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Letzte Änderung für Artikel Niederlausitz: 27.01.2006 12:19

Niederlausitz

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Die Niederlausitz (niedersorb. Dolna ┼üu┼życa, obersorb. Delnja ┼üu┼żica, poln. Dolne ┼üu┼╝yce, lat. Lusatia inferior) ist eine Region im S├╝den des Landes Brandenburg und im Westen Polens . Sie grenzt im S├╝den an die Oberlausitz und an Niederschlesien. Ihr Zentrum ist die Stadt Cottbus. Die Niederlausitz hat einen sorbischen Bev├Âlkerungsanteil.

Inhaltsverzeichnis

Wappen

Es besteht aus einem wei├čen Panier mit einem roten Ochsen.

Zur Hymne siehe: Lausitzhymne

Geographie und Natur

Die Niederlausitz geh├Ârt zum norddeutschen Tiefland . Durch die Niederlausitz zieht sich der Niederlausitzer Grenzwall, ein Teil des s├╝dlichen Landr├╝ckens, der sich nordwestlich zum Fl├Ąming fortsetzt. Es handelt sich um die in der Saale-Eiszeit entstandene Endmor├Ąne . Die h├Âchste Erhebung des Niederlausitzer Grenzwalls betr├Ągt 167 m. Der S├╝dliche Landr├╝cken stellt hier eine Wasserscheide dar. Entlang einer breiten parallelen Linie durch Finsterwalde entspringen kleine Fl├╝sse und B├Ąche, die nach Norden flie├čen und meist im Spreewald in die Spree m├╝nden. Einen Durchbruch haben die von S├╝den kommenden Fl├╝sse Spree und Nei├če geschaffen. S├╝dlich des Niederlausitzer Grenzwalls schlie├čt sich das Urstromtal der Schwarzen Elster an. W├Ąhrend der Weichsel-Eiszeit (vor ca. 90.000 ÔÇô 8500 Jahren) war nur die n├Ârdliche Niederlausitz vergletschert, die entsprechenden Endmor├Ąnenz├╝ge befinden sich n├Ârdlich des Spreewaldes. Zu dieser j├╝ngeren glazialen Serie geh├Ârt das Baruther Urstromtal. Die Oberfl├Ąche der Niederlausitz ist vollst├Ąndig im Pleistoz├Ąn geformt worden.

Tiefgreifende Ver├Ąnderungen in der Landschaft entstanden aber erst durch die Anlage gro├če Tagebaue seit den drei├čiger Jahren des 20. Jahrhunderts, vor allem jedoch zu DDR -Zeiten, dem ├╝ber 100 D├Ârfer zum Opfer fielen.

Im S├╝den wird die Niederlausitz von der Oberlausitz begrenzt. ├ľstlich schlie├čen Oder und Bober , der Muskauer Faltenbogen (ein Teil des Niederlausitzer Grenzwalls ) und die Muskauer Heide, westlich die Elbe und der Fl├Ąming die Niederlausitz ab.

Nur im ├Ąu├čersten Nordosten wird das Land von der Oder ber├╝hrt, die hier bei Ratzdorf die einm├╝ndende Nei├če aufnimmt. Ein Gro├čteil des nat├╝rlichen Pflanzenbewuchses ist durch Heiden und Auw├Ąlder bestimmt. Allerdings ist die Niederlausitz ungeachtet der relativ d├╝nnen Besiedlung wie alle Regionen Mitteleuropas eine stark vom Menschen gestaltete Kulturlandschaft Der Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft ist ein idyllischer Teil der Niederlausitz. Im 20. Jahrhundert wurde die Niederlausitz vor allem durch den Braunkohlenbergbau gepr├Ągt. F├╝r den Aufschluss der Tagebaue wurden ├╝ber 500 Orte bzw. Ortsteile abgebaggert, davon ein Gro├čteil mit sorbischer Bev├Âlkerung. Bis in die Gegenwart werden Orte zerst├Ârt, so Horno (Rogow), Lakoma (┼üakoma) (Ortsteil von Cottbus) oder Kausche (Chusej) (Ortsteil von Drebkau (Drjowk)).

Hauptorte der Niederlausitz sind: Cottbus (Cho┼Ťebuz), als die gr├Â├čte Stadt, Guben (Gubin), Luckau (┼üukow), Calau (Kalawa), die historische Hauptstadt des Landes L├╝bben (Spreewald) (Lubin), Finsterwalde (Grabin), Senftenberg (Z┼éy Komor├│w), Spremberg (Grodk), L├╝bbenau/Spreewald (Lubnjow), Vetschau (W─Ťte┼íow) Lauchhammer, sowie im polnischen Teil ┼╗ary ( Sorau ).

