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Letzte Änderung für Artikel Lehrter Bahn: 23.01.2006 03:07

Lehrter Bahn

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Der Lehrter Bahnhof im Jahr 1900
Der Lehrter Bahnhof im Jahr 1900

Als Lehrter Bahn (Berlin-Lehrter Eisenbahn) wird die in Ost-West-Richtung verlaufende Eisenbahnstrecke von Berlin nach Lehrte bei Hannover bezeichnet. Der historische Abschnitt als eigenst├Ąndige Eisenbahn erstreckte sich von der Er├Âffnung 1871 bis zur Verstaatlichung der betriebsf├╝hrenden Magdeburg-Halberst├Ądter Eisenbahngesellschaft (MHE) am 1. Juli 1886. Das zu dieser Bahn geh├Ârige Geb├Ąude des Lehrter Bahnhofes in Berlin wurde 1958 endg├╝ltig abgerissen.

Die heute noch bestehende 239 Kilometer lange Strecke verl├Ąuft vom Lehrter Bahnhof in Berlin in westlicher Richtung nach Berlin-Spandau (Havelbr├╝cke), von dort weiter ├╝ber Rathenow (Havelbr├╝cke), Stendal (Elbebr├╝cke bei H├Ąmerten), Oebisfelde, Wolfsburg und Gifhorn (Tunnel unter dem Elbe-Seitenkanal bei Calberlah) und m├╝ndet in Lehrte in die Strecke nach Hannover. Die Strecke ist seit 1998 Bestandteil des ICE-Netzes f├╝r den Hochgeschwindigkeitsverkehr in Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Magdeburg-Halberst├Ądter Eisenbahngesellschaft (MHE) erhielt 1867 die Konzession zum Bau dieser Bahn sowie einer Abzweigung von Stendal ├╝ber Salzwedel nach Uelzen. Die Strecke sollte den Verkehr zwischen Berlin, Hannover und der Rheinprovinz im Vergleich zur bereits vorhandenen Verbindung ├╝ber Potsdam, Magdeburg und Braunschweig verk├╝rzen. Sie ging in folgenden Etappen in Betrieb:

  • 15. M├Ąrz 1870 Stendal ÔÇô Salzwedel
  • 1. Februar 1871 Gardelegen ÔÇô Stendal ÔÇô Spandau
  • 15. Juli 1871 Spandau ÔÇô Berlin
  • 1. November 1871 Lehrte ÔÇô Gardelegen f├╝r den G├╝terverkehr, am 1. Dezember 1871 auch f├╝r den Personenverkehr
Wappen der Stadt Lehrte
Wappen der Stadt Lehrte

Durch Kauf der MHE im Dezember 1879 wurde die Berlin-Lehrter Eisenbahn Eigentum des Staates Preu├čen und dadurch Teil der Preu├čischen Staatseisenbahnen . Ab 1884 wurde in Berlin die Lehrter Bahn mit der Anfangs nebenan liegenden Hamburger Bahn baulich und betrieblich immer mehr vereinigt. Dieser Prozess war mit der Trennung von Personen- und G├╝terverkehr von Berlin bis zur Umgehungsbahn zwischen Wustermark und Nauen, den Neu- und Umbau des Spandauer Bahnhofes und der Er├Âffnung des Rangierbahnhofes Wustermark vor dem Ersten Weltkrieg abgeschlossen.

Die Bahnlinie erlangte im Personen- und G├╝terverkehr der Hauptstadt mit Hannover, dem Ruhrgebiet und Bremen immer mehr Bedeutung. Mit der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Strecke den Fernverkehr von Reisez├╝gen weitgehend. Aufgrund der Reparationen in der Sowjetischen Besatzungszone waren ihre Bahnanlagen auf ein Mindestma├č reduziert, was teilweise zu kuriosen, zeitaufwendigen Betriebsabl├Ąufen bei Zugkreuzungen gef├╝hrt hat. In Berlin wurde der verbleibende Verkehr auf andere Strecken und Bahnh├Âfe konzentriert, so dass der Lehrter Bahnhof 1952 den Betrieb einstellte.

