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Letzte Änderung für Artikel Chiemgau: 19.02.2006 18:06

Chiemgau

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Der Chiemgau (mitunter und entgegen der regionalen Diktion laut Duden auch das Chiemgau) ist eine historisch-kulturell gewachsene Region bzw. Landschaft in SĂŒdost- Oberbayern .

Inhaltsverzeichnis

Ausdehnung

  • Der Chiemgau umfasst Gebiete des Landkreises Traunstein und des Landkreises Rosenheim.
  • Er dehnt sich jeweils etwa 50 km in Nord-SĂŒd- sowie in West-Ost-Richtung um den Chiemsee aus.
  • In Richtung Bad Reichenhall / Berchtesgaden schließt sich der Rupertiwinkel an, wobei es bezĂŒglich der Zuordnung von Palling zum Chiemgau oder zum Rupertiwinkel noch Unstimmigkeiten gibt. Die Orte rechts und links der Traun bzw. der Alz hingegen liegen allesamt im Chiemgau. Inzell gilt wiederum als "Tor" des Chiemgaus zum Berchtesgadener Land.
  • In Richtung Westen bildet das Inntal zum Bayerische Oberland die Grenze, wobei die Orte des Inntals, des " Rosenheimer Landes " und des " Wasserburger Landes " in der Regel nicht mehr zum Chiemgau gerechnet werden. Ausnahmen davon sind Amerang, das sowohl dem Chiemgau als auch dem "Wasserburger Land" zugeordnet wird, ebenso wie Prutting, Riedering, Söchtenau und Stephanskirchen sowohl zum Chiemgau als auch zum "Rosenheimer Land" zĂ€hlen. Ähnliches gilt fĂŒr Samerberg, das an der Grenze des Chiemgaus zum Inntal liegt.
  • Im SĂŒden erheben sich die Chiemgauer Alpen.
  • Lediglich im Norden ist die Abgrenzung unklarer. Meist wird der Einfachheit halber die nördliche Grenze des Landkreises Traunstein dafĂŒr angegeben.

Orte im Chiemgau

Folgende Orte zÀhlen zum Chiemgau:

NamenserklÀrung

  • Der Name Chiemgau und Chiemsee hĂ€ngen mit dem Ortsnamen Chieming zusammen und dieser ist wiederum von dem althochdeutschen Personennamen "Chiemo" (7./8. Jahrhundert) abzuleiten.
  • Am Ende des 8. Jahrhunderts taucht der Name „Chiemgau“ auch erstmals in Urkunden als „Chimigaoe“ auf und meint damals noch ein kleineres Gebiet um das Dorf Chieming herum.
  • Durch die Jahrhunderte hindurch dehnte sich das Gebiet des Chiemgaus immer weiter aus.

Naturgeschichte und Geographie

  • Die Eiszeit vor etwa 15.000 Jahren hat den Chiemgau als Voralpen- und MorĂ€nenlandschaft geprĂ€gt.
  • So ist der Chiemgau eine hĂŒgelige Landschaft mit zahlreichen Wiesen-, Wald- und MoorflĂ€chen sowie zahlreichen Seen - vom 82 kmÂČ großen Chiemsee bis hin zu kleineren Waldseen.
  • Die höchsten Erhebungen im Chiemgau erreichen fast 2000 Meter ĂŒ.d.M.

Menschengeschichte

  • Menschliche Spuren lassen sich im Chiemgau schon vor der jĂŒngeren Steinzeit ĂŒber Bronze- und Hallstadtzeit bis zur Eisenzeit finden.
  • Auch danach bleibt er immer Siedlungsland, ob fĂŒr die Kelten oder die Römer . Letztere lassen sich vor allem an der Alz, die vom Chiemsee abfließt, nieder und errichteten dort bei Seebruck (Bedaium) einen Übergang fĂŒr die Römerstraße von Salzburg nach Augsburg (vgl. Römermuseum in Seebruck ). Der Chiemgau lag damit am Rande der römischen Provinz Noricum, die bis zum Inn reichte und an die sich die Provinz Raetia anschloss.
  • Geschichtlich spricht man vor allem zwischen dem 8. und dem 11. Jahrhundert von sog. „Chiemgaugrafen“ bzw. Grafen im Chiemgau.
  • Der Chiemgau war lange Zeit sowohl den bayerischen Herzögen als auch den FĂŒrsterzbischöfen von Salzburg verbunden. Erstere waren die Landesherren, letztere waren kirchliche Macht und oft auch örtliche Grundherren.
  • Erst nach der SĂ€kularisation 1803 kam der Chiemgau vollstĂ€ndig in bayerische Hand.

