fair-hotels . Ein Service wie gemalt
Reiseführer Übersicht Deutschland Österreich Schweiz Bauwerke nach Stil

Werbung

Letzte Änderung für Artikel Osterseen: 12.02.2006 19:38

Osterseen

Wechseln zu: Navigation, Suche
Sengsee mit Iffeldorf
Sengsee mit Iffeldorf
Am Großen Ostersee
Am Großen Ostersee

Die Osterseen sind eine Gruppe von GewĂ€ssern sĂŒdlich des Starnberger Sees im Landkreis Weilheim-Schongau in Oberbayern . Die sĂŒdlichen Osterseen gehören zur Gemeinde Iffeldorf, die nördlichen Osterseen sowie der Frechensee zur Gemeinde Seeshaupt. Iffeldorf liegt rund fĂŒnf Straßenkilometer östlich von Penzberg, 20 km westlich der Kreisstadt Weilheim und 50 km sĂŒd-sĂŒdwestlich des Stadtzentrums von MĂŒnchen.

Die 20 grĂ¶ĂŸeren Einzelseen haben eine GesamtflĂ€che von rund 225 Hektar und eine mittlere Tiefe von gut neun Metern. Nicht mitgerechnet werden hier der Kleine Gröbensee sowie etwa 15 unbenannte kleinere Seen mit jeweils nur wenigen Hundert Quadratmetern FlĂ€che, von denen sieben schon stark verlandet sind.

Seit 1981 besteht das Naturschutzgebiet Osterseen mit einer FlĂ€che von 1.083 ha. Davon entfĂ€llt etwa ein Drittel auf die OberflĂ€chen der GewĂ€sser, 494 ha sind Hoch- , Nieder- und Zwischenmoore , 172 ha bestehen aus naturnahem Mischwald . Rund fĂŒnf Prozent der Osterseenlandschaft setzen sich aus Uferregionen, Verlandungsgebieten und Wiesen zusammen. Das Naturschutzgebiet gliedert sich in drei Teile, die durch Bahnlinie und Straße (Seeshaupt-Penzberg ĂŒber Iffeldorf mit der Anschlussstelle Penzberg/Iffeldorf zur A 95 ) voneinander getrennt sind: SĂŒdliche Osterseen, Nördliche Osterseen und Frechensee. Im Mai 1997 wurden die Osterseen als SPA- (europĂ€isches Vogelschutzgebiet) und FFH-Gebiet nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie nach BrĂŒssel gemeldet. Das Gebiet gilt neben der EggstĂ€tt-Hemhofer Seenplatte und den Seeoner Seen als grĂ¶ĂŸte und strukturreichste Eiszerfallslandschaft des bayerischen Alpenvorlandes. Der Komplex aus moorigen und nĂ€hrstoffarmen Seen , Nieder- , Übergangs- und Hochmooren neben Moor- und BruchwĂ€ldern mit seiner außerordentlichen Vielfalt an Arten in den vernetzten Habitaten , Biotopen und ökologischen Nischen hat fĂŒr die naturwissenschaftliche Grundlagenforschung europaweite Bedeutung.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Den Namen hat die gesamte Seengruppe vom grĂ¶ĂŸten und östlichsten Einzelsee der eigentlichen Osterseegruppe, dem Großen Ostersee, dessen Bezeichnung auf das germanische Wort ostan im Sinne von „nach Osten“ oder „im Osten“ zurĂŒckzufĂŒhren ist.

