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Letzte Änderung für Artikel Hamburg-Finkenwerder: 20.01.2006 19:06

Hamburg-Finkenwerder

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Basisdaten Finkenwerder und Waltershof
Bundesland: Hamburg
Bezirk : Hamburg-Mitte
FlĂ€che : 28,6 kmÂČ
Einwohner : 11689 (2002)
Bevölkerungsdichte : 409 Einwohner je kmÂČ
Vorwahl : 040
Kfz-Kennzeichen : HH

Die ehemalige Elbinsel Finkenwerder (plattdeutsch: Finkwarder oder Finkenwarder - wörtlich "Finkeninsel") ist ein Stadtteil der Freien und Hansestadt Hamburg im Bezirk Hamburg-Mitte.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Insel Finkenwerder

Finkenwerder liegt am SĂŒdufer der Unterelbe. SĂŒdwestlich davon liegt das Alte Land, das grĂ¶ĂŸte geschlossene Obstanbaugebiet Europas.

Finkenwerder war bis 1962 eine Elbinsel, die bereits im 13./14.Jahrhundert eingedeicht wurde, die im Norden von der Norderelbe, im Westen und SĂŒden von der SĂŒderelbe und im Osten vom Köhlfleet und der Aue umflossen wurde. Nach der großen Sturmflut von 1962 wurde der Durchfluss der SĂŒderelbe gesperrt, indem dieser Elbarm dort mit Baggergut zugeschĂŒttet wurde, wo heute die Start- und Landebahn der Airbus-Flugzeugwerft liegt. Das Baggergut fiel bei Vertiefung der Elbe an.

Benachbarte Stadtteile und Gemeinden

An Finkenwerder grenzt im Osten der ebenfalls zum Bezirk Hamburg-Mitte gehörende Stadtteil Waltershof, der von Finkenwerder geographisch durch den Köhlfleet und die Aue getrennt ist. SĂŒdlich an Finkenwerder grenzen drei Stadtteile im Bezirk Harburg: Altenwerder hinter der Aue, Francop jenseits der Alten SĂŒderelbe und Cranz am westlichen Ende des MĂŒhlenberger Lochs. Dort hat Finkenwerder eine westliche Grenze mit der niedersĂ€chsischen Gemeinde Jork im Landkreis Stade. Nördlich an Finkenwerder grenzen die jenseits der Elbe im Bezirk Altona liegenden Stadtteile Blankenese, Nienstedten und Othmarschen.

Da Waltershof keine Einwohner hat, erhebt die Stadt Hamburg ihre statistischen Daten fĂŒr Finkenwerder und Waltershof gemeinsam.

Geschichte

Finkenwerder war bis 1937 entlang des Finkenwerder Landscheideweg in zwei Teile geteilt. Der nördliche Teil war seit 1445 hamburgisch und hatte seit 1919 den Status eines Vorortes. Der sĂŒdliche Teil gehörte zunĂ€chst zu Braunschweig-LĂŒneburg , spĂ€ter zum Königreich Hannover und danach zu Preußen .

Die beiden Teile unterschieden sich in der Schreibweise: Der auf hamburgischem Staatsgebiet liegende Teil wurde mit a-Umlaut geschrieben - also FinkenwĂ€rder, in Preußen dagegen mit "e" - also Finkenwerder. Im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes wurde ganz Finkenwerder Hamburg zugeschlagen und die Schreibweise vereinheitlicht.

Der Versuch des Senates, Finkenwerder verwaltungsrechtlich dem Bezirk Harburg zuzuschlagen, scheiterte 2005 an einer BĂŒrgeriniative, da die Mehrheit der Einwohner beim Bezirk Hamburg-Mitte verbleiben wollte.

FrĂŒher war in Finkenwerder die Deutsche Werft ansĂ€ssig.

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Gorch-Fock-Halle von Fritz Schumacher
Gorch-Fock-Halle von Fritz Schumacher

Der Bebauungsplan fĂŒr den höhergelegenen Ostteil der Insel wurde von Fritz Schumacher entworfen, der 1929/1930 ein Volkshaus mit Versammlungssaal und Turnhalle sowie eine Außenstelle der Hamburger Öffentliche BĂŒcherhallen vorsah.

