fair-hotels . Ein Service wie gemalt
Reiseführer Übersicht Deutschland Österreich Schweiz Bauwerke nach Stil

Werbung

Letzte Änderung für Artikel Watzmann: 03.02.2006 09:41

Watzmann

Wechseln zu: Navigation, Suche
Watzmann
Höhe :2.713 m
Geografische Lage : 47¬į 33' 19" N
12¬į 55' 24" E
Lage: Deutschland (Bayern)
Gebirge:Berchtesgadener Alpen
Erstbesteigung : 1799 Valentin Stanic
Leichtester Anstieg:Bergtour

Der Watzmann ist der vierthöchste Berg Deutschlands, das dritthöchste Bergmassiv und der höchste Berg, der mit seiner Basis vollständig auf deutschem Boden steht. Dieses sehr bekannte Massiv hat seinen Kulminationspunkt in der Watzmann-Mittelspitze, die mit ihren 2713 m Höhe zugleich höchster Punkt des Berchtesgadener Landes ist.

Durch den Watzmanngrat ist die Mittelspitze mit der S√ľdspitze (2712 m) und dem Hocheck (2651 m) verbunden. Abgesehen von diesen drei Haupterhebungen des Massivs finden sich noch einige Nebengipfel, von denen der Kleine Watzmann ("Watzmannfrau", 2307 m), der bedeutendste ist. Die Watzmannkinder schlie√üen das Watzmannkar am oberen Ende ab (der Sage nach sind es sieben; jedoch sind nur f√ľnf als eigenst√§ndige Gipfel ausgepr√§gt: 2247 m, 2230 m, 2165 m, mit 2270 m die Watzmann-Jungfrau, 2225 m). Von untergeordneterer Bedeutung sind der Mooslahnerkopf (1815 m), das Falzk√∂pfl (1915 m), der Gr√ľnstein (1304 m), die Grie√üspitze (2257 m), die Hirschwiese (2114 m) und der Gro√üe Hachelkopf (2066 m).

Häufig auf Fotos und Bildern abgebildet ist die Ansicht von Norden; von links nach rechts erscheinen die Watzmannfrau, die Kinder und der Große Watzmann (der aus den Hauptgipfeln besteht) als nebeneinander aufgereihte "Familie". Der Sage nach wurde das Land einst vom grausamen König Watzmann beherrscht, der mit seiner Frau und den Kindern Furcht und Schrecken verbreitete. Als er eine Bauernfamilie mit seinem Roß zerstampfte, fluchte die Bäuerin, dass Gott Ihn und seine Familie zu Stein verwandeln solle. Danach tat sich die Erde auf, spuckte Feuer und verwandelte den König und seine Familie zu Stein. In manchen Sagen wird noch erzählt, dass der Königs- und Obersee durch das zusammengeflossene Blut der Königsfamilie entstanden sei.

Der Watzmann liegt im S√ľdosten Bayerns im Nationalpark Berchtesgaden in den Gemeinden Ramsau und Sch√∂nau am K√∂nigssee. Er ist nach den Gipfeln des Hochk√∂nigstocks (bis 2941 m) die h√∂chste Erhebung der Berchtesgadener Alpen. Der Zugang erfolgt meist von Norden ausgehend vom Ramsauer Ortsteil Wimbachbr√ľcke √ľber das Watzmannhaus (1928 m) und Hocheck (2651 m); Ramsau bzw. Sch√∂nau liegen als Talorte √ľber 2000 H√∂henmeter unter dem Gipfel - damit weist der Watzmann eine f√ľr die Ostalpen sehr bemerkenswerte H√∂hendifferenz auf, die sogar alpenweit oft nur von Viertausendern √ľbertroffen wird.

Die Watzmann-Ostwand.
Die Watzmann-Ostwand.

Die Erstbesteigung der Mittelspitze fand 1799 durch den Slowenen Valentin Stanic statt. Die erste √úberschreitung der 3 Spitzen (Hocheck, Mittelspitze, S√ľdspitze) wurde 1868 vom Ramsauer Bergf√ľhrer Johann Grill , dem Kederbacher, und Johann Punz durchgef√ľhrt. Die Watzmann-Ostwand (h√∂chste Wand der Ostalpen) wurde zum ersten Mal 1881 ebenfalls von Johann Grill durchstiegen.