Geschichte

Wasch-, SchiffhĂŒtten- und Sengsee
Wasch-, SchiffhĂŒtten- und Sengsee

Die Gegend war lange Zeit nur dĂŒnn besiedelt und taugte wegen der sumpfigen Beschaffenheit nur bedingt zur Jagd oder zum Fischfang, noch weniger zur Landwirtschaft, weshalb sie von Eingriffen des Menschen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend verschont blieb. Es gab nur wenige kleine Ansiedlungen in der unmittelbaren Umgebung, und diese orientierten sich in ihrer Landnutzung eher weg von den Seen. Bereits 1955 wurde die Gegend zunĂ€chst als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Mit der zunehmenden Industrialisierung der Landwirtschaft , die einen wachsenden Einsatz von KunstdĂŒnger auch in der nĂ€heren Umgebung der Seen mit sich brachte, begann sich das NĂ€hrstoffangebot in den Seen zu vermehren und die WasserqualitĂ€t nahm zusehends ab. Doch erst durch die Eröffnung eines Campingplatzes mit heute 40 Durchgangs- und 98 JahresstellplĂ€tzen am Fohnsee und die zunehmende MobilitĂ€t der Menschen, die einen enormen Zulauf an BadegĂ€sten aus umliegenden Orten und der Großstadt MĂŒnchen mit sich brachte (bis zu 10.000 Menschen an Spitzentagen) geriet das Seengebiet ab den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts an den Rand des ökologischen Zusammenbruchs. Dies konnte verhindert werden, indem auf Betreiben der Gemeinde Iffeldorf 1981 dem Areal um die Seen der Status eines Naturschutzgebietes verliehen wurde, verbunden mit einem Wegegebot und strenger Reglementierung zulĂ€ssiger Badestellen, die am SĂŒd- und Ostufer des Fohnsees und am sĂŒdlichsten und nördlichsten Abschnitt des Ostufers am Großen Ostersee ausgewiesen wurden. Auch durch Begrenzung der (gebĂŒhrenpflichtigen) ParkplĂ€tze konnte mittlerweile der Besucherzustrom auf unter 5.000 Personen selbst an Spitzentagen reduziert werden. Informationstafeln an den EingĂ€ngen zum Naturschutzgebiet zeigen den Verlauf der öffentlichen Wanderwege um die Seen und die genaue Lage der zum Schwimmen freigegebenen Uferbereiche, geschĂŒtzte Bereiche wurden zudem teilweise eingezĂ€unt.

Geomorphologie

Die Lage der Osterseen im Flusssystem von Loisach und Ammer/Amper (Einzugsgebiet der Isar)
Die Lage der Osterseen im Flusssystem von Loisach und Ammer/Amper (Einzugsgebiet der Isar)

Die Eiszerfallslandschaft der Osterseen gilt als eine der vielfĂ€ltigsten und lehrreichsten im nördlichen Alpenvorland, da dort verschiedene typische Landschaftsformen der glazialen Serie auf engem Raum und in eindrucksvoller AusprĂ€gung ausgebildet sind. Die so genannten Toteisseen der Osterseegruppe entstanden am Ende der letzten Eiszeit , als zahlreiche Toteisblöcke des Isar-Loisach-Gletschers in diesem MorĂ€nengebiet abschmolzen und die Senken der hydrologisch zusammenhĂ€ngenden Seen bildeten. ZunĂ€chst lagerten sich an der stark zerklĂŒfteteten Gletscherzunge fluvioglaziale Schotter in Form von Osern am Gletschertor oder subglazial ab. Gleichzeitig wurden Spalten auf dem Gletscher durch von den Schmelzwasserströmen des zurĂŒckweichenden Hauptgletschers herantransportierte Schottermassen verfĂŒllt, wodurch sich nach dem Abtauen die sogenannten Kames bildeten, welche das Landschaftsbild rund um die Osterseen prĂ€gen. Schließlich zerfiel der einstige Gletscher in einzelne Eisblöcke, um die herum sich weitere Schottermassen ablagerten. Nach dem Abschmelzen der letzten Toteisblöcke blieben runde trichterförmige Becken, die Toteislöcher , zurĂŒck und fĂŒllten sich mit kalkreichem Grundwasser , das vor allem in der sĂŒdlichen Zone der Seen aus mehreren Quelltöpfen wie der Blauen Gumpe am SĂŒdrand des Großen Ostersees in betrĂ€chtlicher Menge aus der Falten molasse zutage tritt.
Der hohe Kalkgehalt der quartĂ€ren Schotter mit sandigen und geröllhaltigen Lehmen prĂ€gt die Bodentypen im Bereich der Seen. Es finden sich Pararendzinan , Braunerden , Parabraunerden , Pseudogleye und Gleye , wobei letztere ĂŒberwiegen, da das Grundwasser fast ĂŒberall im Gebiet oberflĂ€chennah ansteht. Im weiteren Verlauf bildeten sich durch Verlandung um die Seen und kleineren Sölle Anmoor -, Niedermoor - und Hochmoorböden , durch die das Gebiet von oberirdischen ZuflĂŒssen weitestgehend isoliert wird. Das See sediment weist ebenfalls einen hohen Karbonatgehalt auf; durch die CalcitfĂ€llung liegen dort reine Seekreiden von teilweise großer MĂ€chtigkeit vor.