Infrastruktur und Wirtschaft

Nach der Wende ist die Niederlausitz weitgehend deindustrialisiert worden. Von der vormals bedeutenden Glasindustrie , dem Textilgewerbe und der Holzverarbeitung existieren nur noch kleine Reste. Gro├čprojekte wie eine Produktionsst├Ątte f├╝r Luftschiffe ( Cargolifter ) und der Lausitzring scheiterten entweder oder es entstanden dabei kaum neue Arbeitspl├Ątze. Noch immer sind der Braunkohleabbau und die Energiegewinnung die wichtigsten Wirtschaftszweige.

Die Landwirtschaft auf relativ mageren B├Âden bei Deutschlands niederschlags├Ąrmstem Klima ist nicht sehr ertragreich. Andererseits haben einige landwirtschaftliche Produkte aus der Niederlausitz, insbesondere aus dem Spreewald, deutschlandweit einen sehr guten Ruf.

Tourismus

Die Niederlausitz wird hervorragend von Radfern- und -regionalwegen erschlossen. Im Osten begrenzt der Oder-Nei├če-Radweg die Region. Zentral wird sie vom Spree-Radweg durchquert. Als regionale Routen bieten sich der Froschradweg und die Niederlausitzer Bergbautour (l├Ąnder├╝bergreifend Brandenburg und Sachsen) an. Im Norden im Spreewaldraum schlie├čen der Gurken-Radweg und die F├╝rst-P├╝ckler-Tour an. Im S├╝dwesten leitet der Elster-Radweg zum Elberadweg .

Politik und Verwaltung

Heute ist die Niederlausitz keine politische Einheit mehr. Aber es gibt Forderungen die Niederlausitzer Gebiete, im Zuge einer Kreisgebietsreform im Land Brandenburg, zu einen einheitlichen Landkreis mit einer Kreisstadt Cottbus zusammen zu schlie├čen.

Geschichte

Ur- und Fr├╝hgeschichte der Niederlausitz

Werkzeugfunde in der s├╝dlichen Lausitz lassen auf eine Besiedlung der Region schon in der Altsteinzeit schlie├čen. Nach 600 wurde das Gebiet der Niederlausitz von Slawen , dem Volksstamm der Lusizer , besiedelt, die ein von der germanischen Vorbev├Âlkerung in der V├Âlkerwanderungszeit fast vollst├Ąndig ger├Ąumtes Land vorfanden.

Die Entstehung des Markgraftums Niederlausitz

Im 11. Jahrhundert wurde die Lausitzer Mark eingerichtet und von Markgrafen aus dem Geschlecht der Wettiner verwaltet. Noch bis ins 12. Jahrhundert beanspruchten auch die polnischen K├Ânige des Gebiet f├╝r ihr Reich und sie konnten zeitweise den ├Âstlichen Teil des Landes auch tats├Ąchlich beherrschen. Im 13. und 14. Jahrhundert war die Niederlausitz zwischen den meissnischen Wettinern und den Askaniern der Wittenberger und der Brandenburger Linie umstritten.

Das Markgraftum Niederlausitz zwischen 1367 und 1466 unter den Luxemburgern

1367 inkorporierte Kaiser Karl IV. die Niederlausitz in die b├Âhmischen Krone , deren Nebenland blieb das Markgraftum bis zum Prager Frieden von 1635. Auch die b├Âhmischen K├Ânige konnten in dem abgelegenen Gebiet keine starke Landesherrschaft etablieren, denn die Niederlausitz regelte ihre internen Angelegenheiten weitestgehend selbst. Vor allem im 15. Jahrhundert aber auch im 16. Jahrhundert gingen bedeutende Teile der Niederlausitz durch Verkauf und Verpf├Ąndung an die benachbarten Kurf├╝rstent├╝mer Sachsen und Brandenburg verloren, so zum Beispiel 1454 der zentrale Cottbusser Kreis. Im 15. Jahrhundert hatten auch mehrere Heerz├╝ge der Hussiten die Niederlausitz verw├╝stet. In jener Zeit entstand auch der Niederlausitzer Landtag . Die in vier Kurien gegliederte St├Ąndeversammlung war die wichtigste politische Kraft im Land. Daneben nahm der Landvogt die Belange des b├Âhmischen K├Ânigs wahr.

Das Markgraftum Niederlausitz zwischen 1466 und 1526

Das Markgraftum Niederlausitz zwischen 1526 und 1635 unter den Habsburgern

Zwischen 1520 und 1540 breitete sich die Reformation im Land aus. Die Niederlausitz war das einzige Land im habsburgischen Machtbereich, in dem den evangelischen St├Ąnden die Gr├╝ndung eines Konsistoriums gelang und sie bekamen damit landesweit die Kirchenhoheit in ihre Hand. Bis auf das Koster Neuzelle wurden alle anderen Kl├Âster aufgel├Âst.