Inhaltsverzeichnis

Geologie des Watzmannmassivs

Sankt Bartholomä auf dem Schwemmkegel des Eisbaches
Sankt Bartholomä auf dem Schwemmkegel des Eisbaches

Der Watzmann besteht vollst√§ndig aus Kalkstein , der als gebankter Dachsteinkalk und Plattenkalk bezeichnet wird. Er entstand in der j√ľngeren Trias , vor etwa 220 Mio. Jahren, durch Ablagerung in der Tethys . Die Schichtung in Form aufeinander gelagerter B√§nke ist vor allem im Relief der Ostwand zu erkennen. Die ehemals horizontalen Schichten fallen dabei heute in einem Winkel von 30 bis 40 Grad nach Nordwesten ab, da sie bei der Alpenentstehung durch tektonische Bewegungen gekippt wurden. Typisch f√ľr diesen Kalk ist der Fossilienreichtum, vor allem Muschelreste sind zu finden ( Kuhtritt ).

Flora und Fauna des Watzmannmassivs

Der Watzmann von Caspar David Friedrich, um 1824-1825
Der Watzmann von Caspar David Friedrich, um 1824-1825

Der Watzmann hat aufgrund seiner gro√üen H√∂hendifferenzen und der gro√üen √∂kologischen Vielfalt eine besonders artenreiche Pflanzen- und Tierwelt. Dabei werden die Tieflagen besonders von montanen Buchenw√§ldern dominiert, welche in subalpine Mischw√§lder √ľbergehen. Die obere Waldstufe wird bestimmt durch Nadelgeh√∂lze, vor allem durch Fichte , L√§rche und Zirbe . Allerdings wurden diese nat√ľrlichen W√§lder vor allem auf der leicht zug√§nglichen Nordseite des Massivs wegen des starken Holzbedarfs der Berchtesgadener Saline durch Fichten- Monokulturen ersetzt. Ab einer H√∂he von etwa 2000 Metern ist kein Waldwuchs mehr m√∂glich. Hier dominieren Zwergstrauchheiden, die beispielsweise aus der Bewimperten Alpenrose (Rhododendron hirsutum) gebildet werden, Latschen- und Gr√ľnerlengeb√ľsche , Rasengesellschaften (Blaugras-Horstseggenrasen, Rostseggenrasen und Polsterseggenrasen) sowie Felsspalten- und Felsschuttgesellschaften.

balzender Auerhahn, fotografiert am Watzmann
balzender Auerhahn , fotografiert am Watzmann

Im Nationalpark und auch speziell am Watzmann kommen zahlreiche Pflanzenarten der Ostalpen vor, die im √ľbrigen bayerischen Alpenraum fehlen, etwa das Wilde Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens), die Schneerose (Helleborus niger), Einseles Akelei (Aquilegia einseleana), Clusius-Schl√ľsselblume (Primula clusiana), Bursers Steinbrech (Saxifraga burseriana), den Dolomiten-Mannsschild (Androsace hausmannii), das Tauernbl√ľmchen (Lomatogonium carinthiacum), den √Ėsterreichischen B√§renklau (Heracleum austriacum) und das Eberrauten-Greiskraut (Senecio abrotanifolius).

Die Tierwelt des Watzmann sowie des gesamten Nationalparks Berchtesgaden ist gepr√§gt durch verschiedene Huftiere wie das Reh, Rot- und Gamswild. Hinzu kommen alpine Tiere wie das Murmeltier , der Schneehase , das Auerhuhn und das Birkhuhn sowie das Alpenschneehuhn und das Haselhuhn , der Steinadler , der Alpensalamander sowie die schwarze Kreuzotter . Der ebenfalls hier lebende Steinbock wurde erst in den 1930er Jahren eingeb√ľrgert und war vermutlich in den Berchtesgadener Alpen urspr√ľnglich nicht heimisch. Viele weitere Arten von V√∂geln und nat√ľrlich auch Insekten sind in den verschiedenen H√∂henlagen des Watzmann anzutreffen.

