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Letzte Änderung für Artikel Unterschwaningen: 26.01.2006 22:39

Unterschwaningen

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Wappen Karte
Deutschlandkarte, Position von Unterschwaningen hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk : Mittelfranken
Landkreis : Ansbach
Geografische Lage :
Koordinaten: 49┬░ 04' N, 10┬░ 37' O
49┬░ 04' N, 10┬░ 37' O
H├Âhe : 453 m ├╝. NN
Fl├Ąche : 18,57 km┬▓
Einwohner : 923 (31. Dezember 2003)
Bev├Âlkerungsdichte : 50 Einwohner je km┬▓
Postleitzahlen : 91743
Vorwahl : 09836
Kfz-Kennzeichen : AN
Gemeindeschl├╝ssel : 09 5 71 208
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 11
91743 Unterschwaningen
Website: www.unterschwaningen.de
E-Mail-Adresse: rathaus@unterschwaningen.de
Politik
1. B├╝rgermeister : Friedrich Walter
2. B├╝rgermeister : Werner Spatz
Anzahl Gemeinder├Ąte : 9
Aussch├╝sse und Gremien: Bauauschuss, Fremdenverkehrs-Verbandsausschuss, Jugendbeauftragter, Rechnungspr├╝fungsausschuss, Standesamt , Verwaltungsgemeinschaftsrat, Wasserzweckverband Rastberggruppe

Unterschwaningen ist eine Gemeinde im mittelfr├Ąnkischen Landkreis Ansbach in Bayern (Deutschland). Sie geh├Ârt zusammen mit den Gemeinden Ehingen, Gerolfingen , R├Âckingen und Wittelshofen der Verwaltungsgemeinschaft Hesselberg an.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Gemeinde Unterschwaningen liegt zwischen den St├Ądten Gunzenhausen und Wassertr├╝dingen zwischen den T├Ąlern der oberen Altm├╝hl und der oberen W├Ârnitz. Das "Fr├Ąnkische Seenland" mit seinem s├╝dlichsten Vertreter, dem Altm├╝hlsee, liegt nur ca. 12 km entfernt. Den Hintergrund des Ortsbildes s├Ąumt der nahe Hesselberg.

Ortsteile

Geschichte

Als im Jahre 260 n. Chr. die Alemannen , ein westgermanischer Stamm aus dem Elbgebiet, die Macht ├╝ber das Gebiet um den Limes von den R├Âmern erk├Ąmpften, teilten Sie sich in Schwaben , Deutsch-Schweizer und Els├Ąsser . In dieser Zeit gr├╝ndete wohl ein Teil von ihnen Unterschwaningen. Hierauf ist auch die Endung "-ingen" des Ortsnamens zur├╝ckzuf├╝hren. Der Name hat aber nichts, wie man aufgrund des Wappentieres vermuten k├Ânnte, mit einem Schwan zu tun. Er stammt auch nicht vom altenglischen Wort "swan", das junger Mann, Knecht oder Hirte bedeutet. Sondern wahrscheinlich von Sweno, dem Urahn eines fr├Ąnkischen Rittergeschlechtes. Eine alemannische Urkunde von 920 n. Chr. berichtet von einem Ort namens Sweininga der in dieser Gegend lag. In einer weiteren Urkunde von 1053 wird von Heinrick Sweininga erz├Ąhlt, dessen Rittergeschlecht ein Wasserschloss und Unterschwaningen besas. W├Ąhrend deren Herrschaftszeit wurde 1388 die erste Unterschwaninger Kirche durch einen eichst├Ątter Bischof geweiht.

Das Adelsgeschlecht der Sweininger starb 1455 mit Hans von Sweiningen aus. Bereits 1429 verkaufte aber Conrad von Sweiningen die Besitzt├╝mer von Unterschwaningen an seinen Schwager Conrad von Holzingen. In den folgenden Jahrzehnten wechselte das Gut mehrmals den Besitzer. 1487 verkaufte Sigmund von Holzingen das Rittergut seinem Schwiegersohn Hans von Gundolsheim, dieser ├╝bertrug es 1511 als Lehen dem Markgraf von Ansbach. Damit kamen die ansbacher Markgrafen das erstemal in Kontakt mit Unterschwaningen. 1517 bekommt der Ritter Ernst von Rechenberg Schloss und Gut ├╝bertragen. Im Jahre 1543 bekam Unterschwaningen die folgen der Reformation zu sp├╝ren und wurde so in den protestantsichen Glauben ├╝bergef├╝hrt. Da der letzte Besitzer Conrad von Rechenberg 1583 kinderlos starb fielen die Besitzungen wieder an den Lehnsherren zur├╝ck. Jetzt lag Unterschwaningen wieder im direkten Zust├Ąndigkeitsbereich von Markgraf Georg Friedrich , der dem Gericht von Unterschwaningen 1599 das bis heute erhaltene Gemeindewappen verlieh.

