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Letzte Änderung für Artikel Straubing: 18.02.2006 13:37

Straubing

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Wappen Karte
Wappen von Straubing Karte Straubing in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk : Niederbayern
Landkreis : Kreisfreie Stadt
Fläche : 67,58 km²
Einwohner : 44.952 (31. Dezember 2004)
Bevölkerungsdichte : 658 Einwohner je km²
H√∂he : 322 m √ľ. NN
Postleitzahlen : 94301 - 94315
Telefonvorwahl : 09421
Geografische Lage :
Koordinaten: 48¬į 53' N, 12¬į 34' O
48¬į 53' N, 12¬į 34' O
Kfz-Kennzeichen : SR
Gemeindeschl√ľssel : 09 2 63 000
Anschrift der
Verwaltung:
Theresienplatz 20
94315 Straubing
Offizielle Website: www.straubing.de
E-Mail: poststelle@straubing.de
Politik
B√ľrgermeister : Reinhold Perlak ( SPD )
Regierende Partei : CSU

Straubing ist eine kreisfreie Stadt mit 44.952 Einwohnern im Regierungsbezirk Niederbayern . Sie ist Sitz des Landratsamtes Straubing-Bogen. Jährlich im August wird in Straubing das Gäubodenvolksfest, das zweitgrößte Volksfest Bayerns, gefeiert.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt liegt im Zentrum des fruchtbaren G√§ubodens an der Einm√ľndung der Gro√üen Laber in die Donau.

Geschichte

Dort, wo heute die Stadt Straubing liegt, sind seit der Jungsteinzeit weitgehend ohne Unterbrechung menschliche Ansiedlungen nachgewiesen. Bedeutend ist dabei vor allem die fr√ľh bronzezeitliche Straubinger Kultur. Wichtig f√ľr die Region war auch die keltische Hallstattkultur (ab 500 v. Chr.).

Ein einschneidendes Ereignis f√ľr die Region war die Eroberung durch die R√∂mer um die Zeitenwende. Noch heute finden sich viele Spuren der etwa 400 Jahre dauernden r√∂mischen Herrschaft, darunter vier Kastelle und der bekannte R√∂merschatz, der im G√§ubodenmuseum ausgestellt ist. Die R√∂mer nannten den Ort Sorviodorum, heute Straubing, ein bedeutender Milit√§rplatz an der ostraetischen Donaugrenze. Die Kastelle beherbergten die 2. Raeter Kohorte und die Spezialeinheiten der 1. Canathener Kohorte.

Ludwigsplatz (östlicher Stadtplatz)
Ludwigsplatz (östlicher Stadtplatz)

Nach dem Ende des R√∂mischen Reiches wurde Straubing fast √ľbergangslos zu einem Siedlungszentrum der Bajuwaren, die sich vor allem im Bereich der alten r√∂mischen Siedlung um den heutigen Kirchhof von St. Peter zwischen Allachbach und Donau und des heutigen Stadtteils Alburg niederlie√üen. Nach bajuwarischer Gepflogenheit wurde die neue Siedlung nach dem Sippenf√ľhrer Strupo "Strupinga" genannt, woraus sich schlie√ülich der Name Straubing entwickelte. Nach Absetzung des letzten Agilolfingischen Herzogs Tassilo wurde Straubing karolingisches Kammergut und kam unter Kaiser Otto dem Gro√üen in Besitz des s√§chsischen Kaiserhauses, zuletzt an Kaiser Heinrich den Heiligen. Die erste urkundliche Erw√§hnung f√§llt in diese Zeit 897 . Kaiser Heinrich schenkte sein Gut zu Straubing seinem Bruder Bruno, damals Bischof von Augsburg. Nach dessen Tod 1029 ging die Grundherrschaft √ľber das alte Straubing an das Augsburger Domkapitel √ľber, von dessen Herrschaft sich die Stadt erst 1537 freikaufte. In die zweite H√§lfte des 12. Jahrhunderts f√§llt schlie√ülich als weithin sichtbares Symbol der Macht des Domkapitels der Neubau der Kirche St. Peter in romanischem Stil an der Stelle zweier Vorg√§ngerbauten.

Der wittelsbachische Herzog Ludwig der Kelheimer setzte schlie√ülich 1218 mit der Gr√ľndung der so genannten Straubinger Neustadt westlich des alten Siedlungszentrums ein deutliches Zeichen gegen die kirchliche Grundherrschaft des Augsburger Domkapitels, die nahe freie Reichsstadt Regensburg und die m√§chtigen Grafen von Bogen. Weitere Stadtgr√ľndungen in Niederbayern waren Landshut 1204 und Landau.