Kulturgeschichte

  • Der Chiemgau ist aufgrund seiner zahlreichen Anhöhen und seiner fruchtbaren Böden reich an stattlichen Herrensitzen.
  • KĂŒnstlerisch gesehen sind im Chiemgau besonders die barocken Bauwerken reich vertreten, ausgehend von der Klosterkirche St. Margaretha von Kloster Baumburg bis zur Pfarrkirche St. Georg in Ruhpolding.
  • Der Chiemgau ist stark von der Wirtschaft mit Holz, Eisen und Salz geprĂ€gt. Die Saline Traunstein bestand von 1619 bis 1912 und hat auf den gesamten Chiemgau wirtschaftlich, aber auch kulturell großen Einfluss ausgeĂŒbt. Ähnliches gilt fĂŒr die MaximilianshĂŒtte in Bergen, die von 1561 bis 1932 betrieben wurde.
  • Im Zusammenhang mit der Holzgewinnung ist der Chiemgau auch ein altes Pferdezuchtland fĂŒr Arbeitspferde.
  • Im nördlichen Chiemgau sind die ca. 300 noch erhaltenen, meist im 19. Jahrhundert entstandenen Bundwerkstadel der Vierseithöfe prĂ€gend fĂŒr die bĂ€uerliche Kulturlandschaft .

Brauchtum, Trachtenpflege, Theater

  • Im Chiemgau wird Brauchtum und Trachtenpflege besonders anschaulich ausgeĂŒbt.
  • Dies spiegelt sich unter anderem im Namen des Chiemgau-Alpenverbands wieder, indem ein Teil der Chiemgauer Trachtenvereine zusammengeschlossen ist. Die meisten Trachtenvereine des Chiemgaus gehören allerdings zum Gauverband I .
  • Der Chiemgauer Volkstheater ist durch seine Fernsehauftritte weit ĂŒber die Grenzen Bayerns hinaus bekannt. Überhaupt hat der Chiemgau eine Vielzahl von Bauerntheatern mit langer Tradition.

Bedeutung

Unterscheidungsmerkmal fĂŒr Orte und geographische Gegebenheiten

Chiemgauer

Auch durch das Hauptwort Chiemgauer wird der Bezug zum Chiemgau betont, und dies nicht nur im Zusammenhang mit der regionalen KomplementÀrwÀhrung Der Chiemgauer ( umlaufgesicherten Gutscheinsystem ).

DarĂŒber hinaus trĂ€gt eine touristisch-gewerblich-private Internet-Zeitschrift den Titel "Der Chiemgauer". Und fĂŒr zahlreiche Markenzeichen reicht es, allein "Der Chiemgauer" zu sagen (z.B. "Chiemgauer Dreher" als Volkstanz, der "Chiemgauer Hut" als Trachtenhut usw.).

Kulturlandschaft und Tourismus

Der Chiemgau ist eine traditionsreiche Kulturlandschaft mit starker lĂ€ndlich-bĂ€uerlicher PrĂ€gung und gerade deshalb eine der bevorzugten Tourismus-Regionen Bayerns, der ĂŒberdies eines der grĂ¶ĂŸten und am besten ausgebauten Radwander- und Wandergebiete Deutschlands besitzt. So gibt es mittlerweile auch Angebote von einem Sportreiseveranstalter fĂŒr sportlich gefĂŒhrte und kulturell erklĂ€rende Rad-Touren. Außerdem existieren der "Tourismusverband Chiemgau", das Tourismusportal " Erlebniswelt Chiemgau", der Verein Chiemgau Tourismus und der Chiemgau- Radweg . In diesem Zusammenhang ist auch auf das Chiemgauer Volkstheater , den Verein Chiemgauer Lokalbahn, auf die Chiemgauer Tracht bzw. die Chiemgauer Lederhose , auf den Chiemgauer Hochseilgarten , die Chiemgauer Rodelbahnen und das Chiemgauer Schulmuseum hinzuweisen. Von 1922 bis 1933 existierte eine "Freie Vereinigung Chiemgauer KĂŒnstler e.V." und der Gebirgstrachtenerhaltungsverein GrabenstĂ€tt hat "Chiemgauer" als Vereinsnamen.