Watzmann√ľberschreitung

Eine der lohnendsten und eindrucksvollsten Grat√ľberschreitungen der Ostalpen ist die √úberschreitung des Watzmanngrates, kurz "Watzmann-√úberschreitung" genannt. Dabei werden die drei Gipfel des Hauptkammes, Hocheck, Mittelspitze und S√ľdspitze meist von Norden nach S√ľden √ľberschritten. In der Regel wird diese Tour so durchgef√ľhrt, dass man am ersten Tag vom Tal (Wimbachbr√ľcke, Parkplatz Hammerstiel, K√∂nigssee-Rodelbahn oder St. Bartholom√§ kommen als Ausgangspunkt in Frage) zum Watzmannhaus (Alpenvereinssektion M√ľnchen, 1928 m, 169 Schlafpl√§tze, oft voll belegt) aufsteigt, dort √ľbernachtet und am n√§chsten Tag die √úberschreitung angeht.

Das Watzmannhaus
Das Watzmannhaus

Vom Watzmannhaus wandert man zun√§chst zum Hocheck hinauf, √ľberwindet dann den exponierten und ziemlich langen Grat , dessen h√∂chste Erhebung die Mittelspitze ist, und erreicht dann die S√ľdspitze. Von der S√ľdspitze, wo der Grat endet, f√ľhrt ein steiler und steinschlaggef√§hrdeter Pfad durch beeindruckende alpine Landschaftsformen hinab ins Wimbachgrie√ü, einem gigantischen Schuttstrom, √ľber den man auf einem einfachen Wanderweg parallel zum Watzmannstock wieder nach Norden in die Zivilisation zur√ľckwandern kann. Alle Etappen zusammengerechnet ben√∂tigt man etwa 12-17 Stunden reine Gehzeit (vom Tal ausgehend √ľber die Gipfel und wieder ins Tal zur√ľck), abh√§ngig von der Anzahl der √úberschreiter, die an sch√∂nen Herbsttagen in die Hunderte geht. Sportlich Ambitionierte k√∂nnen jedoch das ganze Pensum auch an einem Tag oder sogar in weniger als sieben Stunden absolvieren.

Bis zum Watzmann-Hocheck verlangt der Weg nur selten die Zuhilfenahme der H√§nde und ist f√ľr jeden konditionsstarken Bergwanderer ohne gr√∂√üere Probleme zu erreichen. Am Hocheck-Gipfel (der interessanterweise zwei Gipfelkreuze aufweist) beginnt jedoch schlagartig der ausgesetzte Grat, der den Weiterweg eine Kategorie schwieriger macht. Meist knapp unterhalb, manchmal jedoch auch direkt auf der Gratschneide gilt es nun zu balancieren, oft mit sagenhaften Tiefblicken direkt in die Ostwand und zum K√∂nigssee hinab. Durch die vielen Begehungen sind die Felsen ziemlich speckig abgewetzt und dementsprechend rutschig. Bei N√§sse, Schnee, Eis, Gewitter oder Nebel verwandelt sich der Grat schnell in ein sehr gef√§hrliches Terrain, auf dem schon erfahrene Bergsteiger ihr Leben verloren haben. Bei sch√∂nem Wetter ist die Tour allerdings ein Genuss, denn auch wenn hier alpine Erfahrung gefragt ist: Die Schwierigkeiten √ľbersteigen nie den zweiten Grad der UIAA -Skala. Sportliche Bergwanderer, die trittsicher und schwindelfrei sind, sollten damit also keine Probleme haben; au√üerdem sind alle heiklen Stellen durch Drahtseile, Eisenstifte oder in den Fels gehauene Stufen entsch√§rft. W√§hrend die Mittelspitze ein sehr schroffer, ausgesetzter Gipfel ist, auf dem schnell Platzmangel entsteht, ist die S√ľdspitze dagegen ein ger√§umiger, relativ ebener Gipfel, der mit seinem Rundumblick (vor allem zum direkt gegen√ľberliegenden Steinernen Meer) der vielleicht sch√∂nste Aussichtsgipfel des Watzmannmassivs ist. An sch√∂nen Sommertagen sind verst√§ndlicherweise viele Dutzend Bergsteiger am Watzmanngrat unterwegs; dabei kann es zu Stauungen an manchen Gratstellen kommen.