Straubing entwickelte sich rasch zu einem Zentrum wittelsbachischer Herrschaft. Seit 1255 war die Stadt Sitz eines Viztums . Im 14. Jahrhundert entstanden der Stadtturm (Baubeginn 1316 , die Basilika St. Jakob (um 1400 ) und der Stadtplatz. Heute stellt sich der gotische Stadtkern mit dem 800 m langen Stadtplatz als harmonischer Mix von gotischen Treppengiebeln, Renaissance-Erkern, Barock- und Rokokofassaden und klassizistischen Lisenen dar. Im Zuge der wittelsbachischen Erbteilungen wurde Straubing 1353 Hauptstadt des Herzogtums Straubing-Holland, das aber bereits 1425 im Mannesstamm erlosch und an Oberbayern-M√ľnchen fiel. Dennoch sind diese sieben Jahrzehnte f√ľr die Stadtgeschichte pr√§gend wie keine andere Epoche.

Weitreichende Bekanntheit erlangte die Liebesgeschichte zwischen dem wittelsbachischen Erben Albrecht und der Baderstochter Agnes Bernauer, die 1435 in der Donau bei Straubing ein tragisches Ende fand. Als S√ľhne erbaute Herzog Ernst die Bernauer-Kapelle am Petersfriedhof, worin sich heute auch die Grabplatte findet.

Ab 1474 wurde der Befestigungsring um die Stadt erheblich erweitert. Um den Schiffsverkehr besser kontrollieren zu k√∂nnen und den f√ľr den Stadts√§ckel wichtigen Zoll erheben zu k√∂nnen, verlegte man auch den Lauf der Donau durch die so genannte "Bschlacht" n√§her an die Stadt unter Nutzung des alten Altwasserarms.

1568 fertigte der Drechlsermeister Jakob Sandtner ein f√ľr diese Zeit erstaunlich pr√§zises Modell seiner Heimatstadt Straubing an. Es ist heute ein herausragendes Dokument der Stadtgeschichte, das als Kopie im G√§ubodenmuseum zu besichtigen ist. Sandtner erstellte im Auftrag des bayerischen Herzogs Albrecht IV. weitere Stadtmodelle der damaligen Regierungsst√§dte M√ľnchen, Landshut, Ingolstadt und Burghausen.

Im 16. Jahrhundert war Straubing das Zentrum der Reformation in Niederbayern , die Stadt musste sich aber schlie√ülich der ausschlie√ülichen Katholizit√§t des Herzogtums Bayern beugen. Opfer der Ausweisungspolitik war der ber√ľhmte Patrizierssohn Ulrich Schmidl , der von 1535 bis 1554 an der Eroberung S√ľdamerikas durch die Spanier teilnahm und als Mitbegr√ľnder der Stadt Buenos Aires sowie als erster Geschichtsschreiber Argentiniens gilt. √úber die Rechtgl√§ubigkeit der Stadt wachten ab 1614 die Kapuziner, ab 1631 die Jesuiten und andere Orden, die sich im 17. und 18. Jahrhundert dort niederlie√üen, wie Ursulinen 1691 , Franziskaner 1702 und Elisabethinen 1748 , die sich vor allem um die Krankenpflege k√ľmmerten.

Ein schwerer Schlag f√ľr Straubing war der Drei√üigj√§hrige Krieg : Rund 1800 der 4000 Einwohner fielen 1633 der schwedischen Besatzung unter Bernhard von Weimar oder der miteingeschleppten Pest zum Opfer. S√§mtliche Anwesen um den Mauerring der Stadt wurden aus fortifikatorischen Gr√ľnden niedergelegt oder durch Beschuss zerst√∂rt. Erst Ende des 17. Jahrhunderts hatte sich die Stadt davon erholt und wurde im Zuge der Barockisierung zu einer wichtigen Wirkungsst√§tte der Bildhauer- und Malerfamilie Asam . Beide schufen die Klosterkirche der Ursulinen.

1704 wurde Straubing von den √Ėsterreichern besetzt ( Spanischer Erbfolgekrieg ). Aufgrund eines Gel√ľbdes zur Abwehrung der Kriegsgefahr wurde 1709 die sogenannte Dreifaltigkeitss√§ule aufgestellt. Auch 1742 und 1743 √ľberstand die Stadt Belagerungen durch √∂sterreichische Truppen. Die daraus resultierende Wirtschaftskrise gipfelte im Bankrott der Stadt und dem gro√üen Stadtbrand von 1780 , der weite Teile der n√∂rdlich des Stadtplatzes gelegenen Quartiere in Schutt und Asche legte. In diese Zeit f√§llt auch das Wirken des Bildhauers und Stukkateurs Matthias Obermayr , gest. 1799 , der zahlreiche Hausfassaden und vielen Kirchen in Stadt und Umkreis einen letzten unverwechselbaren Rokokoglanz verlieh. Nach der S√§kularisation verliert Straubing weitgehend seine politische Bedeutung als Regierungs- und Verwaltungssitz - die Stellung als wichtigster Markt- und Handelsplatz im G√§uboden zwischen Regensburg und Passau bleibt aber weitestgehend erhalten.