ICE 3
ICE 3
Empfangsgeb├Ąude Bahnhof Berlin-Charlottenburg
Empfangsgeb├Ąude Bahnhof Berlin-Charlottenburg

Ab 1976 benutzten die Transitz├╝ge zwischen Berlin und Hamburg die Lehrter Bahn zwischen Wustermark und Berlin. Dazu wurde in Staaken ein neuer Kontrollbahnhof eingerichtet. Nach der deutschen Vereinigung verkehrten ab 1991 wieder Fernz├╝ge von Berlin nach Hannover.

In den 1980er Jahren entstand die Planung, die Lehrter Bahn zur ICE-Verbindung f├╝r den Transitverkehr zwischen West-Deutschland und West-Berlin auszubauen. Parallel zu vorhandenen Gleisen der Lehrter Bahn (Stammgleise) f├╝r den Binnenverkehr innerhalb der DDR , aber getrennt von ihnen, sollten die Transitgleise verlaufen.

Dass dieser Plan Grundlage war f├╝r die 1998 in Betrieb genommene ICE-Strecke, merkt man noch heute, wenn ein ICE mit 200 -250 km/h an einer mit Diesellok bespannten, max. 120 km/h schnellen Regionalbahn vorbeif├Ąhrt. Umgekehrt k├Ânnen elektrische Regionalz├╝ge Bahnh├Âfe, die an den Stammgleisen liegen (Bahnhof Gro├č Behnitz), nicht bedienen, weil die Elektrifizierung fehlt.

Entwicklung der Hamburg-Lehrter Bahn in Berlin

Zum Anschluss an die neue Berliner Ringbahn entstand 1879 bei F├╝rstenbrunn eine Verbindung zum G├╝terbahnhof Charlottenburg-Westend (heute Westend). Diese Verbindung wurde 1882 als Lehrter Stadtbahnanschluss zum Bahnhof Berlin-Charlottenburg erweitert, um eine Verkn├╝pfung f├╝r Reisez├╝ge der Lehrter Bahn zur neuen Berliner Stadtbahn herzustellen. Zum gleichen Zwecke war ebenfalls 1882 f├╝r die Hamburger Bahn der Hamburger Stadtbahnanschluss zwischen Ruhleben und dem Bahnhof Berlin-Charlottenburg in Betrieb gegangen.

Durch die Verstaatlichung konnten die nebeneinander liegenden Bahnanlagen und ihr Verkehr in Berlin und Spandau zur Hamburg und Lehrter Bahn zusammen gefasst und neu geordnet werden:

  • Zusammenlegung der G├╝terbahnh├Âfe in Berlin zum ÔÇ×Berlin Hamburger u Lehrter GbfÔÇť, kurz ÔÇ×Berlin H u LÔÇť, bis Mai 1893.
  • Neuordnung des Lehrter Bahnhofes und des Hamburger Bahnhofes in Spandau zu G├╝terbahnhof (westlich der Havel) und Personenbahnhof (├Âstlich der Havel) zwischen 1888 und 1892. Erst wenige Jahre zuvor (1885) war hier ein G├╝tergleis gebaut worden, um "au├čerhalb von Berlin" ├╝berhaupt eine Verkn├╝pfung zwischen den beiden Bahnen herzustellen.
  • Gleichzeitig wurden die beiden Gleispaare zwischen Berlin und Spandau nicht mehr nach ihren Richtungen (Hamburg, Lehrte), sondern getrennt nach Personen- und G├╝terverkehr befahren. Die Lehrter Bahn wurde hier zur Strecke ausschlie├člich f├╝r G├╝terz├╝ge. Im Bereich des erweiterten Bahnhof Moabit kam es im Zusammenhang mit dem viergleisigen Ausbau der Ringbahn ebenfalls zu Ver├Ąnderungen.

