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Letzte Änderung für Artikel Bahnhof Berlin-Stresow: 21.01.2006 14:36

Bahnhof Berlin-Stresow

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Bahnsteig des heutigen S-Bahnhofes Stresow
Bahnsteig des heutigen S-Bahnhofes Stresow

Der Bahnhof Berlin-Stresow ist ein S-Bahnhof im Berliner Ortsteil Stresow.

Inhaltsverzeichnis

Spandau erh├Ąlt Eisenbahnanschluss

Mit Betriebsaufnahme der Berlin-Hamburger Eisenbahn (BHE) 1846 wurde auch ein Bahnhof f├╝r die damals noch selbstst├Ąndige Stadt Spandau an dem heutigen Platz des S-Bahnhof Stresow er├Âffnet. Neben dem Bahnsteig errichtete die BHE ein gro├čes mit zwei Stockwerken versehenes Empfangsgeb├Ąude nach Pl├Ąnen von Friedrich Neuhaus , das bis heute erhalten ist.

Urspr├╝nglich war vorgesehen, die Station westlich der Havel n├Ąher an der Stadt Spandau (heute Spandauer Altstadt) anzulegen. Spandau war aber gleichzeitig Festung und unterlag in seinem unmittelbaren Umfeld Baubeschr├Ąnkungen durch das Milit├Ąr, so dass der Bahnhof am ├Âstlichen Ufer der Havel angelegt werden musste.

Erster Umbau der Bahnanlagen 1888-1892

Als die Berlin-Lehrter Eisenbahn 1871 ihren Bahnhof in Spandau westlich der Havel er├Âffnete, wurde zur Unterscheidung der beiden Bahnh├Âfe vom Hamburger Bahnhof und Lehrter Bahnhof gesprochen.

Nach der Verstaatlichung beider Bahnen wurden ihre Bahnh├Âfe zusammengelegt: der Hamburger Bahnhof wurde Personenbahnhof, der Lehrter Bahnhof ├╝bernahm den G├╝terverkehr beider Strecken. Entsprechend wurde auch mit den Bahngleisen zwischen Spandau und Berlin (Hamburg-Lehrter Bahn) verfahren.

Gro├čer Umbau 1905-1912

Beim gro├čen Umbau der Spandauer Bahnanlagen erhielt der Eisenbahnbetrieb hier seine im Grundsatz bis heute g├╝ltige Struktur: Fernbahn, Vorortz├╝ge (heute S-Bahn) zur Berliner Stadtbahn und G├╝terverkehr erhielten getrennte Anlagen.

Die enorm wachsende Stadt Spandau ( 1889 - 32.000 Einwohner / 1900 - 65.000 / 1910 - 84.000), ihre Industrialisierung und der damit stetig steigende Verkehr machten den durchgreifenden Umbau der Spandauer Bahnanlagen notwendig.

Damit kein Schranken├╝bergang mehr n├Âtig war, wurden die Bahngleise hochgelegt. Au├čerdem konnte durch den Ersatz der Eisenbahndrehbr├╝cke ├╝ber die Havel durch eine neuen, h├Âheren festen ├ťberbau die gegenseitige Behinderung von Schiffs- und Bahnverkehr aufgehoben werden. Zur weiteren Leistungssteigerung erhielten die bislang niveaugleichen Einfahrten des Bahnhofes von Berlin her als auch aus Richtung Westen zur Einf├Ądelungen der Strecken Br├╝cken.

Der Personenbahnhof bekam drei Mittelbahnsteige an sechs Personenzuggleisen. Die zwei ├Ąu├čeren Bahnsteige waren f├╝r den Fernverkehr der Stadt Spandau im Richtungsbetrieb jeweils nach Hamburg / Lehrte bzw. Berlin bestimmt. Am mittleren und auch breitesten Bahnsteig schloss man an die zweigleisige neue Spandauer Vorortbahn an, auf der die Vorortz├╝ge von und nach der Berliner Stadtbahn im Linienbetrieb verkehrten. Auf zwei weiteren Gleisen s├╝dlich neben den Personengleisen konnten G├╝terz├╝ge die Bahnsteige umfahren.

Um den neuen Fernbahnhof von dem am Havel-Westufer ebenfalls neu entstandenen Vorortbahnhof Spandau West zu unterscheiden, erfolgte im August 1911 seine Umbenennung in Spandau Hauptbahnhof.