Hydrogeologie

Karte der Osterseen
Karte der Osterseen

Die durch die Ostersee-Ach (Ach) und natĂŒrliche KanĂ€le verbundene Hauptkette der Osterseen wird dem GelĂ€ndegefĂ€lle folgend von SĂŒden nach Norden durchströmt und mĂŒndet östlich von Seeshaupt auf 584 m ĂŒber NN in den Starnberger See. Die Ostersee-Ach hat ein Einzugsgebiet von 5 750  ha und eine durchschnittliche WasserfĂŒhrung von 1,02 mÂł/s an der MĂŒndung. Am Anfang dieser Kette liegt auf 594 m ĂŒber NN der Waschsee (1), es folgen von SĂŒd nach Nord: SchiffhĂŒttensee (2), Sengsee (3), Wolfelsee (4), Fohnsee (5), Großer Ostersee (6), Östlicher (7) und Westlicher Breitenauersee (8), Ameisensee (9), Stechsee (10), Lintensee (11), Gröbensee (12), Gartensee (13) und Ursee (14). In diese Hauptseenkette entwĂ€ssert der westlich des Gröbensees gelegene Lustsee (15). Eine Seitenkette, die vom Fischkaltersee (16) ĂŒber den BrĂ€uhaussee (17) und den Eishaussee (18) von Osten nach Westen durchflossen wird, mĂŒndet am Fohnsee in die Hauptkette. Der Herrensee (19) ist durch einen Kanal, dessen Strömung zum Fischkaltersee gerichtet ist, mit dieser Seitenkette verbunden. Die Seen speisen sich durch Grundwasser aus einer ganzen Reihe von Quelltrichtern (Limnokrenen) und diffusen Zutritten, die hauptsĂ€chlich im sĂŒdlichen Bereich am oder im Wasch-, SchiffhĂŒtten-, Seng- und Großen Ostersee liegen. Weitere Grundwasserzutritte befinden sich am Herren-, Westlichen Breitenauer-, Stech- und Lustsee (siehe Karte), wobei speziell die Quellen des letzteren eine starke SchĂŒttung aufweisen. AuffĂ€llig ist, dass die sĂŒdlichen Quelltrichter auf einer von Nordwest nach SĂŒdost verlaufenden Achse liegen. Dieses PhĂ€nomen ist durch eine sogenannte HĂ€rtlingsschwelle im Untergrund zu erklĂ€ren: Das SĂŒdende des Osterseengebiets liegt an einem aus tertiĂ€rgeologischer Sicht markanten Punkt, nĂ€mlich genau am geologisch definierten Nordende der Alpen. An dieser Grenzlinie trifft die Faltenmolasse auf die ungefaltete Vorlandmolasse , die HĂ€rtlingsschwelle besteht hier aus den widerstandsfĂ€higsten Gesteinsschichten des aufgestĂŒlpten SĂŒdendes der ungefalteten tertiĂ€ren Molasse. Die AufstĂŒlpung entstand durch die Schubkraft der bei der Entstehung der Alpen gebildeten Faltenmolasse und widerstand wegen ihres harten Gesteins der Abtragung durch pleistozĂ€ne Gletscherbewegungen sowie spĂ€tere periglaziale Prozesse. Das zuströmende Grundwasser aus den im SĂŒden des Gebiets liegenden Schotterfeldern staut sich an dieser Barriere und wird gezwungen, das Hindernis zu ĂŒberströmen. In den durch die glaziale Erosion entstandenen Toteiskesseln findet es einen Weg ins Freie und fĂŒllt die Seen. Dieser Zustrom von sommerkaltem und winterwarmem Grundwasser prĂ€gt die thermische Situation der Seen nachhaltig.

