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Letzte Änderung für Artikel Chiemgau-Impakt: 22.01.2006 20:23

Chiemgau-Impakt

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Als Chiemgau-Impakt wird ein Ereignis bezeichnet, bei dem ein Komet in der ErdatmosphĂ€re explodierte und seine TrĂŒmmer im Chiemgau einschlagen haben sollen. Der Einschlag soll sich um das Jahr 500 v. Chr. ereignet haben, als der Chiemgau von Kelten besiedelt war. Die Hypothese vom Chiemgau- Impakt wurde erst vor wenigen Jahren formuliert und ist in der Fachwelt umstritten.

Inhaltsverzeichnis

Streufeld

Im Jahr 2000 stießen Schatzsucher im Chiemgau mit Metalldetektoren an einem kraterĂ€hnlichen Loch in nur wenigen Zentimetern Tiefe auf große Mengen von fremdartigem metallischen und seltsam gebildeten Gestein. Daraufhin bildete sich unter der Bezeichnung Chiemgau Impact Research Team (CIRT) ein Forschungsteam aus den Hobby- ArchĂ€ologen , dem aber auch der Geologe Kord Ernstson und der Mineraloge Ulrich SchĂŒssler (beide von der Bayerischen Julius-Maximilians-UniversitĂ€t UniversitĂ€t WĂŒrzburg), der ArchĂ€oastronom Michael RappenglĂŒck sowie die Historikerin Barbara RappenglĂŒck angehören.

Das CIRT dokumentiert ĂŒber 100 vermutete Einschlagskrater in einem elliptischen Streufeld mit einer LĂ€nge von 58 km und einer Breite von bis zu 27 km, das sich von einer AnhĂ€ufung kleinerer Krater nordwestlich von Burghausen bis zum Chiemsee erstreckt. Als grĂ¶ĂŸter Krater im Streufeld wird der annĂ€hernd kreisförmige TĂŒttensee bei GrabenstĂ€tt mit einem Durchmesser von 370 m angesehen. In den Kratern und in deren Umgebung lagern Brekzien oder zerbrochene Gesteine . DarĂŒber hinaus wurden verglaste Gesteine gefunden, deren Entstehung auf die Hitzeeinwirkung beim Impakt zurĂŒckgefĂŒhrt wird. Litauen Litauen Metallische Partikel, die in Teilen Ostbayerns gefunden und als Eisensilizid ( Fe Si ), Gupeiit (Fe3Si) und Xifengit (Fe5Si3) identifiziert wurden, werden als prĂ€solare EinschlĂŒsse des Chiemgau-Kometen gedeutet, deren Alter das des Sonnensystems ĂŒbertreffen soll. Es könne allerdings auch noch nicht ausgeschlossen werden, dass die Partikel einen RĂŒckstand aus der Metallverarbeitung durch Menschen darstellen. Litauen Litauen

Einschlag

Aus der GrĂ¶ĂŸe und Verteilung der postulierten Krater wurdevom CIRT auf den möglichen Ablauf des Impakts zurĂŒck geschlossen: Demnach trat ein etwa ein Kilometer großer Komet , vom Nordwesten kommend, mit einer Geschwindigkeit von 12 km/s (ca. 43.000 km/h) unter dem Winkel von 7 ° in die ErdatmosphĂ€re ein. In etwa 70 Kilometern Höhe sei dieser explodiert, und die BruchstĂŒcke schlugen mit der Zerstörungskraft von 8000 Hiroshima-Bomben ein. Der Impakt soll sich im Zeitraum 1000 v. Chr. bis 200 v. Chr. ereignet haben, vermutlich um das Jahr 500 v. Chr. Litauen Litauen

Weitere Untersuchungen

Von einer Arbeitsgruppe der UniversitĂ€t MĂŒnchen liegt eine Untersuchung des Kraterfelds bei Burghausen vor. Die GrĂ¶ĂŸe des Streufeldes wird hier mit 11 x 7 km deutlich kleiner angegeben als vom CIRT. Eine Untersuchung der Eisensilizide habe gezeigt, dass es sich um irdisches Material industrieller Abkunft handelt. Die Untersuchungen kommt zu dem Schluß, dass es derzeit keine klaren Hinweise fĂŒr eine anthropogene Herkunft der Krater gibt. Um eine Entstehung durch einen Impakt beweisen oder auch verwerfen zu können, wĂ€ren jedenfalls weitere geologische und archĂ€ologische Untersuchungen notwendig. Litauen Litauen