Beliebter Drehort

Nicht zuletzt aufgrund dieser landschaftlichen Aspekte ist der Chiemgau beliebter Drehort fĂŒr Filme und Fernsehserien, unter anderem:

  • Quax, der Bruchpilot 1941 (ehemaliger Flugplatz Prien am Chiemsee, Flugfeld in Unterwössen)
  • Weißblaue Geschichten
  • Utta Danella: Die Hochzeit auf dem Lande , Das Erste-Fernsehfilm 2001
  • Hierankl , Kino-Spielfilm 2003
  • Im Himmel schreibt man Liebe anders (AT), ZDF-Fernsehfilm 2005
  • Der Bergpfarrer (1) und (2), ZDF-Fernsehfilm 2005

Wintersportzentrum

Weiterhin ist der Chiemgau als Wintersportzentrum bekannt, speziell durch das Eislaufstadion in Inzell ("Eislauf-Mekka"), die Biathlon -Weltmeisterschafts- und Weltcup-Strecken in Ruhpolding. Aber auch in den anderen Bereichen des Winersports, besonders im Ski nordisch und im Ski alpin hat der Chiemgau bekannte Sportler und Sportlerinnen hervorgebracht.

Unterscheidungsmerkmal fĂŒr Gruppen und Einrichtungen

Außerdem ist der Chiemgau als rĂ€umliche Bezeichnung so signifikant, dass unter anderem folgende Gruppen sich innerhalb von ihm organisiert bzw. Einrichtungen sich nach ihm benannt haben:

  • Bildung:
    • die Schule Chiemgau-Gymnasium Traunstein
    • die Freie Waldorfschule Chiemgau
  • Medien:
    • der Lokalradiosender Radio Chiemgau ( Website )
    • die regionale Tageszeitung Chiemgau-Zeitung , Prien
    • die Internetprovider bzw. -portale Chiemgau-Online ( Website ), Chiemgau-Net und Chiemgau-Websites ( Website )
    • das Chiemgauer Wochenblatt
  • Gesundheit und Soziales:
    • die Chiemgau-Klinik, eine Rehabilitationsklinik der Bahnversicherungsanstalt
    • das Reha Zentrum Chiemgau
    • die Chiemgau- Thermen ( Website )
    • die Chiemgau- Lebenshilfe -WerkstĂ€tten GmbH, Traunreut ( Website ), gemeinnĂŒtzige Einrichtung der Lebenshilfe
    • die Lawinenhundestaffel -Chiemgau
  • VerbĂ€nde und Vereine:
    • der Skiverband Chiemgau
    • der Verein " Astronomie im Chiemgau eV"
    • der Verein " Gnadenhof Chiemgau eV"
    • der Verein "Chiemgau Lakers eV", American Football Traunstein
    • die Greenpeace -Gruppe Chiemgau
    • das CVJM -GĂ€stehaus Chiemgau
    • die Chiemgauer HöhlenbĂ€ren
    • die Chiemgauer JagdhornblĂ€ser
    • die Chiemgauer Schrammeln

Ereignisse

Viele kulturelle, sportliche, soziale und wirtschaftliche Ereignisse tragen die Bezeichnung "Chiemgauer", z.B.:

  • der Chiemgauer MusikfrĂŒhling
  • die Chiemgauer Solartage
  • die Chiemgauer Kardiologietage
  • die Chiemgauer Astronomietage
  • der Chiemgauer 100-Berg-Ultra-Lauf
  • die Chiemgauer Crosslaufserie
  • der Chiemgauer Seniorencup
  • die Chiemgauer Radsporttage
  • der Chiemgauer Wanderherbst

Kulinarische SpezialitÀten aus dem Chiemgau

Auch zahlreiche kulinarische SpezialitÀten sind nach dieser Region benannt:

  • der Chiemgauer Schnaps
  • der Chiemgauer Mostpunsch
  • die Chiemgauer Mandelforelle
  • der Chiemgauer SchafskĂ€se und SchafsbergkĂ€se
  • der Chiemgauer Knödel

Firmen und Dienstleistungsbetriebe

DarĂŒber hinaus haben sich auch zahlreiche Firmen und Dienstleistungsbetriebe nach dieser Landschaft benannt.