Watzmannhaus
Watzmannhaus

Es lohnt sich, vom Watzmannhaus bereits nachts aufzusteigen, um dann bei Sonnenaufgang als Erster auf dem Hocheck zu stehen. Alternativ kann man auch in der offenen Unterstandsh√ľtte am Hocheck √ľbernachten (keine Lager, nur Holzb√§nke). Diese kleine H√ľtte ist jedoch bei Gewitter lebensgef√§hrlich, da sehr exponiert. Vor dem weiteren Aufstieg vom Watzmannhaus sollte man sich vergewissern, ob die Pl√§tze nicht m√∂glicherweise schon belegt sind. Des weiteren kann es sehr n√ľtzlich sein, sich bereits vor der Tour √ľber den Zustand des Grates zu informieren, denn die Verh√§ltnisse sind oft nur schwer vorherzusagen: W√§hrend beispielsweise im Jahrhundertsommer 2003 die √úberschreitung bereits Anfang Juni fast ohne Schneekontakt m√∂glich war, wartete der Grat Anfang September 2003 (also eigentlich zur besten Jahreszeit) mit gef√§hrlichem Blankeis auf; doch kann es auch durchaus vorkommen, da√ü der Grat selbst Ende Oktober oder sogar Anfang November noch v√∂llig schneefrei und trocken ist.

Ostwand

Watzmann Ostwand von den hohen Roßfeldern
Watzmann Ostwand von den hohen Roßfeldern
Watzmann vom Obersee her
Watzmann vom Obersee her

Die Ostwand der Watzmann-S√ľdspitze, auch Bartholom√§wand genannt, ist eine der ber√ľchtigten W√§nde der Alpen. Seit der Erstdurchsteigung 1881 durch Johann Grill , den "Kederbacher", und den von ihm gef√ľhrten Wiener Alpinisten Otto Sch√ľck fanden hier schon an die hundert Menschen den Tod. Das sind mehr Todesopfer als bei der Eigernordwand, und die Watzmann-Ostwand ist sogar auch h√∂her als die Eigerwand - allerdings kommen auch viel mehr Bergsteiger hierher, oft ohne die n√∂tigen F√§higkeiten, und versuchen sich am Watzmann, daher die gr√∂√üere Unfallrate. Mit etwa 1800 Metern H√∂henunterschied von der Eiskapelle (das ist eine Eisgrotte, die von St. Bartholom√§ auf einem bezeichnetem Wanderweg erreichbar ist) bis zum Gipfel d√ľrfte die Watzmann-Ostwand die h√∂chste Wand der Ostalpen und eine der h√∂chsten W√§nde alpenweit sein. Allerdings ist diese Riesenwand nicht besonders schwierig: Auf dem leichtesten Weg, dem Berchtesgadener Weg, ist "nur" der dritte Schwierigkeitsgrad gefordert, und auch das nur auf weniger als 100 Metern. Die Schwierigkeiten dieser Wand liegen vielmehr in der Orientierung, in ihren Dimensionen und in der fehlenden M√∂glichkeit, von Westen heranziehende Schlechtwetterfronten fr√ľhzeitig zu erkennen. Des weiteren besteht akute Steinschlaggefahr. Im Winter oder Fr√ľhjahr, wenn die Felsen von Eis oder Schnee √ľberzogen sind und Lawinengefahr herrscht, ist die Watzmann-Ostwand (wie auch die Watzmann-√úberschreitung) selbstverst√§ndlich nur absoluten Profis und Gebietskennern vorbehalten.

Abgesehen vom Berchtesgadener Weg ziehen noch einige weitere Routen durch die Wand, namentlich sind dies der Kederbacherweg (Weg des Erstdurchsteigers), der Salzburger Weg, der M√ľnchner Weg, der Frankfurter Weg, der Polenweg, der Franz-Rasp-Ged√§chtnisweg und noch einige weitere. Varianten sind in dieser stark gegliederten und nicht sonderlich steilen Wand oft m√∂glich. Franz Rasp war der langj√§hrige "Hausmeister" der Ostwand: Er durchstieg mehrere Routen als erster im Alleingang und war wohl der beste Kenner der Wand. Am 1. Januar 1988 st√ľrzte Rasp mit einem weiteren Bergsteiger ab und kam dabei ums Leben - es w√§re seine 295. Durchsteigung der Wand gewesen. Heute ist Heinz Zembsch die absolute Autorit√§t und Koryph√§e in der Watzmann-Ostwand: etwa 300 Mal durchstieg er schon erfolgreich die Wand und bietet seine Erfahrung jedem Ostwandaspiranten als Bergf√ľhrer an. Die vielleicht gr√∂√üte alpinistische Leistung, die je am Watzmann vollbracht wurde, war eine Durchsteigung des Salzburger Weges von Hermann Buhl im Jahre 1953 . Dieser Ausnahmekletterer der 1950er -Jahre trainierte f√ľr seine so ber√ľhmt gewordene Nanga Parbat Erstbesteigung des selben Jahres und schaffte es, diese ihm neue Route allein, nachts und im Winter zu meistern, was eine unglaubliche Leistung darstellt und zu Unrecht in der alpinen Geschichte nur Insidern bekannt ist. Bemerkenswert w√§re noch die Biwakschachtel , die im oberen Wandteil auf 2380m (unter dem "Massigen Pfeiler") steht und vor allem bei Wetterst√ľrzen eine wichtige Notunterkunft darstellt.

