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Letzte Änderung für Artikel Karl I. Ludwig (Pfalz): 10.02.2006 23:56

Karl I. Ludwig (Pfalz)

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 Kurf├╝rst Carolus Ludovicus, Kupferstich 1653
Kurf├╝rst Carolus Ludovicus, Kupferstich 1653

Karl I. Ludwig, Kurf├╝rst von der Pfalz (* 22. Dezember 1617 in Heidelberg; † am 28. August 1680 bei Edingen) war "von Gottes Gnaden Pfaltzgraff bey Rhein des Heyligen R├Âmischen Reichs Erzschatzmeister und Churf├╝rst, Hertzog in Bayern".

Karl Ludwig war der Sohn Friedrichs V., des Winterk├Ânigs, und der Elisabeth Stuart . Nach dem Westf├Ąlischen Frieden erhielt Karl Ludwig die Kurpfalz zur├╝ck, au├čerdem erhielt er die Kurw├╝rde nebst dem Erzschatzmeisteramt, die seinem Vater aberkannt worden und auf Bayern ├╝bergegangen war, als neugeschaffene achte Kur des Heiligen R├Âmischen Reiches zur├╝ck. Die Oberpfalz aber, der Rang, den die Pfalz fr├╝her im kurf├╝rstlichen Kollegium gehabt hatte, und das Erztruchse├čamt blieben bei Bayern. Doch wurde festgesetzt, dass diese L├Ąnder und W├╝rden, wenn die bayerische Linie erl├Âschen w├╝rde, an die Pfalz zur├╝ckfallen sollten.

In den Kriegen des Kaisers und Reichs gegen Frankreich 1673 - 1679 wollte letzteres den Kurf├╝rsten zwingen, sich mit ihm zu verb├╝nden, und auf seine Weigerung hin verw├╝stete ein franz├Âsisches Heer im Juli 1674 die Kurpfalz. Nach dem Frieden von Nimwegen aber drang Frankreich dem Kurf├╝rsten noch eine Kriegssteuer von 150.000 Gulden ab und zog durch die Reunionskammern betr├Ąchtliche Gebiete der Pfalz ein.

Inhaltsverzeichnis

Der Karl-Ludwig-See

 Lage des Karl-Ludwig-See
Lage des Karl-Ludwig-See

Eingebettet im heutigen Naturschutzgebiet "Hockenheimer Rheinbogen", s├╝dlich von Ketsch (Rhein-Neckar-Kreis), liegt eine weitl├Ąufige ehemals vermoorte Senke, deren Fl├Ąche noch heute als Karl-Ludwig-See bezeichnet wird. Kurf├╝rst Karl I. Ludwig war beim Volk sehr beliebt, da er nach den Verw├╝stungen des Drei├čigj├Ąhrigen Krieges viel f├╝r den Wiederaufbau der Kurpfalz und f├╝r deren wirtschaftliche F├Ârderung leistete. Unter anderem widmete er sich der Neuorganisation der Verwaltung sowie dem Wiederaufbau des Schul- und Finanzwesens. Im Rahmen dieser Ma├čnahmen entstand 1649 vor der Ortschaft Ketsch eine riesige Teich- und Fischzuchtanlage. Die Gesamtfl├Ąche des Sees mit 486 Morgen (= ca. 1,74 km2) war f├╝r damalige Verh├Ąltnisse beachtlich, und die Ertr├Ąge an Fischen und Krebsen ( Edelkrebs - Astacus astacus) florierten laut urkundlicher Eintr├Ąge. Sogar Wasserschildkr├Âten - m├Âglicherweise die heimische Sumpfschildkr├Âte ( Emys orbicularis ) - wurden dort gefangen und an den Kurf├╝rstlichen Hof nach Heidelberg verbracht. Dort waren Schildkr├Âten als Delikatesse sehr begehrt. Auch Liselotte von der Pfalz (Madame Palatine) erw├Ąhnt diese besondere Speise, die meist zu wichtigen Anl├Ąssen dem Kurf├╝rsten und seinen G├Ąsten gereicht wurde.

Zahlreiche Anwohner aus den angrenzenden Ortschaften wie Alt-Losseheim (= damalige Schreibweise), Schwetzingen, Ketsch, Hockenheim auf dem Sand, Offtersheim, St.Ilgen, Sandhausen und Walldorf waren damit beauftragt, die baulichen Anlagen des Karl-Ludwig-Sees (D├Ąmme, Stauwehre, Br├╝cken) zu pflegen, die Fischreusen zu entleeren und alle sechs Jahre die Ufer des zuflie├čenden Kraichbachs von unn├╝tzer Vegetation zu r├Ąumen. In der Regierungszeit von Karl III. Philipp (1716-1742) begann der Niedergang des Sees. Bedingt durch mehrere Kriege und starke Rheinhochw├Ąsser setzte in der Mitte des 18. Jahrhunderts der v├Âllige Zerfall der Anlagen ein. Die ehemalige Seefl├Ąche wurde in der Folgezeit nur noch als Gr├╝nland genutzt.