Personen im Chiemgau

  • Sel. Irmgard von Chiemsee, Äbtissin von Kloster Frauenchiemsee
  • Jörg von Schnaitsee , Baumeister
  • Magdalena Auer von Winkl († 1494), Äbtissin von Kloster Frauenchiemsee
  • Margaretha Haidenbucher († 1650), Äbtissin von Kloster Frauenchiemsee
  • Honorat Kolb (1603-1670), Abt im Kloster Seeon
  • Jacob Carnutsch , SĂŒdtiroler KĂŒnstler, der um 1680 nach Prien kam
  • Sebastian Mayr (1669-1774), Kistler und KĂŒnstler in Prien
  • Matthias Stadler (1744-1822), in Schnaitsee gebĂŒrtiger Salzburger Hof- und Domviolinist und Komponist
  • Balthasar Furthner , Maler, kam 1752 auf die Fraueninsel
  • Johann Joseph Wagner (1796-1871), in Palling geborener und in Ising gestorbener Geistlicher.
  • Benedikt Furtner , Maler, ging 1808 von der Fraueninsel nach Prien
  • Benedikt Haindl (1815-nach 1849), in Schnaitsee gebĂŒrtiger Benediktinerpater in den USA
  • Felix Dahn (1834-1912), Dichter und Freund von Seebruck und Gstadt
  • Ferdinand Bonn (1861-1933), Schriftsteller und Schauspieler, der sich 1906 in Bernau am Chiemsee niederließ.
  • Max Kurz (1861-1910), Volksdichter
  • Julius Exter (1863-1939), Kunstmaler, der sich 1902 in Feldwies bei Übersee niederließ.
  • Rudolf Stratz (1864-1936), Romanschriftsteller, der sich 1904 in Bernau am Chiemsee niederließ.
  • Felix Schlagintweit (1868-1950), Arzt, Schriftsteller und LebenskĂŒnstler, der sich 1905 in Breitbrunn niederließ.
  • Hugo Kauffmann, KĂŒnstler aus Hamburg, ließ sich in den 1870er Jahren in Prien nieder.
  • Franz Fritz (1876-?), in Stetten bei Rimsting geborener Heimatdichter
  • Willi Geiger (1878-1971), in Landshut gebĂŒrtiger Kunstmaler, der zur Übersee-Feldwieser KĂŒnstlerkolonie gehörte.
  • Wolfgang Zeller (1883-1977), PortrĂ€tist und Landschaftsmaler, der zur Übersee-Feldwieser KĂŒnstlerkolonie gehörte.
  • Elisabeth BalwĂ© (1896-1973) und Arnold BalwĂ© (1898-?), Malerehepaar, wĂ€hlte Feldwies bei Übersee zur zweiten Heimat.
  • Egon Lothar Stolzenburg (1898-1965), Dichter, der in Breitbrunn starb.
  • Johann Baptist Kagermeier (1899-1959), in der Oberpfalz geborener Seebrucker Geistlicher und Heimatforscher
  • Michael Kiefer (1902-?) Tiermaler, der seit 1934 in Feldwies bei Übersee lebte.
  • Burkhard Nadolny (1905-?), der Petersburger Diplomatensohn und Schriftsteller, lebte mit seiner Frau Isabella Nadolny, einer Übersetzerin, in Chieming.
  • Fritz Harnest (1905-?), Maler, der in Feldwies bei Übersee lebte.
  • Kurt Ziesel (1911-?), in Innsbruck geborener Schriftsteller, der in Breitbrunn lebte.
  • Horst Mönnich (* 1918), Schriftsteller, der sich in Breitbrunn niedergelassen hat.
  • Walter Lederer (* 1923), Maler, der in Feldwies bei Übersee lebt(e).
  • Walter Brendel (* 1923), Maler, der in Übersee wohnt.
  • Eugen Ortner († 1947), Schriftsteller, der in Gollenshausen starb.

FĂŒr weitere bekannte Söhne und Töchter bzw. Bewohner des Chiemgaus siehe Kategorie:Person (Chiemgau)

Der Chiemgau-Komet

Nach einer (noch umstrittenen) Theorie soll im 5. Jahrhundert vor Christus ĂŒber dem Chiemgau ein Komet explodiert sein, dessen BruchstĂŒcke den Chiemgau verwĂŒstet und die keltische Zivilisation fĂŒr lange Zeit nahezu vollstĂ€ndig ausgelöscht haben. Dieses Ereignis wird Chiemgau-Komet oder Chiemgau Impact genannt.

Der Chiemgau oder das Chiemgau?

Neuerdings ist die Diskussion wieder im Gange, ob es nun "der Chiemgau" oder "das Chiemgau" heißt. TatsĂ€chlich finden sich immer wieder auch AusdrĂŒcke wie ins Chiemgau fahren oder ĂŒber's Chiemgau berichten. Insgesamt ĂŒberwieg aber vor allem im Dialekt die Bezeichnung "der Chiemgau", da er sich an dem Gau als Artikelgeber orientiert und dieser zumindest im Bayerischen immer mĂ€nnlich ist, im Unterschied zu "das GĂ€u", weshalb man richtigerweise auch ĂŒber "das AllgĂ€u" spricht. Allerdings schreibt der Duden , dass es zwar "der Gau", aber landschaftlich (die Landschaft betreffend, fĂŒr sie charakteristisch, zu ihr gehörend) auch "das Gau" heißt, so dass "das Chiemgau" zumindest laut Duden nicht falsch ist.

Weblinks

Wikipedia

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