Eine Arbeitgruppe der Eberhard-Karls-UniversitĂ€t TĂŒbingen berichtet von der Untersuchung einer „kraterĂ€hnlichen Struktur“ mit einem Durchmesser von etwa 11 m, deren Gesteine auf die Einwirkung von Temperaturen von bis zu 1500 °C schließen lassen: Die Entstehung dieser Struktur durch einen Impakt sollte in Betracht gezogen werden, könne derzeit aber noch nicht beweisen werden. Litauen Litauen

Der TĂŒttensee wurde bisher als Toteiskessel angesehen, der beim RĂŒckzug der Gletscher nach der letzten Eiszeit entstand, wie sie in Alpenvorland hĂ€ufig anzutreffen sind. Geologen des Bayerischen Geologischen Landesamts favorisieren auch nach neuerlichen Untersuchungen diese Theorie gegenĂŒber der Impakt-Hypothese. Das Vorkommen von Brekzien und splittrig zerbrochenen Gesteinen aus den tektonisch stark beanspruchten Alpen sei im Alpenvorland nicht ungewöhnlich. Die glasigen OberflĂ€chen mancher FundstĂŒcke sind ihrer Ansicht nach bei der vorindustriellen Rohstoffgewinnung, etwa in kleinen EisenhĂŒtten oder Kalkbrennöfen entstanden. Litauen Litauen

Die GlÀser und Metallpartikel wurden auch von Wissenschaftern an verschiedenen europÀischen UniversitÀten und Forschungsinstituten auf Hinweise auf einen Impakt hin untersucht. Eindeutige Hinweise auf einen Kometeninschlag haben sich dabei bislang nicht ergeben.

Medienresonanz

Trotz der unsicheren Sachlage wurde die Hypothese vom Chiemgau-Impakt mehrfach von den Medien aufgegriffen. Unter anderem wurde darĂŒber im Alpen-Donau-Adria-Magazin des Bayerischen Fernsehens, in der SĂŒddeutschen Zeitung, in der Zeitschrift Der Spiegel und auf verschieden Internet-Seiten berichtet berichtet.

Auch in der Reihe „ Terra X “ des ZDF am 8. Januar 2006 wurde die Diskussion um den sogenannten Chiemgau-Kometen aufgegriffen (siehe Weblinks). Die in dieser Sendung dargestellten, weitreichenden kulturhistorischen Auswirkungen sind allerdings spekulativer Natur, und werden auch vom CIRT nicht gestĂŒtzt ("...weitreichende historische Schlußfolgerungen, [...] die wir von unseren Untersuchungen zum Impakt abgekoppelt sehen und die sich auch unserer wissenschaftlichen Beratung entzogen haben." [1] )

Literatur

  • U. SchĂŒssler, M. RappenglĂŒck, K. Ernstson, W. Mayer, B. RappenglĂŒck: Das Impakt-Kraterstreufeld im Chiemgau, in EuropĂ€isches Journal fĂŒr Mineralogie, Band 17, Beiheft 1 (2005), S. 124. [2]
  • M. RappenglĂŒck., U. SchĂŒssler, W. Mayer, K. Ernstson: Sind die Eisensilizide aus dem Impakt-Kraterstreufeld im Chiemgau kosmisch?, in in EuropĂ€isches Journal fĂŒr Mineralogie, Band 17, Beiheft 1 (2005), S. 108. [3]
  • K. T. Fehr, J. Pohl, W. Mayer, R. Hochleitner, J. Fassbinder, E. Geiss, H. Kerscher: A meteorite impact crater field in eastern Bavaria? A preliminary report, in Meteoritics & Planetary Science, Vol. 40, No. 2 (2005), S. 187-194. [4]
  • V. Hoffmann, W. Rösler, A. Patzelt, B. Raeymaekers, P. van Espen: Characterization of a small crater-like structure in southeast Bavaria, Germany, in Meteoritics and Planetary Science, Vol. 40 (2005), S. A69. [5]
  • G. Doppler, E. Giess: Der TĂŒttensee im Chiemgau – Toteiskessel statt Impaktkrater, Bayerisches Geologisches Landesamt (2005). [6]

Weblinks

Wikipedia

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