UrsprĂŒnglich gehörten alle Osterseen dem kalk- oligotrophen GewĂ€ssertypus (oligotrophe Hartwasserseen) an, fĂŒr die eine große Sichttiefe von zehn und mehr Metern selbst im Sommer typisch ist, was mit dem geringen NĂ€hrstoffgehalt zusammenhĂ€ngt. Die in jĂŒngster Zeit durch menschliche EinflĂŒsse bedingte Belastung des Grundwassers im Einzugsbereich der Seen fĂŒhrte vor allem im SĂŒden des Gebiets zu einer Eutrophierung der GewĂ€sser, es bildete sich ein deutlicher NĂ€hrstoff gradient im Verlauf der Kette. Nur der Lustsee blieb in einem nahezu unbelasteten Zustand erhalten; an ihm lĂ€sst sich der ursprĂŒngliche Zustand aller Osterseen weitgehend im Urzustand studieren. Somit zeigen die Osterseen ein breites Spektrum von Seentypen auf engem Raum, obwohl die einzelnen Seen durch ihre gemeinsame Entstehungsart eine verwandte Geomorphologie aufweisen und alle den gleichen klimatisch bedingten UmweltverĂ€nderungen ausgesetzt sind. Die große Vielfalt der hydrologischen und chemischen Eigenschaften bietet eine optimale Basis fĂŒr vergleichende gewĂ€sserkundliche Studien, weshalb die TU MĂŒnchen 1986 in Iffeldorf eine limnologische Forschungsstation eingerichtet hat.

Generell lĂ€sst sich sagen, dass die WasserqualitĂ€t in den Osterseen seit dem 1982 erfolgten Anschluss der Gemeinden Iffeldorf und Staltach an das Penzberger Abwassernetz relativ gut ist - mit Tendenzen zu weiterer Erholung. Die Belastung der Seen nimmt dabei mit zunehmender Entfernung von Iffeldorf und den intensiv landwirtschaftlich genutzten FlĂ€chen im SĂŒden ab und ist am geringsten in den Nördlichen Osterseen. Die höchsten Nitrat - und Phosphatwerte werden im Wasch- und SchiffhĂŒttensee gemessen; diese haben daraus resultierend auch den höchsten Anteil an Phytoplankton .

Flora und Fauna

FĂŒr an Tier- und Pflanzenarten Interessierte bietet das Naturschutzgebiet eine Vielzahl seltener Studien- und Beobachtungsmöglichkeiten:

Pflanzen

Kleine Wasserlinse
Kleine Wasserlinse
Untergetauchter Spross einer Wasserschlauch-Art
Untergetauchter Spross einer Wasserschlauch-Art