In Spandau West gab es einen ├ťbergang zum Kleinbahnhof der Osthavell├Ąndischen Eisenbahn . Die bisherigen Rangieraufgaben in Spandau gingen auf den - im Zusammenhang mit dem gro├čen Umbau - 1909 er├Âffneten Verschiebebahnhof Wustermark ├╝ber.

Die S-Bahn kommt

1928 erreichte ein neues System auch Spandau ÔÇô die S-Bahn fuhr nun alle 10 Minuten von der Berliner Stadtbahn bis nach Spandau-West und hatte dort Anschlu├č zum Dampfvorortverkehr vom Lehrter Bahnhof in Berlin.

Die Dampf-Vorortz├╝ge erreichten Spandau auch im 10-Minuten-Abstand und fuhren dann abwechselnd nach Nauen und Wustermark im 20-Minuten-Takt weiter. Die Arbeiten, diesen stark gewachsenen, gesamten Vorortverkehr ebenfalls auf elektrischen S-Bahn-Betrieb umzustellen, mussten wegen des Zweiten Weltkrieges eingestellt werden.

Nach der Eingemeindung auch der Stadt Spandau zu Berlin 1920 sind erst sp├Ąter mehrere Bahnhofsnamen der neuen kommunalen Struktur angepa├čt worden: der Namenszusatz Hauptbahnhof wurde 1936 gestrichen und durch Berlin-Spandau ersetzt.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges kam auch die zuletzt nur noch zwischen Bahnhof Friedrichstra├če und Spandau verkehrende S-Bahn zum erliegen. In der Nacht zuvor, zum 24. April 1945 , sprengten deutsche Truppen die Havelbr├╝cke. Rund sechs Wochen sp├Ąter, ab 9. Juni 1945 konnte der S-Bahn-Verkehr nach und nach wieder in Betrieb gehen. Da jedoch schwere Kriegssch├Ąden vor allem an der Havelbr├╝cke einen Betrieb der S-Bahn nach Spandau-West verhinderten, endeten die Z├╝ge vorerst am Bahnhof Spandau. Erst 1947 fuhren die elektrischen Bahnen wieder weiter ├╝ber die Havel.

1951 konnte der S-Bahn-Verkehr nach Falkensee (Hamburger Bahn) und Berlin-Staaken (Lehrter Bahn - Personengleise) verl├Ąngert werden. Zwischen Spandau und Jungfernheide wurde 1951auf dem Personengleis der Hamburg-Lehrter Bahn ebenfalls der S-Bahn-Verkehr eingerichtet.

Schlie├čung des Fernbahnhofes 1952

Am 18. Mai 1952 schlo├č die DDR-Reichsbahn bis auf den Bahnhof Zoologischer Garten alle Fernbahnh├Âfe in den Westsektoren Berlins - auch den Bahnhof in Spandau. Den Vorortverkehr hatte man bereits 1951 an die S-Bahn-Endpunkte Staaken und Falkensee zur├╝ckgezogen und den Lehrter Bahnhof in Berlin im gleichen Jahr geschlossen. Zudem wurden die Interzonenz├╝ge zunehmend auf den Kontrollbahnhof Griebnitzsee konzentriert.

Die Hamburger Fernz├╝ge fuhren noch weiter - aber ohne Halt - ├╝ber Spandau zur Berliner Stadtbahn; bis zu einem erfolgreichen Fluchtversuch mit einem Zug aus der DDR nach West-Berlin ├╝ber die Hamburger Bahn in Albrechtshof am 5. Dezember 1961 , wenige Monate nach dem Mauerbau. Ab dem n├Ąchsten Tag wurden auch diese Fernz├╝ge zwischen der Berliner Stadtbahn und Nauen ├╝ber den Kontrollbahnhof Griebnitzsee, also Wannsee und den westlichen Berliner Aussenring, umgeleitet. Lediglich die S-Bahn - und der G├╝terverkehr Richtung Wustermark - waren am Bahnhof Spandau verblieben.