Anl√§sslich des Besuches des bayerischen Thronfolgerpaares 1812 wurden das G√§ubodenvolksfest ins Leben gerufen und die beiden Teile des Stadtplatzes in Ludwigsplatz und Theresienplatz umbenannt. Weitere Umbenennungen von Stra√üen und Pl√§tzen der Stadt erfolgten im Dritten Reich (z.B. Gro√üdeutschlandplatz, Freiherr-von-Epp-Stra√üe), allerdings wurden diese nach dem Zweiten Weltkrieg wieder r√ľckg√§ngig gemacht.

Notgeldschein Straubing (1919)
Notgeldschein Straubing (1919)

W√§hrend des Krieges erlitt Straubing weitreichende Zerst√∂rungen durch alliierte Luftangriffe, die allerdings die meisten historischen Geb√§ude verschonten. In der Nachkriegszeit erlebte Straubing einen gro√üen wirtschaftlichen Aufschwung, der mit Namen wie der Skifirma V√∂lkl verbunden ist. Deutlich vergr√∂√üert wurde das Stadtgebiet durch die Eingemeindungen von Alburg, Ittling und Kagers im Jahre 1972 . Wichtige Entwicklungen der letzten Jahre waren die Einrichtung des Industriegebietes Straubing-Sand, die Ausweisung gro√üer Neubaugebiete im Osten und Westen der Stadt sowie die Ansiedelung des Kompetenzzentrums f√ľr Nachwachsende Rohstoffe mit der Aussicht auf Hochschulbetrieb. 1997 wurde die 1100-Jahr-Feier der ersten urkundlichen Erw√§hnung der Stadt mit einem gro√üen B√ľrgerfest am Stadtplatz abgehalten, die Deutsche Post gab aus diesem Anlass eine Sonderbriefmarke heraus.

Konfessionen

Laut Statistischem Bericht 2005 der Stadt Straubing sind 68,1% der Bev√∂lkerung r√∂misch-katholisch , 13,8% sind evangelisch und 18,1% geh√∂ren einer anderen oder keiner Glaubensgemeinschaft an. Die j√ľdische Gemeinde Straubings ist nach der M√ľnchener Gemeinde die zweitgr√∂√üte in Bayern und z√§hlte im Jahr 2002 ungef√§hr 1700 Mitglieder.

Kultur und Sehensw√ľrdigkeiten

Veranstaltungen

Theater

Museen

  • G√§ubodenmuseum mit R√∂merschatz (insb. Teile der Parader√ľstungen der r√∂mischen Reitertruppe)
  • Museum im Herzogsschloss (Bilder und Zeichen der Fr√∂mmigkeit, wechselnde Ausstellungen)

Bauwerke

Stadtturm vom Theresienplatz aus gesehen
Stadtturm vom Theresienplatz aus gesehen
  • Stadtturm
  • Herzogsschloss
  • romanische Kirche St. Peter [1]
  • Basilika St. Jakob mit dem Moses-Fenster nach einem Entwurf von Albrecht D√ľrer. Gefertigt wurde es in der Werkstatt des Glasmalers Veit Hirschvogel . Bis vor kurzem hat man das Fenster f√ľr eine Arbeit von Wilhelm Pleydenwurff aus den fr√ľhen 1490er Jahren gehalten. Basilica minor seit 1989.

Weitere Sehensw√ľrdigkeiten

Historische Persönlichkeiten

Ehrenb√ľrger

  • Alfred Dick, Staatsminister a.D.
  • Joseph Anton Ritter von Mussinan , Apellationsgerichtsrat

Söhne und Töchter der Stadt

  • Arthur Achleitner , deutscher Schriftsteller
  • Mathias von Flurl , Begr√ľnder der bayerischen Mineralogie und Geologie
  • Joseph von Fraunhofer, Optiker und Physiker
  • Rex Gildo , Schlagers√§nger
  • Thomas Naogeorg , bedeutender Dramatiker der Reformationszeit
  • Jakob Sandtner , Drechslermeister
  • Emanuel Schikaneder , Schauspieler, Regisseur und Theaterdirektor
  • Ulrich Schmidl , Patrizier, Landsknecht, Entdecker, Chronist und Ratsherr
  • Michael Karoli , Gitarrist der Krautrockband Can
  • Gustl Gstettenbaur , Schauspieler

Sportvereine

Eishockey

Volleyball

  • FTSV Straubing , 2. Volleyball-Bundesliga Frauen S√ľd

sonstige Organisationen

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