fair-hotels . Ein Service wie gemalt
Reiseführer Übersicht Deutschland Österreich Schweiz Bauwerke nach Stil

Werbung

Letzte Änderung für Artikel Frankfurter Weihnachtsmarkt: 15.01.2006 15:21

Frankfurter Weihnachtsmarkt

Wechseln zu: Navigation, Suche
Frankfurter Weihnachtsmarkt auf dem Römerberg
Frankfurter Weihnachtsmarkt auf dem Römerberg

Der Frankfurter Weihnachtsmarkt (frĂŒher auch Christkindchesmarkt genannt) findet jĂ€hrlich im Advent in der Altstadt von Frankfurt am Main statt. Mit rund drei Millionen Besuchern ist er einer der grĂ¶ĂŸten WeihnachtsmĂ€rkte in Deutschland und ein Höhepunkt im jĂ€hrlichen Veranstaltungskalender der Stadt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Versöhnung König Ottos mit seinem Bruder Heinrich an Weihnachten 941 in Frankfurt
Die Versöhnung König Ottos mit seinem Bruder Heinrich an Weihnachten 941 in Frankfurt
Weihnachtsmarkt 1851, Zeichnung von H. Hoffmann
Weihnachtsmarkt 1851, Zeichnung von H. Hoffmann

Ein Weihnachtsmarkt in Frankfurt wird erstmalig 1393 urkundlich erwĂ€hnt. Das Weihnachtsfest hatte im Mittelalter noch nicht die folkloristische Bedeutung wie heute. Der Weihnachtsmarkt sollte den BĂŒrgern die Möglichkeit geben, sich mit dem nötigen Bedarf einzudecken, bevor die strengste Zeit des Winters begann.

Anders als bei den Messen durften auf dem Weihnachtsmarkt keine auswĂ€rtigen Kaufleute ihre Waren feilbieten. Nur Frankfurter BĂŒrger konnten einen Stand aufschlagen.

Im Mittelalter wurden zum Weihnachtsmarkt auch Mysterienspiele aufgefĂŒhrt, die ihren Ursprung möglicherweise im Jahr 941 hatten. Damals hielt sich König Otto I. an Weihnachten in seiner Pfalz in Frankfurt auf und feierte die Christmette in der Salvatorkirche. Als er die Kirche verließ, fiel sein abtrĂŒnniger Bruder Heinrich vor ihm auf die Knie und bat um Vergebung. Otto versöhnte sich mit ihm. Der Maler Alfred Rethel stellte diese Szene 1840 dar. Das Bild befindet sich heute im Historischen Museum.

Im 19. Jahrhundert nĂ€herte sich das Bild des Weihnachtsmarktes allmĂ€hlich dem heutigen an. Es wurde Brauch, ChristbĂ€ume aufzustellen und zu schmĂŒcken, und die SachsenhĂ€user hatten das Privileg, ChristbĂ€ume in den Römerhallen zu verkaufen. Weiterhin durften gemĂ€ĂŸ Magistratsbeschluss nur eigentliche Weihnachtsmarktartikel, als: Kinderspielwaaren, ChristbĂ€ume und ChristgĂ€rten, LebkĂŒchler- und Conditorwaaren ... feilgeboten und verkauft werden.

Die Illustrationen aus dieser Zeit zeigen schon ein recht Ă€hnliches Bild wie heute: Kleine VerkaufsstĂ€nde, die sich dicht an dicht auf dem Römerberg drĂ€ngen. 1851 veröffentlichte Heinrich Hoffmann, der Autor des Struwwelpeter, sein WeihnachtsmĂ€rchen „König Nußknacker und der arme Reinhold“. Die Erstausgabe war mit einer eigenhĂ€ndigen Zeichnung des Autors illustriert, die den Frankfurter Weihnachtsmarkt zeigt. Die Hauptfigur ist ein armer Junge, der im Traum durch den König Nussknacker in ein Spielzeugreich gefĂŒhrt wird. Am nĂ€chsten Morgen findet der Bub beim Aufwachen alle Spielsachen aus seinem Traum unter dem Christbaum. Daraufhin wird er wieder gesund.

Es handelt sich um die erste WeihnachtserzÀhlung, bei der ein Nussknacker eine besondere Rolle spielt. Um 1870 entstanden nach dem Vorbild des König Nussknacker aus dem Bilderbuch die ersten gedrechselten Nussknacker in Seiffen im Erzgebirge, die heute wiederum ein wesentliches Element im kunsthandwerklichen Angebot des Weihnachtsmarktes bilden.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die historische Kulisse des Weihnachtsmarktes zerstört. WÀhrend der Nachkriegszeit fand der Weihnachtsmarkt zeitweise an wechselnden Orten in der Stadt statt, da wÀhrend des U-Bahn-Baus Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre der Römerberg eine Baustelle war. Erst seit den siebziger Jahren konnte der Weihnachtsmarkt wieder an seinem traditionellen Ort stattfinden. SpÀtestens seit dem Wiederaufbau der historischen Ostzeile des Samstagsberges 1983 entwickelte er sich zu einer Touristenattraktion.