Transitverkehr ab 1976

Erst ab 26. September 1976 hielten wieder Fernz├╝ge, nachdem die Bundesregierung mit der DDR eine Beschleunigung des Reisezugverkehrs zwischen Berlin und und dem Bundesgebiet im Dezember 1975 vereinbart hatte. F├╝r die Transitz├╝ge nach Hamburg wurde der neue Kontrollbahnhof Staaken eingerichtet - so dass der zeitaufwendige Umweg ├╝ber den Kontrollbahnhof Griebnitzsee entfallen konnte - und der s├╝dliche Fernbahnsteig in Spandau instand gesetzt. Der n├Ârdliche Fernbahnsteig wurde dagegen abgebaut. Das Empfangsgeb├Ąude von 1846 pr├Ąsentierte sich au├čen renoviert und erhielt innen eine modernisierte Empfangshalle.

Den S-Bahn-Verkehr stellte die DDR-Reichsbahn - nach dem Streik der Reichsbahner in West-Berlin ab 17. September 1980 - dagegen ein und lie├č in West-Berlin nur noch auf wenigen Strecken ├╝berhaupt S-Bahnen fahren. Gleise und Bahnh├Âfe verrotteten zusehends.

Neubau nach 1990

Mit dem Fall der Berliner Mauer und der deutschen Vereinigung konnte der Bahnhof Spandau langsam an seine fr├╝here Bedeutung ankn├╝pfen. Ab 13. August 1990 verkehrten wieder Vorortz├╝ge aus dem Havelland nach Spandau, die sp├Ąter Richtung Berlin zu den Bahnh├Âfen Charlottenburg, Jungfernheide bzw. Westkreuz weiter gef├╝hrt wurden.

Der Fernverkehr mit Hamburg wurde gleichzeitig verdichtet. Schon ab 31. Mai 1992 verkehrte eine InterCity-Linie im Zwei-Stunden-Takt zwischen Berlin und Hamburg. Mit dem Fahrplanwechsel am 28. Mai 1995 konnten die Z├╝ge der Hamburger Bahn - nach Er├Âffnung des L├╝ckenschlusses zwischen Spandau und Falkensee - wieder den regul├Ąren Weg Richtung Hamburg nehmen.

Auf der Lehrter Bahn wurden ab 2. Juni 1991 wieder direkte Fernz├╝ge von Berlin Richtung Hannover eingelegt. Beim Ausbau der Lehrter Bahn zur ICE-Strecke Berlin - Hannover wurde im gleichen Jahr entschieden, den Bahnhof Spandau nach Westen, ├╝ber die Havel, etwa an die Stelle des Bahnhofes Spandau West, zu verlegen.

Am 19. Mai 1997 wurde der "alte" Bahnhof Berlin-Spandau geschlossen, danach die verbliebenen Bahnsteige abger├Ąumt und letztlich der Gleisplan aus der Zeit um 1910 beseitigt. Beim v├Âlligen Neubau der Bahnanlagen in Spandau wanderten die S-Bahn-Gleise der Spandauer Vorortbahn von der Mittellage zwischen den Ferngleisen an die n├Ârdliche Seite. Dort entstand ein neuer S-Bahnsteig f├╝r den S-Bahnhof Stresow mit Zug├Ąngen etwa an den Bahnsteigenden. Das denkmalgesch├╝tzte Empfangsgeb├Ąude von 1846 blieb jedoch erhalten und wird heute f├╝r bahninterne Zwecke genutzt.

Der S-Bahnhof Stresow wurde am 30. Dezember 1998 er├Âffnet. Am gleichen Tag nahm die ab Pichelsberg verl├Ąngerte S-Bahn-Strecke von Westkreuz zum "neuen" Bahnhof Berlin-Spandau ihren Betrieb auf.

Im bahnamtlichen Betriebsstellenverzeichnis wird Berlin-Stresow als BSRW gef├╝hrt [1] .

Literatur

  • Bley, Peter: 150 Jahre Eisenbahn Berlin-Hamburg, alba-Verlag, D├╝sseldorf 1996, ISBN 3-87094-229-0
  • Kuhlmann, Bernd: Bahnknoten Berlin, Verlag GVE, Berlin 2000, ISBN 3-89218-003-2
  • von der Leyden (Herausgeber): Berlin und seine Eisenbahnen - 1846-1896, Nachdruck, Verlag Aesthetik und Kommunikation, Berlin 1982, ISBN 3-88245-106-8


Koordinaten: 52┬░31'50" N 13┬░12'20" O

Wikipedia

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