Unter der Herrschaft von Markgraf Joachim Ernst erwirbt 1603 der Kriegsobrist und Geheimrat Johann Philipp Fuchs von Bimbach mit allen Rechten das Lehen Unterschwaningen. Es war jedoch ein Kauf auf Abbruch, das alte Wasserschloss war bauf├Ąllig, unansehnlich und unmodern geworden. Der neue Besitzer war wohlhabend und konnte f├╝r den Bau eines neuen Schlosses an gleicher Stelle den Baumeister Blasius Berwart d.J. gewinnen. Als das Schloss mit wehrhaftem Charakter 1620 fertiggestellt wurde, h├Ątte sich sein Besitzer daran freuen k├Ânnen, aber er hatte andere Pl├Ąne.

Skizze vom alten Schloss
Skizze vom alten Schloss

So trat er w├Ąhrend des Drei├čigj├Ąhrigen Krieges , der damals ├╝ber dem deutschen Land lag, in die Armee von Christian IV. von D├Ąnemark ein. F├╝r diesen Verrat wurde er vom deutschen Kaiser Ferdinand II. in die Reichsacht gestellt und f├╝r vogelfrei erkl├Ąrt. Im August 1626 wurde die d├Ąnische Armee bei Lutter am Barrenberge von den vereinigten Truppen Tillys und Wallensteins geschlagen. Johann Philipp Fuchs von Bimbach fand am 27. August 1626 als d├Ąnischer General den Tod.

Nun fiel der Besitz des Ge├Ąchteten dem Kaiser zu, dieser ├╝bergab Schloss und Gut des Verstorbenen an dessen katholischen Vetter Hans Karl von Bimbach. 1628 lie├č er den katholischen Glauben wieder einf├╝hren. Aber bald darauf endete seine Herrschaft. Finanziell abgefunden ├╝bergab er 1630 Unterschwaningen an den Markgrafen von Ansbach. Im Jahre 1634 zogen nach der Schlacht bei N├Ârdlingen schwedische Truppen in Unterschwaningen ein. Katholische Pfarrer , Lehrer und Gemeindeglieder wurden vertrieben und s├Ąmtliche Pfarrregister verbrannt, danach brandschatzten die Truppen den Ort. Als sie ihn verlie├čen waren neben dem Schloss nur noch vier H├Ąuser verschont geblieben. Als Folge dieser Ereignisse wurde kurz darauf der evangelische Glaube erneut eingef├╝hrt.

Nun wurde es lange still um Unterschwaningen. Erst als die Markgr├Ąfin Christiane Charlotte 1712 dem Erbprinzen Karl Wilhelm Friedrich am ansbachischen Markgrafenhof das Leben schenkte hatte die Stagnation ein Ende. Aus Freude ├╝ber diese Geburt schenkte der Markgraf seiner Frau das Schloss auf Lebenszeit. Ihr war das Schloss allerdings zu altmodisch, zu unbequem und zu n├╝chtern. Vor allem fehlten die zierlichen G├Ąrten, die gerade jetzt in Mode kamen. So beauftragte Sie den Oberbaudirektor von Zocha den Umbau zu leiten. Das neue Schloss wurde um 1719 fertiggestellt. Jetzt war westlich des alten Schlosses ein mehrfl├╝gliger Geb├Ąudekomplex im Stil der franz├Âsischen Renaissancearchitektur entstanden, der ├╝berwiegend als Wirtschaftsgeb├Ąude genutzt wurde.

Im Mai 1729 heiratete ihr einziger Sohn Karl Wilhelm Friedrich im Alter von 17 Jahren die 2 Jahre j├╝ngere Friederike Luise von Preu├čen. In Berlin geboren, war sie die Tochter von Friedrich Wilhelm I., der sp├Ąter auch als Soldatenk├Ânig bekannt wurde. Am 8. April 1733 schenkte Friederike Luise dem Erbprinzen Karl Friedrich August das Leben und bekam bereits einen Tag sp├Ąter das Amt Unterschwaningen als Lehenssitz ├╝bertragen. Tatkr├Ąftig und kunstverst├Ąndig stattete sie das graue Schloss mit kostbarem Rokokoprunk aus. Danach erstreckte sich an der S├╝dostseite ein Lustgarten und Park, der nach franz├Âsischem Muster angelegt wurde. Sie lie├č au├čerdem einen k├╝nstlichen Wasserlauf errichten, der sich an den Garten anschloss und nach einer L├Ąnge von ca. einem Kilometer hinter einer geschwungenen Br├╝cke endete. Am S├╝dostende war der Kanal zu einem kleinen See erweitert, in dessen Mitte sich eine Insel mit Glaspavillion erhob.