Der Bahnhof Putlitzstra├če erlaubte ab 1898 erstmals das Umsteigen zwischen den Nordringz├╝gen und den Vorortz├╝gen Spandau ÔÇô Berlin Lehrter Bahnhof. Weitere Stationen f├╝r die Z├╝ge der Lehrter Bahn wurden er├Âffnet:

Gro├čer Umbau der Spandauer Bahnanlagen

Bahnhofshalle Spandau West
Bahnhofshalle Spandau West
Baustelle Lehrter Bahnhof in Berlin im Jahr 2005
Baustelle Lehrter Bahnhof in Berlin im Jahr 2005

Der stetig wachsende Fernreise-, Vorort- und G├╝terverkehr machten den durchgreifenden Umbau der Spandauer Bahnanlagen von 1905 bis 1912 notwendig. Auch sollten Aufgaben im G├╝terverkehr, f├╝r die die Berliner Bahnanlagen zu eng geworden sind, nach au├čen verlagert werden.

Zwischen Ruhleben und dem G├╝terbahnhof Spandau wurde die alte, zuletzt f├╝r den G├╝terverkehr genutzte Trasse der Lehrter Bahn aufgegeben und eine neue acht- bzw. sechsgleisige Bahnstrecke in Dammlage im Verlauf der Hamburger Bahn geschaffen. F├╝r den Personenfern-, Vorort- und G├╝terverkehr gab es jeweils eigene Gleise.

Westlich des Spandauer G├╝terbahnhofes (Spandau West) entstanden 1908 neue Personenzuggleise f├╝r die Lehrter Bahn, die erst an der Ortsgrenze zu Staaken von der Hamburger Bahn abzweigen. Wie schon bereits vorher ├Âstlich von Spandau konnten die urspr├╝nglichen Gleise der Lehrter Bahn dadurch auch hier nur dem G├╝terverkehr dienen. Sie nahmen die G├╝terz├╝ge, nicht nur Richtung Hannover, sondern auch nach Hamburg auf. Ab 1909 ging der Verschiebebahnhof Wustermark in Betrieb, der Rangieraufgaben von Spandau und teilweise den Berliner Bahnh├Âfen Moabit und H u L ├╝bernahm. 1911 wurde der G├╝terbahnhof Ruhleben f├╝r den Verkehr mit mehreren Anschlussbahnen er├Âffnet.

Gleichzeitig wurden f├╝r den steigenden Vorortverkehr mit der Berliner Stadtbahn besondere Vorortgleise eingerichtet und bis zum neuen Vorortbahnhof Spandau West (er├Âffnet 1910) westlich der Havel gef├╝hrt. 1911 ging die Spandauer Vorortbahn, die am Bahnhof Heerstra├če vom Hamburger Stadtbahnanschluss abzweigte und ├╝ber die Stationen Rennbahn (bereits 1909 er├Âffnet) sowie Pichelsberg f├╝hrt, vollst├Ąndig in Betrieb.

Als bei der Verlegung des Stadtbahnanschlusses zwischen Heerstra├če und Bahnhof Berlin-Charlottenburg nach S├╝dwesten auch dieser Abschnitt eigene Vorortgleise erhielt, wurde ab August 1928 der elektrische S-Bahn-Verkehr nach Spandau aufgenommen. Obwohl schon fr├╝her bis Wustermark geplant, erhielt die S-Bahn erst 1951 eine Verl├Ąngerung bis nach Staaken. 1980 wurde der S-Bahn-Verkehr wieder eingestellt und zwischen Spandau und Staaken bis heute nicht wieder eingerichtet.

Literatur

  • Peter Bley, 150 Jahre Eisenbahn Berlin-Hamburg, alba-Verlag, D├╝sseldorf 1996, ISBN 3-87094-229-0
  • Bernd Kuhlmann, Bahnknoten Berlin, Verlag GVE, Berlin 2000, ISBN 3-89218-003-2
  • von der Leyden (Herausgeber), Berlin und seine Eisenbahnen - 1846-1896Nachdruck, Verlag Aesthetik und Kommunikation, Berlin 1982, ISBN 3-88245-106-8

Wikipedia

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