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Letzte Änderung für Artikel Frankenstein: 16.02.2006 19:04

Frankenstein

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Victor Frankenstein oder der moderne Prometheus , ist ein Roman von Mary Shelley , der 1819 erstmals anonym ver├Âffentlicht wurde. Er erz├Ąhlt die Geschichte des jungen Victor Frankenstein, der an der damals ber├╝hmten Universit├Ąt Ingolstadt einen k├╝nstlichen Menschen erschafft. Dieser rebelliert, und t├Âtet den Bruder und die zuk├╝nftige Ehefrau Frankensteins, Elisabeth. Das Monster ist jedoch w├Ąhrend des ganzen Romans im Status des einerseits Unwissenden, andererseits Ungl├╝cklichen. Vergeblich fordert es von seinem Sch├Âpfer Verantwortlichkeit und Unterst├╝tzung, bevor er in durchaus verzweifelter Aggression reagiert. Er will Frankenstein nicht t├Âten, sondern ihm genauso viele seelische Schmerzen bereiten, ihn in genau so schreckliche Einsamkeit sto├čen, wie es selbst f├╝hlt. Die Handlung ist wie damals nicht un├╝blich in einen Briefroman eingebettet. Viktor Frankenstein erz├Ąhlt seine Geschichte dem Leiter einer Forschungsexpediton, einem Mann namens Walton. Der Roman wird so auch zu einem Lehrst├╝ck. Denn Frankenstein gibt deutlich zu verstehen, dass seine Erz├Ąhlung auch eine Warnung an den Zuh├Ârer und damit auch die Leser sein soll. Er warnt vor einer entgrenzten Vernunft, die sich zu einem Gott aufschwingt, und es sich anma├čt, lebendige Materie zu schaffen. Die Figur des Dr. Frankenstein weist damit Verwandtschaft zum Faustischen einerseits und zum Prometheus-Mythos andererseits auf.

Entstehung

Geschrieben wurde der Roman in der Villa Diodati in der N├Ąhe des Genfer Sees. Dort verbrachten Mary Shelley (damals noch Mary Wollstonecraft Godwin), ihre Stiefschwester Clare Clairmont, ihr (zuk├╝nftiger) Ehemann Percy Bysshe Shelley , Lord Byron und dessen Leibarzt John Polidori den Sommer 1816 . Dieses Jahr ging aufgrund des Ausbruchs des Vulkans Tambora im Jahr zuvor als das Jahr ohne Sommer in die Geschichte ein. Aufgrund des extrem schlechten Wetters konnten die Anwesenden oft das Haus nicht verlassen. So beschlossen sie, jeweils eine Schauergeschichte zu schreiben und den anderen vorzutragen. Mary Shelley schrieb die Geschichte Frankenstein und Byrons Leibarzt John Polidori (1795-1821) verfasste Vampyr - eine Vampirgeschichte lange vor dem Entstehen von Bram Stokers Dracula .

Shelley entlehnte den Namen des Monster-Erschaffers vermutlich von einer Burg Frankenstein an der Bergstra├če in der N├Ąhe des s├╝dhessischen Darmstadt. Shelley hatte ihre Reise von Basel zur├╝ck nach London auf dem Rhein unternommen, der in Sichtweite zu dem Berg flie├čt, auf welchem die Ruinen der Burg zu sehen sind. Verb├╝rgt ist auch, dass Shelley in einem Gasthaus im nahen Darmstadt-Eberstadt eingekehrt war. Es erscheint wahrscheinlich, dass sie sich zudem von der Person des Alchemisten Johann Konrad Dippel ( 1673 ÔÇô 1734 ), der in fr├╝heren Zeiten in der Burg ein Labor besessen haben soll, inspirieren lie├č.

Dieser experimentierte oben in der Burg. Da dies dem Pfarrer im Dorf missfiel, setzte er das Ger├╝cht in die Welt, der junge Dippel w├╝rde Leichen ausgraben und mit ihnen Versuche machen. Aus Menschenteilen habe er einen Unhold geschaffen, ihn mit Zauberkr├Ąften zum Leben erweckt und ihn in seinem Kerker eingesperrt. Da dieser Unhold aber gro├č und stark sei, habe er sich nach drei Tagen aus seinem Gef├Ąngnis befreit und seinen Erschaffer erschlagen. Danach sei er in die W├Ąlder gefl├╝chtet und fange junge M├Ądchen und kleine Kinder, um mit ihnen zu spielen. Wenn er genug gespielt habe, koche er sie bei lebendigen Leibe und fresse sie auf.

Irgendwann waren die Br├╝der Grimm unterwegs und sammelten M├Ąrchen im ganzen Land. Dabei stie├čen sie auch auf diese Geschichte, die sich auch in die erste Ausgabe ihrer M├Ąrchensammlung einf├╝gten. Daraufhin kam es zu einem Streit zwischen den Br├╝dern. Die M├Ąrchen waren dazu gedacht, im Kreise der Familie vorgetragen zu werden. Die blutr├╝nstige Frankenstein-Geschichte passte jedoch nicht in dieses Konzept und wurde deshalb wieder aus der Sammlung entfernt. Die Fassung mit Frankenstein hatten sie jedoch bereits nach England geschickt, um sie dort ├╝bersetzen zu lassen. Die ├ťbersetzerin war Mary Shelleys Stiefmutter.