Der Watzmann hat daneben auch eine Westwand, die jedoch als Bergsteigerwand v√∂llig unbekannt ist. Wegen gr√∂√üerer Br√ľchigkeit ist sie nicht so attraktiv wie die Ostwand und weist keine einzige bekannte Route auf. Manch einer hat sie schon - auch im Abstieg - durchstiegen, aber letztendlich ist die Watzmann-Westwand ein von allen ignorierter wei√üer Fleck auf der Landkarte.

Andere Gipfel des Watzmannmassivs

Der bedeutendste Gipfel des Watzmannmassivs nach den Hauptgipfeln ist sicherlich die Watzmannfrau (auch Kleiner Watzmann) (2307 m). Dieser formsch√∂ne Gipfel ist nicht ganz leicht zu erreichen. Der einfachste Weg f√ľhrt von der K√ľhrointalm von Norden auf den Gipfel, dabei sind an ein paar Stellen kleine Kletterpassagen (bis zum zweiten Grad) zu meistern. Eine davon, der sogenannte Gendarm, ist sehr ausgesetzt und verlangt Schwindelsicherheit. Abgesehen davon gibt es kein gr√∂√üeres Problem, allerdings gibt es hier im Gegensatz zum Gro√üen Watzmann weder Drahtseilsicherungen noch deutliche Markierungen. √úberhaupt findet der Bergsteiger hier eine viel gr√∂√üere Einsamkeit als am viel bekannteren Gro√üen Watzmann, sowie eine atemberaubende Landschaft. Sehr markant ist die Westwand der Watzmannfrau, die schon viele Tausend Wanderer, die beim Aufstieg zum Watzmannhaus die Falzalm erreichen, beeindruckt haben d√ľrfte. Diese ann√§hernd senkrechte Wand ist die bedeutendste Kletterwand am Watzmann. Es gibt hier Dutzende Kletterrouten verschiedener Schwierigkeitsgrade. Darunter das "Sakrische Eck", welches der erste "Siebener" im Berchtesgadener Land ist. Es wurde vom Erstbegeher des Berchtesgadener Wegs der Ostwand im Alter von fast 80 Jahren erstbegangen. - ebenfalls eine alpinistische Gro√ütat, von der nur wenige wissen!

Weitere Kletterrouten finden sich haupts√§chlich an den S√ľdabst√ľrzen der Watzmannkinder sowie an den Ostw√§nden von Hocheck und Mittelspitze. Besonders erw√§hnenswert ist dabei die "Wiederroute" durch die Ostwand der Mittelspitze, die eine landschaftlich sehr eindrucksvolle Kletterei in den unteren Schwierigkeitsgraden darstellt. Der Mooslahnerkopf ist ein sehr sch√∂ner Aussichtsgipfel oberhalb von K√ľhroint, allerdings ist er strenggenommen nur eine untergeordnete Erhebung im Kamm, der von der Watzmannfrau ostw√§rts hinabzieht. Das Falzk√∂pfl ist noch untergeordneter - steht doch das Watzmannhaus auf seinem Haupt, von einem Gipfel im eigentlichen Sinn spricht hier also niemand mehr. Der vielleicht unbekannteste Gipfel des Massivs ist die Grie√üspitze (2257 m), die eine Erhebung im S√ľdwestgrat der Watzmann-S√ľdspitze darstellt und in manchen Jahren m√∂glicherweise kein einziges Mal betreten wird. Die Hirschwiese (2114 m) ist dagegen ein beliebter Aussichtsgipfel ganz im S√ľden des Massivs, auf den ein Wanderweg vom Trisch√ľbelpa√ü, der Nahtstelle zum Steinernen Meer, herauff√ľhrt. Von der Hirschwiese zieht ein einsamer Kamm ostw√§rts, er tr√§gt noch den Gro√üen Hachelkopf (2066 m), der selten bestiegen wird, aber wunderbare Einblicke in die Watzmann-Ostwand erlaubt. Als kleinster und ziemlich weit vorgelagerter Gipfel darf der Gr√ľnstein (1304 m) nicht vergessen werden. Er ist aus dem Tal in k√ľrzester Zeit erreichbar, bietet sch√∂ne Tiefblicke ins Berchtesgadener Land und ist daher touristisch sehr beliebt.

