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Letzte Änderung für Artikel Roseninsel: 15.02.2006 21:28

Roseninsel

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Die heute 2,56 Hektar große Roseninsel, nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen, jedoch viel kleineren Insel im Großen Ostersee ist die einzige Insel im Starnberger See. Sie liegt nur 170 Meter vom Westufer des Sees auf Höhe des so genannten Glockenstegs, der sich etwa auf halbem Weg zwischen den Orten Possenhofen und Feldafing befindet. Die Insel gehört als Ortsteil „Wörth (Schloss)“ zur Gemeinde Feldafing; GrundeigentĂŒmer ist der Freistaat Bayern . Als Einwohnerzahl wird 1 angegeben. Ihre Form und GrĂ¶ĂŸe Ă€ndert sich langsam aber stetig durch AufschĂŒttungen und Verlandung (zu Beginn des 19. Jahrhunderts 1,3 Hektar, um 1850 ca. 1,7 Hektar).

Die Roseninsel mit den Alpen im Hintergrund
Die Roseninsel mit den Alpen im Hintergrund

Vom dunkelblauen See umflutet,
ein Eiland ist es, still und klein,
wo tiefer jede Rose glutet
in goldighellem Sonnenschein.

Dort ruht der König unter Rosen
von schweren Sorgen einsam aus,
wenn sanfte LĂŒftchen ihn umkosen
sein vielgeliebtes Ruhehaus.

Und Volkes Liebe segnet gerne
mit treuer Hand und wahrem Wort
des Königs Ruhe, seine Sterne
und seiner Roseninsel Hort.

Karl Zettel, um 1890

Geschichte

Blick vom Glockensteg zur Roseninsel
Blick vom Glockensteg zur Roseninsel

ArchĂ€ologische Funde geben Hinweise auf eine erste Besiedlung um 1700–1000 v. Chr. (frĂŒhe Bronze- und Urnenfelderzeit ), damals diente die Insel auch als KultstĂ€tte . Doch die menschliche Besiedlung der Gegend reicht mit Sicherheit noch viel weiter zurĂŒck, wie die moderne Unterwasser- und FeuchtbodenarchĂ€ologie nachweisen konnte, die eine in der NĂ€he vier Meter unter dem heutigen Wasserspiegel gelegene Pfahlbausiedlung mittels dendrochronologischer Untersuchung (Baumringchronologie) auf ca. 3720 v. Chr. datieren konnte. Bei Bauarbeiten im 19. Jahrhundert stieß man im Boden der Insel auf zahlreiche menschliche Skelette, welche in der Erde oder in SteinkistengrĂ€bern bestattet waren, ferner fand man Feuersteinwaffen , TongefĂ€ĂŸe aus verschiedenen Epochen und aus römischer Zeit unter anderem MĂŒnzen, SchmuckstĂŒcke und GerĂ€te. Im 7. Jahrhundert wurde auf der Insel eine frĂŒhromanische ( karolingische ) Kirche aus Tuffstein mit eingezogenem Chor erbaut, von der heute allerdings nur noch die Westwand und die Fundamente erhalten sind (integriert und ĂŒberbaut durch das GĂ€rtnerhaus von 1853). Man kann davon ausgehen, dass auch diese Kirche bereits einen hölzernen VorgĂ€ngerbau hatte.

Rosengarten und Casino
Rosengarten und Casino

Um 1760 erwarb Johann Kaspar Reichsgraf Basselet von La RosĂ©e die Roseninsel zusammen mit den Hofmarken Feldafing und Possenhofen und besaß so das grĂ¶ĂŸte geschlossene Ufergebiet am WĂŒrmsee. Sein Enkel, der ehemalige Hofrat Desiderius Joseph Reichsgraf Basselet von La RosĂ©e, der meist auf der Insel gelebt hatte, starb 1834 kinderlos, anschließend verkauften seine Erben den gesamten Besitz an Herzog Maximilian in Bayern, König Ludwig I. erhielt die Insel Wörth.

Im frĂŒhen 19. Jahrhundert trug die Insel noch den Namen Wörth und gehörte der in Feldafing ansĂ€ssigen Fischerfamilie Kugelmiller (heute KugelmĂŒller), die dort ein Gasthaus betrieb. Seit 1840 hatte der spĂ€tere König Maximilian II. von Bayern ein Auge auf die Insel geworfen. ZunĂ€chst plante er, dort den Sitz seiner Studienstiftung Maximilianeum einzurichten, die aber dann doch in MĂŒnchen untergebracht wurde. 1850 schließlich kaufte der König die Insel, nun in der Absicht, sich dort ein ruhiges Sommerdomizil zu schaffen, und ließ sie vom bedeutendsten deutschen Gartenarchitekten des 19. Jahrhunderts, Peter Joseph LennĂ© und dem Ingenieur Franz Jakob Kreuter umgestalten. So entstand bis 1853 ein pompejanisch-bayerisches Casino (in der Bedeutung eines saisonal genutzten Sommerhauses) inmitten einer Parkanlage mit einem ovalen Rosarium als Zentrum. Das RosengĂ€rtchen mit hunderten von hochstĂ€mmigen Duftrosen und einer fĂŒnf Meter hohen, blau-weißen GlassĂ€ule in seiner Mitte gab der Insel ihren heutigen Namen.

Karte der Roseninsel
Karte der Roseninsel
Die GlÀserne SÀule im Zentrum des Rosariums.
Die GlÀserne SÀule im Zentrum des Rosariums.

Der Sohn Maximilians, Ludwig II., nutzte den Ort fĂŒr diskrete Treffen mit GĂŒnstlingen, aber auch mit seiner kaiserlichen Cousine Elisabeth . „Sissi“ kannte die Gegend gut, sie hatte einen großen Teil ihrer Jugend im nahegelegenen Schloss Possenhofen verbracht und kam auch spĂ€ter viele Jahre im Sommer nach Feldafing, wo sie im „Hotel Strauch“ (heute „Hotel Kaiserin Elisabeth“) zu residieren pflegte. Sie ließ sich dann fast tĂ€glich auf die Insel ĂŒbersetzen, auch in Ludwigs Abwesenheit, und dĂŒrfte damit die lĂ€ngste Bewohnerin des idyllischen Refugiums gewesen sein. Elisabeths Vorliebe fĂŒr die romantische Insel war wohl der Hauptgrund, warum Ludwig den Ort so sorgfĂ€ltig pflegen ließ. Ein Treffen der beiden wurde 1972 von Luchino Visconti mit Romy Schneider und Helmut Berger in dem Film Ludwig II. auf der Roseninsel nachgestellt.

Casino von Nordosten
Casino von Nordosten

Nach dem Tod Ludwigs ließ das Interesse des Hauses Wittelsbach an der Insel nach, Casino und Rosengarten blieben ĂŒber Jahrzehnte dem Verfall ausgesetzt.

1970 erwarb der Freistaat Bayern die Roseninsel und machte sie wieder fĂŒr die Öffentlichkeit zugĂ€nglich. 1998 wurde nach intensiven Planungen mit der Wiederherstellung der Insel begonnen. Heute sind das Casino und der Rosengarten weitgehend originalgetreu restauriert, das Casino ist vom FrĂŒhjahr bis in der Herbst als Museum zu besichtigen und kann fĂŒr Festlichkeiten auch gemietet werden. Unter anderem fĂŒhrt das Standesamt Feldafing Trauungen in den historischen RĂ€umen im Erdgeschoss durch.

Weblinks

Commons: Roseninsel – Bilder, Videos oder Audiodateien


Koordinaten: 47° 56â€Č 27.6″ N, 11° 18â€Č 32.87″ O

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