Die Flora des Osterseengebietes zeichnet sich durch große Artenvielfalt aus; auch einige bedrohte Arten finden hier ein Refugium. In den GewĂ€ssern selbst und darum herum gedeihen die verschiedensten Arten von Algen (u. a. Kieselalgen mit den zentrischen Formen Cyclotella comta und C. comensis und pennaten Formen wie Synedra acus, S. angustissima, Asterionella formosa und Fragilaria crotonensis; Dinophyceae wie Gymnodinium helveticum, Ceratium hirundinella, C. cornutum und Peridinium bipes; Chlorophyceae wie Eutetramorus fottii, Phacotus lendneri, Quadrigula lacustris, Cruzigenia quadrata und Oocystris parva; Cyanobakterien wie Planktothrix rubescens) sowie blĂŒhende Wasser- und Sumpfpflanzen. Die Zusammensetzung der Flora variiert von See zu See je nach Biotopgegebenheiten. Eine botanische Besonderheit ist der außerordentliche Reichtum an teilweise extrem seltenen Wasserschlaucharten in der Seenkette, so Utricularia australis, U. intermedia, U. minor, U. ochroleuca und U. vulgaris. Weitere vorkommende Arten von frei treibenden Makrophyten sind unter anderem: Kleine Wasserlinse (Lemna minor), Froschbiss (Hydrocharis morsus-ranae) und Raues Hornblatt (Ceratophyllum demersum). Die am Grund wurzelnden Wasserpflanzen sind vertreten mit gut einem halben Dutzend verschiedener Armleuchteralgen (Characeen), der Wasserpest (Elodea spec.), dem Tannenwedel (Hippuris vulgaris), einer Nixenkraut -Art (Najas spec.), verschiedenen Arten von Laichkraut (Potamogeton spec.), dem Teichfaden (Zannichellia palustris), dem Ährigen Tausendblatt (Myriophyllum spicatum), dem QuirlblĂ€ttrigen Tausendblatt (M. verticillatum) und dem Spreizenden Wasserhahnenfuß (Ranunculus circinatus). Besonders artenreich prĂ€sentieren sich die Amphiphyten mit Straußgras (Agrostis spec.), verschiedenen Binsen (Juncus spec.) und einer Rasenbinsenart (Trichophorum spec.), Wasserminze (Mentha aquatica), Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides), Brunnenkresse (Rorippa nasturtium-aquaticum), Wasser-Knöterich (Persicaria amphibia), Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia), Teichsimse (Schoenoplectus lacustris), Ästigem Igelkolben (Sparganium erectum), Blauem Wasser-Ehrenpreis (Veronica anagallis-aquatica), Bachbunge (Veronica beccabunga) und weiteren Arten. Von den Helophyten finden sich neben anderen Schneidried (Cladium mariscus), Fieberklee (Menyanthes trifoliata), Schilf (Phragmites australis) und Rohrkolben (Typha spec.). Die SchilfrĂ€nder und die Verbindungen zwischen den Seen sind Standorte der Weißen See- und der Gelben Teichrose (Nymphaea alba und Nuphar lutea). (FĂŒr eine detailliertere Auflistung siehe Literatur 1).

Sumpf-Herzblatt, eine besonders seltene Art
Sumpf-Herzblatt, eine besonders seltene Art
Mehlprimel
Mehlprimel
Die mageren Feuchtwiesen und Halbtrockenrasen sind je nach Jahreszeit bewachsen mit Trollblumen (Trollius europaeus), Mehlprimeln (Primula farinosa), Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris), FrĂŒhlings-Enzian (Gentiana verna), Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis), Bergflockenblume (Centaurea montana), Lichtnelken (Silene spec.), MĂ€desĂŒĂŸ (Filipendula ulmaria), Fieberklee (s. o.), Gilb- (Lysimachia vulgaris) und Blutweiderich (Lythrum salicaria), Wollgras (Eriophorum spec.), Kopf-Binsen (Juncus capitatus), Pfeifengras (Molinia caerulea) und SchlĂŒsselblumen (Primula spec.). Auch Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor), Silberdisteln (Carlina acaulis) und Orchideen wie die Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris) und Knabenkraut (Orchis/Dactylorhiza spec.) kommen vor. An besonders nĂ€hrstoffarmen Standorten ergĂ€nzen das fleischfressende Fettkraut (Pinguicula spec.) und Sonnentau (Drosera spec.) ihren Bedarf an Stickstoff mit dem Fang von Insekten. In der Krautschicht des Laubwaldes um die Seen herrschen ideale Bedingungen fĂŒr die seltene, filigrane Ästige Graslilie (Anthericum ramosum).