Schnee- und Eisfelder am Watzmann

Am Watzmann halten sich ganzj√§hrig einige Schnee- und Eisfelder, von denen der so genannte Watzmanngletscher das gr√∂√üte und die Eiskapelle aufgrund ihrer leichten Erreichbarkeit von St. Bartholom√§ das bekannteste ist. Bei dem bereits von Berchtesgaden aus sichtbaren Watzmanngletscher im oberen Watzmannkar handelt es sich nicht um einen Gletscher im eigentlichen Sinne, sondern um ein Toteisfeld , da keine Flie√übewegung zu verzeichnen ist. Bei der Eiskapelle d√ľrfte es sich um das am niedrigsten gelegene ganzj√§hrig vorhandene Schneefeld der Alpen handeln. Ihr unteres Ende liegt auf 930 Meter H√∂he im oberen Eisbachtal und ist in etwa einer Stunde Fu√ümarsch von St. Bartholom√§ am K√∂nigssee erreichbar. Die Eiskapelle speist sich aus den gewaltigen Lawinen , die im Fr√ľhjahr die Ostwand des Watzmanns hinabst√ľrzen und sich im Wandwinkel sammeln. Bisweilen bildet sich ein torartiges Gew√∂lbe im Eis an der Stelle, wo der Eisbach aus der Eiskapelle hervortritt. Vor dem Betreten wird dringend gewarnt, es hat hier durch herabst√ľrzendes Eis bereits Tote gegeben. In der Ostwand selber befindet sich im so genannten Sch√∂llhornkar ein weiteres Eisfeld, Sch√∂llhorneis genannt, √ľber das bei einer Durchsteigung des Kederbacher-Weges aufgestiegen wird. Kar und Eisfeld tragen den Namen des M√ľncheners Christian Sch√∂llhorn , der das erste Opfer der Ostwand wurde. Am 26. Mai 1890 st√ľrzte er am oberen Ende des Eisfelds in die Randkluft und verletzte sich t√∂dlich. Ein weiteres kleines namenloses Schneefeld befindet sich einige Hundert Meter unterhalb der Mittelspitze ebenfalls in der Ostwand.

Zweit-, dritt- oder vierthöchster Berg Deutschlands?

Die weit verbreitete Meinung, der Watzmann sei nach der Zugspitze (2962 m) Deutschlands zweith√∂chster Berg, h√§lt einer genaueren √úberpr√ľfung nicht stand. Das Statistische Bundesamt z√§hlt den Watzmann als vierth√∂chste Erhebung Deutschlands auf. Im Wettersteingebirge gibt es tats√§chlich sogar mehr als drei Erhebungen, die h√∂her sind als er. Die meisten davon befinden sich im Zugspitzmassiv. Nicht alle gelten aber als eigenst√§ndige Gipfel, da sie oft nur wenige H√∂henmeter aus einem Grat herausragen. Der Schneefernerkopf (2875 m) erhebt sich jedoch deutlich als eigener Gipfel √ľber der Schneefernerscharte (2699 m) und hat somit eigentlich das Pr√§dikat als zweith√∂chster Berg Deutschlands verdient.