Ingolstadt w├Ąhlte die Autorin mutma├člich als Handlungsort, da sich hier bis 1800 eine ber├╝hmte medizinische Fakult├Ąt befand. In Ingolstadt wurde 1776 auch der Geheimbund der Illuminaten gegr├╝ndet, denen u.a. Goethe , Knigge und Herder angeh├Ârten. Shelleys Mann Percy Bysshe Shelley wird eine geistige N├Ąhe zu den Idealen des Geheimbundes nachgesagt. Percy Bysshe Shelley, Mary Shelley und Goethe verbindet auf jeden Fall eine intensive Besch├Ąftigung mit dem Prometheus-Stoff. Zum anderen stand die Universit├Ąt Ingolstadt unter einem starken Einfluss des Jesuitenordens und war ein wichtiger Ort der Gegenreformation. In Ingolstadt erinnert heute noch eine n├Ąchtliche Frankenstein-Stadtf├╝hrung (seit 1995 ) an den ber├╝hmten Studenten. 1800 wurde die Universit├Ąt nach Landshut und 1826 nach M├╝nchen verlegt - die direkte Nachfolgerin der Universit├Ąt Ingolstadt ist somit die heutige Ludwig-Maximilians-Universit├Ąt M├╝nchen.

Verfilmungen

Schon in den ersten Tagen der Filmgeschichte erfuhr das Buch mehrere filmische Adaptionen, die zum Teil bis heute verschollen sind. 1931 adaptiert schlie├člich James Whale den Stoff relativ frei f├╝r Universal Pictures unter Aufgriff filmexpressionistischer ├ästhetiken und Verfahrensweisen mit Boris Karloff in der Hauptrolle und verhilft dem Wesen, dank des unverwechselbaren Make ups von Maskenbildnerlegende Jack Pierce , zu seinem bis heute emblematischen Antlitz. 1935 folgt die Fortsetzung Frankensteins Braut , die im vorangegangenen Film ├╝bersehene Aspekte der literarischen Vorlage aufgreift und nahtlos an die Ereignisse des ersten Films anschlie├čt. In zahlreichen weiteren Filmen der 1930er und 1940er Jahre wird der Stoff meist weiterhin mit Boris Karloff in der Hauptrolle kommerziell f├╝r zum Teil nur zweitklassige Produktionen ausgeschlachtet. Erst 1958 gelingt es den britischen Hammer-Studios mit dem Film Frankensteins Fluch das Motiv unter Rekurs auf die klassischen Filme der Universal-Periode wieder zu popularisieren. Der Film nimmt in mehrererlei Hinsicht eine Schl├╝sselposition ein: Er ist nicht nur Auftakt einer kaum ├╝berschaubaren Serie von Horrorfilmen und Serials, f├╝r die der Name der Produktionsgesellschaft trotz zahlreicher Ausfl├╝ge in andere Genres bis heute Synonym ist, er stellt auch die Weichen der eng miteinander verkn├╝pften Karrieren von Peter Cushing und Christopher Lee . Beide sind in den folgenden Jahren oft, meist als Antipoden, vor der Kamera zu sehen. Ferner wird das erstmalige Auftauchen von tiefrotem Blut in diesem Film von der heutigen Kulturwissenschaft als des Anheben des Splatterfilms gewertet. Dem gro├čen finanziellen Erfolg des Films folgen weitere Sequels, in denen die Geschichte lose weiter erz├Ąhlt, aber auch variiert und durchdekliniert wird. In den 70er Jahren kommt die Serie schlie├člich, wie auch der klassische Horrorfilm an sich, unter den Eindr├╝cken des erstarkenden Splatterfilms und den ungleich spekulativeren so genannten Eastern zum Erliegen. Der Stoff scheint ausgebrannt und nurmehr f├╝r zweitklassige Fernsehst├╝cke verwertbar. Im Jahr 1994 kommt schlie├člich der Film Mary Shelley's Frankenstein mit Robert de Niro als Kreatur in die Kinos, der sich damit Legitimiation verleiht, die Geschichte erstmals dicht an der literarischen Vorlage filmisch aufzubereiten. Trotz einiger nach wie vor attestierbarer Abweichungen kann der ambitionierte, aber nicht immer gelungene Film vor dieser Selbsteinsch├Ątzung im wesentlichen standhalten. Regie f├╝hrte Kenneth Branagh .

Wiewohl die Bezeichnung Frankensteins Monster ausgehend von der literarischen Vorlage mit die passende w├Ąre, b├╝rgerte sich im Zuge der zahlreichen Filme auch f├╝r die Kreatur selbst der Name Frankenstein ein. Eine Verschiebung, die von den Filmen nach Whales Erfolgsfilm perpetuiert wurde: Dort taucht der Name mithin bereits im Titel als Synonym f├╝r die Kreatur auf (Beispiel: Frankenstein meets the Wolf Man ( 1943 )).

Weblinks

Wikipedia

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