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Letzte Änderung für Artikel Glas (Auto): 19.01.2006 21:33

Glas (Auto)

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Die Hans Glas GmbH in Dingolfing war ein deutscher Landmaschinen- und Kraftfahrzeughersteller.

Bekanntestes Fahrzeug: Das Goggomobil
Bekanntestes Fahrzeug: Das Goggomobil
Goggomobil TS 250 Coupe
Goggomobil TS 250 Coupe
Glas GT 1300 Cabrio
Glas GT 1300 Cabrio

Inhaltsverzeichnis

Die Umorientierung

Die 1883 gegr√ľndete Landmaschinenfabrik GLAS galt seit jeher in Niederbayern als erfolgreiches Familienunternehmen. Als die Nachfrage nach Landmaschinen in den 1940er Jahren des letzten Jahrhunderts zur√ľck ging, versuchte man sich neu zu orientieren:

In Italien beobachtete man den Siegeszug der Vespa und ahnte, dass sich auch im Nachkriegsdeutschland eine Nachfrage nach Motorrollern ergeben w√ľrde.

In Dingolfing machte sich Juniorchef Andreas Glas sogleich an die Arbeit: Die Entwicklung eines Motorrollers. Schon im Juli 1951 ging der daraus hervorgegangene Roller mit Zweitaktmotor und 125 cm¬≥ Hubraum in Serie. Diesen nannte man Goggo, nach dem Kosenamen des j√ľngsten Familiensprosses der Familie Glas.

Eine Schönheit war dieser Goggo-Roller nicht. Aber er war solide und robust und dies kam am Markt gut an. Der Goggo-Roller wurde zum meistverkauften Roller auf dem deutschen Markt. Nach diesem Erfolg waren auch Roller mit 200 cm³ und mit diversen Seitenwagen, sowie verschiedene Lastenroller zu haben. Mit diesem Roller wurde gutes Geld verdient und damit die Grundlage zum Einstieg in den Automobilbau geschaffen.

Sehnsucht nach Mobilität

Ein Roller verk√∂rperte im Nachkriegsdeutschland die Sehnsucht nach Mobilit√§t . Der Wunsch nach einem Fahrzeug mit Dach √ľber dem Kopf wurde aber immer gr√∂√üer. Es war der Kleinwagen , den der Markt nun begehrte. Von anderen Automobilherstellern l√§ngst erkannt, startete Glas 1952 die Entwicklung eines solchen.

Ab 1955 bot Glas zum Preis von 3000 DM das f√ľr eine vierk√∂pfige Familie gedachte, legend√§re Goggomobil an. Diese Limousine war ein Raumwunder und solide und robust gebaut. In den folgenden Jahren wurde dieses modifiziert und es entstanden verschiedene Versionen dieses Gef√§hrts mit maximal 20 PS und 400 cm¬≥ .

Das Goggomobil war in der Technik und seinem Gesamtkonzept seinen deutschen Konkurrenten, dem Messerschmitt Kabinenroller, der BMW Isetta und der Heinkel Kabine weit √ľberlegen. Damit hatte der Siegeszug der Dingolfinger Autoschmiede begonnen. Ein Jahr nach dem Beginn der Goggo-Produktion exportierte Glas schon in 36 L√§nder. T√§glich stellte man 170 Fahrzeuge her.

1957 entwickelte Glas eine Coupéversion des Goggomobils, sowie einen Transporter und einen Pick-Up -Transporter. Es entstand ein Kleinwagen-Familienprogramm, das gut auf die sich abzeichnende Wohlstandsgesellschaft zugeschnitten war. Der Erfolg blieb nicht aus. Das Goggomobil wurde zum erfolgreichsten Kleinwagen Deutschlands.

Der Griff nach den Sternen

Dennoch blieb das Goggomobil nichts weiteres als ein Kleinwagen , und als ein solcher war es mit dem steigenden Wohlstand nicht mehr so begehrt. Glas musste seine Pl√§ne, die Modellpalette zu erweitern, schnell umsetzen. Das Produkt dieser Pl√§ne war der Isar, der ungl√ľcklicherweise den Beinamen das gro√üe Goggomobil bekam. Dieses Automobil erhielt einen 600 cm¬≥ Zweizylinder-Viertakt- Boxermotor und leistete 19 PS. Der Isar ging im August 1958 in Serie und wurde sp√§ter noch durch eine Kombi-Version und ein Modell mit 700 cm¬≥ und 30 PS erweitert. Der Erfolg blieb eher m√§√üig, denn diesem Fahrzeug fehlte es an Charme. Es wurde nicht gut akzeptiert.