Tiere

Durch die Vielzahl von auf engem Raum vernetzten Biotopen weist das Naturschutzgebiet Osterseen eine artenreiche und faszinierende Fauna auf. Neben eher „gewöhnlichen“ Tieren leben hier auch einige, die in Deutschland auf der Roten Liste gefĂŒhrt werden. Bild:Trichoptera (aka).jpg

Insekten

Das Nektar- und Futterpflanzenangebot im Naturschutzgebiet ist sehr reichhaltig und fĂŒhrt zu einem großen Artenreichtum an Insekten . Neben Bienen gibt es auch viele Schmetterlinge , Libellen und Schwebfliegen , bei den Köcherfliegenarten finden sich sogar einige, die in anderen Gegenden Bayerns nicht oder nur sehr selten auftreten. Von den anzutreffenden Tagfaltern gehören der Abbiss-Scheckenfalter (Euphydryas eurinia) und das Moor-Wiesenvögelchen (Coenonympha tullia) zu den in Deutschland stark gefĂ€hrdeten Arten. Unter den vorkommenden Libellenarten werden mehrere in der Roten Liste gefĂŒhrt, besondere Aufmerksamkeit verdient die als Relikt aus postglazialer Zeit geltende Sibirische Winterlibelle (Sympecma paedisca). Auch wurden ĂŒber 50 Arten von Schwimm- und WasserkĂ€fern gezĂ€hlt.

Bergmolch-Weibchen in Wassertracht
Bergmolch-Weibchen in Wassertracht

Amphibien

Von den zwanzig in Bayern auftretenden Arten von Amphibien kommen acht in diesem Gebiet vor, vier davon sind gefÀhrdete Arten.
Blindschleiche
Blindschleiche
Neben Grasfrosch (Rana temporaria), Laubfrosch (Hyla arborea) und Wasserfröschen (Rana esculenta-Komplex) gibt es kleinere BestĂ€nde von Bergmolchen (Triturus alpestris), Erdkröten (Bufo bufo) und Gelbbauchunken (Bombina variegata). Die Amphibienbiotope sind dadurch besonders hochwertig, dass hier ÜberwinterungsplĂ€tze, LaichgewĂ€sser und SommerlebensrĂ€ume als Habitatkomplexe eng miteinander verzahnt sind.

Reptilien

Das Wegegebot im Naturschutzgebiet sollte unbedingt beachtet werden, nicht nur zum Schutz der Natur, sondern auch zur eigenen Sicherheit, da das Gebiet reich an Kreuzottern (Vipera berus) ist. Außerdem kommen von den Reptilien an den Osterseen Blindschleichen (Anguis fragilis), Berg- und Zauneidechsen (Zootoca vivipara und Lacerta agilis) vor. Bild:Podiceps cristatus 1 (Marek Szczepanek).jpg Bild:Acrocephalus arundinaceus (Marek Szczepanek).jpg