Das Schwetzinger Schloss

Die Schwetzinger Orangerie heute
Die Schwetzinger Orangerie heute

Auch wenn das Schwetzinger Schloss und insbesondere der Schlossgarten meist im gleichen Atemzug mit dem sp├Ąteren Kurf├╝rsten Karl Theodor (1724 -1799) genannt werden, soll an dieser Stelle daran erinnert werden, dass Bedeutung und Aufstieg dieser einmaligen Kulturst├Ątte unter Karl I. Ludwig ihren Anfang nahm. Die urspr├╝nglich nur als Jagdschloss angelegte und entsprechend genutzte ├ľrtlichkeit, wurde im Drei├čigj├Ąhrigen Krieg stark zerst├Ârt. So war der Br├╝ckenzugang ├╝ber den Leimbach gesprengt und das Wohngeb├Ąude (das heutige zentrale Mittelgeb├Ąude) bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Es war Karl I. Ludwig, der im August 1656 beschloss, das Schwetzinger Schloss wieder aufzubauen und die Anlage entsprechend zu erweitern. W├Ąhrend eines Besuchs vorort, befahl er im August 1656 den Einwohnern von Schwetzingen s├Ąmtlichen Schutt und Tr├╝mmer wegzur├Ąumen, wobei die aufgelesenen Tr├╝mmerteile wie Steine, H├Âlzer und "altes Eisenwerk" bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben konnten. Auf diese Weise motiviert, hatten die Einwohner Schwetzingens sowie der angrenzenden Gemeinden bis zum n├Ąchsten Fr├╝hjahr, die meisten Tr├╝mmer entfernt, sodass bereits 1657 mit dem Wiederaufbau des Ehrenhofs und dem zentralen Mittel-/ Hauptgeb├Ąude des Schlosses begonnen werden konnte. Fehlende Mittel verz├Âgerten zun├Ąchst das Vorhaben. Etwa um 1665 war das Schloss dann soweit fertiggestellt, dass man es wieder als Ausweich- und Sommerquartier nutzen konnte. Alte Quellen weisen darauf hin, dass Karl I. Ludwig schon damals ├╝ber eine stattliche Sammlung an Zitronen- und Orangenb├Ąumen verf├╝gte. Dieser Pflanzenbestand wurde nach seinem Tod 1681 von der Friedrichsburg in Mannheim nach Schwetzingen transportiert um hier ad├Ąquat in dem neugebauten Pommeranzenhaus - damals gebr├Ąuchlicher Begriff f├╝r Gew├Ąchshaus resp. Orangerie - untergebracht zu werden. 1689 standen Schloss und Garten im Pf├Ąlzisch-Orlean┬┤schen Krieg wieder in Flammen.

Das Mannheimer Schloss

Mannheimer Schlo├č um 1725
Mannheimer Schlo├č um 1725

Im Jahr 1664 ist Karl I. Ludwig auch Auftraggeber f├╝r das erste gro├če Bauprojekt Mannheims nach dem Drei├čigj├Ąhrigen Krieg. Mit den Pl├Ąnen zur Errichtung einer neuen repr├Ąsentativen Schlossanlage in Mannheim, f├╝r dessen Ausarbeitung er den franz├Âsischen Architekten Jean Marot beauftragte, wuchs die Bedeutung Mannheims schlagartig. Obwohl das Bauprojekt nie ausgef├╝hrt wurde, war der Entwurf des franz├Âsischen Architekten richtungsweisend f├╝r den k├╝nftigen europ├Ąischen Schlo├čbau des sp├Ąten 17. und 18. Jahrhunderts. In Anerkennung seiner Bem├╝hungen um die Kurpfalz und der Stadt Mannheim errichtete man im Schlosshof des Mannheimers Schlosses f├╝r Karl I. Ludwig ein Standbild.

Die Nachkommen

Karl I. Ludwig heiratete 1650 Charlotte von Hessen-Kassel, die Tochter des Landgrafen Wilhelm von Hessen-Kassel. Aus der Ehe gingen die beiden Kinder Karl II. (1651-1685) und Elisabeth Charlotte (1652-1722) hervor. Bereits 1653 war die Ehe offenbar grundlegend zerr├╝ttet. Nach der rechtlich umstrittenen Scheidung von seiner ersten Ehefrau, verm├Ąhlte sich Karl Ludwig mit Luise von Degenfeld . Mit ihr f├╝hrte er eine f├╝r die damalige Zeit ├╝bliche morganatische Ehe. Aus dieser Verbindung folgten 13 Kinder. Die Tochter Charlotte aus erster Ehe, besser bekannt als Liselotte von der Pfalz, heiratete 1671 mehr oder weniger freiwillig Philipp I., Herzog von Orl├ęans .

Als sein Sohn und Nachfolger Karl II. am 16. Mai 1685 in Heidelberg ohne erblich berechtigte Nachkommen stirbt (Grabst├Ątte in der Heiliggeistkirche in Heidelberg), erhebt der franz├Âsische K├Ânig Ludwig XIV. f├╝r seinen Bruder, den Herzog von Orleans, der mit der Schwester des verstorbenen K├╝rf├╝rsten Elisabeth Charlotte verm├Ąhlt war, Erbanspr├╝che sowohl auf das gesamte Privatverm├Âgen Karls II. als auch auf Teile der Kurpfalz. Kaiser Leopold I. sowie der Reichstag lehnen die Forderungen des franz├Âsischen K├Ânigs aber kategorisch ab. Die Folge war, dass Ludwig XIV. daraufhin versuchte seine Anspr├╝che mit Waffengewalt im Pf├Ąlzischen Erbfolgekrieg (1688ÔÇô1697) durchzusetzen. Im Jahr 1689 und ein zweites Mal 1693 lie├č Ludwig der XIV. Heidelberg und angrenzende Gebiete der Kurpfalz durch seine Armee niederbrennen (Eroberung und Zerst├Ârung des Heidelberger Schlosses durch den franz├Âsischen General und Heeresf├╝hrer Ez├ęchiel de M├ęlac ).

Literatur

Weblinks

Wikipedia

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