehrhorn, Carmen Sorgler u. Renate Schildheuer, (S)Turmspitzen, Societ√§tsverlag ISBN 3-7973-0618-0
  • Christian Setzepfandt, Geheimnisvolles Frankfurt am Main. Wartberg Verlag ISBN 3-8313-1347-4

Siehe auch

Weblinks

   
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Wikipedia

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