Vögel

Durch Feucht- und Streuwiesen , große Mischwald- und WasserflĂ€chen ist das Naturschutzgebiet ungewöhnlich reich an Vögeln , von denen GrĂŒn- und Buntspecht (Picus viridis und Dendrocopos major) sowie der Haubentaucher (Podiceps cristatus) beispielhaft zu nennen sind. Im Bereich der Schilf - Röhrichte ist noch der seltene DrosselrohrsĂ€nger (Acrocephalus arundinaceus) anzutreffen. Andere im Gebiet in letzter Zeit beobachtete Arten waren SchilfrohrsĂ€nger (Acrocephalus schoenobaenus), Rohrweihe (Circus aeruginosus), Kanadagans (Branta canadensis), Haubenmeise (Lophophanes cristatus), Fluss-Seeschwalbe (Sterna hirundo), Stieglitz (Carduelis carduelis), Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros), Gimpel (Pyrrhula pyrrhula) und BlĂ€sshuhn (Fulica atra). Umstritten ist der Einfluss der zugewanderten Kormorane (Phalacrocorax carbo) auf die FischbestĂ€nde (siehe hierzu Lit. 2).

Fische

Die Seen weisen auch einen vielfĂ€ltigen Fischbestand auf; dominiert wird dieser durch die Renke (MarĂ€ne; Coregonus spec.). Bewirtschaftet werden die Seen durch den MĂŒnchener Fischereiverein „Die Gesplißten e.V.“.

Gliederung und GrĂ¶ĂŸe der Seen

Die Nummern vor dem Seenamen beziehen sich auf den obenstehenden Lageplan.

SĂŒdliche Osterseen

Abend am Fohnsee
Abend am Fohnsee
DĂ€mmerung am Waschsee
DĂ€mmerung am Waschsee
Am Großen Ostersee
Am Großen Ostersee

Iffeldorfer Seengruppe (Oberseen)

Name OberflÀche (ha) Volumen (m³) LÀnge (m) Breite (m) max. Tiefe (m)
01 Waschsee 0,85 25.600 132 - 5,4
02 SchiffhĂŒttensee 1,17 40.800 144 - 6,6
03 Sengsee 5,45 387.900 360 150 14,6
04 Wolfelsee 0,25 - - - -
05 Fohnsee 21,19 2.298.300 780 270 23,7
Helgraben 0,30 - - - -
BrĂŒckensee 1,55 - - - -

Staltacher Seengruppe (Oberseen)

Name OberflÀche (ha) Volumen (m³) LÀnge (m) Breite (m) max. Tiefe (m)
16 Fischkaltersee 3,28 191.800 290 110 11,4
17 BrÀuhaussee 5,11 295.100 350 150 12,5
18 Eishausse 7,69 511.300 440 170 19,1
19 Herrensee 3,00 260.000 120 107 10,7
20 Forchsee 0,92 - - - -

Mittlere- oder Osterseegruppe

Name OberflÀche (ha) Volumen (m³) LÀnge (m) Breite (m) max. Tiefe (m)
06 Gr. Ostersee 117,63 14.000.000 2.150 830 29,7
07 Ö. Breitenauer 2,39 160.000 - - 15,6
08 W. Breitenauer 6,09 352.600 590 100 17,1
09 Ameisensee 3,76 346.700 600 60 18,9

Nördliche Osterseen

Seeshaupter Seengruppe (Unterseen)

Name OberflÀche (ha) Volumen (m³) LÀnge (m) Breite (m) max. Tiefe (m)
10 Stechsee 7,54 486.800 820 90 15,2
11 Lintensee 0,37 - - - -
12 Gröbensee 6,07 353.800 590 100 15,2
Kleiner Gartensee 0,49 - - - -
13 Gr. Gartensee 7,46 389.400 490 150 13,7
14 Urseee 2,20 - - - -
15 Lustsee 5,92 371.100 610 100 18,0

Frechensee

Der 12,21 ha große Frechensee gehört nicht zur Gruppe der eigentlichen Osterseen, er liegt 250 m westlich des Lustsees sowie mit 591 m drei Meter höher als dieser, von diesem durch Bahnlinie und Straße getrennt, ist jedoch als dritter Teil in das Naturschutzgebiet Osterseen miteinbezogen.