Dies √§nderte sich aber 1962 , als Glas mit einem neuen Vierzylindermotor die Fachwelt verbl√ľffte. 1000 Kubikzentimeter und 42 PS geh√∂rten in diesen Jahren zum modernsten erh√§ltlichen Motorenkonzept. Als erster Automobilmotor mit einem Zahnriemen f√ľr den Antrieb der Nockenwelle war er seiner Zeit zu weit voraus ‚Äď man misstraute dem Bauteil. Dieser Motor jedoch verlieh dem neu konstruierten Coup√© S1004 eine sportliche Qualit√§t. Dieses war vor allem in den sp√§ter lieferbaren TS Varianten auch auf den Rennstrecken sehr erfolgreich und galt gar als Porsche des kleinen Mannes.

Dagegen war die Karosserie eher konventionell, ja gar gew√∂hnungsbed√ľrftig f√ľr das Auge. Ein preisg√ľnstiges Angebot war er aber und dies machte diesen Nachteil wieder wett. Das Programm wurde ausgeweitet. Eine Limousine und ein Cabrio kamen auf den Markt, 1966 dann eine Schr√§ghecklimousine, der CL. Auch die Motoren wurden derweilen gro√ü und stark. Die Autoindustrie begann endlich, Glas als ernstzunehmenden Konkurrenten anzusehen.

1963 stellte Glas auf der IAA in Frankfurt seine neuen Produkte, den GLAS GT und die 1700 Limousine vor und wurde damit zum Mittelpunkt der Messe. Das Publikum war begeistert. Der Verkauf lief gut an, zugleich wurde den Strategen der Firma aber deutlich, dass man damit in die oberen Preisregionen vorgesto√üen war, wo mehr als ein √ľberzeugendes Produkt z√§hlte. Es fehlte der Firma an Ansehen und Tradition und GLAS war f√ľr viele immer noch ausschlie√ülich Goggomobil.

Der von Pietro Frua gestaltete ...
Der von Pietro Frua gestaltete ...
... Glaserati (2600 V8) ...
... Glaserati (2600 V8) ...
... erhielt später ein BMW-Emblem (3000 V8)
... erhielt später ein BMW-Emblem (3000 V8)

Das Ende

Glas aber griff erneut nach den Sternen, als das Familienunternehmen im Juli 1966 den GLAS V8 vorstellte. Es wurde lediglich eine Vorserie produziert. Der Produktionsaufwand war zu hoch und die ganze Kostenstruktur des Unternehmens hatte sich ung√ľnstig entwickelt. Damit konnte sich Glas f√ľr die Zukunft nicht mehr absichern.

Schlie√ülich stimmte Glas einer √úbernahme durch BMW zu. Diese erfolgte am 10. November 1966. Die Glas Automobilwerke in Dingolfing wurden Bestandteil der Bayerischen Motorenwerke. Dies hat den Standort Bayern definitiv zu einem bedeutenden Automobilzentrum gemacht. Die Glas-Modelle wurden nach und nach aus der Produktion genommen. Als letztes Modell lief ein Goggomobil 1969 vom Band. Der Glas GT wurde als BMW 1600 GT mit BMW-Motoren (und Antriebsstrang) im Jahr 1968 weiterproduziert. Aus dem Glas 2600 V8 wurde der BMW 3000 V8 der ebenfalls, wenn auch nur in geringer St√ľckzahl, noch 1968 produziert worden ist. Der 1700er sollte als BMW 1804 und 2004 mit einigen √Ąnderungen in S√ľdafrika eine zweite Chance bekommen.

Die Leistungen der Firma Glas, die in 16 Jahren Automobilgeschichte schrieb, sind in der Tat beeindruckend. Aber sechzehn Jahre waren zuwenig Zeit, um als Autobauer traditionsreich konkurrenzfähig zu werden.

Post Mortem

Das Unternehmen Glas ist untergegangen, aber dennoch erfreut sich das Goggomobil noch zahlreicher Fans. In der Nähe von Dingolfing gibt es noch einige Glas-Museen mit vielen ausgestellten Goggomobilen.

Der GLAS Automobil Club International e.V. (gegr√ľndet 1975) betreut alle existierenden GLAS-Fahrzeuge und deren Besitzer weltweit mit Informationen, Ersatzteilen, der Club-Zeitschrift und einem Internetportal.

Wikipedia

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