K├╝nstlicher Wasserlauf mit Kirche im Hintergrund
K├╝nstlicher Wasserlauf mit Kirche im Hintergrund
Skizze von Schloss und Park
Skizze von Schloss und Park

Im Jahre 1734 ging der ├╝berm├╝tige und gewaltt├Ątige Markgraf (weshalb er auch der Wilde Markgraf genannt wurde) mit der b├╝rgerlichen Elisabeth W├╝nsch die Ehe zur linken Hand ein. Im Laufe der Zeit gingen aus dieser Beziehung vier Kinder hervor. Deshalb gilt Elisabeth W├╝nsch als Stammmutter der Freiherren von Falkenhausen auf Gut Wald bei Gunzenhausen.

Am 8. Mai 1737 starb der Sohn von Friederike Luise. Der Markgraf und die ansbachische Hofgesellschaft gaben ihr die Schuld daran, deshalb wurde sie unter Anf├╝hrung des Marschalls von Seckendorf nach Unterschwaningen in die Verbannung geschickt.

Auf Wunsch der Markgr├Ąfin sollte die bauf├Ąllige gotische Ortskapelle durch ein neues Gotteshaus ersetzt werden. Als geeigneten Bauplatz befand man den h├Âchsten Punkt Unterschwaningens. Nachdem der vormalige Besitzer gewichen war, konnte der Grundstein im September 1738 gelegt werden. Der Bau, der von Schlossbaumeister Leopoldo Retti geleitet wurde, ging schnell voran. Bereits 1739 war das Kirchenschiff fertiggestellt worden. Zwischenzeitlich brach der Siebenj├Ąhrige Krieg gegen ├ľsterreich aus und so verz├Âgerten sich die Arbeiten am Turm. Deshalb konnte die Weihe erst am 9. Mai 1743 gefeiert werden. An der Stelle eines ruin├Âsen Geb├Ąudes wurde dar├╝ber hinaus ein Pfarrhaus , im Stil des Barock , 1753 fertiggestellt.

Zu dieser Zeit starb auch der Markgraf, aber Friederike Luise verblieb in Unterschwaningen, bis Sie am 4. Februar 1784 an einer Lungenentz├╝ndung starb. Jedoch sollte das Schloss nicht lange ohne Herrin bleiben. Im Juni des selben Jahres schenket der letzte Markgraf Christian Friedrich Karl Alexander seiner Frau Friederika Carolina das Schloss und Amt. Die kr├Ąnkliche Markgr├Ąfin verstarb bereits am 18. Februar 1791 im Alter von 55 Jahren. Der Markgraf verkaufte die Liegenschaften in Unterschwaningen an seinen Vetter, den K├Ânig Friedrich Wilhelm III., bevor er mit seiner Geliebten, Lady Graven, nach England auswanderte.

Die S├Ąale des Schlosses blieben unbenutzt, die gro├če Bibliothek , deren Werke Friederike Luise gesammelt hatte bekam die Universit├Ąt Erlangen, sonstige wertvolle Gegenst├Ąnde wurden in die ansbacher Residenz gebracht. Was zur├╝ckblieb wurde gestohlen oder vernichtet.

Aber das Schloss sollte nochmals f├╝r kurze Zeit adelige Bewohner bekommen. 1795 zogen 63 Fl├╝chtlinge, die vor den Wirren der tobenden Franz├Âsischen Revolution flohen, in die R├Ąume. Erst der Friede von Lun├ęville 1801 brachte dem Land wieder Ruhe. 1802 kehrten die Fl├╝chtlinge und der F├╝rst von Oettingen-Wallerstein, der ebenfalls vor den franz├Âsischen Truppen Schutz suchte, in ihre Heimat zur├╝ck.

Innenhof mit Rathaus
Innenhof mit Rathaus
Vorderansicht Friederike-Louise-Allee
Vorderansicht Friederike-Louise-Allee

Im Jahr 1806 fiel Franken und alle preu├čischen Besitzt├╝mer an das neue K├Ânigreich Bayern. Da sich das K├Ânigreich weigerte f├╝r den weiteren Unterhalt des Schlosses aufzukommen wurden 1807 s├Ąmtliche Liegenschaften mit Ausnahme von Wald, Park und Schloss versteigert. Nach vergeblichen Versuchen in Teilen des Schlosses einen Kornspeicher und ein k├Ânigliches Rentamt einzurichten, wurden 1811 die restlichen Geb├Ąude verkauft. Der neue Besitzer, der Sekret├Ąr Wirtmann aus Ansbach, lie├č das Ballgeb├Ąude und die Verbindungstrackte der hufeisenf├Ârmig angeordenten Eckpavillions abrei├čen. Die vier Eckpavillions eigneten sich zu Wohnzwecken und entgingen so der Zertst├Ârung. Aus den kunstvollen Parkanlagen wurden Wiesen und Felder , der Kanal diente einer nahen M├╝hle als Wasserspeicher. In die ehemaligen Wirtschaftsgeb├Ąude zogen sp├Ąter eine Brauerei , Schule , Kindergarten und Gemeindekanzlei ein.

Weblinks

Wikipedia

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