Inseln

Insel im Großen Ostersee
Insel im Großen Ostersee

Großer Ostersee

  • Holzau (6,1 ha, Abgrenzung gegen die Breitenauerseen)
  • Marieninsel (2,3 ha)
  • Schwaigerinsel (0,6 ha)
  • Steigerinsel (0,4 ha)
  • Roseninsel (0,1 ha)

Andere

  • Weitere kleine Inseln liegen unter anderem im Frechensee (2) und im Gröbensee (1).

Literatur

Blick ĂŒber den Sengsee auf Iffeldorf
Blick ĂŒber den Sengsee auf Iffeldorf
  1. Kathrin Kaufmann: Osterseenökologie - pdf-Download
  2. Andreas von Lindeiner: Kormorane in Bayern – Schutzstatus in Schutzgebieten (u.a. am Beispiel der Osterseen) - pdf-Download
  3. Ralf Gerard, Brigitte Roßbeck, Egbert Greven: Die Osterseen - Impressionen einer bayerischen Seenlandschaft, MDH Medien 1998, Hardcover/Leinen. ISBN 3-932460-00-6
  4. Rolf K. F. Meyer, Hermann Schmidt-Kaler: Wanderungen in die Erdgeschichte. Auf den Spuren der Eiszeit sĂŒdlich von MĂŒnchen, westlicher Teil (Band 9), PFEIL 1997, 126 Seiten, kartoniert/broschiert mit 164 meist farbigen Abbildungen und Karten. ISBN 3-931516-10-5
  5. J. Gareis: Die Toteisfluren des bayerischen Alpenvorlandes als Zeugnis fĂŒr die Art des spĂ€twĂŒrmzeitlichen Eisschwundes, WĂŒrzburger Geographische Arbeiten, WĂŒrzburg 1978, 101 Seiten
  6. W. Bludau, Ludger Feldmann: Geologische, geomorphologische und pollenanalytische Untersuchungen zum Toteisproblem im Bereich der Osterseen sĂŒdlich von Seeshaupt (Starnberger See), Eiszeitalter und Gegenwart, 44: 114-128; Hannover 1994
  7. Ludger Feldmann: Der wĂŒrmeiszeitliche Isar-Loisachgletscher, in: A. Ikinger (Hrsg.): Festschrift Wolfgang Schirmer: Geschichte der Erde, GeoArcheoRhein, 2: 103-120; MĂŒnster (Lit) (1998)
  8. Christine Geiss: Freizeit und Erholung im Naturschutzgebiet Osterseen, Diplomarbeit TUM Zusammenfassung
  9. Kornelia Hofmann: RĂŒckgang der aquatischen RöhrichtbestĂ€nde im Osterseengebiet? Erfassung wichtiger Parameter zur Charakterisierung einiger ausgewĂ€hlter SchilfbestĂ€nde des sĂŒdlichen Osterseengebietes, Diplomarbeit TUM Zusammenfassung

Weblinks

Commons: Osterseen – Bilder, Videos oder Audiodateien


Koordinaten: 47° 47' 25" N, 11° 18' 15" O (Marieninsel im Großen Ostersee)

Informationen aus der Umgebung

Hotels in der Umgebung

Hotel Plz Ort Mail Url Kategorie Telefon
Hotel Marina 82347 Bernried http://hotelmarina.de  08158 / 93 20
Landgasthof Osterseen 82393 Iffeldorf http://www.landgasthof-osterseen.de/ Kategorie: 2Kategorie: 208856 / 9286-0
Hotel Garni Sterff 82402 Seeshaupt http://www.hotel-sterff.de  08801 / 9063-0
Hotel Seeblick 82347 Bernried http://www.hotel-seeblick-bernried.de  08158 / 2540

Weitere Artikel aus der Umgebung

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Osterseen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Osterseen verfügbar.

fair-hotels. Ein Service der
VIVAI Software AG
Betenstr. 13-15
44137 Dortmund

Tel. 0231/914488-0
Fax 0231/914488-88
Mail: info@vivai.de
Url: http://www.vivai.de