Heutiger Weihnachtsmarkt

Abendliche Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt
Abendliche Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt

Der Frankfurter Weihnachtsmarkt besteht aus ĂŒber 200 StĂ€nden, die sich von der Zeil ĂŒber den Liebfrauenberg , die Neue KrĂ€me, den Paulsplatz, den Römerberg und das Fahrtor bis zum Mainkai erstrecken. Die StĂ€nde bieten eine bunte Mischung aus 56 GastronomiestĂ€nden und beheizten Gaststuben, 29 SĂŒĂŸwarenstĂ€nden und 6 Kinderkarussels. Den Schwerpunkt bilden nach wie vor die 98 VerkaufsstĂ€nde fĂŒr Weihnachtsartikel: vom erzgebirgischen Kunsthandwerk ĂŒber Kerzen, Marionetten, Blechspielzeug bis hin zu modernem oder traditionellem Christbaumschmuck wird ein breites Spektrum geboten.

Einen festen Platz im Programm des Weihnachtsmarktes hat die Ausstellung Frankfurter KĂŒnstler in der Paulskirche und in den Römerhallen. FĂŒr szenische AuffĂŒhrungen wird eine BĂŒhne auf dem Römerberg errichtet.

Seit 1995 wird alljĂ€hrlich zum Weihnachtsmarkt eine Keramiktasse in wechselnden Farben fĂŒr den Ausschank von GlĂŒhwein oder heißem Apfelwein produziert. Die Tassen sind mit wechselnden Frankfurter Motiven geschmĂŒckt: Von 1996 bis 2000 waren es der Römer, die Alte Oper, die Paulskirche, der Dom und ein Profilbild von Johann Wolfgang Goethe (zum Goethejahr 1999). Von 2001 bis 2003 wurde eine Serie mit weihnachtlichen Motiven (Weihnachtsbaum, Weihnachtsmann und Schneemann) vor einem stilisierten Bild der Frankfurter Skyline und des Römers produziert. 2004 wurde wiederum der Römer als Motiv fĂŒr die nunmehr zweifarbigen Tassen verwendet, 2005 die Alte Oper.

Brauchtum

Der Weihnachtsmarkt 1876. GemÀlde von Peter Becker
Der Weihnachtsmarkt 1876. GemÀlde von Peter Becker

Zu den klassischen Frankfurter Weihnachtsartikeln gehören die QuetschemĂ€nnsche, kleine Figuren aus NĂŒssen , Backpflaumen und Rosinen , die Frankfurter Brenten (aus Marzipanteig in Modeln geformte PlĂ€tzchen) und vor allem die BethmĂ€nnchen.

Das abendliche Turmblasen ist ein Konzert eines BlÀserchores , der von der Dachgalerie der Alten Nikolaikirche aus Weihnachtslieder und ChorÀle spielt.

Die große Weihnachtskrippe auf dem Weihnachtsmarkt ist eine Stiftung der Aussteller.

Am Samstag vor dem Ersten Advent um 16:30 Uhr, am Vorabend des ersten Sonntags im Kirchenjahr , findet traditionell ein halbstĂŒndiges Großes StadtgelĂ€ut aller Innenstadtkirchen statt.

Am 18. November 2005 teilten die Evangelische und Katholische Kirche in Frankfurt in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit, dass in diesem Jahr die Glocken schweigen werden als „Zeichen des stillen Protestes“ gegen den verkaufsoffenen ersten Adventssonntag.

NÀheres zum Boykott des StadtgelÀuts durch die Kirchen im Artikel Frankfurter StadtgelÀut.
Zur Diskussion ĂŒber verkaufsoffene Sonntage siehe auch: Ladenschlussgesetz

Frankfurter WeihnachtsmĂ€rkte in Großbritannien

Seit einigen Jahren findet auch in mehreren StĂ€dten Großbritanniens ein Frankfurter Weihnachtsmarkt statt, der grĂ¶ĂŸte von ihnen in Birmingham , einer Partnerstadt von Frankfurt. Mit ĂŒber 80 MarktstĂ€nden, im wesentlichen von deutschen Schaustellern, ist es nach eigener Aussage der grĂ¶ĂŸte authentische deutsche Weihnachtsmarkt außerhalb von Deutschland und Österreich. 2005 gibt es darĂŒber hinaus einen Frankfurter Weihnachtsmarkt in Manchester , Edinburgh , Leeds , Nottingham sowie erstmals Kingston upon Thames .

Literatur

  • Walter Gerteis: Das unbekannte Frankfurt. Dritte Folge. Frankfurt am Main, Verlag Frankfurter BĂŒcher. 1963
  • Lothar Zennetti: Das allerschönste Fest: Ein Frankfurter Weihnachtsbuch. Frankfurt am Main, Knecht Verlag. 1977. ISBN 3-7820-0386-1

Weblinks

   
Dieser Artikel wurde in die Liste der Lesenswerten Artikel aufgenommen.

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Frankfurter Weihnachtsmarkt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Frankfurter Weihnachtsmarkt verfügbar.

fair-hotels. Ein Service der
VIVAI Software AG
Betenstr. 13-15
44137 Dortmund

Tel. 0231/914488-0
Fax 0231/914488-88
Mail: info@vivai.de
Url: http://www.vivai.de