Fischerei

Die ehemalige Fischerinsel war noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts fĂŒr seine große Fischereiflotte bekannt, die aber heute bis auf wenige Einheiten zusammengeschmolzen ist. Die Fischkutter und Fischdampfer mit dem Erkennungszeichen HF waren in allen HĂ€fen der Nordsee und des EuropĂ€ischen Nordmeeres hĂ€ufige GĂ€ste. Die Finkenwerder Scholle (auch "Finkenwerder Speckscholle" oder "Finkenwerder Kutterscholle") ist ein weit ĂŒber Norddeutschland hinaus bekanntes Fischgericht. Die mĂ€nnlichen Mitglieder der weltbekannten Folkloregruppe Finkwarder Speeldeel, lange Jahre geleitet von "Inselkönig" Adolf "Adi" Albershardt, tragen zu ihrer Tracht das Finkenwerder Fischerhemd, Ă€hnlich dem Buscherum, einem Arbeitshemd der Fischer.

Sport

Der Turn- und Sportverein Finkenwerder von 1893 e.V. bietet vielen Sportbegeisterten eine sinnvolle FreizeitbeschĂ€ftigung. Neben den ĂŒblichen populĂ€ren Einzel- und Mannschaftssportarten bietet der Verein auch eine Segel-, eine Ju-Jutsu- , und eine Boxsparte sowie einen Spielmannszug an.

Wirtschaft und Infrastruktur

AnsÀssige Unternehmen

Airbus Transportflugzeug auf der Flugzeugwerft in Finkenwerder
Airbus Transportflugzeug auf der Flugzeugwerft in Finkenwerder

Der Stadtteil besteht zu einem großen Teil aus HafengelĂ€nde und Obstanbaugebiet. Daneben gibt es eine Flugzeugwerft von EADS (Airbus Deutschland), dem grĂ¶ĂŸten ortsansĂ€ssigen Arbeitgeber, die zur Zeit erweitert wird ( Karte, Satellitenbild ). Hierzu wurde das MĂŒhlenberger Loch, ein als Naturschutzgebiet erfasstes SĂŒĂŸwasserwatt, zum Teil zugeschĂŒttet. Die Erweiterungsmaßnahmen sind wegen der NaturbeeintrĂ€chtigung, des FluglĂ€rms und der Auswirkungen auf das Dorf Neuenfelde politisch und rechtlich hoch umstritten. Gerichtsverfahren, angestrengt von NaturschutzverbĂ€nden und Nachbarn, sind vor den Verwaltungsgerichten anhĂ€ngig.

Persönlichkeiten

  • David Hansemann , preußischer Unternehmer, Politiker und Bankier, wurde 1790 in Finkenwerder geboren.
  • FinkenwĂ€rder ist Geburtsort des Heimatdichters Johann Wilhelm Kinau (1888-1916), genannt "Gorch Fock", dessen bekanntestes Werk "Seefahrt ist Not" weite Verbreitung fand. Er fiel am 31. Mai 1916 an Bord des kleinen Kreuzers Wiesbaden wĂ€hrend der Skagerrak-Schlacht . Seine GrabstĂ€tte befindet sich auf der schwedischen SchĂ€reninsel Steensholmen im Kattegatt. Das Segelschulschiff der Bundesmarine trĂ€gt den Namen des Dichters.
  • Sein Bruder Rudolf Kinau (1887 bis 1975) wurde mit seinem umfangreichen Werk zu einem der bekanntesten Autoren plattdeutscher Mundart seiner Zeit. Nach dem Besuch der Volksschule war er einige Jahre in der Elbfischerei tĂ€tig. Es folgte eine Ausbildung an der Seemannsschule und eine einjĂ€hrige Dienstzeit bei der Marine. Im Anschluß daran nahm er aufgrund der schlechten Wirtschaftslage in der Seeschifffahrt eine Stellung in der Hamburger Fischhalle an. Seine erste Geschichte schrieb er 1916, es war ein Nachruf auf seinen Bruder Gorch Fock. Weitere Geschichten folgten und wurden in Buchform veröffentlicht. Auch im Rundfunk war er stĂ€ndiger Gast so z.B. in den Sendereihen "Fief Minuten gooden Wind", "SĂŒnnschien up 'n Weg" und " Hör mal'n beten to ". Bis zu seinem Tode sind 33 BĂŒcher sowie zahlreiche Hörspiele und TheaterstĂŒcke von ihm erschienen.
  • Auch ein weiterer Kinau-Bruder, Jacob Kinau, machte sich als Autor des zeitkritischen und auf Finkenwerder handelnden Romans "Leegerwall" einen Namen.
  • Eugen Wagner (SPD), langjĂ€hriger ehemaliger Hamburger Bausenator, ist gebĂŒrtiger Finkenwerder.

Weblinks

Wikipedia

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