Weil jedoch der Schneefernerkopf zum Zugspitzmassiv gehört, kann auch der Hochwanner (2746 m) als zweithöchster Berg Deutschlands betrachtet werden. Dieser ist durch Reintal, Gatterl und Feldernjöchl sehr deutlich vom Zugspitzmassiv getrennt. Er bildet mit dem Wettersteinhauptkamm, dessen höchsten Gipfel er darstellt, ein eigenes Bergmassiv. Schaut man sich also nur ganze Bergmassive an, so stellt man fest, dass außer dem Zugspitzmassiv lediglich der Hochwanner höher ist als der Watzmann.

Um Missverst√§ndnisse zu vermeiden, sagt man am besten: Der Watzmann ist Deutschlands vierth√∂chster Gipfel oder dritth√∂chstes Bergmassiv und der h√∂chste Berg, der mit seiner Basis vollst√§ndig auf deutschem Boden steht (alle oben genannten Gipfel sind Grenzgipfel zu √Ėsterreich/Tirol).

Siehe auch: Nördliche Kalkalpen , Liste der höchsten Berge Deutschlands , Der Watzmann ruft

Weblinks

Commons: Watzmann ‚Äď Bilder, Videos oder Audiodateien
   
Dieser Artikel wurde in die Liste der Lesenswerten Artikel aufgenommen.

Informationen aus der Umgebung

Hotels in der Umgebung

Hotel Plz Ort Mail Url Kategorie Telefon
Best Western Rehlegg 83486 Ramsau http://www.rehlegg.bestwestern.de/ Kategorie: 108657 / 98840
Alpenhotel Hochkalter 83486 Ramsau http://www.hochkalter.de/ Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 408657 / 987-0
Gasthof Nutzkaser 83486 Ramsau http://www.hotel-nutzkaser.de/  08657 / 388
Stolls Hotel Alpina 83471 Sch√∂nau a. K√∂nigssee http://www.stolls-hotel-alpina.de/  08652 / 65090
Georgenhof 83471 Schönau a. Königssee http://www.hotel-georgenhof.de/ Kategorie: 3Kategorie: 3Kategorie: 308652 / 9500
Gasthof Brunneck 83471 Sch√∂nau a. K√∂nigssee http://www.brunneck.de/  08652 / 96310
Alpenhof 83471 Schönau a. Königssee http://www.alpenhof.de/ Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 408652 / 6020
Bergheimat 83471 Sch√∂nau a. K√∂nigssee http://www.hotel-bergheimat.de/  08652 / 6080
Zechmeisterlehen 83471 Schönau a. Königssee http://www.zechmeisterlehen.de Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 4+49(0)8652 / 8652 9450
Seeklause 83471 Sch√∂nau a. K√∂nigssee http://www.seeklause.de/  08652 / 947860
Oberwirt 83486 Ramsau http://www.oberwirt-ramsau.de/  08657 / 225
G√§stehaus Martinsklause 83486 Ramsau http://www.martinsklause.de/  08657 / 268
Wörndlhof 83486 Ramsau http://www.woerndlhof.de/ Kategorie: 2Kategorie: 208657 / 373
Schiffmeister 83471 Sch√∂nau a. K√∂nigssee http://www.jowi.de/schiffmeister  08652 / 96350
G√§stehaus Gregory 83471 Sch√∂nau a. K√∂nigssee http://www.pension-gregory.de/  08652 / 2326
Gr√ľnsteinblick 83471 Sch√∂nau a. K√∂nigssee http://www.berchtesgaden.com/gruensteinblick.htm Kategorie: 3Kategorie: 3Kategorie: 308652 / 5572
Gr√∂ll 83471 Sch√∂nau a. K√∂nigssee http://www.am-watzmann.de/  08652 / 4161
B√§renst√ľberl mit G√§stehaus 83471 Sch√∂nau a. K√∂nigssee http://www.baerenstueberl.de/  08652 / 9532-0
Obersulzberglehen 83471 Sch√∂nau a. K√∂nigssee http://www.obersulzberglehen.de/  08652 / 977250
Haus Salzgau 83471 Schönau a. Königssee http://www.gaestehaus-salzgau.de/ Kategorie: 3Kategorie: 3Kategorie: 308652 / 4386

Weitere Artikel aus der Umgebung

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Watzmann aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Watzmann verfügbar.

fair-hotels. Ein Service der
VIVAI Software AG
Betenstr. 13-15
44137 Dortmund

Tel. 0231/914488-0
Fax 0231/914488-88
Mail: info@vivai.de
Url: http://www.vivai.de