Im Schmalkaldischen Krieg 1546/47 hielten die Niederlausitzer trotzdem zum katholischen K├Ânig Ferdinand I. Der k├Ânigliche Landvogt Albrecht von Schlick konnte das Gebiet des Stifts Dobrilugk zur├╝ckerobern, das 1541 vom s├Ąchsischen Kurf├╝rsten Johann Friedrich besetzt worden war.

Als 1618 die antihabsburgischen Unruhen in B├Âhmen begannen, verhielten sich die Niederlausitzer St├Ąnde zun├Ąchst passiv. Sie ignorierten die dringenden Aufforderungen der B├Âhmen, sie im Krieg gegen die Habsburger zu unterst├╝tzen. Erst nach dem Tod Kaiser Matthias im M├Ąrz 1619 ├Ąnderten sie ihre Politik. Sie traten der B├Âhmischen Konf├Âderation bei und waren an der Absetzung Ferdinands II. und der Wahl Friedrich V. von der Pfalz zum K├Ânig von B├Âhmen beteiligt.

Das Markgraftum Niederlausitz zwischen 1620 und 1815 unter den Wettinern

Gem├Ą├č den Bestimmungen des Prager Friedens 1635 wurde der s├Ąchsische Kurfurst mit dem Markgraftum Niederlausitz belehnt, welches territorial selbstst├Ąndig blieb, wobei der Kurfurst von Sachsen zugleich der Markgraf der Niederlausitz war. Zeitweilig war der Inhaber der wettinischen Sekundogenitur von Sachsen-Merseburg auch der Markgraf der Niederlausitz. 1790 kam es als Reaktion auf die Franz├Âsische Revolution zu Bauernrevolten.

Die Niederlausitz zwischen 1815 und 1945

Durch Beschluss des Wiener Kongresses von 1815 wird die Niederlausitz preu├čisch, das Markgraftum wird aufgel├Âst und das Gebiet der Niederlausitz wird der Provinz Brandenburg angeschlossen und L├╝bben verliert seine Funktion als Hauptstadt der jahrhundertelang autonom gewesenen Region. Die Autonomierechte der St├Ąnde wurden danach schrittweise aufgehoben. Um 1816 begann die Reorganisation der Territorialverwaltung in dem man 7 Landkreise (Cottbus, Sorau , Spremberg , Calau, Luckau, L├╝bben und Guben) einf├╝hrte

Unter der preu├čischen Herrschaft begann die planm├Ą├čige Unterdr├╝ckung der Sorben, insbesondere wurden administrative Ma├čnahmen ergriffen, um den Gebrauch der sorbischen Sprache zur├╝ckzudr├Ąngen. Daran beteiligte sich auch die evangelische Kirche. Mitte des 19. Jahrhunderts begann der Abbau von Braunkohle.

Die Niederlausitz seit dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem 2. Weltkrieg geh├Ârt die Niederlausitz zur DDR und zun├Ąchst wieder zum Land Brandenburg. Die ├Âstlich der Nei├če gelegenen Teile des Landes waren 1945 an Polen gefallen. Im Zuge der Gebietsreform von 1952 wurde der gr├Â├čte Teil der Niederlausitz zu dem Bezirk Cottbus zusammengefasst, welches unwillk├╝rlich das niederlausitzer Regionalbewu├čtsein bef├Ârderte, welches zu einer St├Ąrkung der Region f├╝hrte, und zugleich Cottbus als regionales Zentrum der Niederlausitz etablierte. Nach der Wiedererrichtung des Landes Brandenburg und dem Wegfall der Bezirksklammer, fand die nachhaltigste Schw├Ąchung der Region und des Niederlausitzer Regionalbewu├čtseins statt, indem man 1993 Gro├čkreise ├╝ber die Grenzen der niederlausitzer Region (zB.: den Landkreis Dahme-Spreewald) bildete.


Siehe auch: Liste der Markgrafen der Niederlausitz

Literatur

Zur Besiedlung der Lausitz in der Fr├╝hgeschichte und im Mittelalter vgl.

  • G├╝nter Wetzel, Germanen - Slawen - Deutsche in der Niederlausitz. Bericht der R├Âmisch-Germanischen Kommission 83, 2002, 206-242.

Reisef├╝hrer Lausitz:

  • Kerstin und Andr├ę Micklitza: Die Lausitz entdecken, Trescher Verlag Berlin 2004.

Geschichte:

  • Rudolf Lehmann: Geschichte der Niederlausitz, Berlin(W) 1963.
  • Rudolf Lehmann: Geschichte des Markgraftums Niederlausitz, Dresden 1937.

Siehe auch

Weblinks


Koordinaten: 51┬░45'00 N 14┬░30'00 O

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